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Isselhorst – Das Dorf

Kapitel III

Das Zeitungsarchiv & seine Fundstücke

„Lebendiges Isselhorst” — ein Dorf, das sich seit 1977 selbst dokumentiert. Titelseiten aus vier Jahrzehnten, dazu 1.256 Funde aus 15 Jahrgängen.

Mai 1977

Eine Zeitung als Gedächtnis des Dorfes

Sieben Jahre nach dem Verlust der Selbständigkeit brachte der Dorf- und Heimatverein im Mai 1977 die erste Ausgabe einer eigenen Dorfzeitung heraus: „Lebendiges Isselhorst”, im Untertitel „Nachrichten und Meinungen aus dem Kirchspiel". Später erschien sie als „Der Isselhorster”.

Der Leitartikel der ersten Nummer beschrieb, was den Ort ausmacht — nicht die Verwaltungsgrenze, sondern die Menschen: „Das eigentliche Isselhorst liegt begründet im Herzen der Menschen, die sich hier zu Hause fühlen." Seither hält die Zeitung fest, was im Dorf geschieht. Über die Jahrzehnte ist so ein Archiv entstanden, wie es kaum ein Ort dieser Größe besitzt.

Im Kopf jeder Ausgabe stehen die fünf Wappen der Ortschaften des Kirchspiels — Isselhorst, Niehorst, Ebbesloh, Hollen und Holtkamp.

Erste Ausgabe Mai 1977

Die Nummer eins. 1. Jahrgang, Nr. 1, Mai 1977 — mit dem Leitartikel „Isselhorst" und einem Foto der Kirche. Zum Vergrößern antippen.
Quelle: Lebendiges Isselhorst

Warum das zählt

Ein seltenes Gedächtnis

Nur wenige Dörfer besitzen eine ununterbrochene, selbst geschriebene Chronik über Jahrzehnte. In den Jahrgängen des „Isselhorster" stecken Vereinsjubiläen, Bauprojekte, Nachrufe, Feste, Streit und Versöhnung — das Leben eines Ortes, festgehalten von seinen eigenen Leuten. Es ist die wichtigste Quelle für alles auf dieser Seite, was jünger als hundert Jahre ist.

Für diese Website wurde jede der 114 Ausgaben von 1977 bis 1991 vollständig durchgesehen — alle 1.864 Seiten —, dazu alle 197 Ausgaben des Nachfolgeblatts „Der Isselhorster” seit 1993. Was dabei zu Tage kam — 1.256 Funde —, steht weiter unten auf dieser Seite: Zu den Fundstücken ↓

Aktuelle Ausgaben

Die drei neuesten Ausgaben des „Isselhorster" gibt es auch digital: Ausgaben 196–198 online lesen → — direkt im Browser durchblättern oder sich Artikel vorlesen lassen.

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Fehlt eine Ausgabe, ein Foto oder eine Geschichte, die hierher gehört? Schreiben Sie uns. Das vollständige physische Archiv der Dorfzeitung verwaltet weiterhin der Dorf- und Heimatverein: heimatverein-isselhorst.de

Fundstücke · Aus 15 Jahrgängen geborgen

1.256 Funde aus zwei Dorfzeitungen

Für diese Seite wurden zwei Dorfzeitungen komplett per Texterkennung ausgewertet: „Lebendiges Isselhorst” (Mai 1977 – Dezember 1991, 114 Ausgaben) und das Nachfolgeblatt „Der Isselhorster” (ab 1993, Ausgaben 1–197). Herausgegriffen ist, was Geschichte erzählt: runde Vereinsjubiläen, die Herkunft alter Höfe und Familien (belegt bis ins Jahr 1556), Handwerke, Persönlichkeiten, Zeitzeugenberichte und ungewöhnliche Begebenheiten. Jeder Fund nennt Ausgabe sowie Monat und Jahr — so berichtete die Zeitung damals.

Zur Einordnung

Die Angaben geben wieder, was der „Isselhorster" seinerzeit schrieb. Jahreszahlen aus alten Chroniken, Urkunden und Erinnerungen sind so genau, wie die Zeitung sie überliefert hat. Wo eine Lesung unsicher war, wurde der Fund weggelassen statt geraten.

1977 – 1980

Der Anfang: ein Dorf schreibt seine Geschichte auf

Sieben Jahre nach der Eingemeindung gibt sich Isselhorst eine eigene Zeitung — und gräbt sofort in seiner Vergangenheit.

  • Mai 1977Die erste Ausgabe erscheintIm Mai 1977 erschien die erste Ausgabe der „Lebendiges Isselhorst”, gedacht als unabhängiges, überparteiliches Informationsblatt für das Kirchspiel Isselhorst, das im Untertitel „Nachrichten und Meinungen aus dem Kirchspiel" führte. Herausgeber war Ortsvorsteher Horst-Dieter Lütkemeyer, An der Lutter 7, der betonte, ohne einer Kirchturmpolitik das Wort zu reden, das Kirchspiel als Ortsteil und Gemeinwesen ernst nehmen zu wollen. Das Grußwort schrieb Pfarrer H. J. Debus, dem 18 konkret angeführte Zielpunkte der neuen Zeitung vorgelegt worden waren und der dem Vorhaben daraufhin nur positiv gegenüberstand. Als einzige Schwierigkeit sah er die Einhaltung strikter Neutralität und wünschte den Zeitungsmachern „einen positiven Start und zähe Ausdauer". Zu Wort kommen sollten Bürger, die Kirchengemeinden, die Vereine, der Isselhorster Kulturkreis und die gewählten Kommunalpolitiker.

Erste Ausgabe Mai 1977

Titelseite · Lebendiges Isselhorst

  • Mai 1977300 Jahre Gaststätte „Zur Linde"Obwohl das Haus urkundlich schon um 1550 erwähnt wird, nennt der Torbalken über dem Eingang das Datum 24. April 1677, weshalb 1977 das dreihundertjährige Bestehen der Gaststätte „Zur Linde" gefeiert wurde. Das Haus Ortmeyer hatte vielen Zwecken gedient: Eine Fleischfreibank, die ländliche Sparkasse, die Genossenschaft und eine Apotheke waren hier untergebracht, fahrende Kaufleute und Schmuggler nächtigten unter seinem Dach. Westfälisches Kornbrot wurde gebacken, und über den Ladentisch erhielt man die Bedürfnisse des täglichen Lebens; Höhepunkt im Jahr war stets die Kirmes. Über viele Generationen war der Sonntagsspaziergang zahlreicher Gütersloher nach Isselhorst zu Ortmeyer traditionell. Landwirtschaftliches Gerät und eichenes Mobiliar zieren bis heute den historischen Raum.
  • Juni 1977Der alte Karussellmann Otto GehnerOtto Gehner, ein Vollblutschausteller und Mann von rechtem Schrot und Korn, band einem Jungen, der die Nase nicht vollkriegen konnte, die Beine unter dem Bauch des Karussellpferdes zusammen, damit er nicht herunterfiel; einschlafen hätte er können, nur nicht abstürzen. Streit gab es einmal mit dem Dorfgendarm Gnuse, doch Krach mit den Isselhorstern gab es nie. Die Dorfkirmes war etwas für Nachtschwärmer, bis drei Uhr früh drehten sich die Karussells, und wenn der Krieg den Betrieb unterbrach, sagte Bürgermeister Holste auf Platt: „Dat hä wi nich so gern, den Lüen dat Geld wegtoniemen, wat se noch hätt." Oft warf Gehner schon vorher den Riemen auf die Orgel, damit wenigstens die Musik die Zeit bis zum Beginn überbrückte. Sein Sohn vertrat ihn bereits in der nächsten Generation.
  • Juni 197730 Jahre Landjugend HollenAnläßlich ihres dreißigjährigen Bestehens veranstaltete die Landjugend Hollen am 30. April und 1. Mai 1977 Tage der offenen Tür auf dem Hof Bettermann (Meyer zu Hollen), zu denen über 10.000 informationsfreudige Gäste kamen. Spezielle Arbeitskreise gaben Auskunft über Schweinemast und -zucht, Rindviehhaltung, Pflanzenbau und Landmaschinen, während an den Wettbewerben „Wettmelken" und „Bullenschätzen" eine rege Beteiligung zu verzeichnen war; für das leibliche Wohl sorgten Imbiß- und Getränkestände sowie traditionelle Milchbars. Am Sonntag, dem 26. Juni 1977, wirkten Mitglieder der Landjugend Hollen zudem an der ARD-Jugendserie „11.15" mit, die zwischen 11.15 und 12.00 Uhr im 1. Programm live aus dem Studio in Köln übertragen wurde und an der etwa 100 Jugendliche aus dem Kreis Gütersloh beteiligt waren. Das diesjährige Erntefest fand am 9. Juli auf dem Hof Fislake statt.
  • Juni 1977Schulgeschichte seit 1836Seit 1836 waren die Kirchspielsgemeinden zu zwei Schulgemeinden zusammengefaßt, nämlich Hollen-Niehorst-Ebbesloh und Isselhorst-Holtkamp. Laut Schulchronik nötigte eine Verfügung der Königlichen Regierung die Schulgemeinde Isselhorst-Holtkamp, ein drittes Schulhaus mit Lehrerwohnung zu erbauen; dieser Bau wurde 1892 im Schulgarten nach einem Plan des Bielefelder Baumeisters Trappen ausgeführt. 1904 kam ein Anbau mit zwei neuen Klassenräumen hinzu, sodass das auf sechs Klassenräume erweiterte Gebäude bis zum Sommer 1968 die Volksschule Isselhorst beherbergte, die seit 1966 neun statt acht Schuljahre umfasste. 1968 erfolgte in Nordrhein-Westfalen die endgültige Trennung der alten Volksschule in Grund- und Hauptschule. Vor den Osterferien 1977 nahmen die Kinder und Lehrer endgültig Abschied von der alten Schule und zogen in das neue Gebäude mit acht Klassenräumen ein.
  • Juli 1977Das Ende der „Berwinkelei" nach 125 JahrenBis zum Beginn des vorigen Jahrhunderts gehörte die Besitzung mit dem Feuerkataster-Namen Isselhorst Nr. 81, für Vertraute die „Berwinkelei", einer Familie Berwinkel; letzte Erbin war Hanne Christine (1821–1907). Sie heiratete 1842 Franz Heinrich Dreesbeimdieke, und beide bauten 1851 dieses Haus, das damit 125 Jahre stand. Franz Heinrich, ein Bauernsohn aus Blankenhagen, war weniger Landwirt als Kaufmann: Er betrieb auf dem Hof eine Schinkensalzerei und stellte Dauerwürste her, die abends im Planwagen bis weit ins Ruhrgebiet gefahren wurden; aus seiner Ehe entstammten neun Kinder, und er starb 1906, ein Jahr vor seiner Frau. Sohn Wilhelm gründete schon 1863 einen Gemischtwarenladen, aus dem das spätere Kaufhaus Dreesbeimdieke hervorging. Fünf Generationen Dreesbeimdieke lebten so in 125 Jahren auf der „Berwinkelei", bevor der Abbruch die Geschichte des Hauses besiegelte.
  • Aug. 197720 Jahre Maria KöniginZum zwanzigjährigen Bestehen der katholischen Kirche wurde am 2. Juli 1977 das Patronatsfest gefeiert, mit einem Bunten Nachmittag für die Kinder, einem Festgottesdienst und einem anschließenden Gemeindefest bei Ortmeyer. Inzwischen war jeder fünfte Bewohner des Kirchspiels katholisch und die Gemeinde zählte fast 900 Mitglieder, während bis gegen Ende des Zweiten Weltkrieges in Isselhorst nur wenige Familien zur katholischen Kirche gehört hatten. Die Zisterziensermönche, die vor etwa 1.000 Jahren mit Hacke und Spaten kamen, um die Gegend urbar zu machen, stammten aus Marienfeld, weshalb Isselhorst dem dortigen Kloster unterstand. Gemeinsam mit St. Michael in Ummeln brachten die Gemeinden rund 27.000 DM für die Errichtung eines Bildungszentrums in Esperantinopolis in Nordbrasilien auf; Bischof Paschasius Hermann Rettler, der am 30. Juli die Kirchengemeinden in Ummeln besuchte, unterstrich die Bedeutung dieser Zusammenarbeit.

Katholische Kirche Maria Königin

Foto: Wikimedia Commons

  • Sept. 1977Der Hof Prante in Hollen (1656)Die Hausinschrift nennt als Erbauer Bertram Hugo, „Churfürstlich Brandenburgischer Landhauptmann", der das Haus im Jahre 1656 errichten ließ. Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg hatte den Hauptmann ins Land geholt, ihm die Hofstelle gegeben und den Oberbefehl über die „Landwehr" übertragen, eine Art Bauernmiliz, zu der alle wehrfähigen Bauern gehörten und deren Aufgabe die Bewachung der Grenze insbesondere zum Bistum Münster war. Sein Sohn Franz Wilhelm Hugo starb laut erstem Isselhorster Kirchenbuch am 18. Februar 1727 im Alter von 80 Jahren; nachdem der Familienname ausgestorben war, wurde der Hof um 1900 an die Familie Prante verkauft. An der Giebelseite fallen Rosetten, verzierte Balkenköpfe und rätselhafte Schnitzereien auf, bei denen zwei Schlangenhälse von einer Schlinge umfasst werden. Dazu überliefert die Familie eine Legende von zwei Brüdern, die dieselbe junge Frau liebten und bei der es zu einer dramatischen Auseinandersetzung mit einem Brudermord kam.
  • Sept. 1977Der Mineralbrunnen „Philipsprudel"Kenner nennen den Isselhorster Mineralbrunnen familiär den „Philipsprudel" nach dem Gründer, dem Sattler Philip Heck, der sich 1914 dort niederließ. Als der nach dem Ersten Weltkrieg gegrabene einfache Brunnen morsch wurde, holte er den Wünschelrutengänger Beiderbeck aus Isselhorst, der ihm eröffnete: „Hiar moßte fiftig Meter buarn, dann häste best Mineral", und tatsächlich wurde Heck bei 55 Meter fündig. 1932 kam man mit von Hand aufgeklebten Etiketten auf bescheidene 46 tausend Flaschen, doch die Belieferung der Bielefelder und Gütersloher Industriebetriebe ließ den Absatz binnen zwei Jahren stark ansteigen, bis zu 80 tausend Flaschen wurden schließlich täglich aus der Erde geholt. Sohn Otto übernahm die Betriebsleitung, die Ausbeutungsrechte wurden an die Firma Heemann in Pr. Oldendorf verpachtet; elf Lkw fuhren das Wasser Tag für Tag bis zur Nordseeküste. Seniorchef Otto Heck bemerkte dazu mit Blick auf den geringen Absatz vor Ort: „Der Prophet gilt nichts in seinem Vaterland."
  • Sept. 1977„Das heilige Tier von Isselhorst"Einer alten mündlichen Überlieferung nach wollte man die Kirche zunächst auf dem sogenannten Stein-Rodtsande am Holler Feld anlegen, doch was am Tage gebaut wurde, sei jedes Mal des Nachts wieder eingefallen. Um einen göttlichen Wink zu erhalten, habe man einen beladenen Esel angetrieben mit dem Vorsatz, dort zu bauen, wo er sich niederlege; der Esel legte sich auf dem Platz nieder, wo jetzt die Kirche steht. Aus dieser Rast des Esels leitete der augenzwinkernde Beitrag den Ortsnamen ab und forderte kurzerhand: „Der Esel muß ins Wappen!" Als traditionsbewusstes Dorf könne man auf dem Pfarrkamp sogar eine Herde Esel halten, so wie im alten Rom heilige Gänse auf dem Kapitol gehalten wurden und Bern seinen Bärengraben hat; Isselhorst hätte dann seinen Eselskamp. Die Titelseite des Heftes zeigt das Isselhorster Wappen mit der Kirche als beherrschender Figur.

Bronze-Esel am Kirchplatz Isselhorst

Foto: Andreas Kämpf

  • Nov. 1977Der älteste Grabstein: 1725Im Schatten der Isselhorster Kirche haben sich drei alte Grabsteine aus verwittertem Sandstein erhalten, schlicht geformt und oben nur mit einer Rundung verziert. Der älteste trägt die schwer lesbare Inschrift „1725 DEN 19. FEB. DECKMAN NAHMEN NICLAS IST HIR ERLICH BEGRABEN. SEIN ALTER 78 JAHR." Bei Nikolaus Deckman handelte es sich um den Besitzer des Hofes Niehorst, ehemals Nr. 1 (Niemöller-Dodt); seine Familie ließ den Stein errichten und die Inschrift einmeißeln. „Ehrlich begraben" bedeutete, als ehrenwerter Bürger mit allen Hochachtungsbezeugungen durch Familie, Nachbarn und Freunde beigesetzt zu werden, während man andere „unehrlich", ohne Pfarrer und Glockengeläut, am äußersten Rand des Kirchhofes verscharrte. Ursprünglich bestattete man die Toten des Kirchspiels rund um die Kirche, und zwar bis zum Jahre 1871, als der Platz nicht mehr ausreichte und der Friedhof an seine heutige Stelle verlegt wurde.
  • Nov. 1977Der Landarzt Dr. Correll erinnert sichAm 1. November 1937 kam Dr. Rudolf Correll nach Isselhorst, nachdem er sich zunächst 1930 in Wurzen bei Leipzig niedergelassen hatte und dann nach Bielefeld zu Verwandten ziehen wollte. Dort verweigerte ihm die kassenärztliche Vereinigung die Zulassung mit den Worten: „Was, Sie sind nicht in der Partei, und Sie haben das Haus dem Juden reell bezahlt?! Für Bielefeld bekommen Sie keine Zulassung." Ein Jahr darauf boten sich in der Ärztezeitung Praxis und Haus von Dr. Möhlenbeck in Isselhorst an. Während seines Lazarettdienstes im Krieg musste Correll die Praxis Vertretern überlassen; einer davon verweigerte einer schwer kranken alten Patientin die Hilfe mit der Bemerkung „Ein altes Auto flickt man nicht", woraufhin ihn Angehörige und Nachbarn bei nächster Gelegenheit in einen Kuhstall zerrten und verprügelten. Dem Mann von der kassenärztlichen Vereinigung war Correll im Rückblick nicht mehr böse, denn die Landarztpraxis verschaffte ihm in ihrer Vielseitigkeit eine tiefe Befriedigung.
  • Dez. 1977Das ODEON-Kino wird JugendzentrumSeit dem 14. August 1977 hatte das Kirchspiel mit dem „Verein zur alternativen Freizeitgestaltung" einen neuen Verein: Neun junge Menschen aus Bielefeld, vier Mädchen und fünf Jungen, hatten zusammen mit zwei Hunden das leerstehende alte ODEON-Kino an der Isselhorster Straße samt dem dazugehörenden Wohnhaus gemietet. Unter ihnen waren eine Goldschmiedin, eine Kunstschülerin, eine Pädagogikstudentin, eine Speditionskauffrau, ein Elektriker, ein Heizungsinstallateur, zwei Tischler und ein Bankkaufmann, sodass die Gruppe die Renovierung des Kinosaals der Frau Fröhlich weitgehend selbst bewältigte. Ziel war es, der Jugend ein nichtkommerzielles Freizeitangebot zu vermitteln, bei dem die Einnahmen keinen Profit bringen, sondern nur die Kosten decken sollten. Bereits am 10. Dezember erlebten rund 400 Gäste mit der Musikgruppe „Harks Fichten" und einem Anspiel des Westerns „Spiel mir das Lied vom Tod" einen ersten Abend, die offizielle Eröffnung folgte am 31. Dezember 1977 mit Charlie Chaplins Stummfilmklassiker „Goldrausch", der mit originaler Klavierbegleitung gezeigt werden sollte.

Dezember 1977

Titelseite · Lebendiges Isselhorst

  • Dez. 1977Weihnachten 1947Der Rückblick auf das Weihnachtsfest 1947, dreißig Jahre zuvor, schildert eine Zeit, in der in den meisten Familien Männer, Väter oder Söhne fehlten und die Einwohnerzahl trotz der Menschenopfer durch Ausgebombte und Flüchtlinge von Tag zu Tag stieg. In einem kleinen Raum, der zugleich Wohnzimmer, Schlafraum und Küche war, lebte eine junge Familie, die sich erst seit etwa einem Jahr wiedergefunden hatte: eine junge Frau aus den Ostgebieten, ihr aus der Gefangenschaft heimgekehrter Mann und ein knapp ein halbes Jahr altes Kind. Am Heiligen Abend dieses Jahres kamen zwei junge Männer über die Dachstiege und brachten einen Korb mit all den Dingen, die in jenen Tagen der Traum so vieler Menschen waren: ein Schwarzbrot, eine Flasche Öl, eine Tüte Zucker, einen Beutel Mehl und viele kleine Sachen. Der Verfasser Richard Herrmann wollte mit diesem Bericht, der ausdrücklich kein romantischer Traum von der guten alten Zeit sein sollte, dazu beitragen, das Weihnachtsfest 1977 bewusster und dankbarer zu feiern.
  • Jan. 197850 Jahre Chorleiter Ernst ImkampAm letzten Tag des alten Jahres 1927, im Jahresschluss-Gottesdienst unter Pastor Wiehage, sollte der Posaunenchor Isselhorst das „Heilig" aus der Deutschen Messe von Franz Schubert spielen, doch nach peinlicher Pause blieb der Einsatz aus. Da rief Gustav Volkmann die geschichtsträchtigen Worte „Ernst, du moß do vo!", und der damals erst 20-jährige Ernst Imkamp, der der Gruppe noch nicht einmal ein Jahr angehörte, sprang ein und dirigierte das Stück sicherer und präziser als je zuvor. Aus diesem Zufall wurde eine 50-jährige Tätigkeit als Chorleiter, die sich am 31. Dezember 1977 zum fünfzigsten Male jährte. Seine Grundausbildung hatten die Bläser anhand des ersten Bandes von Kuhlo betrieben, jenem großen Vorbild, dem Kaiser Wilhelm II. bei der Westfalica-Feier vor einigen tausend Bläsern den Ehrentitel eines „Posaunengenerals" verliehen hatte. Imkamp heiratete im Mai 1937 die Lautenspielerin Erna Wiehenstroth und widersetzte sich im Dritten Reich dem Ansinnen der NSBO, seinen Chor in eine Kapelle für deren Zwecke umzuwandeln.
  • Jan. 1978Der Feuerversicherungsverein von 1883Der Isselhorster Feuerversicherungsverein auf Gegenseitigkeit entstand in einer Notzeit, als Brandstifter am Werke waren, als Notgemeinschaft und wurde 1883 von der Regierung in Minden unter dem Namen „Isselhorster Unterstützungsverein zur gemeinschaftlichen Tragung von Brandschäden" zugelassen. An der Spitze standen damals die Herren Karl Mumperow und Fritz Schröder, die zugleich die Mitbegründer waren; weil die Prämiensätze anderer Gesellschaften deutlich höher lagen, traten dem jungen Verein laufend neue Mitglieder bei. Obwohl die Inflation 1923 alle Reserven vernichtet hatte, war schon 1928 die stattliche Zahl von 2.420 Mitgliedern erreicht, und die Generalversammlung wurde im Festzelt in Ortmeyers Garten abgehalten. Im Juni 1948 zehrte der zweite Währungsschnitt erneut alle Rücklagen auf, was den Verein zur Sicherung durch einen ersten Rückversicherungsvertrag 1951 und zum Bau eines eigenen Verwaltungsgebäudes veranlasste, das am 27. Oktober 1952 seiner Bestimmung übergeben wurde. Den Rückblick verfasste Ernst Imkamp, der zugleich auf die saubere Buchführung des Vereins verwies.
  • Jan. 1978„Mein Königreich Holtkamp"Friedrich Baumann, Gastwirt und langjähriger Bürgermeister von Holtkamp, verstarb am Heiligabend nach kurzer schwerer Krankheit im Alter von fast 75 Jahren; um ihn trauerten seine Lebensgefährtin Helene und die Angehörigen. Als Politiker der ersten Stunde kehrte er 1946 aus russischer Gefangenschaft zurück und trat noch krank sofort in den Gemeinderat ein. Von 1951 bis zur Eingemeindung nach Brackwede war er Bürgermeister und anschließend bis zur Eingliederung Brackwedes nach Bielefeld Ortsvorsteher; den Bereich, für den er sich verantwortlich fühlte, nannte er „Mein Königreich Holtkamp". Hinter seiner Schanktheke liefen alle Fäden zusammen, denn er verkörperte den Urtyp des Gastwirtes, der widersprechen konnte, ohne zu verletzen, und immer einen Schwank auf Lager hatte. So war er einer der großen „Dönken"-Erzähler, an denen es in Isselhorst nie gefehlt hat, und aus der Jagd, bei der es ihm weniger um Strecke und Trophäen als um das Erleben ging, schöpfte er einen nie versiegenden Vorrat an Geschichten. Den Nachruf schrieb Günther Weber.
  • März 1978Die neue Kleuker-OrgelDie Orgel der Ev. Kirche wurde 1971 von der Orgelbauwerkstatt Detlef Kleuker aus Brackwede erbaut und im Herbst 1974 durch den Einbau von vier weiteren Registern vervollständigt. Die Disposition, also den Entwurf der Register und ihrer Klangfarben, gab der Orgelsachverständige Professor Dr. Arno Schönstedt aus Herford, dem eine sehr glückliche Hand bescheinigt wurde. Das Instrument verfügt über zwei Manuale und ein Pedal mit insgesamt 25 Registern und rund 1.800 klingenden Pfeifen, deren kleinste nur 4 bis 5 cm lang sind und deren größte eine Länge von fast vier Metern erreichen. Nach dem Urteil von Experten zählt sie zu den schönsten und klangvollsten Orgeln im ostwestfälischen Raum, weshalb der Westdeutsche Rundfunk sie 1975 in seinem dritten Programm für die Sendereihe „schöne Orgeln unserer Heimat" durch den Orgelvirtuosen Professor Uwe Röhl aufnahm und ausstrahlte.

Orgel der Kirche

Foto: Wikimedia Commons

  • Juni 1978„Bauer und Seelsorger"Die Isselhorster Pastöre früherer Jahrhunderte mussten sich von der eigenen Scholle ernähren und waren somit im Nebenberuf Bauern; zur Pfarrstelle gehörten der berühmte Pfarrkamp sowie weiteres Acker- und Grünland von insgesamt 24 Scheffelsaat, teils verpachtet, teils selbst bewirtschaftet. Ein Pferd besaß der Pastor nicht, Gespannarbeiten ließ er von anderen ausführen: So verzeichnet der Tagesbericht des Casper Heinrich Zöllner vom 18. Mai 1843 den Eintrag „Pastor Brand ½ Tag Pflügen 5 Silbergroschen". Neben festen Sachleistungen wie Roggen, Hühnern, Würsten und Schinken, die zu Michaelis am 29. September fällig waren, hielt der Pastor immerhin eine Kuh, die auf dem überlieferten Bild am Strick von Fritz Ostermann steht. Um dieses Tier rankt sich das Spottlied „Von Herrn Pastor sin Kauh", das Heinrich Bollmeyer für das Blatt überarbeitet hat und in dem am Ende offenbart wird, die Kuh sei in Wahrheit ein Ochse gewesen. Das ehemalige Pfarrhaus war praktisch ein Bauernhaus mit Gesindekammern und Ställen; sein letzter Teil, die Deele, wurde 1971 abgerissen.

Juni 1978

Titelseite · Lebendiges Isselhorst

  • Nov. 1978Von der Turnhalle zur FesthalleErste Bestrebungen zum Bau einer Turnhalle verzeichnet die Schulchronik 1925, als die Vereine Deutsche Turnerschaft, Freie Turnerschaft und CVJM bei der Gemeindevertretung einen entsprechenden Antrag stellten. Die Regierung in Minden weigerte sich zunächst, den gesetzlichen Zuschuss von einem Drittel der Baukosten zu zahlen, da die Isselhorster Schule mit nur 168 Schülern und 4 Lehrern den Bau angeblich nicht erforderte; erst nach Fürsprache der Kreisbehörden musste sie ihren Anteil leisten. Bauplanung und Durchführung übertrug man dem Bielefelder Architekten Kramer, im Herbst 1929 begonnen und im Januar 1930 fertiggestellt, wurde die Halle am 3. Mai 1930 eingeweiht; die Gesamtkosten betrugen 55.464 Reichsmark. Im Kriegsjahr 1939 diente sie nicht dem Sport, sondern der Lagerung von 3.600 Zentnern Roggen. Jeden Samstagnachmittag richtete Fräulein Camen mit ihren kleinen Gehilfen den Raum her und machte mit Blumen und Grün aus der Turn- eine Festhalle.
  • Nov. 1978Eine Isselhorsterin gründet den Vogelpark WalsrodeVor rund zwanzig Jahren begann in Walsrode auf einem morastigen, mit Fichtenwald und Dornengestrüpp bewachsenen Gelände die Familie Geschke zur eigenen Freude einen kleinen Vogelpark anzulegen; Fasanen waren die ersten Bewohner dieses Privatzoos, ehe sich 1959 Wasservögel dazugesellten. Mit dem wachsenden Besucherstrom entschloss man sich 1964, die Anlage ganztägig vom 1. März bis 15. November zu öffnen, und während 1962 noch keine 30.000 Gäste kamen, überschritt man 1977 bereits die 1,5 Millionen. Aus der Hobby-Anlage wurde der größte und wohl auch schönste Vogelpark der Welt, den 5.000 Vögel in mehr als 900 Arten auf einem 20 Hektar weiten Gelände bevölkern und für dessen Pflege in der Saison bis zu 140 Arbeitskräfte nötig sind. Frau Lene Geschke, geborene Berwinkel, mit ihrem Mann Begründerin dieser Anlage, ist eine ehemalige Isselhorsterin und stammt vom heutigen Hof Westersötebier an der Stöwwestraße. Obwohl längst ihre Kinder den Park leiten, war sie zur Zeit des Berichts noch immer unermüdlich dort tätig.
  • Jan. 1979Als es noch keinen Zahnarzt gabDie plattdeutsch überlieferte Geschichte spielt „ut der Tiet, ols in Iselost na keen Tanndokter was", also vor mehr als 60 Jahren, als ein Junge von der Austenheide starke Zahnschmerzen bekam und der Zahn heraus musste. In solchen Notlagen half damals der Kuhdoktor Schröder, der unten an der Brede wohnte und mit seiner Zange zum Ziehen auch Menschenzähne behandelte; ein Zahn kostete bei ihm einen „Kassmännken", das waren 25 Pfennige in einem Stück. Der Doktor setzte die Zange ohne Umstände an, und die böse Zahn war heraus, doch es hatte so weh getan, dass der Junge auf dem Heimweg vor Schmerz die Hände zusammenkniff. Erst am Ende des Habichtshagens merkte er, dass er den Kassmännken noch in der Hand hielt, und lief eilig zurück, um zu bezahlen. Der Kuhdoktor Schröder aber hatte ein gutes Herz und sagte: „Du hess soffel Peine hat, du bruks nich betahlen." So notierte es Marie Dücker.

Januar 1979

Titelseite · Lebendiges Isselhorst

  • Feb. 1979100 Jahre „Isselhorster Küchen"Die Herstellung von Herden und Kücheneinrichtungen hat in Isselhorst eine hundertjährige Tradition, die 1878 begann, als die Maschinenfabrik Schürmann die sogenannten „Kochmaschinen" in ihr Programm aufnahm. Es handelte sich um gusseiserne Ungetüme, auf und in denen nicht nur gekocht und Brot gebacken wurde, sondern auch Waschkessel und Schweinetopf Platz fanden; sie lösten die bis dahin üblichen offenen Herdfeuer ab, woher die Bezeichnung „-maschine" rührt, und die Firma wurde später durch ihre Holzbearbeitungsmaschinen weltberühmt. Rund fünfzig Jahre danach, 1923, wurde am Bahnhof die Firma PeUp gegründet, die sich unter anderem auf die inzwischen gebräuchlichen Tafelherde verlegte und damit den norddeutschen Raum bis Bremerhaven, Kiel und Lübeck belieferte. Aus einem ganz anderen Zweig, dem Tischlerhandwerk, entstammte die Firma Küchen-König, deren Gründer Christoph König gegen Ende des vorigen Jahrhunderts noch mit dem Werkzeug im Rucksack von Hof zu Hof zog, ehe er an der Ummelner Straße eine eigene Werkstatt errichtete.
  • Apr. 1979Abriss der Weberei ElmendorfBernhard Elmendorf errichtete den Betrieb 1890 auf der ehemaligen Strothmannschen Besitzung als „Drell-, Jacquard-, Damast- und Leinwandfabrik", wobei ihn das saubere Wasser der Lutter und die angrenzenden Bleichwiesen zur Standortwahl bewogen. Schon nach wenigen Jahren war das Unternehmen der weitaus größte Arbeitgeber im Kirchspiel, und aus fast jeder Familie war wenigstens ein Mitglied dort beschäftigt, woraus die beinahe familiäre Zuneigung erwuchs, die die Isselhorster „ihrer Weberei" entgegenbrachten. Nach Elmendorfs Tod 1912 übernahm die Firma Carl Weber & Co aus Oerlinghausen den Betrieb, der zu Spitzenqualitäten aus Reinleinen fand und im sogenannten Objektgeschäft weltweit bekannt wurde: Der Hilton-Konzern und der Norddeutsche Lloyd zählten zu den Kunden, und auch die „Europa" wurde von hier ausgerüstet. Als Heinz Höcker die letzten Arbeiten mit der Filmkamera festhielt, lagen gerade Tischtücher mit dem Papstwappen auf dem Webstuhl; wegen zunehmender Auslandskonkurrenz und steigender Kosten entschloss man sich 1969/70 zur Stilllegung, deren Abbruch nun das rote Backsteingebäude verschwinden ließ.
  • Sept. 1979Der Kirchturm — 45,43 m hochNachdem an dem eingerüsteten Turm jeder die Höhe an den dreiundzwanzig Gerüst-Etagen selbst ermitteln konnte, ergab das Nachmessen mit dem Bandmaß vom Pflaster bis zur Spitze des Kaiserstieles genau 45,43 Meter. Als Baujahr gilt bislang die in einen Stein eingemeißelte Jahreszahl 1517, während der Landeskonservator den Turm unter Hinweis auf den Baustil ins 14. Jahrhundert datiert und die Schießscharten auf eine Errichtung als Wehrturm schließen lassen. Auf Anordnung des Landeskonservators wurden Hahn und Kugel vergoldet; die Kugel wies kurioserweise vier Einschüsse, aber keinen Ausschuss auf und enthielt weder Geschoss noch Schriftstücke, die über die Geschichte hätten Aufschluss geben können. Die Uhren wurden 1909 unter Pastor Münther angebracht, und zu ihrer Finanzierung verkaufte die Kirchengemeinde damals leider das Altarbild aus dem Jahre 1420 an das Landesmuseum in Münster. Die Renovierung kostete insgesamt 130.000 Mark, von denen die Kirchengemeinde selbst weniger als ein Viertel trug.

Der Turm der evangelischen Kirche

Foto: Wikimedia Commons

  • Sept. 1979Die „Storchentante" Sofie RiegertBis zum Zweiten Weltkrieg war es die Regel, dass Entbindungen zu Hause stattfanden, und als um die Jahrhundertwende das Kirchspiel plötzlich ohne Hebamme dastand, entschloss sich Sofie Riegert aus Holtkamp erst nach vielen Bitten aus der Bevölkerung und auf Drängen der Isselhorster Gemeindeväter zur Ausbildung in der Frauenklinik Paderborn. Im Jahre 1905 nahm sie ihre Tätigkeit als fertig ausgebildete Hebamme auf und fuhr fortan mit dem Fahrrad zu ihren Schwangeren und Wöchnerinnen, groß und schlank und im Dienst in ein blaugraues Waschkleid gekleidet. Für die Kinder war sie geheimnisumwoben, brachte sie doch die Säuglinge, und einmal fand ein Einzelkind es höchst ungerecht, dass die Storchentante zu Nachbars gerade das Zwölfte brachte, während es selbst vergeblich auf ein Geschwisterchen wartete. Die genaue Zahl der von ihr entbundenen Kinder ist nicht überliefert, doch gilt als sicher, dass die Mehrzahl der in diesem Zeitraum geborenen Kirchspielseinwohner von ihr „geholt" worden ist. Nachdem sie bis 1945 gewirkt hatte, folgte ihr Frau Hedwig Döring nach, die von 1945 bis 1960 in Isselhorst praktizierte.
  • Sept. 1979Gold für den Schneider KleegräfeGoldenen Lohn für die Kunst, den Menschen seiner Eigenart entsprechend zu kleiden, errang der Isselhorster Schneidermeister Heinz Kleegräfe auf dem 18. Weltkongress der Maßschneider in München. Sein weißer, im Stoff leicht strukturierter Seiden-Smoking war den Juroren der Veranstaltung einhellig eine Goldmedaille wert, wobei Gesellschaftskleidung ein besonderes Steckenpferd des noch jungen Meisters ist. Mit diesem Erfolg fügte er seinen goldenen Auszeichnungen auf früheren bundesweiten Wettbewerben eine weitere hinzu und etablierte sich damit fest in der Spitzengruppe deutscher Herrenschneider. Sicherer Geschmack, das Gespür für Neuheiten und die Fähigkeit, modische Tendenzen auf ein tragbares Maß zu bringen, finden bei ihm nicht nur bei der Kundschaft, sondern auch in Fachkreisen höchste Anerkennung.
  • Okt. 1979Das „Dunkelläuten"In der Zeit vom Martinstag (11. November) bis Lichtmeß (2. Februar) erklingen in Isselhorst auch am Sonntagabend die Kirchenglocken, obwohl kein Gottesdienst stattfindet; der Volksmund nennt dies das „Dunkelläuten". Nach kirchlicher Überlieferung geht der Brauch auf die Sage von einem Ritter zurück, der sich in der dunklen Jahreszeit verirrte, durch ein Glockengeläut den rechten Weg wiederfand und aus Dankbarkeit der Kirche einen Geldbetrag spendete, verbunden mit dem Wunsch, künftig regelmäßig an den Winterabenden zu läuten. Ein Ähnliches kennt Gütersloh mit dem seit 1790 nachweisbaren „Nachtsanggeläut", das vom 31. Oktober bis Lichtmeß ertönt. Gerhard Schabbon führt dieses kunstvolle Läuten auf holländisches Küstengeläut und das „Pivitläuten" des Osnabrücker Bischofs Pivit zurück; das schlichtere Isselhorster Dunkelläuten gilt als Rest eines solchen alten Nachtsanggeläuts.
  • Jan. 1980Zehn Jahre bei Gütersloh — eine BilanzAm 1. Januar 1970 traten die Vereinbarungen des „Wiedenbrück-Gesetzes" in Kraft, mit denen die Gemeinden Isselhorst, Hollen, Niehorst, Ebbesloh und Holtkamp ihre Selbständigkeit verloren und sich freiwillig für einen Anschluss an Gütersloh beziehungsweise Brackwede aussprachen. Zu den Nachteilen zählte der Verfasser Helmut Lütkemeyer die Abtrennung von Holtkamp und der Hambrinker Heide sowie die Auflösung der Gemeindeparlamente mit einem gewissen Verlust an Bürgernähe. Dem stellte er eine Fülle abgeschlossener Maßnahmen gegenüber: eine neue Grundschule mit Sporthalle, den Umbau der alten Turnhalle zu einer Festhalle, die Gestaltung eines Dorfplatzes vor der Kirche und die Einrichtung eines neuen Gewerbegebietes. Zum zehnjährigen Bestehen dieser Neuordnung am 1. Januar 1980 kam er insgesamt zu einem positiven Urteil und bewertete die Eingliederung für Stadt und Ortsteil als „durchaus segensreich und erfolgreich".

Januar 1980

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  • Jan. 1980Firma Flaco, gegründet 1933Am 1. Februar 1933 gründeten der Ingenieur Fritz Landwehr und Hermann Westheide in der ehemaligen Dreesbeimdieke'schen Fleischwarenfabrik die Firma F. Landwehr & Co, die mit drei Mitarbeitern zunächst Waschkesselöfen herstellte. Nach dem Krieg nahm der Betrieb wegen des Morgenthau-Plans die Fertigung von Jauchepumpen auf, später kamen Abschmiergeräte hinzu, und 1956 gründete Landwehr die Vertriebsfirma Flaco-Geräte-GmbH. Flaco-Melkmaschinen gibt es seit dreißig Jahren, dazu treten die stahlgeschweißten Stakon-Absperrschieber und Rückschlagklappen, die in Kraftwerken, der petrochemischen Industrie und im Bergbau eingesetzt werden. Bei F. Landwehr & Co waren zu dieser Zeit 125 Mitarbeiter und bei der Flaco-Geräte-GmbH 25 beschäftigt, während der Exportanteil ziemlich konstant bei 20 bis 25 Prozent lag.
  • März 1980Ein Erbpachtbrief von 1776Im Besitz der Familie Zöllner, in der Nachbarschaft „Sundermann" genannt, befindet sich ein Erbpachtbrief aus dem Jahr 1776, den der Meyer zu Isselhorst, Franz Valentin Mumprow, dem Arnold Henrich Sundermann ausgestellt hat. Als Gegenleistung für die überlassenen Ländereien hatte der Erbpächter jährlich auf Michaelis (29. September) zehn Taler zu zahlen, sechs Tage unentgeltliche Erntehilfe zu leisten, bei der ihm Essen und Trinken gereicht wurde, und zwei Hühner abzugeben. Bei einem Besitzerwechsel wurden ein „Weinkauf" von zehn Talern sowie ein Paar aus Stroh geflochtene Pantoffeln fällig. Das Wohnhaus war ausweislich anderer Akten schon 1723 erbaut worden, und bereits in Abgaberegistern der Grafschaft Ravensberg von 1671 und 1688 erscheint „Sundern Frantz" als Erbpächter des Meyers.
  • März 1980Osterfeuer bei Strafe verboten (1716)In alter Zeit ging es am Osterfeuer übermütig zu, und das erregte den Unmut des Preußenkönigs Friedrich Wilhelm I., der das Abbrennen kurzerhand verbot. In einem Schreiben vom 16. März 1716 klagte er, dass gegen das Verbot „sonderlich uffm Lande" gehandelt und große Haufen Holz und Stroh nicht ohne Gefahr der umliegenden Häuser angezündet würden. Bestraft werden sollten nicht nur diejenigen, die ein Feuer entzündeten, sondern auch die Zuschauer: Den Männern drohte „Karrenschieben uff der Vestung", also Strafdienst auf der Sparrenburg, den Frauen die Einweisung ins „Spinnhaus" nach Brackwede. Die in den Dörfern eingesetzten Vögte wachten über die Einhaltung des von der Kanzel verlesenen Erlasses, doch dem Soldatenkönig gelang es nicht, den Brauch abzustellen.
  • Juni 1980„Schlagbaum hoch!" — ein Foto von 1904Ein Erinnerungsfoto aus dem Jahr 1904 hielt fest, wie vor der Gastwirtschaft Baumeister, dem heutigen Hotel zur Post, einer der beiden Isselhorster Schlagbäume zum letzten Mal gehoben und dann beseitigt wurde. Zu sehen sind die Postkutsche mit dem jungen und dem alten Oppermann, die Fahrgäste August Nottebrock und Gustav Schomann, der Dorfarzt Dr. Grunow im Zweispänner sowie das noch mit Kettenantrieb versehene Auto, das Friedrich Elmendorf chauffierte. Zuvor hatte an dieser Stelle jeder Durchfahrende Chausseegeld zu entrichten, dessen Höhe sich nach Fahrzeug und Personenzahl richtete. Bereits 1556 ist hier ein „Jost uf der Kerkmesse", später „Jostmann" genannt, als „Baumhüter" belegt, der als Beamter des Grafen von Ravensberg das Wegegeld einzog und selbst steuerfrei war.

Juni 1980

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  • Juni 1980Der Kavallerie-Uniformmaler NiedergasselKarl Niedergassel wurde am 31. März 1900 auf dem elterlichen Hof Isselhorst Nr. 6 geboren und wuchs in der wilhelminischen Vorkriegszeit auf, in der er am liebsten Soldaten, Reiter und Pferde malte. Statt Kunstmaler wurde er zunächst Lehrer, ehe er nach einer schweren Kopfverwundung im Zweiten Weltkrieg von 1942 bis 1944 an der Akademie der Bildenden Künste in Wien studierte und sich fortan „akademischer Maler" nennen durfte. Die Wiedergabe historischer Uniformen verlangte eine bis zur Pedanterie gesteigerte Liebe zum Detail, denn jedes Regiment hatte seine eigenen Farben; seine Auftraggeber waren meist Traditionszusammenschlüsse von Veteranen. Er starb am 18. März 1980, fast achtzig Jahre alt, als „letzter großer Uniformmaler der Kavallerie", und ein Teil seiner militärhistorischen Bilder ist im Kavallerie-Museum des Freiherrn von Nagel in Vornholz zu besichtigen.
  • Aug. 1980100 Jahre KirchneubauDie Kirchenmatrikel von 1734, verfasst vom Pfarrer Ernst Henrich Alemann, berichtet, dass die Kirche zu drei unterschiedlichen Zeiten vollendet wurde und das heutige Chor der älteste Teil ist, einst eine Kapelle, in der zuweilen die Klosterbrüder aus Marienfeld Gottesdienst hielten. An einer Tür auf diesem Chor stand die Jahreszahl 1496, und ein dahinter gefundenes rot gemaltes Bild belegte, dass das Chor schon vorher bestand. Beim Umbau zur Pfarrkirche wurde die Kapelle westwärts durchbrochen und das Schiff angebaut, wobei mitten in der Kirche zwei Pfeiler gesetzt werden mussten, die eine starke eiserne Stange zusammenhält. Zuletzt entstand der Turm, der vermutlich kurz vor der Reformation errichtet wurde, denn über der Turmtür ist mit „Romanischen Mönche Ziefern" die Jahreszahl 1517 deutlich genug zu lesen.

Innenraum der Kirche

Foto: Wikimedia Commons

  • Aug. 1980Der Bürgermeister der NS-JahreDer Nachruf gilt Fritz Holste, der von 1933 bis 1945 Bürgermeister von Isselhorst war und auf der elterlichen Hofstelle an der Niehorster Straße, obwohl die Holstes eine alte Stellmacherfamilie waren, sein Leben lang die Landwirtschaft betrieb. Auf die Frage, warum er der NSDAP beigetreten sei, antwortete er klar: „Weil ich glaubte, daß nur diese Partei Herr über das damalige politische und wirtschaftliche Chaos werden könne." Als Teilnehmer des Ersten Weltkrieges war er vor Verdun verwundet worden, was seine spätere Haltung mitprägte. 1956 trug man ihm nach dem Tode Hermann Plaßmanns erneut den Ratsvorsitz an, obwohl Parteizugehörigkeit und Amt ihn zuvor in die Entnazifizierung hatten geraten lassen; seinem Vorsatz, nie wieder einer Partei beizutreten, blieb er treu.
  • Aug. 1980Die Lutter und die ZisterzienserIn seinen Betrachtungen über die Lutter erinnert Adolf Schmidt daran, dass die Marienfelder Mönche, getreu der Regel ihres Ordens, statt Fleisch nur Fische und Krebse essen durften, weshalb der Name „Krieft oder Kreft" wohl auf die für das Kloster tätigen Krebsfänger zurückgeht. Allein im Einzugsbereich der Lutter legten die Zisterzienser 29 Fischteiche an, deren Dämme und Abzugsgräben noch heute in der Landschaft sichtbar sind. Wie sehr die Klosterherren um ihr Wasser besorgt waren, zeigte sich, als die Bielefelder 1452 daran gingen, einen Teil des Quellwassers aus dem Lutterkolk in die Stadt abzuführen. Noch um die Jahrhundertwende sollen Isselhorster mit den schmackhaften Schalentieren, plattdeutsch „Krievt" genannt, auf den Bielefelder Markt gezogen sein und gute Preise erzielt haben.
  • Sept. 198070 Jahre SPD-OrtsvereinZur Überraschung mancher Mitglieder stellte sich heraus, dass Sozialdemokraten bereits 1910 in dem eher konservativ geprägten Dorf von etwa 1500 Einwohnern organisatorisch Fuß fassen konnten, wobei es damals persönlichen Mut erforderte, sich zur SPD zu bekennen. Hatten 1907 nur 17 Bürger des Kirchspiels der Partei ihre Stimme gegeben, so waren es 1912 schon 57 von insgesamt 576, obwohl Frauen noch nicht wählen durften; im selben Wahlkampf sprach der spätere preußische Minister Carl Severing in Isselhorst und Hollen. Zu den aktiven Mitgliedern gehörte Walter Brunemeier, von 1928 bis 1931 Vorsitzender des Ortsvereins und nach dem Zweiten Weltkrieg langjähriger Bürgermeister von Ummeln, der einst ein Bebel-Plakat an Elmendorfs Fabrikschornstein anbringen ließ. Nach der Auflösung 1933 wurde die Bibliothek aufgeteilt, doch August Bebels Buch „Aus meinem Leben" überdauerte und befand sich noch bei Walter Brunemeier.
  • Okt. 1980Strothmanns Mühle (1803)Im „fünften Viertel" von Isselhorst, wie der Volksmund den östlichen Zipfel des ehemaligen Kirchspiels scherzhaft nennt, liegt die 1803 erbaute Strothmanns Mühle an einem Nebenarm des Reiherbaches. Sie gehört zu den beiden letzten Wassermühlen im Kreis, war einst im Besitz des inzwischen fast 500 Jahre alten Oberroehrmann-Hofes und ist seit 1910 im Eigentum der Familie Strothmann. Das Wasserrad ist längst durch eine Turbine ersetzt und das Gebäude zu einem modernen Fabrikationsbetrieb mit hochtechnisiertem Innenleben geworden, doch klappert die Mühle fast genau so wie eh und je. Der technischen Ausstattung sowie dem Idealismus des Müllers Strothmann und seines Sohnes ist es zu verdanken, dass bis auf den heutigen Tag mit Wasserkraft Korn gemahlen wird.

Oktober 1980

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1981 – 1984

Höfe, Handwerk und ein Jahrhundert in Zahlen

Ein Reigen runder Jubiläen, dazu Erbpachtbriefe, Pfeffernüsse, Reichspatente — und die ersten Sorgen ums Wasser.

  • Feb. 1981Wurstebrei und MöpkenbrotDer Beitrag schildert das alte Hausschlachten, das mit dem „Schweinepott" weitgehend von den Höfen verschwunden ist. Ein Schwein musste damals „zwei mal Schnee gesehen" haben, also mindestens ein Jahr alt werden, weil sich der begehrte Speck erst mit dem Alter ansetzt und das Fleisch dann weniger Wasser enthält. Guckte man Anfang November in die leere Rauchkammer, begannen die „Luttersken Fasten"; der Schinken wiederum durfte erst angeschnitten werden, wenn der Kuckuck rief. Neben dem in ganz Westfalen bekannten Wurstebrei galt das spezifisch Ravensberger Möppkenbrot als Spezialität des Schlachtetages, dessen Name sich von „moppen = muffeln", einem verdrießlichen Gesicht, herleitet. Berühmt wurden die westfälischen Fleischwaren durch das Räuchern, bei dem man mit Buchensägemehl im Wechsel einen Tag räucherte und einen Tag lüftete, bis nach drei Wochen Leber- und Blutwurst fertig waren.
  • März 1981Wie die Dorfzeitung entstehtDer Beitrag beschreibt, wie „Lebendiges Isselhorst” entsteht, das die Herausgeber nach Feierabend und an den Wochenenden erarbeiten. Etwa eine Woche vor dem Druck muss mit dem Setzer in Rietberg, der Druckerei in Avenwedde und der Buchbinderei in Bethel telefoniert werden, damit alle Arbeitsschritte terminlich zusammenpassen. Die Zeitung, gesetzt in der Schriftart „Times", wurde gerade vom alten Bleisatz auf den moderneren Fotosatz umgestellt, für den zu einem 16-seitigen Heft etwa vier bis fünf Meter Film und rund sechs Arbeitsstunden nötig sind. Jede Auflage verursacht rund 1.600 DM an Fremdkosten für Telefon, Porto und Auto, während der eigene Zeitaufwand darin noch nicht enthalten ist. Von den 2.500 gedruckten Exemplaren werden 2.000 im Kirchspiel verteilt, der Rest geht an die Sparkassen, den Verkehrsverein und per Post an auswärtige Leser.
  • März 1981Die Isselhorster Apotheke (1896)Die Isselhorster Apotheke wurde 1896 als Filiale der Verler Apotheke gegründet und ist heute die zweitälteste im Stadtgebiet. Zunächst war sie im Fachwerkhaus der Eisengießerei Schürmann untergebracht; Karl Bernhardt kam 1908 als Filialleiter, erhielt 1919 eine eigene Konzession und baute 1933 das Haus am Kriegerdenkmal. 1969 übernahm Walter Tillmeyer die Apotheke, die sich seit 1975 in einem Neubau an der Lutterbrücke befindet. Von den rund 80.000 erhältlichen Arzneimitteln hält die Apotheke zehntausend in einer Batterie von Schubladen vorrätig, die zusammengestellt eine Fläche von 120 Quadratmetern ergäben. Die Gesamtheit der gehandelten Präparate ist in der alle zwei Wochen neu erscheinenden Lauer-Liste zusammengefasst, die auf Mikrofilm über einen Bildschirm gelesen wird.
  • Apr. 1981Der Dorf-Photograph BuschkampLange bevor Hans Dünhölter seine Foto-Drogerie eröffnete, hatte Isselhorst in dem gelernten Weber Wilhelm Buschkamp seinen Dorf-Photographen. Da ihm eine eigene Kamera unerschwinglich war, baute er sich 1912 mit 18 Jahren nach einem im Schaufenster der Buchhandlung Tigges entdeckten Anleitungsbuch „Wie baue ich mir selbst einen Photoapparat" aus Zigarrenkisten selbst einen Plattenapparat der Bildgröße 9 mal 12 cm; nur Objektiv und Balgen lieferte eine Firma Lange aus Leipzig. Da das Tageslichtpapier nur bei Sonne belichtet werden konnte, besorgte seine Mutter diese Arbeit, während er tagsüber seinem Hauptberuf als Weber nachging. Mit der Zeit fotografierte er Hochzeiten und Konfirmationen, und während der Kriegsjahre kamen Soldatenfrauen ebenso wie in Scharen ausländische Zwangsarbeiter und Gefangene, die von weither zu Fuß anrückten und Bilder für die Heimat wollten: „... bitte Papa eine Bild." Mit 86 Jahren erfreute er sich noch guter Gesundheit, hatte sein Hobby aber inzwischen aufgegeben.
  • Apr. 1981Als man noch „verwechselt" wurdeIn vergangenen Jahrhunderten, als viele Menschen zum persönlichen Eigentum ihres Hofherrn zählten, gab es kein Recht auf Freizügigkeit. Wollte jemand Hof und Land verlassen, musste er — das Einverständnis des alten wie des neuen Herrn vorausgesetzt — erst „verwechselt", das heißt gegen eine andere Person ausgetauscht werden, die an seiner Stelle Eigentum des Herrn wurde. Das heutige Gütersloher Stadtgebiet gehörte im 17. Jahrhundert zu drei Herrschaften: Das Kirchspiel Isselhorst war Teil der Grafschaft Ravensberg, während benachbarte Bauerschaften zur Grafschaft Rheda oder zum Fürstbistum Osnabrück zählten. Da die meisten Leute für einen Freikauf zu arm waren, mühten sich die Amtsschreiber vom Sparrenberg und vom Amt Reckenberg, einen Austausch von Personen zustande zu bringen. Diese Verhältnisse belegt eine Beschreibung osnabrückischer Höfe aus den Jahren 1636 und 1643, überliefert in den vom Heimatverein herausgegebenen Gütersloher Geschichtsquellen.
  • Juni 1981Der Drechsler MoczygembaEs war an einem Samstagnachmittag im Januar 1937, als der Drechsler Georg Moczygemba, ein Schlesier ungarischer Abstammung aus Kraslau bei Kreuzburg, von Rheda aus mit dem Fahrrad nach Isselhorst fuhr, um Arbeit zu suchen. Als er bei Ellerbrake die Lutterbrücke überquerte, hatte er urplötzlich die Empfindung „Hier wirst du bleiben" — es war Liebe auf den ersten Blick bei einem Mann, der zuvor Deutschland kreuz und quer durchreist hatte. Bei Schröders, damals noch vor der Kirche, hieß es zunächst „14 Tage auf Probe", doch aus den 14 Tagen wurden zwölf Jahre. 1939 heiratete er Franziska Bienek aus Oppeln, und 1955 reichte es zum eigenen Haus im Eichengrund, das er noch mit Sohn, Schwiegertochter und Enkel bewohnte. Zuvor hatte ihn der Wandertrieb durch die schwere Wirtschaftskrise über Stationen wie Nauen, Stendal und Ludwigsburg bis nach Berlin geführt.
  • Dez. 1981Ein Vertriebenen-SchicksalDer Nachruf gilt dem Maurer Gustav Joecks vom Spiekeroogweg, der am 19. Oktober verstarb und dessen Lebenslauf für viele Vertriebene steht. 1912 in Teschendorf in Pommern als Bauernsohn geboren, wurde er gleich zu Beginn des Zweiten Weltkriegs eingezogen und verbrachte zehn Jahre — die besten seines Lebens — im Schützengraben und in sibirischer Kriegsgefangenschaft, aus der er erst im Januar 1949 heimkehrte. Frau und Kinder waren im März 1945 im Dorftreck vor der herannahenden Front aufgebrochen, um noch vor den Russen die Oder zu erreichen; der Vater starb auf der Flucht. 1950 kam die Familie nach Isselhorst, wo Gustav Joecks beim Baugeschäft Wilhelm Schröder Arbeit fand und 1953 auf dem Brinkhof mit erheblichen Eigenleistungen ein eigenes Haus errichtete. 1962 gründete er mit seinem Sohn Heinz ein eigenes Baugeschäft; er starb 69-jährig fern seiner Heimat, aber in einem Ort, der ihm ein neues Zuhause geworden war.
  • Jan. 1982Das KriegerdenkmalDas Kriegerdenkmal wurde 1897 von dem Fabrikanten Friedrich Elmendorf gestiftet, nachdem viele Isselhorster den Wunsch nach einem Ehrenmal für die Gefallenen des Deutsch-Dänischen Krieges von 1864, des Deutschen Krieges gegen Österreich 1866 und des Deutsch-Französischen Krieges 1870/71 geäußert hatten. Am Sonntag, dem 4. September 1898, wurde es festlich eingeweiht; ein stolz sich emporschwingender Adler überschwebt das mit den Bildnissen der Kaiser Wilhelm I. und Friedrich geschmückte Denkmal. 1922 kam eine Bronze-Tafel mit den Namen der im Ersten Weltkrieg Gefallenen hinzu, und am Volkstrauertag 1962 wurden zwei weitere Gedenktafeln mit den Namen von 210 Toten des Zweiten Weltkriegs angebracht. Die Holzmodelle dieser Tafeln fertigte Modellbaumeister Wilhelm Eckelkamp, der die Namen Buchstabe für Buchstabe aus dem Holz herausarbeitete. Längst ist das Denkmal auch ein Wahrzeichen des Dorfes und findet sich auf dem Aufkleber „Isselhorst — das freundliche Dorf" wieder.

Das Kriegerdenkmal

Foto: Wikimedia Commons

  • Jan. 1982Isselhorster Pfeffernüsse seit 1891Ludwig Lütkemeyer (1859–1929) hatte das Bäckerhandwerk erlernt und sich zunächst in der sogenannten Holtkämperei, dem Hause An der Lutter 1, selbständig gemacht. 1891 bot sich ihm die Gelegenheit, die benachbarte Hofstelle Lütgert, genannt Pücher, zu kaufen; er brach seinen Backofen in der Holtkämperei ab und stellte ihn im nunmehr eigenen Hause wieder auf — seither wird an dieser Stelle Brot gebacken. Später führten sein Sohn Fritz (1899–1960) und dessen Frau Helene, geborene Rethage, den Betrieb, ehe die Bäckerei über Herrn Lehnert schließlich an Glasenapp überging. Zu den Besonderheiten zählt das eigene Isselhorster Pfeffernuss-Rezept: Vier Teile Roggen- und ein Teil Weizenmehl werden unter Zugabe von Anis und weißem gemahlenem Pfeffer mit Hefe angesetzt, nach etwa einer Stunde in Würfel geschnitten, in Mehl gewälzt und zwanzig Minuten gebacken. Bei Lütkemeyers gab es die begehrten Pfeffernüsse vor allem am 10. November zum Martin-Luther-Singen.
  • Jan. 1982Der „Pumpen-König"Karl König, unter den Einheimischen als „Pumpen-König" bekannt, hatte eigentlich Schneider gelernt und war Kranführer in der Georgsmarienhütte, bei der Dortmunder Union und in Luxemburg gewesen, bevor er 1928 eine Werkstatt im Anbau der Bäckerei Lütkemeyer übernahm. Als 1929 die Weltwirtschaftskrise hereinbrach, tüftelte er wie viele und erfand eine Jauchepumpe der Marke „Adler", die auf fast jedem Bauernhof im „Aalkump" stand und seiner Werkstatt den Spitznamen „Adlerwerke" eintrug. Als in Isselhorst 1934 die Wassergenossenschaft gegründet wurde, verlegte er das gesamte Leitungsnetz und hatte die von ihm verlegten Leitungen alle im Kopf, weil man anfangs ohne Lagepläne auszukommen glaubte. Erst am 31. Dezember 1970 legte er mit 83 Jahren Hammer und Rohrzange aus der Hand und machte seinen ersten Urlaub erst mit 89 Jahren. Als MG-Schütze vor Verdun hatte er zuvor den Ersten Weltkrieg erlebt.
  • März 1982Die Villa Elmendorf (1886)Die von den Älteren „Elmendorfs Villa" genannte Schürmannsche Villa im Zentrum des Dorfes wurde 1886 von dem Brennereibesitzer Ernst-Friedrich Elmendorf als dreigeschossiges Gebäude mit überhohen, etwa vier Meter hohen Räumen errichtet. Architekt war der Bielefelder Baumeister und Gewerbeschullehrer Carl Bartels, und das Landesamt für Denkmalpflege stufte den neoklassizistischen Bau als sehr wertvolles Baudenkmal der Gründerzeit ein. 1940 erwarb der Fabrikant Ernst Schürmann das Haus; als nach dem Krieg viele Vertriebene und Flüchtlinge kamen, waren darin zeitweise bis zu 30 Personen untergebracht. Seit den sechziger Jahren findet in seinem Garten alljährlich das „Lutterwaldsingen" der Isselhorster Chöre statt. Für die aufwendigen Stuckprofile und Ornamente hatten seinerzeit etwa fünf Stukkateure anderthalb bis zwei Jahre gebraucht.

Villa

Foto: Wikimedia Commons

  • März 198250 Jahre Wurstfabrik OsthusDie Firma Osthus konnte dieser Tage ein Fünfzigjähriges begehen, ohne viel Aufhebens davon zu machen. Ihre Wurzeln reichen bis um die Jahrhundertwende zurück, als Anna Imkamp, Erbin des Hofes „Schmidt auf dem Sinnerbrink", den Schlachter und Viehhändler Heinrich Osthus heiratete. Weil die Nachfrage nach den Osthus'schen Fleischwaren so stark anwuchs, entschloss man sich 1931/32 zum Neubau der Schlachterei und Wurstfabrik und gründete zugleich die Willy Osthus KG. Nach Willy Osthus' Tod 1935 führte seine Witwe Else den Betrieb mit ihrem zweiten Mann August Fritzenkötter weiter, bis dieser 1942 Soldat werden musste und die Fabrik ruhte. Da aber die zahlreichen Flüchtlinge und Ausgebombten verpflegt werden mussten, richtete Fritzenkötter eine Volksküche ein, in der Tag für Tag für 400 Personen gekocht wurde, die gegen Essensmarken wenigstens eine warme Mahlzeit erhielten; erst mit der Währungsreform 1948 wurde sie entbehrlich.
  • Juni 1982100 Jahre CVJM — und die wilde KirmesVor hundert Jahren war die Isselhorster Kirmes berühmt-berüchtigt, denn sie artete jedesmal in Streitereien und wüste Schlägereien aus, bei denen die Einheimischen es den Fremden zeigten und umgekehrt; es gab Verletzte und hohe Arztrechnungen, die einmal sogar aus der Gemeindekasse bezahlt werden mussten. In dieser Zeit wurde 1882 in Isselhorst der Evangelische Männer- und Jünglingsverein gegründet, um die gefährdeten Jugendlichen vor den „Tanzlustbarkeiten" zu bewahren. So war es nur folgerichtig, dass der Verein ausgerechnet am Tag der Kirmes seinen Jahresausflug unternahm und nach Bückeburg, zur Porta oder zum Hermannsdenkmal wanderte, um die Jugendlichen von der berüchtigten Veranstaltung fernzuhalten. Im Jubiläumsjahr zählte der Verein, der heute den Namen CVJM — Christlicher Verein Junger Menschen — trägt, über 200 Mitglieder; Frauen und Mädchen gehören seit 1976 ausdrücklich dazu. Zum Jubiläum gab er eine besonders lesenswerte Festschrift heraus.
  • Sept. 1982Vom Flachs zum LeinenDer Beitrag zur Heimatfest-Ausstellung schildert den Flachsanbau und die Leinenherstellung, die über drei Jahrhunderte das Leben im Kirchspiel prägten. Peter Florenz Weddigen rühmte 1790 das feinste, „der Seide" nahe kommende Garn, das „vorzüglich in und bey dem Kirchdorfe Isselhorst" gesponnen werde. Die älteste bekannte Nachricht über das Gewerbe ist eine Beschwerde zweier Harsewinkeler Garnhändler, Melchior Joppe und Berend Petermann, an die preußische Regierung vom 5. April 1724, in der sie darum baten, den Garnhandel „zu Isselhorst" weiterhin treiben zu dürfen. Der Beitrag beschreibt ausführlich die vielen Arbeitsgänge vom Riffeln, „Rösten" und „Boken" über das Brechen, Schwingen und Hecheln bis zum Spinnen und Weben. Mit dem Aufkommen der maschinell verarbeiteten Baumwolle und der Industrialisierung starb dieses Handwerk aus, das in seiner Blüte beinahe zwei Drittel der Landbevölkerung Arbeit und Lohn gab.
  • Sept. 1982Die Gärtnerei Citzler und die ErikenstraßeDie schlesischen Brüder Citzler kamen vor gut hundert Jahren nach Ostwestfalen, kauften zunächst in Gadderbaum Land und zogen dort ab 1874 Rosen, die schon vor 1900 nach England exportiert wurden. Um die Jahrhundertwende verlagerten sie den Betrieb und kauften die Stätte Isselhorst Nr. 94, wo sich der leichte Kiefernboden jedoch als für Rosen zu mager erwies. 1928 bauten sie ihr erstes Gewächshaus; 1934 wurden die ersten Eriken in Kultur genommen, 1937 kamen die Azaleen und 1940 die Kamelien hinzu. Die vor dem Betrieb purpurn blühende „Erica gracilis" hat der vorbeiführenden Erikenstraße den Namen gegeben. Zum Erfolg des Betriebs trug unter anderem der Gießwagen bei, eine inzwischen patentierte Erfindung des Inhabers Heinz Citzler.
  • Okt. 198275 Jahre Geflügelzucht der „Fitker"Das wilde Bankivahuhn aus den Wäldern Indiens und Javas gilt als Stammmutter der meisten Haushühner und bringt es nur auf 20 bis 25 Eier im Jahr — eine Leistung, die jahrtausendelange Züchtung auf das Zehnfache gesteigert hat. In Isselhorst schrieb man das Jahr 1907, als die „Fitker", wie die Geflügelhalter in der hiesigen Mundart heißen, ihren Geflügelzuchtverein gründeten, um sich über Erfahrungsaustausch, Beratung und Ausstellungen der Rassegeflügelzucht zu widmen. Da wer Geflügel hielt gewöhnlich auch einen Garten hatte, verschmolz man die Vereine 1927 zum Geflügelzucht-, Obst- und Gartenbauverein Isselhorst. Alljährlich im Oktober treffen sich die Züchter zur Ausstellung in der Festhalle, die in diesem Jahr aus Anlass des „Fünfundsiebzigsten" begangen wurde. Anders als die Intensivhaltung stellt die Rassegeflügelzucht Wirtschaftlichkeit und Ästhetik nebeneinander.
  • Feb. 1983„Saurer Regen" über IsselhorstAngesichts der Nachrichten vom Fichtensterben mag mancher denken, das sei weit weg — doch Regen fällt überall, und Karl Piepenbrock besitzt eine kleine Wetterstation, mit der er den pH-Wert des Niederschlags misst. Normal ist ein pH-Wert von 7,0; je stärker er absinkt, desto höher ist der Säuregrad. Die Messungen von August 1982 bis Januar 1983 zeigten eindeutig Werte unter der Normallinie, so dass auch über Isselhorst der saure Regen niedergeht. Das Abfallen der Kurve zu den Wintermonaten hin erklärt sich dadurch, dass dann mehr geheizt wird. Mit dem tiefsten gemessenen Punkt von 5,5 lag man fast an der Schwelle, an der beispielsweise Aluminium oxidiert; wären es noch zwei Punkte tiefer, hätte man Essig, was da vom Himmel kommt.
  • März 1983Ein Reichspatent für die SämaschineWerner Landwehr berichtet über eine Getreide-Sämaschine, die sein Großvater Heinrich Niediek von 1896 bis 1898 selbst erfunden und gebaut hat. Da es noch kein Schweißgerät gab, ging Niediek in den Wintermonaten zum benachbarten Brakenschmied Heinrich Heitmann und ließ dort die Eisenteile zusammenschmieden, bis nach jahrelangem Basteln die erste Maschine in Betrieb genommen werden konnte. Sie war einen Meter breit, säte sieben Reihen, eignete sich für mehrere Getreidearten und wurde von einem Pferd oder Ochsen gezogen. Nach der Vorführung bei der Landwirtschaftskammer Bielefeld erhielt Heinrich Niediek ein Deutsches Reichspatent und eine Urkunde für „Drillmaschinen". Das Modell wurde dreimal gebaut, aber nicht verkauft; die Bauern konnten damit gegen eine kleine Leihgebühr säen, und das Original steht heute als Museumsstück auf der Diele von Werner Landwehr, In den Braken 37.
  • Mai 1983Maifeier vor 50 Jahren (1933)Das Foto auf dem Titelbild ist 50 Jahre alt und zeigt eine Maifeier auf dem Isselhorster Schulhof. Nach der nationalsozialistischen Machtergreifung wurden das Brauchtum und die traditionellen Maifeiern der Arbeiterschaft in „nationalistisch-völkische Veranstaltungen umgemünzt" und geschickt als Propaganda genutzt. Auch die Isselhorster Maiveranstaltungen von 1933 spiegelten diese Stimmungslage wider, an denen sich die Bevölkerung rege mit Festmarsch, Konzert und nationaler Kundgebung beteiligte. Ein Betrachter schilderte den Abschluss des Festgottesdienstes begeistert: „Dann ziehen die Fahnen und Menschen hinaus. Draußen wallt und wogt das Volk auf festlich geschmückten Straßen. Die Posaunen lassen Mai- und Vaterlandslieder erschallen."
  • Juni 1983Goldrausch beim TrödelmarktZum Trödelmarkt der Werbegemeinschaft auf dem Gelände der Brennerei Elmendorf am Fronleichnamstag, dem 2. Juni 1983, gehörten gleich zwei Attraktionen. Eine fünf Zentner schwere, sechzig Jahre alte Münzpresse, von einem jungen „Münzer" in historischer Uniform bedient, übte einen Druck von 25 Tonnen aus und prägte Isselhorster Zinnmedaillen, die vom Laien kaum von der Silberausführung zu unterscheiden waren. Der eigentliche Clou aber war der „Goldrausch in Isselhorst": In einem riesigen Kornhaufen, den es umzuschippen galt, schlummerten 302 „Goldbarren", von denen jedoch nur zwei echt waren. Der Überschuss aus dem Eintrittsgeld am Schlagbaum kam in diesem Jahr der Jugendfeuerwehr Isselhorst zugute. Für die Isselhorster Kinder war das Mittrödeln wie immer kostenlos.
  • Juli 1983100 Jahre ImkervereinDer Imkerverein Isselhorst-Ummeln feierte mit einer Ausstellung in der Festhalle sein 100-jähriges Bestehen. Gegründet wurde er am 16. April 1883 von sechs Herren — Upmann, Henke, Göbel, Elmendorf, Welpmann und Kramer —, und der Jahresbeitrag betrug 1,50 Mark. Da Imkervereine um 1880 noch selten waren, wuchs die Mitgliederzahl rasch, noch im Gründungsjahr auf 36. Bemerkenswert bei den damaligen Verkehrsverhältnissen: Der Einzugsbereich reichte von Herford bis Versmold, und die Imker kamen aus Entfernungen bis zu 30 km — 1907 wohnten sieben der 41 Mitglieder in Herford. Zweck des Vereins waren von Anfang an Schulung und Erfahrungsaustausch, um die Bienenhaltung ertragreicher zu gestalten.
  • Juli 1983Der Kutscher Franz HeckewerthDer Umgang mit Pferden stand im Mittelpunkt des Lebens von Franz Heckewerth, der am 27. Mai 1983 im Alter von fast 69 Jahren verstarb. Mit ihm verbinden sich vor allem zwei Bilder: der Leichenwagen und der Zwölferzug. Früher, vor Errichtung der Friedhofskapelle, fuhr er in Pelerine und Zylinder auf dem Bock des schwarz lackierten Leichenwagens die Toten zur Kirche, ebenso saß er als Fahrer auf der Hochzeitskutsche — er war der Fahrer „in Freud und Leid". Als Mitbegründer des Holler Reitervereins förderte er vor allem den Fahrsport, und berühmt wurde er durch „seinen" Zwölferzug, der in den fünfziger Jahren den Höhepunkt des Holler Turniers darstellte und weit und breit nicht seinesgleichen fand. Für seine Schlagfertigkeit ist eine Antwort bezeichnend: Als ein Richter meinte, etwas mehr Eleganz stände ihm gut an, erwiderte er nur: „Dann fäuer Du se!"
  • Sept. 1983100 Jahre Sparkasse — im Kontor der BrennereiDie Isselhorster Sparkasse wurde am 1. Oktober 1883 als „Nebenrendantur" der Kreissparkasse Bielefeld eröffnet; Grundlage war ein Verwaltungsvertrag zwischen dem Kuratorium der Kreissparkasse und dem Kaufmann Friedrich Elmendorf vom 23. Juli 1883. Elmendorf hatte eine Kaution von 1000 Mark zu hinterlegen und erhielt als Salär „für die Mühewaltung 1 Mark für je 300 Mark eingezahlte Einlagen". Der Geschäftsbetrieb wurde im Kontor der Brennerei Elmendorf aufgenommen, und bis zum Jahre 1907 lag die Verwaltung in seinen Händen, ehe der Elmendorf-Angestellte August Schmalhorst die noch nebenamtlich geführte Zweigstelle übernahm. Erst ab 1932 erfolgte die Umwandlung in eine hauptamtliche Geschäftsstelle samt Umzug in ein Klassenzimmer der Dorfschule am Kirchplatz. Hundert Jahre später zählte die Geschäftsstelle mit einem Geschäftsvolumen von rund 62 Millionen DM zu den größten der Sparkasse Gütersloh.
  • Sept. 198370 Jahre GemeindepflegestationDas Isselhorster Siebzigjährige der Gemeindepflegestation war ein Jubiläum besonderer Art, denn es galt nicht nur einem Jubilar, sondern den Männern und Frauen, die 1913 den Grundstein legten. Frau Charlotte Elmendorf, Leiterin des Vaterländischen Frauenvereins, übernahm die Schirmherrschaft über das ins Leben gerufene Werk, und noch nach fünfzig Jahren trugen sämtliche Tischtücher das Firmenschild ihres Hauses. Herr Pastor W. von Bodelschwingh legte den Finger besonders auf das Wörtchen „dienen". Sechzig Jahre lang taten Diakonissen, zugerüstet vom Mutterhaus Sarepta, ihren stillen Dienst, deren Namen wenig bekannt sind. Die Betrachtung stammt von einer selbst achtzigjährigen Diakonisse, die dem Jubilar viele Segenswünsche für das weitere Bestehen mit auf den Weg gab.
  • Nov. 1983„He kaim nich wier"Diese plattdeutsche Kriegsgeschichte von Richard Dopheide, überliefert in der „Armeezeitung der 2. Armee" vom 4. Oktober 1917, erzählt vom Abschied Karl Beckmanns, des einzigen von fünf Söhnen, der der Mutter noch geblieben war. Als es hieß, es gebe Krieg, verabschiedete sich der Architekt aus Gütersloh in ruheloser Unruhe von Hof und Garten, vom Vieh und von der „Immenschüer", dem Bienenhaus, das er sich gerade erst angelegt hatte. Am letzten Abend aß er noch einmal den geliebten Buchweizenpfannkuchen, doch er schmeckte ihm nicht recht, und beim Abschied an der Niendör sah der Freund Fritz Lammann ihm an, dass er glaubte, nicht wiederzukommen. Aus Insterburg und dann aus Russland schrieb er die ersten Karten, ehe es still wurde; die Mutter aber ahnte seinen Tod, noch bevor der Pastor die Nachricht brachte, dass ihn an der Ostfront „die feindliche Kugel getroffen" hatte. Drei Jahre später schläft Karl in Russland, während die Mutter sich in Gottes Willen zu schicken versucht.
  • Dez. 1983Ein Dorf in Preisen (1983)Die Isselhorster Chronik 1983 hält am Jahresende einige Preise fest, die den Alltag im Kirchspiel spiegeln. Eine Tageszeitung kostete zu der Zeit 0,80 DM, für den Liter Superbenzin zahlte man an einer Isselhorster Tankstelle 1,389 DM, ein 3-Pfund-Graubrot als Doppelback 4,20 DM und das Pfund Markenbutter 5,58 DM. Der Stundenlohn eines ledigen, ausgebildeten Maurers betrug brutto 16,35 DM und netto 10,27 DM, gegenüber 9,35 beziehungsweise 6,75 DM im Jahr 1973. Zu den festgehaltenen Fakten des Jahres gehört auch, dass die Lutter der Gewässergüteklasse III zugeordnet werden musste und damit als „stark verschmutzt" galt.
  • Feb. 1984Das Kirchspiel 1950Aus den Sparkassen-Aufzeichnungen sind für das Jahr 1950 einige Zahlen über das Kirchspiel überliefert, das damals die 900-Jahr-Feier mit einem vielfältigen Programm beging. Es lebten dort zu der Zeit 2.734 Einwohner, von denen 587 als Flüchtlinge registriert waren, und 396 Kinder besuchten die Dorfschule. Zwei Jahre zuvor, am 20. Juni 1948, war es zur Währungsreform gekommen: Jeder Bürger bekam 40 DM, und aus dem bescheidenen Anfang entwickelte sich ein unvergleichlicher Wiederaufbau. Trotz der starken wirtschaftlichen Orientierung nach Gütersloh blieb Isselhorst zunächst reines Wohngebiet, an dem die industrielle Aufwärtsentwicklung fast spurlos vorüberging, so dass die Einwohnerzahl in jenen Jahren sogar geringfügig zurückging.
  • Feb. 1984Ein Isselhorster Haus steht in DetmoldBeim städtischen Denkmalschutz erinnert der Beitrag an das Stahl'sche Haus, dessen schmuckreiche Eingangstür noch Briefblocks, Postkarten und Wandteller ziert. Im Jahre 1971 saßen an einem Freitagnachmittag der zuständige Sachbearbeiter vom Hochbauamt, der Abbruchunternehmer und ein Bürger zusammen, der wenigstens die wertvollsten Teile der Giebelfassade retten wollte. Auf die Frage „Können Sie morgen?" antwortete der Unternehmer: „Nun, samstags arbeiten wir nicht, Montag." Diese kleine Verzögerung über das Wochenende rettete dem Haus das Leben, denn in der Zwischenzeit hatte sich so viel Vernunft gefunden, dass der Abbruch unterblieb — doch die Stadt wollte es nicht haben. Heute steht das Stahl'sche Haus im Museumsdorf Detmold.
  • März 1984Die Holtkämperei (1623) — das älteste HausMit dem Namen „Holtkämperei" wird das unscheinbare Fachwerkgebäude an der Isselhorster Kirche neben der Bäckerei Glasenapp bezeichnet — das älteste Haus im Kirchspiel. In den Elmendorfschen Familienaufzeichnungen heißt es: „Johan Pohlman und Sophia in der Virt Ehe Leute haben 1623 unser jetziges Haus bauen laßen." Neben dem Kirchturm ist es das einzige Bauwerk, das den Dreißigjährigen Krieg schon erlebt hat. Die Tochter Catharina Pohlman heiratete den Drechsler Cord Lütgert aus Ummeln, der zur Garde zu Pferde des Kurfürsten von Brandenburg gehörte und im sogenannten Holländischen Krieg 1676 „im Morast vom Feind erschoßen" wurde. Weil einer der Nachfahren sich mit „Backen und Brantwein" beschäftigte, stand hier auch die Wiege der Isselhorster Kornbrennerei Elmendorf; ein weiterer Spross, Peter Lütgert, wurde Feldscher und ließ als „Chirurgus" im Haus an der Lutter Kranke behandeln.

Holtkämperei

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  • Juni 1984Die Linde mit der Bühne im BaumDie Linde war früher der Baum, unter dessen Schutz nicht nur Häuser und Höfe, sondern ganze Dörfer standen; viele Gasthöfe hießen „Zur Linde", wie heute noch der Gasthof Ortmeyer. Die Vorgängerin der jetzigen Wirtshaus-Linde, die ihm den Namen gab, war ein wahrer Veteran: Seine untersten Äste waren zu einer Art Bühne ausgebildet und mit Brettern belegt. Eine Leiter führte hinauf, Gäste konnten dort oben Platz nehmen, und zur Kirmes spielte in den Ästen eine Kapelle. Anfang des Krieges brachte ein Sturm den alten Baum zu Fall, und an seiner Stelle wurden zwei junge Linden gepflanzt. So wachsen im Herzen des Dorfes wieder Linden heran, unter denen sich wie in alter Zeit ein Teil des Dorfgeschehens abspielt.
  • Aug. 1984800 Jahre „Gutherslo" (1184)Die 800-Jahrfeier Güterslohs würdigt, dass in einer Urkunde aus dem Jahr 1184 zum ersten Mal der Name „Gutherslo" auftaucht. Das Dokument beurkundete einen Vertrag, mit dem der Edelherr Ludolf von Oesede zugunsten des Klosters Oesede den Zehnten aus Gütersloh — „decimas in Gutherslo" — an den Bischof von Osnabrück abtrat. Auch das Kirchspiel Isselhorst berührt dieses Jubiläum, denn eine Urkunde aus dem Jahr 1216 macht deutlich, dass den Benediktinerinnen von Oesede hier zwei Höfe gehörten, einer in Ebbesloh und einer in Hollen. Von diesen erhielten die Nonnen als Gutseigentümer jährlich Abgaben an Korn, Vieh, Geld oder Diensten, ehe die beiden Höfe 1216 eingetauscht wurden. Beim Ebbesloher Hof kommen dafür entweder Heyforth oder Wesselmann in Frage, während die Zuordnung des Holler Hofes offen bleiben muss.
  • Aug. 198432 von 200 VogelartenDer Herausgeber der Zeitung fragte sich, ob das Lied „Alle Vögel sind schon da" heute noch stimme, und bat den Deutschen Bund für Vogelschutz um eine Bestandsaufnahme. Siegfried Eulig, im Kreisverband Gütersloh für Biotop- und Artenschutz mitverantwortlich, zählte im Mai 1984 auf dem Isselhorster Meyerhof an der Lutter nur noch 32 Vogelarten von den über 200 hier theoretisch heimischen Brutvogelarten. Schmerzlich vermisst wurden unter anderem die Nachtigall, der goldgelbe Pirol, „Vogel Bülow" genannt, sowie die Rotschwänze und selbst die Schwalben, die weder in noch an den Gebäuden nisteten. Als Ursachen nennt der Beitrag die intensive Landwirtschaft, den Einsatz von Bioziden, die Ausräumung der Landschaft und die Rodung von Hecken und Unterholz sowie die Verschmutzung der Fließgewässer, für die der „biologisch tote" Reiherbach ein schlimmes Beispiel ist. Als Konsequenz wollte Mumperow auf seinem eigenen Anwesen einen Teich anlegen und Hecken pflanzen, um der Natur wieder eine Chance zu geben.
  • Nov. 1984Ein Heimkehrerzug, Neujahr 1951Aus der Chronik des Evangelischen Kirchenchores, der 1924 gegründet wurde und 1984 sein sechzigjähriges Bestehen feierte, stammt die Erinnerung an einen Neujahrstag. Am 1. Januar 1951 empfing der Kirchen- und Posaunenchor in Paderborn einen Heimkehrerzug mit 600 ehemaligen Kriegsgefangenen aus Russland. Während unter heimatlichen Posaunenklängen mitgebrachte Päckchen verteilt wurden und jede gesteppte Landserjacke mit einem Tannengesteck geschmückt war, las man stumme Dankbarkeit aus Hunderten von Soldatenaugen. Plötzlich kam ein bekanntes Gesicht auf die Sänger zu: August Bastert aus Steinhagen war unter den Heimkehrern und rief, wenn man ihn mitnehme, könne er in zwei Stunden zu Hause sein. Pastor Wiehage nahm ihn in seinem Dixi mit, und kurz vor Mitternacht war im Hause Bastert in Steinhagen die Freude groß.
  • Nov. 198450 Jahre Wasserwerk — und die Pocken 1735Dass in Isselhorst 1934 eine Wassergenossenschaft entstand, hatte seine Ursache in den alten Problemen mit der Wasserversorgung. Schon der Pfarrer Alemann klagte im 18. Jahrhundert, dass die Kirchspielbewohner ihr Trinkwasser aus Hausbrunnen förderten und dabei meist auf stark eisenhaltiges, „fauliges" Wasser stießen. Das Totenregister der Kirchengemeinde von 1735 vermerkt unter 45 Toten 17 Kinder, „so seit September an den Pocken gestorben", und der Gemeindepfarrer sah Zusammenhänge zwischen den Erkrankungen und der schlechten Wasserversorgung. Die Wassergenossenschaft wurde am 15. Juni 1934 im Hotel zur Post gegründet, mit dem Kaufmann Julius Dreesbeimdieke als Vorsteher, nach dem der Volksmund das Werk den „Juliusbrunnen" nannte, und dem Bauern Heinrich Krull als Stellvertreter. Am 7. November 1934 floss das erste Wasser, und 71 Häuser waren angeschlossen; die Leitungen hatte Karl König verlegt, der als einziger wusste, wo unter der Erde was zu finden war.
  • Dez. 1984Ein Schuhmacher wird 100Wilhelm Höcker, geboren am 23. November 1884 in Ascheloh bei Halle, konnte im Dezember 1984 seinen 100. Geburtstag begehen. Nach der Lehre beim Schuhmachermeister Meier in Halle und einem kurzen Abstecher „unter Tage" in einem Bochumer Bergwerk kehrte er in seinen Beruf zurück und las in einer Zeitungsannonce, dass in Hollen eine Werkstatt frei wurde. So hieß der Schuhmacher in Hollen ab dem 1. Juli 1910 Wilhelm Höcker, und mit der Meisterprüfung am 17. Dezember 1913 war alles gegeben, was zu einem eigenständigen Handwerksbetrieb gehört. Sein Neffe Rolf Pohlücke übernahm 1952 das Geschäft und führte es bis 1966 weiter, doch Höcker führte bis zu seinem Weggang aus Hollen 1972 noch Reparaturen für Familie und Bekannte aus. Über sechs Jahrzehnte war er damit Handwerksbetrieb und Anlaufstelle für die kleinen Sorgen und Nöte der Mitbürger zugleich.

1985 – 1988

Krieg, Kloster und die lange Linie der Lutter

Zum 40. Jahrestag des Kriegsendes gräbt die Zeitung ungewöhnlich offen — und verfolgt die Bindung ans Kloster Marienfeld bis ins Mittelalter.

  • Feb. 1985Gunter Gabriel holt eine HeidschnuckeDer Schlagersänger Gunter Gabriel, bekannt durch Titel wie „Hey Boss, ich brauch mehr Geld" und den „30-Tonner-Diesel", fuhr an einem Abend zwischen Weihnachten und Neujahr persönlich bei der Familie Rudolf Knufinke in Isselhorst vor, um für seinen Hof bei Herford eine Heidschnucke zu kaufen. „Der spinnt", war die erste Reaktion in der Familie gewesen, als Knufinke den Besuch ankündigte, doch der Sänger kam wirklich und lud neben dem Schaf noch fünf auf die Schnelle von Ralf Sundermann besorgte weiße Legehennen ein. Ursprünglich hatte Knufinke gar keines seiner Tiere verkaufen wollen, ließ sich aber erweichen, weil ein Schlagerstar es persönlich abholte. Den Gastgebern blieb vor allem der persönliche Eindruck: kein Star mit Allüren, sondern „ein natürlicher Mensch wie du und ich".
  • Apr. 1985Ostern 1945 — das KriegsendeAn drei Punkten in Isselhorst standen Panzersperren, die der Volkssturm mit Panzerfäusten bewachen sollte; drei Männer machten sie schließlich unter großem Mut unwirksam, indem sie die zum Verschließen bestimmten Baumstämme abtransportierten. Weil man fürchtete, große Schnapsmengen könnten den Eroberern in die Hände fallen, leiteten die Verantwortlichen den größten Teil der Elmendorfschen Alkoholproduktion vorsichtshalber in den Dorfgraben, sodass später „das ganze Dorf nach Schnaps stank". Am Dienstag nach Ostern, dem 3. April 1945, fuhren morgens um halb sieben die ersten amerikanischen Panzerspähwagen durchs Dorf in Richtung Steinhagen, mitten dazwischen ratterte kurioserweise auch Verlegers Milchauto. In Isselhorst gab es keinen Widerstand.
  • Mai 1985Ein Sandsteintrog von 1726 erzähltIn einer erzählenden Geschichte lässt die Chronik einen alten Sandsteintrog selbst berichten, wie er vor beinahe 260 Jahren von einem Steinmetz aus Sandstein gehauen und als Teil einer Brautmitgift auf einem geschmückten Kastenwagen zum Hof des Bräutigams gebracht wurde. Neben ihm stand eine Eichentruhe voller Leinen, dazu kamen ein Öl- und ein Essigkrug aus Ton, ein Spinnrad und ein vollständiges Bett; hinten am Wagen führte man eine mit Eichenlaub bekränzte Kuh, die beste Milchkuh im Stall. Der Meister hatte den Namen der Braut, „Marie Angenesa Niederrör", samt der Jahreszahl 1726 in großen Buchstaben eingemeißelt. Nach Jahrzehnten als Futtertrog wurde der Stein beim Umbau des Kuhstalls überflüssig und steht heute mit Blumen bepflanzt vor der Tür des Hofes.
  • Juni 1985Ein Landhauptmann vor Gericht (1679)Landhauptmann Hugo aus Hollen, dessen Hof heute der Familie Prante gehört, führte als Befehlshaber der „Landwehr", einer Art Bauernmiliz, die wehrfähigen Bauern des Kirchspiels bis Brockhagen an. Im Jahre 1679 machte man ihm auf der Bielefelder Sparrenburg den Prozess, weil er im Holländischen Krieg (1672–1678) die Grenze gegen die münsterischen Truppen des Bischofs Christoph Bernhard von Galen nicht mit aller Kraft verteidigt habe. Tatsächlich standen den 300 Pferden, 120 Dragonern und 120 Musketen des Bischofs nur rund 60 Männer in Brockhagen und 40 Schützen bei Ebbesloh gegenüber, und selbst die 100 aufgebotenen Isselhorster stahlen sich vor dem Gefecht heimlich nach Hause. Am Ende wurde der schon betagte Hugo von allen Vorwürfen freigesprochen und blieb in seinem Amt.
  • Aug. 1985Sommer 1945 — unter BesatzungDie Amerikaner beschlagnahmten ganze Straßenzüge, unter anderem an der Haller Straße das „Hotel zur Post", und gestanden den Bewohnern zum Räumen manchmal nur eine Viertel- oder halbe Stunde zu. Die wöchentliche Zuteilung für einen Erwachsenen betrug 4 Pfund Brot und 1 Pfund Weißbrot, 62,5 g Fett, 100 g Fleisch und 4 Pfund Kartoffeln; Zigaretten wurden zur Währung, wobei man für eine deutsche Zigarette 5 Mark, eine englische 8 Mark und eine amerikanische 10 Mark rechnete. Bürgermeister Fritz Holte wurde Anfang Mai 1945 verhaftet, und obwohl ihm nichts Nachteiliges vorgeworfen werden konnte, kam er erst 1946 aus dem Lager Staumühle frei. Eine Eingabe mit 560 Unterschriften von Dorfbewohnern hatte nichts ausrichten können.
  • Okt. 1985800 Jahre Kloster MarienfeldZum achthundertsten Jahrestag der Klostergründung, den die Marienfelder am 1. November mit einem feierlichen Gottesdienst begingen, erinnerte die Chronik an die engen Bindungen zwischen Kloster und Kirchspiel. Vermutlich schon 1185 schenkte der Münsteraner Bischof die Isselhorster Kirche, in der Bestätigungsurkunde „capellam in Hislehorst" genannt, an das neue Kloster; bis zur Auflösung 1803 blieb Marienfeld Patronatsherr, und der erste Abt Eggehardus soll die Schenkung entgegengenommen haben. Bischof Hermann II. gehörte zu den Mitbegründern des Klosters. Besondere Beachtung verdient der Hof Lohmann (heute Niediek) in Hollen, dessen Name „Lohus" bereits in einer Urkunde von 1221 auftaucht und der Bischof Bernhard zufolge von Widukind von Rheda dem Kloster übertragen worden war.
  • Okt. 1985Die Königliche Schnatjagd 1753Schnatjagden oder Schnatgänge dienten der Kontrolle der Grenzsteine und -pfähle und waren zugleich vergnügliche Jagdgesellschaften, zu deren Tross Amtsvogt, Förster, Jäger, Hundeführer, Forstschreiber und Hornbläser gehörten. Der Untervogt Fülling protokollierte den Verlauf vom 4. Oktober 1753, als Generalmajor von Knobloch die königliche Schnatjagd von Isselhorst bis Brockhagen abhalten ließ; die Jäger Ludolf Kerkhecker und Anton Ulrich Bolte führten das Jagdhorn, und Leutnant von Rahmel schoss den ersten Hasen. Weil die Grenze in Niehorst genau durch eine Hofstelle lief, musste der Jäger „in der Küche unter dem Feuerrahmen einen Fuß in den Keßelhaken" setzen und ins Horn blasen. Allein auf dieser kurzen Strecke streifte der Zug drei fremde Herrschaftsbereiche: Rietberg, Rheda und Münster.
  • Dez. 1985Der heimliche Samariter von 1945Ein einzelner alliierter Soldat, ein Kanadier, hatte die Aufgabe, das beschlagnahmte Haus Elmendorf für die Offiziere herzurichten, und führte eine Isselhorsterin nachts in den menschenleeren Keller. Dort bogen sich die Regale unter edelsten Lebensmitteln, Konserven, Früchten, Kaffee und Wein, und er deutete auf einen Einkaufskorb mit den Worten: „Ich weiß, daß ich Verbotenes tue, aber ich kann nicht mit ansehen, wie die deutsche Bevölkerung hungert." Eine Woche lang konnte sie unter dem Schutz der Dunkelheit Körbe füllen und die Vorräte an die verteilen, die es am nötigsten hatten, bis seine Vorgesetzten eintrafen und der Liebesdienst endete. Der Vater der Frau, ein Arzt, lernte den Soldaten später kurz kennen und berichtete, der Kanadier sei ein tragischer Fall von Vereinsamung gewesen und im Delirium tremens zugrunde gegangen.
  • Mai 1986100 Jahre PosaunenchorAm Pfingstwochenende, dem 17. und 18. Mai 1986, feierte der Posaunenchor Isselhorst sein hundertjähriges Bestehen; er gehört zu den ältesten Vereinen des Ortes und zählte dank der Jungbläserausbildung des Chorleiters Helmut Koch dennoch viele junge Mitglieder, sodass in der Übungsstunde 14-Jährige und 70-Jährige nebeneinandersaßen. Das Jubiläum begann am Samstag mit einem geistlichen Konzert in der Kirche, dem am Pfingstsonntag ein Festgottesdienst mit den Nachbarchören und der Festpredigt von Pastor Debus folgte. Zur Volkstümlichkeit des Chores hatte über Jahrzehnte der Seniorchorleiter Ernst Imkamp beigetragen, der ihn 55 Jahre lang geleitet hatte. Besonders seit der 900-Jahrfeier 1950 war in Isselhorst viel Volksmusik geblasen worden.
  • Mai 1986Giftdeponie ÜssenpohlAls man 1971 in den ehemaligen Sandgruben am Üssenpohl mit der Abfallbeseitigung begann, wusste man noch nicht, welches „Pulverfaß" damit geschaffen wurde; insgesamt vier Deponien wurden dort zwischen 1971 und 1978 genehmigt, obwohl eine undurchlässige Bodenschicht fehlte. Im Februar 1986 mussten die Anwohner der Zeitung entnehmen, dass Hausbrunnen nicht mehr genutzt werden dürften, nachdem das Gesundheitsamt Wiedenbrück Kohlenwasserstoffe festgestellt hatte; bald wurden 30 Brunnen in einem Gebiet von 4 Quadratkilometern beprobt, und das Trinkwasser musste aus Kanistern bezogen werden. Die Analysen wiesen Schwermetalle, chlorierte Kohlenwasserstoffe und Benzolverbindungen nach. Der aus der Deponie austretende Stickstoff erklärte auch die sehr hohen Nitratwerte von bis zu 235 mg/l, die man bis dahin immer der Landwirtschaft angelastet hatte.
  • Juli 1986Wie die Lutter zweigeteilt wurdeDie Lutter hatte ursprünglich insgesamt zwölf Quellen und floss bis zum Jahr 1452 nur als „Ems-Lutter" in Richtung Emsniederung. In jenem Jahr erlaubte Gerhard II., Graf von Ravensberg, die Lutterquellen auch nach Bielefeld hin zu öffnen; der Sage nach war ein Bauer aus Brackwede namens Knegel maßgeblich beteiligt, der Erhöhungen durchstieß und das Quellwasser in den Bohnenbach leitete, sodass ab 1455 künstlich die „Weser-Lutter" entstand. Gegen diese Maßnahme beschwerten sich die Mönche des Klosters Marienfeld, weil sie nicht mehr genügend Wasser für ihre Fischteiche befürchteten — bekanntlich ernährten sich die Zisterzienser hauptsächlich von Fischen und Tauben. Heute ist die Weser-Lutter durch Bielefeld hindurch weitgehend verrohrt.
  • Sept. 1986Die Brennerei Elmendorf (1689)Auf 1689 datiert man die Anfänge der Brennerei Elmendorf, des ältesten Unternehmens am Ort, für die Conrad Lütgert vom Großen Kurfürsten die Sondererlaubnis zum Brennen erhielt. 1814 heiratete Ernst Friedrich Elmendorf aus Brockhagen eine Tochter Lütgerts, übernahm die Brennerei und gab ihr seinen Namen. Um die Jahrhundertwende gelangte das Unternehmen zu beachtlicher Blüte: über eine Million Flaschen wurden jährlich abgefüllt, Hauptabsatzgebiete waren Nordwest- und Mitteldeutschland, geliefert wurde aber auch bis nach Südafrika. Die Firma zählte damit zu den zehn ältesten der 500 Kornbrennereien im Bundesgebiet; 1964 übernahm Knut Elmendorf den Betrieb von seinem Vater Dr. Fritz Elmendorf.

Die Holtkämperei, Wiege der Brennerei

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  • Sept. 1986Ein Dorf in Zahlen: 1818 und 1879Ein Chronist beschrieb 1818 den überwiegend ebenen Sandboden des Kirchspiels, der nur mit mühsamster Bearbeitung mäßigen Ertrag brachte, während wintertags alle Familienmitglieder in der Spinnstube „härteste Arbeit" leisteten; Isselhorst hatte damals 1.024 Einwohner, das ganze Kirchspiel mit Hollen, Niehorst, Holtkamp und Ebbesloh 2.198 Menschen. Sechzig Jahre später schilderte Pfarrer Richter 1879, dass die Flachs- und Leinenindustrie ganz aufgehört habe und stattdessen auf etwa 100 Stühlen Seide für Gütersloher Fabrikanten gewebt werde, wobei ein fleißiger Weber täglich bis zu 2 Mark verdienen konnte. Der Tagelohn für einfache Handarbeit betrug 1,25 Mark, Knechte erhielten jährlich 90 bis 150 Mark, Mägde 60 bis 100 Mark. In den 1930er Jahren gaben allein Schürmann, Elmendorf und die Weberei Weber weit über 250 Isselhorstern Arbeit.
  • Sept. 1986Die vier VolksschulenVor der Schulreform gab es im Kirchspiel vier Volksschulen: die Holtkämper mit 37 Schülern, die Niehorster mit 57, die Holler mit 98 und die Isselhorster Schule mit 250 Schülern, wobei die Ebbesloher Kinder teils die Holler, teils die Niehorster Schule besuchten. Der Betrieb der Holler Schule wurde 1968 eingestellt, die kleinste, die Holtkämper Schule, schloss 1969 und wurde für 25 Kinder zum Kindergarten umgebaut. Das Gebäude der Niehorster Schule existiert nur noch auf Fotografien, da es abgerissen wurde und ohnehin dem Ausbau der Brockhäger Straße hätte weichen müssen. Die Isselhorster Volksschule beherbergt seither das Deutsche Rote Kreuz, die Arbeiterwohlfahrt, einen Jugendtreff und die Heimatstube.
  • Okt. 1986Ein Ballon fliegt in die DDRDie noch nicht ganz zweijährige Astrid Klaffke-Kunstmann zählte zu den jüngsten Teilnehmerinnen am Ballonwettbewerb des Heimatfestes, und ihr Luftballon flog an einem einzigen Tag bis in den Bezirk Magdeburg, „ohne an der Grenze kontrolliert zu werden". Gefunden wurde er beim Pilzesuchen nahe Süplingen am Waldrand von den Geschwistern Aline (10) und Gilbert (16) aus Karl-Marx-Stadt. In einem freundlichen Brief, den Astrid kurz vor ihrem zweiten Geburtstag erhielt, schrieb Gilbert, er gehe in die 10. Klasse und wolle im nächsten Jahr ein Fachschulstudium als Physiotherapeut aufnehmen, und bat um Antwort. So knüpfte der Kinderballon über die deutsch-deutsche Grenze hinweg brieflichen Kontakt.
  • Okt. 1986150 Jahre Gaststätte UpmannMit einer Genehmigung des „Königlich Preußischen Landraths" vom 19. August 1835 erhielt der damals 30-jährige Franz Heinrich Upmann die Erlaubnis zum Betrieb der Schankwirtschaft im Haus Nr. 69 des Katasters, womit die Geschichte der Gaststätte an der heutigen B 61 begann. Das Fachwerkhaus selbst soll bereits 1783 errichtet worden sein und war lange die einzige Zwischenstation zwischen Gütersloh und Ummeln, an der Fuhrleute sich stärken und ihre Pferde tränken konnten. Eine Preisübersicht vom 18. August 1847 nennt für ein Butterbrot 1 Silbergroschen, für ein Glas Bier 8 Pfennig und für ein Glas Rum 1 Silbergroschen 3 Pfennig. Bei einem Tagesverdienst von eineinhalb Silbergroschen konnte sich mancher nicht einmal ein Butterbrot mit Wurst leisten; das Gasthaus blieb bis zum heutigen Inhaber Richard Upmann stets in Familienbesitz.
  • Nov. 1986Das Sterbelied einer 200-jährigen BucheIn einer erzählenden Klage lässt die Chronik eine rund 200 Jahre alte Buche zu Wort kommen, die über der Lutter oberhalb der Brücke bei VW-Brinker stand und weichen musste, weil der Bach sie unterspült hatte. Ihre Schwester war zuvor eines Nachts, nachdem das Wasser den Boden unter den Wurzeln weggezogen hatte, krachend zu Boden gestürzt; ein Unternehmer hatte 800 Mark für das Fällen verlangt. Interessanter sei es am Ort erst geworden, nachdem um 1870 die Brücke am Friedhof über die Lutter gebaut worden war. Im Krieg sammelten Kinder hier Bucheckern und brachten sie zum Müller Sundermann, der aus ihnen Öl mahlte, während Menschen unter dem Laubdach Schutz vor Tieffliegern suchten.
  • Apr. 1987327 Namen auf dem KriegerdenkmalDer Isselhorster Obelisk, wohl eine Stiftung der Familie Elmendorf und am 8. Dezember 1986 unter Denkmalschutz gestellt, trägt auf vier Bronzetafeln insgesamt 327 Namen. Die erste Tafel von 1898 nennt elf Gefallene der Kriege von 1864, 1866 und 1870/71, die zweite von 1922 die 72 Gefallenen des Ersten Weltkriegs, und 1962 kamen zwei Tafeln mit 244 Namen des Zweiten Weltkriegs hinzu, darunter 216 Einheimische und 28 Ostdeutsche. Unter den Gefallenen ist Hans Linnert, beruflich Versandleiter in der Kornbrennerei Elmendorf, der als Leutnant und Fallschirmjäger am 20. August 1944 beim Ausbruchsversuch aus einem Kessel in der Normandie fiel. In Gütersloh ist es das einzige Denkmal, das im Mittelpunkt des Verkehrs stehen bleibt.

Das Kriegerdenkmal

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  • Juni 1987Die Niehorster SchuleNachdem die Bauerschaften Hollen, Niehorst und Ebbesloh 1836 zu einer Schulgemeinde vereinigt worden waren, erhielt Niehorst im Dezember 1901 ein eigenes, einfaches Backsteingebäude mit Lehrerwohnung im ersten Stock, dessen Außenwand den Spruch „Fürchte Gott und halte seine Gebote; denn das gehört allen Menschen zu" trug. Während des Zweiten Weltkriegs war die Schule geschlossen und diente als Gefangenenlager für Franzosen, während die Kinder in Hollen unterrichtet wurden; erst 1947 wurde der Schulbetrieb wieder aufgenommen. 1965 wurde das Gebäude geschlossen und fiel Anfang der siebziger Jahre dem Ausbau der Brockhäger Straße zum Opfer. Nur die Schulglocke, die früher um 7, 12 und 19 Uhr geläutet hatte, fand eine neue Verwendung und hängt heute auf der Friedhofskapelle zu Isselhorst.
  • Juni 198740 Jahre Landjugend HollenZum 40-jährigen Bestehen der Holler Landjugend trafen sich am 17. Mai 1987 weit über 200 aktive und ehemalige Mitglieder in der Isselhorster Festhalle. Reinhard Kottmann, von 1947 bis 1957 erster Vorsitzender, erinnerte sich, wie man sich kurz nach dem Krieg „mit gemischten Gefühlen" zusammengefunden habe, während viele Freunde noch vermisst, in Gefangenschaft oder gefallen waren. Beim ersten Fest 1947 im Hotel zur Post gab es nur dünnes Bier; einige brachten selbstgebrannten „Balkenbrand" mit, den man „nur trinken konnte, wenn man die Luft anhielt". Das erste aufgeführte Theaterstück hieß „De Schaiper os Dokter", und vor der Währungsreform verlangte ein Busunternehmer für einen Ausflug sogar zwei Zentner Roggen als Bezahlung.
  • Juli 1987Ein Minister im BallonAm frühen Morgen des 27. Juni 1987 startete gegen 7.40 Uhr in Düsseldorf-Eller ein Konvoi von drei Ballonen, in einem davon Bundesarbeitsminister Dr. Norbert Blüm, dazu Dr. Burkhard Hirsch, Pilot Werner Henckel und weitere Mitfahrer. Wegen unbefriedigender Ballastlage wollte man in Isselhorst vorzeitig landen, doch ein Windstoß trieb den Korb in einen Kiefernwald am Reiherbach, wo er sich hoffnungslos in den Zweigen verhedderte. Dr. Blüm seilte sich aus etwa 10 Metern Höhe ab, um mit Humor tatkräftig bei der Bergung mitzuhelfen, während erst die Freiwillige Feuerwehr aus Avenwedde und dann die Feuerwehr Gütersloh-Zentral mit einem Leiterwagen anrückten und den Korb schließlich freisägten. Zum Dank lud der Minister seine Helfer anschließend in die historische Gastwirtschaft Ortmeyer ein.
  • Nov. 1987Bundesverdienstkreuz für Ernst ImkampAm 20. Oktober 1987 wurde Ernst Imkamp sen. im evangelischen Gemeindehaus das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen, mit einer Laudatio des Landrats und Grußworten des Bürgermeisters. Seit fast 60 Jahren hatte er das Amt des Dirigenten beziehungsweise zweiten Dirigenten des Posaunenchores inne, und gerade sein Verdienst um die Kirchenmusik war ein Grund für die Auszeichnung. Darüber hinaus war er stellvertretender Bürgermeister der alten Gemeinde Isselhorst, erster Vorsitzender des Kirchenchores und Vorstandsmitglied der Spar- und Darlehnskasse. Wie viel Arbeit er und seine Frau zudem in Tagen und Nächten für den Wasserverband leisteten, ahnten nur die wenigsten Isselhorster.
  • Dez. 1987Ein US-Professor sucht seine WurzelnIn einem Jahresrückblick vermerkt die Chronik, dass der aus den Vereinigten Staaten stammende Professor John Foster Leich in einem Kotten des Hofes Holtkamp Nr. 7, der heute Reinhard Kottmann gehört, das Geburtshaus seines Vorfahren fand. Dieser Vorfahre, Johann Heinrich Leich, war dort im Jahr 1733 zur Welt gekommen. Damit führte die Suche nach der eigenen Familiengeschichte den Professor bis in einen alten Kotten des Kirchspiels Isselhorst zurück.
  • Dez. 1987Berufe nach dem Adreßbuch 1907Das Adreßbuch von 1907, als in Deutschland noch Kaiser Wilhelm II. regierte, verzeichnet für das Kirchspiel mit Isselhorst, Hollen, Holtkamp, Ebbesloh und Niehorst rund 2.800 Einwohner. Unter den Berufen finden sich viele, die heute fremd wirken: Heinrich Dreesbeimdieke war Windmühlenbesitzer auf dem Holler Knapp, allein in Isselhorst arbeiteten vier Holzschuhmacher und einer in Hollen, und ein „Kartenschläger" fertigte die Lochkarten an, nach deren Vorgabe in der mechanischen Weberei die Stoffe gewebt wurden. Weiter nennt die Liste unter anderem einen Korbmacher in Holtkamp sowie Böttcher, Stellmacher und Sattler. Unter fast 700 Namen waren über 200 in der Landwirtschaft tätig.
  • März 1988Ein Brennereimuseum in HollenAn der Haller Straße Richtung Brockhagen hat der Urenkel einer langen Brennertradition, Otto Clüsener jr., aus Gerätschaften vieler Kornbrennereien des Münsterlandes ein Brennereimuseum zusammengetragen. Um die Jahrhundertwende hatten 16 Bauern aus Hollen unter Führung des Landwirtes Dreesbeimdieke auf dem Holler Knapp eine Kornbrennerei gegründet, angetrieben vom sogenannten Schlempekreislauf, bei dem der eiweißreiche Brennrückstand als wertvolles Viehfutter diente. Bis in das Jahr 1980 wurde in Hollen noch gebrannt, dann trennte sich das Bielefelder Stammhaus von den Brennrechten, und die Brennerei wurde zur Museumsbrennerei. Neben auf Hochglanz polierten Destillierkolonnen bietet Clüsener heute in kleiner Fabrikation Korn, Eierlikör, Apfelbrand und Himbeergeist an.
  • Mai 1988Der Hof „Lohus" — urkundlich 1221Am Mittag des 19. April 1988 brannte in Hollen das alte, seit längerem unbewohnte Fachwerkhaus Heckewerth-Niediek nieder, dessen verkohlte Dachsparren die Feuerwehr später niederreißen musste. Der Hof war schon um das Jahr 1200 unter dem Namen Lohmann oder „Lohus" bekannt und wird in seiner ersten urkundlichen Erwähnung von 1221 als „Lochus ton Honlo" genannt; damals bestätigte der greise Bischof Bernhard II. zur Lippe, einer der Gründer des Klosters Marienfeld, dem Kloster den Besitz des Hofes. Im Torbogen des abgebrannten Hauses waren als Besitzer Jacob Piepenbrock und Ilsabein Füest mit der Jahreszahl 1733 genannt, während Verträge über Jahrhunderte weiter unter dem Namen Lohmann geschlossen wurden. Bis zur Auflösung des Klosters 1803 blieb der Hof Marienfelder Eigentum.
  • Juni 1988Die Siedlung „Im Eichengrund"Die Holler Siedlung „Im Eichengrund" entstand in den 1950er Jahren auf wenig fruchtbarem Steckrübenboden des Meyer zu Hollen, nachdem der damalige Bürgermeister Jürgensmann in Absprache mit Amtsdirektor Busse vom Amt Brackwede die begonnene Bebauung als Siedlung erweitert hatte. Durch den Zuzug vieler Flüchtlinge aus Pommern, Ostpreußen und Schlesien war der Wohnraum knapp geworden, und viele wagten trotz großer Einschränkungen den Schritt zum Bauen. Der Quadratmeter Bauland kostete 3,50 DM, während ein Arbeiter damals 2 DM in der Stunde verdiente, ein Sack Zement ebenfalls 3,50 DM und eine Badewanne fast unerschwingliche 200 DM kostete. Den Namen „Im Eichengrund" verdankt die Siedlung Pastor Wiehage; Pate stand eine alte, mächtige Eiche.
  • Sept. 1988„Der Konsum" (1828)Das Fachwerkhaus an der Haller Straße 140 wurde laut seiner Inschrift am 4. Juli 1828 von Cord (Karl) Heinrich Beerhorn und seiner Frau Maria Caroline geborene Heidsieck errichtet. Nach deren kinderlosem Tod 1846 eröffnete der aus Jöllenbeck zugezogene Kaufmann Johann Heinrich Weithöner hier eine Gemischtwarenhandlung, hielt regelmäßig Bibelstunden für Nachbarn und Kunden und gehörte zu den Mitbegründern des ersten Isselhorster Posaunenchores, der schon um 1870 bestand. Später richtete der Ummelner Konsumverein im Haus eine Filiale ein, weshalb der Volksmund vom „Konsum" sprach. Geführt wurde er von den Geschwistern Lise und Linchen Bollweg, den „Konsumtanten", zwei sehr korrekten Geschäftsfrauen, deren Sohn beziehungsweise Neffe Fritz im Ersten Weltkrieg gefallen war.
  • Nov. 1988125 Jahre DreesbeimdiekeGefeiert wurde der Tag, an dem vor 125 Jahren, also 1863, Wilhelm Dreesbeimdieke als Inhaber ins Handelsregister eingetragen worden war; das Geschäft neben der Kirche ist jedoch älter, denn schon 1837 nennt das Kirchenbuch einen Moritz Henrich Kornfeld gen. Dreesbeimdieke, Isselhorst Nr. 47, als „Commerciant". 1842 betrieb ein Franz Heinrich Dreesbeimdieke auf dem Hof Berwinkel an der Lutter eine Schinkensalzerei, kaufte den Bauern die Schinken ab, pökelte sie und verkaufte sie mit Pferd und Wagen bis ins Ruhrgebiet. Der junge Wilhelm erhielt vom Vater 300 Goldmark und die Worte „So, nun sieh zu, daß du zurecht kommst!" mit auf den Weg in die Selbständigkeit. Die Schankerlaubnis wurde erst 1866 nach jahrelangen Anläufen erteilt, und 1878 kam die Postagentur hinzu, für die Wilhelm als Beamter vereidigt wurde.
  • Dez. 1988Die Geschichte der KirchenglockenNachdem 1818 die drei alten Glocken geborsten waren, ließ die Kirchengemeinde im münsterländischen Gescher ein neues Geläut anfertigen, das bis 1870 in Betrieb war. Am 2. September 1870 läutete der Küster jedoch so gewaltig für den „Sieg bei Sedan", dass die größte Glocke von 15 Zentnern zersprang; zur Würdigung des Patriotismus schenkte Kaiser Wilhelm I. der Gemeinde daraufhin eine französische Kanone für eine neue Glocke, woraufhin alle drei Glocken neu gegossen wurden. Im Jahr 1916 mussten die beiden größten Bronzeglocken für Kriegszwecke abgeliefert werden, und die Kirchspielbewohner nahmen in einem eigens angesetzten Abendgottesdienst Abschied; auch die vom Kaiser geschenkte große Glocke wurde eingeschmolzen. Das heutige Geläut aus Gußstahl wurde 1922 im Bochumer Gußstahlwerk gegossen und trägt die Namen Glaube, Hoffnung, Liebe.

1989 – 1991

Familien bis 1556, Musikdorf und die Wende

Die tiefsten Grabungen der Redaktion — Höfe zurück ins 16. Jahrhundert — treffen auf die deutsche Geschichte, die vor der Kirchentür parkt.

  • Mai 1989300 Jahre Kornbrennerei ElmendorfAm Pfingstmontag 1989 feierte die Kornbrennerei Elmendorf ihr 300-jähriges Firmenjubiläum; auf dem zum Festplatz geschmückten Fabrikhof bewirtete man rund 500 Gäste, während der Posaunenchor und die Farmhouse Jazzband aus Greffen aufspielten. Gegründet wurde der Betrieb allerdings nicht von einem Elmendorf, sondern 1689 von Cordt und Margaretha Agnesa Lütgert, die im alten Fachwerkhaus „An der Lutter 1", der sogenannten Holtkämperei, wohnten und neben einer Handlung Korn brannten. Erst 1814 heiratete die Erbin Christina Louisa Lütgert den aus Brockhagen stammenden Ernst Friedrich Elmendorf, der dem Unternehmen seinen Namen gab; auf der Londoner Weltausstellung 1851 erhielt er für handgesponnenes Flachsgarn eine Urkunde als lobende Anerkennung. Die Familie prägte das Dorf über Generationen: Friedrich Elmendorf sorgte für den Anschluss ans Telefonnetz mit der Nummer 1 und besaß 1904 das erste Auto im Ort.
  • Aug. 1989Aus einem Kinderchor werden dreiDie neue Kirchenmusikerin Dorothee Bauer, die zu Jahresbeginn 1989 die Nachfolge des nach 30 Jahren ausscheidenden Diakons Hugo Müller angetreten hatte, lud Eltern und Kinder ab fünf Jahren zur Gründung eines Kinderchores ein. Ihrem Aufruf folgten so viele junge Sängerinnen und Sänger, dass sie statt der geplanten einen Gruppe gleich drei einrichten musste; schon bald hatten die Kinder ihren ersten Auftritt. Parallel dazu gründete Thomas Meyer, der wie Frau Bauer an der Landeskirchlichen Musikschule in Herford studierte, eine Jugendkantorei für die 13- bis 20-Jährigen. Damit war der Grundstein für das spätere „Musikdorf" Isselhorst gelegt.
  • Sept. 1989Die Honig-VertrauenskasseSeit dem 8. August 1989 stand am Isselhorster Ortsausgang an der Haller Straße Richtung Brockhagen ein Holzkarren, an dem der Hobbyimker Uwe Schröder seinen Honig in reiner Selbstbedienung anbot — samt offenem Wechselgeldkasten und ohne jede Aufsicht. Die Idee dazu hatte er aus einem Dänemark-Urlaub mitgebracht, und sein Vetter Henrich hatte ihm Mut gemacht, das Vorhaben trotz mancher Zweifel durchzuziehen. Das Ergebnis überraschte: In 23 Tagen verkaufte Schröder 75 Gläser, also 3,25 Gläser pro Tag, und machte dabei keine Mark Verlust. Manche Kunden trauten sich zunächst nicht an die Kasse heran, hinterlegten ihre Schulden aber später zuverlässig, sodass das Beispiel als gelungene Probe aufs Vertrauen galt.
  • Sept. 1989„Erbprinz Gustav von Isselhorst"An einem Maiabend 1989 stiegen zwölf Isselhorster und Ebbesloher in einen blau-gelben Heißluftballon, der mit 7000 Kubikmetern Heißluft gefüllt eine Höhe von 38 Metern und einen Durchmesser von 30 Metern erreichte. In rund 50 Metern Höhe trieb er im leichten Nordostwind über die Isselhorster Kirche, während Hunderte am Boden das Winken und Rufen der Fahrer erwiderten. Nach der Landung bei Drufel taufte der Pilot alle zwölf nach altem Ritual mit Feuer, Erde und Sekt und verlieh ihnen Namen wie Baron, Fürst und Erbprinz. Der mit 79 Jahren älteste Ballonfahrer wurde dabei feierlich zum „Erbprinz Gustav von Isselhorst" und gab zum Abschluss noch eine Runde „Elmendörfer" aus.
  • Nov. 1989Die Schmiede Buse (seit 1892)Die Isselhorster Schmiede hat eine lange Familientradition: 1892 erwarb Hermann Kleine, der Großvater des heutigen Inhabers Hermann Buse, vom Hof Friedel Krull das Schmiedeinventar und kaufte 1904 die Besitzung an der Haller Straße. Sein Vater, Schmiedemeister Hermann Buse sen., schuf sich als Dorfschmied einen besonderen Ruf im Pflugbau. Heute führt Landmaschinenmechanikermeister Hermann Buse jun. den Betrieb aus Schmiede sowie Landmaschinen- und Eisenwarenhandel, und mit Sohn Burkhard, der eine Lehre als Landmaschinenmechaniker begonnen hat, stehen die Aussichten für die Fortführung gut. In der Esse brennt das Schmiedefeuer wieder mit gut 1000 Grad Celsius, um Eisenstücke auf traditionelle Art unter dem Hammer auf dem Amboss zu verbinden.
  • Nov. 1989Der letzte Bürgermeister von EbbeslohAugust Kornfeld aus Ebbesloh erlitt Ende September 1989 auf einer Fahrt des Reitervereins Hollen nach Südtirol einen Schlaganfall und starb nach fast sechswöchigem Krankenhausaufenthalt am letzten Oktobertag im Alter von 83 Jahren. Er war der letzte Bürgermeister der kleinen Gemeinde Ebbesloh vor der kommunalen Neugliederung im Jahre 1970 und hatte dieses Amt siebzehn Jahre lang innegehabt. Als Mann des versöhnenden Ausgleichs, der die harte Konfrontation mied, genoss er im Kirchspiel und darüber hinaus großes Ansehen. Ein kaum übersehbarer Trauerzug folgte seinem Sarg bei der Beerdigung am 4. November 1989, bei der Pastor Kirsch ihn als einen Menschen würdigte, der sich aus christlicher Verantwortung für seine Mitmenschen eingesetzt habe.
  • Nov. 1989Der erste GeldautomatNach anderthalb Jahren Bauzeit wurde der Sparkassen-Neubau an der Haller Straße 135 fertiggestellt, für den zuvor das „Hotel zur Post" und die alten Sparkassenräume abgebrochen worden waren. Entworfen hatte das Gebäude das Architektenehepaar Joachim Osthus und Irmela Osthus-Spellmeier. Herzstück der Neuerung war ein Geldautomat im Foyer, an dem sich Kunden und Nichtkunden mit Kunden- oder EC-Karte rund um die Uhr bis zu 400 DM pro Tag auszahlen lassen konnten — es war der siebte Geldautomat der Sparkasse Gütersloh. Am 10. Dezember 1989 lud die Sparkasse zum Tag der offenen Tür, bevor der Geschäftsbetrieb im neuen Haus am 11. Dezember aufgenommen wurde.
  • Dez. 1989Das Ende der Brotfabrik JackeDie Isselhorster Brotfabrik, deren Backöfen im Oktober 1989 nach rund hundert Jahren endgültig ausgingen, war 1886 von Bäckermeister Heinrich Jacke gegründet worden, der sein Handwerk in der berühmten Soester Pumpernickelbäckerei Sökeland gelernt hatte. Weil er anfangs seinen großen, für etwa 300 Brote ausgelegten Ofen mit den wenigen Bestellungen nicht füllte, legte er Ziegelsteine hinein — und weil das Brot dadurch besonders gut geriet, konnte er schon 1892 an der Grenze zwischen Isselhorst und Avenwedde ein eigenes Wohn- und Geschäftshaus errichten. Die Spezialität des Hauses war Pumpernickel aus Roggenschrot, das bei niedriger Temperatur von 110 bis 140 Grad im dicht verschmierten Ofen 24 Stunden lang buk und dadurch einen süßlichen Geschmack bekam. Schon vor dem Ersten Weltkrieg versandte Jacke diese westfälische Spezialität bis nach Amerika, später auch nach Südafrika; 1931 übergab er den Betrieb an seine Söhne Hermann und Hans.
  • Dez. 1989Ein Kriegstagebuch von 1939In der Dezemberausgabe 1989 wurden Auszüge aus dem Tagebuch eines Isselhorster Arbeitsdienstmannes abgedruckt, der den Kriegsbeginn schilderte. Am 24. August 1939 kam im Lager der Befehl, alle Sachen bis auf das Notwendigste abzugeben; der Dienst wurde eingestellt, und die Männer marschierten zunächst nach Düsseldorf, wo sie in der geräumten Elisabeth-Schule untergebracht wurden. Am 30. August rückten sie als erste Einheit aus und kamen in einen Luftkurort rund 14 Kilometer vor der französischen Grenze, wo 360 Mann dicht gedrängt in einer Baracke lagen. Die Kriegserklärung Englands und Frankreichs erfuhren sie am 3. September; nach Wochen an der Westgrenze und in Osnabrück verlegte man die Einheit am 2. November in 48-stündiger Bahnfahrt über Stettin und Marienwerder nach Graudenz.
  • Jan. 1990Ein Hof, urkundlich 1489Im Januar-Jahresrückblick des „Lebendigen Isselhorst" wurde an eine urkundliche Kostbarkeit erinnert: Eine Urkunde aus dem Jahr 1489 belegt, dass der Isselhorster Hof Goldbecker vor 500 Jahren zum ersten Mal erwähnt wurde. Dieser Hof gilt als Ursprung des Hofes Baumeister. Damit reicht die schriftlich fassbare Geschichte dieser Hofstelle bis ins ausgehende Mittelalter zurück und bezeugt die lange Siedlungskontinuität im Kirchspiel.
  • Feb. 1990Ein Trabant auf dem KirchplatzWenige Monate nach dem Mauerfall stand im Winter 1990 ein Trabant mitten auf dem Platz vor der Isselhorster Kirche — ein noch seltenes Bild. Gemeinsam mit neun weiteren Fahrzeugen hatte er knapp 50 Christen aus Sollstedt im Südharz über die frühere Grenze zu einer Begegnung ins Evangelische Gemeindehaus gebracht. Der Verfasser des Berichts ließ den „Trabi" scherzhaft selbst zu Wort kommen und erzählte ihm im Gegenzug von seinem ersten Tagesausflug in die DDR nach Eisenach. So wurde das kleine Gefährt zum Sinnbild dafür, wie die Wende auch das Kirchspiel Isselhorst erreichte.
  • Feb. 1990Woher die „Birkenlene" ihren Namen hatHelene Hollmann, in der Nachbarschaft „Birkenlene" genannt, verstarb kurz vor Weihnachten 1989 im Alter von 85 Jahren; sie war auf dem elterlichen Hof in der Hambrinker Heide aufgewachsen. Der Hofname ging auf eine alte Gepflogenheit zurück: Bis ins vergangene Jahrhundert befanden sich auf dem Gelände mehrere durch Gräben verbundene Teiche, sogenannte Rötekuhlen, in denen die Nachbarn ihren Flachs einweichten, damit sich die Fasern aus den Stengeln lösten. Weil das Wasser der Hollmannschen Hofstelle von besonders guter Qualität war — eine Seltenheit auf dem oft eisenhaltigen Isselhorster Boden —, gab es dem Hof und der Familie den Namen. Um die Jahrhundertwende brauchte man die Flachskuhlen nicht mehr und legte an ihrer Stelle Wiesen an, sodass die Teiche heute verschwunden sind.
  • Apr. 1990Die Erweckungsbewegung im KirchspielDie Erweckungsbewegung, eine religiöse Erneuerung in der evangelischen Kirche Minden-Ravensbergs, hinterließ auch im Kirchspiel Isselhorst deutliche Spuren. Schon 1803 hielt der Lehrer Astroth, der auf der heutigen Besitzung Uthoff am Röhrbach die Isselhorster Kinder unterrichtete, Gebet- und Bibelstunden, die von einer kleinen Schar „Erweckter" besucht wurden. 1812 berichtete ein Missionar der Herrnhuter Brüdergemeinde über eine Versammlung in Astroths Haus, bei der „über 100 Personen zugegen" waren. Zu einer ernsthaften Auseinandersetzung zwischen den Erweckungskreisen und der Kirchenbehörde kam es 1830, als der bereits über 70-jährige, der Bewegung ablehnend gegenüberstehende Pfarrer Christian Ludwig Brand einen Hilfsprediger erhalten sollte.
  • Apr. 1990Das „Tal der Eismacher"Der Isselhorster Eisdielenbetreiber „Pino" — mit vollem Namen Guiseppe Pallazzon — öffnete jedes Jahr am zweiten Sonntag im Februar mit seiner Frau Antonietta seine Eisdiele in Avenwedde Bahnhof. Obwohl er nach seinem Universitätsstudium in Mailand eine Anstellung als Landvermesser hätte antreten können, entschied er sich für die Tradition seiner Familie und seines Heimattals Valzoldana. Dieses liegt mitten in den Dolomiten in Sichtweite der Marmolada, rund 100 Kilometer von Venedig entfernt, und wird in Italien als das „Tal der Eismacher" bezeichnet. Aus gutem Grund, denn allein in den Gemeinden Zoldo Alto und Forno di Zoldo überwintert die Mehrzahl der über 4000 italienischen Eismacher, die sich in der Bundesrepublik niedergelassen haben.
  • Mai 1990Die „roten Häuser" auf der BredeDie Elmendorfschen Mietshäuser auf der Brede sollten 1990 Neubauten weichen; mit ihnen verschwand ein Stück Isselhorster Wirtschaftsgeschichte. Um 1859 hatte Ernst Friedrich Elmendorf hier auf einem alten Erbpachtstreifen der Familie Lütgert ein Fachwerkhaus errichten und daneben einen großen Keller mit etwa zehn Räumen für eine Weberei anlegen lassen — die kühle, feuchte Luft eignete sich gut zur Verarbeitung von Flachs. Die ersten und einzigen Bomben, die je auf Isselhorst fielen, gingen im Sommer 1940 in einer Kette hinter und vor den Häusern nieder, richteten aber nur Sachschaden an. Nach dem Krieg rückte man enger zusammen: Bald wohnten in den roten Häusern 20 Mietparteien mit über 50 Personen, darunter viele Kinder, und die ersten Flüchtlinge zogen bereits im Sommer 1946 ein.
  • Juni 1990Dreimal Gold für Ernst RauDer Isselhorster Fleischermeister Ernst Rau, der seit 1977 sein Geschäft an der Steinhagener Straße betreibt, kehrte von einem internationalen Wettbewerb in den Niederlanden mit dreimal Gold zurück. Unter rund 140 Fleischermeistern aus neun europäischen Nationen erhielt er Gold für seine Salami, seine Cervelat-Wurst und seine Mettwurst „Eichsfelder Art" sowie zusätzlich Silber für luftgetrockneten Schinkenspeck und Bronze für Holsteiner Katenrauch-Mettwurst. Ausrichter war die aus Frankreich stammende „Confrerie des Chevaliers", die ihre Preise im Velthovener Hotel „Koningshof" verlieh. Damit war die Ware aus Raus Wurstküche von Dänemark bis Frankreich ein Begriff geworden.
  • Aug. 1990Die Schröders seit 1556Bereits um 1556 verzeichneten die Güterverzeichnisse im Kirchspiel zwei Hofstellen des Namens Schröder: Henrich Schröder „auf der Wendenhorst" nahe der Lutter am heutigen Tuxhornweg und Johann Schröder „uf der Kulen" an der Steinhagener Straße. Ersterer galt als Halbspänner mit zwei Pferden und zählte damit zu den größten Bauern des ansonsten kargen Kirchspiels, während der Markkötter Johann Schröder eine der kleinsten, erst wenige Jahre zuvor in der Allgemeinen Mark gegründeten Hofstellen bewirtschaftete. Beiden gehörte ihr Hof nicht, denn Eigentümer war der Landesherr, der Graf von Ravensberg, zu jener Zeit Herzog Wilhelm VII. von Kleve; beide Familien waren persönlich unfrei und durften ohne Einwilligung ihres Herrn weder heiraten noch wegziehen. Ihre Abgaben an Federvieh trugen sie je nach Bedarf zur Bielefelder Sparrenburg, wo die Verwaltungsleute des Herzogs saßen.
  • Sept. 1990Der Maler Heinz Krull (1917–1973)Der Bauernsohn Heinz Krull, 1917 an der Steinhagener Straße geboren, illustrierte die Festschrift zur 900-Jahrfeier des Kirchspiels im Jahr 1950 und schuf Zeichnungen für die „Minden-Ravensberger" Kalender jener Zeit. Gegen den Willen seines Vaters, der das Malen für eine brotlose Kunst hielt, wurde er in Bielefeld zum Lithographen ausgebildet, nachdem eine Malerlehre ihn nicht ausgefüllt hatte. 1944 geriet er in Jugoslawien in Gefangenschaft und wurde über Bulgarien nach Russland gebracht, wo er fünf Jahre in einem Lager blieb; seine zeichnerische Begabung verhalf ihm dort zu besserer Versorgung, weil er seine Bewacher porträtierte und dafür zusätzliche Rationen Brot oder Kartoffeln erhielt. Nach dem Krieg gründete er in Wuppertal eine neue Existenz und starb dort 1973 im Alter von erst 56 Jahren.
  • Okt. 1990„Hermannsdenkmal am falschen Ort?"Der Artikel griff die alte Streitfrage auf, ob das 1875 eingeweihte Hermannsdenkmal bei Detmold — ein beliebtes Ausflugsziel auch der Isselhorster — überhaupt am richtigen Ort steht. Schon der Historiker Theodor Mommsen hatte vor mehr als hundert Jahren vermutet, dass die Varusschlacht des Jahres 9 nach Christus nicht im Lippischen, sondern weiter nordwestlich in Richtung Osnabrück stattgefunden habe. Neue Ausgrabungen unter Leitung von Dr. Wolfgang Schlüter aus Osnabrück in der Nähe von Bramsche schienen ihm recht zu geben: Die Archäologen fanden eine Fülle römischer Gegenstände, darunter zahlreiche Münzen aus der Zeit des Kaisers Augustus, eine Kriegermaske und eine Speerspitze sowie einen Wall aus Steinen. Die Wissenschaftler zogen daraus bereits die Folgerung, dass es sich mit großer Wahrscheinlichkeit um den Ort der Varusschlacht handele und das Hermannsdenkmal damit am falschen Platz stehe.
  • Dez. 1990Isselhorst wird 940 Jahre altDas Adventsquiz des Isselhorster Heimatvereins, zu dem über das „Lebendige Isselhorst" alle Bürger aufgerufen waren, bezeichnete das Kirchspiel 1990 als „940 Jahre" alt — was auf eine erste Erwähnung um das Jahr 1050 verweist. Eine weitere Frage betraf den Kirchturm der evangelischen Kirche, dessen außen eingelassene Jahreszahl 1517, das Jahr der Reformation, sein Baujahr angibt. Das Kirchspiel selbst besteht aus fünf ehemals selbständigen Gemeinden. Fast alle der vielen hundert Einsender beantworteten die Fragen richtig; der Hauptpreis, eine Ballonfahrt über das Kirchspiel, ging an Heike Kölsch vom Haverkamp.
  • März 1991Eine Ikonenmalerin in NiehorstIn Niehorst widmet sich Maria Krümpelmann in ihrer Freizeit der altrussischen Ikonenmalerei, die sie nach einem Kursus bei einem Bad Rothenfelder Ikonenmaler für sich entdeckt hatte. Was mit zwei Apostelbildern begann, erweiterte sich mit der Zeit zu einer kleinen Galerie von mehr als zwanzig Werken, darunter Marienbilder, ein St. Michael und ein „Einzug in Jerusalem". Jede Ikone beansprucht dabei — von den Vorbereitungszeiten abgesehen — mehr als einhundert Malstunden. Gemalt wird auf Holz, das zunächst geleimt und getrocknet wird, ganz in der überlieferten Technik, wie sie noch heute russische Mönche pflegen.
  • Apr. 1991Tropenholz aus Ghana in NiehorstDas Sägewerk Hermann Huxohl & Sohn in Niehorst bezieht sein Stammholz aus dem Staatswald im Südwesten Ghanas, aus dem nur die hiebreifen Stämme nach kartographischer Erfassung zum Einschlag freigegeben werden. Etwa alle drei Monate geht von Niehorst eine Wunschliste nach Ghana, und wenn die Hölzer an der Pier von Takoradi liegen, fliegt Hermann Huxohl oder sein Mitarbeiter Alfred Rickert hin, um die Ware abzunehmen. Über Bremen gelangen die Urwaldriesen wie Abachi und Limba an die Brockhäger Straße, wo zwei Blockbandsägen einen Durchsatz von 15.000 Festmetern im Jahr bewältigen. Nennenswerten Abfall gibt es dabei nicht, denn das anfallende Sägemehl liefert die Heizenergie für die Trocknungskammern, während Schwarten als Brennholz verkauft und die Rinde zu Kompost verarbeitet werden.
  • Apr. 199160 Jahre DRK-SanitätskolonneDie Sanitätskolonne des Isselhorster Ortsvereins vom Roten Kreuz feierte 1991 ihr sechzigjähriges Bestehen; gegründet worden war sie 1930 auf Anstoß des Isselhorster Arztes Dr. Otto Möhlenbeck und des jungen Adolf Lang. Ein Gründungsmitglied, der Tischlergeselle Hermann Albrecht, war als Neunzehnjähriger am 2. Dezember 1930 eingetreten. Für einige Neulinge war ausschlaggebend, dass sie auf diese Weise eine Mitgliedschaft in der NSDAP oder in der SA umgehen konnten. Geübt wurde zunächst in der damals neuen Turnhalle, der heutigen Festhalle, wo Dr. Möhlenbeck etwa zwölf junge Männer in Erster Hilfe unterwies — als kräftige „Versuchsperson" stellte sich meist der Ortspolizist zur Verfügung.
  • Juni 1991Der Zisterzienser-MönkewegDer plattdeutsch „Mönkeweg" genannte Weg, von dem heute in Ebbesloh nur ein kurzes Teilstück erhalten ist, reichte einst von Marienfeld bis nach Hoberge-Uerentrop. Marienfelder Zisterziensermönche gingen ihn, um vom Kloster zu ihrem eigenbehörigen „Mönkehof" in Uerentrop zu gelangen; wahrscheinlich hatten sie ihn selbst angelegt, um aus den Steinbrüchen des Teutoburger Waldes Sandsteine für ihre 1222 eingeweihte Klosterkirche heranzuschaffen. In den folgenden Jahrhunderten bewirtschafteten die als tüchtige Landwirte bekannten Mönche und Laienbrüder die dem Kloster gehörenden Höfe zunächst selbst. Erst mit der Auflösung des Klosters Marienfeld im Jahre 1803 endete diese jahrhundertelange Bindung.
  • Juni 1991Der „Posaunengeneral" KuhloDer langjährige Isselhorster Chorleiter Ernst Imkamp hütet eine Postkarte des „Posaunengenerals" D. Johannes Kuhlo wie einen Schatz: Der Pionier der evangelischen Bläserchöre hatte sie zum 50. Chorjubiläum am 14. Juni 1936 als Grußwort geschickt und seinen Besuch in Isselhorst am 1. November 1936 nachgeholt. Kuhlo, dessen Familie eng mit Gütersloh verbunden war, gründete bereits 1871 als Schüler des Evangelisch Stiftischen Gymnasiums den bis heute bestehenden Schul-Posaunenchor. 1881 erschien sein „Posaunenbuch der Minden-Ravensberger Posaunenchöre", mit dem er die Bläserchöre von Militär- und Stadtmusikanten unabhängig machen wollte. Zum Kirchenkonzert am 16. Juni 1991 stellten mit Ernst Imkamp, seinem Sohn Horst und seinem Enkel Matthias gleich drei Generationen von Dirigenten das Wirken Kuhlos vor.
  • Juni 199125 Jahre Partnerschaft nach Ost-BerlinDie Evangelische Kirchengemeinde Isselhorst feierte 1991 das seltene Jubiläum einer 25-jährigen Partnerschaft mit der Gemeinde „Baumschulenweg" in Ost-Berlin. Begonnen hatte alles 1966, als der Kirchen- und Posaunenchor mit 47 Sängern und Bläsern nach West-Berlin fuhr — partnerschaftliche Kontakte zwischen Kirchengemeinden waren damals streng verboten. Als die Gruppe mit ihren Instrumenten geschlossen den Grenzübergang an der Heinrich-Heine-Straße benutzte, stand ein irritierter Volkspolizist vor ihnen und rief: „Wat denn, wat denn, 'ne janze Kapelle uf eemol?" Danach herrschte anderthalb Stunden Ratlosigkeit bei den Grenzern, bis endlich der erste Name zur Abfertigung aufgerufen wurde und sich Erleichterung ausbreitete.
  • Juli 1991100 Jahre BahnhofObwohl die Köln-Mindener-Eisenbahn bereits seit dem 15. Oktober 1847 durch das Kirchspiel rollte, dauerte es lange, bis Isselhorst einen eigenen Haltepunkt bekam — am 1. Juni 1891 feierte man endlich die Einweihung des Bahnhofs. In der Erbauungszeit hatten sich die Bauern, deren Äcker die Schienen durchschnitten, vergeblich gegen die Bahn gewehrt und sie mancherorts als Teufelswerk angesehen. Bei der Einweihungsfeier zogen die Gäste zum nahen Kronprinzen-Denkmal, das an eine 1851 bei Isselhorst geschehene Zugentgleisung erinnerte, bei welcher der damalige Kronprinz Friedrich-Wilhelm von Preußen, der spätere Kaiser Friedrich III., wie durch ein Wunder unverletzt geblieben war. Wenige Jahre später, 1895, hielten bereits sieben Zugpaare täglich in Isselhorst.

Bahnhof

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  • Juli 1991Ein Altar aus dem 15. JahrhundertDer Altar der Isselhorster Evangelischen Kirche zeigt Darstellungen aus der Passionsgeschichte und stammt von einem Schüler des Meisters Konrad von Soest aus dem 15. Jahrhundert. Das Original der Malereien wurde für so wertvoll befunden, dass es in die Sammlung des Westfälischen Landesmuseums in Münster aufgenommen wurde. Damit gehört das Werk zu den bedeutenden Kunstschätzen, die mit der Isselhorster Kirche verbunden sind. Es bezeugt, dass die spätmittelalterliche Tafelmalerei Westfalens auch im Kirchspiel ihre Spuren hinterlassen hat.

Innenraum der Kirche

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  • Sept. 1991Der Hof Jostmann und der BaumhüterSeit dem 16. Jahrhundert gehörte das Gelände an der Straße nach Steinhagen dem Bauern Joest, den man nach der Lage seines Hofes „uf der Kerckmesse" nannte und der als Markkötter zu einer jüngeren Gruppe von Siedlern in der Allgemeinen Mark zählte. Aus dem Namen Joest wurde in den folgenden Jahrhunderten Josting beziehungsweise Jostmann. Der Bauer hatte neben der Bewirtschaftung seines kleinen Hofes eine besondere Aufgabe: Als Baumhüter im Dienst des Grafen von Ravensberg öffnete und schloss er den Schlagbaum am Dorfrand, an dem für die Verbindungen nach Hollen, Marienfeld und Steinhagen das festgesetzte Wegegeld zu entrichten war. Erst 1904 wurde dieser Schlagbaum aufgehoben, als die preußische Regierung die Erhebung des Chausseegeldes abschaffte.
  • Sept. 1991100 Jahre Spar- und DarlehnskasseAm 11. Januar 1891 gründeten der Lehrer an der Holler Schule, Friedrich Stoppenhagen, und die Landwirte Wilhelm Niederöhrmann aus Hollen und August Meister aus Niehorst zusammen mit 76 weiteren Bürgern des Kirchspiels den „Isselhorster Spar- und Darlehnskassenverein zu Hollen". Anlass war die Existenznot von Handwerkern und Bauern, die im Zuge der Industrialisierung zwischen steigenden Zinsen und Preisverfall gerieten. Als Selbsthilfeeinrichtung nach genossenschaftlichem Vorbild schrieb die Kasse für Einlagen zunächst 3,5 Prozent Zinsen gut, während ein Darlehen nur etwa ein Prozent mehr kostete. Die Genossen hafteten dabei mit ihrem gesamten Vermögen, worin sich ihr Mut und ihr Vertrauen in die gemeinsame Sache zeigte.
  • Dez. 1991Wolgadeutsche kommen an die Haller StraßeIn einem Übergangswohnheim an der Haller Straße lebten Ende 1991 mittlerweile 24 Aussiedlerfamilien, die ausnahmslos aus dem Wolgagebiet der Sowjetunion stammten. Ihre Vorfahren waren vor gut 200 Jahren aus Deutschland angeworben worden, um an der Wolga zu siedeln, und hatten Sprache, Kultur und Glauben über Generationen bewahrt. Im Zweiten Weltkrieg wurde die deutschstämmige Bevölkerung 1941 und 1942 nach Sibirien deportiert und zur Zwangsarbeit gezwungen; Familien wurden auseinandergerissen, ehe eine Amnestie 1956 vielen die Neuansiedlung in Kasachstan und Kirgisien erlaubte. In Isselhorst zeigten sich die Ankommenden trotz der beengten Verhältnisse dankbar, freundlich aufgenommen worden zu sein.
  • Dez. 1991Der Heck-Sprudel versiegtSeit dem Sommer 1991 floss der Heck-Sprudel nicht mehr — der Isselhorster Mineralbrunnen stellte seine Produktion ein. Mit ihm verschwand ein Stück Isselhorst, das den Namen des Ortes am weitesten verbreitet hatte: An der ostfriesischen Waterkant war das Wasser ein Begriff und wurde dort gern getrunken, während man es in keinem Laden am Ort selbst kaufen konnte. Dabei war der Sprudel außerordentlich preisgünstig und von vorzüglichem Geschmack; eine Untersuchung im Auftrag der Zeitschrift „Natur" hatte ergeben, dass er mit seinem Nitratgehalt bei den deutschen Mineralwässern an zweitletzter Stelle lag. So verschwand ausgerechnet ein Erzeugnis, das am eigenen Ort am wenigsten geschätzt worden war.
  • Dez. 1991Isselhorst wird „Musikdorf"Am letzten Sonntag im Oktober 1991 führten die Isselhorster Jugendchöre erstmals gemeinsam Mozarts Missa brevis in der Evangelischen Kirche auf — zugleich eine Ehrerbietung an den Komponisten, dessen Todestag sich am 5. Dezember zum 200. Male jährte. Dieses Konzert bildete den kirchenmusikalischen Höhepunkt des Jahres und zeigte, dass die Arbeit des Kirchenmusikerpaares Dorothee Bauer und Thomas Meyer-Bauer Früchte trug. Seit zwei Jahren hatten die beiden aus ihrem Aufruf gleich vier Gruppen bilden können: die beiden Spatzenchöre, die Kurrende und die Jugendkantorei. Begünstigt durch die ausgezeichnete Akustik seiner Kirche, war Isselhorst damit auf dem besten Wege, ein „Musikdorf" zu werden.

Fortsetzung · Aus „Der Isselhorster” 1993–heute

Die Chronik geht weiter

1993 löste „Der Isselhorster” das alte „Lebendige Isselhorst" ab. Aus den bislang ausgewerteten Ausgaben sind hier die interessantesten Funde versammelt — Ortsgeschichte, Jubiläen, Porträts und Anekdoten, Jahr für Jahr.

1993 – 1994

Ein neues Dorfblatt und viele alte Geschichten

  • Juni 1993Der Trödelmarkt auf Elmendorfs Hof – von 1977 bis zum überregionalen AntikmarktDer Isselhorster Trödelmarkt auf Elmendorfs Hof geht auf das Jahr 1977 zurück, als er noch ausschließlich mit heimischen Anbietern begann. Bis 1993 hatte er sich zu einem weit über die Kreisgrenzen bekannten Antik- und Trödelmarkt entwickelt, der traditionell am Fronleichnamstag stattfindet. Beliebt war auch der Kindertrödel unter den Eichen vor der Stern-Apotheke. Der Erlös des Jahres 1993 sollte im Rahmen der Aktion 'Unser Dorf soll schöner werden' der Umgestaltung des Isselhorster Kirchplatzes zugutekommen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 1 · Juni 1993

Der Isselhorster Trödelmarkt im Jahr 1984 (K. Piepenbrock)

Der Isselhorster Trödelmarkt im Jahr 1984 (K. Piepenbrock)
Quelle: Der Isselhorster

  • Juni 1993Geburtsstunde der Dorfzeitung 'Der Isselhorster'Mit dieser ersten Ausgabe gab die Isselhorster Heimatstube als örtlicher Heimatverein die neue Ortszeitschrift 'Der Isselhorster' heraus. Sie entstand, weil viele Bürger örtliche Themen vermissten, die in der Tagespresse nicht oder nur oberflächlich behandelt wurden. Das Blatt sollte überparteilich und unabhängig eine Informations- und Diskussionsplattform für Alteingesessene wie Neubürger bieten. Vorsitzender des Heimatvereins und treibende Kraft war Karl Piepenbrock; Ansprechadresse war das Grafik-Atelier Baumeister an der Haller Straße.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 1 · Juni 1993
  • Juni 1993Podiumsdiskussion: Wie groß darf Isselhorst noch werden?Bei einer CDU-Podiumsdiskussion am 24. Mai 1993 im Gasthof 'Zur Linde' bei Ortmeyer diskutierten über 60 Bürger die künftige Entwicklung des Dorfes. Moderator Helmut Lütkemeyer nannte rund 4.200 Einwohner im Kerngebiet und etwa 6.000 im gesamten Kirchspiel; bis 2010 wurde ein Zuzug von weiteren 800 Menschen erwartet. Einigkeit bestand, dass Isselhorst nur noch maßvoll wachsen solle, um den dörflichen Charakter nicht zu verlieren. Zudem forderten die Teilnehmer einhellig, die geplante Umgehungsstraße aus dem Flächennutzungsplan zu streichen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 1 · Juni 1993
  • Juni 1993Vom Heimatfest zum KirchspieltreffSeit 33 Jahren wurde in Isselhorst das Heimatfest gefeiert, das nach der Nachkriegszeit auch das Heimatbewusstsein der vielen Vertriebenen und Flüchtlinge aus Ostdeutschland ausdrücken sollte. Weil die Begeisterung nachließ, fielen die Festumzüge seit 1989 weg, und 1992 fand erstmals gar kein Heimatfest mehr statt. Die rund 25 Vereine des Kirchspiels entschieden sich daher für eine neue Form: den 'Isselhorster Kirchspieltreff' als Straßenfest. Er wurde erstmals vom 10. bis 12. September 1993 gefeiert.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 1 · Juni 1993

Haus Schürmann, Haller Straße (Bleistiftzeichnung Hans Reitze)

Haus Schürmann, Haller Straße (Bleistiftzeichnung Hans Reitze)
Quelle: Der Isselhorster

  • Juni 1993Plattdeutsche Anekdote: Der Maulwurf im EimerDie erste plattdeutsche Seite erzählt unter dem Titel 'Schlechtichkaiden' eine humorvolle Anekdote von Wilfried Hanneforth. Mariechen versucht im Garten, mit dem Spaten einen Maulwurf ('Wennerk') zu fangen, während der Besucher Fritken das Tier heimlich in einen sandgefüllten Eimer steckt, um es nachts in den penibel gepflegten Garten des Nachbarn Hennerken zu setzen. Doch die Strafe folgt auf dem Fuß: Schon zwei Tage später wühlt der Maulwurf in Fritkens eigenem Garten. Die Zeichnung der Hofstelle Holste stammt von Hans Reitze.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 1 · Juni 1993

Hofstelle Holste (Bleistiftzeichnung Hans Reitze)

Hofstelle Holste (Bleistiftzeichnung Hans Reitze)
Quelle: Der Isselhorster

  • Juli 1993Die Restaurierung der evangelischen KircheDie umfangreiche Restaurierung der evangelischen Kirche, des bedeutendsten Baudenkmals des Kirchspiels, war 1993 weitgehend abgeschlossen; erhebliche Gewölbeschäden hatten die Arbeiten nötig gemacht. Der heutige Bau entstand nach Abbruch der romanischen Vorgängerkirche 1879 nach Plänen des Architekten Heinrich Hutze aus Porta/Barkhausen, wobei der gotische Turm stehenblieb. Die Gewölbe aus nur 11 cm starken Bimssteinen hatten bereits kurz nach dem Neubau (1880–1890) Risse bekommen. Finanziert wurde die Sanierung weitgehend aus einem Sonderfonds des Kirchenkreises Gütersloh.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 2 · Juli 1993

Südliches Querhausfenster der ev. Kirche Isselhorst (Ingbert Drews)

Südliches Querhausfenster der ev. Kirche Isselhorst (Ingbert Drews)
Quelle: Der Isselhorster

  • Juli 1993Der Isselhorster Künstler Heinz KrullZum Kirchspieltreff zeigte der Heimatverein eine Ausstellung des in Isselhorst geborenen Künstlers Heinz Krull (1917–1973). Er wurde auf dem Hof Friedrich Krull an der Steinhagener Straße geboren und studierte nach dem Krieg bei Olaf Gulbransson an der Akademie der bildenden Künste in München. Ab 1955 lehrte er figürliches Zeichnen an der Werkkunstschule Wuppertal und galt als Meister der 'Kunst des Weglassens'. Seine Witwe stellte dem Verein eine Auswahl seiner Werke zur Verfügung.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 2 · Juli 1993

Frau Krull und der Vorstand des Heimatvereins bei der Auswahl der Ausstellungsobjekte

Frau Krull und der Vorstand des Heimatvereins bei der Auswahl der Ausstellungsobjekte
Quelle: Der Isselhorster

  • Juli 199350 Jahre nach der Einschulung – Klassentreffen des Jahrgangs 1943Am 3. Juli 1993 traf sich der Einschulungsjahrgang 1943 der ehemaligen Volksschule Isselhorst zum Jubiläums-Klassentreffen im Gasthaus Niermann. Eingeschult hatte die Kinder Fräulein Zumbansen, Schulleiter war damals Herr Kreuzer. Wegen des Krieges fand der Unterricht zeitweise in Elmendorfs Kartoffelkeller statt oder fiel wegen Fliegeralarm aus; als Soldaten in der Schule einquartiert wurden, wich man ins Gemeindehaus aus. Von 45 angeschriebenen ehemaligen Schülern kamen 35 – sieben Mitschüler waren bereits verstorben.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 2 · Juli 1993
  • Juli 1993Nach 145 Jahren zurück in Isselhorst: das Familientreffen Leich1848 wanderte die Familie des Tischlers Johann Heinrich Leich mit fünf Kindern von Isselhorst nach Amerika aus – über Hamburg mit dem Segelschiff Columbia nach New Orleans und weiter bis Evansville im Bundesstaat Indiana. Über die Jahrzehnte riss der Kontakt zur Isselhorster Verwandtschaft ab. Am 12. Juni 1993 organisierte der Nachfahre Professor John Foster Leich ein Familientreffen in Isselhorst, zu dem acht Verwandte aus den USA sowie acht aus Hamburg und Bonn anreisten. Sie besichtigten die Kirche, die Brennerei Elmendorf und die Mühle Sundermann, das Geburtshaus ihrer gemeinsamen Vorfahrin.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 2 · Juli 1993

Gruppenbild der amerikanischen und deutschen Verwandtschaft vor der Isselhorster Kirche

Gruppenbild der amerikanischen und deutschen Verwandtschaft vor der Isselhorster Kirche
Quelle: Der Isselhorster

  • Juli 1993Nachruf Eduard Upmann – als 1976 ein Panzer die Tankstelle zerstörteDer beliebte Isselhorster Bürger Eduard Upmann, Eigentümer der Shell-Station an der B 61, starb am 9. Juni 1993 im Alter von 71 Jahren. In seiner Werkstatt bildete er über die Jahre viele Kfz-Lehrlinge aus. Vielen blieb in Erinnerung, dass die Tankstelle im März 1976 zerstört wurde, weil ein britischer Panzer einen Lastwagen hineingeschoben hatte. 1984 verpachtete Upmann den Betrieb an die Familie Koop.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 2 · Juli 1993

Eduard Upmann

Eduard Upmann
Quelle: Der Isselhorster

  • Juli 199320 Jahre Dampfkleinbahn MühlenstrothAm 10. Juni 1993 bestand die Dampfkleinbahn Mühlenstroth (DKBM) am Postdamm seit genau 20 Jahren. 1972 hatte August Bentlage, Vater des Gastwirts, auf seinem Grund den Aufbau der Gleise in 600-mm-Spurweite ermöglicht; zu Pfingsten 1973 fuhr unter großer Anteilnahme der erste Zug. Aus einer einzelnen Lok wuchs der Fahrzeugpark auf sieben Dampf- und sechs Diesellokomotiven, viele davon von stillgelegten Schmalspurbahnen wie der Waldeisenbahn Muskau. Der ehrenamtlich betriebene Verein finanzierte sich über Fahrgelder, Beiträge und Spenden.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 2 · Juli 1993
  • September 1993Der Hof Großekord in HoltkampFür den 'Holtkamp-Krug' der Werbegemeinschaft wurde der Hof Großekord als Motiv gewählt. Eine Inschrift über der Deelentür datiert den Bau auf den 5. Juli 1859, der Name Großekord lässt sich bis in das Jahr 1511 zurückverfolgen. Die Familie gehörte 1882 zu den Mitbegründern des 'Jünglingsvereins Isselhorst' (heute CVJM) und war 1886 auch bei der Gründung des Posaunenchors dabei. Der Hof wird bis heute als landwirtschaftlicher Vollerwerbsbetrieb geführt.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 3 · September 1993

Der Hof Großekord in Holtkamp (Ingbert Drews)

Der Hof Großekord in Holtkamp (Ingbert Drews)
Quelle: Der Isselhorster

  • September 1993Doppeljubiläum bei Fuhrunternehmer Kurt Kellner in NiehorstAm 1. August 1993 feierte der aus Oberschlesien stammende Fuhrunternehmer Kurt Kellner in Niehorst sein 40-jähriges Betriebsjubiläum. 1953 hatte er mit seinem Partner Werner Fielitz die Sandgrube und das Transportgeschäft von Martin Hollmann übernommen; der Sand wurde damals noch per Hand auf die Lkw geschaufelt. Die Niehorster Sandgrube war seinerzeit ein beliebtes Ziel für Schulausflüge der Grundschulen Niehorst und Hollen. Zugleich wurde der Mitarbeiter Ernst Korge für 40 Jahre Betriebstreue geehrt.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 3 · September 1993

Kurt Kellner überreicht seinem Mitarbeiter Ernst Korge die Ehrenurkunde der IHK

Kurt Kellner überreicht seinem Mitarbeiter Ernst Korge die Ehrenurkunde der IHK
Quelle: Der Isselhorster

  • September 1993Geflügel- und Gartenbauverein seit 1907Der Geflügelzucht- und Gartenbauverein Isselhorst hält seit 1907 seine Ausstellungen ab; in jenem Jahr wurden der Obst- und Gartenbauverein sowie der Geflügelverein gegründet und 1927 zusammengelegt. Zum 25-jährigen Jubiläum 1932 gab es eine große Kreisverbands- und Gewerbeschau in den Räumen des Gastwirts Richard Schlüpmann (heute Gaststätte Niermann). 1993 stand bereits die 86. Ausstellung an, bei der auch in Deutschland sehr seltene Rassen gezeigt wurden.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 3 · September 1993
  • September 1993Historisches Foto: die im Ersten Weltkrieg abgelieferten KirchenglockenIm zweiten Teil des Berichts zur Kirchenrestaurierung findet sich ein historisches Foto der im Ersten Weltkrieg konfiszierten Glocken, die zum Abtransport auf dem Isselhorster Bahnhof standen. Die große Glocke war aus einem im Krieg 1870/71 erbeuteten Kanonenrohr gegossen worden. Der Bericht schildert daneben die aufwändige Gewölbesanierung, bei der die morschen Bimssteine mit Sinterwasser gefestigt und die Risse mit einem Mörtel aus eingesumpftem Kalk und Bimsgranulat geschlossen wurden.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 3 · September 1993

Die im Ersten Weltkrieg abgelieferten Glocken auf dem Isselhorster Bahnhof

Die im Ersten Weltkrieg abgelieferten Glocken auf dem Isselhorster Bahnhof
Quelle: Der Isselhorster

  • September 1993Isselhorst beim Blutspenden landesweit vornIsselhorst nahm beim Blutspenden einen Spitzenplatz im Landesverband Westfalen-Lippe ein: 1992 wurden 554 Konserven an die Blutspendezentrale Münster übergeben. Bezogen auf rund 5.400 Einwohner entsprach das einer Quote von 10,32 Prozent – deutlich über dem Kreis Gütersloh (6,50) und dem Landesverband (6,67). Spitzenreiter vor Ort war ein einzelner Spender mit 65 Blutspenden.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 3 · September 1993
  • September 1993Porträt: Bauingenieur Ortwin SchwengelbeckDas Porträt stellt den 1935 in Isselhorst geborenen Bauingenieur Ortwin Schwengelbeck vor, der beim Staatshochbauamt Bielefeld zahlreiche denkmalgeschützte Kirchen im Minden-Ravensberger Land betreute. Als sein 'Lebenswerk' bezeichnete er die Sanierung der Klosterkirche Marienfeld; auch die vom Verfall bedrohte Ravensburg bei Borgholzhausen wurde unter seiner Leitung instandgesetzt. Als Baukirchenmeister im Presbyterium leitete er ehrenamtlich die Renovierung der Isselhorster Kirche, deren gutes Gelingen ihm zugeschrieben wird.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 3 · September 1993

Ortwin Schwengelbeck

Ortwin Schwengelbeck
Quelle: Der Isselhorster

  • November 1993Deutsche Weihnachten in Russland – Erinnerungen zweier AussiedlerUlrieke Elmendorf interviewte zwei Rußlanddeutsche, die als Aussiedler nach Isselhorst gekommen waren: den Lehrer und Prediger Johann Martens (68) und Maria Bruschinsky (36) aus dem Gebiet Orenburg südlich des Urals. Sie schilderten, wie ihre menonitischen Vorfahren einst aus Ostpreußen in die Ukraine und später an den Ural zogen und wie Weihnachten trotz des sowjetischen Religionsverbots ab 1930/31 heimlich weitergefeiert wurde. Bibeln und Gesangbücher wurden verbrannt, Prediger kamen ins Gefängnis oder zur Zwangsarbeit; oft waren es die Mütter, die den Kindern die Weihnachtsgeschichte weitergaben. Erst 1978 durften wieder Gottesdienste gehalten werden.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 4 · November 1993
  • November 1993Zehntes Weihnachtskonzert des Jungen Deutschen Blechbläser-EnsemblesZum zehnten Mal in Folge gab das Junge Deutsche Blechbläser-Ensemble am 23. Dezember 1993 sein Weihnachtskonzert in der evangelischen Kirche – ein kleines Jubiläum. Nach anfänglicher Durststrecke füllte das Konzert die Kirche inzwischen zuverlässig. Für die Musiker, die sich mittlerweile von Frankfurt bis Flensburg verstreut hatten, war es die einzige Gelegenheit im Jahr, gemeinsam zu spielen. Zum Jubiläum trat man erstmals in großer 'Zehnerbesetzung' auf, mit einer Sinfonie für Blechbläser von Bernhard Krol als Hauptwerk.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 4 · November 1993
  • November 1993Nachlese: der originale Altarflügel von 1420In der Nachlese zum bundesweit erstmaligen 'Tag des offenen Denkmals' am 12. September 1993 – rund 500 Besucher kamen in Isselhorst – erläutert Ortwin Schwengelbeck Details der Kirchenrestaurierung. Bei den Arbeiten wurde der ältere Zustand des Chorraums aus dem Erbauungsjahr 1880 freigelegt; die erst 1938 gefertigten Kopien der Altarbilder fanden in der Sakristei einen Platz. Wichtig sei, dass der wertvolle originale rechte Altarflügel von 1420 mit barocker Fassung in der Taufkapelle verblieb. Auch der historische Kronleuchter aus dem Vorgängerbau sollte in den Kirchenraum zurückkehren.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 4 · November 1993
  • November 1993Historisches Foto: Hofstelle Hanneforth in Ebbesloh, 1913Ein historisches Foto zeigt die Hofstelle Hanneforth, Ebbesloh Nr. 9 (heute Strothlandweg 58), im Jahr 1913. Peter Friedrich Hanneforth hatte den Hof 1883 vom Colon Schürmann gekauft. Die auf dem Bild zu sehenden Gebäude wurden 1939 abgebrochen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 4 · November 1993

Hofstelle Hanneforth, Ebbesloh Nr. 9, im Jahr 1913

Hofstelle Hanneforth, Ebbesloh Nr. 9, im Jahr 1913
Quelle: Der Isselhorster

  • November 1993Aufruf 'Wir suchen historische Fotos!' – die Gastwirtschaft BaumeisterUnter dem Aufruf 'Wir suchen historische Fotos!' veröffentlichte der Heimatverein eine Aufnahme der Gastwirtschaft August Baumeister – später Hotel zur Post – von vor 1910. Nur einem Glücksfall sei es zu verdanken, dass das Bild erkannt und so der Nachwelt erhalten wurde. Der Verein bat die Bürger, alte Fotos zur Reproduktion und Veröffentlichung zur Verfügung zu stellen; die Originale erhalte man selbstverständlich zurück.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 4 · November 1993

Die Gastwirtschaft August Baumeister, später Hotel zur Post, vor 1910

Die Gastwirtschaft August Baumeister, später Hotel zur Post, vor 1910
Quelle: Der Isselhorster

  • November 1993Nachruf Werner Stertkamp – 35 Jahre an der Spitze des TV IsselhorstDer Turnverein Isselhorst und der Turnbezirk Kreis Gütersloh verloren mit Werner Stertkamp einen prägenden Sportfunktionär; er starb am 30. August 1993 wenige Wochen vor seinem 70. Geburtstag. Fast 35 Jahre lang führte er den TV Isselhorst von 1894, dessen Mitgliederzahl unter seinem Vorsitz von rund 200 (1959) auf etwa 1.500 anwuchs. Bis ins Alter von 37 Jahren hatte er als torgefährlicher Handballer der ersten Mannschaft gespielt. Das für Mai 1994 vorbereitete 100-jährige Vereinsjubiläum erlebte er nicht mehr.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 4 · November 1993
  • Februar 1994Wechsel im Amt des OrtsheimatpflegersAuf der Jahreshauptversammlung am 2. Februar 1994 wurde Dietmar Schneider als neuer Ortsheimatpfleger eingeführt und sein Vorgänger Friedrich Struckmeier verabschiedet. Struckmeier, 1917 in Oberlübbe geboren, kam 1954 als Schulleiter nach Isselhorst und gründete den Schulverein für Landschulheimaufenthalte sowie die Lehrerfortbildungs-'Kaminrunde' und den Altenclub. Sein Nachfolger Schneider, 1944 in Friedrichsburg in der Provinz Posen geboren und seit 1947 in Isselhorst, ist Diplom-Finanzwirt und war einst selbst ein Schüler Struckmeiers.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 5 · Februar 1994
  • Februar 1994Der neue 'DRK-Seniorenhof' in der ehemaligen Mode-DeeleIm November 1993 eröffnete das Rote Kreuz Isselhorst den 'DRK-Seniorenhof' zur Betreuung pflegebedürftiger alter Menschen und zur Entlastung ihrer Angehörigen. Er fand seine Wohnstatt in der ehemaligen Mode-Deele in der Gärtnerei Kollhörster an der Lutter. Montags und mittwochs von 14 bis 18 Uhr wurden dort sechs bis sieben Menschen aktivierend betreut – mit leichten Hausarbeiten, Gedächtnisspielen, Sitzgymnastik und Musik. Ergänzend startete ein monatlicher Gesprächskreis für pflegende Angehörige.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 5 · Februar 1994
  • Februar 1994Vier neue Handwerksmeister und ein FahrlehrerFür das Handwerk im Kirchspiel war 1993 ein besonders erfolgreiches Jahr: Gleich vier junge Handwerksmeister und ein Fahrlehrer legten ihre Prüfungen ab. Es waren der Fahrlehrer Markus Klich, der Kfz-Meister Lars Brinker (Autohaus Brinker), die Tischlermeister Carsten Lütgert und Matthias Schlautmann sowie Dachdeckermeister Wolfgang Hallmann. Carsten Lütgert erreichte im praktischen Teil sogar die Note 1.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 5 · Februar 1994
  • Februar 1994'Sind die Isselhorster größenwahnsinnig geworden?' – Bachs WeihnachtsoratoriumDer Isselhorster Kirchenchor blickte auf die eigene Aufführung von Bachs Weihnachtsoratorium am 2. Weihnachtstag 1993 zurück. Mancher hatte gespottet, ob sich ein Dorfchor damit nicht übernehme. Unter Leitung von Dorothee Bauer und Thomas Meyer-Bauer und getragen von einem jungen Orchester gelang die Aufführung vor bis auf den letzten Platz besetzter Kirche jedoch mit langem Applaus. Ein historisches Foto zeigt den Blick vom Kriegerdenkmal zur Kirche um 1930.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 5 · Februar 1994

Blick vom Kriegerdenkmal zur Kirche, ca. 1930

Blick vom Kriegerdenkmal zur Kirche, ca. 1930
Quelle: Der Isselhorster

  • Februar 1994TELE-Forum – ein Video-Verlag mitten in IsselhorstIn den hinteren Räumen des vor gut einem Jahr geschlossenen Lebensmittelgeschäfts Landwehr an der Haller Straße hatte sich der 'TELE-Forum Video-Verlag' von Dieter Komorowski angesiedelt. Der Verlag entwickelte informative Videofilme zu Fachthemen wie CAD-Anwendungen im Architekturbüro oder Satelliten- und Kabeltechnik, gedreht in Studios und vor Ort von Bielefeld bis London. Für dieses Konzept war Komorowski 1992 mit dem Fachpreis 'Master of Excellence' ausgezeichnet worden.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 5 · Februar 1994

Innovationspreis 'Master of Excellence 1992', Dieter Komorowski

Innovationspreis 'Master of Excellence 1992', Dieter Komorowski
Quelle: Der Isselhorster

  • April 1994Die Geschichte des Hofes Kleikamp/Kornfeld in EbbeslohDie Geschichte des Hofes Kleikamp/Kornfeld (Ebbesloh Nr. 1) reicht urkundlich bis 1216 zurück, als ein Hof in Ebbesloh dem Kloster Marienfeld übereignet wurde; 'Konrad Kleikamp' wird 1286 als Zeuge genannt, 1550 der Besitzer 'Johann Kleikamp'. 1896 verkaufte Colon Heinrich Diekmann gt. Kleikamp den Hof. Nach mündlicher Überlieferung überbot der Ackerer Heinrich Kornfeld aus Holtkamp den vermeintlich sicheren Käufer spontan mit 46.000 Mark und erhielt so den Hof. Er wird heute in dritter Kornfeld-Generation bewirtschaftet.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 6 · April 1994

Heinrich und Johanne Kornfeld

Heinrich und Johanne Kornfeld
Quelle: Der Isselhorster

  • April 1994Aus der Geschichte der Gemeinde HollenDer Beitrag zeichnet die Geschichte der Gemeinde Hollen nach, deren Name erst 1634 als 'Hollen' auftaucht; 'Loh' bedeutet Gehölz, gemeint ist das 'hohe Gehölz'. Schon 1216 wird der Hof Meier zu Hollen als Oberhof ('Curia') erwähnt; die Bauern waren über Jahrhunderte hörige Nutzer, die Dienste und Abgaben an wechselnde Grundherren wie das Bistum Münster und den Grafen von Rietberg leisten mussten. Um 1820 hielt der Meierhof 3 Pferde, 12 Kühe, 3 Schweine, 80 Schafe und 15 Hühner – der hohe Schafanteil verweist auf die großen Heideflächen. Ein historisches Foto zeigt die 1873 erbaute und 1910 abgerissene Holler Windmühle.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 6 · April 1994

Die Holler Windmühle, erbaut 1873, abgerissen 1910

Die Holler Windmühle, erbaut 1873, abgerissen 1910
Quelle: Der Isselhorster

  • April 199475 Jahre alte Hochzeitsverse aus NiehorstDie plattdeutsche Seite bringt zwei Hochzeitsvorträge, die Anna und Friese Wiedei aus Niehorst vor 75 Jahren auf Hochzeiten aufgesagt hatten. Bemerkenswert sei, dass diese Texte noch im Alter von 90 Jahren fehlerfrei im Krankenbett wiedergegeben werden konnten. Der erste Text ist ein humorvoll-belehrender Ratschlag an das Brautpaar über Ordnung und Sparsamkeit im Haushalt, der zweite ein Zwiegespräch zweier 'alter Tanten' (Gertrud Huckebein und Susanne Knickebein).
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 6 · April 1994
  • April 1994100 Jahre Turnverein Isselhorst von 1894Der Turnverein Isselhorst von 1894 kündigte sein 100-jähriges Bestehen an, das vom 21. Mai bis 5. Juni 1994 mit zwei Festwochen begangen werden sollte. Höhepunkte waren der offizielle Festakt am Pfingstmontag und das Festwochenende Ende Mai mit großem Jubiläumsumzug, Buntem Rasen und dem Marinemusikkorps Ostsee mit 60 Soldaten. Zudem war eine 168-seitige Festschrift in Vorbereitung. Ein historisches Foto erinnert an den Durchzug der Turner im traditionellen Langweiß beim Turnerfest 1953.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 6 · April 1994

Durchzug der Turner durch das Dorf beim Turnerfest 1953

Durchzug der Turner durch das Dorf beim Turnerfest 1953
Quelle: Der Isselhorster

  • April 1994Neuer Kronleuchter aus Wurzen als 'Aufbauhilfe Ost'Zum Osterfest 1994 erhielt die evangelische Kirche einen neuen Kronleuchter, der allein aus Gemeindespenden finanziert wurde. Den Auftrag bekam die Sächsische Bronzewarenfabrik in Wurzen bei Leipzig, die seit 1862 besteht und in der auch zu DDR-Zeiten der Gürtlerberuf erhalten blieb – die Vergabe verstand man zugleich als kleine 'Aufbauhilfe Ost'. Der zweietagige Messingleuchter mit je neun Armen entsprach in Größe und Form dem an die Gemeinde Heepen zurückzugebenden 'Heeper Leuchter'.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 6 · April 1994
  • April 1994Shell-Station Koop schließt zum Umbau – Tankstelle seit 1927Die Shell-Station Koop an der Ecke Isselhorster Straße/B 61 schloss nach Ostern 1994 für drei Monate wegen eines Umbaus. Grund war eine Umweltnorm von Bundesumweltminister Klaus Töpfer, die Tankstellen bis Ende 1995 zur Nachrüstung zwang – andernfalls drohte die Schließung. Erika und Wilhelm Koop investierten rund 480.000 Mark; an dieser Stelle bestand bereits seit 1927 eine Tankstation. Nach dem Umbau sicherte der Konzern langfristige Verträge über 25 Jahre zu.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 6 · April 1994
  • Juni 1994Zur Linde erhält seine älteste Farbfassung zurückDas Fachwerkhaus der Gaststätte Zur Linde (Ortmeyer) am Kirchplatz, ein Ständerbau von 1677, wurde außen denkmalpflegerisch restauriert. Unter sechs Farbschichten legte ein Restaurator die älteste zusammenhängende Fassung frei; die Fachbehörden empfahlen, danach zu streichen. Schadhafte Fachwerkhölzer wurden mit altem Eichenholz ersetzt, die Gefache im Ziegelfarbton, die Balken in Anthrazit und die Tore in Dunkelgrün gehalten. Im Inneren blieb aus einer Umbauphase von 1752 noch das feingliedrige Bleisprossenfenster zum Kirchplatz erhalten.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 7 · Juni 1994

Malermeister Wilfried Riewe beim Ausmalen der Gefache (Foto: Ingbert Drews)

Malermeister Wilfried Riewe beim Ausmalen der Gefache (Foto: Ingbert Drews)
Quelle: Der Isselhorster

  • Juni 1994Der Klavierlehrer, der die Nazi-Zeit überlisteteIngeborg Elmendorf erinnert an den Bauern und Musiker Heinrich Heißmann, der mit von der Landarbeit steifen Händen hinreißend Klavier spielte und nach dem Verlust eines Fingers eigene Fingersätze schrieb. Nach der Reichspogromnacht 1938 durfte er jüdische Komponisten nicht mehr unterrichten; er wies seine elfjährige Schülerin an, Mendelssohn heimlich zu Hause weiterzuüben und dabei die Fenster zu schließen, um Klavierlehrer bleiben zu können. Während des Krieges kamen Musiker des Bielefelder Symphonieorchesters zu ihm zum Üben, weil in Bielefeld die Bomben fielen. Sein Traum vom eigenen Flügel erfüllte sich erst, als er ein schwer beschädigtes Instrument aus einem zerbombten Haus jahrelang selbst spielbar machte.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 7 · Juni 1994

Heinrich Heißmann und seine Frau Marianne

Heinrich Heißmann und seine Frau Marianne
Quelle: Der Isselhorster

  • Juni 199470 Jahre Schützenverein NiehorstDer Schützenverein Niehorst, 1924 gegründet, feierte 1994 sein 70-jähriges Bestehen und wich mit seinem Fest sogar dem hundertjährigen TVI aus. Zum Ablauf gehörten der Zug zum Ehrenmal, das Gedenken der Verstorbenen, der Abschiedsempfang der Regenten Wolf-Dieter Norra und Christel Hellweg sowie das Vogelschießen als jahrhundertealte Überlieferung in Form eines Gesellschaftsspiels. Zum Kehraus stimmte man traditionell das Lied Kein schöner Land an.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 7 · Juni 1994
  • Juni 1994Als der Postillon noch am Schlagbaum bliesZum 25-jährigen Bestehen des Hotel-Restaurants Zum Postillon erinnerte die Zeitung an die Postkutschenzeit am historischen Postdamm zwischen Gütersloh und Bielefeld. Die nahe Lütgertsche Stätte, schon 1550 erwähnt und im Volksmund Schou-makerstuie genannt, wurde von Vorfahren des Wirtes Rolf Breitenströter bewirtschaftet; Großvater Wilhelm, 1968 mit 92 Jahren verstorben, erinnerte sich noch an den Schlagbaum. Erst 1904 wurde in Isselhorst der letzte Schlagbaum beseitigt, bis dahin wurde Chausseegeld kassiert. Ein Klarer kostete damals so viel wie eine über den Postdamm geführte Kuh, nämlich zwei Pfennig.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 7 · Juni 1994
  • Juni 199470 Jahre evangelischer KirchenchorAm 17. November 1924 wurde der evangelische Kirchenchor Isselhorst mit gleich 52 aktiven Mitgliedern gegründet; erster Chorleiter war Herr Eickholtz. Der Chor überstand die Kriegsjahre unter Diakon Karl Krieger, unternahm 1966 eine Chorfahrt nach Berlin mit Konzert in der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche und weihte 1974 zum 50-jährigen Jubiläum die fertiggestellte Orgel ein. Seit 1989 gehört der Chor mit 40 Aktiven zu einer Gesamtkantorei von rund 120 Personen; die Aufführung des Bachschen Weihnachtsoratoriums 1993 galt als Meilenstein.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 7 · Juni 1994
  • August 1994Mirando lief sechs Kilometer nach HauseChristina Kampmann erzählt von Mirando, einem vierjährigen Haflingerwallach aus der ehemaligen DDR, der dem Nachbarn Heiko Wenzel gehörte und auf einer Weide hinter der Lutter untergestellt wurde. In der Nacht riss das Pferd den Elektrozaun und lief allein rund sechs Kilometer über die Münsterlandstraße bis nach Steinhagen zu seinem früheren Standort bei Burkhard. Dort fing der herbeigeeilte Heiko das schweißnasse Tier wieder ein; passiert war ihm zum Glück nichts.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 8 · August 1994
  • August 1994Pastor Kirsch zieht nach NamibiaDer 38-jährige Pastor Helmut Kirsch, der 1987 in Isselhorst ordiniert worden war, verließ mit seiner Familie das Kirchspiel in Richtung Windhoek, wo er eine der vier Pfarrstellen der deutschen Gemeinde übernahm. Für seine Frau Ulrike, die als Kind mit ihrem Missionarsvater in der Region gelebt hatte, ging damit ein fünfzehn Jahre alter Traum in Erfüllung. Die Familie verlor durch den Wechsel zwei Drittel ihres Einkommens; die drei evangelisch-lutherischen Kirchen vor Ort – eine weiße und zwei schwarze – hatten beschlossen, sich zu vereinen, wozu Kirsch einen Beitrag zur Überwindung der Apartheid in den Herzen leisten wollte.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 8 · August 1994
  • August 1994Bienenstich statt BikiniDer 30-jährige Bäcker und Konditor Axel Glasenapp eröffnete Mitte August in der Dorfmitte an der Haller Straße ein Steh-Café. Es entstand in den Räumen des früheren Damenbekleidungsgeschäfts Claudia Rössler – daher der Slogan Bienenstich statt Bikini, Mohnbrötchen statt Miederwaren. Durchgehend von 6 bis 18 Uhr geöffnet, sollte es mit belegten Brötchen, Snacks und Rohkost vor allem den Berufsverkehr ansprechen; die Umbaukosten bezifferte Glasenapp auf eine sechsstellige Summe.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 8 · August 1994
  • August 1994Die Luttermöwen – ein Shanty-Chor entstehtIsselhorst hat neben Kirchen-, Männer-, Frauen- und Kinderchor auch einen Shanty-Chor namens Luttermöwen. Er entstand 1991, als die Gymnastikgruppe des CVJM ihr 20-jähriges Bestehen unter dem Motto Nordseeküste feierte und die Ehemänner der Turnerinnen als Sänger einsprangen. Aus der Freude an den Liedern von der Waterkant wuchs die Gruppe von anfangs 14 auf 23 Mitglieder und traf sich fortan einmal im Monat zur Probe.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 8 · August 1994
  • August 1994Abschied von Adolf Schmidt, dem Vater des HeimatfestesDer Nachruf würdigt Rektor a. D. Adolf Schmidt, der 1945 aus Stettin über Hollen nach Niehorst kam und dort an der Schule unterrichtete. Zwanzig Jahre arbeitete er im Vorstand des Schützenvereins Niehorst und leitete als Protektor dessen plattdeutsche Laienspielgruppe, obwohl er selbst kein Platt sprach. Das Isselhorster Heimatfest geht auf seine Initiative mit August Hollmann zurück: Aus einem Freundschaftsschießen der Vereine 1958 entwickelten beide 1959 die große Veranstaltung. Schmidt starb am 2. Juli 1994 im sauerländischen Warstein.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 8 · August 1994
  • September 1994Schaudreschen wie in alten ZeitenFür den Kirchspieltreff führte der Heimatverein ein Dreschfest nach alter Art vor. Auf dem Hof Schulte fand man einen McCormick-Selbstbinder von 1959, der nur fünf Ernten gelaufen war und nach 30 Jahren mit zwei Restaurierungsstunden wieder in Betrieb ging. Etwa ein Hektar Roggen wurde gemäht, zu Garben aufgestellt und mit einem alten Ringsenwagen, gezogen von einem Lanz-Bulldog, zur Brennerei Elmendorf gefahren, wo am 11. September gedroschen wurde.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 9 · September 1994
  • September 1994Dinkel – ein Urweizen kehrt zurückDer Biolandwirt Siegfried Kampmann baute in der Hambrinker Heide wohl zum ersten Mal in Isselhorst den Dinkel an, einen eiweißreichen Urweizen. Dinkel wurde etwa 3000 v. Chr. im alemannischen Raum heimisch und blieb lange die wichtigste Brotgetreideart, bis der geringere Ertrag und ab der NS-Zeit ein Anbauverbot die jahrhundertealte Tradition beendeten. Schon Hildegard von Bingen rühmte den Dinkel als bestes Getreide. Ein Teil der Ernte sollte gedroschen und von Knut Elmendorf zu einem strohgelben Dreschkasten-Dinkel-Korn gebrannt werden.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 9 · September 1994
  • September 199475 Jahre Küchen-KönigDas Küchenfachgeschäft König geht auf die 1919 von Heinrich König gegründete Bau- und Möbeltischlerei am Haverkamp 37 zurück. Nach dem Krieg fertigte Sohn Heinz König zunächst Kleinmöbel – etwa Nähkästen aus Gasmasken-Kästen – und spezialisierte sich später auf Küchen, seit 1963 auf Einbauküchen. 1994 führte Wolfgang König den Betrieb in dritter Generation auf 500 Quadratmetern Ausstellungsfläche und erhielt eine Auszeichnung für gute Planung und Einbau von Küchen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 9 · September 1994
  • September 1994Heinrich Heißmann, der ChorleiterDer zweite Teil des Porträts widmet sich Heinrich Heißmann als Chorleiter, der den Männerchor Isselhorst 1912 im Alter von 19 Jahren übernahm. Gleich in den ersten Jahren richtete er in Isselhorst das Gausängerfest Nordostwestfalen aus, zu dem Hunderte Sänger mit Autobussen und Sonderzügen anreisten. 1928 fuhr er zum Deutschen Sängerfest nach Wien, 1937 feierte er sein 25-jähriges Chorleiter-Jubiläum, und 1946 gründete er den Gemischten Chor. Mehr als 50 Jahre diente er dem Isselhorster Gesangverein.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 9 · September 1994

Der Männergesangverein Isselhorst im Jahr 1949

Der Männergesangverein Isselhorst im Jahr 1949
Quelle: Der Isselhorster

  • September 1994Kirchgang mit der Kutsche vor 60 JahrenKarl Johannsmann erinnert sich an den sonntäglichen Kirchgang, als Bauern aus Niehorst und Ebbesloh mit der Kutsche zur Kirche fuhren und ihre Pferde beim Gastwirt Richard Schlüpmann (später Niermann) ausspannten. Nach dem Gottesdienst tauschte man dort Nachrichten und vor allem Schlachtviehpreise aus und trank fast ausschließlich den klaren Elmendörfer. Als frisch Konfirmierter durfte der Verfasser 1927 erstmals kutschieren; die als Dank überreichte erste Zigarre machte ihm auf der Rückfahrt so übel, dass ihn dieses Erlebnis vor dem Tabakgenuss bewahrte.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 9 · September 1994

Gastwirt Richard Schlüpmann und seine Frau Mathilde

Gastwirt Richard Schlüpmann und seine Frau Mathilde
Quelle: Der Isselhorster

  • September 1994Die Brennerei Elmendorf als lebendes IndustriedenkmalOrtsheimatpfleger Dietmar Schneider wandte sich gegen eine geplante zweigeschossige Bebauung am Haverkamp, weil sie den freien Blick auf die Brennerei Elmendorf beeinträchtigen würde. Die Anlage aus Schornsteinen sowie Hoch- und Flachbauten gilt als komplexes, lebendes Industriedenkmal und verleiht neben der Kirche dem Dorf sein unverwechselbares Gesicht. Von alters her lag sie ohne Umbauung frei in der Landschaft und bot einen Anblick wie auf eine Festung.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 9 · September 1994

Blick auf den Isselhorster Dorfkern mit der Brennerei Elmendorf

Blick auf den Isselhorster Dorfkern mit der Brennerei Elmendorf
Quelle: Der Isselhorster

  • November 1994Westfälischer Apfeltag mit 2100 BesuchernAuf Initiative von Rainer Bethlehem vom Geflügelzucht- und Gartenbauverein fand am 8. Oktober erstmals in dieser Gegend der Westfälische Apfeltag in der Isselhorster Festhalle statt. Statt der erwarteten 800 kamen rund 2100 Besucher, um etwa 180 zusammengetragene Sorten zu bestaunen, darunter Raritäten wie den Westfälischen Gülderling oder den fast ausgestorbenen gelben Münsterländer Borsdorfer. Zwei aus den neuen Bundesländern angereiste Pomologen bestimmten waschkörbeweise unbekannte Äpfel. Der Beitrag erinnert daran, dass die Römer den Apfel einst nach Germanien brachten.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 10 · November 1994
  • November 1994Warum der Isselhorster Kirchplatz kein Dorfmittelpunkt wurdeIn einem Auszug aus seiner Diplomarbeit erklärt Thomas Schalk, dass der Isselhorster Kirchplatz nie den Mittelpunkt des Dorfes bildete, weil die Kirche einst als Eigenkirche nur auf dem Boden des Meierhofes errichtet wurde. Der heutige, ungewöhnlich große Platz entstand erst in den siebziger Jahren durch den Abriss des Schröderschen Hauses und der Schulhofmauer. Mit dem Abbruch des 1804 erbauten und 1892 wieder abgerissenen Schulgebäudes ging wertvolle historische Bausubstanz verloren; nur wenige Gebäude wie Zur Linde und die Holtkämperei blieben.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 10 · November 1994

Blick vom Kirchengebäude auf das alte Schulgebäude Richtung Dreesbrandieke und Schröder

Blick vom Kirchengebäude auf das alte Schulgebäude Richtung Dreesbrandieke und Schröder
Quelle: Der Isselhorster

  • November 1994Der Wetterhahn des MaschinenfabrikantenIn der Reihe Sehenswertes Isselhorst beschreibt Andreas Sassen eine schmiedeeiserne Wetterfahne am Giebel eines Fachwerkhauses an der Haller Straße, das einst Wohnsitz des Isselhorster Maschinenfabrikanten Schießmann war. Das aufwendig gearbeitete Unterteil ist mit vielen Rädern und Sternen besetzt, die sich bei Wind gedreht haben dürften. Das geschnitzte Giebelbrett trägt den Stern von Bethlehem und die Worte Ehre sei Gott in der Höhe; der Blick auf diese Wetterwarte war stets mit einem Stoßgebet verbunden.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 10 · November 1994
  • November 1994Sing we and chant it auf Kornfelds HofDie etwa 25-köpfige Jugendkantorei wagte sich unter Leitung von Thomas Meyer-Bauer auf internationales Parkett – auf Kornfelds Hof in Ebbesloh. Sie brachte überwiegend Lieder, Arien und Chansons französischer, italienischer und englischer Renaissance-Komponisten zu Gehör. Rund 100 Zuhörer spendeten langen Applaus; die Lieder waren mit Gedichten von Matthias Claudius, Heinrich Heine und Joseph von Eichendorff verflochten, die Dorothee Bauer vortrug.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 10 · November 1994

1995 – 1996

Höfe, Handwerk und Erinnerungen an Krieg und Wiederaufbau

  • Februar 199525 Jahre kommunale NeuordnungAm 1. Januar 1970 trat das Wiedenbrück-Gesetz in Kraft, mit dem die selbständigen Kirchspielgemeinden Isselhorst, Hollen, Niehorst und Ebbesloh zur Stadt Gütersloh kamen. Nach hitzigen Diskussionen votierten sie mehrheitlich für Gütersloh statt Bielefeld; Holtkamp wurde Bielefeld zugeschlagen, wofür die Hambrinker Heide gegen den Willen der Einwohner als Korridor abgetrennt wurde. Helmut Lütkemeyer zieht 25 Jahre später eine positive Bilanz: Isselhorst konnte seine Infrastruktur ausbauen und blieb dennoch ein lebendiges Dorf, keine reine Schlafstadt.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 11 · Februar 1995

Unterzeichner der Gebietsänderungsverträge, u. a. die Bürgermeister Schröder, Jürgensmann und Kornfeld (Foto: F. Fischer)

Unterzeichner der Gebietsänderungsverträge, u. a. die Bürgermeister Schröder, Jürgensmann und Kornfeld (Foto: F. Fischer)
Quelle: Der Isselhorster

  • Februar 1995Der kleine Laden am PostdammAnhand eines Fotos von 1920 schildert Fr. W. Helling die Geschichte des Hauses Lütgert am Postdamm. Carl Heinrich Lütgert hatte das Bäckerhandwerk gelernt und sich um 1895 selbständig gemacht; das heutige Haus ließ Bäcker Wilhelm Breitenströter 1908 erbauen. In den 1920er und 1930er Jahren wurde vor allem Pumpernickel und Schwarzbrot gebacken und zweimal wöchentlich mit Pferd und Brotwagen die 15 Kilometer nach Bielefeld gefahren. 1964 wurde der kleine Kolonialwarenladen aufgegeben, als die Supermärkte kamen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 11 · Februar 1995

Menschengruppe vor dem Haus Lütgert am Postdamm, 1920

Menschengruppe vor dem Haus Lütgert am Postdamm, 1920
Quelle: Der Isselhorster

  • Februar 1995Die Freitreppe der Villa SchürmannIn der Reihe Sehenswertes Isselhorst beschreibt Andreas Sassen die zweiläufige Freitreppe an der Villa Schürmann, die an ein Inselschloss des Lago Maggiore denken lässt. Der Unternehmer Friedrich Elmendorf ließ das Haus vor mehr als hundert Jahren im Stil der italienischen Renaissance errichten. Die elegante Treppe umschließt in einem Bogen eine Grotte, deren Löwenbrunnen einst aus einer privaten Wasserleitung vom Holler Berg gespeist wurde. Nach häufigen Reparaturen wurde die Anlage grundlegend restauriert.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 11 · Februar 1995
  • Februar 1995Gaststätte Kunstmann – eine Ära geht zu EndeNach jahrhundertealter Familientradition schloss die Familie Kunstmann im Juni 1995 ihre Niehorster Gaststätte. 1865 erhielt Colon Heinrich Kunstmann die Konzession zur Schankwirtschaft; aus einer Akte von 1927 ging hervor, dass dort schon seit etwa 1780 Branntwein ausgeschenkt wurde. Über die Theke wurde von Brot bis Besenstiel alles verkauft, und die Postkutsche Gütersloh–Brockhagen machte hier Station, bis sie 1916 girlandengeschmückt ihre letzte Fahrt antrat. 1926 baute Heinrich Kunstmann II. einen Saal, in dem der Schützenverein bis heute plattdeutsches Theater aufführt.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 11 · Februar 1995

Die mit Girlanden geschmückte Postkutsche auf ihrer letzten Fahrt 1916

Die mit Girlanden geschmückte Postkutsche auf ihrer letzten Fahrt 1916
Quelle: Der Isselhorster

  • Februar 1995Platt: Das Huhn auf der LeiterWilfried Hanneforth gibt eine plattdeutsche Anekdote wieder. Die aus der Großstadt stammende Mathilde besuchte entfernte Verwandte auf dem Land und stand mit dem Bauern Jüsken bei Sonnenuntergang auf dem Hof. Als dieser sagte Kiek Röü, Mathilde, dat Haun schitt uppe Leddern, verstand sie kein Platt und fragte nach. Der Bauer übersetzte ernsthaft ins Hochdeutsche: Das Huhn verrichtet seine Notdurft vor dem Schlafengehen auf der Leiter.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 11 · Februar 1995
  • April 1995Glück und Glas – die Bombennacht 1940Im Sommer 1940 fielen die einzigen schweren Bomben des Krieges auf Isselhorst, als ein englischer Flieger auf dem Rückflug drei Splitterbomben abwarf – auf der Brede, im Garten Elmendorf und im Gemüsegarten Ellerbrake, wo ein Blindgänger später entschärft wurde. Viele Fensterscheiben zerbarsten, auch die Schmuckscheiben der Veranda bei Elmendorf, die danach mit einem Hinweis auf den Bombenabwurf erneuert wurden. Die damals zehnjährige Helga Wilson, geb. Elmendorf, schildert die Nacht im Luftschutzkeller mit Gasmasken und den riesigen Bombentrichter im Garten am nächsten Morgen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 12 · April 1995

Aufnahmen im Wintergarten der Villa Elmendorf mit den nach dem Bombenabwurf erneuerten Schmuckscheiben (Foto Ingbert Drews).

Aufnahmen im Wintergarten der Villa Elmendorf mit den nach dem Bombenabwurf erneuerten Schmuckscheiben (Foto Ingbert Drews).
Quelle: Der Isselhorster

  • April 1995Vor 50 Jahren – das Kriegsende in IsselhorstAm 5. April 1945 wurde Isselhorst von den Amerikanern eingenommen. Der Volkssturm, überwiegend ältere Männer, hatte Bäume gefällt und Panzersperren gebaut, verfügte aber nur über einen Karabiner und eine Panzerfaust; am Osterdienstag standen die Sperren offen, und kein Schuss fiel in den Kirchspielgemeinden. Viele Isselhorster mussten ihre Häuser für nachrückende Soldaten räumen, ein Sherman-Panzer hinterließ im Garten des Verfassers tiefe Spuren. Nach der Einnahme galt eine Ausgangssperre, polnische Kriegsgefangene überfielen nachts Höfe, und erst mit der Währungsreform 1948 kehrte langsam Normalität ein.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 12 · April 1995
  • April 1995Was für ein Theater! 40 Jahre LaienspielDie plattdeutsche Spielgruppe des Schützenvereins Niehorst wurde 40 Jahre alt. Als der Vorstand 1955 das erste Winterfest nach dem Krieg vorbereitete, erinnerte man sich, dass ein plattdeutsches Laienspiel schon vor dem Krieg dazugehörte, und rekrutierte Talente aus den eigenen Reihen. Die Gruppe schrieb Stücke teils selbst und ließ dabei Lokalkolorit einfließen; gesellschafts- und sozialkritische Literatur mied sie bewusst, weil ihr Publikum herzhaft lachen wollte. Zunehmend schwer fällt es, junge Menschen zu finden, die die Mundart noch beherrschen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 12 · April 1995
  • April 1995Ein Brief geht um die WeltHans Georg Baumeister berichtet von einem Brief, den der Isselhorster Gastwirt August Baumeister am 4. Januar 1866 an nach Amerika ausgewanderte Verwandte schrieb. Das Original, auf dünnes Seidenpapier getippt, kehrte nach einer 128-jährigen Odyssee über Evansville (USA), Hamburg und Bonn nach Isselhorst zurück. Der Brief erwähnt den Krieg gegen Dänemark, die Ermordung des amerikanischen Präsidenten, den geplanten Eisenbahnbau über Münster, Halle und Bielefeld sowie die Entdeckung der Trichinen im Schweinefleisch. Er zeigt, dass aus der Gegend um Halle viele auswanderten, aus Isselhorst dagegen kaum, weil dort das Geld fehlte.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 12 · April 1995
  • April 1995Erinnerung an den Pferdezüchter Heinz JohannsmannDer Nachruf würdigt den Ebbesloher Landwirt Heinz Johannsmann, der am 13. November 1994 mit 81 Jahren starb und als Verkörperung des westfälischen Pferdeverstandes galt. In rund 60 Jahren züchterischer Tätigkeit lieferte er 25 gekörte Hengste der westfälischen Zucht und stellte 1967 in Hamm die Sieger- und Reservesiegerstuten der Westfalenschau. Noch im August 1994 erhielt er in Münster den Ramses-Preis; sein Hof in Ebbesloh ist seit 1705 in Familienbesitz. Alle vier Söhne traten in seine Fußstapfen als Reiter, Züchter und Pferdespediteur.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 12 · April 1995
  • April 1995111 Jahre Imkerverein IsselhorstDer 1. Vorsitzende Walter Kuhn stellt den wenig bekannten Imkerverein Isselhorst vor, der bereits 1881 initiiert und 1883 gegründet wurde. Herren wie Elmendorf und Upmann aus Isselhorst kämpften unter dem Sozialistengesetz Bismarcks, das Vereins- und Versammlungsverbote brachte, um die Genehmigung, die der Amtmann Zittlow schließlich am 19. Februar 1883 erteilte. Die Gründungsfeier fand am 16. April 1883 bei August Upmann statt, und die Mitgliederzahl stieg im ersten Jahr auf 36 – aus Orten von Avenwedde bis Verl. Der Verein half beim Übergang von der alten Strohkorb-Imkerei zur modernen Betriebsweise mit beweglichen Rähmchen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 12 · April 1995
  • Juni 1995Schulalltag in den zwanziger JahrenZeitzeugen schildern den Schulalltag an der Isselhorster Volksschule in den 1920er Jahren. Anders als in einklassigen Zwergschulen wurden hier die Jahrgänge getrennt unterrichtet; geschrieben wurde mit Griffel auf der Schiefertafel, später mit Tinte in fest verschraubten Tisch-Bank-Reihen. Höhere Bildung am Lyzeum oder Gymnasium kostete Schulgeld und blieb wenigen begüterten Familien vorbehalten. Viele Kinder kamen im Winter in Holzschuhen und im Sommer barfuß zur Schule, ein Fahrrad galt als Luxus. Beheizt wurde mit Kanonenöfen, und zu Hause wurde noch Plattdeutsch gesprochen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 13 · Juni 1995

Ein Klassenfoto eines Isselhorster Schuljahrgangs aus jener Zeit.

Ein Klassenfoto eines Isselhorster Schuljahrgangs aus jener Zeit.
Quelle: Der Isselhorster

  • Juni 1995Gasthaus „Zur Linde" – über 300 Jahre altIn der Rubrik „Sehenswertes Isselhorst" wird das Gasthaus „Zur Linde" gewürdigt. Der weit über dreihundertjährige Gasthof gilt als bürgerlich-gesellschaftlicher Mittelpunkt des Dorfes, in unmittelbarer Nähe von Kirche und Schulhaus. Der Text beschreibt die schwere, solide Tür und den merkwürdigen Türgriff, den über die Jahrhunderte unzählige Menschen heruntergedrückt haben. Hier sei ein Ort, an dem Isselhorster Geschichte gemacht wurde.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 13 · Juni 1995
  • Juni 1995Der Krieg war vorbei, aber die Not bliebWilfried Hanneforth erinnert an die Zeit nach dem 9. Mai 1945. Viele Isselhorster mussten Flüchtlinge aus Ostpreußen, Pommern und Schlesien aufnehmen und in Kammern und Remisen unterbringen; die Integration über die Vereine dauerte lange. Alteingesessene hatten mit Garten, Schwein und Hühnern zu leben, die Neubürger nur ihre Lebensmittelmarken. Es war die Zeit des Schwarzhandels und des „Kohlenklaus", bei dem man von langsam fahrenden Kohlenzügen Brocken herabwarf. Drei Tage vor der Währungsreform kaufte sein Vater noch zwei Reifen für 1500 Reichsmark.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 13 · Juni 1995
  • Juni 19952.000 Gäste beim Frühschoppen der LuttermöwenAm Vatertag, dem 25. Mai, veranstalteten die Isselhorster „Luttermöwen" im Biergarten der Gaststätte Upmann ihren ersten „Friesischen Frühschoppen". Rund 2.000 Menschen verwandelten die Feier in einen Taubenschlag; zeitweise ging es zu wie auf der Reeperbahn. Der Shanty-Chor aus 30 „waschechten Landratten" sang Seemannslieder, dazu gab es friesische Nationalsportarten wie Teebeutelweitwurf und „Aal-Würfeln". Der Erfolg war so überwältigend, dass eine Wiederholung sofort beschlossen wurde.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 13 · Juni 1995
  • Juni 1995Grundstein für ein ländliches MuseumDer Heimatverein legt in der Brennerei Elmendorf den Grundstein für ein bäuerliches Museum. Über der Heimatstube wurde ein lange ungenutzter Raum, der vor rund neunzig Jahren zuletzt gedient hatte, aufwendig instandgesetzt: vermoderter Putz, verschimmelter Fußboden und zertrümmerte Fenster mussten weichen, ganze Deckengewölbe wurden erneuert. Gezeigt werden Geräte des selbstversorgenden Landhaushalts sowie Garten- und Ackergeräte. Das Museum soll Arbeit und Leben im Kirchspiel dokumentieren und ergänzt das lebende Industriedenkmal Brennerei Elmendorf.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 13 · Juni 1995
  • Juni 1995Ein Konfirmationsanzug für eine Waschmaschine (1947)In einer plattdeutschen Erinnerung schildert Wilfried Hanneforth, wie er 1947 am Palmsonntag konfirmiert wurde. In der Notzeit war die große Sorge, woher der Junge einen Konfirmationsanzug bekommen sollte. Sein Vater tauschte über Bekannte eine nagelneue Miele-Waschmaschine, die nach Pforzheim ging, gegen Anzugstoff ein. Der Schneider Fritz Borgsen nähte daraus den Anzug, der pünktlich zum Ehrentag fertig war.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 13 · Juni 1995
  • September 1995Windnutzung im Wandel – vier Generationen DreesbeimdiekeDie Titelgeschichte verfolgt die Windnutzung in Hollen über vier Generationen. Heinrich Dreesbeimdieke baute 1872 eine Windmühle, ließ sie aber schon 1910 wieder abreißen, um eine dampfbetriebene Mühle zu errichten; 1928 wurde Hollen ans Stromnetz angeschlossen. Sein Urenkel Hermann Dreesbeimdieke besann sich auf den alten Standort und stellte am 22. Juni 1994 eine Windkraftanlage auf, die in nur zehn Stunden errichtet wurde. Der 32 Meter hohe Turm trägt drei je elf Meter lange Flügel und leistet maximal 110 kW. Als Folgeprojekt war ein Solarkraftwerk nahezu gleicher Leistung geplant.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 14 · September 1995

Die neue Windkraftanlage („Holler Windmühle") an der Münsterlandstraße (Foto: Ingbert Drews).

Die neue Windkraftanlage („Holler Windmühle") an der Münsterlandstraße (Foto: Ingbert Drews).
Quelle: Der Isselhorster

  • September 1995Tag des offenen Denkmals in der Brennerei ElmendorfZum „Tag des offenen Denkmals" am 10. September öffnen im Kreis Gütersloh zahlreiche Baudenkmäler. In der Kornbrennerei Elmendorf empfängt die Probierstube mit Kleindestille die Gäste, stündlich finden Führungen statt. Der Beitrag verweist auf die Ursprünge der Aktion, die 1984 vom französischen Kulturminister Jack Lang ins Leben gerufen und ab 1993 bundesweit durchgeführt wurde. In der Region werden unter anderem ein Köhler-Meiler in Kaunitz und das Papierschöpfen im Haus Weidenkemper vorgeführt.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 14 · September 1995

Blick in die alte Schmiede der Brennerei Elmendorf.

Blick in die alte Schmiede der Brennerei Elmendorf.
Quelle: Der Isselhorster

  • September 1995Nachruf auf Gemeindeschwester IrmaEin Nachruf würdigt die Gemeindeschwester Irma, die von 1947 bis 1973 im Kirchspiel wirkte und am 11. August im Alter von 92 Jahren in Bethel starb. In Diakonissentracht und -haube gehörte sie wie der Pastor und der Gendarm zum Ortsbild; sie leistete 24 Stunden Bereitschaft, machte Krankenbesuche zunächst per Fahrrad und war zugleich für Mütterberatung und Kindergottesdienst zuständig. Als Bauerntochter konnte sie Holz hacken und reiten und verstand Krankenpflege umfassend als Wunden versorgen, Trösten und notfalls den Ofen anmachen. Bei aller Güte galt sie als unbequem und stand ihrem Pastor Wiehage mit zwei westfälischen „Bauernschädeln" gegenüber.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 14 · September 1995

Porträtaufnahme von Schwester Irma.

Porträtaufnahme von Schwester Irma.
Quelle: Der Isselhorster

  • September 1995Drei Isselhorster zur Deutschen Skat-MeisterschaftDrei Isselhorster Skatspieler qualifizierten sich bei der NRW-Meisterschaft in Hille für die Deutsche Meisterschaft im September in Chemnitz. Manuela Kortenhorn belegte bei den Damen einen 8. Platz und folgte damit ihrem Verlobten nach, der sich drei Jahre zuvor qualifiziert hatte. Bei den Herren schafften Reinhard Lütgert (Team 94 Isselhorst) und der erfahrene Hans-Peter Christmann den Sprung in die Endrunde. Lütgert sorgte als Newcomer und Mitbegründer seines Vereins für dessen ersten großen Erfolg.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 14 · September 1995
  • September 1995Meine Flucht aus Pommern 1945Hilde Reichardt schildert ihre Flucht aus Pommern im Jahr 1945. Am 2. März musste die Familie ihr Elternhaus in Regenwalde binnen einer halben Stunde räumen, während deutsche Soldaten schon die Räume durchsuchten; nur die Pferde für die Treckwagen kamen mit. Über die Oderbrücken, durch Vorpommern und Mecklenburg führte die Odyssee, bei der die Familie den Russen in die Hände fiel und ausgeplündert wurde. Am 28. Oktober erreichten sie schließlich Isselhorst; vom Bruder gab es kein Lebenszeichen mehr.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 14 · September 1995
  • September 1995Ein Kaufvertrag von 1635 aus dem Dreißigjährigen KriegDie Familie Güthmann-Wittkop bewahrt seit mehr als zwölf Generationen eine auf Pergament geschriebene Urkunde aus dem Jahr 1635 auf. Dr. Eberhard Flöthmann übersetzte den Kaufvertrag aus der Zeit des Dreißigjährigen Krieges in verständliches Deutsch. Darin verkauft der Brackweder Eigenbehörige Berend Ruwisch ein Stück Land, die „Niederen Lohden", für 173 Taler an Peter von Gütth aus dem Kirchspiel Isselhorst, um vorgestreckte Steuern zurückzahlen zu können. Der Heimatverein bittet um ähnliche „Schätze" zur Reproduktion.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 14 · September 1995
  • November 1995Friedhof – bedroht durch den Trend zur anonymen BestattungPfarrer Michael Fürste warnt vor einem Trend zur anonymen Bestattung. Der Isselhorster Friedhof am Ufer der Lutter sei nicht nur ein Ort der Toten, sondern auch ein Ort der Lebenden und ein besonderes Naherholungsgebiet. In Bielefeld finde bereits über ein Viertel aller Bestattungen anonym statt: kein Grab, kein Stein, oft keine Trauerfeier mehr, nur eine Rechnung mit Überweisungsformular. Darin sieht Fürste eine Zerstörung von Werten und ein Stück Verfall der Kultur.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 15 · November 1995
  • November 1995Das Ehepaar Bentlage pflegt den FriedhofEin Porträt stellt Brigitte und Heinrich Bentlage vor, die seit neun Jahren den Isselhorster Friedhof pflegen. Auf 25.000 Quadratmetern mit 3.000 Grabstellen beseitigen sie jährlich 80 bis 100 Kubikmeter Laub. Das Ausheben eines Grabes von 90 Zentimetern Breite, 2,25 Metern Länge und 1,70 Metern Tiefe dauert zwei bis drei Stunden Handarbeit; ab Januar 1996 soll ein Mini-Bagger diese Arbeit erleichtern. Am schlimmsten sei für Heinrich Bentlage stets der Moment, in dem er in der Kapelle den Sarg schließen muss.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 15 · November 1995
  • November 1995Zwei Millionen Kilometer: Fahrlehrer Ulrich KlichDie Fahrschule Ulrich Klich feiert 25-jähriges Bestehen. In 25 Jahren legte der Fahrlehrer rund zwei Millionen Kilometer im Kreisgebiet zurück und bildete etwa 3.000 Menschen aus. Begonnen hatte alles im Herbst 1970 in zwei Räumen der heutigen Wäscherei Upmann, mit einem roten Opel Kadett B als erstem Fahrschulwagen. Die Durchfallquote seiner Schüler liege weit unter dem Bundesdurchschnitt von 30 Prozent. Seit 1991 arbeitet Sohn Markus als Fahrlehrer im Familienbetrieb mit.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 15 · November 1995
  • November 1995Erste „Solar-Ernter" auf dem Pottenkamp in HollenAm 21. Oktober 1995 wurden auf dem Pottenkamp in Hollen die ersten „Solar-Ernter" aufgestellt. Das junge Unternehmen „energetik" gewann 22 Einzelpersonen für den Energie-Park an der Münsterlandstraße. Die drei ersten Photovoltaik-Anlagen mit je rund 45 Quadratmetern Fläche sollen jährlich etwa 10.500 kWh liefern, was dem Verbrauch von drei bis vier Haushalten entspricht. Ziel des Holler Energieparks war es, sowohl bei Sonne als auch bei Wind kontinuierlich Strom zu erzeugen und auch Nicht-Hausbesitzern eine Beteiligung an der Solarenergie zu ermöglichen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 15 · November 1995
  • November 1995Nachruf auf Pfarrer Otto BrauneEin Nachruf erinnert an Pfarrer Otto Braune, der von 1961 bis 1968 in Isselhorst wirkte und im Alter von 81 Jahren in Bestwig starb. Der gebürtige Magdeburger stand während der NS-Zeit der Bekennenden Kirche nahe und siedelte nach der Teilung Deutschlands seines Glaubens wegen nach Westdeutschland über. In seine Isselhorster Zeit fielen der Bau des Kindergartens an der Steinhagener Straße und der Umbau des Gemeindehauses. Vielen blieb er als Mensch der leisen Worte in Erinnerung.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 15 · November 1995
  • Februar 1996Die Holler Mühle und „Mühlen-Heini"Ein ausführliches Porträt widmet sich der Holler Mühle und ihrem „Urgestein" Heinrich „Mühlen-Heini" Dreesbeimdieke. Um 1910 gab der Großvater die alte Windmühle auf und errichtete eine mit Lokomobil betriebene Mühle, wobei Tür, Treppe und andere Bauteile aus der Windmühle übernommen wurden. In den Nachkriegsjahren wurde vor allem Getreide für die örtlichen Bäckereien gemahlen, und im Zuge des Marshall-Plans kam ungewohnter Mais aus Amerika. In den 1960er Jahren wandelte sich die Lohnmühle zum Landhandels-Unternehmen; 1963 wurde die erste Getreidetrocknungsanlage installiert. Heute führen Tochter Gudrun und Sohn Heiner den Betrieb.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 16 · Februar 1996
  • Februar 1996Reisen anno 1751 – mit der Postkutsche nach HalleDer Isselhorster Johann Conrad Lütgert reiste im Frühjahr 1751 zur Fortsetzung seines Medizinstudiums mit der Postkutsche nach Halle an der Saale. Die Fahrt dauerte viereinhalb Tage bei einer Geschwindigkeit von nur drei bis vier Kilometern pro Stunde. Sein Tagebuch verzeichnet minutiös Stationen und Pferdewechsel über Herford, Minden, Hameln und Hildesheim bis Halberstadt und Quedlinburg. Der Heimatverein kündigt an, das vollständige Tagebuch mit weiteren Reise- und Lebensbeschreibungen zu veröffentlichen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 16 · Februar 1996
  • Februar 1996„Das Jahr 1945" – Aufsatz einer 13-JährigenAbgedruckt wird der Aufsatz einer 13-jährigen Schülerin des 7. Schuljahrs der Volksschule Isselhorst über das Jahr 1945. Sie schildert die Bomberschwärme über dem nahen Flugplatz, den Einzug der Oberpostdirektion aus Münster in die Schule und den Umzug des Unterrichts ins Gemeindehaus. Am 2. April rollten morgens die ersten amerikanischen Panzer durch Isselhorst, während die Panzersperren offen und unbesetzt blieben. Mit den Amerikanern kam auch der Kartoffelkäfer, den die schulfreien Kinder in Kolonnen absuchen mussten.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 16 · Februar 1996
  • Februar 1996Der Hund in der Kirche – Erinnerung an Küster KrammeIn einer plattdeutschen Geschichte erinnert Wilfried Hanneforth an den alten Küster Heinrich Kramme. An einem Sommer-Sonntagmorgen lief der Hund „Schnüffi" der Kinder in die offene Kirche und mitten in den Kindergottesdienst hinein. Der aufgebrachte Küster schalt, so etwas sei in seiner ganzen Zeit noch nicht vorgekommen, worauf der Hund in Angriffsstellung ging und zu knurren begann. Die Kinder nahmen ihn an die Leine und gingen mit ihm aus der Kirche.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 16 · Februar 1996
  • Februar 1996Presbyterwahl: Isselhorst mit höchster BeteiligungBei der Presbyterwahl der evangelischen Kirchengemeinde am 21. Januar 1996 lag Isselhorst mit 18,6 Prozent Wahlbeteiligung an der Spitze des Kirchenkreises Gütersloh, dessen Durchschnitt bei etwa 8 Prozent lag. 621 Wähler machten von ihrem Stimmrecht Gebrauch; erstmals durften evangelische Christen ab 16 Jahren wählen. Gewählt wurden sechs Presbyteriumsmitglieder, angeführt von Rudolf Bethlehem mit 533 Stimmen. Mit vier Presbyterinnen war die Frauenquote im Presbyterium erreicht.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 16 · Februar 1996
  • Februar 199625 Jahre Stuckmann – eine Klempnerei seit 1937Der Fachbetrieb Klaus-Dieter Stuckmann feiert am 1. Januar 1996 sein 25-jähriges Bestehen. Die Wurzeln reichen bis 1937 zurück, als der Kupferschmiedemeister Heinrich Giljohann in der Hambrinker Heide eine Klempnerei gründete. Nach dessen Tod führten die Töchter Renate und Gisela den Betrieb weiter, bis Stuckmann, der 1968 Gisela Giljohann heiratete, ihn 1971 unter eigenem Namen übernahm. Der Beitrag schildert den Wandel der Branche: Eisenrohre wichen Kupfer, feste Brennstoffe wurden zu 95 Prozent von Öl und Gas abgelöst.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 16 · Februar 1996
  • Mai 199620 Jahre Werbegemeinschaft – „In Isselhorst kauft man gut"Die Werbegemeinschaft Isselhorst feiert ihr 20-jähriges Bestehen. Aus lockeren Kontakten einiger Geschäftsleute ab 1973/74 entstand Ende 1975 der Verein, dessen Werbeaussage „In Isselhorst kauft man gut" schon 1974 herausgestellt wurde. Über die Jahre rief der Vorstand Veranstaltungen wie Trödelmarkt, Dorfkirmes, Weihnachtsmarkt und das „Isselhorster Eierfest" ins Leben und belebte den Bürgerklön und das Heimatfest. Gefeiert wurde das Jubiläum am 30. April und 1. Mai 1996 auf dem Hof der Brennerei Elmendorf mit dem ersten in Isselhorst errichteten Maibaum.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 17 · Mai 1996

Der Vorstand der Werbegemeinschaft im Jubiläumsjahr.

Der Vorstand der Werbegemeinschaft im Jubiläumsjahr.
Quelle: Der Isselhorster

  • Mai 1996110 Jahre Posaunenchor IsselhorstDer evangelische Posaunenchor Isselhorst begeht sein 110-jähriges Bestehen und zählt damit zu den ältesten Posaunenchören im Raum Gütersloh. Gegründet 1886 unter Johannes Richter, wurde er bis 1916 von Lehrern und ab 1920 vom Pastor Christian Schmalhorst dirigiert. 1928 übernahm Ernst Imkamp mit den Worten „Ernst, do maß do vo" den Chor und leitete ihn bis 1983. Früher mussten Bläser für unentschuldigtes Fehlen 10 Pfennig zahlen; 1972 wurden mit einer Gruppe erstmals auch vier Mädchen aufgenommen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 17 · Mai 1996
  • Mai 1996Der Shantychor Isselhorst stellt sich vorDer Shantychor Isselhorst stellt seine Geschichte vor. Er entstand 1991 anlässlich des Herbstfestes des CVJM aus 14 „Möwen" und wuchs auf 30 singende Isselhorster an. Ungewöhnlich sei, dass der Chor als einziger ihm bekannter Shantychor auch das weibliche Geschlecht zum Gesang zulasse; der Altersschnitt reiche von 26 bis 60 Jahren. Geprobt wird alle vierzehn Tage bei Richard Upmann, dem „treuesten Fan"; als „Primus inter Pares" fungiert Lothar Kache.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 17 · Mai 1996
  • Mai 199640 Jahre Schulverein IsselhorstDer „Schulverein Isselhorst, Freunde und Gönner unserer Schule" stellt sich vor; er wurde vor 40 Jahren auf Initiative des ehemaligen Rektors Fritz Struckmeier gegründet. Ziel war und ist, die Grundschule bei Wandertagen und Schullandheimaufenthalten am Dümmer See zu unterstützen und auch Kindern aus finanziell schwächeren Familien die Teilnahme zu ermöglichen. Der Mindestbeitrag beträgt 12 DM im Jahr. Seit 1995 hat der Verein mit Reinhard Westkämper einen neuen Vorsitzenden, nachdem Wilfried Hanneforth nach 25 Jahren ausgeschieden war.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 17 · Mai 1996
  • Mai 1996„Wie lange wird Platt noch gesprochen?"Wilfried Hanneforth beklagt in einem plattdeutschen Beitrag den Niedergang der Mundart und fragt, wie lange sie noch gesprochen werde. Seine Eltern hätten beim Schuleintritt erst Hochdeutsch lernen müssen; er selbst gesteht, mit den eigenen Kindern kein Platt mehr gesprochen zu haben. Auf einer Veranstaltung in Hamm habe er einen von Sparkassen unterstützten Wettbewerb erlebt, bei dem Kinder plattdeutsche Geschichten vortrugen. Er wünscht sich mehr solcher Wettbewerbe, denn nur durch Sprechen bleibe die Sprache lebendig.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 17 · Mai 1996
  • Juni 1996Diakonisse Erna Hanneforth wird 90Zum 90. Geburtstag wird die Diakonisse Erna Hanneforth gewürdigt, geboren am 21. Juli 1906 in Ebbesloh als jüngstes von sieben Geschwistern. Nach dem frühen Tod der Mutter half sie schon mit zwölf Jahren zu Hause; ihr Schulweg vom Dreiländereck zur Holler Schule dauerte für Kinder oft zwei Stunden. 1930 wurde sie in der Diakonissenanstalt Sarepta in Bethel aufgenommen und war später unter anderem Gemeindeschwester in Westerenger, wo sie einmal bei einer kranken Frau sogar die Ziegen melken musste. Zuletzt leitete sie das Haus Karmel in Bethel.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 18 · Juni 1996
  • Juni 1996Bioland-Pioniertat: der Hof KampmannEin Beitrag über den ökologischen Landbau stellt die Isselhorster Landwirtsfamilie Siegfried Kampmann vor. Vor dem Hintergrund von Skandalen wie BSE-verseuchtem Rindfleisch unterzeichnete der Hof 1990 einen Umstellungsvertrag mit dem Anbauverband „Bioland" und vollzog damit im Kirchspiel eine Pioniertat. Auf dem 15 Hektar großen Betrieb werden ohne Chemie Getreide, Kartoffeln und Möhren angebaut sowie 40 Bullen und 50 Hühner artgerecht gehalten. Freitags vermarktet der Biohof seine Erzeugnisse auf dem Isselhorster Wochenmarkt.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 18 · Juni 1996
  • Juni 1996„Es war ein Land" – die HeimatvertriebenenRichard Herrmann erinnert an die Heimatvertriebenen im Kirchspiel Isselhorst. Auf dem hinteren Teil des Friedhofs mahnt ein 1965 errichteter Gedenkstein mit der Inschrift „Den Toten der Ostdeutschen Heimat" an Flucht und Vertreibung. Bis 1949 galt ein alliiertes Koalitionsverbot; danach schlossen sich in Isselhorst mehr als 70 Familien im Bund vertriebener Deutscher zusammen. Mit der Unterzeichnung der „Charta der Vertriebenen" 1950 wurde der erste „Tag der Heimat" ins Leben gerufen; inzwischen sei die erste Generation der Vertriebenen weitgehend ausgestorben.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 18 · Juni 1996
  • Juni 1996Ein Orgelpositiv für IsselhorstIn einem offenen Brief schildert Ute Schallenberg die Fahrt einer 16-köpfigen Gruppe orgelinteressierter Kirchspielbürger zur Cembalo- und Orgelbaufirma Klop im niederländischen Garderen. Die Gruppe war fasziniert vom Orgelpositiv, das in einem Gehäuse von 100 x 56 x 50 Zentimetern Pfeifen für dreieinhalb Register birgt, alle aus Holz. Das Instrument kostet rund 35.000 DM und soll über Spenden und die Förderkreise finanziert werden. Es könnte künftig unterhalb der Kanzel stehen und auch den Kinderchören dienen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 18 · Juni 1996
  • Juni 1996Von der Sense bis zum Heugebläse – die HeuernteIn einem plattdeutschen Beitrag beschreibt Wilfried Hanneforth den Wandel der Heuernte. Vor hundert Jahren zogen kleine Bauern mit der Sense auf dem Rücken zu Fuß bis nach Holland zum „Wiskemaijjen". Nach dem Ersten Weltkrieg kamen die ersten von zwei Pferden gezogenen Balkenmäher, später Heuwender, Heuaufzug und Gebläse, die die Arbeit erheblich erleichterten. Heute bewältigt ein einziger Mann mit kompletter Maschinerie die gesamte Ernte – doch der Autor denkt gern an die ruhigere Zeit seiner Kindheit zurück, als abends die Sense gedengelt wurde.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 18 · Juni 1996
  • September 1996Der Pferdemaler Karl NiedergasselZum Straßenfest zeigt der Heimatverein Arbeiten des Kunstmalers Karl Niedergassel, der am 31. März 1900 auf dem Hof Niedergassel am Haverkamp (Isselhorst Nr. 6) als eines von acht Geschwistern geboren wurde. Gegen den Rat der Eltern wurde er zunächst Lehrer, erfüllte sich seinen Traum aber noch während des Zweiten Weltkriegs mit vier Semestern Kunststudium in Wien. Seine Leidenschaft galt Pferden und historischen Uniformen der Husaren und Ulanen; sein größtes Werk hängt im Kavallerie-Museum auf Schloss Vornholz bei Ostenfelde und misst etwa 1,20 mal 5 Meter. Karl Niedergassel starb fast 80-jährig am 18. März 1980.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 19 · September 1996
  • September 1996100 Jahre Apotheke in IsselhorstDie Apothekenpräsenz im Dorf begann am 1. Oktober 1896, als sich Dr. med. E. Grunow als erster praktischer Arzt im Kirchspiel niederließ und die Verler Maus-Apotheke neben der Kirche eine Zweigstelle eröffnete. Um die Jahrhundertwende übernahm Carl Bernhardt das Geschäft unter dem Namen Apotheke Isselhorst; 1933 baute er das Haus an der Haller Straße neben dem Kriegerdenkmal. Nach Bernhardts Tod 1942 führten nacheinander Oswald Herget, Richard Herget und Walter Pillmeyer die Apotheke. Zum Jubiläum stellte Pillmeyer historische Gegenstände zur Geschichte der Apotheke aus.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 19 · September 1996
  • September 1996Mit 84 in den Ruhestand - Deutschlands ältester TankwartMartin Hollmann betrieb 61 Jahre lang die freie Tankstelle an der Brockhagener Straße/Ecke Münsterlandstraße in Niehorst, die er 1935 als 23-Jähriger auf dem elterlichen Grundstück errichtet hatte. Als er zum 1. Juli 1996 mit 84 Jahren an den Pächter Klaus Viemann übergab, titelte die Boulevardpresse: Deutschlands ältester Tankwart tritt kürzer. Bei einem von sechs Überfällen in sieben Jahren jagte der gewitzte Hollmann zwei Räuber mit einer abgesägten Säge in die Flucht, was ihm bundesweite Schlagzeilen und einen Fernsehauftritt einbrachte. Auch als Unruheständler wieselte er weiter zwischen den Zapfsäulen umher.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 19 · September 1996
  • September 1996Dreschen unter Mumperows Buchen1892 wurde im Kirchspiel eine Dresch-Genossenschaft gegründet, um auch kleineren Betrieben das Dreschen zu bezahlbaren Kosten zu ermöglichen; Vorsitzender war Wilhelm Imkamp. Auf einem klinkergepflasterten Platz unter Mumperows Buchen wurde über etwa drei Wochen für die kleinen Leute gedroschen, wobei die Kunden mit Pferde- und Ochsenwagen von weit her anreisten. 1934 schaffte man einen neuen Lanz-Bulldog an, den ein Team persönlich in drei Tagen von Mannheim nach Isselhorst fuhr. Beim Umsetzen eines Dreschkastens verunglückte der Landwirt Beckmann tödlich; in den 1960er Jahren löste der Mähdrescher die Genossenschaft ab.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 19 · September 1996
  • September 1996Abschied vom Kirchen-OttoAm 6. Juli 1996 starb Otto Sontowski, den viele Dörfler liebevoll Kirchen-Otto nannten und der viele Jahre Küster der evangelischen Gemeinde war. 1924 in Seenwalde, Kreis Ortelsburg (Ostpreußen), geboren, wurde er als 17-Jähriger zur Wehrmacht eingezogen, mehrfach verwundet und floh mit einem der letzten Schiffe über das Haff. Über Umwege kam er nach Isselhorst, übernahm 1972 das Küsteramt und begleitete zahlreiche Bau- und Renovierungsmaßnahmen der Kirche. In den Nachkriegsjahren besuchte er seine alte Heimat, fand freundschaftlichen Kontakt zum polnischen Bewohner des Elternhofs und half sogar beim Wiederaufbau.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 19 · September 1996
  • November 1996Vor 50 Jahren: Isselhorst 1946 unter WasserIm Februar 1946 konnte die sonst friedliche Lutter nach tagelangem Regen die Wassermassen nicht mehr fassen und trat über die Ufer, sodass das Dorfzentrum überflutet wurde. Bei Ortmeyer floss das Wasser durchs Haus, auf der Haller Straße stand es in Höhe der Villa Schürmann etwa 50 bis 60 Zentimeter hoch; Pferdewagen und Fahrzeuge der englischen Besatzung dienten als Taxi. 1947 wiederholte sich das Hochwasser milder. Danach wurde das Lutterbett zwischen Heißmann und Kollhörster ausgebaggert und 1949 die neue Kollhörster Brücke gebaut - seither trat die Lutter dort nicht mehr über die Ufer.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 20 · November 1996

Historische Aufnahme vom Hochwasser auf der Haller Straße 1946.

Historische Aufnahme vom Hochwasser auf der Haller Straße 1946.
Quelle: Der Isselhorster

  • November 199650 Jahre Landfrauen IsselhorstNach ersten Anfängen durch Frau Hollmann 1927 rief Gertrud Bentlage (verw. Timmermann) im Sommer 1946 den Isselhorster Landfrauenverein neu ins Leben und warb von Hof zu Hof um Mitglieder. Bald zählte der Verein rund 50 Bäuerinnen bei einem Jahresbeitrag von einer Mark; Vorträge, Besichtigungsfahrten und Krankenpflegekurse standen auf dem Programm. Handgeschriebene Koch- und Backrezepte wurden zu Büchern gebunden und tausendfach verkauft, der Erlös floss in soziale Projekte bis nach Tansania. 1978 übernahm Gisela Niedergassel den Vorsitz; im Töpferkeller wird seit 1983 gearbeitet.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 20 · November 1996

Vortrag im Gemeindehaus Isselhorst, Januar 1967.

Vortrag im Gemeindehaus Isselhorst, Januar 1967.
Quelle: Der Isselhorster

  • November 1996Der letzte Tante-Emma-Laden in Hollen schließtMit der Aufgabe des Lebensmittelgeschäfts von Magdalene Uppenbrink, geb. Brinkmann, endet in Hollen nach fast hundertjährigem Bestehen die letzte nahe Einkaufsmöglichkeit. Gegründet wurde der Betrieb im April 1899, als dem 23-jährigen Wilhelm Kuhlmann gnt. Brinkmann eine Bäckerei und Kolonialwarenhandlung genehmigt wurde; er verkaufte Brot für den Hacklohn und betätigte sich nebenher als Fuhrunternehmer. Eine Spezialität waren Schwarzbrote mit fast 24 Stunden Backzeit. Der 1906 geborene Willi Brinkmann, seit 20 Jahren erblindet, feierte kürzlich seinen 90. Geburtstag.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 20 · November 1996
  • November 1996Meine Vertreibung aus dem SudetenlandAlfred Mager schildert seinen langen Weg nach Isselhorst: Er wuchs im Dorf Niedereinsiedel an der Grenze zu Sachsen auf, das 1945 wieder tschechoslowakisch wurde. Er musste mitansehen, wie Deutsche eingesperrt und mit Hundepeitschen geschlagen wurden, teils zu Tode. Im Juli 1946 wurde die Familie nachts geweckt und musste sich mit nur 30 Kilogramm Gepäck pro Person am Bahnhof einfinden; über Lager gelangte sie nach Mecklenburg. 1953 kam Mager nach Gütersloh, seit 1972 wohnt er in Isselhorst.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 20 · November 1996
  • November 1996Wie der Gemischte Chor entstand1946 trafen sich am Himmelfahrtstag Sänger aus Brackwede und des Männergesangvereins Isselhorst im Hotel zur Post; als Chorleiter Heinrich Heißmann am Klavier auch Schlager spielte, wurde die Idee geboren: Isselhorst braucht einen gemischten Chor. Bei der Jahreshauptversammlung am 26. September 1946 nahm der Vorsitzende August Bentlage 41 Damen offiziell auf, womit der Gemischte Chor gegründet war. Bereits 1947 fand das erste Nachkriegskonzert statt. Zum 50-jährigen Bestehen gab der Verein am 7. Dezember 1996 ein Jubiläumskonzert in der Festhalle.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 20 · November 1996
  • Dezember 1996Besuch aus IsraelÜber die Anne-Frank-Gesamtschule wurden Gasteltern für israelische Schüler gesucht, und die Familie von Nora Bethlehem nahm den 16-jährigen Giora Zwilling aus Rehovot vom 9. August bis 5. September auf. Man zeigte ihm die Region, besuchte Museen und Freunde, und in der zweiten Woche auch die Gedenkstätte des KZ Bergen-Belsen. Bei einer Fahrt nach Köln sprachen sie in der Synagoge mit einem jüdischen Gemeindemitglied über die Geschichte der Kölner Juden. Der Abschied fiel schwer; man versprach, in Kontakt zu bleiben, und Nora will an Ostern nach Israel reisen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 21 · Dezember 1996
  • Dezember 1996Die Geschichte der WeihnachtskarteDer Beitrag zeichnet nach, wie aus der Postkarte die Weihnachtsgrußkarte wurde: Die österreichische Post gab 1869 die erste Correspondenzcarte heraus, ab 1875 setzte eine wahre Flut der Bildpostkarten ein. Als früheste Weihnachtskarten gelten Exemplare, die um 1843 der Direktor des Victoria & Albert Museums, Sir Henry Cole, in London anfertigen ließ. Allein im Postbezirk Berlin wurden 1898 etwa 19 Millionen Karten versandt, vornehmlich zur Weihnachtszeit. Die abgebildeten historischen Karten stammen aus der umfangreichen Sammlung von Karin Krömke.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 21 · Dezember 1996

Goldprägekarte aus dem Jahre 1908

Goldprägekarte aus dem Jahre 1908
Quelle: Der Isselhorster

  • Dezember 1996Helmut Koch - 50 Jahre Non-Stop-AdventsbläserSeit über 65 Jahren spielen an den Adventssonntagen in aller Frühe die Adventsbläser des Isselhorster Posaunenchors, um die Menschen auf das Weihnachtsfest einzustimmen. Das Mitglied Helmut Koch war 1996 genau 50 Jahre dabei - und das in ununterbrochener Reihenfolge, was als nahezu unübertrefflich gilt. Die Mitwirkenden danken ihm herzlich für dieses außergewöhnliche Engagement.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 21 · Dezember 1996
  • Dezember 1996800 Jahre AvenweddeDie Nachbargemeinde Avenwedde feierte 1996 ihr 800-jähriges Bestehen, mit dem Höhepunkt am 19. und 20. Oktober in der Reithalle an der Immelstraße und einem großen Festzug. Erstmals urkundlich erwähnt wurde der Ort 1196 als Ovenwiede, was etwa offene Weiden bedeutet. Die Isselhorster waren mit einer alten Postkutsche im Festzug vertreten, um ihre Nachbarn hinter der Bahn zu grüßen. Bekanntlich steht in Isselhorst im Jahr 2000 das 950-jährige Jubiläum an.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 21 · Dezember 1996
  • Dezember 1996Mr. Dynamit - der Sprengmeister Hans ViethDer 57-jährige Schlossermeister Hans Vieth aus dem Holtkamp sattelte vor zwölf Jahren um und wurde Sprengmeister, der Brücken, Schornsteine und Fabrikhallen dem Erdboden gleichmacht. Seine Ausbildung erhielt er zunächst im Rahmen des THW, machte dort 1984 den Spreng-Grundschein und ließ ihn auf den privaten Bereich übertragen. Auch seine Frau Rosemarie hilft bei den Einsätzen, etwa beim Überprüfen der Zündkabel. Zu seinen Arbeiten zählte die Schornsteinsprengung bei den Bielefelder Dürkoppwerken im März 1995; daneben arrangiert er Feuerwerke für Jubiläen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 21 · Dezember 1996
  • Dezember 1996Als die Nägel noch geschmiedet wurdenDie frühere Nagelschmiede Feldkord (Isselhorst Nr. 130, heute Tuxhornweg) war eine der letzten ihrer Art im Ort; das letzte Schmiedefeuer erlosch vor gut einem halben Jahrhundert. Gegründet wurde sie vom Großvater des 1909 geborenen Wilhelm Feldkord als Nebenerwerb zur kleinen Landwirtschaft. Das Rohmaterial, dicke Eisendrähte auf etwa 35 Kilogramm schweren Rollen, lieferte die Firma Sager aus Gütersloh; die Nägel entstanden in reiner Handarbeit für Kramläden, Landtischlereien und Schmieden bis in den Raum Rietberg. Bis etwa zum Beginn des Zweiten Weltkriegs wurde geschmiedet, danach waren die Handnägel nicht mehr konkurrenzfähig.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 21 · Dezember 1996

1997 – 1998

Jubiläen, Originale und das Dorf im Wandel

  • Februar 1997Die Dorfpolizei vor 100 JahrenIn Isselhorst versah der Polizeisergeant Heinrich Krull den Polizeidienst; er wurde 1841 im Haus Nr. 3 geboren, war dekorierter Teilnehmer der Kriege von 1864 und 1866 und trat 1871 in den Polizeidienst ein. Seine Dienstbücher belegen, dass er 1897 an 353 und 1898 an 358 Tagen im Dienst war - im Schnitt nur ein freier Tag im Monat, alles zu Fuß. Er stellte Amtspost zu, kontrollierte Gastwirtschaften und verlas sonntags amtliche Bekanntmachungen vor der Kirche. Der einzige Verkehrsunfall in zwei Jahren war 1898 ein Bäcker, der mit dem Fahrrad die Witwe Krull überfuhr; Krull ging 1913 mit 72 Jahren in den Ruhestand und starb 1924.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 22 · Februar 1997

Polizei-Sergeant Heinrich Krull

Polizei-Sergeant Heinrich Krull
Quelle: Der Isselhorster

  • Februar 1997Historische Briefköpfe alter Isselhorster UnternehmenUm die Jahrhundertwende wuchsen kleine Handwerksbetriebe zu größeren Unternehmen, die sich auf ihren Brief- und Rechnungsköpfen kunstvoll darstellten. In Archiven fanden sich Belege der Eisengießerei Schürmann und der Brennerei Elmendorf mit großer Selbstdarstellung sowie kleinerer Betriebe wie Fahrrad-König. Auffällig ist, dass die Gebäude oft überdehnt oder per Bildmontage vergrößert wurden und über den Fabriken stets die Schornsteine rauchen - damals Sinnbild dafür, dass es rundging. Auch alte Begriffe wie komptant fallen ins Auge; der Heimatverein freut sich, dass diese Kunstwerke erhalten blieben.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 22 · Februar 1997

Werkzeugmaschinenfabrik und Eisengießerei Wilhelm Schürmann

Werkzeugmaschinenfabrik und Eisengießerei Wilhelm Schürmann
Quelle: Der Isselhorster

  • Februar 1997Margarethe Dreesbeimdieke - Isselhorsts StandesbeamtinAm 7. Januar 1997 starb 89-jährig Margarethe Dreesbeimdieke, eine der drei als Dreimädelhaus bekannten Schwestern. Am 2. Juli 1934 wurde sie vorläufig zur Standesbeamtin für das Kirchspiel gewählt, weil keine geeignete männliche Person zur Verfügung stand; im Krieg leitete sie zudem die Sparkasse und die Elektrizitätsversorgung Isselhorst. Mit der Gebietsreform 1970 wurde das Standesamt geschlossen, und knapp zwei Jahre später ging sie in Pension. Danach engagierte sie sich im Roten Kreuz und im Sozialen Arbeitskreis und war Gründungsmitglied des Heimatvereins.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 22 · Februar 1997

Porträtfoto von Margarethe Dreesbeimdieke

Porträtfoto von Margarethe Dreesbeimdieke
Quelle: Der Isselhorster

  • Februar 1997Fritz Struckmeier und die Geburt des AltenclubsZum 80. Geburtstag wird Rektor Friedrich Fritz Struckmeier gewürdigt, der 1954 an die Isselhorster Schule kam, den Schulverein gründete und bis 1994 Ortsheimatpfleger war. Der Altenclub entstand 1966 durch Zufall: Auf einer Busfahrt bot ein Herr des Paritätischen Wohlfahrtsverbands ihm 23 Freiplätze für Senioren in Schieder an. Struckmeier ließ seine Abschlussklasse Großeltern anmelden; die Reisenden nannten sich danach Altenclub von Isselhorst oder Schieder Spätlese. Bis zu zehn Fahrten im Jahr organisierte er fortan, bis ins benachbarte Ausland.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 22 · Februar 1997
  • Februar 1997Als es noch Hausschlachtungen gabDer Beitrag beschreibt die früher übliche Wintertradition des Hausschlachtens, das von November bis Februar stattfand, damit das Fleisch nicht verdarb. Vor der Schlachtung prüfte der Fleischbeschauer das Tier und untersuchte es auf Trichinen; das gemästete Schwein war etwa ein Jahr alt. Das aufgefangene Blut wurde sofort gerührt und für Blutwurst und Schweinepfeffer verwendet, dazu kamen westfälische Spezialitäten wie Möpkenbrot und Wurstebrei. Die Verfasserin half bis Anfang der 1980er Jahre bei ihren Eltern mit, wobei viel Platt gesprochen wurde.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 22 · Februar 1997
  • Februar 1997Der Häcksel-Meister und sein stählernes UngetümDer 40-jährige, in Holtkamp geborene Telekom-Fachwirt Roland Lindner wagte den Sprung in die Selbstständigkeit als Lohnunternehmer mit einer 15 Tonnen schweren, neun Meter langen mobilen Kompostanlage. Der gebraucht gekaufte Häcksler (Neuwert ca. 400.000 DM, 170 PS) zerkleinert bis zu 60 Kubikmeter Strauchwerk pro Stunde und macht aus organischen Abfällen wieder Erde. Begonnen hatte alles 1992 mit einem einfachen Trecker-Häcksler, mit dem er Nachbarn aushalf und dabei in eine Marktlücke stieß. 1995 meldete er einen Lohnbetrieb an; seither hat sich die Kundschaft nahezu verdreifacht.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 22 · Februar 1997
  • März 1997Der Osterspaziergang - ein Fresko in der Villa ElmendorfIn der denkmalgeschützten Villa Elmendorf befindet sich ein großes Frescogemälde nach Goethes Faust-Szene Osterspaziergang. Theodor Elmendorf hatte 1901 auf ein Angebot einer Stiftung der Düsseldorfer Kunstakademie zur Förderung der Frescomalerei reagiert; der erst 22-jährige Hans Kohlschein malte das Werk direkt in den feuchten Putz. Als Modell diente der Brennerei-Tischler Femmer, der sich später verewigt als Bettler wiederfand. Für die Leistung erhielt Kohlschein 1903 den ersten Preis der Stiftung; später wurde er Professor in Düsseldorf, seine Bilder hängen in der Berliner Nationalgalerie.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 23 · März 1997
  • März 199750 Jahre Reit- und Fahrverein HollenAm 17. Februar 1947 wurde der Ländliche Zucht-, Reit- und Fahrverein Hollen gegründet, dessen Turniere auf dem Gelände des Hofes Meyer zu Hollen bereits 1949 rund 6.000 Zuschauer anlockten. Im Springreiten überwand Helmut Welpmann mit seiner Stute Nixe die sensationelle Höhe von 1,90 Meter, im Fahren war Franz Heckewerth mit seinem Zwölferzug weit über Westfalen hinaus bekannt. Heute zählt der Verein über 400 Mitglieder; die Voltigierabteilung mit rund 70 Kindern ist die größte Sparte. Seit mehreren Jahren wird die Anlage auch für das therapeutische Reiten genutzt.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 23 · März 1997
  • März 1997Der Bürgermeisterhof HolsteDas niederdeutsche Hallenhaus des Hofes Holste, ein Zweiständerhaus, wurde 1829 von der Familie Heinrich Christoph Riewe erbaut. Fritz Holste war von 1933 bis 1945 Isselhorster Bürgermeister und Dorfschulze und fuhr unerkannt auf seiner Bockkarre durchs Dorf. Bis 1981 blieb der Hof im Besitz der Familie Holste, ging dann an die Stadt Gütersloh über und wurde 1986/87 unter Denkmalschutz gestellt. Christa und Siegfried Kornfeld erwarben ihn 1989 und retteten die dem Verfall preisgegebene westfälische Hofanlage durch eine aufwendige Restaurierung.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 23 · März 1997

Hofbild aus dem Jahre 1989, der Verfall war unübersehbar

Hofbild aus dem Jahre 1989, der Verfall war unübersehbar
Quelle: Der Isselhorster

  • März 1997Die Damenmode im Wandel der ZeitDer erste Teil einer Serie zeigt Mode als Spiegel der Zeit. Bis um 1900 beherrschte das Korsett die Silhouette, bis Paul Poiret in Paris eine ungegürtete Kleidung einführte; es folgten Humpelrock und Hosenrock. Im Ersten Weltkrieg verrichteten Frauen Männerarbeit und erhielten 1918 das Frauenwahlrecht, die Hose setzte sich als Kleidungsstück durch. Prägend wurden Coco Chanel mit bequemen Kostümen und Marlene Dietrich; nach dem Zweiten Weltkrieg schuf Christian Dior den New Look.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 23 · März 1997

Modezeichnung historischer Damenmode

Modezeichnung historischer Damenmode
Quelle: Der Isselhorster

  • März 1997900- und 950-Jahrfeier - ein Fest wirft Schatten vorausEine Bronzetafel an der Festhalle erinnert an die 900-Jahrfeier vom 10. bis 12. Juni 1950, als Isselhorst noch eine selbstständige Gemeinde war und der Gemeinderat das Fest beschlossen hatte. Durch die Gebietsreform gibt es keinen eigenen Rat mehr, der für das Jahr 2000 einen entsprechenden Beschluss fassen könnte. Deshalb ergriff der Heimatverein die Initiative und leistete erste Vorarbeit für eine 950-Jahrfeier im Jahr 2000. Knut Elmendorf, der die 900-Jahrfeier 1950 als Schuljunge erlebte, ruft die Bürger zum Mitmachen auf.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 23 · März 1997
  • März 1997Das engagierte Ehepaar JacobsenDas Porträt stellt Gudrun (geboren 1925 in Datteln) und Eckhard Jacobsen (geboren 1930 in Berlin) vor, die 1955 heirateten und 1978 nach Isselhorst zogen. Gudrun war evangelische Gemeindehelferin und Lehrerin, von 1979 bis 1994 SPD-Ratsfrau für Isselhorst und Vorsitzende der örtlichen AWO. Eckhard arbeitete als Grafiker bei Bertelsmann und ist als Aquarellist mit Isselhorster Motiven bekannt. Beide setzten sich dafür ein, dass auf dem Pfarrkamp etwas für die Gemeinschaft entsteht, und gehörten zu den Gründern des Forums russische Kultur.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 23 · März 1997

Gudrun und Eckhard Jacobsen (Foto: Ingbert Drews)

Gudrun und Eckhard Jacobsen (Foto: Ingbert Drews)
Quelle: Der Isselhorster

  • Mai 199740 Jahre Kirche Maria KöniginAm Himmelfahrtstag 1957 weihte der Paderborner Bischof und spätere Ruhrbischof Franz Hengsbach das neue katholische Kirchengebäude im Holler Feld ein. Anlass war der Zuzug vieler katholischer Schlesier, die infolge von Krieg und Vertreibung in das überwiegend evangelische Kirchspiel gekommen waren und zuvor in der Turnhalle Gottesdienst feierten. Mit Unterstützung des Bonifatiusvereins, des Bistums Paderborn und viel Eigenleistung entstand die Kirche, die nach dem 1954 eingeführten Fest Maria Königin benannt wurde. Zur Gesamtpfarrei Blankenhagen-Isselhorst zählen etwa 800 Isselhorster Gläubige.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 24 · Mai 1997
  • Mai 1997In den Lüften zu Hause - der Ballonfahrer von IsselhorstDer 45-jährige Diplom-Ingenieur und Architekt Norbert Beckmann ist der Ballonfahrer von Isselhorst und hebt regelmäßig per Heißluftballon ab. Seine erste Fahrt machte er am 4. Mai 1989 - ein Geburtstagsgeschenk seiner Frau Marion; danach absolvierte er die vollständige Ausbildung zum Ballonpiloten. Mit seinem roten Ballon D-OROT fuhr er unter anderem über die Alpen vom Aosta-Tal bis in die Nähe von Mailand, in Höhen bis etwa 7.200 Meter. Als Architekt baute er allein in Isselhorst rund 110 Häuser und Gebäude.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 24 · Mai 1997
  • Mai 1997Ernst Imkamp - 90 JahreZum 90. Geburtstag am 22. April 1997 wird Ernst Imkamp als eine der bedeutendsten Persönlichkeiten des Kirchspiels gewürdigt. Schon mit 15 Jahren wurde er Maschinist der Dreschgenossenschaft, die sein Vater 1892 mitgegründet hatte, und leitete von 1927 an 59 Jahre lang den Posaunenchor. Er bekleidete zahlreiche Ämter: Gemeinderat und zweiter Bürgermeister, 32 Jahre Direktor der Isselhorster Feuerversicherung sowie Wassermeister der Wassergenossenschaft. 1987 erhielt der Autodidakt das Bundesverdienstkreuz am Bande; mit seiner Frau Erna feierte er zugleich Diamantene Hochzeit.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 24 · Mai 1997
  • Mai 1997Seit 65 Jahren Tapeten aus IsselhorstAm 23. April 1932 meldete Walther Schäfer ein Gewerbe für Malerbedarfsartikel an, nachdem er im Zuge der Weltwirtschaftskrise bei der Gutehoffnungshütte in Oberhausen entlassen worden war. Er begann mit etwa 150 Tapetenmustern, die auf dem Dachboden und notfalls auf den Treppenstufen lagerten, und baute per Fahrrad und Motorrad einen Kundenstamm auf. Nach der Rückkehr von Sohn Siegfried aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft 1949 wurde am Standort Am Röhrbach neu gebaut. Heute führt in dritter Generation Martin Schäfer den Betrieb, der sich als letzter reiner Tapetengroßhändler Deutschlands bezeichnet.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 24 · Mai 1997
  • Mai 1997Wiederentdeckt: der Chausseebau von 1895Ortwin Schwengelbeck entdeckte eine Tageszeitung vom 14. August 1895, die über die Fertigstellung der Straße zwischen dem Bahnhof und Isselhorst berichtete. Die Erdarbeiten der letzten Teilstrecke von Ummeln waren demnach nahezu abgeschlossen. In wenigen Wochen sollte auch der Rest fertiggestellt sein, sodass man die neue Kunststraße vom Bahnhof bis zum Dorf im folgenden Jahr benutzen konnte. Der Fund gibt einen Einblick in die frühe verkehrliche Erschließung des Dorfes.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 24 · Mai 1997
  • Mai 1997Richard Upmann wird 75Der Konditormeister und Gastwirt Richard Upmann, geboren am 22. Mai 1922 in Isselhorst, feiert seinen 75. Geburtstag. Er lernte von 1936 bis 1939 in Bonn das Konditorhandwerk, kehrte 1948 aus Kriegsdienst und Gefangenschaft zurück und übernahm 1961 die elterliche Gaststätte. Damit führt er in vierter Generation das Haus, für das Hans Heinrich Upmann bereits 1835 die Schankgenehmigung beantragt hatte. Die Gaststätte ist die letzte ihrer Art im Kirchspiel und Heimat des Friesischen Frühschoppens.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 24 · Mai 1997
  • August 1997Is dat de chodde, aule Tiet? – Getreideernte mit OchsengespannEin 55 Jahre altes Foto zeigt einen Isselhorster Bauern beim Getreidemähen mit einer von zwei Ochsen gezogenen Mähmaschine. Der Text beschreibt, wie vor der Technisierung mit der Sense gemäht wurde und die ganze Familie samt Nachbarn in Nachbarschaftshilfe mit anpackte. Auf der Maschine saßen zwei Männer – einer fuhr, der andere legte das Getreide ab; bei Hitze erfrischte am Feldrand eine Kanne 'Brautwasser' aus Wasser, Schwarzbrot, Essig und Zucker. Karl Piepenbrock beklagt, dass sich die Landwirtschaft in nur 20 Jahren so stark verändert habe, dass jahrhundertealte Arbeitstechnik und Nachbarschaftshilfe verloren gingen. Das Foto stellte Günter Zöllner, Haller Str. 45, zur Verfügung.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 25 · August 1997

Getreideernte mit Ochsengespann, um 1942

Getreideernte mit Ochsengespann, um 1942
Quelle: Der Isselhorster

  • August 1997Ein Deutz-Diesel fürs lebendige DenkmalIn den 1960er Jahren stellte die Kornbrennerei Elmendorf ihre energiefressenden Transmissionsantriebe auf Elektroantriebe um; die große Dampfmaschine von 1885 hatte ausgedient und wurde verschrottet. Um die historische Brennerei als 'lebendiges Denkmal' erlebbar zu machen, fehlte später eine klassische Antriebsmaschine. Über einen Kunden aus Heepen fand sich ein Einzylinder-Deutz-Diesel von 1935 aus der Mühle des Meierhofs zu Bentrup in Brönninghausen. Der tonnenschwere Motorblock musste aus einem engen Keller demontiert werden; der damals 90-jährige Müllermeister Friedrich Kruse erinnerte sich noch genau an den seinerzeitigen Einbau. Nach fast zweijähriger Aufarbeitung wurde die Anlage in der Maischerei der Brennerei wieder aufgestellt.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 25 · August 1997

Historische Antriebsmaschine der Brennerei Elmendorf

Historische Antriebsmaschine der Brennerei Elmendorf
Quelle: Der Isselhorster

  • August 1997Umweltpreis für die Initiative Müllvermeidung IsselhorstAm 26. Juni 1997 erhielt die 'Initiative Müllvermeidung Isselhorst' (IMI) aus der Hand von Bürgermeisterin Maria Unger einen der Umweltpreise der Stadt Gütersloh, ausgezeichnet für ihr langjähriges Wirken für Abfallvermeidung und -verwertung. Die Initiative hat keinen Vorstand, wird aber seit 1992 von Uschi Brune, Ursula Goersch und Theo Welter geprägt. Zunächst wurden im Vorraum der AWO nur Aluminium und Korken angenommen, später erweiterte sich die Palette der Wertstoffe erheblich. Seit Anfang 1997 können Bürger an jedem ersten Freitag im Monat im Hof der Brennerei Elmendorf zahlreiche Wertstoffe abgeben; die Sammlungen sind überregional erfolgreich.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 25 · August 1997
  • August 1997Seniorenhof des DRK erhält Anerkennung in DresdenDer 1993 gegründete 'Seniorenhof' des DRK Isselhorst, untergebracht in einem Gebäudeteil der Gärtnerei Kollhörster an der Lutter, betreut an vier Nachmittagen pflegebedürftige ältere Menschen. Beim Deutschen Seniorentag im Juni 1997 in Dresden erhielt die Einrichtung unter Leitung von Ulrike Elmendorf eine 'lobende Anerkennung', überreicht im Rahmen einer Festveranstaltung mit Bundesministerin Claudia Nolte und Bundespräsident Roman Herzog. Bundesweit hatten sich 250 Initiativen am Wettbewerb 'Solidarität der Generationen' beteiligt, von denen 19 prämiert oder ausgezeichnet wurden. In der Begründung wurden der offene, fröhliche Umgang und die gelebte Gemeinschaft hervorgehoben.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 25 · August 1997
  • August 1997So entsteht der Isselhorster – Rückblick zur 25. AusgabeZur 25. Ausgabe blickt die Redaktion hinter die Kulissen: Die erste Ausgabe des 'Isselhorster' erschien zur Kirmes 1993, nachdem das Vorläuferheft 'Lebendiges Isselhorst' anderthalb Jahre nicht mehr erschienen war. Alle Beteiligten arbeiten ehrenamtlich ohne Aufwandsentschädigung; der Aufwand je Ausgabe beträgt über 150 Arbeitsstunden. Finanziert wird das Heft ausschließlich über Anzeigenerlöse, weshalb nicht mehr als sechs Ausgaben pro Jahr möglich sind. Fotograf Ingbert Drews nutzt eine von Hans-G. Baumeister geliehene Mittelformatkamera; gedruckt wird bei Flöttmann.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 25 · August 1997
  • September 1997Rudi Knufinke – Oldtimer-Fan aus IsselhorstRudi Knufinke aus Isselhorst gehört zu den Sammlern und Restauratoren alter Trecker und Landmaschinen. Sein erstes Stück, ein 11-PS-Deutz von 1941, holte er aus einer Scheune im Kreis Lübbecke; als Berater für Tierärzte kam er viel in ländliche Gebiete und hielt nach weiteren Fundstücken Ausschau. Nach einem Schaudreschen 1983 bei Mühlenstroth reifte der Wunsch nach einem Lanz-Bulldog, der bald folgte. Heute umfasst seine Sammlung neun Traktoren, darunter drei Lanz-Bulldogs, drei Deutz-Maschinen, einen Hanomag, einen Unimog und einen MAN-Allradschlepper. Bei Straßenfesten fuhren die aufpolierten Trecker durch den Ortskern.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 26 · September 1997

Rudi Knufinke mit seinem Oldtimer-Fuhrpark (Foto: I. Drews)

Rudi Knufinke mit seinem Oldtimer-Fuhrpark (Foto: I. Drews)
Quelle: Der Isselhorster

  • September 199730 Jahre Jugendfeuerwehr IsselhorstDie Jugendfeuerwehr Isselhorst, 1967 von Hans Buschkamp gegründet, ist die älteste im Kreis Gütersloh und feierte 1997 ihr 30-jähriges Bestehen. Anfangs stieß die Idee auf Skepsis, man befürchtete ein kurzes Strohfeuer. 1974 kamen unter Klaus Fiebig erstmals zwei Mädchen in die Gruppe; seit 1990 sind ständig Mädchen aktiv. Aus der Jugendfeuerwehr gingen später viele Verantwortliche des Löschzugs Isselhorst hervor, darunter der Löschzugführer und sein Stellvertreter. 1997 zählte sie rund 20 Jugendliche zwischen 12 und 18 Jahren aus dem gesamten Stadtgebiet.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 26 · September 1997
  • September 1997Baukosten früher – eine Bauabrechnung von 1951/52Dem Heimatverein wurde eine komplette Bauabrechnung für ein Isselhorster Einfamilienhaus aus den Jahren 1951/52 überlassen. Die Stundenlöhne lagen damals zwischen 1 und 1,90 DM; die komplette Herrichtung des Dachstuhls durch die Zimmerei Pohlücke kostete gerade einmal 2.042 DM ohne Mehrwertsteuer. Für den Elektro-Hausanschluss berechnete die Gemeindeverwaltung Isselhorst 119 DM. Auffällig war, dass fast ausschließlich Isselhorster Firmen beteiligt waren und der Bau sich über rund 1,5 Jahre zog – auch weil ein Neubau nach damaligem Grundsatz einen Winter unbewohnt austrocknen sollte.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 26 · September 1997

Historische Bauabrechnung/Rechnung von 1951

Historische Bauabrechnung/Rechnung von 1951
Quelle: Der Isselhorster

  • September 199790 Jahre Geflügelzucht- und Gartenbauverein1907 gründeten Isselhorster Bürger sowohl den Obst- und Gartenbauverein als auch den Geflügelzuchtverein; beide wurden 1927 zusammengeschlossen. Erster Vorsitzender des Geflügelzuchtvereins war von 1907 bis 1910 Bauer Wilhelm Krull. Zum 25-jährigen Jubiläum fand 1932 eine große Ausstellung mit Gewerbeschau bei Gastwirt Richard Schlüpmann (heute Isselhorster Landhaus) statt. 1957 feierte der Verein sein 50-jähriges Bestehen im Hotel zur Post, 1982 das 75-jährige. Die Jubiläumsausstellung zum 90-jährigen Bestehen war für den 11. und 12. Oktober 1997 in der Festhalle geplant.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 26 · September 1997

Mitbegründer Gustav Schomann und Theodor Elmendorf

Mitbegründer Gustav Schomann und Theodor Elmendorf
Quelle: Der Isselhorster

  • September 1997Kalifornischer Designer ließ sich in Holtkamp niederDer Graphic-Designer John Salazar aus San Francisco ließ sich am Emsweg in Holtkamp nieder. Eigentlich nur auf einer Europareise, entdeckte er vor sieben Jahren seine Vorliebe für deutsche Lebensart und fand nach einer Zwischenstation in Hannover eine zweite Heimat in Bielefeld. Seine Arbeiten wurden vom San Francisco Art Directors Club mehrfach mit Gold- und Silber-Awards ausgezeichnet; er arbeitete 15 Jahre für renommierte US-Agenturen und leitete vier Jahre die Inhouse-Firma 'Sunrise'. Inzwischen ist er mit einem eigenen Salazar Design Studio selbstständig. In seiner Freizeit gilt seine Leidenschaft dem American Football; er gründete die Bielefeld Cavaliers und begleitete sie bis in die NRW-Oberliga.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 26 · September 1997
  • November 1997Weihnachten einmal ganz anders – Heiligabend 1947Werner Krömke schildert den Heiligabend 1947, den er als junger Polizist im nächtlichen Dienst in Gütersloh erlebte. Sein erstes Dienstjahr war von Maisbrot, Hungerrationen und Schwarzhandel nach einem sibirischen Winter geprägt. Auf Streife durch die fast menschenleere, dunkle Stadt begegnete er einem beinamputierten Jugoslawen in einer Fahrradwache und Heimatlosen im Bahnhofswartesaal. Er erinnert sich an die Trümmer der Apostelkirche und an einen Kohlenzug, bei dem die Polizisten bewusst wegschauten, wenn frierende Bürger sich bedienten. Zum Frühstück gab es zwei Scheiben Graubrot mit Rübenkraut und Ersatzkaffee.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 27 · November 1997

Weihnachtlich geschmückte Isselhorster Kirche (Foto: Karl Piepenbrock)

Weihnachtlich geschmückte Isselhorster Kirche (Foto: Karl Piepenbrock)
Quelle: Der Isselhorster

  • November 1997Älteste Turmuhr im Umkreis – von 1735Das Dorfmuseum Isselhorst erhielt die alte Turmuhr der evangelischen Kirche, die bis 1908 ihren Dienst tat. Sie ist vollständig aus Schmiedeeisen handgefertigt, hat nur einen Stundenzeiger und ein Schlagwerk für Viertel- und Vollstunden. Die Brüder Ernst und Julius Schürmann, Besitzer der Isselhorster Eisengießerei, retteten das Werk um 1908 vor dem Schrott und verwahrten es rund 70 Jahre. Eine Gravur nennt 'HC Rieke fecit Halle Anno 1735'; laut einer Chronik von 1818 fertigte Meister Riecke aus Halle die Uhr 1735 für 125 Reichstaler – damals arbeitete ein Knecht für etwa 10 Taler ein Jahr. Betriebsschlosser Peter Dick von der Brennerei Elmendorf überholte das Werk; es zählt zu den ältesten Turmuhren Westfalens.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 27 · November 1997

Restauriertes Räderwerk der alten Kirchturmuhr

Restauriertes Räderwerk der alten Kirchturmuhr
Quelle: Der Isselhorster

  • November 1997'Unser Fritz' und sein Königreich HoltkampVor 20 Jahren, am 24. Dezember 1977, starb Friedrich Baumann, Gastwirt, Posthalter und langjähriger Bürgermeister von Holtkamp. Geboren 1903, betrieb er an der Kreuzung Steinhagener/Brockhagener Straße eine Gastwirtschaft mit Lebensmittelgeschäft, ab 1938 auch die Posthalterei. 1946 kehrte er stark abgemagert aus russischer Kriegsgefangenschaft im Uralgebiet heim, trat in den Gemeinderat ein und wurde 1951 zum Bürgermeister gewählt. Sein Amt übte er bis zur Eingemeindung Holtkamps nach Brackwede 1969 aus; 30 Jahre lang trug er zudem die Post aus. 'Mein Königreich Holtkamp' nannte er den Bereich, für den er sich verantwortlich fühlte.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 27 · November 1997

Fritz Baumann, letzter Bürgermeister von Holtkamp

Fritz Baumann, letzter Bürgermeister von Holtkamp
Quelle: Der Isselhorster

  • November 199720 Jahre Metallbau Martenvormfelde und der stählerne BaumDie Bauschlosserei und Metallbaufirma Horst Martenvormfelde am Krullsweg feierte 1997 ihr 20-jähriges Bestehen; Betriebsbeginn war der 23. Juni 1977. Der Schlossermeister setzt bewusst auf Individualität statt Serienfertigung; Spezial- und Sonderanfertigungen sind seine erklärten Lieblingsobjekte. Für das Gartencenter Mühlenweg in Brackwede baute er einen überdimensionalen stählernen Baum: sieben Meter hoch und geschmückt mit über 700 Geranien. Sein Motto lautet: 'Aber geht nicht, wenn ich es zugesagt habe, gibt es bei mir nicht.'
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 27 · November 1997

Der stählerne Baum im Gartencenter Brackwede (Foto: J. Dünhölter)

Der stählerne Baum im Gartencenter Brackwede (Foto: J. Dünhölter)
Quelle: Der Isselhorster

  • November 1997Startschuss für die 950-Jahr-Feier im Jahr 2000Für das Jahr 2000 plant Isselhorst ein großes Dorffest zur 950-Jahr-Feier. Anders als in den Nachbargemeinden Avenwedde und Ummeln soll es nicht über ein ganzes Jahr laufen, sondern konzentriert vom 10. bis 25. Juni 2000 stattfinden. Ältere Isselhorster verweisen dabei auf die 900-Jahr-Feier von 1950, die fünf Jahre nach Kriegsende als große Dorfgemeinschaftsleistung gestemmt wurde. Zur Vorbereitung wurden bereits sechs Arbeitsausschüsse gebildet, unter anderem für Festschrift, Ausstellungen, Festzug und Ortsgestaltung. Die organisatorische Gesamtleitung übernimmt der Heimatverein.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 27 · November 1997

Das Hotel zur Post in den 1950er Jahren (Foto: Wilhelm Buschkamp)

Das Hotel zur Post in den 1950er Jahren (Foto: Wilhelm Buschkamp)
Quelle: Der Isselhorster

  • November 1997Hausbeerdigung – als noch der Totenwagen fuhrDer Beitrag erinnert daran, wie Beerdigungen auf dem Dorf früher abliefen, als Menschen noch zu Hause im Kreise der Familie starben. Der Leichnam wurde von Angehörigen oder Nachbarn gewaschen, gekämmt und im Sonntagsstaat aufgebahrt, meist auf der Deele. Ein Nachbar ging als 'Leichenbitter' von Hof zu Hof, um zur Beerdigung einzuladen; Träger und Posaunenchor versahen ihr Ehrenamt oft nach weiten Fußwegen. Der offene, mit Blumen und Girlanden geschmückte Leichenwagen gehörte dem Hof Heckewerth in Hollen und wurde von zwei Pferden mit Trauer-Umhang gezogen. Zwischen Tod und Beerdigung lagen meist nur drei bis vier Tage.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 27 · November 1997
  • Februar 1998Gemeinschaftsgefrieranlage – lebendiger Gemeinsinn seit 1959Knut Elmendorf schildert die Geschichte der Isselhorster Gefriergemeinschaft. Ende der 1950er Jahre waren Gefrierschränke noch unerschwinglicher Luxus, weshalb die Landwirte Paul Flöthmann und Paul Landwehr mit der Landwirtschaftskammer eine geförderte Gemeinschaftsanlage einrichteten. Am 4. November 1959 gründeten die Interessenten die 'Gefriergemeinschaft Isselhorst'; im Mälzereigebäude der Brennerei Elmendorf entstand eine Anlage mit 36 Fächern. Paul Flöthmann betreute sie jahrzehntelang ehrenamtlich und streckte den Mitgliedern altersbedingt sogar einen fünfstelligen DM-Betrag aus eigener Tasche vor. Nach seinem Tod 1993 und einem Totalausfall der Technik 1994 wurde die Gemeinschaft nach 34 Jahren aufgelöst – ohne Bitterkeit, da fast alle Mitglieder ihre offenen Beträge ausglichen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 28 · Februar 1998
  • Februar 1998Was halten die Jugendlichen von Isselhorst?Ein fünfköpfiges Jugendteam befragte 40 Isselhorster Jugendliche zu ihrem Leben im Dorf. Die überwiegende Mehrheit bezeichnete Isselhorst als freundliche und schöne Wohngegend; 23 der Befragten waren in einem Verein, die meisten im TVI oder FCI. Gewünscht wurden mehr Angebote für 16- bis 18-Jährige, eine Kneipe, ein Jugendraum und mehr Mitspracherecht. 85 Prozent meinten, die Gewaltbereitschaft nehme auch in Isselhorst zu; das schlechte Image des Jugendtreffs führten viele auf die Angst vor pöbelnden Jugendlichen zurück. 70 Prozent leben dennoch gerne im Dorf und wollen bleiben.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 28 · Februar 1998

Das junge 'Meinungsumfrager'-Team: Jasmin Zensen, Jonah Bethlehem, Nora Bethlehem, Guido Baumann

Das junge 'Meinungsumfrager'-Team: Jasmin Zensen, Jonah Bethlehem, Nora Bethlehem, Guido Baumann
Quelle: Der Isselhorster

  • Februar 1998Ein Besuch bei Radio GüterslohEin Besuch bei Radio Gütersloh in der Feldstraße beleuchtet die Anfänge des Lokalfunks, der ausschließlich von Werbeeinnahmen lebt. Der Sender hat eine Lizenz für täglich fünf bis sechs Stunden eigenes Programm; das Rahmenprogramm liefert Radio NRW aus Oberhausen. Die Vorarbeiten begannen 1987 im Kreishaus, 1989 gründete sich die Betriebsgesellschaft, bei der die Glocke die Mehrheit hält. Am 14. September 1991 ging man um 10.04 Uhr 'auf Sendung'. Eine NRW-Besonderheit ist der Bürgerfunk, der 15 Prozent der Sendezeit ausmacht und den u.a. die Volkshochschule und das Stiftische Gymnasium nutzen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 28 · Februar 1998
  • Februar 1998Nachgedacht über die Dorfentwicklung – eine Diplomarbeit über IsselhorstDie Landschaftsarchitekten Anke Meißner und Thomas Dreinhöfner machten Isselhorst zum Thema ihrer mit 1,0 benoteten Diplomarbeit an der Fachhochschule Osnabrück. Seit September 1996 zogen sie mit Feldbrett, Fotoapparat und Plänen durch den Ort. Ihre Arbeit 'Isselhorst – Beiträge zur Dorfentwicklung' fragt, ob der Ort mit rund 5000 Einwohnern und anhaltendem Bauboom überhaupt noch ein 'Dorf' sei oder eher eine 'Vorstadt' im Gütersloher Speckgürtel. Dreinhöfner warnt, Isselhorst könne durch monofunktionale Siedlungsgebiete seine Identität verlieren. Der Heimatverein lud zur öffentlichen Präsentation am 25. Februar 1998 bei Ortmeyer ein.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 28 · Februar 1998

Die Landschaftsarchitekten Anke Meißner und Thomas Dreinhöfner

Die Landschaftsarchitekten Anke Meißner und Thomas Dreinhöfner
Quelle: Der Isselhorster

  • Februar 1998Winterdach in'n Holle – die Holzarbeit im Winter (plattdeutsch)Wilfried Hanneforth erinnert in plattdeutscher Sprache an die winterliche Holzarbeit im Kirchspiel. Kaum jemand hatte früher eine Heizung; erst in den 1960er Jahren wurden in älteren Häusern Zentralheizungen eingebaut, zuvor heizte man mit Holz und Kohle. Die großen Bauern ließen im Winter ihren Wald durchforsten; das Nutzholz wurde verkauft, das übrige Holz als 'Feuer' für 5 oder 10 Mark an Privatleute abgegeben. Das Kleinmachen des Holzes – Sägen auf dem Sägebock, Spalten auf dem Holzklotz und Aufstapeln – wärmte die Beteiligten gleich mehrfach. Damals waren die Wälder aufgeräumt und der Borkenkäfer fand weniger Nahrung als heute.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 28 · Februar 1998
  • April 1998Der 'Janstein' in Niehorst und die RavensburgEin Bild des 'Janstein' aus Niehorst hängt in der Gaststätte 'Burg Ravensberg' in Borgholzhausen – aus gutem historischen Grund. Die Edelherren von Calvelage errichteten um 1080 die Burg auf dem Ravensberg; dasselbe Grafengeschlecht baute um 1250 auch die Sparrenburg oberhalb von Bielefeld. Johann der Friedfertige, Graf von Ravensberg (1511–1539), gilt als Gründer von Niehorst, weshalb der Findling nach ihm 'Janstein' benannt ist. 1733 ließ König Friedrich Wilhelm I. alle Burggebäude bis auf den Turm abreißen. Die Tischlerei Bernhard und Matthias Schlautmann aus Niehorst renovierte die historischen Türen der Gaststätte und stiftete das Janstein-Bild.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 29 · April 1998

Restauriertes Türdetail der Gaststätte Burg Ravensberg

Restauriertes Türdetail der Gaststätte Burg Ravensberg
Quelle: Der Isselhorster

  • April 199875 Jahre Malerbetrieb Hanneforth – Chefwechsel am 1. AprilAm 1. April 1998, dem Tag des 75-jährigen Firmenjubiläums, gab Wilfried Hanneforth den Malerbetrieb an seinen Sohn Eckhard weiter. August Hanneforth hatte das Unternehmen am 1. April 1923 auf dem elterlichen Hof in Ebbesloh gegründet; wichtige Entscheidungen werden in der Familie traditionell nur am 1. April umgesetzt. Der 65-jährige Wilfried, zugleich Vorsitzender des Heimatvereins, führte den Betrieb 35 Jahre, sein Vater 40 Jahre. Der Familienbetrieb setzt auf kleine, mit Liebe ausgeführte Arbeiten und lebt von Privatkunden und Mund-zu-Mund-Propaganda. Alt-Geselle Gerhard Solz war zum Jubiläum bereits 25 Jahre im Unternehmen tätig.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 29 · April 1998

Das Malerteam Hanneforth (Foto: Ingbert Drews)

Das Malerteam Hanneforth (Foto: Ingbert Drews)
Quelle: Der Isselhorster

  • April 199820 Jahre Fußball im Handballdorf – 1. FC IsselhorstDer 1. FC Isselhorst feierte 1998 sein 20-jähriges Bestehen als 'Fußball im Handballdorf'. 1976 beschlossen einige fußballbegeisterte Isselhorster im 'Hotel zur Post', einen eigenen Verein zu gründen, nachdem ein Anschluss an den handballbegeisterten TVI gescheitert war. Die Gründungsversammlung fand am 30. März 1978 statt, der Eintrag ins Vereinsregister am 7. April 1978. Aus dem anfangs als 'totgeborenes Kind' verspotteten Verein wurde mit 283 Mitgliedern der zweitgrößte Verein im Ort, der den älteren CVJM überholte. Passend zum Jubiläum stürmte die erste Mannschaft an die Spitze der Bezirksliga.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 29 · April 1998
  • April 1998Ernst Imkamp – 70 Jahre im PosaunenchorDer Posaunenchor Isselhorst ehrte Ernst Imkamp für 70 Jahre Mitgliedschaft – ein außergewöhnliches Jubiläum. Als 20-Jähriger entdeckte er, dass er dem Horn schon nach kurzer Zeit die richtigen Töne entlocken konnte, und wurde Mitglied. Sein Talent erkannten die übrigen Bläser so schnell, dass sie ihn nach noch nicht einmal einem Jahr Zugehörigkeit zum Chorleiter bestellten. Dieses Amt übte er, nur durch den Zweiten Weltkrieg unterbrochen, bis 1983 aus; danach wurde er zweiter Chorleiter und ab 1987 Ehrenchorleiter.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 29 · April 1998
  • April 1998Konfirmandenunterricht in den 30er JahrenWilly Hinney erinnert sich an seine Konfirmandenzeit vor 60 Jahren. Ab dem 7. Schuljahr ging es einmal wöchentlich in den Katechumenunterricht in den alten Konfirmandensaal, wo Pastor Wichage und Diakon Krieg unterrichteten; viel musste auswendig gelernt werden. Zum Unterricht fuhr man mit dem Fahrrad, wobei das kurvenreiche 'Pingelpättken' zum Radrennen verführte. Im Kindergottesdienst warf man eine Münze in eine Missionsspardose, deren Oberteil ein nickender Kopf war. Die Konfirmation fand am Palmsonntag statt; die Geschenke – Gesangbuch, Nachthemd, eine Hortensie – fielen weit bescheidener aus als heute.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 29 · April 1998
  • April 1998Leo Sell, der Marktmeister von IsselhorstDer Isselhorster Wochenmarkt feierte im Mai 1998 seinen Geburtstag; von der ersten Stunde an sorgt Marktmeister Leo Sell für den reibungslosen Ablauf. Schon am Freitagmorgen fegt der agile Rentner die Marktfläche und packt beim Aufbau kräftig mit an. Der 68-Jährige stammt aus Usch-Neudorf, rund 170 km östlich von Frankfurt/Oder, und gelangte infolge der Nachkriegswirren in die Nähe von Osnabrück; über seine Frau, eine Isselhorsterin, kam er ins Dorf. 1967 baute er ein Eigenheim am Usedomweg und fühlt sich hier 'sauwohl'. Der Markt mit 18 bis 20 Ständen ist längst zur dörflichen Kommunikations-Drehscheibe geworden.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 29 · April 1998

Marktmeister Leo Sell (Foto: Karl Piepenbrock)

Marktmeister Leo Sell (Foto: Karl Piepenbrock)
Quelle: Der Isselhorster

  • Juni 1998Maschinenfabrik Schürmann – ein Unternehmen mit WeltrufDie Werkzeugmaschinenfabrik und Eisengießerei Wilhelm Schürmann zählte zu den bedeutendsten Industriebetrieben Isselhorsts und schloss 1971 nach über hundertjähriger Geschichte. Den Grundstein legte 1835 Schmiedemeister Heinrich Christoph Riewe mit der 'Brüggenschmiede'; 1871 heiratete der Schlosser Wilhelm Schürmann in den Betrieb ein. Nach jahrelangem Widerstand der Dorfbewohner erhielt er 1878 die Genehmigung für eine Gießerei, deren ersten Guss die Feuerglocke im Kirchturm beantwortete. Die Firma richtete sich auf Holzbearbeitungsmaschinen aus und führte als eine der ersten Holzmaschinenfabriken der Welt die Kugellagerung ein; in der Blütezeit der 1920er und 1930er Jahre waren 80 Mitarbeiter und 10 Lehrlinge beschäftigt. 1977 wurden die Fabrikgebäude abgerissen; erhalten blieb das Fachwerkhaus Haller Str. 151.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 30 · Juni 1998

Firmengründer Wilhelm Schürmann

Firmengründer Wilhelm Schürmann
Quelle: Der Isselhorster

  • Juni 1998Die Währungsreform vom 20. Juni 1948Am 20. Juni 1948 wurde in den Westzonen die Deutsche Mark eingeführt; die Bürger standen an den Ausgabestellen Schlange und erhielten 40 DM Kopfgeld, später weitere 20 DM. In Gütersloh mit damals 37.621 Einwohnern wurden 43 Umtauschstellen eingerichtet und rund 1,5 Millionen DM ausgezahlt. Der Isselhorster Zeitzeuge Heinrich Hanneforth (76), der an der Haller Str. 455 die Gastwirtschaft 'Zum Stemmer' betrieb, erinnert sich an die Zeit von Not, Zigarettenwährung und nächtlichen Flurstreifen gegen Feld- und Kohlendiebstahl. Am Tag nach der Reform waren die Schaufenster plötzlich mit Waren gefüllt, nur fehlte den meisten das Geld. Seine 'Kopfprämie' empfing Hanneforth in der Holler Schule.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 30 · Juni 1998

Ludwig Erhard, Erfinder der sozialen Marktwirtschaft

Ludwig Erhard, Erfinder der sozialen Marktwirtschaft
Quelle: Der Isselhorster

  • Juni 1998Hans, Helga und Hans-Jürgen König – eine Familie in dritter GenerationSeit drei Generationen dreht sich bei der Familie König an der Hallerstraße alles ums Rad. Großvater Gustav König gründete den Betrieb 1904 im Haus Isselhorst Nr. 5; 1913 zog die Firma ins Eckhaus um. 1960 machte Hans die Verkäuferin Helga zu seiner 'Königin', 1962 übernahmen beide den Betrieb, 1967 bezogen sie den vergrößerten Neubau an der Hallerstraße 128 und erweiterten das Sortiment um Haushaltswaren, Spiel- und Geschenkartikel. Sohn Hans-Jürgen, Zweiradmechaniker-Meister, stieg 1984 ein. Fanden früher 15 bis 20 Räder Platz im Laden, sind es nach dem Umbau von 1992 zwischen 55 und 60.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 30 · Juni 1998

Hans-Jürgen König in der Werkstatt (Foto: Ingbert Drews)

Hans-Jürgen König in der Werkstatt (Foto: Ingbert Drews)
Quelle: Der Isselhorster

  • Juni 1998Schwienemarkt to Isselhorster Kirmes (plattdeutsch)Wilfried Hanneforth erinnert in plattdeutscher Sprache an den Schweinemarkt, der bis in die 1950er Jahre jedes Jahr zur Isselhorster Kirmes unter den Buchen von Mumperow abgehalten wurde. Hauptkunden waren die vielen kleinen Nebenerwerbsbauern sowie Privatleute, die sich ein Schwein mästeten und dort ihre Ferkel kauften. Bekannte Viehhändler boten ihre Tiere an; gehandelt wurde stets bar, das Vieh kam per Anhänger oder Bollerwagen nach Hause. Der Handel begann morgens um 8 und dauerte bis mittags gegen 12 Uhr. Zum Abschluss kaufte man bei Schulze aus Borgholzhausen eine Tüte Pfeffernüsse, damit man zu Hause nicht mit leeren Händen ankam.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 30 · Juni 1998
  • Juni 1998Baum-Gigant bei Huxhohl in NiehorstAuf den Betriebshof der Sägewerksfirma Huxhohl in Niehorst rollte ein außergewöhnlicher Baumriese: ein Bubinga-Stamm aus Kamerun-Westafrika. Er maß 11,20 m Länge und 2,70 m Durchmesser, hatte einen Inhalt von rund 40 Festmetern und wog 48,8 Tonnen. Schon im Hafen Nordenham musste der Stamm einmal durchgesägt werden, damit der Weitertransport auf werkseigenen Lkw möglich wurde. In Niehorst wurden die Blöcke auf einer großen Horizontal-Blockbandsäge geschnitten; dabei zeigte sich, dass es sich um ein völlig fehlerfreies Jahrhundert-Exemplar handelte. Nach Trocknung auf rund 8 Prozent Holzfeuchte wird das Holz zu hochwertigen Möbeln verarbeitet.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 30 · Juni 1998

Der Baumriese auf der Horizontal-Blockbandsäge bei Huxhohl

Der Baumriese auf der Horizontal-Blockbandsäge bei Huxhohl
Quelle: Der Isselhorster

  • Juni 1998Niehorster Schule 1909 – vier Jahrgänge, eine LehrpersonEin historisches Klassenfoto zeigt die Niehorster Schule im Jahr 1909. Bemerkenswert ist, dass vier Jahrgänge in einer einzigen Klasse zusammengefasst waren und nur eine Lehrperson – Lehrer Mußmann – die ganze Schule unterrichtete. Zu den namentlich aufgeführten Kindern gehören unter anderem Angehörige der Familien Flöttmann, Vahrenholt, Landwehr, Kleinebecker und Wehmeier. Das Foto dokumentiert die einfachen Schulverhältnisse im ländlichen Niehorst zu Beginn des 20. Jahrhunderts.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 30 · Juni 1998

Klassenfoto der Niehorster Schule von 1909 mit vier Jahrgängen und Lehrer Mußmann

Klassenfoto der Niehorster Schule von 1909 mit vier Jahrgängen und Lehrer Mußmann
Quelle: Der Isselhorster

  • Juli 1998100 Jahre Gesangverein Isselhorst1998 feierte der Gesangverein Isselhorst sein 100-jähriges Bestehen. Entstanden war er 1898, als Mitglieder des Kriegervereins die Einweihung des Kriegerdenkmals mit Liedern gestalten wollten; unter dem Vorsitz des Gastwirtes August Baumeister und mit Konrektor Wortmann als Chorleiter entwickelte sich daraus ein Männerchor. 1946 kam durch den damaligen Vorsitzenden August Bentlage ein Gemischter Chor hinzu, seither besteht der Verein aus zwei Chören. Über 50 Jahre stand Heinrich Heißmann als Chorleiter zur Verfügung. Gefeiert wurde unter anderem mit einem Jubiläumskonzert am 3. Oktober in der Isselhorster Kirche.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 31 · Juli 1998

Fahnenweihe 1911 des Gesangvereins Isselhorst

Fahnenweihe 1911 des Gesangvereins Isselhorst
Quelle: Der Isselhorster

  • Juli 1998Portraits einer Ravensberger Familie - ein Scherenschnitt von 1805Ein großformatiger Scherenschnitt, den der Bielefelder Grafiker Heinz Baumeister (86) verschenkte, entpuppte sich als familiengeschichtlicher Fund. Der Silhouettenkünstler Caspar Dilly aus Bonn hatte 1805 die Familie des Deppendorfer Müllers Gerhard Henrich Baumeister (1749-1827) und dessen Ehefrau Anna Margarete Elisabeth Oberwittler mit allen Kindern dargestellt und sich selbst auf einem stilisierten Grabstein verewigt. Die Zuordnung gelang über die alte Familienbibel, deren Daten exakt zur Nummerierung der Silhouetten passten. Fachleute schätzen das Bild als bisher einzige authentische Darstellung der Ravensberger Tracht vom Anfang des 19. Jahrhunderts.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 31 · Juli 1998

Scherenschnitt der Müllerfamilie Baumeister mit Selbstportrait des Künstlers

Scherenschnitt der Müllerfamilie Baumeister mit Selbstportrait des Künstlers
Quelle: Der Isselhorster

  • Juli 199865 Jahre FLACO - Maschinenfabrik F. Landwehr & Co.Am 1. Februar 1933 gründeten die Isselhorster Ingenieure Fritz Landwehr und Hermann Westheide die Maschinenfabrik F. Landwehr & Co. in der vormaligen Dreesbeimdiekschen Fleischwarenfabrik in der Dorfmitte. Zunächst wurden Waschkesselöfen hergestellt, später Abschmiergeräte und Fettpressen unter dem Markenzeichen FLACO (für Fritz Landwehr & Co.). 1956 verlegte die Firma ihren Sitz von Iserlohn zurück nach Isselhorst; das Werksgelände umfasst heute rund 13.000 qm. 1997 erzielte das Unternehmen mit 72 Mitarbeitern und 6 Auszubildenden einen Jahresumsatz von 18 Millionen Mark. Nach dem Tod des Gründers 1981 übernahm Sohn Friedrich Landwehr die Leitung.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 31 · Juli 1998
  • Juli 1998Gustav Schürmann - Automobilpionier aus IsselhorstDr.-Ing. h.c. Gustav Schürmann (1872-1962) gehörte zu den Pionieren des deutschen Automobilbaues. Geboren als zweites von sieben Kindern des Maschinenfabrikanten Wilhelm Schürmann, baute er schon als Schuljunge in der väterlichen Fabrik einen Benzinmotor und goss ein eigenes Hermannsdenkmal für den Dorfplatz. Als Konstrukteur des Eisenacher DIXI-Wagens und später der DUX-Automobilwerke in Leipzig-Wahren errang er zahlreiche motorsportliche Erfolge. 1925 wurde ihm die Ehrendoktorwürde der Technischen Hochschule Karlsruhe verliehen. Trotz aller Erfolge geriet seine Leistung zu Unrecht in Vergessenheit.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 31 · Juli 1998
  • Juli 1998H.T.M. Zimmermann - ein Fotokünstler aus IsselhorstManfred Zimmermann, 1946 in Friedrichsdorf geboren und im alten Schürmann'schen Haus neben der Volksbank wohnhaft, erlernte zunächst wie sein Vater den Konditorberuf. Um 1971 entdeckte er die Fotografie, absolvierte eine Ausbildung bei den Vogelsänger-Studios in Helpup und erhielt die Anerkennung zum Fotokünstler an der Fachhochschule in Köln. 1987 zog er mit seinem Atelier in den Isselhorster Bahnhof um und wurde 1997 in die Künstlergruppe 'Das Fachwerk' in Bad Salzuflen aufgenommen. Der Digitalfotografie stand er skeptisch gegenüber, weil sie das foto-bildnerische Entdecken ersetze. Zum Straßenfest wurden seine Arbeiten in der Brennerei Elmendorf ausgestellt.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 31 · Juli 1998
  • Juli 1998Lena Strothmann - neue Präsidentin der Handwerkskammer OWLDie Damenschneidermeisterin Lena Strothmann aus Gütersloh wurde am 18. Juni 1998 zur Präsidentin der Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe zu Bielefeld gewählt. Damit war sie bundesweit die einzige Frau unter 55 Männern an der Spitze einer Handwerkskammer. Geboren 1952 in Münster, führte sie ihre Laufbahn über Schneiderlehre, Designstudium in München bis zur Selbstständigkeit mit eigenem Atelier. Seit 1993 betrieb sie zusammen mit Herrenschneidermeister Heinrich Kleegräfe ein gemeinsames Atelier in Isselhorst. Sie selbst bezeichnet sich als 'Kämpferin von zu Hause aus'.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 31 · Juli 1998
  • September 1998Straßenfest 'Isselhorst unter Wasser'Das Isselhorster Heimat- und Straßenfest am 13. September 1998 stand unter dem Motto 'Isselhorst unter Wasser'. Anlass waren die vielen historischen Überschwemmungen des Ortes, unter anderem in den Jahren 1891, 1939, 1946/47 und 1968, als die Lutter über ihre Ufer trat. Mehrere hundert Helfer aus den beteiligten Vereinen gestalteten Wasserspiele, Floßfahrten auf der gestauten Lutter, ein Badewannenrennen und Modellschiffahrt auf der gefluteten Haller Straße. Als Attraktion wurde ein Nachbau der 'Santa Maria' als Schankschiff auf den Dorfplatz geholt. Nach früheren Mottos wie 'Isselhorst unter Dampf' folgte damit 'Isselhorst unter Wasser'.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 32 · September 1998
  • September 199890 Jahre Freiwillige Feuerwehr IsselhorstDie Ursprünge der Isselhorster Löschmannschaft gehen auf einen Bericht des Gemeindevorstehers Riewe vom 21. Juni 1844 zurück; 1891 wurde die Wehr offiziell anerkannt. 1899 löste sich die erste Freiwillige Feuerwehr wegen mangelnder Unterstützung der Gemeinde sogar auf und die Fahne wurde meistbietend verkauft. Erst 1908 kam es beim Gastwirt Wilhelm Dreesbeimdieke zur Neugründung mit 30 aktiven Männern. Theodor Mumperow leitete die Wehr danach 40 Jahre lang bis zu seinem Tod 1950. 1998 feierte die Freiwillige Feuerwehr Isselhorst ihr 90-jähriges Jubiläum, gleichzeitig zum Straßenfest auf dem Kirchplatz.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 32 · September 1998
  • September 1998Tödliche Pistolenschüsse auf Oberlandjäger August Tiemann 1932Der 40-jährige Isselhorster Oberlandjäger August Tiemann wurde am frühen Morgen des 8. Oktober 1932 bei einem Einsatz in Ummeln von einem Einbrechertrio erschossen. Nach der Meldung eines versuchten Einbruchs beim Gastwirt Baumann in Holtkamp stellte Tiemann drei verdächtige Personen, die sofort das Feuer eröffneten; er verstarb am selben Tag im Städtischen Krankenhaus Gütersloh. Der Haupttäter Paul Kniepkamp erschoss sich später bei seiner Verhaftung selbst, die Mittäter Petri und Upmeier wurden zum Tode verurteilt. An der Beisetzung auf dem Isselhorster Friedhof nahmen 2000 Trauergäste teil. Ein Jahr später wurde ein Gedenkstein enthüllt, den die Nationalsozialisten propagandistisch für ihre Zwecke inszenierten.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 32 · September 1998
  • September 1998100 Jahre Deutsches Rotes Kreuz IsselhorstDer Ortsverein des DRK geht auf die Gründung des 'Vaterländischen Frauenvereins' am 30. Oktober 1898 zurück, als sich 48 Frauen im Konfirmandensaal versammelten. Der Verein richtete bereits 1900 die erste Gemeindepflegestation in Isselhorst ein und unterstützte Arme und Kranke im Kirchspiel. 1938 wurde er in das Deutsche Rote Kreuz als Ortsgemeinschaft überführt. Frauen aus dem Hause Elmendorf standen über 50 Jahre an der Spitze des Vereins. 1993 eröffnete das DRK Isselhorst als große Neuheit in Deutschland den 'Seniorenhof', eine Betreuungsstätte für pflegebedürftige alte Menschen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 32 · September 1998
  • September 1998Ein Denkmal wird 100 Jahre alt - das KriegerdenkmalDas Isselhorster Kriegerdenkmal an der Gabelung Haller Straße / Isselhorster Straße wurde am 4. September 1898 eingeweiht. Ein Komitee unter Vorsitz von Meier Carl Mumperow hatte den Bau geplant, der auf 2.000 Reichsmark veranschlagt war. Der rund 6,90 Meter hohe Obelisk aus Ibbenbürener und Höxter-Sandstein wird von einem übergroßen Bronzeadler gekrönt und von zwei Eichen flankiert. Auf vier Bronzetafeln sind insgesamt 327 Namen von Gefallenen aus fünf Kriegen verzeichnet, womit das Denkmal 'voll belegt' ist. Für die Isselhorster ist es nach wie vor das 'Herzstück' des Dorfes.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 32 · September 1998
  • September 199830 Jahre Andreas Sassen bei der Kornbrennerei ElmendorfAm 1. Oktober 1998 war Andreas Sassen 30 Jahre in der Kornbrennerei Elmendorf tätig. Mit nur 25 Jahren war er als Destillateur, Brennmeister und Betriebsleiter eingestellt worden, obwohl seine Mitarbeiter deutlich älter waren. Sein besonderes Verdienst war die Verschönerung der in den 70er Jahren noch als 'Schandfleck' geltenden Brennereigebäude, indem er die Fassaden mit wildem Wein begrünte und die Komplementärfarben Grün und Rot zur Geltung brachte. Aus seiner Sammelleidenschaft entstand im Mälzereigebäude eine sehenswerte Sammlung alter Gerätschaften. Sein Dienstjubiläum wurde treffend erweitert zu '30 Jahre in Isselhorst'.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 32 · September 1998
  • Dezember 1998Die Wasserversorgung in IsselhorstIsselhorst hatte von jeher große Probleme mit sauberem Trinkwasser; schon im 18. Jahrhundert berichtete Pfarrer Alemann von stark eisenhaltigem, 'fauligem' Wasser aus Hausbrunnen und vermutete Zusammenhänge mit Krankheiten. Am 15. Juni 1934 kam es im Hotel 'Zur Post' zur Gründung der Isselhorster Wassergenossenschaft, treibende Kraft war der Kaufmann Julius Dreesbeimdieke. Das erste Pumpenhaus wurde 1934 errichtet, und am 7. November 1934 floss das erste Wasser zu 71 angeschlossenen Häusern. Das Werk erhielt nach dem Vorsitzenden den Namen 'Juliusbrunnen'. Heute versorgt der Wasserbeschaffungsverband rund 1154 Mitglieder zu einem konstanten Preis von 1,30 Mark pro Kubikmeter.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 33 · Dezember 1998
  • Dezember 1998Der Heimatverein Isselhorst e.V. stellt sich vorAm 17. Mai 1982 wurde in der Gaststätte Ortmeyer der Verein 'Isselhorster Heimatstube e.V.' gegründet, erster Vorsitzender war Rektor Fritz Struckmeier. Zunächst ging es darum, Räume im alten Schulhaus für heimatkundliche Sammlungen zu erhalten. 1994 wurde der Name in Heimatverein geändert, da der Verein aus der 'Stube' herausgewachsen war und nun Flächen im Mälzereigebäude der Brennerei Elmendorf nutzte. 1993 belebte der Verein die Ortsteilzeitung neu unter dem Titel 'Der Isselhorster', die erste Ausgabe erschien zur Kirmes im Juni. Der Vorstand übernahm zudem die federführende Gestaltung der 950-Jahr-Feier von Isselhorst im Jahr 2000.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 33 · Dezember 1998
  • Dezember 1998Kalender aus Isselhorst gehen in die ganze WeltDas GrafikAtelier Baumeister an der Haller Straße 113 produzierte im Auftrag des Bertelsmann-Kalender-Verlags für das Bundesaußenministerium zwei Kalender für 1999: '50 Jahre Bundesrepublik Deutschland' und 'Weimar: Kulturhauptstadt Europas - 250 Jahre Goethe'. Je 25.000 Exemplare wurden an alle deutschen Botschaften und Konsulate in der Welt verschickt und dort kostenlos verteilt. Für die aufwändige Kleinarbeit reiste Grafiker Peter Raschke eigens nach Berlin und Weimar; alle Unterzeilen mussten in vier Sprachen stimmen. Firmenchef Hans-Georg Baumeister zeigte sich stolz, dass sich das Isselhorster Atelier gegen größere Konkurrenz durchsetzen konnte. Im öffentlichen Handel waren die Kalender jedoch nicht erhältlich.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 33 · Dezember 1998
  • Dezember 1998Wein vom Lutterwald - Hobbywinzer Erhard VarnholtAn der Lutter in Isselhorst wird seit einigen Jahren Wein angebaut. Der aus Avenwedde stammende Hobbywinzer Erhard Varnholt (65) pflanzte 1980 auf dem Gelände seiner Baumschule am Haverkamp 150 Setzlinge der Rebsorte 'Baccus' und gewann zunächst 30 Liter Wein. Der erste 'Baccus am Lutterwald' wurde im Gütersloher Park-Hotel feierlich verkostet, unter anderem mit dem damaligen Bürgermeister Adolf Gräwe. Inzwischen wachsen im 'Weinberg' rund 250 Rebstöcke, die Jahresausbeute liegt zwischen 500 und 1000 Litern bei 6 bis 8 Prozent Alkohol. Weitere Weinanbaugebiete in Westfalen sind Varnholt nicht bekannt.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 33 · Dezember 1998
  • Dezember 1998Wechsel beim Isselhorster - Karl Piepenbrock gibt Verantwortung abMit der Dezember-Ausgabe 1998 endete eine Ära der Ortsteilzeitung: Karl Piepenbrock legte die Gesamtverantwortung aus beruflichen und persönlichen Gründen nieder. Die bisherige 'Einmann-Redaktion' wurde durch eine Aufgabenverteilung mit festen Zuständigkeiten ersetzt. Die Gesamtkoordination übernahm künftig Rolf Ortmeyer jun. als neuer Ansprechpartner für Beiträge und Veröffentlichungen. Piepenbrock selbst blieb der Rubrik 'Das Portrait' erhalten. Herausgeber blieb der Heimatverein Isselhorst e.V.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 33 · Dezember 1998
  • Dezember 1998Ensemble 23-12 - Weihnachtskonzert seit 15 JahrenDas Blechbläser-Ensemble '23-12', hervorgegangen aus dem 'Jungen Deutschen Blechbläserensemble', gibt seit 1984 jedes Jahr am 23. Dezember ein Weihnachtskonzert in der Isselhorster Kirche. Der Name spielt auf das feste Konzertdatum an, den Tag vor Heiligabend. Angestoßen hatte die Tradition Michael Koch, Mitglied des Posaunenchores, der die Kirche für das erste Konzert vorschlug. Aus dem anfänglichen Quintett wurde über die Jahre ein Dezett mit zehn Musikern, die aus ganz Deutschland anreisen. Da die Fahrtkosten gering gehalten werden, wird traditionell kein Eintritt erhoben.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 33 · Dezember 1998

1999 – 2000

Auf dem Weg zur 950-Jahr-Feier

  • Februar 1999Ein 'Tante-Emma-Laden' zieht ins Freilichtmuseum DetmoldSeit 1677 befindet sich das Gasthaus 'Zur Linde' in Isselhorst im Familienbesitz Ortmeyer, stets war damit auch ein Kaufladen verbunden. Anneliese Ortmeyer (73) stand bis Januar 1998 hinter der Ladentheke des letzten 'Tante-Emma-Ladens' im Ort; sogar Dr. August Oetker soll den Laden besucht haben, um seine Produkte zu prüfen. Da der Betrieb der Konkurrenz der Supermärkte nicht mehr standhielt, kam es zur Schließung. Im Oktober 1998 übernahm das Westfälische Freilichtmuseum Detmold die komplette Ladeneinrichtung mit Waagen, Ladenuhren, Käsehobel und einer der ersten Laden-Kühltruhen Westfalens. Die Familie Ortmeyer überließ dem Museum die Einrichtung kostenlos, wo sie die 50er-Jahre repräsentieren soll.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 34 · Februar 1999
  • Februar 1999Isselhorster Apotheke unter neuer LeitungNach 30 Jahren als Apotheker legte Walter Pillmeyer die Leitung der 'Isselhorster Apotheke' zum 1. Januar 1999 in jüngere Hände. Nachfolger wurde der 31-jährige Pharmazeut Sven Buttler, seit 1978 Marienfelder. Der Kontakt entstand über die Freundschaft Pillmeyers zu Buttlers Vater, ebenfalls Apotheker, mit dem er sich in der Vergangenheit während der Urlaubszeiten gegenseitig vertreten hatte. Buttler will neben der Kundenberatung künftig Aktionswochen mit Screening-Tests zu Krankheitsbildern wie Diabetes und Bluthochdruck anbieten. Das bewährte Team aus vier Mitarbeiterinnen blieb erhalten.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 34 · Februar 1999
  • Februar 1999Spedition Feldmann gibt 'Gas' - Umzug nach IsselhorstSeit dem 5. Oktober 1998 hat die Spedition Feldmann ihren Firmensitz von Brackwede an die Gottlieb-Daimler-Straße im Isselhorster Gewerbegebiet verlegt. Das Familienunternehmen begann 1926, als der Urgroßvater der heutigen Geschäftsführer Uwe und Joachim Feldmann mit einem Fuhrwerk als Milchhändler startete. Der neue Standort umfasst 8000 qm; das Unternehmen beschäftigt 20 Mitarbeiter. In Bielefeld war die Spedition zuvor als nicht förderungswürdig eingestuft worden, weil sie zu wenige Arbeitsplätze schaffe. Über Kontakte aus dem Reit- und Fahrverein Hollen gelang schließlich der Umzug nach Isselhorst.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 34 · Februar 1999
  • Februar 1999Werner Krömke - der Chronist der Isselhorster GeschichteViele historische Beiträge im 'Isselhorster' stammen aus der Feder von Werner Krömke, unter anderem über den Polizeisergeanten Krull, die Isselhorster Weberei und den Autokonstrukteur Gustav Schürmann. Der rüstige Pensionär wohnt mit seiner Frau Christa in Blankenhagen und war beruflich zuletzt als Hauptkommissar bei der Polizei in Gütersloh tätig. Als 16-Jähriger wurde er von der Schulbank an die Flugabwehrgeschütze seiner Heimatstadt Königsberg beordert und erlebte dort Zerstörung und Vertreibung. Seine große Leidenschaft gilt der Historie und dem Sammeln alter Schriften, Bilder und Postkarten. Beschrieben wird er als Mann der leisen Worte mit filigraner Sensibilität.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 34 · Februar 1999
  • Februar 1999Mumperows Wiesen und die 'Knebelei'Südlich der B61 und beiderseits der Isselhorster Straße lag früher ein größeres Wiesengelände, das zum Hof Mumperow gehörte und alljährlich parzellenweise verpachtet wurde. Weil die Wiesen tief lagen und zeitweise vom Reiherbach geflutet wurden, brachten sie gute Heuerträge. Am Ostrand stand ein größeres Fachwerkhaus, in dem vor der Jahrhundertwende ein Schlosser- und Schmiedemeister namens Knebel sein Handwerk ausübte. Nach ihm wurde die Stätte im Volksmund bis in späte Jahre die 'Knebelei' genannt. Heute stehen die Gebäude verfallen, und der Name gerät allmählich in Vergessenheit.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 34 · Februar 1999
  • Februar 1999Das Isselhorster Netz - eine Vision im InternetAm 18. November trafen sich Vertreter von Vereinen und Initiativen, um die Idee eines im Internet vertretenen Isselhorst zu diskutieren. Jörg Düning stellte gemeinsam mit Ulrike Imkamp und Mirco Mischke das Konzept vor, das Kirchspiel mit seinen über 30 Vereinen und der Wirtschaft im Netz darzustellen. Auch nach 25 Jahren Gebietsreform sähen sich die Isselhorster nicht in erster Linie als Gütersloher, sondern als Isselhorster - dies sollte ein eigenes kleines Netz widerspiegeln. Die private Seite der Jugendfeuerwehr Isselhorst existierte bereits seit 1996 mit Einträgen bis in die USA. Das Projekt wurde rein privat und ohne finanzielle Einflüsse von außen finanziert.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 34 · Februar 1999
  • März 1999Schafzucht und Schäfer in IsselhorstDie Schafzucht spielte in der Region seit Jahrhunderten eine große Rolle, litt aber unter den nassen Weideflächen. In Isselhorst begann Heinrich Brinkmann vom Außenheideweg um die Jahrhundertwende mit einer Herde von 100 Schafen der Rasse Westfälischer Schwarzkopf; er war der einzige Schafzüchter im Ort. Sein Sohn Hermann Brinkmann (1897-1975) baute die Herde auf 200 Tiere aus, legte die Meisterprüfung ab und wurde von den Hütehunden Max und Prinz begleitet. Als Unterkunft diente zunächst eine primitive zweirädrige Holzkarre, die nach dem Krieg dem Freilichtmuseum Detmold vermacht wurde. 1954 stellte Hermann Brinkmann den Schäferbetrieb ein, womit das genügsame Schaf seine Rolle in Isselhorst ausgespielt hatte.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 35 · März 1999
  • März 199950 Jahre Schäferhund-Zuchtverein IsselhorstAm 20. August 1949 gründeten in Isselhorst/Hollen drei Liebhaber der Rasse eine eigene Ortsgruppe des Deutschen Schäferhund-Zuchtvereins. Urkundlich sind elf Gründungsmitglieder festgehalten, darunter der Vorsitzende Karl Hähne; der erste Hundeplatz lag hinter der alten Holler Schule. Nach 50 Jahren zählte der Verein 30 Mitglieder, davon vier Züchter, und verweist auf ausgezeichnete Zuchterfolge bis hin zu Weltsiegern bei Hauptzuchtsiegerschauen. Die Mitglieder engagieren sich in Aufklärung, um den Schäferhund von der pauschalen Gleichsetzung mit Kampfhunden abzugrenzen. Zum 50-jährigen Jubiläum war eine Schau am 17. Juli 1999 auf dem Sportplatz am Waldbad in der Senne geplant.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 35 · März 1999
  • März 1999Ein Dorf-Original trat ab - zum Tod von Hans KönigAm 19. Februar 1999 verstarb Hans König, der über Jahrzehnte als Meister der Fahrräder, Mopeds und Rasenmäher ein dörfliches Urgestein Isselhorsts war. Geboren im Haus Nr. 202, wo sich heute der Zeitschriftenladen Hillenkötter befindet, übernahm er nach Kriegsdienst und Rückkehr das elterliche Geschäft. Neben der Werkstatt betrieb die Familie König lange einen Taxibetrieb mit einem Adler-Auto und später einem Borgward, als sich kaum jemand ein eigenes Auto leisten konnte. Die Werkstatt König galt als dörfliche 'Nachrichtenbörse', in der man sich auch ohne Reparatur zum Austausch traf. Sein Markenzeichen war die dicke Zigarre; sein Sohn Hans-Jürgen führt die Werkstatt weiter.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 35 · März 1999
  • März 1999Die 'Eiszeit' in Isselhorst endete erst 1982Bis 1982 war beim Bier- und Getränkeverlag Feldmann eine der letzten Kühl-Eismaschinen im Gütersloher Raum in Betrieb, die täglich bis zu 510 Eisblöcke zu je 25 Kilogramm produzierte. Bevor es solche Maschinen gab, musste das Eis mühsam aus zugefrorenen Teichen gesägt und in Elmendorfs Eiskeller eingelagert werden. Die Brüder Heinrich und August Feldmann schafften 1935 eine erste Eismaschine an, die mit Ammoniak und einem Einzylinder-Gasmotor arbeitete. Hauptabnehmer war unter anderem die Dortmunder Aktienbrauerei; nach dem Krieg stellten die Gastwirte nach und nach auf elektrische Kühlung um. 1982 war die betagte Maschine defekt und wurde verschrottet - erhalten blieb nur das rund 60 Zentner schwere Schwungrad.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 35 · März 1999
  • März 1999Diakon Hugo Müller - ein Leben im Dienste des GlaubensHugo Müller, langjähriger Diakon der Evangelischen Kirchengemeinde Isselhorst, wurde 1915 in Bad Marienburg im Westerwald geboren und spielte mit 13 Jahren bereits die Orgel seines Heimatortes. Nach Reichsarbeitsdienst und Kriegsdienst geriet er in amerikanische Kriegsgefangenschaft; ein Heiratsurlaub bewahrte ihn davor, mit seiner fast vollständig aufgeriebenen Division zu fallen. 1950 kam er nach Isselhorst, weil Pastor Wichage einen vielseitigen Diakon suchte, der Orgel spielen, unterrichten und die Kirchkasse verwalten konnte. Als seine Versetzung drohte, setzten sich die Isselhorster erfolgreich für seinen Verbleib ein; er blieb bis zur Pensionierung 1978. In seiner Amtszeit arbeitete er mit acht Pfarrern zusammen und leitete den Frauenchor bis 1992.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 35 · März 1999
  • März 1999Der 'Ortsvorsteher' verlässt das politische ParkettDer Isselhorster Kommunalpolitiker Helmut Lütkemeyer kündigte an, nach 35 Jahren Abschied vom Politgeschäft zu nehmen und nicht mehr für den Stadtrat zu kandidieren. 1964 startete er sein Engagement im Isselhorster Gemeinderat, gründete die Isselhorster CDU-Ortsunion und plädierte bei der kommunalen Neugliederung erfolgreich für den Anschluss an Gütersloh. 1975 wurde er zum Ortsvorsteher für Isselhorst gewählt, ein Amt, das er bis zu dessen Abschaffung 1989 innehatte und das er als sein liebstes bezeichnete. 1988 erhielt er das Bundesverdienstkreuz am Bande. Sein politisches Steckenpferd war die Stadtplanung; für viele Isselhorster blieb er stets 'der Ortsvorsteher'.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 35 · März 1999
  • Mai 1999Schweinemarkt und Kirmes in IsselhorstDie Isselhorster Kirmes wird bereits 1811 in einer Brackweder Chronik erwähnt und soll bis in die Zeit des Großen Kurfürsten (1620-1688) zurückgehen. Mittelpunkt war und ist der Kirchplatz vor der Ortmeyerschen Gaststätte; wegen der Nachtkirmes konnte noch um 3 Uhr nachts Karussell gefahren werden. Der traditionelle Schweinemarkt fand bis in die 60er Jahre unter den Buchen von Mumperow gegenüber der Apotheke statt, der Kauf wurde bei Ortmeyer mit einem 'lüttken Aulen' besiegelt. Über ein dreiviertel Jahrhundert prägte die Schaustellerfamilie Gehner aus Steinhagen das Kirmesgeschehen; Otto Gehner sen. sagte einst überzeugt: 'Ich bin ein Isselhorster!'. 1970 wurde Isselhorst in die Stadt Gütersloh eingegliedert.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 36 · Mai 1999

Bürgermeister Fritz Holste und Heinrich Stempel beim Kassieren des 'Ferkelgeldes'

Bürgermeister Fritz Holste und Heinrich Stempel beim Kassieren des 'Ferkelgeldes'
Quelle: Der Isselhorster

  • Mai 1999Großbaum-Verpflanzung auf dem KirchplatzAm 28. April erlebte der Isselhorster Kirchplatz eine landschaftsgärtnerische Aktion der besonderen Art: Im Zuge der geplanten Kirchplatzumgestaltung wurden drei große Lindenbäume umgepflanzt. Die Firma Rochse & Fischer ließ dafür die größte Großbaum-Umpflanzmaschine Europas anrücken, ein fünfachsiges Ungetüm von rund 68 Tonnen Eigengewicht, das bis zu 15 Tonnen schwere Bäume samt Erdballen millimetergenau versetzt. Das gewaltige Gewicht wurde der Maschine jedoch zum Verhängnis: Sie versackte bis auf die Achsen im losen Erdreich. Karl Piepenbrock rettete den 'Pflanz-Giganten' schließlich mit seinem Bagger aus der Hilflosigkeit - David siegte über Goliath.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 36 · Mai 1999
  • Mai 1999Ein 'OPEL P4' als TreckerUm 1950, kurz nach der Währungsreform, bauten die Techniktüftler Walter Buschkamp und Wilfried Groh in der Hambrinker Heide aus einem alten, abgewrackten Opel P4 einen Trecker für ihre Nebenerwerbslandwirtschaft. Da ein neuer Traktor unerschwinglich war, schnitten sie fast den gesamten Oberbau ab und bauten ein zweites und schließlich drittes Getriebe ein, um passende Acker-Fahrgeschwindigkeiten und einen Mähwerkantrieb zu erreichen. Der Motor wurde durch Ankurbeln gestartet, getankt wurde einfach mit Kanistern. Insgesamt entstanden zwei solcher Fahrzeuge, die bis 1961 treue Dienste taten. Nach einem durch Blitzschlag ausgelösten Großbrand 1961 endete die landwirtschaftliche Betätigung.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 36 · Mai 1999
  • Mai 1999Andreas Rehm - Chef der Isselhorster WerbegemeinschaftAndreas Rehm übernahm nach dem plötzlichen Tod von Rolf Dolz 1995 mit Mitte Dreißig den Vorsitz der Isselhorster Werbegemeinschaft. Ursprünglich zum Fernmeldemechaniker bei der Bundespost ausgebildet, erlernte er in Hamburg den Beruf des Reisekaufmanns und übernahm 1993 die früheren Geschäftsräume seiner Mutter Magdalene Rehm für sein Reisebüro. In seine frühe Amtszeit fiel die Etablierung des Isselhorster Wochenmarktes, der großen Zuspruch findet. Rehm setzt sich dafür ein, dass die Ortsteile nicht zu 'Schlafstätten' verkümmern, und ärgert sich über die Fokussierung des Stadtmarketings auf die Innenstadt. Privat singt er mit seiner Lebenspartnerin Cornelia im Shanty-Chor 'Luttermöwen'.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 36 · Mai 1999
  • Mai 1999Wie die Pioniere im Wilden Westen - Dieter Dröges PlanwagenfahrtenDer 62-jährige Dieter Dröge vom Donnerbrink in Isselhorst bietet seit zwei Jahren Planwagenfahrten durch den Kreis Gütersloh an. Zu dem Hobby kam der pensionierte Berufskraftfahrer durch die Bitte seiner Enkelin Sandra, die sich ein Pferd wünschte, und die Erinnerung an seinen Kindheitstraum, es den Westmännern gleichzutun. Er erwarb ein Roß und einen bei Mühlenstroth ausgemusterten Planwagen, der bis zu 20 Personen Platz bietet und mit bequemen ehemaligen Buspolstersitzen ausgestattet ist. Eine Nachmittagstour von etwa 13 bis 18 Uhr kostet 300 Mark; beliebte Ziele sind das Kloster Marienfeld und Sundermanns Mühle. Die Einnahmen gehen komplett für Unterhalt und Pflege der Pferde drauf.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 36 · Mai 1999
  • Mai 1999Die Friedhofserweiterung in der DiskussionNach Einschätzung von Fachleuten reicht der Platz auf dem Isselhorster Friedhof nur noch für 10 bis 15 Jahre, weshalb eine Erweiterung oder ein Neubau ansteht. Ein von Thomas Dreinhöfner in seiner Diplomarbeit vorgeschlagener Standort am Krullsweg scheiterte an der Nähe zum Wasserwerk und an der Nutzung durch einen Landwirt. Als Alternative bietet sich eine bereits im Flächennutzungsplan ausgewiesene Fläche am Ende des Haverkamps an, bei der die bisherige Friedhofskapelle weiter genutzt werden könnte und ein Weg durch den Lutterwald denkbar wäre. Ein neuer Friedhof in Hollen, Ebbesloh oder Niehorst wäre für ältere Menschen schlechter erreichbar und erforderte einen teuren Kapellenneubau. Trotz noch vorhandener Zeit sollte das Thema nicht auf die lange Bank geschoben werden.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 36 · Mai 1999
  • August 1999Die Geschichte der Kartoffel und ihr Anbau im KirchspielDie Titelgeschichte spannt den Bogen von der Herkunft der Kartoffel in den chilenischen Anden über ihre erste europäische Erwähnung 1573 in Sevilla bis zu ihrer Ankunft in Westfalen um 1640. Der "Isselhorster" sprach dazu mit Heinrich Stempel (73) von der Steinhagener Straße, der wusste, dass der hiesige Sandboden für die Knolle gut geeignet ist. Die Landwirte Krull, Imkamp und Bettermann in Hollen hatten sich besonders mit dem Anbau befasst und lieferten ihre Erzeugnisse den Verbrauchern bis in den Keller. Bevorzugte Sorten waren Hansa, Linda, Sieglinde und die gelbfleischige "Rote". Biokartoffeln bot im Kirchspiel Siegfried Kampmann an, auch auf dem Isselhorster Wochenmarkt.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 37 · August 1999
  • August 199975 Jahre Schützenverein Niehorst und Einweihung des neuen SchützenhausesDer Schützenverein Niehorst e.V. feierte am 7. August 1999 sein 75-jähriges Bestehen. Gegründet worden war er im Frühjahr 1924, als sich Niehorster Landwirte zusammenfanden und bereits im ersten Jahr rund 135 Mitglieder aufnahmen; zeitgleich entstand die plattdeutsche Laienspielgruppe. Nach dem Verkauf der Gaststätte Kunstmann an die Stadt Gütersloh errichtete der Verein ab November 1997 in etwa 2500 Arbeitsstunden Eigenleistung ein neues Schützenhaus, das nun fertiggestellt wurde. Zur Feier wurde der Grundstein enthüllt, den der Schützenthron 1997/1998 gestiftet hatte. Vorsitzender Rudi Schröder dankte besonders Schützenbruder Alfred Siewert für die fachliche Begleitung des Baus.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 37 · August 1999
  • August 1999Die Polizei zu Besuch im ev. Kindergarten IsselhorstRalf Hermes, Dieter Mertens und Hartwig Loese vom Kommissariat für Vorbeugung führten zwei Tage lang eine Verkehrserziehungsaktion im evangelischen Kindergarten Isselhorst durch. Nach einem Elternabend zum Thema "Kinder im Straßenverkehr" standen in der Folgewoche die Kinder im Mittelpunkt und erarbeiteten spielerisch Verkehrssituationen. Besonders eindrucksvoll war die Demonstration mit einem kleinen Puppenhelm, in dem ein rohes Ei den Aufprall unbeschädigt überstand und so die Schutzwirkung des Helms verdeutlichte. Die Kinder durften einen Streifenwagen inspizieren, Höhepunkt war ein Puppenspiel mit Frosch und Maus. Die Erzieherinnen freuen sich bereits auf eine Wiederholung in zwei Jahren.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 37 · August 1999
  • August 1999Plattdeutscher Gottesdienst und Hoftag bei KampmannAm Sonntag, dem 13. Juni 1999, lud Familie Kampmann in der Hambrinker Heide zu einem plattdeutschen Gottesdienst mit anschließendem geselligen Beisammensein. Unter dem großen Kastanienbaum fanden die meisten Leute Schatten, doch die Plätze reichten nicht aus, sodass Stühle geholt werden mussten. Den Gottesdienst hielt Pastor Dr. Baumann aus Halle, der mit 86 Jahren fast ohne Konzept predigte und von seiner langen Zeit als Missionar in Afrika erzählte; umrahmt wurde er vom Posaunenchor. Danach ging es zünftiger zu mit Volksliedern, Salatteller aus ökologischem Anbau, Bratwurst und Getränken. Der Hof konnte besichtigt werden, mit kapitalen Rindern im Stall.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 37 · August 1999
  • August 1999Porträt Hans-H. Knufinke: vom Goldbeck-Mitgesellschafter zum KirchmeisterDas Porträt zeichnet den Lebensweg des 60-jährigen Hans-H. Knufinke nach, der in Ummeln geboren wurde und die entbehrungsreiche Nachkriegszeit erlebte. Nach kaufmännischer Ausbildung stieg er 1970 bei seinem Jugendfreund Ortwin Goldbeck ein und gestaltete den Aufstieg des Stahlbauunternehmens vom ersten Umsatzjahr mit 1,2 Millionen DM bis über 600 Millionen DM mit 1300 Mitarbeitern maßgeblich mit. Über Jahrzehnte engagierte er sich ehrenamtlich: von 1973 bis 1988 als Kirchmeister in Isselhorst, ab 1996 erneut, sowie beim CVJM Ummeln und im Diakonieverein. Er unterstützte die Gemeindepartnerschaft mit Kilianur in Südindien und war im Aufsichtsrat von SPADAKA und Gütersloher Volksbank tätig. 1991 erfüllte er sich mit dem Fliegen einen Lebenstraum.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 37 · August 1999
  • August 199972-Stunden-Aktion der Landjugend Hollen am GemeindehausDie Landjugend Hollen beteiligte sich ab dem 10. Juni an der landesweiten "72-Stunden-Aktion" der deutschen Landjugend, an der sich bundesweit 6000 junge Leute aus 200 Ortsgruppen unter dem Motto "Wir bewegen das Land" beteiligten. Erst kurz vor Beginn erfuhren die Hollener ihre Aufgabe: An der Südseite des evangelischen Gemeindehauses sollten eine gemütliche Sitzecke und eine Rampe für Rollstuhlfahrer entstehen. Mit Hacken, Spaten, Motorsäge und Muskeleinsatz gestalteten die Jugendlichen den Eingangsbereich um, wofür zunächst ein Teil des alten Kindergartenzauns abgebaut werden musste. Der Lärm rief zu vorgerückter Stunde einige Anwohner auf den Plan, sodass die Arbeit zeitweise ruhen musste.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 37 · August 1999
  • September 1999Der WDR zu Gast in NiehorstAm 17. September 1999 rückte ein WDR-Team im Ellernhagen an, nachdem Niehorst am Vorabend für die Sendung "Dorfplatz Schlag 10" ausgelost worden war. Alt und Jung versammelten sich im Halbrund, echte Niehorster wie Bernhard Schlautmann, Heinz Gude, Bauer Bettermann und die Gebrüder Schröder standen im Blickfeld; "Big Rudolf" musste erklären, wie er zu seinem Spitznamen kam. Für die abendliche Sendung besuchte das Team das Heuhotel Birkenhake, den wohl berühmtesten Niehorster Bürger Prof. Woldemar Winkler, den Eselhof Stickling und die Tischlerei Schlautmann. Am Ende blieben nur vier Minuten Sendezeit aus einem ganzen Drehtag. Nach Ebbesloh war damit ein weiterer kleiner Ort im Fernsehen zu sehen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 38 · September 1999
  • September 1999Neueröffnung: Heißmangel an der Steinhagener StraßeAn der Steinhagener Straße eröffnete Anita Welpmann eine neue Heißmangel mit Reinigungsannahme. Die zentrale Maschine, ein in Oelde-Lette gefertigtes "Bügeleisen", arbeitet bereits seit fast 25 Jahren in Isselhorst und stand zuletzt in der Heißmangel von Herrn Humbert am Kriegerdenkmal, dessen Ruhestand das Serviceangebot zu beenden drohte. Frau Welpmann, die sich selbstständig machen wollte, betreibt die Mangel nun im ehemaligen Milchgeschäft ihrer Schwiegermutter, an das sich viele ältere Kunden noch erinnern. Neben klassischen Mangelarbeiten können Kleidungsstücke zur Reinigung abgegeben werden. Inzwischen arbeiten vier weitere Arbeitskräfte im Betrieb.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 38 · September 1999
  • September 1999Renault Bresch: neue Ausstellungshalle und Firmengeschichte seit 1953Ende September 1999 nahm die Firma Renault-Bresch in Isselhorst ihre neue Fahrzeug-Ausstellungshalle in Betrieb. Firmengründer Gotthold Bresch stammte aus Sorau in der Niederlausitz und kam als Vertriebener mit seiner Familie nach Isselhorst, wo er ab 1950 als Kfz-Meister bei Ford-Benlage arbeitete. 1953 machte er sich in einem Schuppen neben der Gaststätte Ortmeyer am Kirchplatz selbstständig und reparierte zunächst markenunabhängig alles vom Auto bis zum Trecker. 1964 übernahm man die Vertretung von Renault, 1967 folgte der Neubau an der Steinhagener Straße. Nach dem Tod des Gründers 1982 führen die Kinder Roland, Karin und Jürgen den Familienbetrieb weiter.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 38 · September 1999
  • September 1999Einschulung von 54 Kindern an der Isselhorster GrundschuleAm 3. August 1999 begann für 54 Kinder das Schulleben an der Isselhorster Grundschule. Zunächst traf man sich in der evangelischen Kirche zu einem ökumenischen Gottesdienst, den Pastor Fürste und Herr Steble aus der katholischen Gemeinde unter dem Motto "Gott ist unser guter Halt" gestalteten; als Zeichen des Zusammenhalts erhielten die Kinder ein Freundschaftsband. In der Sporthalle führte die Klasse 4a unter Leitung von Frau Schröder das Theaterstück "Sindbad der Seefahrer" auf. Die Mäuseklasse (1a) mit Frau Hörsken und die Felixklasse (1b) mit Frau Ring gingen dann zu ihrer ersten Unterrichtsstunde. Der Schulverein bewirtete währenddessen die wartenden Eltern und Großeltern.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 38 · September 1999
  • September 1999Heimatvereins-Fahrt ins MünsterlandDie traditionelle Spätsommerfahrt des Heimatvereins führte diesmal ins Münsterland. Erster Halt war Freckenhorst mit seiner gewaltigen Klosterkirche, deren imposante Westfassade und Taufstein unter der Führung von Herrn Eusterbrock erläutert wurden; das dortige Damenstift beherbergte einst bis zu 20 Damen aus guter Herkunft. Weiter ging es zur Burg Vischering bei Lüdinghausen, wo die Gruppe die im Renaissance-Stil wiederaufgebaute Ringmantelburg und die Ausstellung "Leben auf dem Lande" besichtigte. Nach einem Mittagessen bildete das Barockschloss Nordkirchen, das "Versailles Westfalens", den Höhepunkt des Tages mit Barock und Rokoko in höchster Vollendung.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 38 · September 1999
  • September 1999Ulrike Merten - erste Bundestagsabgeordnete aus dem KirchspielMit einem ausführlichen Interview startete die Redaktion eine neue Porträtreihe über die politischen Mandatsträger des Kirchspiels und begann mit Ulrike Merten, die seit 1998 Abgeordnete im Deutschen Bundestag ist und ihren Wohnsitz in Hollen hat. Sie ist die erste Bürgerin aus dem Kirchspiel Isselhorst mit Sitz und Stimme im Bundestag. Als Mitglied im Verteidigungs- und Petitionsausschuss und als einzige weibliche Abgeordnete aus Ostwestfalen-Lippe berichtete sie über ihre Arbeit in Bonn und Berlin. Sie äußerte sich zum Vertrag von Amsterdam, zur Globalisierung und zur Vereinbarkeit von Politik und Familie in den 22 Sitzungswochen pro Jahr. Das Gespräch führte Karl Piepenbrock.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 38 · September 1999
  • November 1999Schlittschuhsport auf Sundermanns MühlenteichenDie Titelgeschichte erinnert an den winterlichen Schlittschuhsport auf den drei Sundermannschen Mühlenteichen an der Lutter. Siegfried Kampmann berichtete von seinen Jugenderinnerungen aus den 60er- und 70er-Jahren, als sich bei gutem Winterwetter bis zu 30 Teilnehmer auf dem Eis vergnügten, oft bis in die Dunkelheit bei Mondschein. Die Schlittschuhe wurden mit Vierkantschlüssel, Lederriemen oder Gummiringen von Mutters Weckgläsern an die Schuhe geschnallt, und begeistert wurde Eishockey mit selbstgefertigten Schlägern gespielt. Mit besonderer Hochachtung begrüßte man das Ehepaar Friedrich Elmendorf, das vollendeten Paarlauf darbot. Ende der 70er-Jahre wurden die Teiche ausgebaggert und mit Fischen besetzt, seitdem ist Eislauf dort unerwünscht.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 39 · November 1999
  • November 19995 Jahre Elektro Schwake in NiehorstDer Elektrobetrieb von Siegbert Schwake bestand seit fünf Jahren, gegründet am 23. November 1994 in Räumen am Hovestrang in Niehorst. Was als Eineinhalb-Mann-Betrieb begann, wuchs stetig, zunächst mit Schwerpunkt auf Sonnenschutzanlagen der Firma Markilux. Das Aufgabengebiet erweiterte sich auf Elektro-Installation, Automatisierungs- und Datennetzwerktechnik, wobei auch computergesteuerte Gebäudetechnik (EIB, LCN) an Bedeutung gewann. 1998 kam Horst Gerks als Mitarbeiter hinzu, Marion Steinkirchner übernahm die Verwaltung, und zum 1. Oktober verstärkte Dipl.-Ing. Jürgen Fielitz das Team. Der Kundenstamm reicht heute über Isselhorst hinaus bis nach Gütersloh und Bielefeld.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 39 · November 1999

Das Team um Elektromeister Siegbert Schwake

Das Team um Elektromeister Siegbert Schwake
Quelle: Der Isselhorster

  • November 1999Ein Jahr Buchhandlung Schwarz in UmmelnEin Jahr nach der Eröffnung ihrer Sortimentsbuchhandlung Am Speksel in Ummeln zog Gisela Schwarz im Gespräch eine positive Bilanz. Die Resonanz sei durchweg besser gewesen als erwartet, und sie sei mit dem Buch- und Schulbedarfsangebot in eine Marktlücke gestoßen. Nicht vorrätige Titel könnten dank moderner Computer- und Liefertechnik binnen 24 Stunden beschafft werden, ohne Mehrpreis für den Kunden. Immer häufiger kämen auch Kunden aus Isselhorst, angezogen von Nähe, Parkplätzen vor der Tür und der persönlichen Beratung. Auf die Zukunft des Mediums Buch angesprochen sagte sie: "Es wird wieder mehr gelesen", selbst Kinder fänden wieder Zugang zum Buch.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 39 · November 1999
  • November 1999Kreativ-Porträt: die Malerin und Hebamme Ursula GeffkenDas Kreativ-Porträt stellt Ursula Geffken vor, für die Malen nicht nur Kreativität, sondern ein Ausloten persönlicher Grenzen bedeutet. Seit ihren malerischen Anfängen 1983 im Kunstverein Cuxhaven belegte sie ab 1987 Kurse in der Kunsthalle Bielefeld und experimentierte zehn Jahre mit Aquarell, Deckfarben und Tusche; inzwischen arbeitet sie im Bleichhäuschen bei Rheda mit Farbpigmenten auf Leinwand. Eine besondere Prägung erhalten ihre Arbeiten durch ihren Beruf als Hebamme, den sie mit dem schöpferischen Prozess des Malens vergleicht. Eine gezeigte Arbeit stellt eine Mutter mit ihrem neugeborenen Kind dar. Ihre nächste Ausstellung war für Frühjahr 2000 in Münster geplant; professionelle Malerei lehnt sie ab, um keinen Leistungsdruck zu empfinden.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 39 · November 1999

Arbeit mit Farbpigmenten: Mutter mit neugeborenem Kind

Arbeit mit Farbpigmenten: Mutter mit neugeborenem Kind
Quelle: Der Isselhorster

  • November 1999Plattdeutsch: De chodden Schtuaben - die gute Stube von einstIn einem plattdeutschen Beitrag erinnert Wilfried Hanneforth an die "gute Stube" früherer Zeiten, die sich in den letzten 50 Jahren stark verändert hat. Weil Zentralheizung kaum jemand hatte und das Geld knapp war, blieb die beste Stube meist kalt und wurde nur an Feiertagen, Geburtstagen oder einzelnen Sonntagen benutzt. Der Text schildert liebevoll die Einrichtung mit gusseisernem Ofen aus Schloss Holte oder dem Sauerland, Plüschsofa, Mustertapeten und der Regulator-Wanduhr, die alle 14 Tage aufgezogen werden musste. In der Adventszeit war die Stube abgeschlossen, dort standen Weihnachtsgebäck und die ersten Geschenke. Heute, so das Fazit, ist die gute Stube immer warm und wird den ganzen Tag bewohnt.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 39 · November 1999
  • November 1999Der Holzschnitzer Willi HöckerDas Porträt stellt den fast 84-jährigen Holzschnitzer Willi Höcker vor, dessen Begabung schon in der Kindheit mit Laubsägearbeiten begann. Erst in der Kriegsgefangenschaft auf Korsika, wo er einem Kloster zugeteilt war, flammte das Talent wieder auf, als er mit einem abgebrochenen Küchenmesser Holzstücke formte. Mit dem Eintritt in den Ruhestand vor etwa 20 Jahren entdeckte er das Schnitzen neu und arbeitete mit Lindenholz-Rohlingen aus dem Bayerischen Wald, aus denen er Figuren bis hin zur Abendmahlsszene schuf. Später fertigte er auf großen Holztafeln Orts-Porträts von Bielefeld, Hollen und Isselhorst an. Seine Werke füllen heute alle Räume seines Bauernhauses einschließlich der Deele.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 39 · November 1999
  • Februar 2000Bundesverdienstkreuz für Fritz StruckmeierAm 23. November 1999 erhielt Fritz Struckmeier aus den Händen von Landrat Sven-Georg Adenauer das ihm vom Bundespräsidenten verliehene Verdienstkreuz am Bande. Die Feierstunde fand im "Haus der Begegnung" in Gütersloh statt, wozu Bürgermeisterin Maria Unger geladen hatte. In seiner Laudatio würdigte Adenauer, dass Struckmeier nicht nur als Lehrer Spuren hinterließ, sondern das ganze Kirchspiel Isselhorst geprägt habe, unter anderem durch die Gründung von Schulverein und Altenclub sowie die Einrichtung der Heimatstube. Besonders hervorgehoben wurde seine langjährige Tätigkeit als Ortsheimatpfleger. Struckmeier nahm die Ehrung auch im Namen seiner vielen Begleiter und Förderer entgegen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 40 · Februar 2000
  • Februar 2000Nachruf für Professor Dr. Erich BacherAm Heiligabend 1999 verstarb Prof. Dr. Erich Bacher, der über Jahrzehnte in der Gemeinde wirkte. Der Nachruf erinnert besonders an seine Zeit als Leiter des Kulturkreises, den er 1970 nach der Eingemeindung übernahm und mit Vorträgen, Volksliedersingen bei Ortmeyer, Konzerten auf dem Hof Osthus und zahlreichen Busfahrten füllte. Einmal jährlich organisierte er mit seiner Frau Gisela eine mehrtägige Fahrt unter dem Motto "europäische Hauptstädte", stets mit demselben Bus und Fahrer. Als geborener Pädagoge, von seinem Freundeskreis "Ete" genannt, vermittelte er sein umfassendes Wissen humorvoll, etwa als er hinter dem Rücken des Fahrers eine alte Schulwandkarte entrollte. Seine dankbaren Mitfahrer wünschten ihm Frieden.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 40 · Februar 2000
  • Februar 2000"Dorfplatz Schlag 10": das Los fiel auf HollenBei der WDR-Ziehung am 17. Januar 2000 im Studio Bielefeld blieb der Name Hollen auf dem Monitor stehen, worauf noch am Abend hektische Betriebsamkeit einsetzte und man historische Zahlen recherchierte. Schlag 10 Uhr traf Reporter Michael Blaschke mit Kameramann und Tontechniker an der Holler Reithalle ein, dem "Holler Dorfplatz", wo sich bereits ein Pulk Menschen versammelt hatte. Blaschke, dem Hollen von früheren, stets erfolglosen Reitwettkämpfen bekannt war, moderierte den Film sogar aus dem Reitsattel an. Als Drehorte folgten die Höfe Meier zu Hollen, Göwert und Prante, der Waldorf-Kindergarten, der Solarpark und das Brennerei-Museum Clüsener. Am Abend des 18. Januar war daraus in der Sendung "OWL-aktuell" ein knapp vierminütiger Beitrag geworden.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 40 · Februar 2000
  • Februar 2000Weihnachtskonzert der Luttermöwen in der FesthalleAm 3. Adventssonntag gab der Shanty-Chor "Die Luttermöwen" sein drittes, innerhalb weniger Tage ausverkauftes Weihnachtskonzert in der Isselhorster Festhalle. Der aus 30 Sängerinnen und Sängern bestehende Chor wurde von Werner Gehle (Keyboard), Herbert Wulf (Akkordeon), Hans Dieter "Benny" Eichner (Gitarre) sowie Martin Flöttmann und Rainer Kalläne (Trommeln) begleitet. Wolfgang Steinbeck führte humorvoll durch das Programm, und das Publikum wurde zum Mitsingen einbezogen. In der Pause trug Pastor Michael Fürste eine heitere Weihnachtsgeschichte vor. Besonders geehrt wurde das Gastwirts-Ehepaar Elfie und Richard Upmann für seine jahrelange Unterstützung des Friesischen Frühschoppens.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 40 · Februar 2000
  • Februar 2000Kreativ-Porträt: Grafik-Designer Eckhard Jacobsen entwirft das 950-Jahr-LogoDas Kreativ-Porträt stellt Eckhard Jacobsen vor, 1930 in Berlin geboren, der nach einem Grafikstudium in Wiesbaden und Hamburg 1958 in die Werbeabteilung des Bertelsmann-Verlages eintrat und dort bis zum Rentenalter als Grafik-Designer arbeitete. Er wuchs in einer Zeit auf, in der Phantasie und Kreativität mit der nationalsozialistischen Gleichschaltung in Konflikt gerieten; einige Lehrer erkannten früh seine Begabung. Als freier Künstler widmet er sich der Porträt- und Landschaftsmalerei in Aquarell und Pastell, das er als "immer wieder herausforderndes kleines Abenteuer" beschreibt. Er gibt einen Aquarellkurs in der AWO Isselhorst. Für die 950-Jahr-Feier entwarf er das Logo, das die Isselhorster noch lange begleiten wird.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 40 · Februar 2000

Das von Jacobsen entworfene 950-Jahr-Logo

Das von Jacobsen entworfene 950-Jahr-Logo
Quelle: Der Isselhorster

  • April 2000Die Isselhorster Lehrküche 1960 bis 1969Am 28. Januar 1960 beschloss der Isselhorster Gemeinderat die Einrichtung einer Lehrküche, für die der Landschaftsverband 5.000 DM bereitstellte und jeder Kochschüler 25 DM selbst aufbringen musste. Im Dezember 1960 startete der erste Lehrgang in zwei Räumen über der alten Feuerwache am Kirchplatz, ausgestattet mit modernstem Gerät; die Leitung hatte Fräulein Sundermann. Ab 1964 wurden auf Betreiben von Rektor Fritz Struckmeier auch die Mädchen des 7. und 8. Schuljahres unter Frau Müller unterrichtet, und entgegen den Vorgaben schleuste Struckmeier vier Jungen in den Kochunterricht ein, darunter der spätere Gastwirt Rolf Ortmeyer und der Koch Thomas Niermann. Mit dem Abbruch der Feuerwache 1969 endete die erfolgreiche Einrichtung.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 41 · April 2000
  • April 2000"Der Schneider Fritz" - Porträt des Modemachers Fritz SchröderDas Porträt würdigt Fritz Schröder, den von den Alt-Isselhorstern respektvoll "Schneider Fritz" genannten Grandseigneur der Herrenmode. Die Schneiderfamilie begann 1910, als sein Vater sich selbstständig machte und 1924 ein Grundstück an der Steinhagener Straße erwarb. Fritz Schröder erlernte selbst das Handwerk, diente bei der berittenen Feldartillerie und kehrte erst 1946 aus Krieg und Gefangenschaft zurück, wo er den elterlichen Betrieb vor dem Nichts wieder aufbaute. Mit Maßarbeit im gehobenen Genre wurde sein Name in den 50er- bis 70er-Jahren zum Qualitätsbegriff der deutschen Herrenmode, 1968 wurde sein Betrieb bundesweit als Musterbetrieb vorgestellt. 1997 erhielt er den Goldenen Meisterbrief; Teile seiner Werkstatt überließ er dem Heimatverein.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 41 · April 2000

Der Schneider-Fritz heute

Der Schneider-Fritz heute
Quelle: Der Isselhorster

  • April 2000Plattdeutsch: Austereier ßäuken - Ostereiersuche in der KindheitIn einem plattdeutschen Beitrag erinnert Wilfried Hanneforth an die Ostereiersuche seiner Kindheit bei Opa und Onkel Fritz im Ebbesloh. Mit dem Fahrrad fuhr die Familie über den Hülsbrink die Haller Straße entlang, wobei das letzte Wegstück oft ein von Frühjahrsstürmen verwehter Sandweg war. Bei schönem Wetter versteckte der Osterhase - stets Tante Erna - die abgezählten Eier im Sandbrink zwischen Birken und Sandkuhlen, bei schlechtem Wetter auf der Deele. Nach dem Suchen wurden Gesellschaftsspiele gespielt, die Männer sahen bei den Tieren nach dem Rechten, und die Kinder durften den Kühen Runkeln in den Trog werfen. Zum Abschluss gab es Kartoffelsalat und Brot mit Dauerwurst aus der Hausschlachtung.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 41 · April 2000
  • April 2000"Meisterhaftes vom Federvieh" - Deutsche Meister aus dem KirchspielBei den Deutschen Meisterschaften 1999 der Rassegeflügelzüchter feierten der Geflügelzucht- und Gartenbauverein Isselhorst und der Geflügelzuchtverein Niehorst große Erfolge. In Lingen bewarben sich 14.000 Tauben und in Münster 6.000 Hühner, Gänse und Enten um die Titel. Jens Dopheide errang den Meistertitel mit Tschechischen Gänsen, Reinhard Hövelmann wurde Deutscher Meister auf Silberbrakel, und Wilfried Hunke siegte mit Rheinländern. Heidi Jürgensmann wurde Deutsche Meisterin mit ihren Italienern, und Hans Twelker gewann trotz harter Konkurrenz mit seinen Modeneser-Schietti. Manfred Hornberg, Vorsitzender in Niehorst, wurde Titelträger bei den Indischen Laufenten.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 41 · April 2000
  • April 2000Vorbereitungen zur 950-Jahr-Feier IsselhorstOrtsheimatpfleger Dietmar Schneider rief zur bevorstehenden 950-Jahr-Feier auf, die vom 10. bis 25. Juni 2000 stattfinden sollte. Für das anspruchsvolle und vielfältige Programm hatten sich mehr als 100 Personen aus unterschiedlichen Gruppierungen uneigennützig zum Mittun bereitgefunden, was als eindrucksvoller Beweis für Bürgersinn gewürdigt wurde. Auch die Bitten um Spenden zur Finanzierung waren in der Bevölkerung, bei Vereinen und Firmen auf fruchtbaren Boden gefallen. Der Aufruf bat, in der "heißen Phase" nicht nachzulassen und durch gepflegte Vorgärten, Einfahrten und Fassaden ein ansehnliches Erscheinungsbild des "freundlichen Dorfes" zu schaffen. Über die Banken lagen Überweisungsbelege aus.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 41 · April 2000
  • April 2000Jugendfeuerwehr übergibt Spende an den Verein HerzenswünscheEin Jahr lang hatte die Jugendfeuerwehr Isselhorst alle Einnahmen aus Veranstaltungen gesammelt, etwa durch Eierpunsch-Verkauf beim Osterfeuer 1999 und selbstgebastelte Holzfiguren auf dem Weihnachtsmarkt. Der Jugendausschuss reiste mit Leiter Maik Brinkmann und Stellvertreter Michael Buschkamp nach Münster, um dem Verein Herzenswünsche 700 DM zu übergeben, der schwerkranken Kindern große Wünsche erfüllt. Vorsitzende Wera Röttgering und Mitarbeiterin Carla von der Dunk berichteten von erfüllten Wünschen, etwa der Ausbildung eines Hundes für den querschnittsgelähmten Frank oder Aufenthalten auf Gran Canaria für an Mukoviszidose erkrankte Kinder. Eine weitere Spende von 200 DM aus einer aufgelösten Klassenkasse übergaben Robert Dönnecke und Christof Läer.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 41 · April 2000
  • Mai 2000Ein Blick in die Isselhorster Geschichte zur 950-Jahr-FeierZur 950-Jahr-Feier fasst Renate Plöger die Geschichte des Kirchspiels zusammen: Urnenfunde und Flurnamen belegen germanische Siedlungen, die schriftliche Überlieferung beginnt mit der Eintragung in der Heberolle des Klosters Freckenhorst um 1050 als "Gislahurst". Zu den ältesten Höfen zählen Meyer zu Isselhorst, Meyer zu Hollen und die Ebbesloher Höfereihe. Der Isselhorster Meyerhof war ursprünglich Eigentum des Bischofs von Münster, der ihn 1269 an den Grafen von Rietberg verpfändete. Das Kirchspiel lebte von den mageren Böden, der Kornbrennerei und dem Flachsspinnen, dessen feines Garn 1851 durch den Kaufmann Elmendorf auf der Weltausstellung ausgezeichnet wurde. Bei der kommunalen Neuordnung 1970 schlossen sich Ebbesloh, Hollen, Niehorst und Isselhorst der Stadt Gütersloh an, Holtkamp kam zu Bielefeld.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 42 · Mai 2000

Historische Postkarte "Gruß aus Isselhorst" von ca. 1900

Historische Postkarte "Gruß aus Isselhorst" von ca. 1900
Quelle: Der Isselhorster

  • Mai 2000Die Gaststätte "Zur Linde" (Ortmeyer) und ihr NamensbaumDie Gaststätte "Zur Linde" ist über 320 Jahre alt und damit die älteste am Platze; der Besitz wird bereits 1556 im Urbar der Grafschaft Ravensberg erwähnt. Gebaut wurde die "Linde" in den Jahren 1676 bis 1677, wie der geschnitzte Torbogen mit dem Datum 24. April 1677 noch heute zeigt. 1873 heiratete Carl Heinrich Ortmeyer aus Enger die Witwe Margaretha Sophie Grimm und brachte den Namen an das Haus. Ihren Namen erhielt die Gaststätte von der uralten Linde, die bis 1940 davor stand und in deren mächtigen Ästen einst Tische, Stühle und sogar die Musiker Platz fanden, erreichbar über eine feste Leiter. Zum 950-jährigen Jubiläum sollte im Festzelt in Ortmeyers Garten die alte Kirmestanz-Tradition wieder aufleben.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 42 · Mai 2000

Links am Bildrand die Linde, Schenkwirtschaft von Wtw. Henriette Ortmeier

Links am Bildrand die Linde, Schenkwirtschaft von Wtw. Henriette Ortmeier
Quelle: Der Isselhorster

  • Mai 2000Das "Isselhorster Landhaus" und Niermanns KaffeegartenDas im Ortskern gelegene "Isselhorster Landhaus" blickt auf eine lange Geschichte zurück: 1833 heiratete der Heuerling Johann Heinrich Baumann die Witwe Elisabeth Kramer, wodurch Besitz und Name Kramer auf die Familie Baumann übergingen. 1869 gründete der Sohn Franz Heinrich eine Bäckerei mit Restauration, der Gasthof "Kramer" mit Café und schönem Garten galt als beliebtes Ausflugsziel mit eigener Remise für die Pferde der Kirchgänger. 1948 kam Fritz Niermann als Bäckergeselle, pachtete 1955 den Betrieb und erwarb ihn 1962; von 1956 bis 1967 fanden hier die traditionellen Turnerfeste statt. 1984 gab Niermann aus Gesundheitsgründen auf, seit 1995 führen die Eigentümer Roscher und Teismann das Haus als Hotel- und Gaststättenbetrieb weiter.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 42 · Mai 2000

Niermann's Kaffeegarten

Niermann's Kaffeegarten
Quelle: Der Isselhorster

  • Mai 2000Gaststätte "Neuhaus" und das verschwundene KronprinzendenkmalDie Gaststätte "Neuhaus", vormals "August Upmann", wurde vor 1922 als Bahnhofsgaststätte errichtet. Im hinteren Bereich stand das Kronprinzendenkmal, das der Kreis Wiedenbrück 1865 zur Erinnerung an einen schweren Eisenbahnunfall vom 21. Januar 1851 bei Avenwedde aufstellte. Dabei war die Lokomotive drei Kilometer vor dem Bahnhof Gütersloh aus den Schienen gesprungen; der im Zug befindliche Prinz Friedrich Wilhelm von Preußen (1888 für 99 Tage Kaiser Friedrich III.) wurde nur leicht verletzt und half bei den Rettungsarbeiten. Das Unglück forderte drei Menschenleben und sieben teils Schwerverletzte. Das Denkmal wurde 1967/1968 beim Straßenbau abgerissen, der krönende Steinadler blieb trotz Nachforschungen verschwunden. 1934 erwarb Ewald Neuhaus das Anwesen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 42 · Mai 2000
  • Mai 2000132 Jahre Gaststätte "Kunstmann" in Niehorst1865 erteilte der Königliche Landrat von Dittfurth dem Colon und Höcker Heinrich Kunstmann die Erlaubnis zum Betrieb einer Gastwirtschaft, das Grundstück war seit 1813 in Kunstmannschem Besitz. Vor dem Hause machte die Postkutsche der Strecke Gütersloh-Brockhagen Station, die 1916 mit Girlanden geschmückt ihre letzte Fahrt antrat. Zwei Jahre nach Gründung des Niehorster Schützenvereins baute Kunstmann 1926 einen Saal von 162 Quadratmetern mit Bühnenhaus. 1906 brannte das Anwesen nieder und wurde 1907 wieder aufgebaut. Nach dem Tod ihres Mannes schloss Frau Maria 1992 das Lebensmittelgeschäft, im Juni 1995 wurde die Gaststätte endgültig geschlossen. Die Stadt Gütersloh erwarb das Gebäude, das seit 1997 als Heimstätte für Umsiedler dient.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 42 · Mai 2000

Historische Ansichtskarte: Restauration von A. Kunstmann in Niehorst

Historische Ansichtskarte: Restauration von A. Kunstmann in Niehorst
Quelle: Der Isselhorster

  • Mai 2000Interview mit Kommunalpolitiker Dr. Siegfried BethlehemIn der Porträtreihe über die politischen Mandatsträger befragte Karl Piepenbrock Dr. Siegfried Bethlehem, stellvertretender Vorsitzender der SPD-Fraktion im Rat der Stadt Gütersloh und Sprecher der SPD im Umweltausschuss. Vor dem Hintergrund der damaligen Parteispendenaffären forderte er eine stärkere Offenlegung der Parteienfinanzierung, eine Begrenzung von Amtszeiten und Nebenämtern sowie eine Kontrolle der Macht durch Öffentlichkeit. Er kritisierte die Überversorgung ausgeschiedener Spitzenpolitiker, betonte aber, dass Selbstbezogenheit auch bei "normalen" Bürgern zu finden sei. Er warb für eine Besteuerung von Aktiengewinnen, für ehrenamtliches Engagement wie beim bevorstehenden Ortsjubiläum und für einen Umweltschutz, der vor der eigenen Haustür beginnt.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 42 · Mai 2000
  • August 2000Ökumenischer Gottesdienst eröffnet das 950-Jahr-JubiläumAm Vorabend von Pfingsten, dem 10. Juni 2000, feierten die Spitzen beider Kirchen einen ökumenischen Gottesdienst in der Evangelischen Kirche zu Isselhorst als feierlichen Auftakt der Jubiläumsfeiern. Präses Linnemann von der Evangelischen Kirche von Westfalen und Erzbischof Johannes Joachim Degenhardt aus Paderborn nahmen teil. Im Mittelpunkt stand die Lichtsymbolik: An einer großen Osterkerze wurden Kerzen entzündet und über Presbyterium und Pfarrgemeinderat an die ganze Gemeinde weitergegeben. Der Posaunenchor, der katholische Kirchenchor und der evangelische Kirchenchor gestalteten die Feier musikalisch.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 43 · August 2000

Die beteiligten Geistlichen beim Eröffnungsgottesdienst vor der Kirche

Die beteiligten Geistlichen beim Eröffnungsgottesdienst vor der Kirche
Quelle: Der Isselhorster

  • August 2000Die Familie Isselhorst zu Gast im Kirchspiel IsselhorstÜber dreißig Angehörige der Familie mit dem Namen Isselhorst feierten anlässlich des Jubiläums ihr erstes Familientreffen im Dorf. Wilfried Isselhorst erläuterte, dass zwischen den heutigen Isselhorst-Familien und dem Ort nur Namensgleichheit besteht: Die einen stammen vom Meyerhof zu Gislahorst, urkundlich 1050 mit einem Lanzo und 1431 in Bielefeld erwähnt, die anderen von Hindrich Kracken aus Brünen bei Wesel, der 1695 als 'Isselharst' im Kirchenbuch auftaucht. Sein Hof lag auf einer erhöhten Stelle (Harst/Horst) an der Issel, daher der Name. Der Vortragende versicherte scherzhaft, man sei nicht gekommen, um die alten Isselhorst-Besitzungen zurückzuerobern.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 43 · August 2000
  • August 2000Professor Woldemar Winkler bei der KunstausstellungDie auf vier Gebäude verteilte Kunstausstellung zum Dorfjubiläum fand reges Interesse. Der Vorstand des Heimatvereins freute sich besonders, dass der seit langem mit seiner Familie in Niehorst lebende, 90-jährige Professor Woldemar Winkler nicht nur einige seiner Werke ausstellte. Der Künstler von europäischem Rang war bei der Eröffnungsveranstaltung persönlich zugegen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 43 · August 2000
  • August 20001.000 Euro für die 1000-Jahr-Feier im Jahr 2550 angelegtDie Volksbank Gütersloh spendete den Erlös ihrer Münzprägeaktion dem Heimatverein und schuf damit die finanzielle Basis für die 1000-Jahr-Feier im Jahr 2550. So gingen 1.000 Euro (rund 2.000 DM) als Anlage für die Nachfolger. Der Vorstand rechnet vor, dass daraus nach 50 Jahren zwischen 50.000 und 60.000 Euro werden könnten. Übrig gebliebene '950-Jahre'-Buttons sollen in 50 Jahren einen hohen Wert haben.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 43 · August 2000
  • August 2000Spedition Höcker vom Milchfahrer zum modernen UnternehmenDas Familienunternehmen Spedition Höcker zog ins neue Gewerbegebiet an der Alten Osnabrücker Landstraße, blieb Isselhorst aber treu. Heinrich Höcker gründete das Fuhrunternehmen 1935 zunächst, um Milchkannen von den Bauern zu den Molkereien nach Avenwedde und Bielefeld zu bringen. 1970 übernahm Sohn Hans-Joachim Höcker und band den Güterfernverkehr ein; der Strukturwandel führte schließlich zur Aufgabe des Milchtransports. In dritter Generation trat Tochter Astrid als geschäftsführende Gesellschafterin ein; der neue Standort an der Henry-Ford-Straße umfasst 10.000 Quadratmeter.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 43 · August 2000
  • August 2000Straßennamen und Hausnummern: ein Stück Ortsgeschichte1884 zählte Isselhorst 139 Hausnummern, Hollen 62, Holtkamp 24, Niehorst 41 und Ebbesloh 21. Die Nummern wurden von der Amtsverwaltung Brackwede in der Reihenfolge der Bauanfragen vergeben und stützten sich auf die seit 1660 vergebenen Steuernummern. Isselhorst hatte bereits am 30. November 1841 eine Löschmannschaft, den ersten praktischen Arzt aber erst 1896. Erst 1971 wurde eine Reform in Angriff genommen, bei der 'Nordseeinseln' und 'Edelmetalle' als neue Straßennamen Einzug hielten; Heinrich Stempel hatte die alten Nummern seit 1949 in einer Kladde erfasst.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 43 · August 2000
  • Oktober 2000Der Neuanfang der Vertriebenen in Isselhorst1946 kamen zwei Transporte Vertriebener aus Schlesien in den Raum Bielefeld; das Kirchspiel Isselhorst brachte eine Gruppe in der Gastwirtschaft Upmann an der B61 und eine zweite bei Ohlbrock in Hollen unter. Am 1. Januar 1950 entstand der 'Bund der Vertriebenen' mit dem Kaufmann Josef Boese aus Breslau als erstem Vorsitzenden. 1951/52 wurde am Heuwachsdamm die erste große Siedlung mit 16 Häusern gebaut, in der vier Vertriebene Hauseigentümer wurden. Boese setzte sich erfolgreich für den Bau einer eigenen katholischen Kirche ein, die an Christi Himmelfahrt 1956 eingeweiht wurde; im Oktober 1966 wurde die Gedenkstätte für die Toten der Heimat und der Flucht am Friedhof eingeweiht.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 44 · Oktober 2000
  • Oktober 2000Lernort Natur: Naturquiz der Isselhorster JägerAus Anlass der 950-Jahrfeier veranstalteten die Isselhorster Jäger unter dem Namen 'Lernort Natur' ein Gewinnspiel für Kinder und Jugendliche über die heimischen wildlebenden Tiere. Fritz Singenstroth und Wolfgang Glashörster waren stete Ansprechpartner und beantworteten geduldig jede Frage; ein wetterfestes Zelt bot Wissenswertes über Fauna und Flora. 120 Teilnehmer machten mit. Die elf Gewinner wurden in der Gaststätte Zur Linde geehrt und erhielten Naturbücher, Rucksäcke und Tierlexika.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 44 · Oktober 2000
  • Oktober 2000Der Kiepenkerl erklärt alte RedewendungenAuf der ersten Tagesfahrt des Heimatvereins zum Mühlenhofmuseum führte ein historisch gekleideter Münsterscher Kiepenkerl die Gruppe auf Plattdeutsch und erklärte die Herkunft alter Redewendungen des bäuerlichen Lebens. So kommt 'ins Fettnäpfchen treten' vom Näpfchen, das das vom Fleisch über dem Kamin tropfende Fett auffing, und 'auf die hohe Kante legen' vom Kastenabschluss am hinteren Betteil, in dem man Geld und Wertsachen aufbewahrte. 'Den Löffel abgeben' bezog sich auf die sterbende Altbäuerin, 'steinreich' auf den Besitz eines gemauerten Steinhauses. Der Tag endete gegen 19 Uhr auf dem Isselhorster Kirchplatz.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 44 · Oktober 2000
  • Oktober 2000Die Geschichte der Holler SchuleEin bekannter Lehrer an der alten Holler Schule war Fritz Stoppenhagen, der Ende des 19. Jahrhunderts seinen Dienst antrat und 1908 Silberhochzeit feierte; seine Strenge blieb bis heute in Erinnerung. Die erste Holler Schule war ein 1836 erbauter Fachwerkbau; der Lehrer musste neben dem Unterricht auch das Vieh im Stall versorgen. Zeitzeuge Heinrich Hanneforth (78) berichtete vom Unterricht in zwei Klassen bei den Lehrern Georg Heitmann und Gotthold Paduch. 1930 zerstörte ein Blitzschlag die Schule; der Neubau wurde nach den Weihnachtsferien 1931 eingeweiht, Lehrer Paduch fiel 1945 einem Tieffliegerangriff zum Opfer.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 44 · Oktober 2000
  • Oktober 2000Helmut Trost aus Isselhorst wird Stadtrat in FlensburgDer aus Isselhorst stammende Sozialwissenschaftler Helmut Trost (47) wurde von der Ratsversammlung der Stadt Flensburg mit breiter Mehrheit zum hauptamtlichen Stadtrat und einem der beiden Stellvertreter des Oberbürgermeisters gewählt. Von 1984 bis 1994 war er Mitglied des Kreistages Gütersloh und in Isselhorst viele Jahre SPD-Vorsitzender. Zur Kommunalpolitik kam er Ende der siebziger Jahre über den Widerstand gegen ein Flurbereinigungsverfahren im Kirchspiel Isselhorst. Zuvor arbeitete er in der Stadtverwaltung Detmold, zuletzt als Leiter des Fachbereichs Stadtentwicklung.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 44 · Oktober 2000
  • Oktober 2000Windrad 'E66' erhebt sich über NiehorstSeit Juni 2000 erhebt sich mit der Anlage 'E66' eine der größten Windkraftanlagen Deutschlands über Niehorst, mit 85 Metern Turmhöhe und 70 Metern Rotordurchmesser. Initiator und Bauherr Karl-Heinz Kleinebecker, der sich schon in den 70er Jahren gegen Atomstrom aussprach, errichtete sie mitten auf der Eselweide der Eselranch von Bruno Stickling. Allein das Fundament verschlang 400 Kubikmeter Beton und 34 Tonnen Stahl; die Investition betrug 3,5 Millionen Mark. Die Anlage liefert rund 2,5 Millionen Kilowattstunden im Jahr für etwa 600 Haushalte; die Einweihung nahm Umweltministerin Bärbel Höhn am 28. Oktober vor.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 44 · Oktober 2000
  • November 2000Erstmals ökumenischer Gottesdienst zum Hubertus-TagAm Sonntag, dem 5. November, wurde in der Evangelischen Kirche zu Isselhorst erstmals ein ökumenischer Gottesdienst zum Hubertus-Tag gefeiert. Für Gütersloh war es ein Novum, die Hubertus-Messe ökumenisch und dazu in einer evangelischen Kirche zu feiern; den Impuls gaben heimische Jäger und der Hegering Gütersloh. Rund 300 Menschen versammelten sich, als die Jagdhornbläsergruppe 'Bunte Strecke' ihr Signal anstimmte; die Pfarrer Michael Fürste (ev.) und Franz Behler (rk.) gestalteten die Feier. Anschließend ließen viele Gäste das 'Erntedankfest für die Jäger' bei einem Umtrunk in der Gaststätte Zur Linde ausklingen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 45 · November 2000
  • November 2000Drei Neuerscheinungen zur Geschichte des KirchspielsZum Doppeljubiläum von Dorf und Kirche erschienen drei von Hans Georg Baumeister herausgegebene Beiträge zur Geschichte des Kirchspiels. Rolf Künnemeyer trug die Daten zu 'Höfe und Häuser der Bauerschaft Holtkamp' zusammen (15 DM). Andreas Sassen befasste sich in 'Die mittelalterliche Kirche zu Isselhorst' mit der Gründungsgeschichte und den Beziehungen zwischen Kapelle 'Hislehorst' und Kloster Marienfeld, illustriert mit Fotos von Ingbert Drews und eigenen Zeichnungen (9,80 DM). Der Band wurde auch vom Westfälischen Amt für Denkmalpflege gelobt.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 45 · November 2000
  • November 2000Die Chronik des Doktors Lütgert und die Entführung der NichteDie 1751 verfasste 'Annotation' des von 1730 bis 1764 in Isselhorst lebenden Dr. med. Johann Conrad Lütgert wurde als Buch veröffentlicht; das Original ist in der Familie Elmendorf erhalten. Lütgert, der nur 34 Jahre alt wurde, schildert das bürgerliche Leben des 18. Jahrhunderts, den Siebenjährigen Krieg und drastische Bestrafungen von Verbrechern. Besonders spannend ist die Geschichte seiner Nichte Catharina Elisabeth, die 1760 von einem englischen Sergeant namens Macollock aus dem in Isselhorst einquartierten Regiment entführt wurde. Trotz Verweigerung des väterlichen Konsenses floh sie schließlich und heiratete den Sergeanten in Wiedenbrück.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 45 · November 2000
  • November 2000Weltspardag und die Spar- und Darlehnskasse in der Holler MühleWilfried Hanneforth erinnert sich auf Plattdeutsch an den Weltspartag vor 60 Jahren, als es in Isselhorst noch keine Volksbank gab. Er musste mit seiner Sparbüchse zu Fuß zur Chestmühle nach Hollen, wo die Spar- und Darlehnskasse im Haus von 'Müahlenheini' ein Büro hatte; der Möller zählte das Geld und trug den Betrag ins Sparbuch ein. Sein erstes Sparbuch verzeichnet Eintragungen wie '10.10.1939 Reichsmark 9,45'. 1952 bezog die Kasse Räume im Haus der Isselhorster Feuerversicherung am Kriegerdenkmal; ab da hatte das Dorf zwei Banken.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 45 · November 2000
  • November 2000Verfolgte Glaubensgemeinschaft: Jehovas Zeugen in IsselhorstZum Gedenktag der Opfer des Nationalsozialismus erinnerte der Isselhorster daran, dass auch eine Isselhorster Glaubensgemeinschaft zu den Verfolgten gehörte. Die damals als 'Ernste Bibelforscher' bekannten Zeugen Jehovas verweigerten den Hitler-Gruß und den Kriegsdienst und zählten zu den ersten und härtesten Verfolgten; über 1.500 verloren ihr Leben. In Isselhorst gab es bereits seit 1923 eine kleine Gemeindegruppe, die sich ab 1948 mit rund 45 Mitgliedern regelmäßig am Postdamm 226 traf. Genannt werden Familiennamen wie Weihrauch, Nolte, Schimmel, Bertkamp, Beckmann und Heide.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 45 · November 2000
  • November 2000Wechsel beim Wochenmarkt: neue Marktmeisterin Birgit TopmöllerNach 5 Jahren und 3 Monaten gab Leo Sell, Marktmeister der ersten Stunde, sein Amt am Isselhorster Wochenmarkt ab. Von Mai 1995 bis August 2000 hatte er die Aufgabe zur vollsten Zufriedenheit von Marktbeschickern und Besuchern ausgefüllt und dabei viele Bürger aus Isselhorst und den Nachbarorten kennengelernt. Neue Marktmeisterin ist die Niehorsterin Birgit Topmöller, vielen als Verkäuferin südländischer Spezialitäten bekannt, die seit 10 Jahren Markterfahrung besitzt. Sie will die erfolgreiche Arbeit ihres Vorgängers weiterführen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 45 · November 2000

2001 – 2002

Neues Jahrtausend, alte Wurzeln

  • Februar 2001Flurnamen im Kirchspiel Isselhorst und ihre BedeutungAuf Initiative von Rektor Fritz Stuckmeier wurden um 1960 die Flurnamen der Gemeinde wieder zu neuem Leben erweckt; Pastor Otto Wiehage (1926–1961 in der Gemeinde) deutete sie, 1966 kommentierte Dr. Joachim Hartig vom Westfälischen Flurnamenarchiv die Arbeit. Der Name Isselhorst geht über 'Gislahurst' (um 1050), 'Hislehorst' und 'Islehorst' zurück und kann Schultheißhorst, Eishorst, Inselhorst oder Eisenhorst bedeuten. Am 'Donnerbrink' brachte man einst dem Gott Donar Opfer dar, das umstehende 'geweihte' Holz durfte nur für Opferfeuer benutzt werden. Am Hof Osthus wurde im vorigen Jahrhundert in den Wiesen Raseneisenerz gewonnen und zur Schloß Holter Eisenhütte gefahren.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 46 · Februar 2001
  • Februar 2001Die Drogerie Dünhölter schließt nach 38 JahrenZum Jahresende schloss die Foto-Drogerie Hans Dünhölter im Ortskern ihre Pforten; das Dorf wurde damit ärmer, und in die Räume zog die Grillschmiede ein. Dünhölter lernte 1953–56 bei Lütkehus in Gütersloh und besuchte danach die Drogisten-Akademie in Braunschweig. Am 15. September 1962 eröffnete das Ehepaar in Isselhorst an der Steinhagener Straße auf 45 Quadratmetern das eigene Geschäft mit einem kompletten Vollsortiment. 1973 wurde das eigene Haus an der Haller Straße bezogen; Ende der 70er Jahre baute Dünhölter im Keller ein professionelles Fotostudio aus, an dessen 'Bär auf Rollen' sich viele Kinder erinnern.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 46 · Februar 2001
  • Februar 2001Marita Langes Tee- und Stöberlädchen am KriegerdenkmalSeit dem 13. Januar 2001 ist Isselhorst um ein Geschäft reicher: Marita Lange eröffnete am Kriegerdenkmal ihr Tee- und Stöberlädchen in den früheren Räumen des Ladens 'Dekoflo'. Mit Ulrike Schumacher, deren Elternhaus das Haus am Kriegerdenkmal ist, verbindet sie seit 40 Jahren eine Sandkastenfreundschaft, die an der Holtkämperei begann. Lange, die zuvor mit Porzellan und Geschirr zu tun hatte, bietet schon 70 Teesorten sowie Geschirr, Duftkerzen, Liköre (darunter das 'Luttermöwenwasser') und ein englisches Sortiment an. Jeder Kundin und jedem Kunden bietet sie zunächst eine Tasse frisch gebrühten Tee an.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 46 · Februar 2001
  • Februar 2001Isselhorster Wehrführer besuchen BerlinAuf Einladung der Bundestagsabgeordneten Ulrike Merten besuchten die Wehrführer der Feuerwehren im Kreis Gütersloh sowie eine Abordnung der Freiwilligen Feuerwehr Isselhorst vom 23. bis 25. Oktober 2000 die Bundeshauptstadt. Kreisbrandmeister Rolf Volkmann zeigte sich zufrieden mit der Reise; die Gruppe besuchte die Feuerwache in Kreuzberg und stellte fest, dass deren Ausstattung eher bescheiden ist. Nachhaltigen Eindruck hinterließ der Besuch des ehemaligen Stasi-Untersuchungsgefängnisses in Hohenschönhausen mit einer Führung durch ehemalige Häftlinge. Auch der Ausbau der A 33 wurde mit der Abgeordneten diskutiert.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 46 · Februar 2001
  • Februar 2001Café Muckefuk wird zum Internet-Café für behinderte MenschenSeit September 2000 ist die integrative Begegnungsstätte 'Café Muckefuk' an der Rhedaer Straße jeden Dienstag von 16.30 bis 21.00 Uhr ein Internet-Café. Interessierte behinderte Besucher lernen dort den Computer kennen, spielen das Kultspiel Moorhuhn oder erstellen eigene Homepages und E-Mail-Adressen. Die Computerbegleitung übernehmen zwei junge Männer, einer davon Schüler am Rietberger Nepomucenum im Projekt EULE ('Schüler unterrichten Senioren'). Gemeinsam mit der Werkstufe einer Förderschule ist der Bau eines maßgefertigten Spezialtisches für vier Computer geplant.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 46 · Februar 2001
  • Februar 2001'Et was ne vomukte Arbäit' – Hausbau 1959 auf PlattdeutschWilfried Hanneforth erinnert sich in plattdeutscher Mundart an den Bau seines Hauses im schönen Sommer 1959, als das Haus in einem Dreivierteljahr fertig wurde. Von Mitte März gruben er und 8 bis 10 verwandte und befreundete Helfer an zwei Samstagen das Kellerloch von Hand mit Spaten und Schubkarren aus, da man das gesparte Geld zusammenhalten wollte. Der Maurermeister hatte die Fluchten abgesteckt; nach Frühstück, Mittagessen mit Kartoffelsuppe und Mettwurst und mehreren Pausen war das Loch bei Sonnenuntergang ausgehoben. Beim Einzug Anfang Oktober erhielt das Haus die Nummer 'Isselhorst Nr. 399'.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 46 · Februar 2001
  • Mai 2001Dritte Isselhorster Nacht mit Livestream-PremiereAm Pfingstsamstag, dem 2. Juni 2001, findet die dritte Isselhorster Nacht auf der 8,5 km langen Strecke statt, getragen von 7 Vereinen und rund 100 Helfern. Erwartet werden unter anderem 60 Bambinis, 160 School-Runner und im Hauptlauf über 600 Sportler. Zwei Premieren sorgen für Aufmerksamkeit: Die Veranstaltung wird per 'Livestream-Kamera' live im Internet übertragen, was bei einem Volkslauf in Deutschland als bisher einmalig gilt. Zudem gibt es erstmals einen Scooter-Lauf für Erwachsene und Kinder über 2.000 Meter.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 48 · Mai 2001
  • Mai 2001Erinnerungen an die Holler Schule und die alte SchulglockeFrau Margarete Dreinhöfner ergänzte den Beitrag über die Holler Schule um zwei Erinnerungsstücke, darunter das Unterteil der beim Brand 1930 zerstörten Bronzeglocke mit der Inschrift 'GOTT ALLEIN DIE EHRE, ich wurde gegossen von H. L. Lohmeier in Gütersloh 1842', das ihr Vater vor der Müllhalde rettete. Die 90-jährige Elli Sprick, geb. Hornberg, die die Schule von 1916 bis 1924 besuchte, erinnerte sich an den strengen Lehrer Stoppenhagen, der schnell mit Stockschlägen zur Hand war. Er zeigte aber auch Selbstkritik: Als die Klasse einmal im Chor ein von ihm fälschlich verworfenes Rechenergebnis verteidigte, stellte er sich an die Wand und sprach 'Ach Gott, bin ich ein Dusseltier'. Robert Jürgensmann dichtete zur Einweihung der neuen Schule 1932 eine plattdeutsche Lobeshymne auf die Schulglocke.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 48 · Mai 2001

Konfirmanden mit den Lehrern Stoppenhagen und Rethmeier vor der Holler Schule 1919/1920

Konfirmanden mit den Lehrern Stoppenhagen und Rethmeier vor der Holler Schule 1919/1920
Quelle: Der Isselhorster

  • Mai 2001Kloster Marienfeld mit Prof. Dr. LeidingerAm 30. April 2001 trafen sich 44 interessierte Personen in Kooperation mit dem Abendkreis der Frauen zu einer Führung durch das Kloster Marienfeld mit Prof. Dr. Leidinger, Kreisheimatpfleger in Warendorf. Ohne Konzept berichtete er über die Zeit der Zisterzienser und die Architektur, erklärte die gegenüberliegende Kapelle, wo sich in der Gründerzeit der Eingang befand, und wies auf Besonderheiten wie die erstmals verwendeten gebrannten Zierziegel und die symbolischen Schlusssteine im Gewölbe hin. Marienfeld hieß früher Wadenhard, die Kapelle Wadenhardkapelle. Der heutige katholische Pfarrer hat als gelernter Tischler das Kloster maßstäblich nachgebaut.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 48 · Mai 2001
  • Mai 2001Ein neuer Internet-Auftritt für IsselhorstDie Isselhorster Werbegemeinschaft beschloss im März, für den Wirtschaftsraum Isselhorst eine eigene Internet-Plattform zu entwickeln, in die sich die Firmen mit eigenen Seiten einklinken können. Karl Piepenbrock stellte das Konzept am 10. Mai vor: Es soll unter anderem einen 'Marktplatz Isselhorst' geben, ein kostenloses 'Pinboard' als schwarzes Brett sowie Fotoalben von Veranstaltungen wie der Isselhorster Nacht. Die Adresse steht bereits fest: www.GT-Isselhorst.de – die Buchstaben des Autokennzeichens, Bindestrich und Isselhorst.de. Der größte Teil sollte in 6 bis 7 Wochen zur Verfügung stehen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 48 · Mai 2001
  • Mai 2001Volksbank baut Geschäftsstelle zum Beratungszentrum umVon Mitte April bis Mitte Juli 2001 wurde die Geschäftsstelle Isselhorst der Volksbank Gütersloh umfassend renoviert und zu einem modernen Beratungszentrum umgebaut; während der Bauphase war ein Großteil in Containern hinter dem Gebäude untergebracht. Vorstandsmitglied Wolfgang Schmelz begründete den Umbau damit, dass bisher nicht alle Kundenberater ein abgeschlossenes Beratungszimmer hatten und Gespräche teils in der Kassenhalle geführt werden mussten. Künftig stehen fünf zusätzliche Beratungszimmer bereit, und der Standort mit rund 5.000 Kunden soll deutlich gestärkt werden. Beirat Karl Piepenbrock betonte, kein Mitarbeiter müsse um seinen Arbeitsplatz fürchten.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 48 · Mai 2001
  • Mai 200116 Jahre Grillschmiede von Horst und Ingrid HirschSeit 16 Jahren sorgt das Imbissrestaurant 'Grillschmiede' von Horst und Ingrid Hirsch an der Haller Straße in Isselhorst für Verpflegung bei kleinem und großem Hunger. Horst Hirsch, früher als Kraftfahrer tätig, machte sich mit einem Imbisswagen auf dem Platz der ehemaligen Schmiede Buse selbständig. Schritt für Schritt wurde ausgebaut: Zuerst wurde der Wagen mit Holz verkleidet, später der Imbiss in ein festes Domizil verlegt. Mit der Aufgabe der Drogerie Dünhölter Ende des Vorjahres zog die Grillschmiede in deren Räume um.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 48 · Mai 2001
  • August 2001Ebbesloh feiert 850-jähriges BestehenAm 19. August 2001 feierte der Ortsteil Ebbesloh das Jubiläum seiner ersten urkundlichen Erwähnung vor 850 Jahren. In einer Urkunde des Bischofs von Paderborn wurde dem Stift auf dem Berge bei Herford sein Besitz bestätigt, zu dem auch Ebbesloh gehörte, dort noch Meppidisla genannt. Sprachforscher leiten den Namen von 'loh', einem lichten Wald, ab. Die Feier fand wie schon die 800-Jahr-Feier auf dem Hof Kornfeld statt, mit plattdeutschem Gottesdienst in der großen Scheune und Konzert des Isselhorster Posaunenchores.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 49 · August 2001

Historische Aufnahme "Ebbesloh 1920" mit Fr. Droop, Gustav Bille und Karl Nieweg

Historische Aufnahme "Ebbesloh 1920" mit Fr. Droop, Gustav Bille und Karl Nieweg
Quelle: Der Isselhorster

  • August 2001Familie Feldmann feiert 100-jähriges FirmenjubiläumAm 24. Juni 2001 feierte die Familie Feldmann das 100-jährige Bestehen ihres Getränkeunternehmens am Postdamm. Gegründet wurde der damals fast exotische Getränkehandel von Fritz Feldmann gemeinsam mit seiner Ehefrau Anna, geb. Goldbeck. In der zweiten Generation führten Wilhelm und später Heinrich den Betrieb; ab 1936 kam August hinzu und gründete die Süßmosterei. Bekannt wurde Feldmann über die Gemeindegrenzen hinaus durch die Herstellung von Apfelsaft sowie früher durch Eisstangen, von denen aus Isselhorster Wasser bis zu 500 Stück pro Tag gefroren wurden. In vierter Generation leiten heute Detlef und Daniela Feldmann das Unternehmen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 49 · August 2001
  • August 2001Der Isselhorster Schulverein und seine Gründung 1956Der Schulverein Isselhorst stellte sich vor und blickte auf seine Anfänge zurück. In einem zehnseitigen handgeschriebenen Dokument fand sich die Geschichte der Gründung: Lehrer Friedrich Struckmeier wurde 1956 von der neu gebildeten Schulpflegschaft beauftragt, eine Satzung auszuarbeiten. Am 10. März 1956 fand um 20 Uhr in der festlich geschmückten Turnhalle die Gründungsversammlung statt. Als Ehrengäste waren unter anderem Regierungs- und Schulrätin Helene Klug aus Detmold sowie Bürgermeister Plassmann geladen. Der Verein finanziert sich durch Mitgliedsbeiträge und Spenden und unterstützt Klassenfahrten und Anschaffungen der Grundschule.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 49 · August 2001
  • August 2001Die Volksbank in neuem GewandeNach dreimonatiger Umbauzeit unter Bauleitung des Isselhorster Architekten Thomas Heye öffnete Mitte Juli 2001 die modernisierte Volksbankfiliale, die zuvor über 20 Jahre den 'SPADAKA-Look' hatte. Bei der Schlüsselübergabe am 19. Juli lobte Bürgermeisterin Maria Unger die Investition. Kernstück ist ein Marktplatzbereich mit hellen Beratungszimmern und einem 24-Stunden-Selbstbedienungsbereich. Beim Tag der offenen Tür am 22. Juli strömten rund 1.500 Besucher durch das Gebäude. Aus Anlass der Eröffnung wurden 1.000 DM an den Heimatverein und 5.000 DM für das Indien-Projekt Kilianur an Pfarrer Michael Fürste überreicht.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 49 · August 2001

Architekt Thomas Heye überreicht den Bankdirektoren den neuen Hausschlüssel

Architekt Thomas Heye überreicht den Bankdirektoren den neuen Hausschlüssel
Quelle: Der Isselhorster

  • August 200125 Jahre Werbegemeinschaft IsselhorstDie Werbegemeinschaft Isselhorst feierte ihr 25-jähriges Bestehen. Die Idee entstand 1976, als das Ehepaar Gerda und Günter Karmann in Enger den Werbeslogan 'In Enger kauft man gut' sah und Ähnliches für Isselhorst anregte. Der erste Trödelmarkt fand noch im selben Jahr auf dem Elmendorfschen Brennereihof statt, ab 1977 folgten Weihnachtsmarkt und Osterfeuer. 1986 und 1991 wurden große Wirtschaftsausstellungen mit rund 90 bis 100 Firmen veranstaltet, 1995 der freitägliche Wochenmarkt vor der Kirche eingeführt und 1997 das Isselhorster Branchenbuch herausgegeben.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 49 · August 2001
  • Oktober 2001Zum 50sten - Der Isselhorster feiert JubiläumDie Ortsteilzeitung 'Der Isselhorster' erschien in ihrer 50. Ausgabe. Vorläufer war das von 1977 bis 1992 von Karl-Theodor Mumperow herausgegebene Heft 'Lebendiges Isselhorst' mit insgesamt 112 Ausgaben. Nach dessen Ende vermissten viele Bürger und Vereine ein Publikationsorgan, weshalb der Heimatverein zur Kirmes 1993 die erste Ausgabe des 'Isselhorster' herausbrachte. Bis zur 10. Ausgabe erledigte Hans-Georg Baumeister alle Arbeiten allein; 1994 übernahm Karl Piepenbrock die Redaktion, ab der 34. Ausgabe (Februar 1999) Rolf Ortmeyer. Die technische Umsetzung und Anzeigenakquise obliegt Dietlind Hellweg.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 50 · Oktober 2001
  • Oktober 2001Firma Schröder stiftet behindertengerechtes WC im DorfzentrumZu ihrem eigenen 25-jährigen Jubiläum machte die Firma Henrich Schröder Heizung und Sanitär dem Dorf ein Geschenk: eine öffentliche, rollstuhlgerechte WC-Anlage im Anbau der alten Schule. Der großzügige Raum wurde mit erhöhter Toilette samt Haltegriffen, einem wasserlosen Urinal nach neuester Technik, Wickeltisch und unterfahrbarem Waschtisch ausgestattet. Bürgermeisterin Maria Unger durchschnitt am Samstagabend das symbolische blaue Band. Die Dorfbewohner lobten die Initiative, mit der eine Problemlösung umgesetzt wurde, um die sich andere trotz langem Ringen schwer taten.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 50 · Oktober 2001
  • Oktober 2001Renate Kottmann - Reiten als Therapie in HoltkampDie 35-jährige Krankengymnastin Renate Kottmann aus Holtkamp bietet auf dem elterlichen Hof therapeutisches Reiten (Hippotherapie) an. Vom Pferd werden durch die natürlichen Bewegungsabläufe dreidimensionale Schwingungen übertragen, die der menschlichen Frequenz entsprechen; die Methode wird besonders bei Schlaganfall- und MS-Patienten sowie bei Haltungs- und Hüftschäden eingesetzt. Wegen des großen Zuspruchs errichtete sie eine eigene Reithalle mit Lift, damit auch Rollstuhlpatienten auf den Pferderücken gelangen. Von acht gehaltenen Pferden stehen drei für die Therapie bereit. Kottmann ist zudem Vorsitzende des Holler Reitervereins.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 50 · Oktober 2001
  • Oktober 2001110 Jahre Firma Buse an der Haller StraßeDas Unternehmen Buse feierte sein 110-jähriges Bestehen. Den Ursprung legte Hermann Kleine, der am 22.10.1891 für 921,23 Goldmark das Inventar der Schmiede Böker auf dem Hof Krull erwarb. 1904 kaufte er ein Grundstück an der damaligen Brockhagener, heute Haller Straße, wo der Betrieb noch heute sitzt. 1935 heiratete Schmiedemeister Hermann Buse sen. die jüngste Tochter Kleines und übernahm den Betrieb; bekannt wurde er durch einen selbst konstruierten Drehpflug. Ab 1966 führte Hermann Buse jun. das Geschäft, das sich seit Mitte der 1980er Jahre auf Garten- und Forsttechnik spezialisierte. Im Jahr 2000 ging der Betrieb in vierter Generation an die Söhne Roger und Burkhard über.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 50 · Oktober 2001
  • Oktober 2001Restaurierung des Levitensitzes der Klosterkirche MarienfeldIn der 1185 gegründeten Zisterzienserklosterkirche Marienfeld wurde ein Levitensitz aus Eichenholz restauriert. Die Levitensitze waren für Priester, Diakon und Subdiakon bestimmt, die das Konventamt zelebrierten; unter dem aufklappbaren Sitz befindet sich ein kleiner Miserikordiensitz, der das Stehen beim langen Stundengebet erleichterte. Am Gestühl wurde eine mangelhafte Standsicherheit sowie erheblicher Holzwurmfraß festgestellt. In Abstimmung mit dem Bau- und Liegenschaftsbetrieb NRW und dem Westfälischen Amt für Denkmalpflege wurden zerstörte Kufen und der hintere Längsbalken neu gefertigt, das Holz mit Kräuteressig imprägniert und mit Wachslösung behandelt.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 50 · Oktober 2001
  • Dezember 2001Zum 25. Mal Isselhorster WeihnachtsmarktAm ersten Adventwochenende öffnete der Isselhorster Weihnachtsmarkt zum 25. Mal seine Pforten im Ortskern. Bereits 1976, in der Gründungsphase der Werbegemeinschaft, war ein erster Weihnachtsmarkt veranstaltet worden. Für 2001 kündigte Udo Plaßmann, im Vorstand für die Marktausrichtung verantwortlich, knapp 40 Stände in und um die Festhalle an. Die gediegene Atmosphäre rund um den Kirchturm sollte bewusst erhalten bleiben. Als Neuerung wurde an der alten Schule eine neue Weihnachtsbeleuchtung installiert; der Markt endete mit einem Gottesdienst in der Kirche.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 51 · Dezember 2001
  • Dezember 200125 Jahre 'gelber Strom' von Elektro BethlehemDie Firma Elektro Bethlehem mit ihren kanariengelben Fahrzeugen feierte ihr 25-jähriges Bestehen. Firmeninhaber Rudolf Bethlehem kam durch puren Zufall zu seinem Markenzeichen: Der erste Bully, den er sich zwischen 1976 und 1977 zulegte, war gelb, und bei dieser Farbe blieb es. Am 1. Januar 1976 machte er sich vom Angestelltendasein im Bielefelder Siemens-Werk selbstständig, zunächst in der Scheune des elterlichen Hofes am Außenheideweg. Heute beschäftigt der Betrieb elf Angestellte. Anfang 2000 stieg Sohn Carsten als Diplom-Ingenieur ein; gerade wurde im eigenen Garten eine der ersten Wärmepumpen im Kreisgebiet installiert.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 51 · Dezember 2001
  • Dezember 200180. Geburtstag von Gerhard 'Frenser' DreesbeimdiekeAn Heiligabend 2001 vollendete Gerhard Dreesbeimdieke, im Dorf kurz 'Frenser' genannt, sein 80. Lebensjahr. Seit über 50 Jahren stand er als Einzelhandelskaufmann in der Verantwortung für das Familienunternehmen, das 1863 von Wilhelm Dreesbeimdieke mit einem Gemischtwarenladen am Kirchplatz gegründet wurde. 1958 errichtete er mit Vater Julius das heutige Kaufhaus an der Haller Straße 100, 1961 trat er dessen Nachfolge an. Dem Turnverein TVI trat er als 15-Jähriger bei und gehörte ihm über 65 Jahre an; 1995 wurde er zum Ehrenmitglied ernannt. In vierter Generation steht Sohn Stephan an seiner Seite.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 51 · Dezember 2001
  • Dezember 2001www.GT-Isselhorst.de - Internetplattform der WerbegemeinschaftPünktlich zum 25. Geburtstag der Werbegemeinschaft wurde beim Schlemmerwochenende 'Isselhorst kocht über' am 8./9. September die neue Internetplattform www.GT-Isselhorst.de vorgestellt. Schon bis zum 30. September klickten über 9.000 Nutzer die Adresse an. Anfang November wurde die zweite Stufe, die 'Isselhorster Informationsbörse', freigeschaltet. Neu daran ist ein Pinboard oder 'schwarzes Brett' mit den Bereichen Suche, Biete, Frage und Termine, auf dem jeder kostenlos Kleinanzeigen aufgeben kann. Die Anzeigen verbleiben vier Wochen und werden dann automatisch gelöscht.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 51 · Dezember 2001
  • Februar 2002In Memoriam: 'Klärchen' Dreesbeimdieke, die SchulmeisterinIm Dezember 2001 schloss sich mit fast 96 Jahren der Lebenskreis von Klara Dreesbeimdieke, im Dorf nur 'Klärchen' genannt. Ihr Geburtstag war der 6.6.06. Geboren in der Kaiserzeit, erlebte sie Weimarer Republik, NS-Zeit, Krieg und Wiederaufbau. Ihr Vater August betrieb mit seinen Brüdern Julius und Heinrich ein Geschäft am Kirchplatz. Nach ihrer Ausbildung war sie zunächst Gewerbelehrerin in Quelle, ab 1. April 1939 im Kirchspiel Isselhorst tätig und wurde zum 1. Januar 1942 auf Lebenszeit als Volksschullehrerin verbeamtet. Bis zu ihrer Pensionierung Mitte 1973, mit 67 Jahren, unterrichtete sie 34 Jahre; sie galt als streng, aber gerecht.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 52 · Februar 2002

'Klärchen' Dreesbeimdieke wie man sie kannte

'Klärchen' Dreesbeimdieke wie man sie kannte
Quelle: Der Isselhorster

  • Februar 2002Jahreshauptversammlung des Heimatvereins mit Straßenfest-AnkündigungBei der Jahreshauptversammlung des Heimatvereins Isselhorst e.V. beim Grünkohlessen im Gasthof 'Zur Linde' kamen fast 80 der 172 Mitglieder zusammen. Der Vorstand um den 1. Vorsitzenden Wilfried Hanneforth wurde bestätigt. Kassenwart F.W. Helling berichtete über wieder ausreichende Reserven, nachdem die 950-Jahrfeier 2000 ein tiefes Loch in die Finanzen gerissen hatte und der Verein auch zur 850-Jahrfeier Ebbeslohs beigetragen hatte. Für den 9. September 2002 wurde ein Straßenfest unter dem Motto 'Isselhorster Luft' angekündigt - nach früheren Themen wie 'Isselhorst unter Dampf', 'auf Rädern' und 'unter Wasser'.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 52 · Februar 2002
  • Februar 2002Unser Dorf ist ärmer geworden - Abschied von drei Kyffhäuser-KameradenDas Jahr 2001 nahm der Kyffhäuser-Kameradschaft Isselhorst drei markante Persönlichkeiten. Fritz Schröder, das 'Isselhorster Urgestein', kehrte nach dem Krieg als Schneider zurück, legte die Meisterprüfung ab und wurde als 'Schneider-Fritz' zum Qualitätsbegriff der Herrenmode; 1977 übernahm Heinrich Kleegräfe seinen Betrieb. Georg Schumacher, Frisör am Ort und späterer Ehrenvorsitzender der Kameradschaft, hatte im Krieg auf Guernsey und in Italien gedient. Ernst Rau ließ sich 1977 als Fleischermeister in Isselhorst nieder und übergab 1994 an Sohn Uwe. Alle drei waren traditionsbewusste Männer der ersten Nachkriegsstunde.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 52 · Februar 2002
  • Februar 2002Europafest in der Grundschule IsselhorstAm 23. November 2001 feierte die Grundschule Isselhorst ein großes Europafest. In Anlehnung an das Europäische Jahr der Sprachen informierte sich jede Klasse über ein Land Europas; es wurden Bilder gemalt, Ausstellungen, Landkarten, Tänze und Spiele vorbereitet. Viele Eltern bereiteten landestypische Speisen und Getränke zu. Das Fest brachte die stolze Summe von 6.000 DM ein, hinzu kam eine Einzelspende über 2.000 DM, sodass neue Computer für den Unterricht angeschafft werden konnten.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 52 · Februar 2002
  • Februar 2002Abschied von der D-Mark - Euro-Einführung bei der SparkasseZum Jahreswechsel 2001/2002 bewältigte die Sparkasse Gütersloh den Ansturm auf den Euro. Allein im Januar ratterten mindestens 45.000 Kilogramm an Pfennig- und Markstücken durch die Zählmaschinen; über die 'Starterkits' gingen etwa 35 Tonnen an Münzen in den Zahlungsverkehr, und geschätzte 60 Millionen Euro wurden in den Wirtschaftskreislauf gepumpt. Sparkassendirektor Eckhard Heitlage dankte den Kunden für ihre Geduld. D-Mark-Scheine und -Münzen konnten noch bis zum 28. Februar kostenfrei umgetauscht werden; alte Urlaubsmünzen konnten zugunsten des Deutschen Kinderschutzbundes gespendet werden.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 52 · Februar 2002
  • April 2002Ein Haus feiert Geburtstag - 325 Jahre 'Zur Linde'Am Isselhorster Kirchplatz steht seit 1677 ein Fachwerkhaus, dessen 325-jähriges Jubiläum 2002 begangen wurde. Am 24. April 1677 wurde der Bau aufgerichtet; die Bauherren waren das Ehepaar Hinrich Astrot und Ilsabein Auf der Brüggen, der Zimmermeister hieß Pavel Kleinick. Das Haus vereinte Handel, Landwirtschaft und Wohnen mit zwei gleich großen Eingangstüren. Salz war jahrhundertelang die wichtigste Ware. Der Gasthof, früher 'Brüggenschenke' genannt und an der Landesgrenze mehrerer Herrschaften gelegen, soll ein Treffpunkt von Schmugglern gewesen sein; die Standuhr im Schankraum sollen sie zurückgelassen haben. Heutige Eigentümer sind die Familien Rolf Ortmeyer.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 53 · April 2002

Historisches Bild der Gastwirtschaft 'Zur Linde', Ortmeyer

Historisches Bild der Gastwirtschaft 'Zur Linde', Ortmeyer
Quelle: Der Isselhorster

  • April 200210 Jahre 'Die Luttermöwen'Der Shanty-Chor 'Die Luttermöwen' feierte am 12. Januar 2002 seinen 10. Geburtstag mit 200 geladenen Gästen in der Isselhorster Festhalle. Am 9. Mai 2002, Christi Himmelfahrt, wurde das Jubiläum beim Friesischen Frühschoppen auf dem Hof der Brennerei Elmendorf unter der Schirmherrschaft von Bürgermeisterin Unger fortgesetzt. Anlässlich des 10. Geburtstages traten zehn Shanty-Chöre auf, unter anderem aus Bruchmühlen, Gütersloh, Eilshausen, Warendorf, Herford, Bielefeld und Rheda-Wiedenbrück, dazu das Akkordeonorchester 'Da capo'. Erster Preis der Tombola war eine Woche Urlaub in Ostfriesland.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 53 · April 2002
  • April 2002Blutspende im Wandel der Zeit - Isselhorst vorbildlichZum 50-jährigen Bestehen der DRK-Blutspende - der erste Termin fand am 29. Februar 1952 in Gelsenkirchen statt - berichtete der DRK-Ortsverein über den Wandel. Glasflaschen, Schläuche und Kanülen wurden durch Einwegmaterial ersetzt, das Blut wird heute in seine Bestandteile zerlegt. Besonders bemerkenswert ist die Isselhorster Spendenbereitschaft: Während in Großstädten nur 3,4 Blutspender je 100 Einwohner erscheinen, sind es im Kirchspiel Isselhorst 13,6. Viermal im Jahr wird in der Alten Schule ein Blutspendetermin ausgerichtet, der nächste am 10. April 2002.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 53 · April 2002
  • April 2002Seniorenhof 'An der Lutter' öffnet nach Umbau wiederDie DRK-Betreuungsstätte 'Seniorenhof An der Lutter' öffnete nach mehrwöchiger Umbau- und Erweiterungsphase wieder ihre Türen; am 13. April 2002 fand ein Tag der offenen Tür statt. Die vor neun Jahren gegründete Einrichtung betreut pflegebedürftige und altersverwirrte Senioren nachmittags von 14 bis 18 Uhr und entlastet pflegende Angehörige. Der Seniorenhof hat sein Domizil in der Deele der ehemaligen Gärtnerei Kollhörster. Im vergangenen Sommer war Sigrid 'Siggi' Kollhörster, Inhaberin des Blumenladens im selben Haus, plötzlich verstorben; aus der Kranzbindestube ließ das DRK eine behindertengerechte Toilette schaffen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 53 · April 2002
  • April 2002Aus der Notlösung wurde ein Highlight - plattdeutscher Abend in Mumperows MühleFür einen plattdeutschen Abend in Mumperows Mühle fiel kurzfristig der Referent Herr Bühren wegen schwerer Grippe aus. Auf einen Tipp hin gewann der Organisator das Ehepaar August Wilhelm Aufderheide aus Bünde-Holsen, das noch am selben Abend einsprang. Der pensionierte Lokomotivführer erzählte plattdeutsche Geschichten und spielte Mundharmonika, seine Frau begleitete ihn auf einem historischen Saiteninstrument, dem Psalter, und sang selbst verfasste Texte. Köstlich war ein Sketch, in dem sich beide beim Witzeerzählen gegenseitig unterbrachen. Mit dem Schlusslied 'Nun Brüder eine gute Nacht' endete der Abend.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 53 · April 2002
  • Mai 2002Professor Woldemar Winkler - ein Wanderer zwischen den WeltenPorträt des sächsisch-westfälischen Künstlers Woldemar Winkler, geboren am 17. Juni 1902 in Mügeln bei Dresden. Er studierte ab 1921 an der Dresdner Kunstakademie und wurde Meisterschüler bei Professor Carl Rade. Als den Surrealisten zugehöriger Künstler galten seine Werke den Nazis als 'entartet' und wurden 1938 teils zerstört. In der Bombennacht vom 13. auf den 14. Februar 1945 wurden sein Atelier und ein Großteil seiner Werke vernichtet. 1947 kehrte er aus englischer Gefangenschaft zurück und ging nach Westen; 1949 heiratete er in Isselhorst die Webermeisterin Margret Horstkotte und baute ein Fachwerkhaus in Niehorst auf. 1982 erhielt er das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse; 1994 gründete die Sparkasse Gütersloh eine Woldemar-Winkler-Stiftung.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 54 · Mai 2002

Porträt des Künstlers Woldemar Winkler

Porträt des Künstlers Woldemar Winkler
Quelle: Der Isselhorster

  • Mai 2002Winklers Webstühle kamen mit einem Militärzug nach GüterslohEine fast unglaubliche Episode aus dem Leben von Margret Winkler: Als Handwebermeisterin hatte sie mit Hilde Schaarschmidt in Reichenbach im Vogtland einen Betrieb aufgebaut. Nach der Jalta-Konferenz zogen sich die Westmächte aus Sachsen zurück und die Rote Armee rückte nach. Um ihre Webstühle und Garne zu retten, verhandelte sie mit englischen Offizieren und durfte in einer Nacht-und-Nebel-Aktion einen Waggon beladen. Zielort war ausgerechnet der Militärflughafen der Royal Air Force in Gütersloh. Am Bahnsteig in Blankenhagen wurde der Zug angehalten und die Fracht per Pferdefuhrwerk zunächst zu Kunstmann in Niehorst geschafft.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 54 · Mai 2002
  • Mai 2002Abschied von Uli NiedergasselAm 10. April 2002 starb Ulrich Niedergassel, Chormitglied und 1. Vorsitzender des Posaunenchores Isselhorst, nach langer, schwerer Krankheit im Alter von nur 41 Jahren. Er zeichnete sich durch Gradlinigkeit, Zielstrebigkeit und menschliche Wärme aus und stellte Führungsqualitäten im Beruf und im Ehrenamt unter Beweis. Als Angehöriger der jüngeren Generation setzte er sich für neue Musikrichtungen wie Gospel, Swing und Blues ein, etwa beim Heimatabend 1990 und beim Konzert 'Swinging Church' 1999 in der evangelischen Kirche. Der Posaunenchor gedachte seiner 30 Jahre als Mitglied, davon 14 Jahre als 1. Vorsitzender.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 54 · Mai 2002
  • Mai 2002Bauern unterwegs - Ortsverband besichtigt Airbus in HamburgDer landwirtschaftliche Ortsverband Isselhorst unternahm seinen alljährlichen Tagesausflug, diesmal nach Hamburg zur Besichtigung des Airbus-Flugzeugbaus in Finkenwerder. Der mit 47 Personen voll besetzte Bus startete um 6.30 Uhr ab Niehorst. Die Teilnehmer erfuhren, dass der Standort Hamburg über 8.000 Mitarbeiter beschäftigt und monatlich rund 25 Maschinen gebaut werden; die Expansion war nach dem 11. September ins Stocken geraten. An verschiedenen Standorten werden nur einzelne Abschnitte gefertigt und mit Großraumtransportern transportiert. Nach der Führung folgten Mittagessen und eine Hafenrundfahrt durch den Freihafen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 54 · Mai 2002
  • Mai 200275 Jahre 'geballte Erfahrungen' im Autohaus KoopIm Autohaus Koop kamen am 1. April 2002 zwei Jubiläen zusammen: Chef Wilhelm Koop blickte auf sein 50. Berufsjubiläum, Mitarbeiter Karl-Heinz Recketat auf 25 Jahre Firmenzugehörigkeit. Wilhelm Koop startete am 1. April 1952 bei einer Firma in Bersenbrück im Emsland, die die heute vom Markt verschwundenen Marken Lloyd, Borgward und Goliath vertrieb. 1961 legte er die Meisterprüfung ab und machte sich 1972 gemeinsam mit seiner Frau Erika selbstständig.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 54 · Mai 2002
  • Juli 2002Hans-Jürgen Schneider spendete zum 100. Mal BlutBei einer Feierstunde des DRK am 5. Juni 2002 wurde Hans-Jürgen Schneider für seine hundertste Blutspende geehrt. Er spendet seit seinem 21. Lebensjahr Blut und kam über den Bergbau dazu, wo er die rettende Wirkung einer Blutspende hautnah erlebte. Insgesamt hat er rund 50 Liter Blut gegeben und damit vielen unbekannten Menschen das Leben gerettet. Das Rote Kreuz überreichte ihm eine Urkunde und eine Ehrennadel im Rang des Bundesverdienstkreuzes. Insgesamt wurden an diesem Abend 18 Blutspender geehrt, die 25- bis 75-mal unentgeltlich gespendet hatten.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 55 · Juli 2002
  • Juli 2002Kantorin Dorothee Bauer verlässt nach 13,5 Jahren IsselhorstAm 1. Januar 1989 trat Dorothee Bauer ihren Dienst als Kantorin der Kirchengemeinde Isselhorst an und entwickelte in den folgenden Jahren die Kirchenmusik im Kirchspiel auf hohes Niveau, besonders auch bei Kindern und Jugendlichen. Ihr Ehemann Thomas Meyer-Bauer folgte ihr bald nach und lockte mit seinem Orgelspiel zunehmend Musikliebhaber in die Kirche. Dreizehneinhalb Jahre lang wuchsen Chöre und Leiterin gemeinsam, und die intensiven Proben zu größeren Werken machten den Proben-Dienstag für viele zur Verpflichtung. Zum 31. August 2002 zieht die Familie ins norddeutsche Varel. Der Förderverein Kirchenmusik, der die Kosten für Solisten und Orchester mitträgt, dankte dem Ehepaar für die lange gemeinsame Zeit.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 55 · Juli 2002
  • Juli 2002Im Herzen Maler - Porträt Wilhelm SchniedermannDer 1948 geborene Isselhorster Wilhelm Schniedermann malt und zeichnet mit großer Leidenschaft; seine Arbeiten hängen im ganzen Haus verteilt. Am Ende der Schulzeit stand er vor der Wahl zwischen Kunst- und Architekturstudium und entschied sich für den sicheren Weg, ein Architekturstudium in Detmold von 1968 bis 1971. In den 70er Jahren besuchte er dennoch als Gasthörer für zwei Semester die Werkkunstschule Bielefeld. Seine Vielseitigkeit reicht von Gravuren über Bleistiftzeichnungen bis zu Porträts in Öl und Aquarell, wobei ihn besonders das Experiment mit den Techniken reizt. Zur Zeit sind Aquarelle von ihm in Gütersloh in der Praxis von Dr. Heidrun Gräfe am Kolbeplatz zu sehen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 55 · Juli 2002

Gemälde eines Snowboarders vor tiefblauem Hintergrund

Gemälde eines Snowboarders vor tiefblauem Hintergrund
Quelle: Der Isselhorster

  • Juli 2002Wi föiert inne Bäiwern - Plattdeutsche Erinnerung ans BlaubeerpflückenIn einer plattdeutschen Geschichte erinnert sich Wilfried Hanneforth ans Blaubeerpflücken (Bäiwern) als Kind vor rund 60 Jahren, als es im Juli nach der Erdbeerzeit reichlich Beeren gab. Mit dem Fahrrad fuhr man zu den besten Stellen in der Patthorst, im Bruch unterhalb der Schwedenschanze und oft bis Halle an den Schlammpatt. Das Pflücken war mühselig, und nach drei bis vier Stunden verging dem Erzähler die Lust. Zu Hause kochte die Mutter die Beeren in Bierflaschen im Weckkessel ein, so dass ein ganzes Kellerregal voll wurde. Dazu gab es Mehlpfannkuchen oder Vanillepudding mit Blaubeeren, wonach die Mundpartie noch lange blau blieb.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 55 · Juli 2002
  • Juli 2002Erinnerungen ans Kellnern in der Gaststätte UpmannSiegfried Körner berichtet über die Nachkriegszeit in der bekannten Gaststätte Upmann, deren Saal 1945 zunächst als Unterkunft für Heimatvertriebene diente, bevor im März 1946 der Tanzbetrieb wieder aufgenommen wurde. Als Milchlieferant sprang Körner sonntags als Aushilfskellner ein, angelernt vom früheren pommerschen Hotelbesitzer Willi Ruth, und vor der Währungsreform gab es nur Dünnbier zu einheitlich 0,50 Reichsmark. Getanzt wurde nach Schallplattenmusik, und unter der Hand wurden trotz Verbots amerikanische Zigaretten und selbstgebrannter Balkenbrand angeboten. Am ersten Sonntag nach der Währungsreform, dem 22. Juni 1948, gab es plötzlich wieder Sekt und guten Wein; an einem einzigen Tisch verkaufte er zwölf Flaschen Sekt zu je 23 DM. Bis zum Beginn seiner Lehre 1951 erlebte er dabei, wie sich manche Bekanntschaft zwischen Gästen zu einer glücklichen Ehe entwickelte.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 55 · Juli 2002
  • Juli 2002Leidenschaftlicher Sammler - Horst-August Bollweg und sein MuseumDer Isselhorster Heimatverein besuchte bei einem Fahrradausflug das private Museum des Textilkaufmanns Horst-August Bollweg in Ummeln, der die Gäste selbst durch seine Sammlung führte. Den Grundstock bilden Geräte zur Leinenherstellung samt zwei betriebsbereiter Webstühle, die eine Bielefelder Handweberin, Frau Ludwig, den Besuchern vorführte. Das umfangreichste Sammlungsstück sind jedoch rund 170 historische Schlitten aus dem 19. Jahrhundert, wohl die größte Schlittensammlung weit und breit, an die Bollweg durch den Zukauf eines etwa 350 Jahre alten Schlittens zu einem Webstuhl zufällig geriet. Dazu kommen alte Öfen aus ganz Deutschland, Christbaumständer und Werkzeuge; sein Motto lautet 'Hegen - Pflegen - Weitergeben'. In rund 40 Jahren trug er die Sammlung zusammen, die selbst Fachleute und Museen zum Staunen bringt.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 55 · Juli 2002
  • September 2002Straßenfest "Isselhorster Luft"In Isselhorst findet im zweijährigen Rhythmus ein Straßenfest mit wechselndem Motto statt, organisiert vom Heimatverein und getragen von fast allen Vereinen des Kirchspiels. Nach "Isselhorst unter Dampf und Rauch" (1994), "Isselhorst auf Rädern" (1996) und "Isselhorst unter Wasser" (1998) steht das Fest am 8. September 2002 unter dem Motto "Isselhorster Luft". Geboten werden Mitmach-Aktionen wie Klettertürme, Kistenklettern, Bike-Loop, High-Jump, ein Segelflug-Simulator, Hubschrauber-Rundflüge und eine Heißluft-Ballonfahrt zum Abschluss. Zugleich meldet die Redaktion das Ende des traditionsreichen Heimatabends in der Festhalle, der über 50 Jahre lang unter dem Begriff "Kulturabend" gepflegt wurde, aber keinen Trägerverein mehr fand.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 56 · September 2002
  • September 2002Gedenken an Hermann BettermannDer Nachruf erinnert an Hermann Bettermann, geboren am 15.12.1913 in Waltersdorf in Schlesien, gestorben am 29.05.2002 in Hollen im Kirchspiel Isselhorst. 1967 kam er mit seiner Familie an die Münsterlandstraße in Hollen und machte den gepachteten Hof zu einer blühenden Landwirtschaft. Seiner schlesischen Herkunft blieb er verbunden und übernahm lange Jahre bis zu seinem Tod den Vorsitz des Ortsvereins der Vertriebenen. Eine heimattreue Schlesierin streute ihm Erde aus Schlesien ins Grab; der Bund der Vertriebenen würdigt ihn als Leitfigur und das Kirchspiel als verlorene Legende.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 56 · September 2002
  • September 2002Fang den Dieb! - Wie die Jugendfeuerwehr Einbrecher stellteRüdiger Rokohl erzählt von einem Zeltlager der Jugendfeuerwehren des Kreises hinter dem Gerätehaus an der Niehorster Straße. Als die Betreuer sich abends bei Wirt Rolli Ortmeier ein Bier gönnten, ertönte plötzlich eine Klingel, und Ortmeier zog rund zehn selbstgebaute Gummiknüppel aus Kabelenden unter der Theke hervor. Die Klingel gehörte zu einer internen Alarmanlage zwischen dem Kaufhaus Dreesbeimdieke und der Gaststätte, denn die Leitung zur Polizei hatte man eingespart und stattdessen auf die Feuerwehr gesetzt. Ein knappes Dutzend knüppelschwingender Feuerwehrleute umringte am Hintereingang von Frenser zwei Einbrecher im grauen Kittel, die sofort kapitulierten; Brechwerkzeug und mehrere Stangen Zigaretten lagen bereits auf dem Boden.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 56 · September 2002
  • September 2002"Nicht belehren, sondern helfen" - Lehrer Jörg Grothus im RuhestandZum Ruhestand von Jörg Grothus erinnert sich sein früherer Schüler Reinhard Kniepkamp an dessen erste Klasse, das 3. Schuljahr 1962. Der 1939 in Nettelstedt geborene Grothus lebte zehn Jahre in Isselhorst, unterrichtete an der hiesigen Volksschule und war im TV Isselhorst als Handballer aktiv, bevor er 1972 an die Realschule Horn-Bad Meinberg wechselte, die er seit 1984 als Rektor prägte. In Erinnerung blieb seine Angewohnheit, schlafende Schüler mit gezielt geworfenen Kreidestückchen zu wecken - ein Talent, das seine Treffsicherheit im Handball erahnen ließ. Bei der Verabschiedung schenkten ihm die ehemaligen Isselhorster Schüler augenzwinkernd einen Beutel mit "Wurfkreide".
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 56 · September 2002
  • September 2002Plattdeutsch: "Wenn de Wiend iawer de Stoppelfailer geiht"Wilfried Hanneforth schildert in Isselhorster Platt, wie die Kinder früher aus einfachsten Mitteln ihr Spielzeug selbst bauten, denn Geld gab es dafür nicht. Im Juli und August, wenn die Felder abgemäht waren, bastelten sie aus Holzleisten, Bindfaden und Makulaturpapier ihre Drachen, klebten sie mit Kleister aus Mehl und Wasser und ließen sie an bis zu hundert Meter Schnur über den Stoppelfeldern steigen. Daneben entstanden Zwillen (Twialen) aus Astgabel und Gummiband sowie Luftpistolen (Kluderbüssen) aus Holunderholz, die mit Vogelbeeren als Munition geladen wurden. Ein angefügtes Wörterverzeichnis übersetzt die plattdeutschen Begriffe ins Hochdeutsche.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 56 · September 2002
  • September 2002Meine ersten Sprachschwierigkeiten in IsselhorstSiegfried Körner, als Thüringer nach Ostwestfalen zugezogen, berichtet von seinen Anfängen in der Molkerei Isselhorst, wo fast nur Plattdeutsch gesprochen wurde. Als Fritz Welpmann ankündigte, nach "Gütsel" zu fahren, verstand Körner den Ort nicht und riet auf "Gülzow" und "Nazareth" - bis man ihm erklärte, dass die frommen Isselhorster die Stadt Gütersloh scherzhaft Nazareth nannten. Auch die Ankündigung von "Blind-Huhn" zum Mittagessen verwirrte ihn, denn er erwartete ein notgeschlachtetes blindes Huhn statt des westfälischen Eintopfs aus Möhren, Bohnen und Kartoffeln. Ein drittes Missverständnis betraf das Wort "Rübenkraut", das im Westfälischen Sirup bedeutet, in seiner Heimat aber das abgeschnittene Kraut der Rüben.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 56 · September 2002
  • Dezember 2002Bäckermeister Jochen Glasenapp erhält den Goldenen MeisterbriefMitte Oktober 2002 wurde dem Isselhorster Bäckermeister Jochen Glasenapp der Goldene Meisterbrief überreicht, ein halbes Jahrhundert nach seiner Meisterprüfung. 1929 in Köslin in Pommern geboren, wurde er Anfang 1946 mit seiner Familie über die Oder vertrieben und kam über Berlin und Rietberg nach Ostwestfalen. In Gütersloh lernte und arbeitete er als Bäcker, übernahm 1954 mit seinem Vater den Betrieb an der Berliner Straße 100 und siedelte später in die Bäckerei Lütkemeier am Isselhorster Kirchplatz über. Neben dem Beruf blieb ihm zeitlebens die Segelfliegerei treu; er war Mitgründer des Luftsportvereins Gütersloh mit der Mitgliedsnummer 5. Heute führt sein Sohn Axel das Unternehmen mit sieben Filialen weiter.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 57 · Dezember 2002

Waltraud und Jochen Glasenapp

Waltraud und Jochen Glasenapp
Quelle: Der Isselhorster

  • Dezember 2002100 Jahre Schniedermann - vom Bauernmöbel zur ObjekteinrichtungDas Isselhorster Unternehmen W.+W. Schniedermann feierte am 2. Oktober 2002 sein hundertjähriges Bestehen. Wilhelm Schniedermann gründete 1902 mit seinem Bruder August eine Tischlerei, die zunächst Bauernmöbel in Handarbeit fertigte; 1950 wandelte sich der Betrieb zum Fachunternehmen für Apotheken-Einrichtungen. Heute führt in dritter Generation Wilhelm Schniedermann das Haus, während sein 93-jähriger Vater Werner noch fast täglich nach dem Rechten sieht. Die Firma richtete unzählige Apotheken im In- und Ausland ein, lieferte Medizinschränke für Hochseeschiffe und entwarf sogar eine Elektroabteilung für Harrods in London. Aktuelle Projekte sind ein Ärztehaus in Delbrück, die Volksbank Wiedenbrück und über 35 Apotheken in Moskau.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 57 · Dezember 2002
  • Dezember 2002Bundesverdienstkreuz für Hilde ReichardtRegierungspräsident Andreas Wiebe überreichte der 92-jährigen Isselhorsterin Hilde Reichardt am 16. Oktober 2002 das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse. Geehrt wurde damit ihr über 50-jähriger Einsatz im Bund der Vertriebenen. Die 1910 im pommerschen Regenwalde geborene Lehrerin war 1945 selbst vertrieben worden und kam am 28. Oktober jenes Jahres nach Isselhorst. Sie half zahlreichen Vertriebenen an günstige Baugrundstücke, organisierte Busfahrten und Begegnungen und war von 1952 bis 1970 Ratsmitglied in Isselhorst. Bei der Feierstunde im Gütersloher Haus der Begegnung zeigte sich die sonst so gefasste Dame sichtlich gerührt.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 57 · Dezember 2002
  • Dezember 2002Restaurierung des Hochkreuzes auf dem Isselhorster FriedhofDas Hochkreuz auf dem Friedhof an der Haller Straße erstrahlt seit einigen Wochen wieder in neuem Glanz. Der 1871 angelegte Friedhof erhielt 1873 in seiner Mitte dieses sechs Meter hohe Denkmal aus Teutoburger-Wald-Sandstein, dessen Kreuz allein 3,25 Meter misst. Im Sommer 2002 reinigte die Diplom-Restauratorin Margarete Schubert aus Telgte Kreuz und Sockel, befreite sie von Moos und Algen, verfestigte die Oberflächen und ergänzte Fehlstellen. Die Inschrift aus dem Johannesevangelium wurde farblich neu ausgelegt. Hochkreuz, Friedhofstor und die Lindenallee stehen inzwischen als Einheit in der Denkmalliste der Stadt Gütersloh.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 57 · Dezember 2002
  • Dezember 2002Backobst un Brootappel - eine plattdeutsche ErinnerungIn plattdeutscher Mundart erinnert sich der Autor an die winterlichen Leckereien seiner Kindheit. Im Herbst wurden Äpfel und Birnen geschält, entkernt, in Scheiben geschnitten und in der Sonne oder im Backofen getrocknet; auch Pflaumen kamen als dritte Frucht hinzu. Dieses Backobst, verfeinert mit Zitronenscheiben und Stangenzimt, war die Eichhörnchenwirtschaft für den langen Winter und wurde als Nachtisch oder zum Sonntagsbraten serviert. Ein besonderer Genuss war der Bratapfel, gefüllt mit Mandel, Zucker, Zimt und Rosinen, wenn draußen die Schneeflocken flogen und das Holz im Ofen prasselte. Ein zugehöriges Bratapfel-Rezept ist mit abgedruckt.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 57 · Dezember 2002
  • Dezember 2002Siegfried Körner erzählt vom Reitturnier in JöllenbeckSiegfried Körner erinnert an die Zeit vor der Währungsreform, als die Reiterei des Holler Reitervereins weithin bekannt war, unter anderem durch Helmut Welpmann und den berühmten Zwölferzug von Franz Heckewerth. An einem seiner seltenen freien Tage fuhr Körner als Musikant mit dem Tuckerbüel auf einem maigrün geschmückten Ziegelei-Anhänger zu einem Reitturnier auf dem Hof Lechtermann in Jöllenbeck. Auf der Rückfahrt brachen die Pedale des angelehnten Mopeds von Reitlehrer Emil Matejat ab, der die Heimfahrt fortan gebückt bewältigen musste. In Schildesche kehrte die fröhliche Gesellschaft in ein Tanzlokal ein und formierte sich zu einer Polonaise, der sich fast alle Gäste anschlossen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 57 · Dezember 2002

2003 – 2004

Vereine, Betriebe und Dorfgeschichten

  • Februar 2003Die Wassermühle Strothmann am Radrundweg R20An der Erikenstraße im Landschaftsschutzgebiet direkt am Radrundweg betreibt Familie Strothmann seit 1910 eine Wassermühle; bereits 1804 wurde an diesem Standort die erste Mühle mit Wasserkraft betrieben. Von den ursprünglichen Gebäuden ist nichts mehr erhalten, weil die Bausubstanz veraltet war, weshalb Willi Strothmann die Mühle 1993 neu aufbaute. Die Wasserkraft allein reicht zum Kornmahlen nicht mehr aus, sodass zusätzlich Strom nötig ist. Willi Strothmann stellt in Handarbeit Roggenmehl nach Kundenwunsch her, vom Schrot bis zum feinen Mehl, und liefert es persönlich mit dem Silofahrzeug an die umliegenden Bäckereien.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 58 · Februar 2003

Die Wassermühle Strothmann im winterlichen Kleid

Die Wassermühle Strothmann im winterlichen Kleid
Quelle: Der Isselhorster

  • Februar 2003Mit dem Heimatverein zur Schlittenausstellung nach BielefeldAm 18. Januar fuhren 18 Heimatfreunde zur Schlittenausstellung in die Ravensberger Spinnerei nach Bielefeld. Der leidenschaftliche Sammler Horst August Bollweg zeigte dort seine Sammlung von über 160 alten Schlitten, vom Rodel- und Puppenschlitten bis zum eleganten Ausfahrschlitten, kunstvoll in winterliche Landschaften eingebettet. Zu jedem Stück wusste Bollweg eine Geschichte zu erzählen, etwa vom Transportschlitten für Munition vor Moskau aus dem letzten Krieg oder vom kleinen Ausfahrschlitten aus Innsbruck. Zum Abschluss besuchte die Gruppe noch die Galerie beim WDR mit der Puppenausstellung der Künstlerin Frau Selje.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 58 · Februar 2003

Historischer Schlitten der Sammlung Bollweg in winterlicher Kulisse

Historischer Schlitten der Sammlung Bollweg in winterlicher Kulisse
Quelle: Der Isselhorster

  • Februar 2003Eiserner Meisterbrief für Fleischermeister Otto HarkDer 90-jährige Isselhorster Fleischermeister Otto Hark erhielt Mitte Dezember von der Handwerkskammer Bielefeld den seltenen Eisernen Meisterbrief für 65 Jahre Meisteranerkennung. Geboren am 30. Juni 1912, lernte er in der Gütersloher Fleischerei Kniepkamp, legte 1937 die Meisterprüfung ab und geriet nach langem Kriegseinsatz kurz vor Kriegsende in Schlesien in dreieinhalbjährige russische Gefangenschaft, aus der er erst am 23. Dezember 1948 nach Isselhorst zurückkehrte. 1952 wagte er mit seiner Frau Hanna den Schritt in die Selbstständigkeit und übernahm die Fleischerei Deppe an der Niehorster Straße, die im Wirtschaftswunder prächtig florierte. Über sein Geschäft hinaus war Hark in zahlreichen Vereinen aktiv und wurde vielfach ausgezeichnet.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 58 · Februar 2003
  • Februar 2003Ouse Ludderwald - eine plattdeutsche KindheitserinnerungIn plattdeutscher Erzählung erinnert sich Wilfried Hanneforth an den Ludderwald seiner Kindheit, den er richtig kennenlernte, als er zur Schule kam und mit Vetter Fritz durchs Holz streifte. Wahrzeichen war die Dicke Buche, ein wohl 300 bis 400 Jahre alter Baum, in dessen Rinde die Kinder ihre Anfangsbuchstaben schnitzten, bis der Baum vor einigen Jahren durch einen kräftigen Sturm den Rest gab. An der aufgestauten Ludder bei Mumperows Mühle lernte er das Schwimmen; im Kriegswinter 1943/44 war das Wasser vor dem Stau zugefroren und die Kinder liefen dort Schlittschuh. Später brachte in den 1950er Jahren die Verschmutzung durch die Betriebe das Ende dieses Refugiums.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 58 · Februar 2003
  • Februar 2003Ein Fahrrad in der Nachkriegszeit - Siegfried Körner erzähltSiegfried Körner berichtet, wie knapp nach dem Zweiten Weltkrieg alles war, besonders Fahrräder, die viele aus alten Teilen zu abenteuerlichen Vehikeln zusammenbauten, teils mit Hartgummibereifung oder Spiralfedern auf den Felgen. Untergebracht in der Molkerei Isselhorst, bekam er ein altes Damenfahrrad mit Hartgummireifen und stürzte damit am Ummelner Knapp über die Lenker in tiefe Schlaglöcher der zerstörten B61. Die Osnabrücker Landstraße war streckenweise reine Sandwüste, sodass er das Rad oft schieben musste. Anschaulich schildert er auch, wie Isselhorster damals von den langsam fahrenden Güterzügen Kohle herunterwarfen, sodass das Schlagwort Kohlenklau geht um die Runde machte.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 58 · Februar 2003
  • Februar 2003Ein sprechender Stein auf dem neuen RasengrabfeldDas neue Rasengrabfeld auf dem Isselhorster Friedhof findet große Akzeptanz und hat am Totensonntag seine Mitte bekommen: eine Stele des Kasseler Bildhauers Friedrich Pohl, die als hochrangiges Kunstwerk für die Region gilt. In den Sandstein ist ein Relief gemeißelt, das eine Szene aus dem Traum des Jakob zeigt, mit einem Engel im Zentrum und Jakob unten rechts schlafend auf seiner Flucht. Ein Kreis als Symbol der Ewigkeit wird durch Kreuz und die Figur des gekreuzigten Christus näher gekennzeichnet. Ergänzend fügte der Bildhauer ein Wort aus der Offenbarung hinzu: Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen und der Tod wird nicht mehr sein.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 58 · Februar 2003
  • April 2003Bahn-Fahrrad-Route "Hellweg-Weser" in Isselhorst eröffnetAm 6. April 2003 fand auf dem Isselhorster Kirchplatz die zentrale Auftakteröffnung der neuen Bahn-Fahrrad-Route "Hellweg-Weser" statt. Die 275 Kilometer lange Strecke führt von der Bördestadt Soest über den Kreis Gütersloh bis nach Bad Pyrmont-Hameln und verläuft mitten durch Isselhorst, erkennbar an den vielen roten Schildern im Dorf. Der Verkehrsverbund OWL rechnet über die Sommermonate mit mehr als 80.000 Radlern, von denen etliche in Isselhorst Einkehr halten werden. Den Startschuss gaben Landrat Sven-Georg Adenauer, Bürgermeisterin Maria Unger, Heike Kunter vom Zweckverband VVOWL und Gerhard Kitzig als Vorsitzender der Werbegemeinschaft.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 59 · April 2003

Eröffnung des Radwege-Netzes auf dem Kirchplatz

Eröffnung des Radwege-Netzes auf dem Kirchplatz
Quelle: Der Isselhorster

  • April 2003Plattdeutsch: Beide Enkelkinder im SpringbrunnenIn einer plattdeutschen Geschichte erzählt Wilfried Hanneforth vom Besuch seiner Enkelkinder Jorit und Pia von der Dieselstraße, die im Garten beim Unkrautjäten helfen wollen. Beim Betrachten der Blumen am Springbrunnen fällt die kleine Pia in voller Montur ins Wasser; der Brunnen ist keinen halben Meter tief, doch das Mädchen ist pudelnass und weint fürchterlich, während der Bruder Jorit über die Schwester lacht. Kurz darauf fällt auch Jorit hinein und liegt wie zuvor seine Schwester im Wasser. Als die Eltern die Kinder abholen, rufen beide aus vollem Halse, sie seien gemeinsam in den Springbrunnen gefallen, und Großvater Hanneforth kommentiert trocken, die beiden hätten sich die Fische von unten angeschaut.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 59 · April 2003
  • April 2003ProChrist 2003: Zweifel und Staunen in IsselhorstRote Transparente mit dem Slogan "UNGLAUBLICH" und der Aufschrift ProChrist 2003 hingen im Dorf und ließen manche Bürger eine Sekte vermuten. Dahinter stand jedoch ein Zusammenschluss evangelischer Christen: die Ev. Kirchengemeinde Isselhorst, der CVJM, die Landeskirchliche Gemeinschaft und die Freie Ev. Gemeinde Avenwedde. ProChrist war eine per Satellit vernetzte Veranstaltung, die im Abstand von zwei bis drei Jahren viele hundert Orte in Deutschland und Europa verbindet; die Live-Übertragung kam aus der Grugahalle in Essen. An acht Abenden füllten sich die Räume in der Brennerei Elmendorf mit durchschnittlich rund 90 Besuchern, im Mittelpunkt stand jeweils ein Vortrag von Pfarrer Ulrich Parzany, dem Generalsekretär des CVJM Deutschland.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 59 · April 2003
  • April 2003Jahreshauptversammlung des Heimatvereins IsselhorstAm 20. Februar 2003 trafen sich die Mitglieder des Heimatvereins Isselhorst e.V. traditionsgemäß zum Grünkohlessen bei Rolf Ortmeyer im Gasthof "Zur Linde"; von 186 Mitgliedern waren 62 gekommen. Vorsitzender Wilfried Hanneforth berichtete, dass alle 14 geplanten Aktivitäten des Jahres 2002 durchgeführt wurden, darunter die Feier zum 325-jährigen Bestehen der Gastwirtschaft "Zur Linde", zu der der Verein eine Festschrift herausgab. Kassenwart F.W. Helling meldete dank Beiträgen, Spenden und einer Erbschaft ausreichende Reserven. Bei den Wahlen gab es Veränderungen: Der bisherige 2. Vorsitzende Karl Piepenbrock trat wegen Arbeitsüberlastung zurück, an seine Stelle wurde einstimmig Ortsheimatpfleger Dietmar Schneider gewählt.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 59 · April 2003
  • April 200375 Jahre Familienverband Dopheide - Wurzeln in NiehorstDer 1928 gegründete Familienverband Dopheide e.V. mit Sitz in Bielefeld feiert 2003 sein 75-jähriges Bestehen und fühlt sich Isselhorst besonders verbunden. 1535 siedelte auf Niehorst der als Religionsflüchtling aus Frankreich gekommene Jean d'Oppede, der unter dem eingedeutschten Namen Johann Dopheide eine Familie gründete und so zum Stammvater einer der ersten Refugié-Familien in Deutschland wurde. Zum Jubiläum gaben Theodor Dopheide aus Münster und der Vorsitzende Rolf Dopheide aus Steinhagen eine völlig neu gefasste Namens- und Familiengeschichte heraus, die beim Frühjahrstreffen im Bauernhauscafé "Unnern Äiken" vorgestellt wurde. Die Festveranstaltung zum Verbandsjubiläum soll im September 2003 in der historischen Gaststätte "Zur Linde" stattfinden.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 59 · April 2003
  • April 2003Ein seltener Fund: Faustkeil auf der Isselhorster BredeAuf der Isselhorster Brede, dem ältesten Acker des Dorfes, entstand in den letzten Jahren ein Neubaugebiet, bei dessen Erdarbeiten ein Anwohner in einer Karre Sand einen seltsam geformten Stein entdeckte, der sich als steinzeitlicher Faustkeil erwies. Die Brede gab dem Dorf vermutlich seinen Namen, denn "Horst" bezeichnet eine bewachsene Anhöhe und "isle" deutet auf Wasserreichtum hin - die hochgelegene, trockene Fläche hob sich aus dem sumpfigen, vom Reiherbach und der Lutter durchzogenen Umland hervor. Der Meyerhof nutzte die Brede wohl seit jeher; um das Jahr 1050 ist der Hof als "Lanzo" in "Gislahurst" in der Freckenhorster Heberolle verzeichnet, sodass der Acker seit mindestens 950 Jahren bestellt wird. Der Faustkeil weist jedoch auf eine noch weit ältere, mehrere tausend Jahre zurückliegende Steinzeitsiedlung hin, was auch die dort früher gefundenen, nicht bodenständigen Feuersteine stützen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 59 · April 2003
  • Juni 2003Ein Wandgemälde in der Bäckerei Olsson - der Maler Stefan KnustWer in der Bäckerei Olsson an der Steinhagener Straße einkauft, dem fällt das große bunte Wandgemälde auf, das Isselhorst mit der Kirche als Mittelpunkt zeigt, ohne originalgetreue Wiedergabe. Geschaffen hat es der 42-jährige Stefan Knust, der in Bielefeld unter dem Logo 'Victor Design' arbeitet und an der Fachhochschule für Gestaltung Grafik-Design mit dem Schwerpunkt Wandmalerei studierte sowie ein Jahr als Theatermaler tätig war. Bemerkenswert ist, dass er in Zeiten von Grafikprogrammen und Projektionsgeräten seine Bilder in extremer Größe aus freier Hand mit dem Pinsel an die Wand malt, ähnlich den früheren Kinoplakatmalern. Er verarbeitet lösungsmittelfreie, lichtechte Acrylfarben und fertigt neben Wandgemälden auch ganze Werbe- und Kunstkonzepte, vom römischen Bad bis zur englischen Feuerstelle.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 60 · Juni 2003
  • Juni 200375 Jahre im Posaunenchor - Ernst Imkamp erzählt, wie er zum Blasen kamAm 22. April 2003 feierte der ehemalige Chorleiter Ernst Imkamp seinen Geburtstag, verbunden mit einem seltenen Jubiläum: Er war in diesem Jahr 75 Jahre Mitglied im evangelischen Posaunenchor. In einem 1968 verfassten Aufsatz schildert er, wie ihn 1928 sein Mieter Hugo Sohn zum Blasen brachte und wie er an einem Silvesterabend nach einem abgesprochenen Zwischenruf der Bläser spontan aufstand und das Schubert-'Heilig' selbst dirigierte. So wurde er zum Chorleiter, ein Amt, das er 55 Jahre ausübte und für das er unter anderem mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wurde. Rund 20 Bläserinnen und Bläser brachten ihm zum Geburtstag ein Ständchen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 60 · Juni 2003
  • Juni 2003Herz, stirb oder singe! - Isselhorst hat eine neue KantorinSeit dem 1. Mai hat die evangelische Kirchengemeinde eine neue Kantorin: Birke Giesenbauer, frisch gebackene Absolventin der Hochschule für Kirchenmusik in Herford, tritt nach einem dreiviertel Jahr Vakanz die Nachfolge des Ehepaars Bauer an. In Regensburg geboren und bei Hannover aufgewachsen, brachte sie trotz jungen Alters bereits Erfahrung mit, etwa als Organistin in Löhne und durch die Leitung von Kirchen- und Posaunenchor in Herford-Schwarzenmoor. Ihr Debüt gibt sie mit Kantorei und Jugendkantorei sowie dem Dissener Gospelchor am 6. Juli in der Kirche. Ihr Grundzug ist, dass Kirchenmusik fröhlich sein soll; für jede Altersgruppe von den Fünfjährigen bis zur Kantorei hält sie ein Chorangebot offen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 60 · Juni 2003

Porträtfoto der neuen Kantorin Birke Giesenbauer

Porträtfoto der neuen Kantorin Birke Giesenbauer
Quelle: Der Isselhorster

  • Juni 2003Wenn Isselhorster Isselhorster treffenAm 17. Mai 2003 reiste eine Delegation des Heimatvereins unter Vorsitzendem Wilfried Hanneforth nach Brünen bei Wesel am Niederrhein, wo etwa neunzig Menschen mit dem Familiennamen Isselhorst zu einem großen Familientreffen zusammenkamen. Angereist waren Familien aus der Region Niederrhein, aber auch aus Stuttgart, Kiel, Brandenburg und Einbeck; der jüngste Teilnehmer war rund vier, der älteste fünfundneunzig Jahre alt. Die Kontakte waren beim 950-jährigen Jubiläum des Kirchspiels im Jahr 2000 entstanden. Wilfried Franz Isselhorst aus Moers stellte fortgeschriebene Stammbäume in sechs Familienlinien auf sechs großen DIN-A0-Blättern vor. Der Name taucht im Raum Brünen erstmals um 1695 auf und geht vermutlich auf einen Hof an der Issel zurück, wobei 'Horst' ein aufgeschwemmtes, höher gelegenes Gelände bezeichnet.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 60 · Juni 2003
  • Juni 2003Mit dem Holzvergaserauto für die Molkerei IsselhorstSiegfried Körner erinnert sich an die Nachkriegszeit, als Benzin rationiert war und fast nur Fahrzeuge mit Holzvergaserantrieb fuhren, deren Buchenholz im Heizofen ständig gerüttelt werden musste. Die Erzeugnisse der Isselhorster Molkerei lieferte Besitzer Paul Welpmann mit einem alten Opel Super 6 nach Brackwede, Bielefeld und Gütersloh, während die Molkereiarbeit schon um 3:30 Uhr begann. Körners Aufgabe war unter anderem, das frische, feuchte Tankholz sonntags in den acht Backöfen der benachbarten Pumpernickelbäckerei Jacke zu trocknen. Einmal versäumte er beim Umtrunk in der Gaststätte Upmann den Zeitpunkt der Entnahme: Die Backstube stand plötzlich unter beißendem Rauch, das Holz begann bereits zu glimmen, und erst die von Chefin Herta Jacke geweckten Bäcker halfen ihm, die Öfen zu räumen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 60 · Juni 2003
  • Juni 2003Ouse Ponny häw us vial Spooß maket - eine plattdeutsche ErinnerungIn plattdeutscher Mundart erzählt Wilfried Hanneforth, wie seine Familie 1970 zu einem Pony kam, als er beim Bauern Gustav Sötebier am Göwertweg arbeitete. Nach langer Debatte über Pflege und den fehlenden Stall ging er zum ersten Mal in seinem Leben auf einen Pferdehandel; Zimmermeister Richard Pohlücke baute den Stall, dessen Fundament die Familie selbst goss und den die Kinder mit Freunden ausbauten. Die beiden ältesten Jungen versorgten das Pony namens Peter abwechselnd wochenweise. Dreizehn Jahre lang blieb Peter bei der Familie und wieherte jedes Mal, wenn er das Geräusch von Hanneforths Auto erkannte. Ein angehängtes Glossar übersetzt die plattdeutschen Begriffe ins Hochdeutsche.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 60 · Juni 2003
  • August 2003Reinhard Kottmanns Dahlien-Paradies am TuxhornwegFür Reinhard Kottmann ist die Dahlie die schönste aller Blumen. Bereits als 15-Jähriger begann sein Interesse, als er seiner Mutter die Gartenarbeit abnahm und die Knollen ein- und auspflanzte. In seinem Garten am Tuxhornweg 9 blühen jeden Sommer 380 Dahlien in 70 verschiedenen Sorten, was täglich 3.000 bis 4.000 Blüten ergibt. Durch das Teilen der Knollen ist es ihm gelungen, eine ganz alte Sorte aus dem elterlichen Garten zu erhalten. Ein Blick über den Gartenzaun lohnt sich und lässt diese blühende Leidenschaft verstehen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 61 · August 2003
  • August 200350 Jahre Autohaus Bresch an der Steinhagener StraßeMitte August 2003 feierte die Firma Renault-Bresch ihr 50-jähriges Firmenjubiläum. Gegründet wurde sie 1953 von Kfz-Meister Gotthold Bresch, dessen erste Werkstatt sich in dem schmalen Gebäude neben der Gaststätte Ortmeyer am Kirchplatz befand. Die aus Schlesien vertriebene Familie war 1946 nach Isselhorst gekommen. 1964 übernahm man die Vertretung einer Automarke, 1968 entstand das neue Betriebsgebäude an der Steinhagener Straße. Nach dem Tod des Gründers 1982 führen die Kinder Roland, Karin und Jürgen Bresch den Betrieb weiter.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 61 · August 2003
  • August 2003Wieder Unterricht in der Alten SchuleWegen des zweiten Schritts der Sanierung der Grundschule Isselhorst musste ein Raum geräumt werden. Deshalb zog die Klasse 1a mit ihrer Lehrerin Jutta Hermann am 12. Mai für einige Wochen in einen Raum des Jugendtreffs in der Alten Schule an der Haller Straße. Kinderlachen, Seilspringen und ein provisorisch abgeteilter Schulhof mitten im Dorf ließen viele Dorfbewohner staunen. Anfang Juli konnten die Erstklässler in ihren fertig sanierten Raum zurückkehren. Nach den Sommerferien nutzte die Randstundenbetreuung den Raum für etwa ein Jahr.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 61 · August 2003
  • August 2003Siegfried Körner über die Gaststätte Zur LindeDie Gaststätte Zur Linde ist die älteste Gaststätte von Isselhorst und liegt seit etwa 1850 in den Händen der Familie Ortmeyer. Das Restaurantgebäude wurde im echten westfälischen Baustil mit einer großen Deele errichtet; innerhalb der Deele befanden sich früher Theke, Verkaufsstand für Lebensmittel und Hausratsgegenstände. Vor dem Eingang stehen die alten Lindenbäume, die den Namen prägten. Schulkinder hängten oft morgens ihre leeren Taschen an die Klinke der Deelentür, um nach Schulschluss frisches Brot aus der eigenen Bäckerei mitzunehmen. In der Nachbarschaft lagen die Schnapsbrennerei Elmendorf und das Kaufhaus Dreesbeimdieke.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 61 · August 2003
  • August 2003Neue Postregelung für IsselhorstMitte Mai reduzierte die Deutsche Post die Öffnungszeiten ihrer Isselhorster Filiale drastisch, bald wurde die geplante Umwandlung in einen reinen Agenturbetrieb bekannt. Die Werbegemeinschaft protestierte massiv und verwies darauf, dass ein Ortsteil mit über 6.000 Bewohnern und rund 200 Unternehmen eine funktionierende Post braucht. Als Lösung übernahm Karin Hillenkötter ab dem 7. Oktober die Postagentur und zog mit ihrem Schreib- und Lottogeschäft in die bisherigen Posträume ein. Nach der Übernahme galten deutlich verbesserte Öffnungszeiten von 8 bis 13 und 14.30 bis 18 Uhr.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 61 · August 2003
  • August 2003Was macht ein Schaf im DorfAm Sonntag, dem 1. Juni 2003, spazierte ein herrenloses Schaf mitten durchs Dorf. Mutter Ortmeyer entdeckte das Tier auf dem Kirchplatz und alarmierte ihren Sohn Rolf. Nach einer verwirrten Verfolgungsjagd über Haller Straße und Spielplatz wurde Feuerwehrmann U. Poggenklaß gerufen, der das Schaf schließlich mit einem Hechtsprung in Rolf Ortmeyers Garten fing. Da die Polizei keinen Eigentümer ermitteln konnte, lebt das Tier seither in Poggenklaß' Herde weiter.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 61 · August 2003
  • Oktober 2003Isselhorster Bürger wählten ihren EselEine alte Legende besagt, dass ein mit Steinen bepackter Esel dort niederging, wo die Isselhorster Kirche gebaut werden sollte. In Anlehnung an diese Sage soll nun ein Esel-Denkmal aus Bronze in Kirchennähe errichtet werden. Am Tag des Denkmals, dem 14. September, stellten die Bildhauer Bruno Aulenkamp aus Avenwedde und Olaf Jung aus Marienfeld ihre Modelle am Meierhof Mumperow vor. Einige hundert Interessierte stimmten per Stimmkarte ab; den meisten Zuspruch erfuhr der Entwurf von Olaf Jung. Der Heimatverein sammelt nun Spenden zur Finanzierung.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 62 · Oktober 2003
  • Oktober 2003Tischlerei Meibrink - Unternehmensnachfolge gesichertBodo Meibrink ist es gelungen, den 33-jährigen Tischlermeister Thomas Schweinhirt aus Gütersloh mehrheitlich an seiner Firma zu beteiligen und so die Fortführung des Betriebes in Hollen zu sichern. Die Tischlerei wurde 1930 von Wilhelm Meibrink in der elterlichen Scheune gegründet; 1950/51 entstand die erste Werkstatt, die heute rund 1.000 qm umfasst. Der Betrieb fertigt Fenster, Haustüren und Deelentore, auch für denkmalgeschützte Gebäude, und führt zudem Bestattungen durch. Schweinhirt war seit 1991 als Geselle bei Meibrink beschäftigt und übernahm ab 2003 die laufenden Geschäfte.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 62 · Oktober 2003
  • Oktober 2003Tagesfahrt des Heimatvereins nach EssenAm 26. August 2003 fuhr der Heimatverein nach Essen, um Bergbau und Industrie kennenzulernen. Erste Station war die Zeche Zollverein, Schacht 12, wo ein Kenner des Ruhrgebiets fast drei Stunden durch die 1986 stillgelegte, 2001 zum Weltkulturerbe erklärte Anlage führte. Von der Plattform des höchsten Gebäudes sah man die Arena Auf Schalke und die Skyline von Essen. Am Nachmittag folgte die Führung durch die Villa Hügel, die Kruppvilla am Baldeneysee. Gegen halb acht Uhr traf die Gruppe wieder wohlbehalten in Isselhorst ein.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 62 · Oktober 2003
  • Oktober 2003Der Wunderdoktor Fritken IborgIn seiner Erzählung über die Führerscheinprüfung nach der Währungsreform berichtet Siegfried Körner vom Isselhorster Wunderdoktor Fritken Iborg, der im Obergeschoss des Hauses Kampmann wohnte. Iborg behandelte Patienten mit magnetischen Kräften, indem er mit gefühligen Fingerbewegungen kurz über der Haut seine Heilkräfte einfließen ließ. Er war im Kirchspiel ein bekannter Helfer bei Krankheiten und spürte mit seiner Wünschelrute Wasseradern unter Isselhorster Wohnungen auf. Als ähnlicher Helfer auf tierischem Gebiet wirkte Wilhelm Schröder, in Isselhorst als Kuhdoktor bekannt.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 62 · Oktober 2003
  • Oktober 2003Geflügel- und Gartenbauausstellung in der FesthalleAm 11. und 12. Oktober zeigte der Geflügelzucht- und Gartenbauverein Isselhorst seine alljährliche Ausstellung in der Festhalle. Rund 400 Tiere waren zu sehen: Hühner, Zwerghühner, Tauben, Gänse, Puten und Enten, darunter auch Rassen, die in Deutschland bereits auf der Roten Liste stehen. Die Jugendgruppe, die im Vorjahr ihr 50-jähriges Jubiläum feierte, wartete mit einer eigenen Abteilung auf. Neben dem Geflügel wurden Obst-, Gemüse- und Feldfruchtsorten gezeigt, besonders viele alte Apfelsorten. Die Bürgermeisterin eröffnete die Schau am 11. Oktober um 17.30 Uhr.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 62 · Oktober 2003
  • Dezember 2003Ensemble 23-12 feiert 20. WeihnachtskonzertAm 23. Dezember fand in Isselhorst zum 20. Mal das Weihnachtskonzert mit dem Ensemble 23-12 statt. Die zehn Blechbläser, ursprünglich alle aus der Region, haben diesen Vorweihnachtsabend zu einer nicht mehr wegzudenkenden Tradition werden lassen. Um der weit über die Kapazität der Isselhorster Kirche hinausgehenden Zahl an Freunden gerecht zu werden, bot das Ensemble drei Konzerte an: am 20. Dezember in Eckardsheim, am 21. Dezember in Bad Lippspringe und am 23. Dezember in Isselhorst. Zum Jubiläum erschien auch die Weihnachts-CD Sternstunde.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 63 · Dezember 2003
  • Dezember 2003Isselhorst bekommt seinen bronzenen EselNach langem Anlauf ist es beschlossene Sache: Isselhorst bekommt seinen Esel. Das Volk hatte gewählt, und der Heimatverein übernahm die Verantwortung für die Errichtung des bronzenen Esels. Grundlage ist die Sage, wonach sich ein mit Steinen bepackter Esel erschöpft auf dem späteren Kirchplatz niederließ. Damit das Denkmal seinen Platz finden kann, braucht es noch viel Geld; auf dem Weihnachtsmarkt drehte sich beim Heimatverein alles um den Esel. Als Hauptgewinn der Verlosung winkte eine Woche Urlaub in Grafenau im Bayerischen Wald.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 63 · Dezember 2003
  • Dezember 200310 Jahre DRK-SeniorenhofAm 1. November feierte die DRK-Betreuungsstätte Seniorenhof ihr 10-jähriges Bestehen; Ruth Kleemann am Klavier und Helmut Koch mit seiner Trompete boten das Rahmenprogramm. Im November 1993 öffnete der Seniorenhof mit nur fünf Besuchern an zwei Wochentagen. Inhalt der Betreuung ist eine aktivierende Pflege mit Spaziergängen durchs Dorf, Singen, Sitztänzen sowie Bewegungs- und Gedächtnisspielen. Inzwischen ist der Seniorenhof an fünf Tagen geöffnet, die Zahl der Besucher hat sich vervierfacht. Alle Helfer arbeiten ehrenamtlich als Rote-Kreuz-Kräfte.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 63 · Dezember 2003
  • Dezember 2003Die Hausnummer - Erinnerung und SicherheitRüdiger Rokohl von der Freiwilligen Feuerwehr erinnert daran, dass er als Kind in Isselhorst Nr. 368 wohnte, an einem ungeteerten Feldweg ohne Namen. Die Häuser wurden damals fortlaufend durchnummeriert, wie sie gebaut wurden, sodass zwei Häuser weiter die Nummer 484 entstand. Fremde Autofahrer mussten spielende Kinder nach dem Weg fragen. Heute hat jede Straße einen Namen, doch bei der Gestaltung der Hausnummern sind der Kreativität keine Grenzen gesetzt. Der Beitrag mahnt, die Hausnummer klar und deutlich lesbar anzubringen, damit Feuerwehr und Rettungsdienst im Notfall schnell finden.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 63 · Dezember 2003
  • Dezember 2003Landfrauen-Basar fördert Projekt Nkwenda in TansaniaSeit 1980 bestreiten die Isselhorster Landfrauen zusammen mit den Kirchengemeinden einen großen Basar zugunsten von Dritte-Welt-Projekten. Gisela Niedergassel berichtet vor allem über das Jugendausbildungszentrum Nkwenda in Tansania, westlich des Viktoriasees. Sie lernte den Leiter Diakon Obadiah Mukuta 1984 auf einer Studienfahrt kennen; 1988 wurde das Zentrum gegründet und wuchs stetig. Rund 50 Jugendliche werden dort im Nähen, in Hauswirtschaft, Landwirtschaft und im Tischlerhandwerk ausgebildet und erhalten nach zwei Jahren eine Nähmaschine, eine Ziege oder Tischlerwerkzeug als Starthilfe. 1998 erhielt Nkwenda den Förderpreis der Evangelischen Kirche von Westfalen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 63 · Dezember 2003
  • Februar 200410 Jahre Diakoniestation in IsselhorstDie Diakoniestation Isselhorst besteht seit zehn Jahren und betreut inzwischen rund 70 kranke und alte Menschen mit 23 Mitarbeitenden, sieben Tage die Woche. Sie bietet qualitätsbezogene, aktivierende Pflege sowie medizinische Behandlungspflege wie Katheter-Versorgung, Infusionen und Verbandwechsel. Die Räume liegen am Isselhorster Kirchplatz 13, dem roten Backsteingebäude links neben der Bäckerei Glasenapp. Gegründet wurde die Station am 1. Januar 1994; zuvor hatten über viele Jahrzehnte Diakonissen aus Bethel, unter ihnen die unvergessene Schwester Irma, die Gemeindeschwesternstelle besetzt.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 64 · Februar 2004
  • Februar 2004Volksbank-Heft: Isselhorst als Zankapfel von Grafen und BischöfenIn der ersten Dezemberwoche stellte die Volksbank Gütersloh in der Gaststätte Ortmeyer die 11. Ausgabe ihrer heimatkundlichen Beiträge vor, die sich der Geschichte des Kirchspiels Isselhorst widmet. Unter dem Titel Isselhorst als Zankapfel von Grafen und Bischöfen hatte Renate Plöger ihre Geschichtskenntnisse zu Papier gebracht. Auf 56 bebilderten Seiten schildert sie die Spannungen zwischen den Bischöfen von Münster, Osnabrück und Paderborn und den Grafen von Ravensberg und Rietberg. Bankdirektor Reinhold Frieling dankte der Autorin für die aufwändige Recherchearbeit in den Archiven; die Auflage betrug 1.250 Exemplare.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 64 · Februar 2004
  • Februar 2004Nachruf auf Heinrich Stempel, Urgestein des DorfesEnde Oktober starb einen Tag vor seinem 76. Geburtstag Heinrich Stempel, ein Urgestein des Dorfes. Über 33 Jahre war er der praktische Mann vor Ort für alle technischen Dinge, zunächst für die Gemeinde Isselhorst, nach der Neuordnung 1970 für die Stadt Gütersloh. Als 17-Jähriger zum Militär eingezogen, geriet er als Kindersoldat in die letzten Kriegstage und schlug sich nach Gütersloh durch. Über den Hof Piepenbrock kam er nach Isselhorst, heiratete 1949 seine Frau Frieda und bewirtschaftete eine kleine Hofstelle. Bis zur Pensionierung leitete er die Außenstelle des Bauhofes in Isselhorst; eine große Passion war die Zucht und Ausbildung von Hunden.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 64 · Februar 2004
  • Februar 200425 Jahre Vorsitzende der Landfrauen - Gisela NiedergasselGisela Niedergassel wurde am 27. November 1978 zur Vorsitzenden der Isselhorster Landfrauen gewählt, nachdem sie zuvor wegen der Zugehörigkeit von Holtkamp und Hambrinkerheide zu Bielefeld erst durch eine Unterschriftenliste dem Isselhorster Verein zugeordnet werden musste. Damals zählte der Verband 104 Mitglieder. Unter ihrer Leitung wurde der Basar ins Leben gerufen, Koch- und Backbücher wurden gedruckt. Ab 1990 bildete sie mit Edith Schwengelbeck ein unschlagbares Team, und der Verband wuchs auf rund 300 Mitglieder. Bei den Wahlen 2002 trat sie einen Schritt auf die zweite Vorsitzende zurück.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 64 · Februar 2004
  • Februar 2004Kriegstagebuch von Hermann Ludwig BentlageWilfried Hanneforth gibt den Lebenslauf von Hermann Ludwig Bentlage wieder, den dieser 1915/16 in einem Seuchenlazarett in Kowno in Russland aufschrieb. Bentlage wurde am 31. Juli 1891 in der Gemeinde Hollen geboren, besuchte die Volksschule Hollen, wurde in der evangelischen Kirche Isselhorst konfirmiert und arbeitete bei der Firma Elmendorf, bevor er zur Preußischen Eisenbahn kam. Am 1. November 1914 heiratete er in Isselhorst Hulda Schomann. 1915 als Hilfsschaffner nach Russland kommandiert, erkrankte er an Typhus; nach der Genesung kam er an die Front und fiel bald mit 25 Jahren. Sein einziger Sohn Willi Bentlage war viele Jahre Vorsitzender des Isselhorster Gesangvereins.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 64 · Februar 2004
  • Februar 2004Fledermäuse ausgesägt - Versteck gerettetBeim Fällen eines Baumes färbte sich vor gut einem Jahr das Sägeblatt von Markus Hellweg aus Hollen plötzlich rot: Er hatte eine nicht erkennbare Baumhöhle durchgeschnitten, in der Fledermäuse schliefen. Drei Tiere starben, vier flogen davon. Das tat ihm so leid, dass er Kontakt zu einer Fledermaus-Pflegestation aufnahm. Auf Rat von Rene Reifenrath vom Arbeitskreis Fledermäuse Ostwestfalen-Lippe baute Hellweg aus dem Stammstück mit der Baumhöhle einen großen Fledermauskasten, den die Fledermausfreunde gemeinsam aufhängten. Im Kreis Gütersloh sind bislang 15 Fledermausarten entdeckt worden.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 64 · Februar 2004
  • April 2004Osterfeuer vor der Währungsreform 1948Siegfried Körner erzählt von einem Osterfeuer 1948 auf dem sandigen Gelände des Bauern Wilhelm Siekmann hinter dem Garten von Paul Welpmann. Franz Obeloer, genannt Pregenhom, hatte mit seinem Pferdegespann das vom Wintersturm 1947/48 abgeworfene morsche Holz von den Höfen der Milchlieferanten zusammengeholt. Der fertige Holzstapel war mindestens fünf Meter hoch. Am ersten Osterfeiertag zündete Paul Welpmann das Feuer an, und als es zur Hälfte abgebrannt war, wurden 15 bis 20 alte Autoreifen der Pumpernickelfabrik Jacke aufgeworfen. Die feuchtfröhliche Nacht dauerte fast bis zum Morgen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 65 · April 2004
  • April 2004Vaters Metasequoia - ein ErinnerungsbaumIngeborg Elmendorf erzählt von einem Urwald-Mammutbaum (Metasequoia) aus dem elterlichen Garten in Isselhorst. Ihr Vater, Mitglied der Deutschen Dendrologischen Gesellschaft, zog um 1962 aus Stecklingen fünf Bäume, erlebte deren Wanderung aber nicht mehr, da er 1964 starb. Zwei blieben in Isselhorst, einer wanderte in den schmutzigen Windeln eines Enkels nach Schottland, einer nach Münster und einer nach Vlotho zur Autorin. Der Käufer ihres Hauses wollte den Prachtbaum fällen; nach einem salomonischen Urteil des Umweltamtes sollte er ihn ein Jahr lang ertragen. Der Baum steht heute noch und ist inzwischen 34 Jahre alt.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 65 · April 2004
  • April 2004Förderverein Alte Schule Isselhorst - Jugendtreff gegründetAm 15. März 2004 gründete sich der Förderverein Alte Schule Isselhorst - Jugendtreff, um die Trägerschaft des Jugendtreffs von der Stadt Gütersloh zu übernehmen. Der Zusammenschluss engagierter Isselhorster Bürger will ein offenes, rauch- und alkoholfreies Freizeitangebot für alle Kinder und Jugendlichen ermöglichen. Erster Vorsitzender ist Ingo Mahne, zweite Vorsitzende Annette Düning, Kassenwartin Christel Zensen. Das Haus bietet Holzwerkstatt, kreatives Basteln, Kicker, Billard, Schularbeitenhilfe und Monatsangebote wie Inline-Skaten und Kochkurse für Kinder von 8 bis 13 Jahren.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 65 · April 2004
  • April 2004Jahreshauptversammlung des Heimatvereins - Esel zu drei Vierteln finanziertAm 12. Februar 2004 versammelten sich die Mitglieder des Heimatvereins Isselhorst zum traditionellen Grünkohlessen im Gasthof Zur Linde; von 188 Mitgliedern waren 74 gekommen. Erstmals beteiligten sich die Mitglieder mit einem Obolus von 5 Euro am Essen, um die Finanzierung des bronzenen Esels zu unterstützen. Vorsitzender Wilfried Hanneforth berichtete, dass die Finanzierung des Denkmals inzwischen zu drei Vierteln gesichert sei und der Auftrag in den nächsten Tagen vergeben werden solle. Hanneforth wurde einstimmig für eine weitere Wahlperiode wiedergewählt, Roland Hagedorn rückte als Beisitzer nach.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 65 · April 2004
  • April 2004Oldtimertreffen am Brennerei-Hof ElmendorfIn Gestalt des kleinen gelben Autos, einer Isetta, lädt der Isselhorster zum Oldtimertreffen ein. Am Pfingstmontag, dem 31. Mai 2004, haben der Besitzer und seine Freunde erneut ein Oldtimertreffen auf dem Brennerei-Hof Elmendorf geplant. Ab 11 Uhr werden bei Bratwurst und Bier Benzingespräche geführt. Erwartet werden viele Auto- und Motorradfreunde, darunter das Goggomobil aus dem Vorjahr, bevor die Ausfahrt an der Spitze der langen Fahrzeugschlange startet.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 65 · April 2004

Die kleine gelbe Isetta

Die kleine gelbe Isetta
Quelle: Der Isselhorster

  • Juni 2004Grundschule Isselhorst im ZirkusfieberIn der ersten Maiwoche verlegten die 300 Schüler der Grundschule ihre Schulstunden in die Manege des Schul-Zirkus Casselly und tauschten Turnzeug gegen echte Zirkuskostüme. Akrobatik, Clownerie und Tierdressuren standen auf dem Lehrplan; auch im Unterricht in Deutsch, Mathe, Kunst und Sachunterricht drehte sich alles um den Zirkus. Zwei Schulstunden täglich trainierten professionelle Artisten mit den Kindern in jahrgangsübergreifenden Gruppen. Laut Managerin Doris Koselowsky entwickeln sich besonders lernschwächere Kinder oft zu Favoriten in der Manege. Höhepunkt waren drei Vorstellungen, jedes Mal vor ausverkauftem Zelt.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 66 · Juni 2004
  • Juni 2004Umbau des Feuerwehrgerätehauses abgeschlossenNach fast einem Jahr Bauzeit ist der Umbau des Feuerwehrgerätehauses an der Niehorster Straße geschafft. Bereits 1998 hatte der Löschzug den Umbau beantragt, unter anderem weil für die Feuerwehrfrauen und -mädchen keine Umkleideräume und sanitären Einrichtungen vorhanden waren - beim Bau 1970 hatte man an Frauen in der Feuerwehr noch nicht gedacht. Im Juli 2003 begannen die Bauarbeiten, am 17. Oktober wurde Richtfest gefeiert. Unter der Bauleitung von Christa von der Lippe steht das Haus nun größer und funktioneller zur Verfügung. Zum Tag der offenen Tür am 20. Juni 2004 wird auch ein neuer Mannschaftstransportwagen vorgestellt.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 66 · Juni 2004
  • Juni 2004Sensendengeln und Sensenwetzen - verklungene DorfklängeWilfried Hanneforth erinnert in plattdeutscher Erzählung an die Klänge des Sensendengelns und Sensenwetzens, die man in seiner Kindheit an Sommerabenden häufig hörte. Zum Dengeln setzte sich der Bauer auf einen Spezialbock und klopfte das Sensenblatt Stück für Stück mit dem Dengelhammer auf einem Vierkanteisen scharf; die Arbeit war alle 14 Tage bis drei Wochen fällig und dauerte etwa 20 Minuten. Beim Wetzen mit dem Wetzstein entstand ein heller, einmaliger Klang, umso heller, je näher an der Spitze gewetzt wurde. Mit den Mähmaschinen und großen Flächen verschwand diese Musik.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 66 · Juni 2004
  • Juni 2004Heimatverein fährt nach AachenAm 20. April 2004 fuhren 32 Heimatfreunde nach Aachen, in die westlichste Großstadt im Dreiländereck Holland-Belgien-Deutschland. Nach einer Rathausführung durch den prächtigen mittelalterlichen Festsaal, in dem jährlich der Karlspreis verliehen wird, folgte eine Stadtrundfahrt zum höchsten Punkt, dem Lousberg. In der Domschatzkammer sahen die Isselhorster den Sarkophag Karls des Großen sowie Kronjuwelen und Kirchenschätze. Der Aachener Dom mit seinem 1200 Jahre alten Oktogon gehört zu den ersten deutschen Bauten des Weltkulturerbes. Gegen 21 Uhr traf die Gruppe wieder auf dem Isselhorster Kirchplatz ein.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 66 · Juni 2004
  • Juni 2004Isselhorster Qualitäts- und Servicekonzept der WerbegemeinschaftGegen den Werbeslogan Geiz ist geil setzt die Isselhorster Werbegemeinschaft ein eigenes Qualitätskonzept mit Isselhorster Qualitätsregeln. Kern ist das Angebot von Beratung, Service und Kundennähe, die Supermärkte und Billigdiscounter nicht bieten können. Vom 4. Juni bis 23. Juli 2004 werden in den teilnehmenden Geschäften anonyme Fragekarten mit rund zehn Fragen ausgegeben; die Antworten kommen in verschlossene Urnen bei den beiden Isselhorster Banken. Zahlreiche Firmen aus Einzelhandel, Handwerk und Dienstleistung beteiligen sich; als Hauptgewinn winkt ein Wochenendurlaub.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 66 · Juni 2004
  • August 2004Straßenfest unter dem Motto "Isselhorster Erde"Am 12. September 2004 stand das Isselhorster Straßenfest unter dem Motto "Isselhorster Erde". Rund um das Thema Boden, Erdfrüchte und Erdbewegungen beteiligten sich zahlreiche Vereine, Institutionen und Privatpersonen mit Spiel, Spaß und ernsteren Betrachtungen. Höhepunkt war das nur für einen Tag existierende "Isselhorster Baggerland" auf der Wiese gegenüber dem Eishaus, wo fünf große Erdhügel mit Minibaggern Isselhorster Firmen versetzt werden sollten. Gegen eine Spende von 5 Euro für Erdbebenopfer durfte jeder ab 16 Jahren etwa zehn Minuten selbst baggern und erhielt danach eine Urkunde.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 67 · August 2004
  • August 2004Einweihung des Esel-Denkmals aus BronzeZum Straßenfest am 12. September 2004 wurde um 15 Uhr das neue bronzene Esel-Standbild feierlich der Öffentlichkeit übergeben. Ernst Imkamp jun. steuerte eigens ein plattdeutsches Gedicht bei, das den bronzenen Esel besingt, der bei Frost und Sommer fest in Isselhorst stehen bleibt und nie in die Scheune kommt. Der Heimatverein finanzierte das Standbild über Spenden und bat um weitere Beiträge, da zur vollständigen Finanzierung noch Geld fehlte. Das Denkmal war als dauerhaftes Wahrzeichen im Dorf gedacht.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 67 · August 2004
  • August 2004Nachruf auf Friedhofspfleger Hermann KüsterIm Alter von 78 Jahren starb Hermann Küster, langjähriger Friedhofspfleger des Isselhorster Friedhofes. Geboren in Haldem bei Lübbecke, wuchs er mit sechs Geschwistern auf, verlor früh die Mutter und kam über Gütersloh in die Landwirtschaft; nach der Heirat mit Hilde Sundermann übernahm er deren elterlichen Hof in den Braken. Weil der kleine Hof allein nicht trug, arbeitete er zunächst im Versand von Bertelsmann und wurde 1974 hauptamtlicher Friedhofspfleger der Evangelischen Kirchengemeinde. Den gepflegten Isselhorster Friedhof lobten auch auswärtige Besucher; auf ihm fand Küster schließlich selbst seine letzte Ruhestätte.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 67 · August 2004
  • August 2004Neues Atelierhaus2plus im DorfkernIm alten Dreesbeimdickehaus an der Haller Straße 94 eröffneten die Malerin Anita Mund und der Fotograf Manfred Zimmermann gemeinsam das "atelierhaus2plus". Zimmermann richtete im Erdgeschoss sein Fotostudio ein, während Atelier und Ausstellungsräume von Anita Mund eine Etage höher liegen. In dem Haus, das früher auch einmal das Isselhorster Standesamt beherbergte und in dem zuletzt die drei verstorbenen Dreesbeimdicke-Schwestern lebten, sollten wechselnde Ausstellungen die örtliche Kunstszene erweitern. Der Name ist Programm: "2plus" steht dafür, dass weitere Künstler ausstellen können; den Anfang machte zum Dorffest Petra Lüning mit "Längen- und Breitengrade".
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 67 · August 2004
  • August 2004Radtour zum Hof Wiedei und seine neue BrennereiEine Radtour des Heimatvereins über den Eselsweg und durch den Lutterwald endete mit 32 Teilnehmern auf dem Hof Ruwisch-Wiedei in Hollen. Die Hofstelle Wiedei, deren Name im Torbogen geschnitzt ist, zählt zu den ältesten im Kirchspiel und war als einzige dem Kloster Herzebrock abgabepflichtig. Neuer Besitzer ist die Familie Hartmann, die das Anwesen aufwändig renovierte und im Nebenraum der Scheune eine kleine Brennerei einrichtete, in der Obstbrände aus Kirsche, Apfel und Mirabelle angeboten werden. Nachdem die alte Brennerei Elmendorf ihren Betrieb eingestellt hatte, etablierte sich damit eine ganz kleine neue Brennerei im Ort.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 67 · August 2004

Radlergruppe vor dem alten Torbogen des Hofes Wiedei

Radlergruppe vor dem alten Torbogen des Hofes Wiedei
Quelle: Der Isselhorster

  • August 2004Neue Motorsägen für die Freiwillige FeuerwehrRoger und Burkhardt Buse von der Firma Landmaschinen Buse bemerkten bei der Übergabe eines neuen Anhängers an die Jugendfeuerwehr, dass der Löschzug teils 20 Jahre alte Motorsägen im Einsatz hatte. Um "etwas Gutes fürs Dorf" zu tun, handelten sie mit ihrem Hamburger Lieferanten aus, dass die Firma Dolmar drei Motor-Fällsägen ein Jahr lang kostenlos zur Verfügung stellt. Am 20. Juli erhielten die Löschzüge Isselhorst, Gütersloh und Avenwedde je eine der Hochleistungssägen, die bei 6,3 kg Gewicht und rund 3 PS ein Leistungsgewicht von 1,0 erreichten. Burkhardt Buse wies die Feuerwehrleute in die Technik der 79-ccm-Sägen ein.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 67 · August 2004
  • Oktober 2004Der über 130 Jahre alte Apfelbaum in HollenEiner der ältesten Apfelbäume im Kirchspiel Isselhorst steht am Außenheideweg auf dem Hof von Elfriede und Willi Pohlmann in Hollen. Bei den ersten Westfälischen Apfeltagen 1994 wurde die Sorte als "Münsterländer Borsdorfer" bestimmt, die seit langem in Ostwestfalen und Südniedersachsen verbreitet ist. Der auf über 130 Jahre geschätzte Baum verlor nach dem Eisregen 1987 einen großen Teil seiner Krone, woraufhin Fäulnis das Stammholz zerstörte. Heute ist der Baum ausgehöhlt und dient Vogelarten, Wildbienen und Hornissen als Brut- und Lebensstätte; aus Edelreisern wurden bereits einige Jungbäume nachgezogen, die erste Früchte tragen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 68 · Oktober 2004
  • Oktober 2004Westfälische Apfeltage mit Ministerin Bärbel HöhnAm 30. und 31. Oktober 2004 drehte sich in Isselhorst erneut alles um den Apfel, zehn Jahre nach den ersten erfolgreichen Westfälischen Apfeltagen von 1994. Zwischen Kirche, Festhalle, Alter Schule und dem Gasthaus Ortmeyer stellten der Geflügelzucht-, Obst- und Gartenbauverein, der Pomologenverein, die Regionalberatung Obstwiesenschutz OWL und der Fachbereich Umweltschutz der Stadt Gütersloh ein Programm zusammen. Die NRW-Ministerin für Umwelt und Naturschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz, Bärbel Höhn, übernahm die Schirmherrschaft und eröffnete die Veranstaltung am Samstag. Die Erlöse flossen in den Stiftungsstock der im Frühjahr 2004 gegründeten Umweltstiftung Gütersloh.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 68 · Oktober 2004
  • Oktober 2004Straßenfest "Isselhorster Erde" mit Esel-DenkmalUnter dem Motto "Isselhorster Erde" fand am 12. September das Straßenfest entlang der Haller Straße zwischen dem Kaufhaus Dreesbeimdicke und dem EIS-HAUS sowie auf dem Kirchplatz statt. Die Vereine des Kirchspiels gestalteten unter Leitung des "Ideenlieferanten" Hennerich Schröder Aktionen rund um das Thema Erde; die Landjugend schaffte mit ihrer Technik große Sandhaufen heran, und ein "Baggerland" mit Kinder-Minibaggern mitten auf der Straße wurde zum Eldorado für Väter und Söhne. Am Nachmittag wurde vor der Kirche ein Esel-Denkmal enthüllt, unter anderem in Anwesenheit der Kreisheimatpflegerin Maria Unger. Bereits zweieinhalb Stunden nach Ende der Veranstaltung war alles wieder aufgeräumt.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 68 · Oktober 2004
  • Oktober 2004"Prima Donna" - der Fliegerwarnsender im KriegIn einer plattdeutschen Kriegserinnerung schildert Wilfried Hanneforth den Sender "Prima Donna", der ganz in der Nähe bei Schalück an der Wiedenbrücker Straße in den Fichten aufgestellt war und ausschließlich Meldungen über Feindflüge durchgab. Meist gegen halb elf Uhr nachts kam Fliegeralarm, eingeleitet durch Durchsagen wie "feindliche Bomberverbände befinden sich im Raum Gustav-Richard". Die Meldungen bezogen sich auf ein Planquadratsystem: Isselhorst war Ida-Richard 3, Bielefeld Heinrich-Richard 9 und Groß-Berlin Gustav-Gustav. Der Sender arbeitete bis Kriegsende, sodass die Bewohner stets wussten, wo sich die feindlichen Flieger gerade befanden.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 68 · Oktober 2004
  • Oktober 2004Der erste Apfel - Geschichte des Obstanbaus im KirchspielRenate Plöger zeichnet die Geschichte des Obstanbaus nach: Der Kulturapfel stammt vom Wildapfel aus dem heutigen Kasachstan, die Römer brachten den Obstanbau bis an Rhein und Lippe. Der Isselhorster Meyerhof geht wahrscheinlich auf fränkische Zeit zurück und gehörte wie weitere Höfe dem Bischof von Münster; spätestens mit der Gründung des Zisterzienserklosters Marienfeld 1185 gab es in der Gegend Apfelbäume. Friedrich I. verpflichtete jeden Bräutigam vor der Eheschließung, sechs Eichen zu pflanzen und ebenso viele Obstbäume zu veredeln, was der Pfarrer im Isselhorster Kirchenbuch mit dem Vermerk "vor die beume" festhielt. Im 19. Jahrhundert legte Lehrer und Konrektor Pöppelmeier im Schulgarten zwischen dem Haus Dreesbeimdicke und dem Gasthaus Ortmeyer einen Mustergarten an - dort, wo damals noch ein heute verrohrter Bach floss und die Festhalle noch nicht stand.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 68 · Oktober 2004
  • Oktober 2004Siegfried Körner erinnert an die Molkerei-Gärten der NachkriegszeitSiegfried Körner, aus Thüringen zugewandert, erinnert sich an das rund zwei Morgen große Gartenland der Molkerei Isselhorst, begrenzt von der Osnabrücker Landstraße, der B 61, dem Gelände der Pumpernickelfabrik Jacke und dem Land des Bauern Wilhelm Siekmann. Eigentümer Paul Welpmann, Vorsitzender des Obst- und Gartenbauvereins, hatte die Fläche dicht mit Apfelbäumen bepflanzt, weshalb das Land mit dem sandtauglichen Gerät "Schute" von Hand umgegraben werden musste. Zu den Helferinnen zählten Marie Welpmann und das Brockhagener Original Minna Maßmann, nach dem Freiwerden des Saals Upmann 1946 auch die Vertriebenenfrauen Klara Gickel und Berta Ossig. Körner beschreibt zudem das Hausschlachten und die Bekanntschaft mit zwei aus der Firma Jacke stammenden Berliner Jugendlichen, die im November 1945 in ihre Heimatstadt zurückkehrten.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 68 · Oktober 2004
  • November 2004Nachruf auf Professor Woldemar Winkler (102)Am 30. September 2004 starb im Alter von 102 Jahren der aus Dresden stammende Maler Woldemar Winkler, einer der bedeutenden Kunstgestalter des 20. Jahrhunderts. Er studierte ab 1921 an der Dresdner Kunstgewerbe-Akademie, wurde 1925 Meisterschüler und geriet als von den Nazis als entartet eingestufter Künstler unter Gestapo-Terror, ehe ihn der Krieg über Norwegen in britische Gefangenschaft führte. 1949 heiratete er in der Isselhorster Kirche und zog nach Gütersloh; von seiner Hand stammt auch das Plakat zur 900-Jahr-Feier Isselhorsts 1950. International ausgestellt und 1982 mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse geehrt, blieb er bis ins hohe Alter seiner zerstörten Heimatstadt Dresden verbunden.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 69 · November 2004

Der Künstler Woldemar Winkler

Der Künstler Woldemar Winkler
Quelle: Der Isselhorster

  • November 200450 Jahre Bäckerei GlasenappAm Nikolaustag 1954 machte sich Familie Glasenapp mit der übernommenen Bäckerei Schäffeling in der Berliner Straße 100 in Gütersloh selbstständig; das Startkapital betrug damals nur 80 DM. Vorausgegangen war die Vertreibung aus Köslin in Pommern, wo die Familie seit den 1930er Jahren einen Bäckereibetrieb geführt hatte, bis die Rote Armee ihn beschlagnahmte. 1968 übernahm Jochen Glasenapp die Bäckerei Lütkemeier in Isselhorst, nachdem den Gütersloher Stammbetrieb der Abbruch bedrohte. Sohn Axel Glasenapp führte das Unternehmen ab 1993 weiter und baute es mit Steh-Café (1994) und mehreren Filialen zum zweitgrößten Bäckereibetrieb der Stadt mit sieben Geschäften und 45 Mitarbeitern aus.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 69 · November 2004
  • November 2004Deutz-Schlepper von 1933 wird erster Vereins-OldtimerDer erst zwei Jahre zuvor gegründete Pferde-Stärken-Club hat seinen ersten vereinseigenen Oldtimer erhalten: einen 40 PS starken Deutz-Schlepper Baujahr 1933. Der Lohnunternehmer Heinrich Kamann aus Niehorst hatte den Traktor 1933 bei der Landmaschinenfirma Hecker gekauft und damit in der Erntezeit von Hof zu Hof gedroschen. Nach 71 Jahren in Familienbesitz übergab Lieselotte Kamann den optisch gut erhaltenen Schlepper dem Vereinsvorstand, sodass er in seiner Heimat bleibt. Im Winter soll der Deutz von Vereinsmitgliedern überholt werden, um beim Alttraktorentreffen am 13. und 14. August 2005 startklar zu sein; Schatzmeister Friedrich-Wilhelm Helling sieht darin den Grundstock für ein mögliches Vereinsmuseum.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 69 · November 2004
  • November 2004Handball für Händel: 10 Jahre Förderverein KirchenmusikDer Förderverein Kirchenmusik der evangelischen Kirchengemeinde Isselhorst blickt auf zehn Jahre erfolgreiche Finanzierungsarbeit zurück und trägt bis zur Hälfte des Aufwands großer Projekte wie Mendelssohns Oratorium Elias. Das erste Kind der Anfangszeit war ein Orgelpositiv, finanziert durch ein großes Benefiz-Handballspiel. Mit teils spektakulären Aktionen, etwa erlaufenen Spenden für eine Krönungsmesse oder Bierzapfen für ein Barockorchester, sammelt der 1997 aus einem Förderkreis hervorgegangene Verein Geld für Konzerte und Chorarbeit. Rund 52 Mitglieder tragen den Verein, den Ute Schallenberg als Vorsitzende und Eckhard Schüttler als Stellvertreter gemeinsam mit Kantorin Birke Giesenbauer führen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 69 · November 2004

Vorstand des Fördervereins Kirchenmusik Isselhorst

Vorstand des Fördervereins Kirchenmusik Isselhorst
Quelle: Der Isselhorster

  • November 2004Isselhorster schreibt Wörterbuch GütersloherischDer gebürtige Isselhorster Matthias E. Borner (30) hat mit "Pölter, Plörre und Pinöckel: Grundwortschatz zum Überleben im Kreis Gütersloh" sein zweites Buch innerhalb eines Jahres veröffentlicht. In 55 Lektionen erklärt der humorvolle Sprachführer regionaltypische Ausdrücke wie Schmacht, ramdösig und proppevoll und rundet das Ganze mit einem Wörterbuch von 200 Einträgen ab. Borner, Mitglied der Gütersloher Comedy-Gruppe Vox Rindvieh, ließ das 132-seitige Taschenbuch vom Ebbesloher Cartoonisten Joachim Küker-Bünermann illustrieren. Das Buch kostet 9,90 Euro und ist in allen Gütersloher Buchhandlungen erhältlich.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 69 · November 2004
  • November 2004Atelierhaus 2plus zeigt Petra Lünings ErdbilderDas neue Atelierhaus 2plus in Isselhorst bestand mit der Ausstellung "Fest Isselhorster Erde" seine erste Bewährungsprobe: Petra Lünings Erdbilder wurden ein voller Erfolg, bei dem die Besucher die Farbenvielfalt der Erdproben von Norwegen bis Mallorca und von Mexiko bis zum Ayers Rock bestaunten. Auch die Isselhorster Erde war in einem Bild verewigt. Bei den offenen Ateliers im Kreis Gütersloh am 25./26. September öffneten in der zweiten Auflage bereits 56 Aktive ihre Räume, deutlich mehr als die 19 im Premierenjahr 2003. Als weiterer Anziehungspunkt in Isselhorst galt der aus Tübingen zugezogene Bildhauer Johannes Zoller; für Januar 2005 kündigte das Haus eine Ausstellung des Malers Rudolf Kimmina an.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 69 · November 2004

2005 – 2006

Museen, Feste und Erinnerungen

  • Februar 2005Ernst Imkamp mit 97 Jahren gestorben - 55 Jahre PosaunenchorleiterAm 9. Januar 2005 starb Ernst Imkamp, ehemaliger und späterer Ehrenchorleiter des Isselhorster Posaunenchores, im Alter von 97 Jahren. Seine Laufbahn begann am Silvesterabend 1927, als der bisherige Leiter wegen seines Theologiestudiums ausfiel und Heinrich Großekord ihm zuflüsterte "Ernst, du moß do vo!" - der Beginn einer 55-jährigen Chorleitertätigkeit. 1938 lehnte er strikt ab, den Posaunenchor in eine NSBO-Kapelle umwandeln zu lassen. Imkamp war zudem Vorstandsvorsitzender der Spadaka Isselhorst, von 1951 bis 1983 Direktor des Isselhorster Versicherungsvereins und wurde mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt; 2002 feierte er mit seiner Frau Erna die eiserne Hochzeit.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 70 · Februar 2005

Ernst Imkamp - der Familienmensch

Ernst Imkamp - der Familienmensch
Quelle: Der Isselhorster

  • Februar 2005Abschied vom "Mühlen-Heini" der Holler MühleDer Müllermeister Heinrich Dreesbeimdieke, im ganzen Kirchspiel als "Mühlen-Heini" bekannt, starb am 7. Januar 2005 mit 78 Jahren. Geboren 1927, verlor er den Vater schon ein halbes Jahr nach seiner Geburt und lernte 1941 bis 1944 den Müllerberuf in der Mühle Melges in Heepen. Die ursprüngliche Windmühle am Holler Brink war um 1910 abgebrochen und ihre Balken und Türen in das heutige Mühlengebäude übernommen worden; der Antrieb wechselte von Dampfmaschine zu Elektromotoren. In der Mühle saß bis 1952 auch der Spar- und Darlehnskassenverein Isselhorst, Vorgänger der heutigen Volksbank. 1950 legte Dreesbeimdieke die Meisterprüfung ab und führte den zum Landhandel gewandelten Betrieb bis zur Übergabe an Sohn Heiner 1998.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 70 · Februar 2005
  • Februar 2005Aldi kommt - Sauerkrautfabrik abgerissen und Schornstein gesprengtAuf dem Grundstück der ehemaligen Sauerkrautfabrik gegenüber der Isselhorster Apotheke (früher Reifen-Koch) entsteht ein Aldi-Markt. Nachdem die Firma K&W-Immobilien die Fläche für den Eigentümer Karl-Theodor Mumperow verkauft hatte, begann Mitte Januar 2005 die Firma Thomas Sudhölter aus Isselhorst mit dem Abriss. Am 22. Januar legte Sprengmeister Hans Vieth aus dem Kirchspiel den alten Fabrikschornstein flach. Auf dem rund 5.000 Quadratmeter großen Grundstück sollen etwa 700 Quadratmeter Verkaufsfläche entstehen; das Wohngebäude am Lutterstau bleibt erhalten.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 70 · Februar 2005
  • Februar 2005Nachruf auf die beliebte Gastwirtin Frieda NiermannFrieda Niermann, die allseits beliebte Isselhorster Gastwirtin, starb am 30. Dezember 2004. Geboren 1921 in Amshausen, kam sie 1938 als 17-Jährige nach Isselhorst und trat in der Gastwirtschaft Kramer-Schlüpmann ihre einzige Stelle an, wo das kinderlose Wirtsehepaar sie wie eine Tochter aufnahm. 1955 heiratete sie den Bäckergesellen Fritz Niermann; bekannt wurden sein Butterkuchen und die "Frieda-Suppe". Das Ehepaar erwarb den Betrieb 1963; 1980 übernahm Sohn Thomas, ehe das Haus 1992 verkauft wurde und heute als "Isselhorster Landhaus" firmiert. Fast 57 Jahre lang arbeitete Frieda Niermann in diesem Haus.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 70 · Februar 2005
  • Februar 2005Als ein Professor Isselhorst zum Dialekt-Beispiel wählteIn seinem plattdeutschen Beitrag berichtet Wilfried Hanneforth, dass er von Friedhelm Kiene Kopien aus einem rund 100 Jahre alten Buch erhielt. Darin hatte Professor Dr. Hermann Jellinghaus aus Osnabrück die Dialekte des Ravensberger Landes untersucht und dabei Isselhorst als südlichsten und Heimsen an der Weser als nördlichsten Teil Westfalens gegenübergestellt. Als Isselhorster Gesprächspartnerin diente ihm Fräulein Marie Kniepkamp von der Haller Straße. Zur Veranschaulichung druckt der Beitrag dieselbe Anekdote vom geizigen Doktor und seinem Knecht Karl in Heimser und in Isselhorster Platt ab. Hanneforth wünscht sich für Isselhorst nach dem Vorbild Verls ein eigenes Sprachbuch, um die Wörter und Dönekes festzuhalten.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 70 · Februar 2005

Professor Dr. Hermann Jellinghaus

Professor Dr. Hermann Jellinghaus
Quelle: Der Isselhorster

  • Februar 2005Denkmalgeschützte Brennerei Elmendorf soll neu genutzt werdenIn seinem Bericht zur Kommunalpolitik hebt Siegfried Kornfeld die Entwicklung an der ehemaligen Brennerei Elmendorf hervor. Nach Einstellung des Brennereibetriebs erarbeitete Herr Elmendorf jun. ein Nutzungskonzept für den unter Denkmalschutz stehenden Gebäudekomplex und legte es dem Planungsausschuss am 20. Januar vor. Vorgesehen ist eine Mischnutzung mit Büro, Einzelhandel, Gastronomie und Veranstaltungsservice, wobei bewährte Veranstaltungen wie der Trödelmarkt auf dem Innenhof weiter stattfinden sollen. Kornfeld hält den Entwurf für gut und betont, dass der für das Dorf charakteristische Komplex nur bei sinnvoller wirtschaftlicher Nutzung erhalten bleibt und seinen "Dornröschenschlaf" sonst nicht überlebt.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 70 · Februar 2005

Blick auf das Brennereigelände Elmendorf, 1970

Blick auf das Brennereigelände Elmendorf, 1970
Quelle: Der Isselhorster

  • März 2005Zehn Jahre Wochenmarkt in IsselhorstAm 19. Mai 1995 wurde der Isselhorster Wochenmarkt von Bürgermeisterin Maria Unger und dem damaligen Vorsitzenden der Werbegemeinschaft, Andreas Rehm, auf dem Kirchplatz eröffnet. Vorausgegangen waren jahrelange Diskussionen, eine Haushaltsbefragung von 1988 und ein Struktur-Gutachten von 1991, die alle den Wunsch nach einem festen Markt bestätigten. Zum ersten Markttag kamen 15 Beschicker, darunter Biobauer Siegfried Kampmann; erster Marktmeister war Leo Sell. Heute besuchen je nach Jahreszeit 600 bis 800 Menschen den Markt, der jeden Freitag von 14 bis 18 Uhr vor der Kirche stattfindet. Zum zehnjährigen Jubiläum am 20. Mai kündigten die Beschicker Überraschungen an.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 71 · März 2005

Blick auf den gut besuchten Isselhorster Wochenmarkt vor der Kirche

Blick auf den gut besuchten Isselhorster Wochenmarkt vor der Kirche
Quelle: Der Isselhorster

  • März 2005Umbaupläne für die Brennerei Elmendorf vorgestelltÜber 160 Bürger kamen am 14. Februar in die Festhalle, als die Stadt Gütersloh die Umbaupläne für die 2001 stillgelegte Brennerei Elmendorf erstmals öffentlich vorstellte. Das denkmalgeschützte Gebäudeensemble soll erhalten bleiben, doch im Inneren entkernt und neu genutzt werden: geplant sind sechs bis sieben Einzelhandelsgeschäfte auf rund 850 Quadratmetern, etwa 1.600 Quadratmeter Bürofläche, eine gehobene Gastronomie mit zwei Sälen und ein Biergarten. In einer zweiten Stufe sollen im hinteren Bereich vier bis fünf Boardinghouses entstehen. Bauherr Kai Elmendorf versprach, der Brennereihof bleibe den Isselhorstern mit Veranstaltungen wie Trödelmarkt und Frühschoppen erhalten; der erste Bauabschnitt soll 2007/2008 fertig sein.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 71 · März 2005
  • März 2005Aldi kommt: Sprengung des alten SchornsteinsDer Discounter Aldi errichtet auf dem Gelände der ehemaligen Sauerkraut-Fabrik (früher Reifen-Koch) eine Filiale von 690 Quadratmetern. Mitte Januar rollten die Abbruchbagger an, und am 22. Januar legte Sprengmeister Hans Vieth den alten Schornstein zentimetergenau zu Boden. Investor und Architekt Frank Mittelberg kündigte den Eröffnungstermin für Sommer oder Herbst 2005 an. Möglich wurde das Projekt durch Karl-Theodor Mumperow, der das Grundstück bereitstellte und schon Jahre zuvor eine Baugenehmigung für einen SB-Markt erhalten hatte. In Isselhorst wurde kontrovers über Für und Wider des Marktes diskutiert.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 71 · März 2005
  • März 2005Fünfzig Jahre nach der Einschulung in HoltkampFünfzig Jahre nach ihrer Einschulung am 1. April 1954 trafen sich ehemalige Schüler der Volksschule Holtkamp wieder mit ihrer Lehrerin Marga Prigge (heute Haneke). Die fünf ABC-Schützen waren Hans Werner Bachmann, Gerd Horstmann, Manfred Drewel, Horst Viertmann und Siegfried Goliewski. Zum Wiedersehen beim jährlichen Grünkohlessen bei Baumann fanden sich noch vier zusammen; Gerd Horstmann war zwischenzeitlich verstorben. Horst hatte sogar beim Ordnungsamt nach dem früh abgegangenen Siegfried gesucht, der schließlich wieder aufgespürt wurde. Für den nächsten Sommer war ein weiteres Treffen in Bielefeld geplant.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 71 · März 2005

Die vier verbliebenen Schüler an der Theke der Gaststätte Baumann beim Wiedersehen

Die vier verbliebenen Schüler an der Theke der Gaststätte Baumann beim Wiedersehen
Quelle: Der Isselhorster

  • März 2005Drei Jahre und einen Tag auf WanderschaftBjörn Schellknecht aus Isselhorst ging nach seiner Ausbildung zum Tischler und Drechsler als freier Wandergeselle auf die Walz. Höhepunkt des mehrtägigen Abschiedsfestes war das Überklettern des Ortsschildes, ab dem er sich nicht mehr umdrehen durfte. Mindestens drei Jahre und einen Tag will er unterwegs sein, meist zu Fuß oder per Anhalter, mit nur fünf Euro Startkapital und der typischen Kluft. Seinen Heimatort und die 50 Kilometer weite Bannmeile darf er in dieser Zeit nicht betreten. Bundesweit sind rund 900 freie Gesellen unterwegs, zunehmend auch Frauen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 71 · März 2005
  • März 2005Pferde-Stärken-Club bewahrt alte LandtechnikDer 2002 gegründete Pferde-Stärken-Club e.V. Gütersloh-Isselhorst sammelt und bewahrt historische Landmaschinen und Landtechnik. 2004 kaufte der Verein einen Deutz aus dem Baujahr 1933, der vor 72 Jahren an das Lohnunternehmen Heinrich Kamann in Niehorst geliefert worden war, und will ihn restaurieren. Vom 1. April bis 1. Juli 2005 zeigte der Club im Bauernhofcafé Unnern Aiken an der Niehorster Straße alte Fotos der Landwirtschaft in und um Isselhorst. Die Bilder dokumentieren die Zeit, als noch mit Ochse und Pferd geackert wurde und der Traktor allmählich Einzug hielt.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 71 · März 2005
  • Mai 200575 Jahre Baugeschäft SchröderAm 1. Mai 1930 gründete Wilhelm Schröder mit drei Mitarbeitern sein Bauunternehmen in Isselhorst; der erste Auftrag war der Bau einer Scheune und der Umbau von Stallungen an der Steinhagener Straße. 1943 musste der Betrieb ruhen, weil Schröder zum Kriegsdienst eingezogen wurde, doch nach seiner Rückkehr aus der Gefangenschaft 1947 baute er die Firma wieder auf. Der Durchbruch gelang 1955 mit dem Zuschlag für den Rohbau der Mädchenberufsschule in Gütersloh, wo der erste Kran zum Einsatz kam. 1971 übernahm Sohn Helmut, 1998 trat Enkel Oliver in die Geschäftsleitung ein, und 2003 bezog die SCHRÖDER Gruppe ihren neuen Firmensitz an der Isselhorster Straße. Zum 75. Geburtstag am 1. Mai 2005 gratulierte auch der Heimatverein Isselhorst.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 72 · Mai 2005

Historische Aufnahmen von Schröder-Bauten, u. a. ein Vierfamilienhaus An der Brede/Pelkumweg (1967) und der Um

Historische Aufnahmen von Schröder-Bauten, u. a. ein Vierfamilienhaus An der Brede/Pelkumweg (1967) und der Um
Quelle: Der Isselhorster

  • Mai 2005Eine Isselhorster Kirmes mit Folgen (1949)Siegfried Körner erinnert sich an die Tanzveranstaltung zur Kirmes im Saal des Hotels Zur Post im Jahr 1949. Als junger Kellner wurde er von zwei Pelzvertretern aus Leipzig, seinen Stammkunden, zum Trinken an die Theke genötigt und trank so viel wie nie zuvor in seinem Leben. Im Garten des Hotels überfielen ihn dann grundlos drei mit Lederjacken bekleidete Männer, schlugen und traten ihn zu Boden; erst der bekannte Boxer Heinz Varnholt aus Avenwedde kam ihm zu Hilfe. Bauunternehmer Wilhelm Schröder sagte ihm danach anerkennend, durch ihn habe die Kirmes den richtigen Stempel bekommen, doch Körner konnte vor Kieferschmerzen nicht einmal das angebotene Würstchen essen. Später hieß es, die Schläger seien eine als Störenfriede bekannte Bande aus dem Raum Steinhagen gewesen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 72 · Mai 2005
  • Mai 2005Nachruf: Heinrich Hanneforth, Gastwirt Zum StemmerAm 19. März 2005 verstarb der geachtete Ebbesloher Geschäftsmann Heinrich Hanneforth im Alter von 83 Jahren. Als Gastwirt Zum Stemmer und Kaufmann des Lebensmittelladens war er für die Ebbesloher der Treffpunkt schlechthin. 1940 wurde er zur Marine eingezogen und kehrte am 9. Mai 1945, dem Geburtstag seines Vaters, gesund aus dem Krieg zurück, während sein Bruder Willi in Rumänien vermisst blieb. Nach dem Krieg übernahm er Gaststätte, Lebensmittelladen und später die Poststelle, unterstützt von seiner Frau Martha; über viele Jahre fand bei ihm das große Osterfeuer statt. Erst mit dem Eintritt ins Rentenalter wurden Post, Gaststätte und Laden nach und nach aufgegeben.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 72 · Mai 2005

von Heinrich Hanneforth mit der Bildunterschrift "Stemmer ... immer im Dienst"

von Heinrich Hanneforth mit der Bildunterschrift "Stemmer ... immer im Dienst"
Quelle: Der Isselhorster

  • Mai 2005Erich Vornholt, Friedensbote von Rshew, wird 90Der Isselhorster Erich Vornholt, der den gesamten Zweiten Weltkrieg und die verlustreichen Kämpfe um Rshew an der oberen Wolga miterlebte, feierte am 11. Mai 2005 seinen 90. Geburtstag. Er ist Initiator und Mitbegründer des Kuratoriums Rshew, das sich seit 1992 der Friedensarbeit und Aussöhnung mit Russland verschrieben hat, unter anderem mit einem Friedenspark und Soldatenfriedhof sowie regelmäßigen Jugendlagern. Am 19. April 2005 überreichte ihm Landrat Sven-Georg Adenauer die selten vergebene Konrad-Adenauer-Medaille. In Rshew ist Vornholt ein gern gesehener Gast, die Einwohner verliehen ihm den Ehrentitel Friedensbote. Der Artikel schildert außerdem seinen persönlichen Bericht vom Kriegsende, als er am 11. Mai 1945 unerwartet von den Amerikanern an die Russen übergeben wurde und in Kriegsgefangenschaft geriet.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 72 · Mai 2005

der Jugendgruppe aus Rshew mit ihrer Lehrerin zu Besuch in Gütersloh

der Jugendgruppe aus Rshew mit ihrer Lehrerin zu Besuch in Gütersloh
Quelle: Der Isselhorster

  • Mai 2005Sorge um die evangelische Kita Unterm RegenbogenBekannt wurde, dass die evangelische Kirche in Isselhorst erwägt, die Trägerschaft der Kindertagesstätte Unterm Regenbogen aus finanziellen Gründen abzugeben; Pastor Michael Fürste bestätigte den Eltern die Lage. In einem Elternabend mit Pfarrer Fürste und den Presbytern Siegfried Goldbeck und Eckhard Schüttler diskutierten die erschütterten Eltern, warum ihnen ein kirchlicher Kindergarten so wichtig ist. Zahlreiche Eltern meldeten sich mit Zuschriften zu Wort und betonten die religiöse Erziehung, die Vermittlung traditioneller Werte und die Bindung der Familien an die Gemeinde. Sie verwiesen darauf, dass Isselhorst gegen den Trend weiter wächst und viele Familien die dörfliche Geborgenheit suchen. Der Elternrat kündigte an, sich für den Erhalt der Einrichtung einzusetzen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 72 · Mai 2005
  • Mai 2005Heimliche Kletterwand an der GrundschuleIn den Osterferien tauchten abends drei Gestalten auf dem dämmrigen Schulhof auf und übertrugen mit einem Projektor die Umrisse riesiger Männchen auf die Turnhallenwand - die Vorarbeit für eine neue Kletterwand des Schulvereins. An fünf Tagen bemalten acht Mütter, ein Vater und zahlreiche Kinder die ganze Wand, weil ihnen die vorhandenen Graffiti zu hässlich erschienen. Die Montage der 150 Klettergriffe geriet zur Geduldsprobe: Zunächst kam die Firma wegen Regengefahr nicht, dann lockerten sich die Griffe am zu unebenen Beton und mussten kurz vor der Eröffnung wieder abgenommen werden. Erst am Tag des Schulfestes wurden sie mit verbesserter Technik unter Aufsicht der Stadt endgültig montiert und die Wand zwei Stunden vor Festbeginn freigegeben. Finanziert wurde die Kletterwand aus den Einnahmen des Schulfestes mit Tombola.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 72 · Mai 2005
  • August 2005Landjugend Hollen bei der 48-Stunden-AktionVom 10. bis 12. Juni beteiligte sich die Landjugend Hollen mit rund 15 jungen Leuten an der 48-Stunden-Aktion der Lippischen Landjugend. Die am Freitagabend auf dem Isselhorster Kirchplatz bekanntgegebene Aufgabe lautete, auf dem Außengelände der Städtischen Kindertagesstätte an der Niehorster Straße ein Hochbeet und ein Tipi aus Holz zu errichten. Das Holz für die Hochbeet-Umrandung spendete das Sägewerk Huxohl, die Fleischerei Rau unterstützte die Verpflegung. Bereits am Sonntagnachmittag waren die Arbeiten abgeschlossen, und Kinder, Eltern und Mitarbeiterinnen der Kita freuten sich über die Aufwertung des Außengeländes.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 73 · August 2005

Die stellvertretende Bürgermeisterin Monika Paskarbis war zur Bekanntgabe der Aufgabe auf dem Kirchplatz ersch

Die stellvertretende Bürgermeisterin Monika Paskarbis war zur Bekanntgabe der Aufgabe auf dem Kirchplatz ersch
Quelle: Der Isselhorster

  • August 2005In memoriam Bäckermeister Jochen GlasenappAm 21. Juli 2005 starb der Bäckermeister Jochen Glasenapp, geboren 1929 im pommerschen Köslin. Nach Flucht und Vertreibung 1946 gelangte die Bäckerfamilie über Rietberg nach Gütersloh, wo Jochen in der Bäckerei Schäffeling eine Lehrstelle fand. Als in den 1970er Jahren die Gütersloher Bäckerei dem Abbruch zum Opfer fiel, übernahm er 1968 die Bäckerei Lütkemeier in Isselhorst, die sich am Kirchplatz prächtig entwickelte; Sohn Axel legte 1990 die Meisterprüfung ab. Neben dem Handwerk galt Glasenapps große Leidenschaft der Fliegerei: Er gehörte zu den Gründungsmitgliedern des Luftsportvereins Gütersloh und blieb ihm 35 Jahre treu.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 73 · August 2005
  • August 2005Radtour des Heimatvereins zum Schloss PatthorstAm 25. Juni radelten 20 Heimatfreunde bei idealem Wetter rund 25 Kilometer in die Patthorst und nach Brockhagen-Sandforth. Bei der Familie von Eller-Eberstein besichtigten sie das 1750 erbaute Schloss Patthorst mit seinem alten Baumbestand aus der Barockzeit, darunter Mammutbaum, Lebensbäume und eine immergrüne Eiche; zum Anwesen gehören rund 360 Hektar Ländereien. Anschließend führte die Tour zum Hof Ordelheide in Sandforth, bekannt für seinen Sonnenblumenanbau und die alljährliche Kürbisschau. Hausherr Wilken Ordelheide, Vorsitzender des Brockhagener Heimatvereins, empfing die Gäste mit dem Akkordeon.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 73 · August 2005

Zufahrt zum Schloß Patthorst und Hof Ordelheide, Fotos: W. Hanneforth.

Zufahrt zum Schloß Patthorst und Hof Ordelheide, Fotos: W. Hanneforth.
Quelle: Der Isselhorster

  • August 2005DLG-Medaillen für die Fleischerei RauDie Isselhorster Fleischerei Rau wurde beim internationalen Qualitätswettbewerb der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft (DLG) für Schinken und Wurst in Bad Salzuflen ausgezeichnet. Der Betrieb erzielte zwei Goldene DLG-Preise (für Acti-Pro-Salami und Bratwurst) sowie einen weiteren Preis für Wienerwürstchen. Zusätzlich zeichnete die CMA die feine Leberwurst und die Wiener Würstchen mit der Jahresurkunde samt Medaille aus. Die Ehrenurkunde für 20 Jahre ununterbrochen bestandene Qualitätskontrollen belegt, dass die Fleischerei kein Neuling auf diesem Gebiet ist.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 73 · August 2005
  • August 2005Aktion zur Sicherung der Arbeit der Ev. KirchengemeindeDie Ev. Kirchengemeinde Isselhorst startete wegen sinkender Kirchensteuereinnahmen eine Spendenaktion, um alle Arbeitsbereiche einschließlich des Kindergartens zu erhalten. Bereits 91 Gemeindeglieder beteiligten sich mit regelmäßigen Spenden von zusammen 8.500 Euro, dazu kamen 9.500 Euro Einmalspenden. Damit wurde das Spendenziel für 2005 von 16.000 Euro nicht nur erreicht, sondern übertroffen. Pfarrer Reinhard Kölsch dankte im Namen des Presbyteriums; für 2006 wird eine Summe von 46.000 Euro benötigt.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 73 · August 2005
  • August 2005Das Kriegsende in EbbeslohHedwig Kornfeld schildert das Kriegsende Ostern 1945 auf dem Hof Kornfeld in Ebbesloh, wo sich zahlreiche verwandte und bekannte Familien einfanden; zur Taufe der ältesten Tochter Elisabeth war das Haus mit 22 Personen belegt. Am Karfreitag beschossen Bordschützen die Holler Straße, und der Bauernhof Oesterhelweg am Postdamm wurde in Brand geschossen. Als die Kriegsgefangenen frei wurden, nahmen sie eingelagerte Sachen sowie Jagdwaffen mit; eine mit Speck und Wurst vergrabene Milchkanne blieb unentdeckt. Ehemann August kehrte am 22. Juni 1945 zurück; August Kornfeld war später von 1952 bis 1970 Bürgermeister in Ebbesloh.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 73 · August 2005

s der Familie: Hedwig und August Kornfeld, Johanne Kornfeld mit Enkelin Elisabeth sowie Familie Neumann.

s der Familie: Hedwig und August Kornfeld, Johanne Kornfeld mit Enkelin Elisabeth sowie Familie Neumann.
Quelle: Der Isselhorster

  • Oktober 2005Der "Kaiser" aus Ebbesloh sattelt abDer Springreiter Heinrich-Wilhelm "Kaiser" Johannsmann aus Ebbesloh beendete mit 53 Jahren nach über 30 Jahren seine aktive Turnierlaufbahn und wurde Ausbilder und Trainer im Turnierstall von Ludger Beerbaum. Seinen Abschied feierte er bei den Steinhagener Reitertagen, wo ihm Landwirtschaftsminister Eckhard Uhlenberg die Verdienstmedaille des Landes NRW überreichte. Größter sportlicher Erfolg war die Silbermedaille mit der deutschen Mannschaft bei den Europameisterschaften 1979 in Rotterdam; 2001 gewann er mit Potsdam den Großen Preis von Leipzig. Aufgewachsen auf dem Hof seines Vaters Heinz, eines anerkannten Pferdezüchters, erhielt er als Kind von Reitlehrer Major Gustav Menke den Spitznamen "Kaiser".
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 74 · Oktober 2005
  • Oktober 2005Großes Alttraktorentreffen am PostdammZum dritten Mal seit seiner Gründung 2002 veranstaltete der Pferde Stärken Club e.V. Gütersloh/Isselhorst am 13. und 14. August ein großes Alttraktoren-, Unimog- und Nutzfahrzeugtreffen am Gasthof Mühlenstroth. Zur Vorbereitung wurde auf dem Getreidefeld von Reinhard Welpmann in Niehorst mit einem alten Mähbinder Getreide gemäht und in Garben gebunden. Höhepunkt war eine Dreschvorführung mit einem angeheizten Lanz Bulldog und einer Buschoff-Dreschmaschine, die selbst zwischen den Regenschauern am Sonntag durchgeführt wurde. Der Geflügelverein Isselhorst zeigte einen Wagen mit Hühnern und einer Glucke mit frisch geschlüpften Küken; das nächste Treffen ist für 2007 geplant.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 74 · Oktober 2005
  • Oktober 2005Heimatverein-Fahrt nach ThüringenVom 2. bis 4. September fuhren 25 Heimatfreundinnen und -freunde nach Thüringen. Erste Station war die Bach- und Lutherstadt Eisenach mit Stadtführung, Bachhaus und Wartburg, wo Martin Luther das Neue Testament ins Deutsche übersetzte. Der Samstag galt der Klassikerstadt Weimar mit Goethehaus, Theater und der Herzogin-Anna-Amalia-Bibliothek, deren Rokokosaal genau ein Jahr zuvor ausgebrannt war; passend zum 200. Todestag Schillers wurde auch das Schillerhaus besucht. Weiter ging es nach Oberhof mit seinem Biathlon-Stadion und nach Schmalkalden mit der Georgenkirche und dem Renaissanceschloss Wilhelmsburg.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 74 · Oktober 2005

Das Bachdenkmal in Eisenach.

Das Bachdenkmal in Eisenach.
Quelle: Der Isselhorster

  • Oktober 2005In memoriam Künstler Eckhard JacobsenAm 29. August 2005 starb der Künstler und engagierte Sozialdemokrat Eckhard Jacobsen. Der gebürtige Berliner studierte in Hamburg Grafik und arbeitete ab 1958 in Gütersloh für die Bertelsmann-Fachverlage, wo er Layouts, Buchgestaltung und Illustrationen schuf. Seine besondere Leidenschaft galt der Aquarellmalerei; zu seinen bekanntesten Werken zählen die expressiven Holzschnitte der "Engel-Serie", die er in zahlreichen Ausstellungen im In- und Ausland zeigte. Gemeinsam mit seiner Frau Gudrun engagierte er sich in der evangelischen Kirchengemeinde und für die Arbeiterwohlfahrt in Isselhorst.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 74 · Oktober 2005
  • Oktober 2005Zeitzeugen erinnern am Meierhof an das KriegsendeZum "Tag des Offenen Denkmals" unter dem Thema "Krieg und Frieden" lud der Heimatverein Isselhorst am geschichtsträchtigen Meierhof zu einer Erzählrunde über das Kriegsende 1945 und die Nachkriegszeit ein. Dr. Siegfried Bethlehem, Schulleiter des Städtischen Gymnasiums Gütersloh, befragte die Zeitzeugen zu vier Themen: Ostern 1945 in Isselhorst, Versorgung, Flüchtlinge und Vertriebene sowie die Rolle der Frau. In der Pause gab es von Axel Glasenapp gebackenes Maisbrot mit Rübenkraut, Malzkaffee und eine Suppe nach dem Vorbild der damaligen Volksküche. Der Heimatverein will die Erinnerungen weiter sammeln und daraus eine gedruckte Dokumentation erstellen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 74 · Oktober 2005
  • Oktober 2005Die Brücke ist wegDer seit Jahrzehnten bestehende Übergang über die Lutter vom Tuxhornweg zur Straße "An der Lutter" ist verschwunden. Die vor über 40 Jahren von der FLACO gespendete Eisenbrücke musste wegen Baufälligkeit gesperrt und schließlich ganz abgebaut werden, doch ein Ersatz blieb aus. Betroffen sind Kinder auf dem Weg zum Sportplatz, Bürger auf dem Weg ins Dorf und Senioren auf ihrem Rundweg zum Seniorenhof. Streitpunkt ist, dass der Zuweg angeblich im Privatbesitz der Familie Stockbrügger (früher Tuxhorn) liegt, die eine Erneuerung ablehnt, während die Stadt Gütersloh bereit wäre, einen Teil der Kosten zu tragen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 74 · Oktober 2005
  • November 2005Isselhorst in der Adventszeit erlebenZum dritten Mal luden die Isselhorster Kaufleute und Handwerker Kinder und Eltern zu einer Aktionsreihe in der Vorweihnachtszeit ein. Den Auftakt machte am 26. November das Reisebüro Rehm, es folgten Bastelnachmittage, ein Zauberer bei der neu eröffneten Weinhandlung Göth am Kupferweg und ein Besuch des Nikolaus bei der Volksbank. Weitere Stationen waren die Weihnachtsbäckerei bei Glasenapp, ein "Märchen aus dem Aromaland" in der Isselhorster Apotheke und weihnachtliches Kinderschminken bei Blumen-Krull. Auf dem Parkplatz neben dem Salon Kitzig konnten Kinder Spießkartoffeln am offenen Lagerfeuer braten.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 75 · November 2005
  • November 200529. Isselhorster WeihnachtsmarktAm ersten Adventswochenende, dem 26. und 27. November, fand zum 29. Mal der kleine, aber feine Isselhorster Weihnachtsmarkt auf dem Platz vor der Kirche statt. Örtliche Vereine boten an zahlreichen Ständen und Buden ihre Produkte an, und erstmals besuchte der Weihnachtsmann die kleinen und großen Gäste. Am Samstagnachmittag trug der Isselhorster Shanty-Chor weihnachtliche Lieder vor, am Sonntagabend klang der Markt mit einem Konzert von Gesangverein und Posaunenchor in der Kirche aus. Veranstalter war die Isselhorster Werbegemeinschaft.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 75 · November 2005
  • November 2005Krippen aus Tirol bei Kornfeld in BrackwedeSeit acht Jahren führt Manfred Kornfeld mit seiner Frau einen Krippen-Laden in Brackwede am Sunderweg. Schon Jahre vor der Ladeneröffnung reiste das Ehepaar zu den Tiroler Krippenmachern und fuhr von Hof zu Hof, um verlässliche Familienbetriebe mit den schönsten Ställen und Figuren zu finden. Die Schnitzer und Malerinnen haben eine vierjährige Lehrzeit hinter sich; das Angebot reicht von klassischer bis moderner Machart. Bei rund 150 Krippenställen und über 1000 Figuren, jedes Stück einzeln erhältlich, fällt die Wahl schwer.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 75 · November 2005

Weihnachtskrippen und Figuren aus Tirol, Fotos: Rolf Ortmeyer.

Weihnachtskrippen und Figuren aus Tirol, Fotos: Rolf Ortmeyer.
Quelle: Der Isselhorster

  • November 2005Mit dem Transrapid und zur Meyer Werft37 Heimatfreunde fuhren ins Emsland, um bei Lathen den Transrapid zu erleben. Auf der 20-minütigen Fahrt erreichte der Zug auf der Geraden 405 km/h. Anschließend führte die Tour nach Papenburg zur Meyer Werft, die um 1980 aus der Stadt heraus verlegt wurde und in der heute Schiffe bis zu 300 Meter Länge entstehen; die Gruppe erfuhr, dass ein Luxusliner in nur 14 Monaten Bauzeit vom Stapel läuft. Die Werft, in sechster Generation privat geführt, ist der größte Arbeitgeber der Region. Bei einer Stadtführung durch das rund 400 Jahre alte Papenburg mit seinen Kanälen und Backsteinbauten klang der Tag aus.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 75 · November 2005

Lift im Luxusliner, aufgenommen auf der Meyer Werft.

Lift im Luxusliner, aufgenommen auf der Meyer Werft.
Quelle: Der Isselhorster

  • November 2005Siegfried Körners Weg nach OstwestfalenSiegfried Körner berichtet, wie er im Dezember 1943 in seiner Heimatstadt Schmölln in Thüringen das letzte Weihnachtsfest im Elternhaus erlebte, ehe er im Februar 1944 zum Arbeitsdienst und zur Flak eingezogen wurde. Wegen seiner Stenografiekenntnisse wurde der Sechzehnjährige als Gefechtsschreiber bei einer Großraumbatterie eingesetzt und geriet bei Schwerin in amerikanische Gefangenschaft, in der er Typhus und Hunger überstand. Als Jugendlicher aus der sowjetischen Zone kam er über eine Patenstelle in die britische Zone und am 2. Oktober 1945 zum Molkereibetrieb der Familie Welpmann. Erst im Dezember erfuhr er brieflich, dass seine Mutter bereits am 26. August 1945 gestorben war; sein erstes friedliches Weihnachtsfest feierte er in Isselhorst.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 75 · November 2005
  • November 2005Fleischermeister Otto Hark mit 93 Jahren gestorbenAm 19. Oktober 2005 starb der Fleischermeister Otto Hark aus Isselhorst im Alter von 93 Jahren. 1952 eröffnete er zusammen mit seiner Frau Hanna ein Fleischereigeschäft an der Niehorster Straße, gegenüber dem heutigen städtischen Kindergarten. In den 1960er Jahren siedelte der Betrieb an die Steinhagener Straße um, wo Hark ein neues Geschäftsgebäude errichtete; später übernahm Fleischermeister Ernst Rau das Geschäft. Zuletzt lebte Otto Hark bei seiner Tochter in Geseke, wo er auch seine letzte Ruhestätte fand.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 75 · November 2005

Otto Hark, wie ihn viele noch in Erinnerung haben.

Otto Hark, wie ihn viele noch in Erinnerung haben.
Quelle: Der Isselhorster

  • Februar 2006Die Geschichte der Isselhorster RöhrmannhöfeRenate Plöger schildert die Geschichte der beiden ältesten Isselhorster Höfe Ober- und Niederröhrmann, heute Schulte und Kruse, im "5. Viertel" vor und hinter der Bahn. Die Hofnamen beziehen sich auf den Röhrbach (heute Reiherbach); die älteste bekannte Urkunde stammt aus dem Jahr 1540, doch dürften die Höfe bereits 1269 bestanden haben, als der Bischof von Münster seine Isselhorster Tafelgüter an die Grafen von Rietberg verpfändete. Gleiche Flurnamen und geringere Abgaben sprechen für eine Teilung eines ursprünglich einzigen Hofes. Um 1800 ließ Oberröhrmann am Röhrbach eine bis heute bestehende Mühle errichten; der Bau der Eisenbahn Köln-Minden 1847 durchschnitt die Ländereien, die Höfe dienen aber bis heute der Landwirtschaft.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 76 · Februar 2006

Hof Schulte, einer der beiden Röhrmannhöfe.

Hof Schulte, einer der beiden Röhrmannhöfe.
Quelle: Der Isselhorster

  • Februar 2006Rückblick auf den Weihnachtsmarkt am 1. AdventDer Isselhorster Weihnachtsmarkt war auch 2005 wieder ein Magnet, obwohl am Freitag noch Sturm und Unwetter Zweifel am Erfolg aufkommen ließen. Der Heimatverein war mit einer Verlosung dabei, deren Erlös den Umzug der Heimatstube von Elmendorf nach Holtkamp mitfinanzieren sollte; Hauptgewinn war eine Fahrt zur Saale-Unstrut nach Sachsen-Anhalt, die eine Isselhorster Dame gewann. Ein alter Schlitten aus der Sammlung von H. A. Bollweg aus Ummeln wies auf den Stand hin, an dem auch Heimatbücher verkauft wurden. Als "Weltneuheit" gab es den "Isselhorster Börger" für 50 Cent.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 76 · Februar 2006
  • Februar 2006Weihnachtsfeier im DRK-Seniorenhof an der LutterÜber 50 Besucher sowie ehrenamtliche Helferinnen und Helfer feierten Weihnachten mit den Senioren des DRK-Seniorenhofs an der Lutter, wofür man wegen der großen Zahl in die alte Isselhorster Schule ausweichen musste. Bei Kaffee und Kuchen füllten Gedichte, Kurzgeschichten und Weihnachtslieder den Nachmittag, Helmut Koch spielte auf seiner Trompete und Pastor Fürste las die Weihnachtsgeschichte. Frau Glocke, mit über 80 Jahren noch agil, trug auswendig gelernte, oft ellenlange Gedichte vor, und beim "Schneewalzer" wagten einige eine Runde zu tanzen. Zum Abschluss sangen alle gemeinsam "O du fröhliche".
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 76 · Februar 2006

Gäste der Weihnachtsfeier 2005, v. l.: Olga Futterleib, Emma Glocke, Teresija Schmidt (100 Jahre alt), Maria M

Gäste der Weihnachtsfeier 2005, v. l.: Olga Futterleib, Emma Glocke, Teresija Schmidt (100 Jahre alt), Maria M
Quelle: Der Isselhorster

  • Februar 2006Bundesverdienstorden für Gisela NiedergasselAm 2. Dezember 2005, dem Tag des Ehrenamtes, erhielt Gisela Niedergassel aus den Händen von Bundespräsident Horst Köhler in der Villa Hammerschmidt in Bonn den Verdienstorden der Bundesrepublik Deutschland. Gewürdigt wurden ihre Verdienste im Landfrauenverband, dessen Vorsitz sie 1978 übernahm und den sie auf 300 Mitglieder anwachsen ließ. Nach ihrer ersten Reise 1984 wurde die Unterstützung Tansanias durch Basare und ein Kochbuch zu ihrem besonderen Steckenpferd; auch soziale Brennpunkte vor Ort vergaß sie nicht. Ein tansanischer Spruch begleitete sie: "Viele kleine Leute an vielen kleinen Orten, die viele kleine Schritte tun, können das Gesicht der Welt verändern."
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 76 · Februar 2006
  • Februar 2006CVJM-Spendenaktion beim EinkaufenDer CVJM Isselhorst e.V. führte gemeinsam mit dem Lebensmittelgeschäft Dreesbeimdieke eine neue Art der Spendensammlung ein. Am Eingang liegen mit Strichcode versehene Handzettel aus, die an der Kasse wie eine Ware über den Scanner gezogen werden; je Zettel werden dem Kunden 50 Cent als Spende für den CVJM abgebucht. Pfarrer Michael Fürste, erster Vorsitzender des CVJM, zeigte sich begeistert und sprach von "Nachbarschaftshilfe pur". Mit den Spenden sollen neue Projekte wie eine Bücherei für Groß und Klein oder ein neues Zelt für das Zeltlager finanziert werden.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 76 · Februar 2006

Stefan Dreesbeimdieke (li.) und Pfarrer Michael Fürste freuen sich über die gute Resonanz der Aktion.

Stefan Dreesbeimdieke (li.) und Pfarrer Michael Fürste freuen sich über die gute Resonanz der Aktion.
Quelle: Der Isselhorster

  • Februar 2006"Antons Sternstunde" beim Reitverein HollenDie Weihnachtsfeier des Reitvereins Hollen stand unter dem Motto "Antons Sternstunde", für die Birgit Zimmermann 14 Programmpunkte koordinierte. In der geschmückten Reithalle zeigten die jüngsten Voltigierer eine Steckenpferd-Quadrille und eine Schlumpfparade, während das Haushaltsspringen die Pferde über Stühle, Tische, ein Sofa und eine Badewanne führte. Vier mutige Haflinger sprangen über ein Hindernis aus Feuer, und Helga Langer ließ sich auf Skiern hinter einem Quad durch die Halle ziehen. Zum Abschluss näherte sich der Nikolaus mit einem Fackelzug und überreichte jedem Kind ein Geschenk.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 76 · Februar 2006
  • April 2006120 Jahre Posaunenchor IsselhorstDer Posaunenchor Isselhorst feiert 2006 sein 120-jähriges Bestehen; als Gründer werden die Herren Holtkamp und Heinig genannt, schon 1890 zählte der Chor 14 Mitglieder. 1927 übernahm nach einem außergewöhnlichen Einstand Ernst Imkamp die Leitung, der den Chor durch die schweren Vorkriegsjahre führte; 1934 trotzte er dem Reitersturm Hollen mit den Worten, der Posaunenchor werde immer bestehen. 1973 traten mit Christiane Flöthmann und anderen erstmals Mädchen ein, 1987 übernahm Heiner Breitenströter die Leitung, der neue Musikstile wie "Swinging Church" mit Gospel und Blues einführte. Zum Jubiläumskonzert am 11. Juni 2006 zählt der Chor 116 Aktive und Passive und blast unter anderem noch heute traditionell zur Vorweihnachtszeit mit dem Fahrrad.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 77 · April 2006

Proben des Chores und Ernst Imkamp in seinem Element.

Proben des Chores und Ernst Imkamp in seinem Element.
Quelle: Der Isselhorster

  • April 2006Bronze-Esel und die gestohlene TafelAuf der Jahreshauptversammlung des Heimatvereins am 23. Februar 2006 im Gasthof "Zur Linde" fanden bei Rekordbeteiligung 83 der 219 Mitglieder Platz. Berichtet wurde, dass die beschriftete Bronzeplatte am Bronze-Esel auf dem Kirchplatz vom "großen Niemand" als Souvenir entwendet worden war; nach Anzeige und Presseartikel fand die kleine Tochter eines Neubürgers die Tafel im Gebüsch, sodass sie mit besseren Widerhaken und hartem Zement wieder angebracht werden konnte. Ein weiterer Punkt war der Auszug der Heimatstube aus dem Brennereigebäude Elmendorf; auf dem Hof Kornfeld in Holtkamp konnten neue Räume angemietet werden. Der Vorsitzende Wilfried Hanneforth kündigte an, nach einem Jahr zurücktreten zu wollen, und schlug Siegfried Kornfeld als Nachfolger vor.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 77 · April 2006
  • April 2006Else und Friedel Krull - ein Leben im DorfKurz vor seinem 86. Geburtstag starb der Landwirt Friedrich Krull am 17. Februar 2006, drei Wochen später folgte ihm seine Ehefrau Else, die ihn aufopfernd gepflegt hatte. Friedel Krull wurde 1920 auf Krulls Hof geboren, der seit über 480 Jahren im Besitz der Familie ist; im Sommer 2004 konnte er noch das 400-jährige Jubiläum seines Bauernhauses miterleben. Im Russlandfeldzug retteten ihn erfrorene Zehen vor einem Einsatz in Stalingrad; nach Verwundung und Gefangenschaft in Südfrankreich kehrte er 1948 nach Isselhorst zurück. Von 1964 bis 1970 gehörte er dem letzten Rat der selbstständigen Gemeinde Isselhorst an und setzte sich 1970 für die Eingliederung des Kirchspiels in die Stadt Gütersloh ein.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 77 · April 2006
  • April 200625 Jahre Diakonieverein IsselhorstDer 1981 gegründete Diakonieverein Isselhorst unterstützt die diakonische Arbeit im Kirchspiel und hilft vor allem, die häusliche Alten- und Krankenpflege zu sichern. Wo Kranken- und Pflegekassen sowie Eigenanteile nicht ausreichen, übernimmt der Verein die Kosten für nicht finanzierte Leistungen oder hilft mit einer Einzelfallhilfe - ohne Ansehen der Konfession. Der Mindestbeitrag beträgt 15 Euro im Jahr. Auf der Mitgliederversammlung am 8. März 2006 wurde Grete Flöthmann neu in den Vorstand gewählt, dem unter dem Vorsitz von Pfarrer Reinhard Kölsch sieben Mitglieder angehören.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 77 · April 2006
  • April 2006Kunst in Isselhorst: Aquarelle von Annelore WassumAm 1. Februar wurde die 14. Ausstellung der Reihe "Kunst in Isselhorst" eröffnet, die aus den Kunstausstellungen zur 950-Jahr-Feier 2000 hervorgegangen ist. Gezeigt wurden vornehmlich Aquarellbilder der 80-jährigen Annelore Wassum aus Gütersloh - für sie die erste öffentliche Vorstellung ihrer Arbeiten. Die aus Ostpreußen stammende Frau hatte einst Bühnenbildnerin werden wollen, doch Krieg und Vertreibung ließen diese Träume scheitern; sie arbeitete als technische Zeichnerin und schulte über Malkurse ihre kreative Neigung. Unter dem Titel "Aus Feld und Flur" war die Ausstellung bis zum 30. April im Bauernhof-Café "Unnern Äiken" und im Salon Kitzig zu sehen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 77 · April 2006

Karl Piepenbrock.

Karl Piepenbrock.
Quelle: Der Isselhorster

  • April 20062200 Unterschriften gegen den SchwerlastverkehrWegen der extremen Verkehrsbelastung auf der Haller Straße lief vom 17. Februar bis 10. März eine Unterschriftenaktion mit dem Ziel, den LKW-Durchgangsverkehr aus dem Ortskern zu verbannen. Über 2.200 Unterschriften wurden gesammelt, wobei zahlreiche Geschäftsinhaber die Listen öffentlich auslegten. Mit dem klaren Votum der Bürger soll bei der Stadt Gütersloh ein Antrag eingereicht werden, den Isselhorster Ortskern für den LKW-Durchgangsverkehr zu sperren.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 77 · April 2006
  • Juni 2006Heimatverein-Fahrt nach Bad Bentheim und SteinfurtDie erste Fahrt des Heimatvereins 2006 führte ins westliche Münsterland nach Bad Bentheim und Steinfurt. In Bad Bentheim prägt die auf einen Sandsteinfelsen gebaute Burg- und Schlossanlage den Ort; Stadtführer Wolpers erklärte, dass die fürstliche Familie mit den nahen Holländern verwandt war, weshalb Bentheim und Steinfurt im Bombenkrieg weitgehend verschont blieben. Besichtigt wurden unter anderem die katholische Kirche mit tiefer gelegtem Altarraum, die reformierte Predigtkirche und der Drususfelsen. In Steinfurt folgte die Führung durch die geschlossene Wasserburg der Herrschaft Bentheim-Steinfurt mit ihrem Renaissance-Erker aus Baumberger Sandstein und der ältesten Kemenate Westfalens.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 78 · Juni 2006

Blick über die Aa zur Mühle, erbaut aus Baumberger Sandstein

Blick über die Aa zur Mühle, erbaut aus Baumberger Sandstein
Quelle: Der Isselhorster

  • Juni 2006Verdienstmedaille für Ortwin SchwengelbeckSeit dem 7. April 2006 ist Ortwin Schwengelbeck Träger der Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland, die ihm Bundespräsident Horst Köhler verlieh und die im Bielefelder Rathaus überreicht wurde. Der Bauingenieur, früher beim Staatshochbauamt Bielefeld tätig, erwarb sich vor allem in Isselhorst als Presbyter und Baukirchmeister Verdienste bei der Renovierung der Isselhorster Kirche, deren Gewölbe er mit neuen Methoden ohne störende Spannanker sanierte. Ein besonderes Beispiel ist die Rettung der vom Verfall bedrohten "Holtkämperei", eines der ältesten Fachwerkgebäude in Isselhorst, bei der er auch selbst ehrenamtlich mit anfasste. Seine Erfahrungen zur Denkmalpflege veröffentlichte er in der Fachzeitschrift "Bauhandwerk".
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 78 · Juni 2006
  • Juni 2006Trauer um Feuerwehrmann Andreas GregorAm 6. März 2006 starb der Brandoberinspektor Andreas Gregor viel zu früh; er hinterließ seine Frau Reinhild und die Söhne Björn und Marvin. 1973 mit 14 Jahren in die Jugendfeuerwehr Isselhorst eingetreten, wurde er später selbst Ausbilder und trat 1981 in den Dienst der Berufsfeuerwehr Gütersloh ein, wo er ab 1996 eine von drei Dienstgruppen leitete. Trotz seiner Laufbahn blieb er dem Löschzug Isselhorst treu und fuhr dort weiter seine Einsätze. Unvergessen bleibt seine Leidenschaft für das Kochen, etwa im "Feuerwehrkochclub" oder beim Vater-und-Kind-Zelten.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 78 · Juni 2006

Rolf Ortmeyer, Andreas Gregor beim Kochen

Rolf Ortmeyer, Andreas Gregor beim Kochen
Quelle: Der Isselhorster

  • Juni 2006Ein Jahr Offene GanztagsgrundschuleSeit dem 1. August 2005 läuft für 32 Kinder der Offene Ganztagsbetrieb an der Grundschule Isselhorst, der den Unterricht durch ein freiwilliges Nachmittagsangebot ergänzt. Der Bund investiert in die räumliche Erweiterung und Ausstattung; nach den Sommerferien soll ein zusätzlicher multifunktionaler Raum zur Verfügung stehen. Das Spektrum reicht von Schach über Ernährung, Judo, Tanz und Rope Skipping bis zu kreativem Gestalten, begleitet von einem Team aus vier Erzieherinnen und einem Erzieher. Eltern und Erzieher melden zurück, dass die Kinder sich wohlfühlen, neue Freundschaften geschlossen haben und die Teilnahme als Privileg empfinden.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 78 · Juni 2006
  • Juni 200660 Jahre Gemischter Chor IsselhorstDer Gemischte Chor im Gesangverein Isselhorst feiert 2006 sein 60-jähriges Bestehen; er wurde auf der Jahreshauptversammlung am 26. September 1946 unter dem Vorsitzenden August Bentlage gegründet. In den vergangenen zwölf Jahren stand der Chor unter der Leitung von Annegret Rey, die neben traditioneller Chorliteratur auch Schlager und Gospel ins Repertoire aufnahm; 2002 wurde ihm beim Leistungssingen des Sängerbundes Qualität bescheinigt. Beim Konzert am 10. Juni 2006 in der Festhalle verabschiedete sich Frau Rey, und Kirstin Dreisewerd stellte sich als neue Chorleiterin vor. Der Chor zählt aktuell 35 Sängerinnen und Sänger.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 78 · Juni 2006
  • Juni 2006Verkehrszählung: über 30 Prozent mehr LKWEine erneute Verkehrszählung der Isselhorster Bürgerinitiative unter Leitung von Bernhild Köster am 5. Mai 2006 bestätigte die massive Zunahme des Schwerlastverkehrs. In 17 Stunden wurden 14.264 Verkehrsbewegungen gezählt, ein Anstieg von 9 Prozent gegenüber November 2004; allein bei den LKW ergab sich mit 572 Fahrzeugen eine Steigerung um 30,1 Prozent. Die schweren Fahrzeuge, teils reiner Durchgangs- und Pendelverkehr, belasten die dafür nicht ausgelegte Haller Straße besonders und mindern durch Lärm die Lebensqualität im Ortskern. Am 22. Mai wurden die Unterschriftenlisten und eine Petition der Bürgermeisterin überreicht.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 78 · Juni 2006
  • August 2006Heimatverein weiht neues Domizil auf dem Hof Kornfeld einAm 18. Juni 2006 weihte der Heimatverein Isselhorst sein neues Domizil in Holtkamp auf dem Hof der Familie Willi Iborg (Hof Kornfeld an der Emsstraße) ein. Zuvor hatte der Verein seine Heimatstube in der ehemaligen Brennerei Elmendorf wegen Umbauarbeiten aufgeben müssen und lange vergeblich eine neue Bleibe gesucht. Auf der großen Deele, im Kuhstall und in den Nebenräumen entstand ein kleines Heimatmuseum mit handwerklichen und landwirtschaftlichen Exponaten. Rund 250 Besucher kamen bei strahlendem Sonnenschein zur Einweihung, die mit einem plattdeutschen Gottesdienst begann, gestaltet von den Pastoren Kölsch, Herbert Rösener und Ludwig von Behren. Zum Abschluss hielt Historikerin Renate Plöger einen Festvortrag über das Ravensberger Urbar von 1556.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 79 · August 2006
  • August 2006Don Pizzotto - Isselhorst bekommt seine erste PizzeriaSeit Juni 2006 hat Isselhorst eine eigene Pizzeria: Inhaber Vincenzo, von allen nur Pizzotto genannt, ist gebürtiger Italiener und kam mit fünf Jahren nach Deutschland, wo seine Eltern eine Pizzeria eröffneten. Nach einer kaufmännischen Ausbildung kehrte er an den Pizza-Ofen zurück. Eher zufällig entdeckte er die Geschäftsräume der ehemaligen Fleischerei Osthus an der Isselhorster Straße 378 und konnte dort seinen Traum verwirklichen. Zwei Mitarbeiter stehen ihm zur Seite, das Angebot wurde bereits um Nudelgerichte und Schnitzel erweitert.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 79 · August 2006
  • August 2006Tagesfahrt nach Braunschweig und WolfenbüttelDer Heimatverein unternahm eine Tagestour nach Niedersachsen, um mehr über das alte Welfengeschlecht zu erfahren. In Braunschweig besichtigte die Gruppe den von Heinrich dem Löwen zwischen 1173 und 1195 gestifteten Dom mit der Welfengruft sowie den berühmten Braunschweiger Löwen aus Bronze. In Wolfenbüttel, das im Krieg verschont blieb, sah man das Residenzschloss und die Herzog August Bibliothek, in der Lessing lange arbeitete und die das kostbare Evangeliar Heinrichs des Löwen besitzt. Hofkapellmeister Praetorius komponierte in Wolfenbüttel das Weihnachtslied Es ist ein Ros entsprungen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 79 · August 2006
  • August 2006Neuer Gemeindebeirat der Ev. Kirchengemeinde nimmt Arbeit aufNach einem Antrag in der Gemeindeversammlung vom 25. Januar 2006 wurde zur Unterstützung des Presbyteriums ein Gemeindebeirat gebildet, der sich am 12. Juni 2006 konstituierte. Zur Vorsitzenden wählten die Mitglieder Gudrun Jacobsen, Stellvertreter wurde Dietmar Schneider. Dem Beirat gehören Vertreter aus allen Bereichen der Gemeinde an, von CVJM über Kirchenmusik bis zu den Landfrauen. Angesichts sinkender Kirchensteuereinnahmen und knapper Finanzmittel soll er die Gemeindearbeit auf breiter Basis mittragen, hat dabei aber nur eine mitwirkende, keine bestimmende Funktion.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 79 · August 2006
  • August 2006Ausflug der ev. Frauenhilfe ins Moordorf Freistatt37 Frauen fuhren mit Pastor Kölsch nach Freistatt zwischen Diepholz und Sulingen, einer diakonischen Einrichtung der von Bodelschwinghschen Anstalten Bethel. Pastor Schneider berichtete, wie von Bodelschwingh Ende des 19. Jahrhunderts in dieser Moorgegend auf ein mit Wollgras bedecktes "Weißes Meer" stieß und dort eine Einrichtung für Menschen in sozialen Notlagen gründete. Mit einer historischen Moorbahn fuhr die Gruppe durch das Freistätter Moor nach Heimstatt, wo Galloway-Rinder und rund 3.000 Schafe weiden. Nach einer Andacht in der Moorkirche kehrten die Frauen dankbar nach Isselhorst zurück.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 79 · August 2006
  • Oktober 2006"Isselhorster Feuer" - das Straßenfest 2006 mit über 4.100 FackelnNach den Straßenfesten zu Wasser (1998), Luft (2002) und Erde (2004) setzte Isselhorst am 9. September 2006 mit "Isselhorster Feuer" das letzte der vier Elemente um. Das Konzept stammte wie bei den Vorfesten von Henrich Schröder. Über 4.100 Fackeln (genau 4124) wurden nach Einbruch der Dunkelheit entzündet und zogen sich als Lichterkette durch das Dorf; die Aktion wurde für das Guinness-Buch der Rekorde angemeldet. Tausende Besucher flanierten zwischen Kriegerdenkmal und Sporthalle, Hauptgewinner einer Verlosung durften bei einem nächtlichen Hubschrauber-Rundflug das "brennende Dorf" von oben sehen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 80 · Oktober 2006
  • Oktober 2006Feuerwerk von Sprengmeister Hans Vieth und die FeuerkugelbahnDen Höhepunkt des Straßenfestes setzte Sprengmeister Hans Vieth aus Holtkamp mit einem Feuerwerk, wie es Isselhorst zuvor noch nicht erlebt hatte; gesponsert wurde die Show von der Isselhorster Versicherung. Werner Pohlmann hatte ein eigenes Befüllsystem entwickelt und mit Ehrenamtlichen der Werbegemeinschaft in Nachtschichten die Fackeln bei der Firma Flaco mit Öl befüllt. Die Landjugend Hollen baute aus rund 750 Fackeln den leuchtenden Schriftzug "Isselhorster Feuer 06" auf, die Turner bauten eine bengalische Pyramide. Tischlermeister Markus Hellweg steuerte eine Feuerkugelbahn bei, für die Drechslermeister Kempe noch am Abend Holzkugeln nachdrechselte.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 80 · Oktober 2006
  • Oktober 2006Plattdeutsche Anekdote: Der kleine Franjo verschwindet beim StraßenfestIn einer plattdeutschen Geschichte schildert Wilfried Hanneforth, wie beim Gedränge auf der Flaniermeile der knapp dreijährige Franjo spurlos verschwand und seine Eltern in Panik gerieten. Henner Schröder ließ den blondschöpfigen Jungen mit nackten Füßen und blauen Sandalen über Lautsprecher ausrufen. Eine fremde Frau hatte den Kleinen bereits entdeckt, wie er vergnügt und pottendreckig im Dorfgraben vor Schlecker im Wasser spielte, ohne seine Eltern überhaupt vermisst zu haben. Die Anekdote zeigt anschaulich das Getümmel dieses besonderen Festtags.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 80 · Oktober 2006
  • Oktober 2006Heimatverein-Reise nach Mitteldeutschland - Magdeburg und NaumburgVom 25. bis 27. August 2006 besuchten 31 Heimatfreunde Sachsen-Anhalts Landeshauptstadt Magdeburg sowie das Weinbaugebiet Naumburg-Freyburg an Saale und Unstrut. Im Magdeburger Dom thronen Kaiser Otto und seine Frau, in Naumburg beeindruckte der hochgotische Dom mit den berühmten Stifterfiguren Uta und Eckehard. Weitere Stationen waren die Sektkellerei Rotkäppchen in Freyburg, das Schloss Neuenburg und die frühere Eliteschule Schulpforta, die Klopstock, Nietzsche und Fichte besuchten. In Bad Frankenhausen sahen die Reisenden das Rundgemälde von Prof. Werner Tübke mit über 2.000 Figuren zum Bauernkrieg.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 80 · Oktober 2006
  • Oktober 2006Bastelwettbewerb "Ente gut, alles gut" in der Isselhorster Apotheke32 Kinder folgten dem Aufruf der Isselhorster Apotheke und verwandelten gelbe Badeenten in fantasievolle Kunstwerke. Gegen Vorlage eines Coupons erhielten die Kinder ein Entchen, das sie als Sonnenente gestalten sollten; 38 Plastikvögel tummelten sich am Ende im Schaufenster. Die Einfälle reichten von der WM-Ente über Indianer- und Robin-Hood-Enten bis zum "Knall-Federvieh". Sieger wurde Lennard Koop, die drei schönsten Werke wurden mit Eisgutscheinen bedacht, und jeder Teilnehmer erhielt eine Spritz-Ente sowie einen Gutschein für das Isselhorster Feuer.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 80 · Oktober 2006
  • Dezember 2006Neue Serie: Isselhorst, wie es vor einem halben Jahrhundert noch warDer Heimatverein startet in dieser Ausgabe eine regelmäßige Serie, in der die Lebens-, Arbeits- und Sozialverhältnisse im Kirchspiel vor 50, 60 oder 70 Jahren festgehalten werden sollen. Themen sind etwa das Aufkommen des Fernsehens, die Dreschmaschine auf den Höfen, Hausgeburten und Hebamme oder das erste Telefon im Dorf. Der Verein hatte bereits rund 200 Themen gesammelt und rief besonders die Senioren auf, ihr Wissen aufzuschreiben, bevor es mit den Menschen verloren geht. Nebenbei fällt der Hinweis, dass Isselhorst früher sogar einen "Kricket-Club" hatte.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 81 · Dezember 2006
  • Dezember 2006Rudi Knufinke erinnert sich an Weihnachten in der NachkriegszeitIn einem ausführlichen Erinnerungsbericht schildert Rudi Knufinke, wie auf dem elterlichen Hof Weihnachten kurz nach dem Krieg bis in die 1950er Jahre gefeiert wurde. Der Vater bastelte in der Aufkammer heimlich Spielsachen wie Feuerwehrwagen und Puppenwagen, gebacken wurde in der mit Holz geheizten Seppelfricke-Kochmaschine. Der Großvater hatte am 22. Dezember Geburtstag, zu dem Pastor Wiehage mit seinem historischen BMW Dixi vorfuhr, Verse aus der Bibel las und mit Butter, Schinken und Zigarren beschenkt wieder abzog. Der Bericht zeichnet ein dichtes Bild vom bäuerlichen Leben ohne Zentralheizung, Fernsehen und fließend warmes Wasser.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 81 · Dezember 2006
  • Dezember 2006Schulverein feiert 40-jähriges Jubiläum mit RezeptheftDer Schulverein der Grundschule war wieder auf dem Isselhorster Weihnachtsmarkt vertreten und bot in der Festhalle Kuchen und Torten an. Zum 40-jährigen Jubiläum erschien erstmals ein Rezeptheft mit all den Torten, die über die Jahre auf Schulfesten begeistert hatten. Sämtliche Einnahmen dienen der finanziellen Unterstützung der Schule; zuletzt konnten so eine Kletterwand, neue Regale und Lehrmittel angeschafft werden. Zum Nikolaustag stattete der Verein zudem die Schülerbücherei mit neuen Kinderbüchern aus.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 81 · Dezember 2006
  • Dezember 2006Weihnachtsfeier des Reitvereins Hollen im Zeichen der WMDer Reitverein Hollen lud am 9. Dezember 2006 zu seiner Weihnachtsfeier in die Reithalle am Reithallenweg ein. Das Programm stand ganz unter dem Motto der Fußball-Weltmeisterschaft in Deutschland, mit Einmarsch der Nationen, "Formel Eins" zu Pferd, Schach mit Pferden und einer Weihnachtsquadrille. Mit dabei war die Holler Voltigiermannschaft, die in diesem Jahr Kreismeister wurde. Gegen 18 Uhr wurde der Nikolaus mit seinem Rentierschlitten erwartet.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 81 · Dezember 2006

2007 – 2008

Ein Dorf im 21. Jahrhundert

  • Februar 200725 Jahre Schröder und Setter GartengestaltungDer Isselhorster Betrieb Schröder und Setter Gartengestaltung feierte sein 25-jähriges Bestehen. Gegründet wurde er am 9. Februar 1982 von den beiden gelernten Landschaftsgärtnern und Gartenbauingenieuren Uwe Schröder und Heiner Setter, die zunächst ohne Mitarbeiter arbeiteten. Bereits 1988 erhielt der Betrieb die Ausbildungsberechtigung, 15 Auszubildende nutzten sie seither. Nach dem Tod von Heiner Setter durch eine schwere Erkrankung 1992 führte Uwe Schröder den Betrieb allein weiter, heute besteht das Team aus zwei Gärtnermeistern, drei Landschaftsgärtnern und drei Auszubildenden.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 82 · Februar 2007
  • Februar 2007Erinnerung an die Hausschlachtung in IsselhorstRudolf Knufinke beschreibt detailliert den Ablauf einer bäuerlichen Hausschlachtung im Winter. Am Vortag kam der Fleischbeschauer Fritz Piepenbrock mit Fahrrad oder Motorrad zur gesetzlich vorgeschriebenen Lebendschau, um Krankheiten wie Rotlauf auszuschließen. Der Hausschlachter Gustav Dröge - ein Landwirt, der sich damit ein Zubrot verdiente - erledigte Tötung, Zerlegung und Wurstherstellung. Aus dem Fleisch entstanden Blut-, Leber- und Mettwurst sowie Möppkenbrot, die auf dem Rauchboden geräuchert wurden; die Hausschlachtung gibt es in der Region seit Jahren nicht mehr.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 82 · Februar 2007
  • Februar 2007Plattdeutsch: "Ouse Telefon" - das erste Telefon im HollerfeldIn einer plattdeutschen Erinnerung berichtet Wilfried Hanneforth, dass seine Familie 1959 ihr Häuschen baute und damals wohl die einzige im Hollerfeld war, die ein Telefon besaß. Die vierstellige Nummer gilt bis heute, fast fünfzig Jahre später. Vor fünfzig Jahren hatten Privatleute nur selten ein Telefon, man telefonierte über den Schalter der Post, wo eine Beamtin die Verbindung vermittelte. Nachbarn kamen gelegentlich vorbei, um zu telefonieren; als eine Schwester der benachbarten katholischen Kirche telefonierte und kein Geld annehmen sollte, bedankte sie sich stattdessen mit dem Anzünden einer Kerze.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 82 · Februar 2007
  • Februar 2007Jugendkantorei führt Musical "Grease" aufDie Jugendkantorei Isselhorst studierte über ein Jahr lang ein Musical in Anlehnung an "Grease" ein, das sie am 17. und 18. Februar 2007 in der Festhalle aufführte. Zu Beginn zählte der Chor nur etwa acht Mitglieder, durch eine Mitgliedersuchaktion Ende 2005 wuchs er unter Leitung von Birke Giesenbauer auf rund 25 Sänger. Die Kulissen, darunter ein selbstgebauter Oldtimer, wurden über einen Nikolausstand vor der Fleischerei Rau und eine Spende der Firma Miele finanziert. Der Eintritt war frei, um eine Spende wurde gebeten.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 82 · Februar 2007
  • Februar 2007Kunstausstellung von Udo Schmitt im BauernhofcafeDer seit über 30 Jahren autodidaktisch tätige Künstler Udo Schmitt zeigte vom 7. März bis 3. Juni 2007 abstrakte Kompositionen und gegenständliche Arbeiten im Bauernhofcafe "Unnern Äiken" und im Salon Kitzig. Abstrakte, informelle Malerei ist für ihn ein dialogischer Prozess zwischen Innen- und Außenwelt, bei dem er dem Zufall kontrolliert Raum gibt. Beim gegenständlichen Malen bevorzugt er mediterrane Motive und die Aquarelltechnik, ergänzt um Acryl, Gouache und Mischtechniken. Licht und Wärme des Südens sind in seinen Arbeiten unmittelbar zu spüren.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 82 · Februar 2007
  • April 200725 Jahre Heimatverein Isselhorst e.V.Am 17. Mai 2007 jährte sich die Gründungsversammlung des Vereins im Gasthof Ortmeyer zum 25. Mal. Geistiger Vater war der langjährige Rektor der Volks- und Grundschule Isselhorst, Fritz Struckmeier, der auch Ortsheimatpfleger war. Acht Bürger gründeten 1982 als "Initiativgruppe Heimatstube" den Verein, der zunächst als "Isselhorster Heimatstube e.V." ins Register eingetragen wurde; Startkapital waren 1.800 DM der Werbegemeinschaft und 700 DM des Reitervereins Hollen. In der Amtszeit von Karl Piepenbrock (1993-1996) erfolgte die Umbenennung in "Heimatverein Isselhorst e.V.", von 1996 an ist Wilfried Hanneforth 1. Vorsitzender.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 83 · April 2007

Eine der ersten Vorstandssitzungen des Heimatvereins

Eine der ersten Vorstandssitzungen des Heimatvereins
Quelle: Der Isselhorster

  • April 2007Geflügelzucht- und Gartenbauverein wird 100 Jahre altDer Geflügelzucht- und Gartenbauverein Isselhorst feierte 2007 sein 100-jähriges Bestehen. Im Jahr 1907 wurden ursprünglich zwei getrennte Vereine gegründet, der Obst- und Gartenbauverein sowie der Geflügelzuchtverein, die 1927 zum heutigen gemeinsamen Verein verschmolzen. Der Verein setzte sich über die Jahrzehnte für den Erhalt von Nutzgärten und alten Obstsorten ein und führte bereits 1968 die Aktion "Unser Dorf soll schöner werden" durch. Zum Jubiläum rief er erneut einen Wettbewerb "Der schönste Vorgarten" aus.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 83 · April 2007
  • April 2007In Memoriam: Willi "Wipo" PohlmannDas Dorf Hollen und der Reiterverein trauerten um Willi Pohlmann, der am 21. Februar 2007 im Alter von 83 Jahren verstarb. Auf dem elterlichen Hof in Hollen geboren, wurde er 1941 mit knapp 18 Jahren zum Wehrdienst einberufen, an die Ostfront beordert und geriet 1945 in Ostpreußen in russische Gefangenschaft, aus der er Ende 1946 entkräftet aus Sibirien heimkehrte. Beim Neuaufbau des Reitervereins Hollen 1947 war "Wipo" von der ersten Stunde aktiv und über 60 Jahre dem Verein verbunden, besonders dem Fahrsport. Für seine Verdienste erhielt er die Verdienstplakette des Verbandes Westfälischer Reit- und Fahrvereine.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 83 · April 2007
  • April 200760 Jahre Reitverein HollenDer Reitverein Hollen feierte 2007 sein 60-jähriges Bestehen. Am 17. Februar 1947 war der Ländliche Zucht-, Reit- und Fahrverein Hollen mit 31 Mitgliedern gegründet worden, erster Vorsitzender war Heinrich Welpmann. 1952 zählte der Verein bereits 85 Mitglieder und erhielt von Herrn Meier zu Hollen den Turnierplatz unter den Eichen kostenfrei zur Verfügung gestellt. Mittlerweile hat der Verein über 400 Mitglieder, davon rund 150 aktive Reiter, Fahrer und Voltigierer.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 83 · April 2007
  • April 2007Jahreshauptversammlung des Heimatvereins mit VorstandswechselZur Jahreshauptversammlung am 1. März 2007 im Gasthof Zur Linde kamen 90 der 233 Mitglieder, über 38 Prozent. Wilfried Hanneforth hatte angekündigt, wegen seines Alters zurücktreten zu wollen, blieb aber schließlich 1. Vorsitzender; für die Nachfolge wurde Siegfried Kornfeld zum neuen 2. Vorsitzenden gewählt, während Ortsheimatpfleger Dietmar Schneider auf diesen Posten verzichtete. Der Kassenwart F.W. Helling berichtete, dass die Umzugskosten für das neue Heimatmuseum in Holtkamp aus Ansparungen und Spenden gedeckt werden konnten. Der Abend endete mit einer Videovorführung "Reise durch das Ravensberger Land" von Karl Piepenbrock.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 83 · April 2007
  • Mai 200750 Jahre katholische Kirche Maria KöniginVor 50 Jahren, am 30. Mai 1957, wurde die katholische Kirche Maria Königin durch den Paderborner Weihbischof Dr. Franz Hengstbach geweiht. Bis Kriegsende lebten nur wenige katholische Familien im Kirchspiel, doch durch Vertriebene aus den Ostgebieten stieg die Zahl der Katholiken auf nahezu 800 an. Anfang 1955 wurde im Holler Feld ein Grundstück erworben, am 23. September 1956 erfolgte die Grundsteinlegung, am 5. November 1956 das Richtfest; der Name knüpft an die erste Isselhorster Kapelle an, die Anfang des 12. Jahrhunderts dem Kloster Marienfeld geschenkt worden war. Seit 1980 gehört die Filialkirche zur Pfarrgemeinde Hl. Familie in Blankenhagen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 84 · Mai 2007

Richtfest 1956

Richtfest 1956
Quelle: Der Isselhorster

  • Mai 2007Wasserbeschaffungsverband baut Ozonanlage für besseres TrinkwasserAm Isselhorster Wasserwerk an der Niehorster Straße begannen die Bauarbeiten für ein großes Vorhaben des Wasserbeschaffungsverbandes Isselhorst (WBI). Um die neue EU-Trinkwasserverordnung zu erfüllen, wird eine Ozonanlage als zweite Filterstufe installiert, dazu ein Anbau mit zwei Reinwasserbehältern, Flachbettentsäuerung und Druckerhöhungsanlage. Der WBI investiert rund 800.000 Euro; von der Anlage profitieren alle 1.350 Mitglieder, die ihr Trinkwasser für 0,86 Euro je Kubikmeter und damit über 40 Prozent günstiger als städtische Haushalte beziehen. Vorstandsvorsitzender Heinz Hanneforth wurde für seinen ehrenamtlichen Einsatz besonders gewürdigt.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 84 · Mai 2007
  • Mai 2007Neue Vinothek bei Feldmann-Getränke eröffnetZum Frühlingsanfang feierte der "kleine Weinkeller" auf dem Hof von Feldmann-Getränke die Eröffnung seiner Weinprobierstube, der Vinothek. Unter alten Eichenbäumen und blauem Himmel besichtigten zahlreiche Besucher den Raum und verkosteten Weine des Rüdesheimer Winzers Dr. Nägler zu Sushi-Variationen der Meeresbrise. Der neu eingerichtete Raum kombiniert altes Gemäuer mit moderner Einrichtung in rustikalem Ambiente und bietet Platz für zehn Personen. Frau Feldmann kündigte an, dort bald die erste Weinprobe zu führen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 84 · Mai 2007
  • Mai 2007Heimatverein-Tagesfahrt ins Artland und nach QuakenbrückAuf Empfehlung der Nachbarschaft von Heinrich Krull fuhr der Heimatverein 2007 in zwei Fahrten mit je rund 40 Teilnehmern ins Artland, den nördlichsten Teil des Kreises Osnabrück. Anlaufstation war der Hof Hildebrandt, der Geburtshof von Else Krull; besichtigt wurden ein Fischzuchtbetrieb für Waller und typische Artland-Höfe mit ihren repräsentativen Ziergiebeln aus Eichenbalken und gemauerten Backsteingefachen. Am Nachmittag erkundete die Gruppe die Stadt Quakenbrück mit der kunstgeschichtlich bedeutsamen ev. St. Sylvesterkirche und ihrem seltenen Palmesel. Zum Abschluss besuchte man das Heimatmuseum am Markt, dessen drei Etagen der Verfasser als Vorbild für ein eigenes Isselhorster Heimathaus wünschte.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 84 · Mai 2007
  • Mai 2007Projektwoche "Afrika" in der Grundschule IsselhorstIn der Projektwoche vom 12. bis 16. März 2007 reisten Kinder und Lehrerinnen der Grundschule Isselhorst "auf den Flügeln der Fantasie" nach Tansania. Sie erforschten den Alltag afrikanischer Kinder, holten Wasser vom Bach, formten Gefäße und Masken aus Ton, bauten Hütten aus Lehm und Stroh und lernten erste Worte der Landessprache Kisuaheli. Unterstützung kam von Afrikanern aus dem Missionshaus in Bethel sowie von den Isselhorster Landfrauen. Am letzten Tag wurde mit dem Trommelzauber-Team getrommelt und getanzt; aus Spenden und Cafeteria-Einnahmen kamen 800 Euro für den Ausbau einer Schule in Tegemeo im Nordwesten Tansanias zusammen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 84 · Mai 2007
  • August 2007Heimatverein-Fahrt zur Wewelsburg und zur Jesuitenkirche BürenAm 18. Juni 2007 reiste eine Gruppe des Heimatvereins Isselhorst zur Wewelsburg und nachmittags zur ehemaligen Jesuitenkirche Maria Immaculata nach Büren. Bei einer Führung berichtete ein Historiker von der Geschichte der eigentlich als Renaissanceschloss erbauten Dreiecksburg, die Heinrich Himmler ab 1933 für die SS nutzen ließ. Für die aufwändigen Umbauten wurden Häftlinge des KZ Niederhagen unter mörderischen Bedingungen eingesetzt; von etwa 3900 Häftlingen überlebten rund 1300 nicht. Auf dem erhaltenen Appellplatz zeigten sich die Teilnehmer erschüttert; viele hatten von diesem KZ zuvor nichts gewusst. Die Jesuitenkirche in Büren, deren Bau 1754 begann, erkundete die Gruppe unter fachkundiger Führung.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 85 · August 2007
  • August 200740 Jahre Jugendfeuerwehr IsselhorstAm 8. September 1967 wurde die Jugendfeuerwehr Isselhorst unter der Leitung von Hans Buschkamp gegründet. Die Dienstabende fanden anfangs in der Lehrküche der alten Volksschule statt; 1970 zog die Gruppe in das neue Gerätehaus an der Niehorster Straße. Bereits 1974 gab es die ersten beiden Mädchen in der Jugendfeuerwehr. In den vier Jahrzehnten haben insgesamt 162 Mädchen und Jungen ihren Dienst in der Isselhorster Jugendfeuerwehr getan. Zum Auftakt des Jubiläumsjahres führten die Jugendlichen am 17. März das Theaterstück "Desperado" auf.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 85 · August 2007
  • August 2007Landjägerei in Preußen - Erinnerung an Oberlandjäger August TiemannIm Oktober 2007 jährte sich zum 75. Mal die Ermordung des Isselhorster Oberlandjägers August Tiemann. Aus diesem Anlass zeichnete der Heimatverein die Geschichte der Landjägerei nach, die aus der napoleonischen Besatzungszeit hervorging und 1812 per Edikt Friedrich Wilhelms III. begründet wurde. 1920 erfolgte die Umbenennung von Landgendarmerie in Landjägerei. Bereits 1933 machten sich die Nationalsozialisten bei der Enthüllung des Gedenksteins in Ummeln das Ereignis für eine große politische Veranstaltung zunutze. Der Heimatverein zeigte dazu am 9. September eine Ausstellung im Heimatmuseum.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 85 · August 2007
  • August 2007Bundesverdienstkreuz für Alfred MagerBundespräsident Köhler verlieh dem Isselhorster Alfred Mager das Verdienstkreuz am Bande für sein soziales, gewerkschaftliches und kommunalpolitisches Wirken. Landrat Sven-Georg Adenauer überreichte die Auszeichnung in einer Feierstunde im Gütersloher Haus der Begegnungen. Der gelernte Maschinenschlosser war 30 Jahre Versicherungsältester der LVA Westfalen und 15 Jahre Betriebsrat bei der Firma IMA-Klessmann. Politisch engagierte sich der SPD-Mann seit 1970, unter anderem von 1975 bis 1999 im Sozialausschuss des Stadtrates. Bürgermeisterin Maria Unger und IG-Metall-Vorsitzender Klaus Brandner gratulierten dem 75-Jährigen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 85 · August 2007
  • August 2007Fünf Jahre Pferde-Stärken-Club IsselhorstAm 27. Februar 2002 gründeten 22 Traktoren- und Unimogfreunde im Gasthof Mühlenstroth den Pferde-Stärken-Club, um alte Landtechnik, Traktoren und Dampfmaschinen zu erhalten. Schon das erste Alttraktorentreffen im Juli 2002 lockte über 100 Fahrzeuge an. 2004 konnte der Verein einen Deutz MTZ 320 aus dem Baujahr 1933 aus dem Besitz der Witwe des Lohnunternehmers Heinrich Kamann erwerben und in seiner Heimat halten. Im Februar 2006 wurde das 100. Mitglied begrüßt, inzwischen zählt der Verein 107 Mitglieder. Zum fünfjährigen Bestehen buk die Bäckerei Glasenapp eine Torte im Format 60 mal 80 Zentimeter mit dem Vereinslogo.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 85 · August 2007
  • August 2007Vier Isselhorster bei der Vätternrundan in SchwedenBei der "Vätternrundan", der mit 17.500 Startern größten Radtouristikfahrt der Welt, waren vier Isselhorster dabei. Die 300 Kilometer lange Tour rund um den zweitgrößten See Schwedens startete am Abend des 15. Juni in Motala, wo alle zwei Minuten 60 Fahrer in die Nacht verabschiedet wurden. Erfahrenster Teilnehmer war Reinhard Maas, der mit rund elf Stunden Fahrzeit der Schnellste der vier war. Thomas Büser, Frank Obeloer und Jürgen Dahlke fuhren auf betagten Damenrädern mit Torpedo-Dreigangschaltung, die zwischen 48 und 78 Jahre alt waren. An neun Verpflegungsstationen gab es unter anderem die obligatorische Blaubeersuppe.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 85 · August 2007
  • September 200725 Jahre Heimatverein Kirchspiel IsselhorstAm Sonntag, den 9. September 2007, feierte der Heimatverein Isselhorst am Tag des Denkmals sein 25-jähriges Bestehen im Heimatmuseum in Holtkamp. Vorsitzender Wilfried Hanneforth erinnerte an die bescheidenen Anfänge mit der Heimatstube in der ehemaligen Schule und an Leuchttürme wie das 950-jährige Jubiläum des Kirchspiels im Jahr 2000. Auf dem Hofgelände zeigten Handwerker Drechseln, Filzen, Spinnen und Weben, der alte Webstuhl aus dem 18. Jahrhundert wurde wieder in Betrieb genommen. Jochen Gräwe präsentierte eine Sonderausstellung zum Preußischen Oberlandjäger Tiemann, I. Drews zeigte die 25-jährige Vereinsgeschichte auf Bildtafeln. Musikalisch unterhielten der Posaunenchor und die "Isselhorster Küchenschaben".
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 86 · September 2007
  • September 2007100 Jahre Geflügelzucht- und Gartenbauverein Isselhorst1907 gründeten Isselhorster Interessenten sowohl einen Obst- und Gartenbauverein als auch einen Geflügelverein; 1927 wurden beide zusammengeschlossen. Erster Gartenbau-Vorsitzender war Wilhelm Hibby, den Geflügelverein leitete zunächst Wilhelm Krull. Die erste Ausstellung fand am 11. Oktober 1910 statt. 1933 errang Heinrich Kroos auf der internationalen Geflügelausstellung in Rom einen Siegerpreis auf Lakenfelder, 1937 holte Walter Heitmann den ersten Reichssiegertitel. Zum 100-jährigen Jubiläum erstellte der Verein eine umfangreiche Chronik; die große Jubiläumsausstellung fand am 13. und 14. Oktober 2007 in der Festhalle statt.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 86 · September 2007
  • September 2007Isselhorst vor 50 Jahren: Dämpfkartoffeln (Dömpers)Vor einigen Jahrzehnten hielt fast jeder kleinbäuerliche Betrieb Schweine, die hauptsächlich mit Kartoffeln der ertragreichen Sorte Ackersegen gefüttert wurden. Gekocht wurden die Schweinekartoffeln im Schweinepott, in den etwa ein Zentner passte, geheizt wurde mit im Winter gebundenen Reisigbüscheln. Das Kartoffelkochen nahm viel Zeit in Anspruch. Als Lohnunternehmer Karmann in Niehorst eine Dämpfanlage anschaffte, kam er damit zu den einzelnen Landwirten und dämpfte die Kartoffeln an Ort und Stelle. Die heiß in ein Silo gekippten und abgedeckten Kartoffeln konnten dann nach Bedarf abgestochen werden - eine große Arbeitsersparnis.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 86 · September 2007
  • September 2007Theateraufführung des Fittkevereins beim Winterfest 1948Siegfried Körner erinnerte an eine Theatervorstellung des Geflügelzucht- und Gartenbauvereins beim Winterfest 1947/48 im Saal der Gaststätte Upmann. Der damalige Vorsitzende Paul Welpmann gewann junge Leute aus der Nähe der Molkerei für zwei Einakter mit den Titeln "Viel Lärm um Rosl" und "Hans Huckebein auf Freiers Füßen". Körner spielte einen bayrischen Bauern, dessen Tochter und Hund beide Rosl hießen, was für viele Verwechslungen sorgte. Als der Bühnenhund vor Angst Wasser ließ, rettete die Darstellerin die Szene mit einer schlagfertigen Bemerkung. Zum Tanz spielte anschließend die Kapelle Otto Barteldrees aus Ummeln, das Fest zog sich bis in die späten Nachtstunden.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 86 · September 2007
  • September 2007Nachruf: Gastwirt Fritz NiermannFritz Niermann starb am 31. Juli 2007, vier Monate nach seinem 80. Geburtstag. 1927 in Friedrichsdorf geboren, wo seine Eltern die Gaststätte Schützenhof betrieben, begann er 1945 eine Bäckerlehre und trat 1948 seine einzige Stelle beim Isselhorster Gasthof Kramer-Schlüpmann an. Seine Backstube wurde für ihren Platenkuchen bekannt, den viele als "Butterkuchen" schätzten. 1955 heiratete er Frieda, 1961 pachtete das Paar die Gastwirtschaft, die zum Treffpunkt vieler Vereine wurde; hier tagte vor der kommunalen Neuordnung 1970 auch der Rat der Gemeinde Isselhorst. Das Haus wurde 1992 verkauft und ist heute als "Isselhorster Landhaus" bekannt.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 86 · September 2007
  • September 2007Claudia I. wird neue Isselhorster WeinköniginBeim 2. Isselhorster Weinfest am 26. August 2007 auf dem Hof von Feldmann-Getränke am Postdamm wurde eine neue Weinkönigin gewählt. Drei Winzer aus Rheinhessen, Rheingau und Württemberg schenkten ihre Weine aus, für Stimmung sorgten Hüpfburg, Malecke und ein Wellnessstand. Höhepunkt war die Wahl, bei der die noch amtierende Carola Whittaker ihre Schärpe weitergab. Die drei Bewerberinnen Claudia Gerstensehr, Annette Kujas und Celia Kumbartzki mussten ihr Weinwissen beweisen, Glaskorken zählen und eine Weinflasche öffnen. Claudia Gerstensehr löste die Aufgaben am souveränsten und wurde als Claudia I. zur neuen Isselhorster Weinkönigin gekürt.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 86 · September 2007
  • November 200730 Jahre Isselhorster WeihnachtsmarktDer Isselhorster Weihnachtsmarkt fand am ersten Adventswochenende 2007 zum 30. Mal auf dem Kirchplatz statt und begann aus diesem Anlass erstmals bereits am Freitag, den 30. November, um 18 Uhr. Über 40 Stände von Vereinen, Institutionen und Bürgern boten handwerkliche und künstlerische Produkte an. Mittelpunkt war eine große Tanne, die am Samstag von Grundschulkindern der Offenen Ganztagsbetreuung mit einem Hubsteiger geschmückt wurde und die ganze Adventszeit erhalten bleiben sollte. Am Sonntag spielten Darsteller unter Leitung von Frank Salomon-Neumann die Weihnachtsgeschichte lebendig nach, Maria und Josef zogen mit Esel über den Markt. Der Posaunenchor ließ den Markt mit einem Adventskonzert in der Kirche ausklingen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 87 · November 2007
  • November 200725. Weihnachtskonzert des Ensemble 23-12Am 23. Dezember fand in der Isselhorster Kirche zum 25. Mal das Weihnachtskonzert des Ensemble 23-12 statt. Die zehn Blechbläser, ursprünglich alle aus der Region, haben diesen Vorweihnachtsabend über 25 Jahre zu einer festen Tradition und Kultveranstaltung werden lassen. Weil die Zahl der Zuhörer die Kapazität der Isselhorster Kirche überschreitet, bot das Ensemble ein zweites Konzert am 22. Dezember in der Eckhardtskirche in Eckardtsheim an. Pünktlich zur "Silberhochzeit" erschien die neue CD "Prelude to Christmas" als Quintessenz aus 25 Jahren Konzerttradition. Der Eintritt war wie immer frei.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 87 · November 2007
  • November 2007Werner Allwermann wird 80 - Seidenweber und StifterWerner Allwermann feierte am 19. Oktober 2007 seinen 80. Geburtstag. 1953 gründete er in seinem Geburtsort Gütersloh eine Seidenweberei und verlegte sie 1964 auf den Brinkhof nach Isselhorst; 1988 führte eine schwere Krankheit zur Betriebsschließung. Beim Wettbewerb des Geflügel- und Gartenbauvereins zum 100-jährigen Jubiläum gewann Familie Allwermann mit ihrem Garten den 1. Preis. Für Gütersloh und besonders für Isselhorst brachte die kinderlose Familie die Stiftung "Allwermann-Sozialfond" auf den Weg, die vor allem der evangelischen Kirchengemeinde zugutekommen soll. Die Familie ist seit vielen Jahren Mitglied im Heimatverein.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 87 · November 2007
  • November 2007Ein Lkw als Symbol - Gemeindefest und TurmsanierungBeim Gemeindefest der evangelischen Kirchengemeinde am 16. September 2007 stand ein riesiger, von der Spedition Höcker gestellter Lkw auf dem Kirchplatz - als Bühne und als Symbol. Denn der frühere Baukirchmeister Ortwin Schwengelbeck schätzt das Gewicht der hölzernen Turmhaube auf 30 bis 40 Tonnen, so schwer wie ein beladener Lkw. Eine Schieflage der Turmhaube hatte Schäden im Mauerwerk verursacht, die im Sommer durch Zimmermanns- und Maurerarbeiten behoben wurden. Nun sollte der Turm neu verfugt werden; die Kosten wurden auf rund 97.000 Euro geschätzt, wobei kaum Denkmalpflegemittel zu erwarten waren. Auf dem Fest wurden kleine Bausteine aus Ton und Plaketten auf Spendenbasis abgegeben.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 87 · November 2007
  • November 2007Naturschutzgebiet auf dem Hof Kröning in FriedrichsdorfAm 6. Oktober 2007 besichtigte der Heimatverein bei einer Radtour das private Naturschutzgebiet rund um den Hof Kröning im Friedrichsdorfer "Dreiländereck". Vor etwa zehn Jahren kamen dort der Landwirt Kröning, das Gütersloher Naturschutzteam um Franz Thiesbrummel und die Gasfirma Wingas zusammen und schufen auf den Flächen der Landwirte Kröning und Reker ein Naturparadies. Angelegt wurden ein Netz aus 18 Amphibienteichen, Feuchtwiesen und eine große Obstwiese mit alten heimischen Sorten; 1,3 Kilometer Feldhecken säumen das Gelände, das von einer Herde Galloway-Robustrindern beweidet wird. Vor zwei Jahren entstand ein fast 20 Meter langer Fledermaustunnel, in dem fünf Fledermausarten nachgewiesen wurden. Auch der Eisvogel brütet hier.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 87 · November 2007
  • November 2007Die Anfänge des Omnibusverkehrs in IsselhorstAm 1. April 1928 gründete Emil Oester-Barkey seinen Omnibusbetrieb und schuf die erste Verbindung zwischen Bielefeld und Gütersloh. Die zunächst befahrene Strecke über die Reichsstraße 61 wurde ihm schon vier Wochen nach Eröffnung von der Post entzogen, weshalb er auf eine Parallelstrecke über Brackwede, Niehorst und Marienfeld auswich. Der Bus wurde über Nacht auf Elmendorfs Hof abgestellt, der Fahrer übernachtete im Hause König an der Steinhagener Straße. Im Krieg führte fast täglicher Fliegeralarm zu Verspätungen, und weil der Kraftstoff militärisch genutzt wurde, baute Barkey den Bus auf Gasbetrieb um. Eine Schülerwochenkarte bis Brackwede kostete damals 1,50 Reichsmark.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 87 · November 2007
  • Februar 2008Sanierung des Isselhorster Kirchturms abgeschlossenIm Spätherbst 2007 wurden die umfangreichen Sanierungsarbeiten am Isselhorster Kirchturm abgeschlossen. Der größte Teil der Arbeit betraf die Erneuerung des ruinösen Fugennetzes am Sandsteinmauerwerk, dessen Kalkmörtel nach rund 40 Jahren seine Bindekraft verloren hatte. An der Süd-Westseite waren Eckquader durch Schwingungen des Geläuts und Windkräfte 4 bis 5 Zentimeter nach außen gewandert und mussten neu vermauert werden. Risse reichten bis kurz nach der Errichtung des Turmes im Baujahr 1517 zurück; wegen des schlechten Baugrunds werden etwa 92 Tonnen Last je laufendem Meter Fundament abgetragen. Restaurator Hubert Gruber und weitere Fachbetriebe führten die Arbeiten nach den Vorgaben der Denkmalpflege aus.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 88 · Februar 2008
  • Februar 200810 Jahre Förderverein Kirchenmusik IsselhorstAm 3. Adventssonntag 2007 feierte der Förderverein Kirchenmusik der evangelischen Kirchengemeinde Isselhorst sein zehnjähriges Bestehen, wobei überraschend der Nikolaus mit Geschenken vorbeikam. Der Verein war am 4. Dezember 1997 aus einem 1993 gegründeten Förderkreis hervorgegangen. Er unterstützt Kinder-, Jugend- und Erwachsenenchöre, finanzierte Konzerte wie Bachs Weihnachtsoratorium, Mozarts Requiem und Mendelssohns Elias sowie Notenkäufe und Chorfreizeiten. Ohne ihn wäre vieles in den vergangenen zehn Jahren nicht möglich gewesen. Die Gründungsmitglieder erhielten je eine Rose, das frühere Kantorenehepaar Dorothee Bauer und Thomas Meyer-Bauer ein Buchgeschenk.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 88 · Februar 2008

Mitglieder des Fördervereins: Christa Kornfeld, Nikolaus, Henner Schröder, Vorsitzende Ute Schallenberg und Sc

Mitglieder des Fördervereins: Christa Kornfeld, Nikolaus, Henner Schröder, Vorsitzende Ute Schallenberg und Sc
Quelle: Der Isselhorster

  • Februar 200825 Jahre Physiotherapie Isselhorst - vom "Schwitzkasten" zur PraxisAm 3. Januar 1983 öffnete in Isselhorst die Massagepraxis mit Saunaanlage namens "Schwitzkasten" auf 300 Quadratmetern. Aus dem Familienbetrieb der Inhaber Britta Häusler-Fischer und Gerd Fischer entstand eine hochmoderne Physiotherapie-Praxis. 1996 folgte der erste Umbau, bei dem der Name in "Physiotherapie Isselhorst" geändert und die Saunaanlage in Therapiefläche umgewandelt wurde; 2005 wurden alle Räume renoviert. Heute besteht das Team aus vier Physiotherapeuten, drei Masseuren und einer Rezeptionskraft. Inhaber Gerd Fischer betreut zudem die 1. Männer-Handballmannschaft des TV Isselhorst und absolvierte eine Fortbildung bei Klaus Eder, dem Physiotherapeuten der Fußballnationalmannschaft.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 88 · Februar 2008
  • Februar 2008Erster Isselhorster GesundheitstagAm 17. Februar 2008 fand in der Festhalle Isselhorst erstmals der Isselhorster Gesundheitstag statt. Ziel war es, die zahlreichen Gesundheitsdienstler des Kirchspiels an einem Tag unter einem Dach zusammenzubringen und ihre Kompetenz bekannt zu machen. Das Angebot reichte von zahnmedizinischer und physiologischer Therapie über Gesundheits- und Ernährungsberatung bis zu Themen wie gesundem Schlafen und Baden. In den benachbarten Räumen von DRK und AWO fanden parallel Fachvorträge statt, etwa zu Erster Hilfe für Herzpatienten und Homöopathie für Kinder. Zusätzlich erschien ein kostenloses Branchenbuch der Gesundheitsdienstler; Initiatorin war Ute Schallenberg von der Ernährungsberatung Vitafit.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 88 · Februar 2008
  • Februar 2008Isselhorst wie es früher war: Wann bestellte man einen MalermeisterWilfried Hanneforth, der 1949 bei seinem Vater in die Malerlehre kam, schildert die Arbeit nach dem Krieg. Bis zur Währungsreform fehlten Bindemittel und Lacke, weshalb aus selbst angebautem Flachs Leinöl gepresst und mit Bleiglätte im großen Topf aufgekocht wurde - dabei kam es einmal fast zu einem Brand. Pinsel entstanden aus Schweineborsten, die der Vater beim Schlachten sammelte und gegen Werkzeug einer Pinselfabrik eintauschte. Stückkalk wurde in Gütersloh geholt und in einer gemauerten Grube gelöscht; in Hollen führte solches Löschen einst zu einem Unglück mit bleibender Sehschwäche. Der Malerberuf wandelte sich stark: der Gesellen-Ecklohn stieg von 1,80 DM (1956) über 5,00 DM (1967) auf 13,66 Euro im Jahr 2006.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 88 · Februar 2008
  • Februar 2008Holz verbindet Jung und Alt - Brückenschlag zum SeniorenhofTischlermeister Markus Hellweg aus Hollen lud im Oktober die angehenden Schulkinder des Holtkämper Kindergartens zu einem Bastelvormittag in seine Tischlerei. Statt einfach drauflos zu basteln sollte ein Brückenschlag zwischen Jung und Alt entstehen: Ulrieke Elmendorf, Leiterin des Seniorenhofes an der Lutter, suchte stabilere Namensschilder für die Besucher. Die Kinder fertigten mit Laubsäge, Schmirgelpapier und Farbe eine "Wiese" voller kunterbunter Holzblüten. In der Adventszeit wurden sie in den Seniorenhof eingeladen, sangen mit den Senioren Weihnachtslieder und übergaben die Blumen-Anstecker. Als Symbol der Aktion schenkte Hellweg einen Teelichthalter in Form eines Brückenbogens.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 88 · Februar 2008
  • März 2008125 Jahre Imkerverein Isselhorst - "Die große Sumserei"1883 gründete eine Handvoll Naturfreunde den Imkerverein Isselhorst; das Dokument wurde am 19. Februar 1883 vom Amtmann Zittlow im Amt Brackwede unterzeichnet, die Gründungsfeier fand am 16. April im Gasthof Upmann statt. Im selben Jahr stieg die Mitgliederzahl auf 36. Auf eine große Jubiläumsgala verzichtete der 18 Mitglieder zählende Verein und setzte stattdessen auf Nachwuchsförderung mit einem kostenlosen Einführungskurs ab März. Der 2. Vorsitzende Hans Buschkamp betont, jeder zwischen 12 und 80 Jahren sei willkommen, der auf Bienenstich nicht allergisch reagiert. Dank ausgemerzter Inzucht seien die heute gezüchteten Bienen weit weniger aggressiv als früher.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 89 · März 2008
  • März 2008Erster Isselhorster Gesundheitstag lockte 1000 BesucherBei strahlendem Wetter zog der erste Isselhorster Gesundheitstag am 17. Februar über 1000 Besucher in die Festhalle. An 26 Ständen von Dienstleistern und Geschäften aus dem Gesundheitsbereich konnten sich die Besucher informieren, dazu gab es kostenlose Sehtests, einen Stresstest und ein Branchenbuch. In den Räumen der AWO drängten sich pro Vortrag über 50 Zuhörer zu 16 gehaltenen Fachvorträgen. Initiatorin Ute Schallenberg von der Ernährungsberatung Vitafit zeigte sich zufrieden, ihr Ziel möglichst viele Gesundheitsdienstler unter ein Dach zu bringen sei erreicht. Über eine Wiederholung in zwei Jahren wurde bereits beraten.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 89 · März 2008
  • März 20081918 - Erinnerung an das Ende des Ersten WeltkriegsVor 90 Jahren endete der Erste Weltkrieg, die wohl erste große Tragödie des 20. Jahrhunderts. Nach der Mobilmachung am 1. August 1914 glaubten sich die Militärs gut gerüstet, doch die anfängliche Euphorie wich schnell der Realität des Grabenkriegs. Am 11. November 1918 begann der Waffenstillstand, der Kaiser dankte ab und ging ins Exil nach Doorn; Elsass-Lothringen sowie Gebiete im Osten gingen verloren. Die Auflösung des Heeres verlief relativ geordnet, viele Dokumente, Ausweise und Militärpässe blieben erhalten. Das Heimatmuseum Isselhorst bat die Bürger, Erinnerungsstücke wie Fotos und die früher in Gaststätten angebrachten Ehrentafeln der Gefallenen befristet zur Verfügung zu stellen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 89 · März 2008

Entlassungsschein und Militärfahrschein aus dem Jahr 1918

Entlassungsschein und Militärfahrschein aus dem Jahr 1918
Quelle: Der Isselhorster

  • März 2008Handball-Geschichte des TVI: die Fahne von "LüKraKoLiFa"Helmut Koch erzählt die Geschichte einer Isselhorster Handballrunde, die nach dem Krieg zum Sport zurückfand. Nach der Gründung einer Schülermannschaft verbündeten sich Jugendliche aus Hollen und Isselhorst unter Trainer Fritz Mund. Eines Tages beschlossen elf Handballer, mit dem Fahrrad an die Ostsee zu fahren und dort in Zeltplanen zu übernachten - doch nur fünf fanden sich ein: Lütkemeier, Kramme, Koch, Linnenbrügger und Falkenreck, woraus der Name "LüKraKoLiFa" entstand. 1951 radelten sie über Fallingbostel und Mölln zum Ostseestrand, im 18er-Schnitt ging es zurück, weil keiner eine zweite Geldbörse dabei hatte. Die zugehörige Fahne wird bis heute bei jedem runden Geburtstag unter den Mitgliedern weitergereicht.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 89 · März 2008
  • März 2008Malerbetriebe im Kirchspiel IsselhorstWilfried Hanneforth zeichnet die Geschichte der selbstständigen Malerbetriebe im Kirchspiel Isselhorst seit Ende des 19. Jahrhunderts nach. Der älteste war Adolf Heitmann mit Gründungsdatum 1875, dessen Betrieb nach dem Sohn Heinrich 1971 mangels Nachfolger gelöscht wurde. Hermann König führte von 1880 bis 1925 sein Geschäft an der heutigen Steinhagener Straße. Hanneforths Vater August gründete 1923 ein Malergeschäft in Ebbesloh und legte 1927 die Meisterprüfung ab; 1963 übernahm Wilfried den Betrieb, 1998 folgte in dritter Generation Sohn Eckhard. Insgesamt listet der Beitrag 16 Betriebe auf, von denen mehrere heute noch bestehen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 89 · März 2008

Die Malermeister Hermann König und August Hanneforth

Die Malermeister Hermann König und August Hanneforth
Quelle: Der Isselhorster

  • März 2008Siegfried Kornfeld neuer Vorsitzender des HeimatvereinsAuf der Jahreshauptversammlung des Heimatvereins Isselhorst am 6. März 2008 wurde ein neuer 1. Vorsitzender gewählt. Wilfried Hanneforth, der über viele Jahre die Geschicke des Vereins vertreten hatte, übernahm auf eigenen Wunsch den 2. Vorsitz. Neuer 1. Vorsitzender wurde Siegfried Kornfeld. Knut Elmendorf dankte Hanneforth und gratulierte Kornfeld zu seiner Wahl. Ein ausführlicher Bericht wurde für das nächste Heft angekündigt.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 89 · März 2008
  • Mai 2008Oldtimer-Treffen und Kunst zum LandesturnfestZum 1. Rheinisch-Westfälischen Landesturnfest, das die Stadt Gütersloh vom 21. Mai bis 8. Juni 2008 unter dem Motto "Bewegende Momente" austrug, organisierte die Aktionskünstlerin Nirgül Kantar ein Rahmenprogramm in Isselhorst. Rund um die Meyerhofmühle wurden Kunstwerke von Künstlerinnen und Künstlern aus ganz NRW platziert, und Herr Mumperow öffnete für Führungen durch einen "Zaubergarten". Am 1. Juni fand ab 11 Uhr ein großes Oldtimer-Treffen auf dem Kirchplatz statt, unter anderem mit der Jaguar-Association-Germany und dem Oldtimerstammtisch Schaumburg. Am 8. Juni standen die jungen Künstler eines NRW-weiten Malwettbewerbs im Mittelpunkt, deren Werke von den Bürgern als Jury bewertet wurden. Kunst und Sport sollten so zu einem Ganzen verschmelzen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 90 · Mai 2008
  • Mai 2008Nirgül Kantar zeigt die Wurzeln des Turnvereins IsselhorstIn der Isselhorster Sparkassen-Geschäftsstelle stellte die Aktionskünstlerin Nirgül Kantar bis zum 8. Juni Porträts von Personen aus, die den Turnverein Isselhorst geprägt haben. Der Verein wurde am 13. Mai 1894 von Wilhelm Johanning und Fritz Imkamp gegründet, als sich 17 junge Männer in der Gastwirtschaft Ortmeyer trafen. Tischlermeister Fritz Imkamp nahm bereits 1897 als erster Isselhorster Turner an einem Deutschen Turnfest in Hamburg teil. Werner Stertkamp führte den Verein von 1959 bis zu seinem Tod 1993 und ließ ihn von 200 auf 1500 Mitglieder wachsen. Mit Gabi Neumann, seit 2001 im Amt, leitet erstmals eine Frau den Verein.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 90 · Mai 2008
  • Mai 2008Sascha Koesters - vierfacher Champion im GeflügelzuchtvereinDer 15-jährige Sascha Koesters aus Senne, seit drei Jahren Mitglied im Geflügelzucht- und Gartenbauverein Isselhorst, züchtet die seltene japanische Kampfhuhnrasse "Schwarzer Tuzo" und Zwergenten. Bei der Nationalen Geflügelschau in Dortmund war er mit einem Tuzo-Hahn und drei Hühnern so erfolgreich wie kein erwachsener Züchter vor ihm: Er gewann Siegerband, Championat, Goldene Medaille von NRW und den Titel des Deutschen Jugendmeisters. Vereinsvorsitzender Rolf Brandt ist sicher, dass sich das in den nächsten 50 Jahren nicht wiederholt. Auch bei der Junggeflügelschau in Hannover erhielt der Achtklässler gleich zwei Blaue Bänder. Vater Rüdiger hatte ihm mit sechs Jahren die ersten Zwergenten gekauft.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 90 · Mai 2008
  • Mai 2008Als der Löschzug ein Feuerwehrauto nach Polen überführteDer Beitrag erinnert an die Überführung eines ausgemusterten Tanklöschfahrzeugs des Löschzugs Isselhorst in die polnische Partnerstadt Grudziadz. Nachdem der Löschzug ein neues Fahrzeug erhalten hatte, verschenkte man den alten Wagen; sechs Kameraden traten am 16. März 1990 die Fahrt an. Das TLF war heimlich mit Dieselkanistern und Bierkisten beladen, was an den Grenzen mehrfach für Aufregung sorgte - einmal fehlte sogar der Fahrzeugschein für den Mannschaftswagen. In Grudziadz wurden die Isselhorster von den Feuerwehrkameraden herzlich empfangen, am Lagerfeuer wurde reichlich Wodka getrunken. Krönender Abschluss war ein Rundflug mit einem Armeehubschrauber über die Stadt.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 90 · Mai 2008
  • Mai 2008Richtfest beim Isselhorster LandhausEnde April 2008 wurde das Richtfest für den Anbau des Isselhorster Landhauses gefeiert. Der erste Bauabschnitt zur Erweiterung war fertiggestellt, und die Eigentümerfamilie Gisela, Wolfgang und Andre Roscher feierte mit Handwerkern, Nachbarn und Freunden; den Richtspruch sagte Zimmermeister Viebrock. Im Januar 2008 hatte der Bau begonnen, nachdem die alten Nebengebäude der traditionellen Gaststätte abgerissen worden waren. Es entsteht ein Bau mit halbrunder Fensterfassade, Foyer, zwei Konferenzräumen und Gästezimmern; die Bettenzahl erhöht sich auf 29. Der Restaurantbereich und der Biergarten bleiben erhalten, der Betrieb wird von Geschäftsführer Andre Roscher geleitet.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 90 · Mai 2008
  • Mai 2008Die Brinkhof-Siedlung - eine der ersten NachkriegssiedlungenZu den ersten planerisch zusammenhängenden Siedlungen, die nach dem Zweiten Weltkrieg in Isselhorst gebaut wurden, zählt die Brinkhof-Siedlung, die von 1952 bis 1955 entstand. Wegen der vielen Flüchtlinge und Vertriebenen herrschte große Wohnungsknappheit; der Name "Reumschüssel" vom Amt Brackwede, zuständig für die Wohnraumbeschaffung, ist älteren Hausbesitzern noch ein Begriff. Der frühere Brinkhof mit Fachwerkgebäude, Stallungen und einem massiven Querhaus wurde 1988 wegen schlechter Bausubstanz abgebrochen. Wilhelm Schröder aus Isselhorst schob als Generalunternehmer die Baumaßnahme an; die Grundrissideen für die Zweifamilienhäuser hatte er nach eigener Aussage bereits in russischer Gefangenschaft entwickelt. Die Ausschachtungsarbeiten wurden damals in Eigen- und Nachbarschaftshilfe durchgeführt.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 90 · Mai 2008

Siedlungshäuser im Rohbau, dazwischen der alte Brinkhof

Siedlungshäuser im Rohbau, dazwischen der alte Brinkhof
Quelle: Der Isselhorster

  • August 2008100 Jahre Freiwillige Feuerwehr IsselhorstZum 100-jährigen Bestehen erinnert der Löschzug an seine Geschichte: 1908 setzten sich Julius Dreesbeimdieke, Julius Weppler, Wilhelm Krull, Heinrich Castrup, Carl Brunnemeyer und Heinrich Kosfeld für die Gründung ein. Am 8. Mai 1908 fand beim Kaufmann Dreesbeimdieke die Gründungsversammlung mit 30 aktiven und 6 passiven Mitgliedern statt. Feuerschutz gab es aber schon früher: 1819 traf in Isselhorst eine bestellte Feuerspritze ein, 1890 wurde eine erste Freiwillige Feuerwehr gegründet, die nach knapp neun Jahren wieder aufgelöst wurde. Seit 1970 besteht die Wehr als Löschzug Isselhorst der Feuerwehr Gütersloh. Gefeiert wurde am 23. und 24. August mit Open-Air-Konzert der Bielefelder Kultband Thunderbirds, Wasserorgel, Festakt und Oldtimershow.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 91 · August 2008
  • August 2008Zaubergarten - Kunstprojekt zum LandesturnfestDie Isselhorster Künstlerin Nirgül Kantar gestaltete im Garten des Geschwisterpaares Mumperow eines der aufsehenerregendsten Kunstprojekte des Dorfes. Junge Isselhorster Sportlerinnen und Sportler standen Modell und wurden am Körper mit Kükendraht abgeformt, sodass menschliche Figuren in Metall verhüllt zwischen Bäumen, an Ringen oder beim Tischtennis in der Natur in Szene gesetzt wurden. Die Eisenspäne stellte der Holter Eisenhandel kostenlos. Über 2.500 Personen kamen zu den Führungen durch den Garten, die von Renate Plöger begleitet wurden. Ein Dokumentarfilm über das Projekt war in Arbeit.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 91 · August 2008
  • August 2008125 Jahre Isselhorster VersicherungDas weiße Gebäude mit den wehenden Fahnen gegenüber dem Kriegerdenkmal feierte Mitte Juni 2008 sein 125-jähriges Bestehen. Gegründet wurde die Versicherung im Juni 1883 in der Gaststätte Baumeister (später Hotel zur Post) von 55 Personen als Isselhorster Feuerversicherung auf Gegenseitigkeit. In der Inflationszeit November 1923 wurden Beiträge in Getreide gezahlt und Schäden mit Roggen und Gerste reguliert. 1952 entstand das heutige Verwaltungsgebäude, in dem auch die Spar- und Darlehnskasse Isselhorst untergebracht war. Heute beschäftigt die Gesellschaft 16 Mitarbeiter, verwaltet fast 20.000 Verträge und schüttete in 25 Jahren über 18,6 Millionen Euro an die Versicherten zurück.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 91 · August 2008
  • August 2008Nachruf Manfred CarnapZum Abschied von Manfred Carnap sang Petra von Laer ein Schubertlied. Seit 1963 lebte der gebürtige Wuppertaler in Isselhorst und war eine der Hauptsäulen des Vorgängerblattes Lebendiges Isselhorst, das er mit Beiträgen und ausdrucksstarken Fotos bereicherte. Für den Flöttmann-Verlag verfasste er die Wander- und Radwanderführer des Kreises Gütersloh. Als Fotograf war er Meister des Porträts, unter anderem gelang ihm eine geschätzte Aufnahme der Fürstin von Rheda. Manfred Carnap starb im Mai 2008 im Alter von 73 Jahren.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 91 · August 2008

Manfred Carnap und mit einer Radfahrergruppe

Manfred Carnap und mit einer Radfahrergruppe
Quelle: Der Isselhorster

  • August 2008Geretteter Spielbereich in der ev. KitaKüster Reinhard Westkämper löste ein Problem der ev. Kindertagesstätte Unterm Regenbogen: die Wasseranlage mit Pumpe wurde von den Kindern beim Spielen ständig mit Sand zugestopft. In Absprache mit Leiter Bernd Harnitz legte er eine neue Wasserleitung zur Rutsche mit Pumpe und einem schützenden Kastenumbau an, der über einen Schalter bedient wird. Es fließt so lange Wasser, wie ein Kind drückt, wodurch zugleich der Energiespargedanke verwirklicht wird. Vom Kasten wurden drei Meter unterirdisch zur Wasserrutsche überbrückt, sodass die Kinder die Matschanlage nun selbst bespielen können.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 91 · August 2008
  • Oktober 2008Erstes Isselhorster DorfgemeinschaftsfestAls Alternative zu den aufwendigen Straßenfesten vergangener Jahre veranstaltete der Heimatverein erstmals ein Dorfgemeinschaftsfest auf dem historischen Brennereihof Elmendorf. Die heimischen Gaststätten präsentierten in einer Gemeinschaftsaktion ein kulinarisches Angebot, dazu gab es ein umfangreiches künstlerisches Programm auf dem gesamten Hof. Vorsitzender Siegfried Kornfeld begrüßte neben Gästen und Künstlern auch Bürgermeisterin Maria Unger. Die Umstellung vom kostenlosen Straßenfest auf eine geschlossene Veranstaltung mit 5 Euro Eintritt war für viele gewöhnungsbedürftig, doch das Fest erhielt positive Resonanz. Organisator Dieter Neumann sah in dem Gelände eine mögliche Bereicherung für die Dorfgemeinschaft.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 92 · Oktober 2008
  • Oktober 2008Nachruf Heinz Gude - letzter Bürgermeister von NiehorstAm 17. Juni 2008 starb Heinz Gude, der letzte Bürgermeister der einst selbständigen Gemeinde Niehorst, die er von 1957 bis zur kommunalen Neuordnung 1970 mitgestaltete. Geboren auf einem Bauernhof in Westerkappeln, wurde er 1939 zur Luftwaffe eingezogen und kehrte 1945 aus der Gefangenschaft zurück. 1950 heiratete er in Niehorst Hilde Verleger und bewirtschaftete deren Hof. Er setzte sich für ein Ehrenmal am Niehorster Dreiecksplatz Ellernhagen/Lütgertweg ein und rang dem Gemeinderat mit viel Mühe die Erweiterung der Wohnsiedlung ab. Verbittert zog er sich 1969/70 aus den Verhandlungen zum Gebietsänderungsvertrag zurück, nachdem er bei der letzten Gemeinderatswahl einen Vertrauensbruch erlebt hatte.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 92 · Oktober 2008
  • Oktober 2008Urgeschichtliche Funde im Raum Isselhorst1914 schilderte Prof. Paul Eickhoff in den Ravensberger Blättern eine archäologische Begehung, die er im Frühjahr 1882 in Ebbesloh unternommen hatte. Westlich des Hofes Kleikamp (heute Hof Kornfeld) waren Urnen gefunden worden, die teils noch Knochenreste und Leichenbrand enthielten - kommentiert mit dem plattdeutschen Ausspruch Dat Tüng dat stunk so. Mehrere Schubkarren voll Scherben und Gefäße wurden damals achtlos zum Auffüllen von Löchern in den Wegen verwendet. Nach heutiger Sicht wurde 1882 ein urgeschichtliches Gräberfeld angeschnitten, das in die Jüngere Bronzezeit bzw. die folgende Eisenzeit datiert. Wenige gerettete Scherben liegen heute im Museum in Bielefeld.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 92 · Oktober 2008
  • Oktober 2008Isselhorster Versicherung spendet 12.000 EuroStatt Geschenken zum 125-jährigen Firmenjubiläum am 14. Juni 2008 bat die Isselhorster Versicherung um Geldspenden und zahlte insgesamt 12.000 Euro aus. 6.500 Euro gingen an die Evangelische Kirchengemeinde Isselhorst, 5.500 Euro an die Augsburger Aktion Alfa, die Frauen in Konfliktschwangerschaften hilft. Vorstandsmitglied Michael Strüwer erklärte, man habe nicht das zehnte Bild an die Wand hängen wollen. Die gesammelten Beträge wurden von der Versicherung verdoppelt und aufgerundet. Die Spende hilft der Kirchengemeinde, ihre jährliche Etat-Unterdeckung von 46.000 Euro aufzufangen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 92 · Oktober 2008
  • Oktober 2008Sechs Jahre Naturschule GüterslohDie Naturschule Gütersloh bestand seit sechs Jahren und vermittelt Kindern spielerisch Einblicke in Natur und Umwelt. Sie ging 2002 aus einem Bürgerantrag von Kleintierzüchtern hervor, die einen Naturbauernhof wünschten, und startete zunächst im Rahmen der Ferienspiele. 2005 wurde ein großer Bauwagen zum mobilen pädagogischen Fahrzeug für 10 bis 12 Kinder umgebaut. Aus dem Kirchspiel Isselhorst beteiligten sich viele, darunter Rainer und Renate Bethlehem, der Geflügelzucht- und Gartenbauverein, der Imkerverein und die Baumschule Damaschek. In den Sommerferien erhielten rund 370 Kinder ein Angebot, die Nachfrage war viermal so hoch.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 92 · Oktober 2008
  • Oktober 2008Feldmann-Getränke wird Bio-zertifiziertSeit Juni 2008 ist die Süßmosterei Feldmann-Getränke am Postdamm bio-zertifiziert und bietet eine neue Bio-Limonade mit der Geschmackssorte Granatapfel an. Zur guten Apfelernte 2008 führte der Betrieb außerdem den 5-Liter-Bag-in-Box-Behälter mit frischem Apfeldirektsaft aus der Region ein, aus dem sich bei Bedarf über einen Zapfhahn frisch zapfen lässt. Inhaber Detlef Feldmann berichtete, dass auch der NABU aus Oelde/Warendorf seine Streuobstäpfel dort verarbeiten lasse. Äpfel werden montags von 8 bis 18 Uhr angenommen; für 100 kg erhält der Kunde 80 Flaschen Saft.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 92 · Oktober 2008
  • November 2008Diskussion um die Jesus-Statue von Nirgül KantarAm 12. Oktober 2008 enthüllte die Isselhorster Künstlerin Nirgül Kantar an der Südwestseite der ev. Kirche eine über Sponsoren finanzierte Drahtskulptur, die ihre Vorstellung von Jesus als Muslimin ausdrücken sollte. Die Figur, die für etwa ein Jahr stehen bleiben sollte, wurde vom Presbyterium bewusst aufgestellt, um Diskussion und Nachdenken über den Glauben anzuregen. Siegfried Kornfeld verteidigte das Werk gegen einen Leserbrief des Ruhestandspfarrers Dr. Gatzen in der NW, der von Synkretismus gesprochen und die Skulptur mit dem Stein mit dem Hakenkreuz an der Kirche in Verbindung gebracht hatte. Kornfeld nannte diesen Vergleich eines Theologen und Historikers unwürdig und regte eine offene öffentliche Auseinandersetzung an. Kein Euro Kirchensteuer floss in das Projekt.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 93 · November 2008
  • November 2008Nachruf Brigitte Dodt - Gemeinde als ErbinAm 12. April 2008 starb das Gemeindeglied Brigitte Dodt, geb. Thomas, im Alter von 87 Jahren. Geboren und aufgewachsen in Schlesien, erlebte sie in ihrer Biographie viele Verwerfungen des letzten Jahrhunderts und fand später in den Kirchengemeinden Senne und Isselhorst eine geistliche Heimat. Sie förderte das gottesdienstliche und kirchenmusikalische Leben der Gemeinde immer wieder auch finanziell. In ihrem Testament setzte sie die Gemeinde als Erbin ein, wobei nicht das Kapital, sondern dessen Zinsen in den Jahreshaushalt fließen sollen - der Kerngedanke der Kirchenstiftung Isselhorst.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 93 · November 2008
  • November 2008Ehepaar Maimann schließt Optik-GeschäftNach 17 Jahren in Isselhorst und 32 Jahren in Gütersloh verabschiedete sich das Ehepaar Maimann Ende 2008 aus dem Ort. Eva Maimann schloss endgültig ihr Geschäft maas - Der gute Name für Optik, Schmuck, Uhren an der Steinhagener Str. 3, womit die Zweige Uhren und Schmuck in Isselhorst endeten. Für die Augenoptik fand sich jedoch ein Nachfolger: Ab dem 6. Januar 2009 übernahm eine traditionsreiche Hamburger Optiker-Familie die Geschäfte in Isselhorst und Gütersloh und übernahm auch das komplette Optik-Personal. Vor der Schließung lief ein Sonderverkauf des gesamten Uhren- und Schmucklagers.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 93 · November 2008
  • November 2008Heimatverein besucht Schloss Tatenhausen und StockkämpenAuf einer Fahrt am 4. Oktober 2008 entdeckte der Heimatverein drei wenig bekannte Kleinode vor der Haustür. Im Schloss Tatenhausen befindet sich eine noch genutzte Privatkapelle; der Ort war einst ein Heilbad mit Trinkkuren sowie Heilwasser- und Schlammbädern mit bis zu 200 Anwendungen am Tag, dessen Badehaus heute ein Café beherbergt. Stockkämpen war über fast dreihundert Jahre eine katholische Enklave im evangelischen Ravensberg und die einzige katholische Pfarrstelle im Bereich mehrerer Gemeinden. Beim Schloss Holtfeld erschloss sich, dass ein Fachwerkgebäude mit zwei Deelentüren einst als Torhaus mit Sicht- und Wegeachse zum Schloss diente. Das Schloss ist heute in privatem Besitz, der Innenhof nicht mehr zugänglich.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 93 · November 2008
  • November 2008Heimatverein auf den Spuren Widukinds in EngerAm 25. Oktober 2008 fuhr der Heimatverein nach Enger und Bünde. Im Widukindmuseum wurde die Geschichte des sächsischen Adligen Widukind vermittelt, der Karl dem Großen 777 bis 785 erbitterten Widerstand leistete. In der Stiftskirche soll Widukind begraben sein; ob der Sachsenherzog aber tatsächlich unter dem großplastischen Grabmal aus der Zeit um 1100 liegt, ist archäologisch nicht geklärt, denn die dort gefundenen Gebeine sind die einer jungen Frau. Bemerkenswert ist der Schnitzaltar des Meisters Henrik Stavor von 1525, auf dem unübersehbar eine nackte Frau geschnitzt ist. Am Nachmittag besuchte die Gruppe das Tabakmuseum in Bünde.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 93 · November 2008
  • November 2008Punsch-Erlös für neue TVI-KücheStefan Dreesbeimdieke vom Kaufhaus Dreesbeimdieke sponserte den gesamten Heidelbeerpunsch am Stand des Turnvereins Isselhorst auf dem Weihnachtsmarkt. Der Reinerlös floss in die geplante Anschaffung einer eigenen Küche in der TVI-Geschäftsstelle Am Kreuzkamp. Die Küche soll ernährungsbezogene Projekte ermöglichen und Sport, psychologische Betreuung und Ernährungsberatung vernetzen. Vorsitzende Gabi Neumann verwies darauf, dass jedes fünfte Kind und jeder dritte Jugendliche in Deutschland übergewichtig sei; für das Landesprojekt Schwer mobil ist eine eigene Küche Voraussetzung.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 93 · November 2008

2009 – 2010

Wandel und Bewahrung

  • April 2009Isselhorster Landhaus verdoppelt seine KapazitätNach einem Jahr Bauzeit hat das Hotel Isselhorster Landhaus im Zentrum des Lutterdorfes seine Appartement- und Zimmerkapazität verdoppelt. Zwischen der ehemaligen Geschäftsstelle des Turnvereins und dem 1997 errichteten Neubau wurde die Fläche um 540 Kubikmeter umbauten Raum erweitert - dort, wo sich vor 200 Jahren in der ehemaligen Poststation und dem späteren Pferdestall Pferde im Heu wälzten. Betreiber ist Andre Roscher mit der ROGAS GmbH, Immobilienbesitzer ist Wolfgang Roscher, Architekt war Thomas Heye. Clou des Anbaus ist der abgerundete neue Eingangsbereich mit 14 Stunden besetzter Rezeption; neue Tagungsräume bieten bis zu 50 Personen Platz. Am 5. April 2009 lud die Familie Roscher zum Tag der offenen Tür.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 95 · April 2009
  • April 2009Buse Gartentechnik übernimmt Firma MoormannNach über 50 Jahren schloss die Firma Moormann an der Gottlieb-Daimler-Straße ihre Türen. Gerd Strothmann, der die Firma 1989 von der Familie Moormann übernommen hatte, ging mit 67 Jahren zusammen mit seinem Mitarbeiter Herrn Wollmeier in den Ruhestand. Er hatte sich jahrelang für die Marke Honda engagiert, deren Rasenmäher, Traktoren und Stromerzeuger das Aushängeschild waren. Ab Anfang 2009 übernahm die Firma Buse Gartentechnik den Service und Verkauf und baute dafür die alte Schmiede um. Die Brüder Roger und Burkhard Buse führen den Betrieb, der ins 118. Jahr ging und einst als Schmiede begann, in vierter Generation.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 95 · April 2009
  • April 2009Diskussion um Wiedererrichtung des KronprinzendenkmalsZur Erinnerung an einen Eisenbahnunfall, bei dem Kronprinz Friedrich-Wilhelm von Preußen 1866 nur leicht verletzt wurde, war am Bahnhof Isselhorst/Avenwedde ein Denkmal errichtet worden. Es wurde 1914 wegen der Bahnerweiterung abgebaut, bis 1917 südlich des Bahnkörpers neu aufgebaut und um 1968 abgerissen; nur der Sockelstein blieb erhalten und war zuletzt Teil eines Garagenfundaments. Die Heimatvereine Avenwedde und Isselhorst ergriffen die Initiative, an das Denkmal baulich zu erinnern. Bei einer Veranstaltung am 10. Februar sprachen sich rund 40 Interessierte einmütig dafür aus. Der Künstler Aulenkamp legte Entwürfe vor, wobei der stark lädierte Marmor-Sockelstein möglicherweise durch grünen Anröchter Stein ersetzt werden soll.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 95 · April 2009
  • April 2009Jahreshauptversammlung des HeimatvereinsAm 26. Februar 2009 fanden sich 85 Mitglieder im Gasthof Zur Linde bei Rolf Ortmeyer zur Jahreshauptversammlung ein, verbunden mit dem traditionellen Grünkohlessen. Siegfried Kornfeld, der neue 1. Vorsitzende, präsentierte den Jahresbericht erstmals per Beamer und PowerPoint. Von 238 Mitgliedern waren seit der Vorjahresversammlung nur zwei verstorben; eine Grafik zeigte jedoch, dass fast 80 Prozent der Mitglieder der Altersgruppe von 70 bis 80 Jahren angehören und eine Verjüngung nottut. Das Ehepaar Allwermann überreichte dem Vorsitzenden ein Bild von Thomas Redeker mit dem Motiv An der Lutter für das Archiv. Für 2009 waren rund zwanzig Exkursionen und Besichtigungen geplant.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 95 · April 2009
  • April 200920 Jahre Singen mit SeniorenSeit 1988, also seit 20 Jahren, gibt es in Isselhorst das Singen mit Senioren, eine Singgemeinschaft ohne Probenzwang und Anspruch auf Vollkommenheit. Einzige Forderung ist, die Freude am Singen lebendig zu erhalten. Der einst große Kreis der Sängerinnen und Sänger ist über die Jahre geschrumpft, da viele zu alt geworden sind, weshalb neue Mitsänger gesucht wurden. Das Repertoire reicht von deutschen Volksliedern über moderne und neue Kirchenlieder bis zu Schlagern der 20er Jahre. Getroffen wird sich jeden 4. Dienstag im Monat von 14.30 bis 16.30 Uhr im DRK, Alte Volksschule, Haller Str. 104.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 95 · April 2009
  • April 2009Kunstausstellung zum 100. Geburtstag Werner SchniedermannsSeit dem 4. März 2009 waren im Bauernhofcafé Unnern Äiken Zeichnungen von Werner Schniedermann ausgestellt, anlässlich seines 100. Geburtstags am 28. März - er selbst wurde 95 Jahre alt. Seine Bilder, Skizzen und Zeichnungen aus der Detmolder Studienzeit der Innenarchitektur geben einen Überblick über verschiedene Kunst- und Möbelstile von der Renaissance über Barock, Biedermeier und Jugendstil bis zum Art Déco. Er entwarf nicht nur, sondern fertigte auch Möbel, Raumgestaltungen und Intarsien aus farbigen Furnieren. Einige seiner ausgestellten Pläne mit Ansichten und Schnitten sind 2 mal 3 Meter groß.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 95 · April 2009
  • Mai 2009Nachruf Gerhard Husemann - Schulleiter der GrundschuleAm 30. März 2009 starb Gerhard Husemann im Alter von 73 Jahren, der langjährige Schulleiter der Isselhorster Grundschule. Er trat Mitte der 50er Jahre seine erste Stelle an der Volksschule Mittel-Ummeln an und wechselte 1965 an die Isselhorster Volksschule, die damals Fritz Struckmeier leitete. 1970 übernahm er die Schulleiterstelle, die er bis zu seiner Pensionierung am 31. Juli 1997 prägend ausfüllte; in seiner Zeit wurde das neue Schulgebäude an der Niehorster Straße bezogen und die Holler Schule aufgelöst. Bis Dezember 2002 leitete er zudem den Isselhorster Kulturkreis und führte für den Heimatverein vogelkundliche Wanderungen durch. Der zurückhaltende Vollblut-Pädagoge liebte die Natur und das Reiseland Schweden.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 96 · Mai 2009

Gerhard Husemann (li.) mit Wilfried Hanneforth (re.), Foto: Karl Piepenbrock

Gerhard Husemann (li.) mit Wilfried Hanneforth (re.), Foto: Karl Piepenbrock
Quelle: Der Isselhorster

  • Mai 2009Bäckerei Glasenapp und Bursian kooperieren mit Bio-BrotDie Bäckermeister Axel Glasenapp und Wolfgang Bursian schlossen eine Kooperation statt Konkurrenz. Ab Mitte Juni 2009 übernahm die Bäckerei Glasenapp aus Isselhorst zwei Geschäfte samt Verkaufsteam der bisherigen Bäckerei Bursian in Avenwedde, womit Glasenapp auf insgesamt neun Filialen aufstockte. Wolfgang Bursian konzentriert sich mit seiner Frau Brigitte fortan auf eine Bio-Bäckerei in der Backstube am Kreisverkehr und verwendet ausschließlich Demeter-Getreide von einem Hof der Umgebung. Das Bio-Sortiment mit vier Brotsorten und verschiedenen Brötchen wird exklusiv über die Glasenapp-Geschäfte in Gütersloh und Isselhorst angeboten. Die Filiale an der Friedrichsdorfer Straße wurde mit rund 30 Sitzplätzen zum Café umgestaltet.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 96 · Mai 2009
  • Mai 2009Arztwechsel: Dr. Beermann geht, Dr. Theurich kommtZum 1. Juli 2009 verließ der in Isselhorst geschätzte Dr. Hans-Rainer Beermann nach 28 Jahren die Praxisgemeinschaft Dr. Beermann/Fraedrich. Als Nachfolger präsentierte er Dr. Jan Peter Theurich, der zuvor sechs Jahre als Chefarzt die Abteilung Innere Medizin und Psychosomatik der Westfälischen Klinik in Gütersloh geleitet hatte. Theurich verließ die Klinik, nachdem dort die Schließung der Intensivstation, die Abkopplung vom Notarztsystem und die Rückführung der Psychosomatik in die Psychiatrie beschlossen worden waren. Seine Familie fühlt sich in Ost-Westfalen wohl und wollte bleiben. Ihm ist wichtig, dass Patienten nicht nur als Kunden gesehen werden, sondern der Arzt ihr Helfer und Lotse bleibt.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 96 · Mai 2009
  • Mai 2009DRK stellt zehn neue Bänke im Dorf aufDas DRK Isselhorst stellte im Kirchspiel zehn neue Bänke aus stabilen Holzleisten und gusseisernen Seitenteilen auf, um den Bürgern Plätze zum Verweilen zu geben. Die Volksbank Isselhorst spendete einen Betrag und beteiligte sich mit zwei Bänken an der Aktion. Eine Radtour durch das Kirchspiel half, die gewünschten Standorte zu finden; Gespräche mit Grundeigentümern und dem Grünflächenamt verliefen mit uneingeschränkter Zusage. Die Männer des DRK-Vorstands setzten die Bänke bei meist kaltem und nassem Wetter zusammen und verankerten sie fest im Erdreich. Schon am Tag nach dem Aufstellen waren die Bänke besetzt, und die Reaktionen der Nutzer fielen sehr positiv aus.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 96 · Mai 2009
  • Mai 2009Grundschule übernimmt Trägerschaft des Offenen GanztagsNach den Sommerferien 2009 übernahm der neu gegründete Verein OGS Isselhorst e.V. - bestehend aus Schulleitung und dem über 40 Jahre alten Schulverein - die Trägerschaft des Offenen Ganztags und der Randstundenbetreuung. Seit vier Jahren können Eltern ein Betreuungsangebot von 7.30 bis 16 Uhr nutzen, das bisher von der Volkshochschule Gütersloh getragen wurde. Zur Zeit nutzten knapp 50 Familien das Angebot mit steigender Tendenz. Das neue Konzept sieht Hausaufgabenbetreuung in kleinen jahrgangsgetrennten Gruppen mit täglicher Lehrerbegleitung vor. Das Nachmittagsangebot umfasst künftig fünf Schwerpunkte: einen Musik-, Sport- und Kunsttag sowie Reiten und Technik/Forschen/Lesen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 96 · Mai 2009
  • Mai 2009Über 5.000 Besucher bei den Wohlfühltagen am HaverkampAm 9. und 10. Mai 2009 kamen über 5.000 Menschen zu den Wohlfühltagen, die Heiner Varnholt zusammen mit der Firma Küchen-König am Haverkamp veranstaltete. Rund um die Baumschule beteiligten sich zwölf weitere Firmen mit Musik, Kunsthandwerk, Weinangeboten, Gartenmöbeln und Hutmoden. Ein 34-jähriger Künstler aus Simbabwe arbeitete vor Ort an Steinmetz-Kreationen, und als Renner erwies sich eine ausschließlich mit Holz beheizte Fass-Sauna eines Herstellers vom Tegernsee. Vom 8. bis 30. Juni lud Varnholt anschließend zu den Rosenwochen ein. Bei Küchen-König gab es moderne Küchen und in Zusammenarbeit mit Linie 2 - Heidi Wulf aktuelle Mode zu sehen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 96 · Mai 2009
  • August 2009Unser tägliches Brot – Familiengottesdienst mit Backen bei GlasenappAm 28. Juni 2009 feierte die evangelische Gemeinde einen Familiengottesdienst zum Thema „Unser tägliches Brot gib uns heute“. Vor dem Altar waren Getreidehalme, ein Spielzeug-Mähdrescher sowie Tischchen mit Körnern und Mehl aufgebaut; die Kinder schnitten Ähren, mahlten Korn und kneteten Teig. Anschließend ging die Gemeinde gemeinsam zur Bäckerei Glasenapp, die ihre Backstube öffnete, sodass Kinder und Erwachsene Plätzchen ausstechen konnten. Pastor Kölsch hatte die Gemeinde zuvor mit einem frischen Brötchen in der Hand begrüßt.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 97 · August 2009
  • August 2009Werbung fürs Dorf: Eine Isselhorsterin schreibt aus KanadaUnter dem Titel „Kommt doch mal nach Isselhorst“ empfahl Christina Schallenberg aus Kanada ihren Heimatort als Ausflugs- und Erholungsziel. Sie beschrieb den Eselsweg als ausgezeichnete Radtour rund ums Kirchspiel, die am Dorfplatz beginnt, sowie das historische Gasthaus Zur Linde am Kirchplatz. Von dort öffne sich ein Blick auf die Isselhorster Kirche, deren Kirchturm im Jahre 1545 erbaut wurde. Erwähnt werden auch der bronzene Esel bei der Kirche und die „beste Bratwurst Westfalens“ vom langsamsten Grillmeister der Welt.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 97 · August 2009
  • August 2009Wilhelm Freitag – der erste Elektromeister in IsselhorstWilhelm Freitag wurde am 28. Juni 1884 in Isselhorst am Brinkhof geboren und legte 1908 zunächst die Meisterprüfung als Tischler ab. Im Ersten Weltkrieg war er Funker; nach Kriegsende besuchte er in Köln eine Fachschule und machte dort seine zweite Meisterprüfung im Elektrohandwerk. Er war der erste Isselhorster mit elektrischer Lichtanlage im eigenen Haus und elektrifizierte in den 1920er Jahren fast das gesamte Kirchspiel. 1950 gehörte er zu den Hauptorganisatoren der 900-Jahrfeier; am 29. August 1960 verunglückte er mit dem Fahrrad an der B61 tödlich.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 97 · August 2009
  • August 2009Inhaberwechsel in der Buchhandlung SchwarzGisela Schwarz übergab ihre Sortimentsbuchhandlung in Ummeln an eine Nachfolgerin. Nach der Wende 1989 hatte sie zunächst die Buchhandlung ihres Großvaters im brandenburgischen Elsterwerda übernommen und war dann in die Nähe ihres Wohnorts zurückgekehrt, wo sie in Ummeln, Am Speksel, ein kleines Geschäft eröffnete und 2001 an die Umlostraße umzog. Nun übergab die über 60-Jährige den Laden an die 29-jährige, gebürtige Isselhorsterin Nora Bethlehem-Hinsen, die den Beruf in der Buchhandlung Osthus gelernt und in Bielefeld Geschichte und Pädagogik studiert hatte. Auf 120 m² finden sich dort rund 5.000 Buchtitel.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 97 · August 2009
  • August 2009Feuerwehr Isselhorst trauert um Heinz Stricker und Jürgen VolkmannDie Feuerwehr Isselhorst trauerte um zwei langjährige Mitglieder. Heinz Stricker, 1959 in die Freiwillige Feuerwehr eingetreten, war Wehrführer und später Löschzugführer; unter seiner Regie entstand das neue Gerätehaus an der Niehorster Straße. Er verstarb am 11. Februar 2009 mit 80 Jahren; sein Lieblingssatz war „Fertig jetzt!“. Am 15. Mai starb zudem Hauptbrandmeister Jürgen Volkmann mit nur 47 Jahren nach schwerer Krankheit; er war 1974 mit 13 Jahren eingetreten und zuletzt als Werkstattleiter für Fahrzeuge und Geräte verantwortlich.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 97 · August 2009
  • August 2009Heimatvereinsfahrt nach Zwillbrock und VredenDer Heimatverein fuhr am 20. Juni 2009 ins westliche Münsterland nach Zwillbrock und Vreden. In Zwillbrock am Rande des Moorgebiets steht die Barockkirche St. Franziskus, die als Missionsstation für die von den Niederlanden aus unterdrückten Katholiken diente; 1717 begonnen, wurde sie 1748 eingeweiht. Am Zwillbrocker Venn brütet in Europas nördlichster Kolonie sogar eine Flamingo-Population. In Vreden besichtigte die Gruppe die Pfarrkirche St. Georg mit freigelegten Fundamenten aus dem Jahr 820 und die Stiftskirche St. Felicitas mit einer Krypta aus dem frühen 11. Jahrhundert.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 97 · August 2009
  • Oktober 200975 Jahre Wasserbeschaffungsverband IsselhorstBis 1934 bezogen die Haushalte im Ortskern Isselhorst ihr stark eisenhaltiges, braun gefärbtes Trinkwasser aus hauseigenen Brunnen. Nachdem die Kornbrennerei Elmendorf eine Wasserleitung verlegt hatte, sorgten beherzte Bürger 1933 für Probebohrungen und stellten ihre schuldenfreien Besitzungen als Bürgschaft zur Verfügung: Julius Dreesbeimdieke, Heinrich Krull und Richard Lütkemeyer. Am 15. Januar 1934 wurde die Wassergenossenschaft gegründet, 1940 in „Wasserbeschaffungsverband Isselhorst“ (WBI) umbenannt. Der größte Ausbau gelang 2007/2008 mit dem Anbau einer Halle, zwei Vorratsbehältern und Ozonanlage für rund 900.000 Euro; das Isselhorster Trinkwasser ist heute etwa 40 % billiger als in Stadt und Umfeld.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 98 · Oktober 2009
  • Oktober 2009Geflügelzucht- und Gartenbauverein bekommt eigenes VereinsheimHermann Niedergassel bot dem Geflügelzucht- und Gartenbauverein Isselhorst das seit zwei Jahren leerstehende ehemalige Vereinsheim des Schäferhundevereins auf seinem Gelände in Holtkamp an. Am 16. März 2009 begannen rund 20 Mitglieder mit der Renovierung in Eigenregie: Es wurde gesägt, geschraubt, gepinselt, neue Fenster eingebaut sowie der Toiletten- und Küchenbereich erneuert. Fünf Monate später, am 16. August 2009, wurde das Vereinshaus mit einem rund 50 qm großen Vereinsraum und einer 30 qm großen Terrasse feierlich eröffnet. Der Vorsitzende Rolf Brandt dankte besonders Hermann Niedergassel.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 98 · Oktober 2009
  • Oktober 2009Plattdeutscher Gottesdienst auf dem Hof Kornfeld-IborgDer plattdeutsche Gottesdienst am 16. August 2009 fand auf dem Hof Kornfeld-Iborg in Holtkamp statt, wo der Heimatverein mit seinem Museum zuhause ist. Bei strahlendem Sommerwetter lauschten etwa 200 Menschen der plattdeutschen Predigt von Pastor Dieter Stork aus Bünde. Lieder, Glaubensbekenntnis und Vaterunser wurden von der Gemeinde auf Plattdeutsch gesprochen und gesungen. Nach dem Gottesdienst gab es bei Kaffee und Gebäck angeregte theologische Gespräche.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 98 · Oktober 2009
  • Oktober 2009Bundesverdienstkreuz für Franz ThiesbrummelDer Gütersloher Umweltschützer Franz Thiesbrummel erhielt das Bundesverdienstkreuz. Seit den späten achtziger Jahren schuf er mit seinem Naturschutzteam an der Dalke zahlreiche Nistmöglichkeiten und plante die Entwicklung des Raumes als Biotop. Gemeinsam mit dem Landwirt Kröning im „Toten Viertel“ entstand ein in Gütersloh einzigartiges Naturschutzprojekt, für das er auch die Pläne für einen 70 ha großen Golfplatz abwenden konnte. Neben dem Naturschutz engagierte er sich in der kirchlichen Jugendarbeit und im Mandolinenorchester und beherrscht das Plattdeutsche hervorragend.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 98 · Oktober 2009
  • Oktober 2009Kommunalwahl 2009 im Kirchspiel IsselhorstAm 30. August 2009 fanden in NRW Kommunalwahlen statt, vier Wochen vor der Bundestagswahl. Die Wahlbeteiligung in der Stadt Gütersloh lag bei nur 50,9 %. In den Stadtrat wurden aus dem Kirchspiel Isselhorst Georg Hanneforth und Hermann Birkenhake (beide CDU) direkt gewählt; über die Reserveliste zogen Dr. Siegfried Bethlehem und Marios Ionnaou (SPD) sowie Christiane Ziegele (BfGT) ein. Bei der Bürgermeisterwahl siegte erneut Maria Unger (SPD) mit 42,8 % vor Heiner Kollmeyer (CDU); Bernhild Köster (CDU) wurde direkt in den Kreistag gewählt.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 98 · Oktober 2009
  • Oktober 2009Die Uhr auf dem Dorfplatz geht wiederVor 25 Jahren hatte die Werbegemeinschaft Isselhorst eine Uhr auf dem Dorfplatz installiert, deren Zeiger schließlich nur noch auf 12:00 Uhr standen. Die Reparatur war schwierig, weil es keine passenden Ersatzteile mehr gab. Bernd Maimann nahm sich der Sache an, fand nach langem Suchen die passenden Ersatzteile und sponserte sie selbst. Uhrmachermeister Eckhard Nagel baute schließlich das neue, nun funkgesteuerte Uhrwerk ein.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 98 · Oktober 2009
  • November 2009Heimatverein-Tagesfahrt nach Kalkriese und zur MaiburgAm 10. Oktober 2009 besuchte der Heimatverein die Ausstellung zur Varusschlacht in Kalkriese und den Waldskulpturenpark der Freien Kunstakademie Maiburg in Bippen-Klein-Bokern. Das Museum in Kalkriese legt nahe, die Niederlage der drei römischen Legionen von rund 20.000 Mann an der engsten Stelle zwischen Moor und Berg zu verstehen, wo sich die Truppen zu einem kilometerlangen Zug auseinanderzogen. In der Maiburg schuf eine Künstlergemeinschaft in jahrzehntelanger Arbeit einen einzigartigen Garten mit tibetischen Gebetsfähnchen und einem restaurierten Hallenhaus.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 99 · November 2009
  • November 2009Trauer um Heinrich und Hilde HellwegIm September 2009 verstarb der langjährige Feuerwehrkamerad Oberfeuerwehrmann Heinrich „Heini“ Hellweg im Alter von 86 Jahren. Nach dem Zweiten Weltkrieg war er für die Gemeinde Holtkamp zur Feuerwehr dienstverpflichtet worden und trat im Oktober 1946 ein; 1948 machte er in Warendorf als einer der ersten Isselhorster den Lkw-Führerschein für die Feuerwehr. 2008 war ihm für über 60-jährige Mitgliedschaft die Sonderauszeichnung des Landesfeuerwehrverbandes NRW in Gold verliehen worden. Wenige Wochen nach ihm starb auch seine Frau Hilde; die beiden hatten im Mai desselben Jahres noch Diamantene Hochzeit gefeiert.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 99 · November 2009
  • November 2009Verteilstelle der Gütersloher Tafel im GemeindehausDer Verein Gütersloher Tafel richtete im evangelischen Gemeindehaus Isselhorst eine Lebensmittelverteilstelle ein – die 50. im Kreis Gütersloh. Einmal in der Woche werden hier in Not geratene Personen und Familien versorgt; kreisweit verteilt der Verein an über 3.500 Empfänger. Der Verein zählt 450 aktive Mitglieder. Für die Adventszeit wurden Sammelkörbe in Kirche und Gemeindehaus aufgestellt, um Weihnachtspakete für die Empfänger zu sammeln.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 99 · November 2009
  • November 2009Ein Streichorchester an der Grundschule IsselhorstIm Freizeitangebot der Offenen Ganztagsgrundschule lernen seit Ende August 2009 19 Dritt- und Viertklässler ein Streichinstrument – Geige, Bratsche, Cello oder Kontrabass. Weil die Anschaffung der Instrumente die Möglichkeiten der Schule übersteigt, wurde gespendet, unter anderem über Waffelaktionen vor dem Kaufhaus Dreesbeimdieke und einen Pappmaché-Kontrabass als Spardose in der Sparkasse. Ulrieke Elmendorf bat zu ihrem 70. Geburtstag um Spenden statt Geschenke und brachte so 2.235 Euro für sechs Geigen samt Notenmaterial zusammen. Eine großzügige Spende der Familie-Osthushenrich-Stiftung deckte schließlich alle Kosten des Schuljahres.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 99 · November 2009
  • November 2009Krimi- & Dinner-Abende des CVJM für KiliyanurDie Kochgruppe „Das Perfekte Dinner“ des CVJM Isselhorst veranstaltete am 2. und 3. Oktober 2009 erstmals einen Krimi- & Dinner-Abend zugunsten des südindischen Partnerdorfs Kiliyanur. Ein rund 30-köpfiges Team schrieb das Kriminalstück „Maries letztes Mahl“ selbst und kochte dazu ein indisches Drei-Gänge-Menü. Beide Abende waren mit je 48 Zuschauern ausverkauft, sodass insgesamt 2.600 Euro zusammenkamen. Das Geld wurde bei einem Besuch in Kiliyanur in den Herbstferien persönlich übergeben.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 99 · November 2009
  • November 2009Pfarrer Fürste unterrichtet verstärkt am GymnasiumPfarrer Michael Fürste, seit 1995 in Isselhorst und schwerpunktmäßig in der Kinder- und Jugendarbeit tätig, unterrichtet künftig verstärkt am Städtischen Gymnasium Gütersloh. Seelsorgerliche Hausbesuche und Amtshandlungen wie Taufen, Trauungen und Beerdigungen wird er nicht mehr durchführen. Grund ist der Rückgang der Gemeindegliederzahl, durch den sich für Isselhorst nur noch insgesamt 1¼ Pfarrstellen ergeben. Im Rahmen einer Viertel-Pfarrstelle betreut er weiterhin Kinder- und Jugendarbeit, Konfirmandenunterricht und einen monatlichen Gottesdienst.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 99 · November 2009
  • Februar 2010Die 100. Ausgabe des IsselhorstersMit Heft 100 im Februar 2010 feierte der vom Heimatverein herausgegebene „Isselhorster“ ein Jubiläum. Vorläufer war die Publikation „Lebendiges Isselhorst“, die Karl-Theodor Mumperow 1977 gegründet und 1991 nach 112 Ausgaben eingestellt hatte. Hans-Georg Baumeister, der neben der Stern-Apotheke ein Grafik-Atelier betrieb, entwarf 1993 das Layout mit dem Titel „Der Isselhorster“; die erste, 24-seitige Ausgabe erschien im Juni 1993 als Postwurfsendung. Seit Dezember 1998 leitet Rolf Ortmeyer jr. die Redaktion, seit April 2006 stehen alle Ausgaben auch im Internet.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 100 · Februar 2010

Redakteur Rolf Ortmeyer vor „seiner Linde“ sowie historische Titelseiten

Redakteur Rolf Ortmeyer vor „seiner Linde“ sowie historische Titelseiten
Quelle: Der Isselhorster

  • Februar 201080 Jahre Adventsblasen des PosaunenchoresDas Adventsblasen des Posaunenchores Isselhorst wurde 2009 achtzig Jahre alt. An allen vier Adventssonntagen zieht eine Gruppe von 10 bis 15 Bläserinnen und Bläsern durch die Ortsteile des Kirchspiels; erster Choral ist stets „Macht hoch die Tür“. Der damalige Chorleiter Ernst Imkamp (1907–2005) führte die Tradition 1929 ein, weil man mit dem weittragenden Klang der Trompeten und Posaunen mehr Menschen erreiche als mit Gesang. Selbst am 4. Advent 2009 wurde bei minus 12 Grad in Ebbesloh, Hollen und Niehorst geblasen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 100 · Februar 2010
  • Februar 2010333 Jahre historische Gaststätte Zur LindeDie Gaststätte Zur Linde in Isselhorst ist seit 1677 in Familienbesitz; ihr Name geht auf den bis 1940 vor dem Haus stehenden Lindenbaum zurück. Die heutigen Besitzer, Familie Ortmeyer, führen sie seit Mitte des vorigen Jahrhunderts. Am 24. Dezember 2009 wurde das Haus vom Bund Heimat und Umwelt ausgezeichnet: Aus 415 bundesweiten Bewerbungen wählte eine Jury 40 Gasthäuser aus, die offiziell den Namen „Historisches Gasthaus“ führen dürfen. In Nordrhein-Westfalen tragen nur drei Gaststätten diesen Titel.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 100 · Februar 2010
  • Februar 2010Goldener Meisterbrief für Schuhmachermeister Günter KarmannDer Isselhorster Schuhmachermeister Günter Karmann erhielt im Dezember 2009 in der Gütersloher Stadthalle aus den Händen von Kammerpräsidentin Lena Strothmann den Goldenen Meisterbrief der Handwerkskammer Ostwestfalen-Lippe. Er ist fast täglich noch im Schuhgeschäft seiner Tochter Ina Karmann tätig, um den Service zu garantieren.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 100 · Februar 2010
  • Februar 2010Abschied von Hilde DreesbeimdiekeAm 3. November 2009 verstarb Hilde Dreesbeimdieke nach kurzer schwerer Krankheit im Alter von 79 Jahren. Sie galt als „Holler Original“, war eine Person mit ansteckend guter Laune, Optimismus und Schaffenskraft und hatte stets ein offenes Ohr und ein offenes Haus für alle Generationen. Als Bindeglied zwischen Altem und Neuem gab sie alte Techniken wie das Spinnen mit dem Spinnrad weiter und lernte zugleich Neues von ihren Kindern und Enkeln.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 100 · Februar 2010
  • Februar 2010Anekdote aus der Jugendzeit: Das Luftgewehr und das SchafRudolf Knufinke erinnerte sich an eine Jugendgeschichte: Nach Weihnachten schoss er mit Nachbarjungen zunächst auf eine Scheibe am Apfelbaum, später zielten sie mit dem Luftgewehr auf angepflockte Schafe auf dem Sportplatz. Als eines der Schafe leblos liegen blieb und der Nachbar es zur Schlachterei fuhr, plagte die Jungen das schlechte Gewissen. Am nächsten Abend erschien Dorfpolizist Pinkowsky, doch die im Fell gefundene Kugel passte nicht zum Gewehr – das Tier war durch andere Umstände gestorben. Die Geschichte endet mit der Mahnung, dass schon der Umgang mit einem Luftgewehr gefährlich ist.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 100 · Februar 2010
  • März 2010Märchen auf Plattdeutsch beim Winterabend des HeimatvereinsAm 4. Februar 2010 veranstaltete der Heimatverein seinen traditionellen plattdeutschen Winterabend, erstmals ausschließlich mit Märchen wie „Der goldene Schlüssel“, „Rotkäppchen“ und „Hänsel und Gretel“. Siegfried Kornfeld erläuterte, dass die Grimm'schen Märchen ursprünglich nicht nur für Kinder gedacht waren und der Psychologe C.G. Jung sie als „Brüder des Traumes“ bezeichnete. Vorgetragen wurden sie von vier Mitgliedern des Heimatvereins sowie von Teilnehmerinnen der beiden Plattdeutsch-Lehrgänge. Die Kornfeldsche Diele war erneut voll besetzt.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 101 · März 2010
  • März 2010Was ist eine Außenheide? – Die Hambrinker Heide und die GebietsreformOrtwin Schwengelbeck erläuterte die Folgen der Gebietsreform vom 1. Januar 1970 für die „Hambrinker Heide“. Weil sich die Gemeinde Holtkamp für einen Verbleib bei Bielefeld entschied und keine gemeinsame Grenze zu Ummeln hatte, wurde die Anbindung über die Hambrinker Heide vollzogen und diese von Isselhorst abgetrennt. Die übrigen Ortsteile mit Niehorst, Hollen und Ebbesloh entschieden sich für die Eingliederung nach Gütersloh. Kirchlich blieb die Hambrinker Heide bei der Kirchengemeinde Isselhorst.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 101 · März 2010

Historische Karte von Herrn Bremer aus dem Jahr 1880 mit farblichen Markierungen der Veränderungen

Historische Karte von Herrn Bremer aus dem Jahr 1880 mit farblichen Markierungen der Veränderungen
Quelle: Der Isselhorster

  • März 2010Abschied von Gudrun JacobsenIm 84. Lebensjahr starb am 13. Februar 2010 Gudrun Jacobsen, eine couragierte und streitbare Kommunalpolitikerin. 1925 in Datteln geboren, machte sie eine Ausbildung zur evangelischen Gemeindehelferin; 1978 zog die Familie nach Isselhorst. Von 1979 bis 1994 war sie Mitglied im Rat der Stadt Gütersloh und setzte sich unter anderem gegen eine Geschäftsbebauung des Pfarrkamps ein. 1990 wurde sie Vorsitzende der AWO, die sie bis 2007 führte.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 101 · März 2010
  • März 201050 Jahre Friseursalon Masmeier in Avenwedde-BahnhofDer Friseursalon der Familie Masmeier an der Isselhorster Straße 229 feierte 50-jähriges Bestehen. Norbert Masmeier eröffnete mit seiner Ehefrau Christine am 5. April 1960 im Haus seiner Eltern einen Damen- und Herrensalon mit Parfümerie. 1965 ging ihr erster Lehrling Gerhard Kitzig als Kreisbester aus der Freisprechungsfeier hervor. Beide Töchter, Monika Garnschröder und Christa Greßmeyer, legten die Meisterprüfung ab und führen den Familienbetrieb heute weiter.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 101 · März 2010

Das Friseurteam Masmeier – hinten Maren Billotin, Peggy Schwarz, Christa Greßmeyer, Monika Garnschröder, Marli

Das Friseurteam Masmeier – hinten Maren Billotin, Peggy Schwarz, Christa Greßmeyer, Monika Garnschröder, Marli
Quelle: Der Isselhorster

  • März 2010Isselhorst wie es früher war: Die Zeit der Kuh- und OchsengespanneBis Mitte der 1960er Jahre spielten Ochsen und Kühe als Zugtiere in der Isselhorster Landwirtschaft eine wichtige Rolle. Ochsen boten gegenüber Pferden Vorteile: Sie waren „Zweinutzungstiere“, die als Zugtiere dienten und später als Schlachtvieh verkauft werden konnten. Häufig hielten Nebenerwerbslandwirte, die in Betrieben wie der Eisengießerei Schürmann oder der Brennerei Elmendorf arbeiteten, solche Ochsen. Viehhändler wie Pauleikhoff aus Verl oder Heinrich Lütgert aus Niehorst boten bevorzugt gutmütige rotbunte Tiere aus Bayern oder dem Sauerland an.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 101 · März 2010

s, u. a. Herr Heißmann beim Pflügen mit Ochse und Karrenpflug sowie ein Heuwagen mit Kuhgespann

s, u. a. Herr Heißmann beim Pflügen mit Ochse und Karrenpflug sowie ein Heuwagen mit Kuhgespann
Quelle: Der Isselhorster

  • März 2010Neue Ärztin in IsselhorstZum 1. Januar 2010 trat Brigitte Beyer als dritte Partnerin in die hausärztliche Gemeinschaftspraxis von Jörg Flöthmann und Bernfried Unkell ein und wird die Nachfolge von Jörg Flöthmann antreten. Die Isselhorsterin mit Gütersloher Wurzeln kannte die Praxis bereits als frühere Kollegin von Bernfried Unkell aus der LWL-Klinik. Nach der Facharztprüfung für Allgemeinmedizin arbeitete sie unter anderem in Bethel sowie in einer Klinik für Herz-Kreislauf-, Stoffwechsel- und Lungenerkrankungen und schloss die Zusatzweiterbildung Diabetologie ab.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 101 · März 2010
  • Mai 2010Isselhorst lernt Platt – der PlattdeutschkursAnnette Neigenfind berichtete über den Plattdeutschkurs bei Siegfried Kornfeld, den sie nach einer Zeitungsnotiz im Herbst entdeckt hatte. Das Interesse war so groß, dass zwei Gruppen gebildet wurden, die montags und donnerstags ab 20 Uhr unterrichtet wurden. Am 4. Februar 2010 las je ein Teilnehmer aus jeder Gruppe vor Publikum ein Märchen auf Platt vor. Als Kind war die Autorin in der Realschule verspottet worden, weil sie das plattdeutsche Wort „Trecke“ für Schublade benutzt hatte.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 102 · Mai 2010
  • Mai 2010Klassentreffen der Holtkämper Volksschüler von 1948Ehemalige Volksschüler des Einschulungsjahrgangs 1948 trafen sich am 28. Januar 2010 in ihrer ehemaligen Volksschule in Holtkamp wieder, einige nach über 50 Jahren. Die Schule wurde vor mehr als dreißig Jahren geschlossen und beherbergt seit 1973 einen städtischen Kindergarten. Während der ersten drei Schuljahre wurden alle Jahrgänge gemeinsam unterrichtet; einziger Lehrer war der „Dorfschulmeister“ Herr Hanack, ein phantastischer Geschichtenerzähler und Geigenspieler. Zum Schulalltag gehörte auch die Versorgung von drei Ziegen und Hühnern bis hin zum Schlachten.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 102 · Mai 2010
  • Mai 201075 Jahre Spedition Höcker – von der Milch zum ContainerDie Firmengeschichte begann 1935, als Heinrich Höcker einen gebrauchten 3,5-Tonnen-Dürkopp-Lkw für 7.500 Reichsmark kaufte, um Milch für die Molkerei Bielefeld zu transportieren. 1938 zog die Familie nach Isselhorst, 1951 wurde an der Niehorster Straße ein Grundstück gekauft und in Eigenleistung hergerichtet. 1970 übernahm Sohn Hans-Joachim Höcker das Unternehmen; 1982 begann mit einer Lkw-Konzession der Containerverkehr zu den Seehäfen, 1989 wurde nach 55 Jahren der Milchsammeltransport aufgegeben. Zum 75-jährigen Jubiläum – heute mit 55 Mitarbeitern am Standort an der Henry-Ford-Straße – lud die Firma am 5. Juni 2010 zum Tag der offenen Tür.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 102 · Mai 2010
  • Mai 2010Besuch der Dokumentationsstätte STALAG 326Am 27. März 2010 besuchte der Heimatverein die Dokumentationsstätte des Stammlagers 326 in Stukenbrock. Kurz nach dem Angriff auf die Sowjetunion 1941 trafen die ersten russischen Kriegsgefangenen ein; das Lager entwickelte sich zu einem der größten Kriegsgefangenenlager im Deutschen Reich, in dem Tausende an Hunger, Entkräftung und Krankheiten starben. Auf dem Friedhof wurden rund 65.000 Menschen beerdigt. Frau R. Plöger stellte den Bezug zu Isselhorst her, indem sie von zwei russischen Kriegsgefangenen erzählte; die junge Frau starb durch Freitod und wurde auf dem Isselhorster Friedhof beerdigt.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 102 · Mai 2010
  • Mai 2010Nachruf auf Tischlermeister Bernhard SchlautmannAm 27. Dezember 2009 verstarb in Niehorst plötzlich der Tischlermeister Bernhard Schlautmann, kurz vor seinem 80. Geburtstag. Auf den Weihnachtsmärkten verkaufte er selbst gefertigte Niehorster Krippen, Nistkästen und Futterhäuschen und ließ den Erlös wohltätigen Zwecken wie der Kinderkrebsstation und der Epilepsieabteilung in Bethel zukommen. Als Naturfreund prangerte er früh Gewässerbegradigung und rigorose Gehölzpflege an und pflanzte Stecklinge an freiliegenden Bachufern. Als gläubiger Christ renovierte er zudem denkmalgeschützte Einrichtungen der Klosterkirche Marienfeld.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 102 · Mai 2010
  • Mai 2010Der Kreis Regenwalde und die Vertriebenen in IsselhorstNach Flucht und Vertreibung fanden viele ehemalige Bewohner des pommerschen Kreises Regenwalde ein neues Zuhause in Isselhorst. Besonders verdient machte sich die gebürtige Regenwalderin Hilde Reichardt, die im Oktober 1945 ausgehungert und mit nur einem Bündel auf dem Rücken hier ankam. Sie kümmerte sich um günstige Baugrundstücke für Vertriebene, war von 1952 bis 1970 Mitglied im Isselhorster Gemeinderat und organisierte Begegnungen zwischen alten und neuen Mitbürgern; 2002 erhielt sie das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse. Am 30. Mai 2010 vollendete sie ihr 100. Lebensjahr.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 102 · Mai 2010
  • August 2010Kunstpfad an der Lutter: Förderschüler gestalten SkulpturenwegSchüler der Oberstufe 1 der Bielefelder Mamre-Patmos-Schule gestalteten unter Leitung des Isselhorster Lehrers Norbert Grüneberg einen rund 600 m langen Skulpturenpfad entlang der Lutter. Am Tag des offenen Denkmals, dem 12. September 2010, wurde er an der Wassermühle des Meierhofes Mumperow eröffnet und endete an der Lutterbrücke in Höhe des Autohauses Brinker. In der denkmalgeschützten Mühle stellte zugleich die junge Isselhorster Nachwuchskünstlerin Annalena Hunke ihre Gemälde und Bleistiftskizzen aus. Ab März 2011 sollte der Pfad abgebaut und in das Bielefelder Bohnenbachtal zurückgebracht werden.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 103 · August 2010
  • August 2010Holtkamptag: Vom kurzen Ausflug zur TagestourAm Sonntag, 20. Juni 2010, öffneten mehrere Höfe rund um Holtkamp beim Holtkamptag ihre Tore. Der Posaunenchor Isselhorst eröffnete das Fest auf dem Hof Hollmann-Raabe, ein Shuttle-Service mit alten Treckern brachte die Besucher zwischen den Stationen hin und her. Auf dem Hof Welpmann lockte der offene Kuhstall, bei Agnes Goldapp die Naturwerkstatt und auf Hof Kottmann die Arbeit mit Therapiepferden. Am Heimatmuseum zeigte der Heimatverein altes Handwerk wie Seilerei, Besenbinden und Wollspinnen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 103 · August 2010
  • August 2010Pastor Michael Fürste nimmt Abschied als GemeindepfarrerNach 15 Jahren verlor die evangelische Kirchengemeinde Isselhorst zum 1. Juli 2010 ihre zweite Pfarrstelle, weil die Landeskirche pro Stelle rund 2.800 Gemeindemitglieder verlangt, die Gemeinde aber nur etwa 3.600 zählt. Michael Fürste, gebürtig aus Bad Oeynhausen, war im März 1995 nach Isselhorst gekommen und wechselte nun ganz in eine kreiskirchliche Schulpfarrstelle am Städtischen Gymnasium Gütersloh. Bei seinem Abschiedsgottesdienst am 4. Juli musste er seine eigene, in kirchenjuristischer Formelsprache verfasste Entlassungsurkunde selbst verlesen, was viele als unwürdig empfanden. Fürste und seine Familie wollten in Isselhorst wohnen bleiben; die offizielle Verabschiedung war für den 3. Oktober 2010 geplant.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 103 · August 2010
  • August 2010Volksbank Open-Air: Über 900 Mitglieder in der Brennerei ElmendorfZum zweiten Mal fand die gemeinsame Mitgliederversammlung der Volksbank Gütersloh auf dem Gelände der ehemaligen Kornbrennerei Elmendorf in Isselhorst statt. Bei hochsommerlichen Temperaturen begrüßte Beiratsvorsitzende Monika Paskarbies mehr als 900 Mitglieder sowie Moderatorin Brigitte Büscher. Vorstandssprecher Thomas Sterthoff berichtete, die Bank sei gestärkt aus der Finanzkrise gekommen und habe 2.771 neue Mitglieder gewonnen. Für 50-jährige Mitgliedschaft wurden mehrere Jubilare aus Avenwedde und Isselhorst mit der silbernen Ehrennadel geehrt; die Singing Company und das Ensemble Movie & Motion sorgten für die Musik.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 103 · August 2010
  • August 2010TVI-Volleyballer wollen zusammen 1.000 Jahre alt werdenDie Senioren-Volleyballmannschaft des Turnverein Isselhorst bringt zusammen bereits 950 Lebensjahre auf das Feld und hat sich vorgenommen, die 1.000 zu knacken. Die Spieler sind im Schnitt über 70 Jahre alt, der Älteste 81. Trainer Heinz Heitland, früher Profispieler, legt Wert auf Spaß statt penibler Regelauslegung und lässt vor jedem Spiel eine halbe Stunde Gymnastik machen. Trainiert wird dienstags in der Halle der Grundschule Pavenstädt, in den Sommerferien im Parkbad.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 103 · August 2010
  • August 2010Heimatverein rückt den Sprayereien zu LeibeFünf Mitglieder des Heimatvereins versuchten an einem Samstag, Graffiti an der Festhalle mit Bürste, Wasser und Lösungsmitteln zu entfernen - mit nur dürftigem Erfolg, da sich manche Farben nicht lösen ließen. Siegfried Kornfeld warb in einem ausführlichen Kommentar gegen aufkommende Rufe nach der Prügelstrafe und für mehr Aufmerksamkeit füreinander. Er schlug vor, Jugendlichen legale Sprayflächen einzurichten, etwa in Zusammenarbeit mit der Schule. Der Heimatverein kenne Könner der Spraykunst, die dem Nachwuchs etwas beibringen könnten.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 103 · August 2010
  • Oktober 2010Uraufführung 'Milena & Andigo' im neuen StadttheaterAm 22. Juli 2010 wurde das Märchen-Musical 'Milena & Andigo' über die Geheimnisse von Atlantis im neuen Gütersloher Stadttheater uraufgeführt. Mit dabei waren Kurrende und Jugendkantorei Isselhorst unter Birke Schreiber sowie Tänzerinnen und Tänzer der Sport- und Ballettschule Neumann. Erdacht und komponiert von Gudrun Eipert-Resch und begleitet von den Gütersloher Philharmonikern unter Michael Corßen, standen über 200 Mitwirkende auf der Bühne. Die Isselhorster Chöre hatten seit Januar intensiv geprobt und waren erstmals aktiv in die Choreografie eingebunden.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 104 · Oktober 2010
  • Oktober 2010Vier Tage Potsdam - Fahrt des HeimatvereinsVom 3. bis 6. September 2010 reiste der Heimatverein nach Potsdam. Auf dem Programm standen die Altstadt mit dem Holländischen Viertel, eine Schiffsfahrt über den Templiner See nach Caputh mit dem Sommerhaus Albert Einsteins sowie Glienicker Brücke, Schloss Cecilienhof und der Park Sanssouci. Reiseleiter Siegfried Kornfeld erläuterte die preußische Geschichte, vom Toleranzedikt von 1685 bis zur Potsdamer Konferenz 1945. Am Grab Friedrichs des Großen hatten Besucher zur Erinnerung an die Einführung der Kartoffel Knollen niedergelegt.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 104 · Oktober 2010
  • Oktober 2010Ouse Hollerfeild ümme 1950 - Kindheit am HollerfeldwegIn plattdeutscher Sprache erinnert sich Wilfried Hanneforth an sein Zuhause am Hollerfeldweg um 1950. Bis dahin standen nur vier Häuser am damals durchgängig unbefestigten Feldweg; das Elternhaus mit der Nummer 247 hatte sein Vater 1930 gebaut. Rundherum lagen nur Felder und Wiesen, und wo heute der Zinnweg beginnt, war eine große Sandkuhle zum Spielen. Auf der tiefer gelegenen, zugefrorenen Wiese lernte er das Schlittschuhlaufen, und der Hollerfeldweg diente auch der Entsorgung der Asche aus den Kochmaschinen und Stubenöfen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 104 · Oktober 2010

Wogendes Roggenfeld mit Regenbogen, vom Garten der Familie aufgenommen

Wogendes Roggenfeld mit Regenbogen, vom Garten der Familie aufgenommen
Quelle: Der Isselhorster

  • Oktober 201025 Jahre Maas Naturwaren - vom Versandheftchen zum Öko-BetriebAnfang September 2010 feierte Maas Naturwaren an der Werner-von-Siemens-Straße mit einem Tag der offenen Tür sein 25-jähriges Bestehen. Reinhard Maas erinnerte an die Anfänge, als die Produktbeschreibungen des 'Wickelkiste'-Katalogs noch auf der Schreibmaschine getippt und selbst zusammengetackert wurden; inzwischen erschien der Katalog viermal jährlich in einer Auflage von 90.000. Im Expojahr 2000 war das Gebäude mit Erdwärmenutzung und Blockheizkraftwerk als Expo-Projekt OWL mit dem Umweltpreis der Stadt Gütersloh ausgezeichnet worden. Viele Modelle werden exklusiv für Maas entworfen; nur Schuhe kauft man aus Schweden, Österreich und Portugal zu.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 104 · Oktober 2010
  • Oktober 2010Förderverein kauft Waldorf-Kindergarten im Lohden 10Der seit 1987 im ehemaligen Schulgebäude in Hollen betriebene Waldorf-Kindergarten gehört nun dem Förderverein, der das historische Fachwerkhaus von der Stadt Gütersloh kaufte und mit viel Eigenleistung der Eltern renovierte. Bürgermeisterin Maria Unger nahm die Schlüsselübergabe vor und erhielt von den Kindern ein selbstgebackenes Brot. Betreut werden 41 Kinder in zwei Gruppen sowie rund 20 Kleinkinder in einer Spielgruppe auf fast 4000 Quadratmetern. Für die Betreuung der unter Dreijährigen entstand ein Anbau, dessen Einzug für Dezember geplant war.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 104 · Oktober 2010

Kinder, Eltern und Förderer übernehmen ihr Haus von der Bürgermeisterin

Kinder, Eltern und Förderer übernehmen ihr Haus von der Bürgermeisterin
Quelle: Der Isselhorster

  • Oktober 2010Hof Peters/Niehörster - ein Hof gibt der Bauerschaft ihren NamenDer Biolandhof Peters in Marienfeld hieß noch vor zwei Generationen 'Niehörster' und gab der Gemeinde Niehorst ihren Namen; seine Geschichte reicht bis ins 14. Jahrhundert, 1535 wurde Johan Nigehorster im Urbar der Grafschaft Ravensberg erwähnt. Betriebsleiter Alois Peters bewirtschaftet die 55 Hektar seit rund zehn Jahren ökologisch nach den Bioland-Richtlinien. Er hält eine Mutterkuhherde der Rasse Hereford, die er in Australien kennengelernt hatte, sowie die vom Aussterben bedrohten 'Bunten Bentheimer' Landschweine. Vermarktet wird unter anderem auf dem Isselhorster Wochenmarkt.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 104 · Oktober 2010
  • November 2010Fahrt nach Schieder: Die über 300 Jahre alte Papiermühle PlögerBei der Tagesfahrt des Heimatvereins am 25. September 2010 nach Blomberg und Schieder wurde die Papiermühle Plöger zum Höhepunkt. Seit 1697 gibt es diese Mühle; der Papiermacher Johann Bernd Plöger erhielt damals von den Grafen zur Lippe-Brake die Baugenehmigung. Die Technik mit zwei oberschlächtigen Wasserrädern ist über 300 Jahre alt und wurde nie durch Elektromotoren ersetzt; die letzte große Änderung war 1870 der Einbau einer Rundsiebanlage. Bis 1989 wurden hier Aktendeckel hergestellt; 1992 gründete sich der Heimatverein Schieder als Träger und richtete die Mühle als Museum her.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 105 · November 2010

Kollergang zum Zerreiben der Hadernfasern in der Papiermühle Plöger

Kollergang zum Zerreiben der Hadernfasern in der Papiermühle Plöger
Quelle: Der Isselhorster

  • November 2010Jahrgangstreffen 1947 in Mumperows MühleAm 13. Oktober trafen sich der Konfirmandenjahrgang 1947 und der Einschulungsjahrgang 1939 des Kirchspiels in Mumperows Mühle. Der Hausherr plauderte über die alte Hofstelle, die Verbindungen zum Kloster Marienfeld und die jahrhundertelange Zugehörigkeit zur Grafschaft Rietberg. Für den Mühlenbetrieb war der Lauf der Lutter verlegt und die Wasserkraft von Lutter und Reiherbach genutzt worden. Beim Lutterhochwasser 1949 nahm der Fluss genau sein altes Bett wieder ein und floss über die Haller Straße Richtung Haverkamp.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 105 · November 2010
  • November 2010Zum Tod des Rosen-Gärtnermeisters Ernst WesterhellwegDer 1936 in Isselhorst geborene Gärtnermeister Ernst Westerhellweg, dem die Rosen als 'Königin der Blumen' zeitlebens am Herzen lagen, ist gestorben. Nach der Lehre bei der Gütersloher Firma Roehse & Fischer machte er sich am Göwertweg selbstständig und zog 1975 an den Tuxhornweg, wo er zwischen 40.000 und 60.000 Rosen in rund 120 Sorten zog. Der plötzliche Tod seiner erst 55-jährigen Frau Ursula im Jahr 2000 traf ihn schwer; Mitte 2001 verkaufte er den Betrieb. Er musste dann miterleben, wie das Lebenswerk in Schieflage geriet und im September 2009 in die Insolvenz ging.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 105 · November 2010
  • November 2010Post-Sonderstempel zur 900-Jahr-Feier Isselhorst 1950Beim Tag des offenen Denkmals kam Walter Meister junior ins Gespräch, dessen Vater von 1939 bis 1951 das Isselhorster Postamt leitete. Walter Meister senior hatte bei der Oberpostdirektion Münster einen Post-Sonderstempel zur 900-Jahr-Feier angeregt; angenommen wurde der Entwurf des damals 14-jährigen Sohnes, der den Kirchturm nahezu maßstabgetreu abbildete. Der Stempel stand rund ein Jahr zur Verfügung. Eine Grußkarte mit dem Stempel soll als Zeitzeuge im Heimatmuseum archiviert werden.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 105 · November 2010
  • November 2010Reisebüro Rehm: Andreas Rehm übergibt an Christine PanitzZum Jahreswechsel übergab Andreas Rehm die Leitung seines Isselhorster Reisebüros an Christine Panitz, besser bekannt unter dem Namen Strothmann. Die 47-Jährige hatte bereits acht Jahre für Rehm gearbeitet, bevor sie in einem anderen Reisebüro zwei Jahre Erfahrung als Teamleiterin sammelte. Rehm, langjährig aktiv in der Werbegemeinschaft, bei den Luttermöwen und als Mitorganisator der Isselhorster Nacht, wollte sich neuen beruflichen Aufgaben widmen. Unterstützt wird Panitz weiterhin von Andreas Stuckmann.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 105 · November 2010
  • November 2010Marga Haneke geb. Prigge - Junglehrerin in HoltkampZu ihrem 80. Geburtstag blickt Marga Haneke, geborene Prigge, auf ihre Anfänge als Lehrerin zurück. 1953 kam sie als Junglehrerin an die zweiklassige Schule in Holtkamp, wo ihr das 1. bis 4. Schuljahr anvertraut wurde. 1954 schulte sie erstmals fünf Jungen ein, die sie fünfzig Jahre später in Tecklenburg besuchten. Nach Auflösung der Holtkämper Schule folgten 16 Jahre in Hollen mit immer neuen Lernanfängern.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 105 · November 2010

Marga Prigge 1953 vor dem Schulgebäude in Holtkamp

Marga Prigge 1953 vor dem Schulgebäude in Holtkamp
Quelle: Der Isselhorster

2011 – 2012

Menschen, Höfe und Jubiläen

  • Februar 2011Zur Erinnerung an Rolf Ortmeyer, Seniorchef der 'Zur Linde'Der 86-jährige Rolf Ortmeyer, Seniorchef der Isselhorster Gaststätte 'Zur Linde', starb während eines Reha-Aufenthalts in Bad Oeynhausen. 1943 mit 18 Jahren eingezogen, geriet er 1945 in russische Gefangenschaft und verbrachte fast fünf Jahre im Lager Tutschkowo westlich von Moskau. Kurz vor Weihnachten 1949 kehrte er als letzter Isselhorster Soldat heim - Pfarrer Wiehage ließ die Glocken läuten, der Posaunenchor blies vor der Haustür. Als Bäckermeister baute er die Gastwirtschaft aus, führte sie ab 1977 gemeinsam mit Sohn und Schwiegertochter und blieb als bescheidener, humorvoller Gastwirt eine bekannte Persönlichkeit des Dorfes.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 106 · Februar 2011
  • Februar 2011Hillenkötter ist wieder Postbank-FilialeSeit November 2010 bietet das Zeitschriften- und Lottogeschäft Hillenkötter wieder einen offiziellen Postbankschalter an. Von Oktober 2003 bis 2006 hatte es diesen Service schon einmal gegeben, bis die Postbank die Filiale schloss - sehr zum Bedauern besonders der älteren Kundschaft. Karin Hillenkötter und ihre Mitarbeiterinnen betreuen den Schalter persönlich und bieten Abheben, Einzahlen, Überweisen und Kontoeröffnung während der gesamten Geschäftszeiten an. Damit rundet die Postbank das Sortiment aus Postagentur, Lotto, Tabakwaren, Schul- und Bürobedarf ab.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 106 · Februar 2011
  • Februar 2011Armut in Isselhorst - ein wenig sichtbares PhänomenIn einem ausführlichen Beitrag geht Siegfried Kornfeld der Armut im vermeintlich wohlhabenden Isselhorst nach. Im Gemeindehaus gibt eine Ausgabestelle der Gütersloher Tafel Lebensmittel an Bedürftige aus; 14 Namen stehen auf der Liste, dahinter etwa 30 bis 40 Personen. Nach dem Familienbericht der Stadt gelten in Isselhorst rund 7 Prozent der Familien als arm, weniger als im Gütersloher Durchschnitt von 15 Prozent. Betroffen sind vor allem kinderreiche Familien, Alleinerziehende und Familien mit niedrigem Bildungsgrad; Kornfeld ruft zu Zuwendung und Zeit für diese Menschen auf.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 106 · Februar 2011
  • Februar 2011Kinder helfen Kindern: Grundschüler backen für die SuppenkücheDie Klasse 2a der Isselhorster Grundschule verkaufte auf dem Weihnachtsmarkt Plätzchen zugunsten der Gütersloher Kindersuppenküche 'Die Insel'. Die Plätzchen hatten die Kinder zuvor nahezu selbständig bei der Bäckerei Glasenapp gebacken, abgewogen und in 200-Gramm-Tüten abgefüllt. Als Engelchen und Weihnachtsmann verkleidet sammelten sie zusätzlich Spenden am Stand des Ladies' Circle Gütersloh. Für den Weihnachtsbaum der Suppenküche hatten sie mit der Baumschule Wittkop selbstgebastelten Schmuck gesorgt.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 106 · Februar 2011
  • Februar 2011Krimi&Dinner des CVJM geht in die zweite RundeNach dem erfolgreichen Auftakt 2009 bot der CVJM Isselhorst 2011 gleich drei Krimi&Dinner-Abende im Gemeindehaus an - am 19., 20. und 25. März. Gespielt wurde 'Mord im Orient-Express', begleitet von einem Drei-Gänge-Menü durch die europäische Küche. Die Karten kosteten 19,50 Euro. Der Erlös kam dem Paten-Projekt der Kirchengemeinde im südindischen Kiliyanur zugute, wo bereits eine Kinderkrippe, eine Kirche und eine Schule entstanden sind.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 106 · Februar 2011
  • Februar 2011Barockorchester Hamburg nimmt in Isselhorst Schiefferdecker-Suiten aufAm 4. März 2011 gastierte das international auftretende Elbipolis Barockorchester Hamburg in der evangelischen Kirche Isselhorst. Anlass war eine CD-Aufnahme unter Regie des WDR mit selten gespielten Suiten von Johann Christian Schiefferdecker (1679-1732). Schiefferdecker wurde in Teuchern geboren und war in Lübeck Schüler, Assistent und schließlich Nachfolger von Dietrich Buxtehude. Von seinem umfangreichen Werk ist wenig erhalten; der Eintritt zum Konzert war frei.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 106 · Februar 2011
  • April 2011125 Jahre Posaunenchor IsselhorstZu Pfingsten 2011 feierte der Posaunenchor Isselhorst mit einem Konzert und einem Festgottesdienst sein 125-jähriges Bestehen. Gegründet 1886, stellte anfangs die Bauerschaft Holtkamp die meisten Bläser; seit 1900 spielte der Chor bei Beerdigungen, ab 1901 im Gottesdienst. 1972 traten mit Christiane Döring, Henrike Oppermann, Birgit Koch und Stefanie Peters erstmals Mädchen ein. Zur Zeit des Jubiläums hatte der Chor 105 Mitglieder, davon 42 aktive Bläserinnen und Bläser, unter Leitung von Heiner Breitenströter.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 107 · April 2011

Die Jungposaunen des Posaunenchores Isselhorst

Die Jungposaunen des Posaunenchores Isselhorst
Quelle: Der Isselhorster

  • April 2011Wie geht es weiter mit der Bebauung 'Krullsbachaue'?Nach einer Bürgerversammlung am 10. Februar 2011 mit rund 180 Teilnehmern, bei der das Planungskonzept keine ungeteilte Zustimmung fand, bildete sich ein Arbeitskreis 'Dorfentwicklungsplan'. Eine Verkehrszählung an der Einmündung Steinhagener Straße/Haller Straße ergab in den Spitzenstunden von 7 bis 9 Uhr insgesamt 1.998 motorisierte Verkehrsbewegungen - der Bereich ist bereits überlastet. Der Arbeitskreis erarbeitete Vorschläge zur Verkehrsverteilung sowie zur Energieversorgung mit mehreren dezentralen Energieinseln statt eines zentralen Blockheizkraftwerks. Da das Gebiet in der Wasserschutzzone liegt, wurde auch die Regenwasserableitung bedacht; Ende Mai sollte eine weitere Bürgerversammlung folgen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 107 · April 2011

Blick von der Gärtnerei Krull auf das geplante Baugebiet

Blick von der Gärtnerei Krull auf das geplante Baugebiet
Quelle: Der Isselhorster

  • April 2011raum::kontor eröffnet im BrennereiHof ElmendorfInnenarchitektin Kornelia Rundic eröffnete Anfang April 2011 im alten Kontor des BrennereiHofs Elmendorf ihr Geschäft raum::kontor. Nach ihrem 'Health & Care-Prinzip' sind die Wohnaccessoires in 120 Farben und vier übergeordnete Bereiche eingeteilt, da Farben, Formen und Düfte das Wohlbefinden beeinflussen. Rundic möchte die Räume der Brennerei wieder mit Leben füllen und stellt den großen 'elmendorfschen' Besprechungstisch für Gruppen bis zu zwölf Personen zur Verfügung. Geöffnet ist montags bis samstags an der Haller Straße 111.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 107 · April 2011
  • April 2011Interview mit Dieter Stork, Autor des Bonhoeffer-LiedoratoriumsVor der Aufführung des Liedoratoriums 'Dietrich Bonhoeffer' am 3. April 2011 sprach Imke Kuck mit dem Autor der Texte, Pfarrer i.R. Dieter Stork. Angeregt durch Renate Winds Biografie 'Dem Rad in die Speichen fallen' wollte Stork den politisch und sozial handelnden Bonhoeffer sichtbar machen, dessen Weg bis zur Bejahung des Hitler-Attentats führte. Die Musik komponierte Kirchenmusikdirektor Matthias Nagel; das Werk wurde bis dahin rund 100 Mal aufgeführt. Eine der eindrücklichsten Aufführungen erlebte Stork im Mailänder Dom, wo das Publikum minutenlang in betroffener Stille verharrte, ehe der Applaus einsetzte.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 107 · April 2011
  • April 2011Zum Tod des Postzustellers Heinz ZöllnerAm 9. November 2010 starb der 1922 am Außenheideweg geborene Heinz Zöllner, der sich seiner Isselhorster Heimat bis zuletzt verbunden fühlte. Nach amerikanischer Kriegsgefangenschaft wurde er 1946 Postzusteller und legte in seinen Bezirken oft bis zu 40 Kilometer am Tag mit dem Fahrrad zurück, bis zur Pensionierung 1987. Als aktiver Sänger im Kirchenchor und Mitwirkender einer Theatergruppe übte er auch mit oft 20 bis 40 Isselhorster Kindern Krippenspiele ein. Er hinterließ eine rund 120 Seiten lange, überwiegend plattdeutsch verfasste Biografie.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 107 · April 2011
  • April 201113. Isselhorster Nacht am 28. Mai 2011Jedes Jahr zum Juni-Anfang kommen über 1.700 Läuferinnen und Läufer zur Isselhorster Nacht, der größten jährlichen Volkssportveranstaltung des Dorfes. Der Startschuss fiel am 28. Mai 2011 um 17:30 Uhr mit den Läufen der Kinder, gefolgt von Firmenlauf, Jedermannslauf sowie Inline-Skating-, Rennrolli- und Hauptlauf über 9,2 Kilometer. Mehrere tausend Zuschauer säumten die Strecken rund um den Dorfkern, dazu gab es ein Rahmenprogramm mit Live-Musik vor dem Gartencenter Krull. Die Spenden gingen wie jedes Jahr an die Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe; Pressesprecher war Dr. Andreas Kämpf.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 107 · April 2011

Bambini-Lauf: Kindergartenkinder starten mit Ehrgeiz

Bambini-Lauf: Kindergartenkinder starten mit Ehrgeiz
Quelle: Der Isselhorster

  • Juni 2011Endlich kommt der neue Radweg entlang der Haller StraßeDer Bau des lange erwarteten Radwegs entlang der Haller Straße hat begonnen. Die rund 5 Kilometer lange Strecke soll Fahrradfahrern aus den Außenbezirken - besonders aus Hollen und Ebbesloh - endlich eine sichere Verbindung nach Isselhorst bieten. Viele Bürger begrüßten den Beginn der Bauarbeiten. Fertig sein sollte der Weg allerdings erst im nächsten Jahr.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 108 · Juni 2011

Beginn der Bauarbeiten am neuen Radweg entlang der Haller Straße

Beginn der Bauarbeiten am neuen Radweg entlang der Haller Straße
Quelle: Der Isselhorster

  • Juni 2011Neue Pfarrerin Sigrid Fillies-Reuter stellt sich vorSeit Anfang April 2011 unterstützt Pfarrerin Sigrid Fillies-Reuter mit halber Stelle Pfarrer Reinhard Kölsch in der evangelischen Kirchengemeinde Isselhorst. Die 1958 in Bielefeld-Senne geborene Theologin wirkte nach einer Station in Steinhagen über 20 Jahre in Paderborn und bildete sich nebenberuflich zur Fundraising-Managerin weiter. 'Ich mache am liebsten Besuche', nennt sie ihren Arbeitsschwerpunkt. Nach den Sommerferien wollte sie in Isselhorst in die Konfirmandenarbeit einsteigen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 108 · Juni 2011

Pfarrerin Sigrid Fillies-Reuter

Pfarrerin Sigrid Fillies-Reuter
Quelle: Der Isselhorster

  • Juni 2011Stehende Ovationen für das Bonhoeffer-LiedoratoriumIn der voll besetzten evangelischen Kirche Isselhorst fand das Liedoratorium 'Dietrich Bonhoeffer' sein für Ostwestfalen singuläres Konzertereignis. Nach beklemmender Stille setzte der Applaus zunächst zögerlich ein und weitete sich zu minutenlangen stehenden Ovationen. Dieter Storks Texte, von Dieter Schröder rezitiert, und die Musik von Kirchenmusikdirektor Matthias Nagel verzichteten bewusst auf klassische Anleihen wie auf 'Rock under the Clock'. Kantorin Birke Schreiber leitete die von hoher innerer Identifikation getragene Chorgemeinschaft.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 108 · Juni 2011
  • Juni 201134. Antik- & Trödelmarkt zieht zum Meierhof MumperowNach 33 Jahren auf dem Gelände der ehemaligen Brennerei Elmendorf musste der Antik- & Trödelmarkt umziehen, weil dort aus Sicherheitsgründen bis auf Weiteres keine Veranstaltungen mehr stattfinden können. Herr Mumperow stellte für den 34. Markt sein Hofgelände und die Zuwege zur Verfügung, sodass der überregional bekannte Markt im geschichtsträchtigen Ambiente an der Lutter mitten im Dorf ein neues Zuhause fand. Anmeldungen lagen bereits aus Berlin, Bremen und Hessen vor. Der Markt öffnete an Fronleichnam um 10 Uhr, der Eintritt kostete 1,50 Euro je Person.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 108 · Juni 2011
  • Juni 2011Isselhorst wie es früher war: Dreschen auf dem Hof HellingSiegfried Kornfeld erinnert an den Winter 1960, als er als junger Dreschmaschinenführer auf den Hof Helling kam. Zum Dreschen war eine Kolonne Strafgefangener aus dem Außenlager 'Obere Ems' in Avenwedde angetreten, bewacht von einem Justizwachtmeister mit Karabiner. Die Gefangenen spotteten über Hanne, die Schwester des Bauern, die in Säcke, Packpapier-Gamaschen und Holzschuhe gekleidet die schwerste Hofarbeit verrichtete. Der verarmte Betrieb mit ausgehungertem Vieh zeigte, wie hart das Landleben damals sein konnte; später löste der Mähdrescher die Dreschmaschine ab.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 108 · Juni 2011
  • Juni 2011Frauenärztin Heike Wildeboer eröffnet Praxis in IsselhorstSeit September 2010 führt Heike Wildeboer eine modern eingerichtete Frauenarztpraxis am Bokemühlenfeld, als Teil einer überörtlichen Gemeinschaftspraxis mit Standorten in Gütersloh und Harsewinkel. Als Kind hatte sie viele Ferien auf dem bäuerlichen Hof ihrer Großmutter in Holtkamp verbracht und scherzhaft gesagt, sie mache eine Praxis 'nur in Isselhorst' auf. Zuvor arbeitete sie acht Jahre am Bielefelder Franziskus-Hospital, zuletzt als Oberärztin. Die leidenschaftliche Gärtnerin schätzt es, ihre Patientinnen über einen längeren Zeitraum begleiten zu können als im Krankenhaus.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 108 · Juni 2011

Frauenärztin Heike Wildeboer in ihrer Praxis

Frauenärztin Heike Wildeboer in ihrer Praxis
Quelle: Der Isselhorster

  • September 201175 Jahre Firmengeschichte Giljohann - Stuckmann - WesterhelwegDer Heizungs- und Sanitärbetrieb an der Hambrinker Heide feierte 2011 sein 75-jähriges Bestehen. Heinrich Giljohann ließ die Firma 1936 als 'Kupferschmiede' in die Handwerksrolle eintragen; in den Anfangsjahren bohrte man vor allem Hausbrunnen zur Trinkwasserversorgung. 1966 trat der Installateur und Heizungsbauer Klaus Dieter Stuckmann ein und übernahm den Betrieb nach dem Tod Giljohanns 1971. 2001 gab Stuckmann das Unternehmen an seinen Nachfolger Christian Westerhelweg weiter, der es mit Ehefrau Anke und einer sechsköpfigen Mannschaft führt. Zum Jubiläum luden Anke und Christian Westerhelweg am 24. September 2011 mit einer kleinen Ausstellung historischer Exponate ein.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 109 · September 2011

Mitarbeiter der Kupferschmiede Giljohann beim Bohren eines Hausbrunnens

Mitarbeiter der Kupferschmiede Giljohann beim Bohren eines Hausbrunnens
Quelle: Der Isselhorster

  • September 2011Floristik Kerker an neuem StandortZum 7. Juli 2011 zog die Familie Kerker mit ihrem Blumengeschäft von der Steinhagener Straße 13 an die Steinhagener Straße 3 um, weil der Pachtvertrag am alten Standort nicht verlängert wurde. Auf 85 Quadratmetern präsentiert Floristik Kerker sein Angebot nun in helleren Räumen; die Blumentheke ist doppelt so lang wie zuvor. Fünf Fachkräfte stehen der Kundschaft zur Verfügung. Stellplätze gibt es vor dem Geschäft sowie zusätzlich angemietet neben der Bäckerei Ollson.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 109 · September 2011

Neues Ladenlokal von Floristik Kerker an der Steinhagener Straße 3

Neues Ladenlokal von Floristik Kerker an der Steinhagener Straße 3
Quelle: Der Isselhorster

  • September 2011Die Geschichte des Bahnhofs Isselhorst-Avenwedde - ein Buch von Rudolf HerrmannDer Heimatforscher und ehemalige Eisenbahner Rudolf Herrmann gab in Zusammenarbeit mit Wolfgang Stitz und dem Stadtarchiv Gütersloh ein knapp 30 Seiten umfassendes Heft über die Geschichte des Bahnhofs Isselhorst-Avenwedde heraus. Der Antrag zur Errichtung wurde 1883 von der Eisenbahnverwaltung zunächst abgelehnt. Nach Verhandlungen des damaligen Gemeindevorstehers und mit Spenden der Gemeinde Isselhorst genehmigte das zuständige Ministerium in Berlin den Bahnhof 1890; 1891 ging er als 'Bahnstation Isselhorst' in Betrieb. Das von der Volksbank Gütersloh finanzierte Heft war für 3 Euro zugunsten des Vereins 'Der Bahnhof e.V.' zu erwerben.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 109 · September 2011

Buchtitel 'Die Geschichte des Bahnhofs Isselhorst-Avenwedde'

Buchtitel 'Die Geschichte des Bahnhofs Isselhorst-Avenwedde'
Quelle: Der Isselhorster

  • September 2011Vier 'Siegfrieds' aus dem DorfVier Isselhorster mit dem Vornamen Siegfried, die sonst wenig verbindet, fanden sich Anfang Juli zu einem Gruppenbild vor der Kirche zusammen. Den Anstoß gab Dr. Siegfried Rösel, Facharzt für Onkologie. Mit dabei waren Biobauer Siegfried Kampmann, zugleich Vormann des Isselhorster Posaunenchors, sowie Dr. Siegfried Bethlehem, Direktor des städtischen Gymnasiums und SPD-Ratsherr. Der vierte war Siegfried Kornfeld, früherer Ratsherr, Vorsitzender des Heimatvereins und Presbyter, der vor rund 20 Jahren den alten Hof Holste an der Niehorster Straße übernahm.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 109 · September 2011

Gruppenfoto der vier Isselhorster namens Siegfried vor der Kirche

Gruppenfoto der vier Isselhorster namens Siegfried vor der Kirche
Quelle: Der Isselhorster

  • September 2011Das Zertifikat des Grünen Hahns für die KirchengemeindeDie Evangelische Kirchengemeinde Isselhorst erhielt das Zertifikat 'Grüner Hahn' und hat damit ein kirchliches Umweltmanagement nach dem EMAS-Standard eingeführt. Die Auditorin Carmen Ketterl vom Büro Flexum aus dem Raum Stuttgart bewertete alle kirchlichen Einrichtungen mit ihren rund 29 Mitarbeitern ohne Einschränkung. Bei einem rund dreieinhalbstündigen Audit wurden Kindertagesstätte, Gemeindehaus und Kirche inspiziert. Nach zwei Jahren muss der Fortschritt gemeldet werden, nach vier Jahren steht eine Rezertifizierung an.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 109 · September 2011

Übergabe des Umwelt-Zertifikats 'Der Grüne Hahn'

Übergabe des Umwelt-Zertifikats 'Der Grüne Hahn'
Quelle: Der Isselhorster

  • September 2011Isselhorst wie es früher war: Großvater war TierheilpraktikerRudolf Knufinke erinnert an seinen Großvater Heinrich Knufinke (geboren 1871), der als Tierheilpraktiker tätig war und sich als 'Swinedoktor' einen Namen machte. Seine größten Fähigkeiten hatte er in der Geburtshilfe bei Schweinen; er fuhr mit einem Miele-Motorrad, dem 'Pättkenschnüver', zu den Bauern der Umgebung. Er arbeitete mit homöopathischen und pflanzlichen Mitteln und half auch bei der gefürchteten Maul- und Klauenseuche, die damals amtliche Meldepflicht und Hofsperrungen auslöste. Die Zusammensetzung seiner selbst angefertigten 'Wundermittel' hat er nie verraten.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 109 · September 2011
  • Oktober 2011Stabwechsel auf dem Friedhof - Heiner Bentlage geht in den RuhestandNach 25 Jahren als Friedhofsgärtner der Evangelischen Kirchengemeinde Isselhorst trat Heiner Bentlage im Oktober 2011 in die Passivphase der Altersteilzeit. Er kam zum 1. September 1986 als erfahrener Landschaftsgärtner und übernahm das Amt von Hermann und Hilde Küster. Sein Nachfolger wurde Peter Reckmann, ebenfalls gelernter Landschaftsgärtner, der seit dem 1. Juli 2011 eingearbeitet wurde. Am 23. Oktober 2011 wurde Bentlage im Gottesdienst verabschiedet und Reckmann willkommen geheißen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 110 · Oktober 2011

Heiner Bentlage und Nachfolger Peter Reckmann mit den Mitarbeitenden

Heiner Bentlage und Nachfolger Peter Reckmann mit den Mitarbeitenden
Quelle: Der Isselhorster

  • Oktober 2011Eine alte Urkunde erzählt - die Erbpachtstelle BirkenhakeHeimathistorikerin Renate Plöger stellt eine Urkunde von 1781 vor, ausgestellt vom Abt Wilhelm Crone des Klosters Marienfeld. Der hoch verschuldete Hof Wesselmann in Ebbesloh, dessen minderjähriger Erbe Johann Friedrich Christian Wesselmann 1780 erst 16 Jahre alt war, konnte durch Verpachtung Schulden abtragen. Die 34-jährige, unverheiratete Margaretha Ilsabein Birkenhacke, Tochter eines Heuerlings, erwarb gegen den Widerstand der Vormünder die Erbpachtstelle für 130 Taler. Sie legte damit den Grundstock für den bis heute rund 230 Jahre bestehenden Hof Birkenhake (heute Am Hovestrang 87).
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 110 · Oktober 2011
  • Oktober 2011Kampfsport für die ganze Familie - neu in IsselhorstDas seit zehn Jahren in Gütersloh etablierte Kampfsportcenter eröffnete am 1. Oktober 2011 neue, große Räumlichkeiten an der Haller Straße 220 in Isselhorst, hinter dem Modehaus Heinig. Angeboten werden unter anderem MMA mit Kickboxen, Muay Thai, Brazilian Jiu Jitsu, Ving Tsun-Kung Fu sowie Selbstverteidigung für Kinder ab 6 Jahren und Fitnesstraining. Auf Prüfungen, Anzüge und Barfußtraining wird bewusst verzichtet; Einsteiger sind auch mit 40plus willkommen. Beim Kindertraining kümmern sich drei Trainerinnen um die Teilnehmer.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 110 · Oktober 2011

Trainingsbetrieb des neuen Kampfsportcenters an der Haller Straße 220

Trainingsbetrieb des neuen Kampfsportcenters an der Haller Straße 220
Quelle: Der Isselhorster

  • Oktober 2011Kleines Naturparadies am PastorengartenAm Pastorengarten im Ortskern hat der Imkerverein Isselhorst eine Streuobstwiese mit Bienenlehrpfad, Honigbienenstand und Wildbienenhotel fertiggestellt. Die Fläche war ursprünglich als Ausgleichsfläche für eine Wohnbebauung angelegt und mit alten Obstsorten sowie der Elsbeere (Baum des Jahres 2011) bepflanzt worden; seit 2010 hat der Verein sie von der Stadt Gütersloh gepachtet. Mit Förderung der Deutschen Bundesstiftung Umwelt entstand ein Wildbienenhotel, seit Frühling 2011 stehen drei Honigbienenvölker auf der Wiese. Der Verein zählte damals 42 Mitglieder.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 110 · Oktober 2011

Streuobstwiese am Pastorengarten mit Wildbienenhotel und Bienenstand

Streuobstwiese am Pastorengarten mit Wildbienenhotel und Bienenstand
Quelle: Der Isselhorster

  • Oktober 2011Unser Heimatmuseum in Holtkamp: die RahmensägeIn einer neuen Serie stellt der Heimatverein Exponate seines Museums in Holtkamp am Emsweg vor, das seit 2006 die früheren Bestände der Heimatstube beherbergt. Das erste vorgestellte Stück ist eine Säge mit dem Inventarvermerk 'Baujahr 1830'. Es handelt sich um eine Rahmen- oder Gestellsäge, mit der Baumstämme über einer Grube von zwei Männern in Bretter und Balken zersägt wurden - eine Vorläuferin der Gattersäge. Solche Sägen waren bis etwa 1940 im Einsatz.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 110 · Oktober 2011

Nahaufnahme der Rahmen- bzw. Gestellsäge mit verstellbarem Sägeblatt

Nahaufnahme der Rahmen- bzw. Gestellsäge mit verstellbarem Sägeblatt
Quelle: Der Isselhorster

  • Oktober 2011Sommerfest für den Seniorenhof dank Spende der VolksbankFür die Besucher des DRK-Seniorenhofes 'An der Lutter' fand am 29. August 2011 im Bauernhofcafe 'Unnern Äiken' ein Sommerfest statt. Helmut Gronemeyer unterhielt die Gesellschaft mit seiner Gitarre, es wurde gesungen und geschunkelt. Ermöglicht wurde das Fest durch eine Spende der Volksbank Gütersloh aus Anlass ihres 125. Geburtstags; Marktbereichsleiter Norbert Bole hatte der Leiterin Ulrieke Elmendorf einen Scheck für die ältere Generation überreicht. Zwei VW-Sprinter holten die Senioren von zu Hause ab.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 110 · Oktober 2011

Sommerfest im Bauernhofcafé 'Unnern Äiken' mit den Senioren

Sommerfest im Bauernhofcafé 'Unnern Äiken' mit den Senioren
Quelle: Der Isselhorster

  • November/Dezember 2011Das Kronprinzendenkmal - Enthüllung des ErinnerungssteinsAm 29. Oktober 2011 wurde am Bahnhof Isselhorst-Avenwedde ein Erinnerungsstein an das ehemalige Kronprinzendenkmal enthüllt, gestaltet vom Atelier Ahlenkamp-Geisler aus einem Anröchter Sandstein-Obelisken. Am 21. Januar 1851 war dort ein Reisezug entgleist; Lokführer, Heizer und ein Gesandtschafts-Sekretär kamen ums Leben, während der spätere 99-Tage-Kaiser Friedrich III. nur leicht verletzt wurde. Zur Erinnerung an seine Rettung errichtete der Kreis Wiedenbrück 1866 ein Denkmal, das mehrfach versetzt und 1969 abgetragen wurde. Die Festrede zur Geschichte hielt der Eisenbahnhistoriker Rudolf Herrmann.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 111 · November/Dezember 2011

Das Kronprinzendenkmal mit Bronzetafel am Bahnhof Isselhorst-Avenwedde

Das Kronprinzendenkmal mit Bronzetafel am Bahnhof Isselhorst-Avenwedde
Quelle: Der Isselhorster

  • November/Dezember 2011Eröffnung des ehemaligen Ackerbürgerhauses an der Steinhagener StraßeDas denkmalgeschützte Ackerbürgerhaus Steinhagener Straße 2, ein Ziegelbau mit Deelentor und Schlussstein von 1884, wurde nach neunmonatiger Kernsanierung im November 2011 einer neuen Nutzung zugeführt. Bauherren waren das Ehepaar Schimmel; die Bäckerei Bürenkemper aus Bielefeld-Ummeln richtete auf der ehemaligen Deele ein Cafe und Bistro für rund 50 Gäste ein. Im benachbarten Neubau zog die Buchhandlung 'Exlibris' der Inhaber Bärenwaldt ein. Erhaltene Elemente wie der 'Wiemen', die Futterklappe des Schweinestalls und eine Nisthilfe für Rauchschwalben zeugen von der früheren Nutzung.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 111 · November/Dezember 2011
  • November/Dezember 2011Weihnachten 1952 - der Traum von der ModelleisenbahnRolf Baumann erinnert sich, wie er sich als Kind das Geld für eine eigene Modelleisenbahn selbst zusammensparte. Er half in der Nachbarschaft bei der Ernte, unter anderem bei der Kartoffelernte für 'Mumperow', und pflegte mit seinem Opa 25 Gräber auf dem Friedhof. Im November 1952 schenkte ihm Fritz Kuska vom Hof Piepenbrock 20 DM für die Erntehilfe - genau der noch fehlende Betrag. Am nächsten Tag fuhr er mit seiner Mutter im Omnibus von Oe. Barkey nach Bielefeld zu Moster und kaufte Lok, Speise- und Schlafwagen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 111 · November/Dezember 2011
  • November/Dezember 2011Kamäleon - neue Kunst- und Sprachschule in IsselhorstInhaberin Ilona Lütkemeyer eröffnete in Isselhorst die Kunst- und Sprachschule 'Kamäleon'. In den Kunstkursen wird nach der in Berkeley (Kalifornien) erlernten Monart-Methode gearbeitet, mit der Kinder und Erwachsene die fünf grundlegenden Formelemente des realistischen Zeichnens erlernen. Zusätzlich werden Spanischkurse angeboten, in denen von der ersten Stunde an gesprochen wird. Angekündigt wurden unter anderem Weihnachts- und Winterbilder-Workshops für Kinder.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 111 · November/Dezember 2011

Kinderzeichnungen der Kursteilnehmer Anthea (8) und Nathan (13).

Kinderzeichnungen der Kursteilnehmer Anthea (8) und Nathan (13).
Quelle: Der Isselhorster

  • November/Dezember 2011Neue Kantorin Olga MinkinaZum 1. Dezember 2011 übernahm Olga Minkina die Schwangerschafts- und Mutterschaftsvertretung für Kantorin Birke Schreiber. Minkina wurde 1987 in St. Petersburg geboren, trat mit 7 Jahren ins dortige Konservatorium ein und war 1995 und 1998 Preisträgerin internationaler Klavierwettbewerbe. Seit 2005 studierte sie als Stipendiatin der westfälischen Landeskirche an der Hochschule für Kirchenmusik in Herford und wollte im Sommer 2012 das A-Examen ablegen. Sie übte mit den Kinderchören das Weihnachtskrippenspiel ein und begleitete Kurrende und Jugendkantorei zur Chorfreizeit nach Wemlinghausen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 111 · November/Dezember 2011
  • November/Dezember 2011500 km für einen Nachbarschaftsbesuch - bei Frieda StempelSiegfried Kornfeld besuchte die frühere Isselhorster Nachbarin Frieda Stempel, die seit 2007 mit 84 Jahren in einem Seniorenheim in Remshalden bei Stuttgart lebt, nahe der Familie ihrer Tochter. Trotz des Umzugs bleibt Isselhorst für sie Heimat; im Heim nimmt sie an Gymnastik, Spielkreis und Gottesdiensten teil und ließ sich sogar in den Heimbeirat wählen. Sie erinnerte sich, wie sie mit ihrem Mann Heinrich 1970 während des Neubaus ihres Wohnhauses monatelang im gereinigten Schweinestall wohnte. Aus dem geplanten einstündigen Besuch wurden fast vier Stunden.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 111 · November/Dezember 2011
  • Februar 2012Winterfest der Landwirte - neue Bühne in der FesthalleBeim ersten Winterfest der Landwirte nach der Teilrenovierung der Festhalle stand die Laienspielgruppe 'Die Büttkens' Ende Oktober vor einer leeren Bühne, da die Stellwände ohne Ersatz 'wegsaniert' worden waren. Wolfgang Redecker entwarf in einer schlaflosen Nacht eine flexible Rückwand mit einklappbaren Seitenteilen, die in Eigenleistung und mit Sponsorenhilfe gebaut wurde. Rechtzeitig zum 7. Januar 2012 war die neue, verschiebbare Bühne fertig. Die Büttkens weihten sie mit dem Theaterstück 'Schwiegersohn im Doppelpack' ein.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 112 · Februar 2012
  • Februar 2012Wiederbelebung des Kulturkreises IsselhorstDer 1964 vom Brackweder Amtsdirektor Busse gegründete und ab 1970 als 'Kulturkreis Isselhorst' geführte Bildungskreis, den 20 Jahre lang der in Isselhorst unvergessene Prof. Bacher leitete, wurde unter dem Dach des Heimatvereins wiederbelebt. Anstoß gab 2011 ein gut besuchter Patagonien-Vortrag von Dr. Till Kleinebecker. Am 11. Januar 2012 kamen über 60 Menschen zum Vortrag des in Isselhorst wohnenden Historikers Prof. Dr. Werner Freitag über Westfalen vom Mittelalter bis zur Neuzeit. Die Reihe wurde mit einem Vortrag von Hermann Strutz am 29. Februar fortgesetzt.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 112 · Februar 2012

Westfalen in seiner territorialen Gliederung zu Ausgang des Mittelalters.

Westfalen in seiner territorialen Gliederung zu Ausgang des Mittelalters.
Quelle: Der Isselhorster

  • Februar 2012Was lange 'wehrt' - aus dem hässlichen Entlein wird ein weißer SchwanMarianne Fietzeck erinnert an das Haus an der Isselhorster Straße 354 am Ortseingang, in dem sie als Kind viel Zeit bei 'Tante Mertens' verbrachte. Der Keller stand oft unter Wasser, und das Grundstück am Reiherbach überflutete regelmäßig, sodass die Kinder im Winter auf dem gefrorenen Wasser Schlittschuh liefen. Nach dem Auszug der letzten Mieter verfiel das Gebäude über Jahre zum 'Schandfleck' und sollte schon zur 950-Jahr-Feier 2000 beseitigt werden. Nach langem Warten wurde es saniert; heute wohnen wieder Familien mit Kindern darin.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 112 · Februar 2012
  • Februar 2012Exlibris - neue Buchhandlung in IsselhorstMit der Buchhandlung 'Exlibris' erhielt Isselhorst erstmals eine eigene Buchhandlung; sie liegt hinter der Bäckerei im umgebauten ehemaligen Ackerbürgerhaus an der Steinhagener Straße. Die Inhaber Stefanie und Olaf Bärenwaldt, mit Hauptsitz in Bielefeld-Senne, eröffneten die Filiale am 17. November 2011. Schwerpunkt ist Belletristik von Pappbilderbüchern bis zu Romanen, dazu Hobby- und Regionalliteratur; Beraterin im Laden ist Ursula Hansen. Kinder können einen 'Geburtstagskorb' mit ihren Wünschen zusammenstellen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 112 · Februar 2012
  • Februar 2012Reinhard Westkämper feiert 25-jähriges Dienstjubiläum als KüsterReinhard Westkämper ist seit dem 1. Januar 1987 hauptamtlicher Küster der Evangelischen Kirchengemeinde Isselhorst. Zu seinen Aufgaben gehören die Vorbereitung der Gottesdienste und Amtshandlungen, die Mitarbeit auf dem Friedhof und die Betreuung der gemeindlichen Gebäude. Gelernt hatte er zunächst Autos reparieren, bevor er in den Kirchendienst wechselte. Am 8. Januar 2012 wurde sein Dienstjubiläum im Gottesdienst und bei einem Empfang gewürdigt, wobei Prädikantin Rosemarie Pohlenz und Pfarrer Reinhard Kölsch Anmerkungen in Reimform vortrugen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 112 · Februar 2012
  • Februar 2012INITIATIVEN-Preis 2011 für das faba-naturprojekt der BethlehemsRenate und Rainer Bethlehem erhielten am 2. Dezember 2011 den 9. INITIATIVEN-Preis des Paritätischen Jugendwerks NRW für ihr 'faba-naturprojekt'. Das Projekt unter Trägerschaft des Deutschen Kinderschutzbundes richtet sich seit fünf Jahren an Kinder psychisch- oder suchtkranker Eltern, die in ihrem Garten am Außenheideweg über mehrere Monate spielerische und gärtnerische Aktivitäten ausüben. Jeweils acht Kindern im Alter von acht bis elf Jahren wird das Angebot mit zwölf Treffen von März bis Oktober gemacht. Der Preis stand 2011 unter dem Motto 'Mehr Chancen für gesundes Aufwachsen'.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 112 · Februar 2012
  • März 2012Heiner Breitenströter - seit 25 Jahren Leiter des PosaunenchoresHeiner Breitenströter wurde 1987 mit 27 Jahren zum Leiter des Posaunenchores Isselhorst gewählt und trat die Nachfolge von Ernst Imkamp und Helmut Koch an. Am 26. Februar 2012 wurde er in einem Festgottesdienst für 25 Jahre Chorleitung geehrt; angereist war auch Landesposaunenwart Ulrich Dieckmann aus Hamm. Er erweiterte das Repertoire des Chores um Swing, Gospel und Popsongs, ohne Bach-Choräle und Volkslieder aufzugeben. Zu besonderen Anlässen sind bis zu 40 Aktive im Einsatz, womit der Posaunenchor Isselhorst zu den größten der Region zählt.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 113 · März 2012
  • März 2012Wilfried Hanneforth zum Ehrenvorsitzenden des Heimatvereins ernanntBei der Jahreshauptversammlung des Heimatvereins Isselhorst am 23. Februar 2012 im Gasthof 'Zur Linde' wurde Wilfried Hanneforth einstimmig zum Ehrenvorsitzenden ernannt. Er hatte den Verein von 1996 bis 2008 als Vorsitzender geführt. Rund 70 Mitglieder waren zusammengekommen; Siegfried Kornfeld wurde als Vorsitzender wiedergewählt. Zu den Aktivitäten des Jahres zählten Tagesfahrten, plattdeutsche Abende, ein plattdeutscher Gottesdienst und der Beitrag zum Gedenkstein am Bahnhof Isselhorst-Avenwedde.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 113 · März 2012
  • März 2012Isselhorst wie es früher war: Hochzeit im Mai 1932 auf Hof StockbrüggerEin Foto zeigt die Hochzeitsgesellschaft von Gustav Stockbrügger, genannt 'de Luanbouer', der im Mai 1932 seine Frau Emma, geborene Höcker, heiratete. Der Hof trug früher die Hausnummer Hollen Nr. 35 und liegt heute an der Haller Straße 391, wo im Juni frische Erdbeeren verkauft werden. Die Girlanden und Kränze wurden am Tag vor der Hochzeit von den Nachbarn aufgehängt. Auf dem Foto steht Pastor Wichage ganz rechts in der zweiten Reihe.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 113 · März 2012

Die Hochzeitsgesellschaft 1932 vor der geschmückten Kulisse des Bauernhofes Stockbrügger.

Die Hochzeitsgesellschaft 1932 vor der geschmückten Kulisse des Bauernhofes Stockbrügger.
Quelle: Der Isselhorster

  • März 2012Im Märzen der Bauer - Landarbeit von einstWilfried Hanneforth erinnert an die Feldarbeit früherer Zeiten. Ein Foto von kurz vor dem Ersten Weltkrieg zeigt die Brüder Wilhelm und Ludwig Stockbrügger mit einem kräftigen Ochsen vor dem Pflug, wie ihn viele kleinere Höfe damals als Zugtier nutzten. Beim 'kolüen' im Frühjahr lag die ganze Familie auf den Knien zwischen den Reihen der Runkelrüben, um Unkraut zu jäten und die Pflanzen zu vereinzeln. Nach einem solchen Nachmittag begann erst die Stallarbeit, danach dengelte der Bauer noch im hellen Abend seine Sense.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 113 · März 2012

Familie Stockbrügger beim Krüen sowie Wilhelm und Ludwig Stockbrügger mit dem Ochsen vor dem Pflug.

Familie Stockbrügger beim Krüen sowie Wilhelm und Ludwig Stockbrügger mit dem Ochsen vor dem Pflug.
Quelle: Der Isselhorster

  • März 201210 Jahre PS-Club IsselhorstDer Pferde-Stärken-Club (PS-Club) feierte 2012 sein zehnjähriges Bestehen. Vor zehn Jahren trafen sich 22 Liebhaber alter Landtechnik im Gasthof Mühlenstroth und gründeten den Verein; Vorsitzender wurde Rudi Knufinke aus Isselhorst, Vizepräsident Ralf Vornholt. Schon nach einem Jahr hatte sich die Mitgliederzahl fast verdreifacht; 2012 zählte der Club 152 Mitglieder. Zu den Schätzen gehört ein restaurierter Deutz-Trecker von 1933, von dem es nur noch vier fahrbare Exemplare in Deutschland gibt; eine große historische Maschinenschau war für den 18./19. August 2012 bei Mühlenstroth geplant.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 113 · März 2012
  • März 2012Der Kinderflötenchor in der KriegszeitIlse Rischmüller, geborene Wiehage, erinnert an den Isselhorster Kinderflötenchor der Jahre 1943 bis 1946. Weil viele Kinder keine Noten kannten, wurde nach farbigen Zahlen gespielt, die auf große Plakate gemalt wurden. 1944 kamen die Bombenangriffe hinzu und der Strom fiel aus, sodass mitunter bei Kerzenlicht geübt wurde; das kirchliche Leben spielte sich im heizbaren Gemeindehaus ab. Besonders in Erinnerung blieben die Heiligen Abende 1944 und 1945, als die Kirche voller Soldaten war - erst Deutsche von der Front, ein Jahr später junge Engländer - und man 'Stille Nacht' in verschiedenen Sprachen sang.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 113 · März 2012

Der Kinderflötenchor 1941 beim Üben mit Frl. Schmitz und den Berlinern.

Der Kinderflötenchor 1941 beim Üben mit Frl. Schmitz und den Berlinern.
Quelle: Der Isselhorster

  • Mai 2012Isselhorst wie es früher war: Torwiehe - ehemaliger Erbpachthof des Meyer zu IsselhorstAn der Straße Haverkamp gegenüber dem Friedhof, wo heute das Wotex-Lädchen liegt, befand sich früher der Hof Torwiehe. Der Meyer zu Isselhorst hatte hier einen Hofkotten für eine Heuerlingsfamilie eingerichtet; 1798 erwarb der 32-jährige Heuerling Johann Henrich Torwiehen eine Erbpachtstelle. Den Vertrag fertigte der schwer kranke Franz Valentin Mumperow noch am Jahresende 1798 aus, wenige Tage vor seinem Tod am 8. Januar 1799. Der Hof wurde vom Vater auf den Sohn vererbt, verkleinerte sich über die Generationen, und das vordere Bauernhaus wich schließlich einem Malergeschäft und später dem Textilladen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 114 · Mai 2012

Hof Torwiehen um 1920 sowie die Kartoffelernte mit dem Hof im Hintergrund.

Hof Torwiehen um 1920 sowie die Kartoffelernte mit dem Hof im Hintergrund.
Quelle: Der Isselhorster

  • Mai 201250 Jahre Ev. Kindertagesstätte 'Unterm Regenbogen'Die Evangelische Kindertagesstätte Isselhorst feierte 2012 ihr 50-jähriges Bestehen. Renate Plöger berichtete, dass das Projekt Kindergarten im Presbyterium anfangs umstritten war, sich die Fortschrittlicheren aber durchsetzten; viel Eigenhilfe floss in den Bau, erste Leiterin war Frau Maschke. Von Anfang an besuchten über 100 Kinder die Einrichtung. Angelika Kühne, 42 Jahre lang Erzieherin, erinnerte an bis zu 30 Kinder je Gruppe, eine Sechserschaukel und eine Zeit, in der Leiterin und Erzieherinnen im Obergeschoss des Kindergartens wohnten.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 114 · Mai 2012

Der Kindergarten der Evangelischen Kirchengemeinde 1962 kurz nach der Fertigstellung.

Der Kindergarten der Evangelischen Kirchengemeinde 1962 kurz nach der Fertigstellung.
Quelle: Der Isselhorster

  • Mai 2012Jugendfeuerwehr Isselhorst feiert 45. Jubiläum mit ZeltlagerVom 15. bis 17. Juni 2012 richtete die Jugendfeuerwehr Isselhorst das 38. Kreisjugendfeuerwehr-Treffen aus, zu dem rund 300 Jugendliche aus 13 Gruppen des Kreises Gütersloh auf der Wiese hinter dem Gerätehaus an der Niehorster Straße zelteten. Gleichzeitig feierte die Ausrichterin ihr 45-jähriges Bestehen. Am 8. September 1967 gegründet, ist die Jugendfeuerwehr Isselhorst die älteste im Kreis Gütersloh und hatte damals 24 Mitglieder im Alter von 12 bis 17 Jahren. Das Programm umfasste Orientierungsmarsch, feuerwehrtechnische Wettkämpfe und eine große Mitmachaktion am Sonntag.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 114 · Mai 2012
  • Mai 2012'Süßes Leben' - neue Eisdiele 'Dolce Vita II' in IsselhorstIn den leerstehenden Büroräumen an der Haller Straße 113, neben der Stern-Apotheke, entstand das First-Class-Eiscafe 'Dolce Vita II', dessen Eröffnung für Juni geplant war. Betreiber ist Pächter Isa Goek, der seit 2005 in Marienfeld das Eiscafe 'Dolce Vita' führt. Herzstück ist ein eigenes Eislabor, in dem fast rund um die Uhr frische Eissorten für den Laden und weitere Eisdielen hergestellt werden. Auf 184 Quadratmetern Innenfläche entstehen rund 50 Sitzplätze, dazu eine Außenterrasse mit weiteren 60 Plätzen; Geschäftsführer vor Ort ist Gabriel Sari.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 114 · Mai 2012
  • Mai 2012Certificate of Discharge - Entlassung aus dem Volkssturm 1945Wilfried Hanneforth fand ein Dokument seines Vaters, das dessen Entlassung aus dem Volkssturm bestätigt. 1944 und 1945 wurden alle nicht mehr wehrfähigen Männer zum Volkssturm eingezogen; in Isselhorst mussten Panzersperren gebaut werden, unter anderem an den Bahnunterführungen und an der Lutterbrücke. Der Vater war zunächst Kommandant der Sperre bei Bauer Schulte, später im Dorf mit zuständig; als die amerikanischen Panzer näher rückten, überbrachte der Sohn als 'Pimpf' die Absagen an die Wachen. In Isselhorst blieben die Sperren offen, kein Schuss fiel, und die Bürger durften später das Holz als Brennholz holen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 114 · Mai 2012
  • Mai 2012Gottschalk gewinnt die Wette - 922 Zuschauer beim B-Jugend-SpielAm 29. April 2012 kamen 922 Zuschauer ins Lutterstadion Isselhorst zum B-Jugend-Spiel des FC Isselhorst gegen FC Kaunitz - Anlass war das Event 'Gottschalk wettet in Isselhorst'. Der Güterloher Thomas Gottschalk, Namensvetter des Showmasters und Betreuer der B-Jugend, hatte gewettet, mindestens 500 statt der sonst üblichen 20 Zuschauer zu bringen. Weil er die Wette gewann, mussten die Vereinsverantwortlichen einen Monat lang die Schuhe putzen und Trikots waschen; die Eintrittsgelder gingen an DRK-Seniorenheim, Ev. Kindergarten und Jugendfeuerwehr. Felix Venker erzielte in der letzten Minute den umjubelten Ausgleich; der WDR war vor Ort.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 114 · Mai 2012
  • Juli 201250 Jahre Ev. Kindertagesstätte "Unterm Regenbogen"Der evangelische Kindergarten an der Steinhagener Straße feierte am 24. Juni 2012 im Rahmen eines Gemeindefestes sein 50-jähriges Bestehen. Erste Leiterin war Ursula Maschke; Bernd Harnitz prägte die Einrichtung 18 Jahre lang, heute führt Martina Witt das Familienzentrum. Vor 50 Jahren begann man mit Kindern von 3 bis 6 Jahren, inzwischen werden auch Kinder ab vier Monaten betreut und man ist bei der dritten Generation angelangt. Helmut Lütkemeyer, Hans Höcker und ehemalige Kindergartenkinder erinnerten an die Frühzeit.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 115 · Juli 2012
  • Juli 2012Isselhorst wie es früher war: Ebbesloh Nr. 9Ein 100 Jahre altes Foto von 1912 zeigt das alte Fachwerkhaus des Hofes in Ebbesloh mit den Großeltern Peter Friedrich und Johanne Wilhelmine Hanneforth, Onkel Fritz mit dem Pferd Max und den Tanten. 1938 wurde das alte Fachwerkgebäude mit Wohnteil und Deele abgerissen und das heutige massive Gebäude errichtet, das gerade fertig war, als 1939 der Krieg begann. Wilfried Hanneforth erinnert sich an die Bauphase 1939 und an das Landleben mit Übernachtungen im Stroh über dem Stall.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 115 · Juli 2012
  • Juli 2012Dieter Schröder liest Erich Kästner in der Mühle MumperowAm 1. Juni 2012 zog Dieter Schröders bereits zehnte Lesung knapp 80 Zuhörer in die alte Wassermühle des Meyerhofes Mumperow, so dass zusätzliche Stühle aus dem Mühlenkotten herbeigeholt werden mussten. Schröder spannte den Bogen von Kästners Kinderbüchern über dessen Kriegserfahrungen bis zur Verfolgung durch die Nationalsozialisten, deren Liquidationsliste er durch die Flucht nach Österreich entging. In der Pause boten die Geschwister Mumperow in alter Tradition "Beschüten" und Wein an.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 115 · Juli 2012

Ankündigungsplakat "Dieter Schröder liest Erich Kästner am 1. Juni 2012 in der Mühle"

Ankündigungsplakat "Dieter Schröder liest Erich Kästner am 1. Juni 2012 in der Mühle"
Quelle: Der Isselhorster

  • Juli 2012Radweg an der Haller Straße nach 18 Jahren fertigDer 5 km lange Radweg an der Haller Straße wurde am 28. Juni von Landrat Adenauer offiziell eröffnet, am 30. Juni folgte ein großes Radweg-Fest. Initiator Martin Hanneforth hatte sich rund 18 Jahre dafür eingesetzt, angefangen als seine älteste Tochter Katharina (2012 bereits 26) im Grundschulalter aus dem abgelegenen Ebbesloh ins Dorf musste. Er sammelte über Jahre die Unterschriften der Anlieger zur Landabgabe; zur Einweihung wurde auch eine E-Bike-Tankstelle bei Henrich Schröder eröffnet.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 115 · Juli 2012

Der neue Radweg kurz nach der Kreuzung an der Holler Mühle

Der neue Radweg kurz nach der Kreuzung an der Holler Mühle
Quelle: Der Isselhorster

  • Juli 2012Unser Heimatmuseum: Das HochradDas Heimatmuseum in Holtkamp zeigt seit Frühjahr 2012 ein Hochrad, das Gerhard Göwert 2001 zum 900-jährigen Jubiläum der Kirchspielgemeinde Ebbesloh nachgebaut hatte; Ulla Göwert stellte es zur Verfügung. Räder und Speichen sind aus Holz, als Lenker dient ein Krummholz, an dem früher geschlachtete Schweine aufgehängt wurden. Siegfried Kornfeld erinnert sich, wie er beim Festumzug der 900-Jahr-Feier 1950 erstmals solche Hochräder mit vornehm gekleideten Fahrern in Zylinder und Gehrock sah. Ab etwa 1870 in Serie gebaut, endete ihre Zeit gegen Ende des 19. Jahrhunderts mit der Erfindung des Luftreifens durch Dunlop 1888.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 115 · Juli 2012

Das 2001 von Gerhard Göwert gebaute Hochrad, daneben der 1,80 m große Verfasser zum Größenvergleich

Das 2001 von Gerhard Göwert gebaute Hochrad, daneben der 1,80 m große Verfasser zum Größenvergleich
Quelle: Der Isselhorster

  • Juli 2012Ein Soldat und Landwehrmann aus HoltkampDer Heimatverein erhielt Unterlagen über Franz Ludwig Kottmann, geboren am 10. Mai 1841 in Holtkamp Nr. 7, der 1864 als Rekrut in das Füsilierregiment Nr. 40 eintrat und 1866 am Preußisch-Deutschen Krieg teilnahm. In einem erhaltenen Büchlein schilderte er detailliert den Feldzug bis zur Schlacht bei Königgrätz; Wilfried Hanneforth übertrug den Text in lesbare Form. Kottmann wurde 1870 erneut eingezogen, kämpfte u.a. bei Gravelotte und vor Paris, diente danach beim Bielefelder Landwehrregiment Nr. 15 und starb 1916.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 115 · Juli 2012

Militärpass von 1864 und eine Tagebuchseite von 1866

Militärpass von 1864 und eine Tagebuchseite von 1866
Quelle: Der Isselhorster

  • September 2012Maritime Nacht in IsselhorstAm 1. September 2012 feierte Isselhorst nach vierjähriger Pause mit der "Maritimen Nacht" wieder ein großes Straßenfest, Anlass war das 20-jährige Jubiläum des Shanty-Chores "Luttermöwen". Rund 5.000 Menschen kamen; die Feuerwehr pumpte etwa 250 m³ Lutter-Wasser in die Haller Straße, auf der Modellschiffe fuhren und Kinder in großen Wasserbällen über das Wasser laufen konnten. Käpt'n Blaubär und Matrose Hein Blöd mischten sich unter die Besucher, für die Bewirtung sorgten Luttermöwen, Feuerwehr, Landjugend Hollen und CVJM.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 116 · September 2012

Die "Wasserstraße" mitten durch Isselhorst; Kinder gehen in Seifenblasen-Wasserbällen über das Wasser

Die "Wasserstraße" mitten durch Isselhorst; Kinder gehen in Seifenblasen-Wasserbällen über das Wasser
Quelle: Der Isselhorster

  • September 2012Eiscafe Dolce Vita eröffnet - ein Sommertagstraum nach 21 JahrenAm 31. Juli 2012 eröffnete zwischen Elmendorf und Karmann das Eiscafe Dolce Vita - genau dort, wo sich ein Verfasser bereits 1991 in der Vorgängerzeitung "Lebendiges Isselhorst" eine Eisdiele erträumt hatte. Passend zur Eröffnung setzte der Sommer mit zeitweise über 30 Grad ein, und die Terrasse unter den Eichen war rappelvoll. Das original-italienische Eis wird von den Inhabern selbst hergestellt, die Karte umfasst 14 Seiten.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 116 · September 2012
  • September 2012Tag des Tischlers bei Tischlerei und Zimmerei ReckmannAm 15. und 16. September stellten sich die Tischlerei Lasse Reckmann und die Zimmerei Jan Reckmann in Steinhagen-Ströhn beim Tag des Tischlers vor; ein wichtiges Standbein ist die Altbausanierung und Denkmalpflege. Die Betriebe sind in ehemaligen Gebäuden des Bauernhofes Reckmann untergebracht und fertigen Fenster, Türen und Möbel aus heimischer Lärche und Eiche in Handarbeit. Tischlermeister Lasse Reckmann erklärte, warum nach außen öffnende Sprossenfenster dichter sind, und dass er nur handverlesenes heimisches Holz verarbeitet - man habe schon 150 Jahre alte, noch völlig intakte Fenster ausgebaut.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 116 · September 2012

Tischlerei Reckmann kurz vor der Eröffnung, gut vorbereitet auf viele Besucher

Tischlerei Reckmann kurz vor der Eröffnung, gut vorbereitet auf viele Besucher
Quelle: Der Isselhorster

  • September 2012Isselhorst wie es früher war: Die Familie Stockbrügger wandert ausDie Artikelserie verfolgt, wie sich die Hollener Familie Stockbrügger über Generationen ausbreitete - u.a. 1895 in die "Neue Welt" nach Amerika und 1905 weiter nach Saskatchewan in Kanada. Gerhard Heinrich Stockbrügger wanderte 1894/95 mit Frau und Sohn aus; in den USA und Kanada wurde der Name zu "Stockbruegger" und Vornamen wie Heinrich zu Henry angepasst. 2010 nahm die kanadische Nachfahrin Judith Anna Stockbruegger (verh. Dyke) Kontakt zu Rolf Stockbrügger in Gütersloh auf und stieß so die familiengeschichtliche Forschung an, die als Buch erscheinen soll.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 116 · September 2012

Deutschlandkarte der Stockbrügger-Verbreitung; Foto der Familie im Kreise ihrer 12 Kinder um 1994

Deutschlandkarte der Stockbrügger-Verbreitung; Foto der Familie im Kreise ihrer 12 Kinder um 1994
Quelle: Der Isselhorster

  • September 2012Besuch bei den Goldschmiedemeistern Otterpohl in HalleBeim Besuch der Goldschmiedemeister Otterpohl in Halle erlebte der Verfasser, dass hier keine Massenware verkauft, sondern im Gespräch mit den Kunden ein individuell passendes Schmuckstück erarbeitet wird. Herr Otterpohl fertigte u.a. die Ehrenringe der Stadt Gütersloh und neue Broschen für die Diakonissen in Bethel; im "Hüttenwerk" der Werkstatt werden die Metalllegierungen aus Gold, Silber, Kupfer und Platin selbst hergestellt. Kuriositäten wie asymmetrische, dennoch "nicht eiernde" Metallkreisel zeigen die handwerkliche Präzision.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 116 · September 2012

Spiralfeder als Kugelbahn in der Eingangstür; individuell gefertigte asymmetrische Kreisel

Spiralfeder als Kugelbahn in der Eingangstür; individuell gefertigte asymmetrische Kreisel
Quelle: Der Isselhorster

  • September 201220 Jahre Partnerschaft mit Valmiera/Lettland66 Teilnehmer aus dem Kreis Gütersloh reisten vom 6. bis 11. Juni 2012 in den lettischen Kreis Valmiera, um das 20-jährige Bestehen der Partnerschaft zu feiern; Höhepunkt war eine Feier im Kulturzentrum Burtnieki. Renate Groß, unermüdliche "Mutter Courage" der Partnerschaft, berichtete u.a. von einem Altenheim, das mit Möbeln aus Rheda und Gütersloh und mit Gardinen aus Isselhorst für 80 Menschen ausgestattet werden konnte. Trotz Fortschritten sei angesichts hoher Arbeitslosigkeit und Abwanderung weiter Hilfe nötig.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 116 · September 2012
  • Dezember 2012Die Geschichte der HoltkämpereiAm Tag des Denkmals 2012 präsentierte Ortwin Schwengelbeck die Geschichte der Holtkämperei, des ältesten Wohngebäudes des Kirchspiels neben Kirche und Meierhof Mumperow. Das Dreiständer-Fachwerkhaus wurde 1623 von Johann Pohlmann erbaut, der darin eine Bäckerei und eine Kornbrennerei betrieb; den Schnaps nannte man "Dannenboomschen Schluck". Von 1733 bis 1766 praktizierte hier der Chirurgus Peter Lütgert als Arzt. Seit 1998 sanieren Schwengelbeck und der "Verein zur Rettung der Holtkämperei" das Haus ehrenamtlich, damit es künftig als Heimathaus dient; rund 200 Besucher sahen den Fortschritt.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 117 · Dezember 2012

Ortwin Schwengelbeck präsentiert am Tag des Denkmals die Dokumentation zur Holtkämperei

Ortwin Schwengelbeck präsentiert am Tag des Denkmals die Dokumentation zur Holtkämperei
Quelle: Der Isselhorster

  • Dezember 2012Existenzgründerpreis für Tischlermeister Daniel BethlehemTischlermeister Daniel Bethlehem an der Pivitsheide in Niehorst erhielt den SPAX-Existenzgründerpreis Plus 2012. Er hatte den drei Jahrzehnte unbewohnten Hof Schrewe übernommen und dessen Fachwerkgebäude vorbildlich restauriert, die Scheune ohne Verlust des baulichen Charakters zur Werkstatt umgebaut. 13 Jahre hatte er zuvor bei Tischlerei Reckmann und Monjau gearbeitet und ging bewusst behutsam und schuldenfrei in die Selbstständigkeit; sein Schwerpunkt ist die Bautischlerei.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 117 · Dezember 2012

Das SPAX-Preis-Plakat in der Werkstatt; sorgfältig restaurierter Hof Schrewe an der Pivitsheide

Das SPAX-Preis-Plakat in der Werkstatt; sorgfältig restaurierter Hof Schrewe an der Pivitsheide
Quelle: Der Isselhorster

  • Dezember 2012Isselhorst wie es früher war: Die alte LutterbachbrückeDie Lutterbachbrücke an der Holler Straße, 1910 unter Kaiser Wilhelm II. eingeweiht, wurde am 8. Oktober 2012 nach 102 Jahren abgerissen, um dem Ausbau der Holler Straße zu weichen. Statisch hätte die alte Bogenbrücke noch lange gehalten - unter dem Asphalt fand sich statt eines Schotterunterbaus nur eine Verdichtung aus Sand und alten Pflastersteinen ("Katzenköppe"). Eine Fachfirma aus Herford errichtet die neue Brücke für nur 250.000 Euro; die parallele Holzbrücke blieb für Fußgänger und Radfahrer geöffnet.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 117 · Dezember 2012

Der Bagger reißt die alte Bogenbrücke ab, darunter fließt friedlich die Lutter

Der Bagger reißt die alte Bogenbrücke ab, darunter fließt friedlich die Lutter
Quelle: Der Isselhorster

  • Dezember 2012Die Zeit der Pfeffernüsse und StutenkerleRudolf Knufinke erinnert an das Martin-Luther-Singen am 10. November, für das die Kinder tagelang Laternen bastelten, die manchmal schon im Probelauf in Flammen aufgingen. Bei einem mürrischen Nachbarn, der nie die Tür öffnete, sangen sie zur Zugabe das freche Lied "Hang up den Kirdel..." und flohen dann vor dem schnaufend radelnden Verfolger. Am liebsten ging man zum Bäcker Lütkemeyer (heute Glasenapp), wo es Pfeffernüsse und Stutenkerle gab. Traditionell wurden am 10. November die Landarbeiter über den Winter entlassen, weshalb die Kinder um Gaben zogen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 117 · Dezember 2012
  • Dezember 201225 Jahre Pfarrer Reinhard Kölsch in IsselhorstPfarrer Reinhard Kölsch ist seit dem 13. Dezember 1987 Gemeindepfarrer der Evangelischen Kirchengemeinde Isselhorst; zuvor war er ab 1986 an der Seite von Pfarrer Debus tätig. In 25 Jahren gestaltete er lebendige Gottesdienste - Musik-, plattdeutsche und Eine-Welt-Gottesdienste - und legte großen Wert auf Seelsorge und Sterbebegleitung. Nach Kürzung der zweiten Pfarrstelle und dem Weggang von Pfarrer Michael Fürste ist er seit über zwei Jahren allein zuständig, unterstützt von Pfarrerin Fillies-Reuter.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 117 · Dezember 2012
  • Dezember 2012Alte Torbögen und InschriftenDer Heimatverein dokumentiert alle alten Torbögen und Inschriften im Kirchspiel, die meist Bauherr, Frau, einen Bibelspruch und den Baumeister nennen. Eines der schönsten Beispiele steht am Gasthof Ortmeyer "Zur Linde", erbaut 1677. In der Hambrinker Heide trägt eine Remise von Jochen Gräwe den kuriosen Spruch "Herr Gott helfe mich, wenn Du das nicht willst, helfe wenigstens die Schurken auch nicht!" - er geht auf das Stoßgebet des Alten Dessauers vor der Schlacht von Kesseldorf 1745 zurück.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 117 · Dezember 2012

2013 – 2014

Geschichte lebendig gehalten

  • Februar 2013Isselhorster Weihnachtszauber - Gäste aus St. PetersburgÜber Weihnachten war eine neunköpfige Gruppe musikbegeisterter Kinder und Erwachsener aus St. Petersburg in Isselhorst zu Gast, untergebracht in vier Gastfamilien. Der Kontakt entstand über die Isselhorster Kantorin Olga Minkina und ihre Mutter, die Musikprofessorin Dr. Olga Minkina. Beim Konzert "Weihnachtszauber" am 26. Dezember in der Ev. Kirche erlebten rund 300 Besucher Musik aus "russischer Seele" und Werke Bachs; russische und Isselhorster Kinder sangen gemeinsam als Projektchor.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 118 · Februar 2013
  • Februar 2013Bildungsreise des Heimatvereins in den Harz33 Mitglieder und Gäste des Heimatvereins unternahmen vom 14. bis 16. September 2012 eine Fahrt in den Harz. Sie besichtigten die zum Weltkulturerbe zählende Altstadt Goslar, fuhren mit der Brockenbahn auf den 1.142 m hohen Brocken (wo sich nach zwei Stunden der Nebel auflöste) und die Fachwerkstadt Wernigerode. Am Ende ging es in die mit 1.500 Plätzen größte Holzkirche Deutschlands in Clausthal und in das Weltkulturerbe-Bergwerk Rammelsberg.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 118 · Februar 2013

Kaiserpfalz in Goslar; Fachwerkstadt Wernigerode; Erzaufbereitung im Bergwerk Rammelsberg

Kaiserpfalz in Goslar; Fachwerkstadt Wernigerode; Erzaufbereitung im Bergwerk Rammelsberg
Quelle: Der Isselhorster

  • Februar 2013Bundesverdienstmedaille für Renate GroßRenate Groß aus Isselhorst erhielt am 28. November 2012 die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland. Sie organisiert seit Jahren Hilfstransporte in den lettischen Partnerkreis Valmiera - allein zur Weihnachtszeit verlassen oft über 1.000 Päckchen ihre Garage am Wolframweg - und engagiert sich in der Friedensstiftung Rshew sowie seit 2001 im Isselhorster Seniorenhof. Landrat Swen-Georg Adenauer würdigte ihre Arbeit in einer Feierstunde im Kreishaus.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 118 · Februar 2013
  • Februar 2013Preis der Bürgerstiftung für Ulrieke ElmendorfUlrieke Elmendorf erhielt den mit 5.000 Euro dotierten Preis der Bürgerstiftung Gütersloh 2012 für ihr ehrenamtliches Engagement für alte und pflegebedürftige Menschen. 1976 begann sie mit der Versorgung der im Dorf "Oma Hilgers" genannten Frau; 1993 gründete sie im DRK Isselhorst die Betreuungsstätte "Seniorenhof - An der Lutter", die an fünf Nachmittagen pro Woche geöffnet ist. Das Preisgeld will sie der Arbeit im Seniorenhof zugutekommen lassen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 118 · Februar 2013
  • Februar 2013Isselhorst wie es früher war: Der Posaunenchor im PumpenhausRudolf Knufinke erzählt, wie ihn Nachbar Ernst Imkamp, genannt "Posaunengeneral", als Kind zum Trompetespielen holte. Die ersten Übungsstunden fanden im alten Pumpenhaus des Wasserbeschaffungsverbandes an der Niehorster Straße statt, zwischen Motoren und Wasserpumpen, deren Getöse manchen schiefen Ton übertönte. Nach Tonleitern und Chorälen aus dem Kuhlo-Choralbuch spielten die Jungbläser schließlich beim Gemeindefest, beim Michaelis-Festumzug und beim Beerdigungsblasen, das ein kleines Taschengeld einbrachte.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 118 · Februar 2013
  • Februar 2013Künstler Wilhelm Wrobel und "der gute Hirte"Die hölzerne Figur des "guten Hirten" über dem alten Taufstein der evangelischen Kirche schuf der Brackweder Maler und Bildhauer Wilhelm Wrobel (1900-1961) nach dem Krieg 1946-48 im Auftrag des Isselhorster Presbyteriums. Das Holz spendete ein Isselhorster Bauer, der Arbeitslohn wurde in der "schlechten Zeit" teils in Naturalien wie Kartoffeln bezahlt. Wegen Rissen im unterschiedlich lang gelagerten Holz und mehrerer Änderungswünsche der Gemeinde war die Vollendung schwierig.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 118 · Februar 2013

Holzfigur des "guten Hirten" über dem Taufstein in der Isselhorster Kirche

Holzfigur des "guten Hirten" über dem Taufstein in der Isselhorster Kirche
Quelle: Der Isselhorster

  • März 2013Isselhorst wie es früher war: Radfahren in meiner JugendzeitRudolf Knufinke schildert, wie die Kinder im Wäldchen am alten Pumpenhaus mit Schaufel und Spaten eine Rundstrecke als Rennpiste bauten und ihre alten Räder frisierten. Für einen chromblitzenden Lenker, den ein Schulfreund aus der Bielefelder Fahrradfabrik Bastert besorgte, musste Knufinke tagelang um ein Leberwurstbutterbrot ringen, weil die Mutter zuerst die angeschnittene Blutwurst aufgegessen sehen wollte. Nach einem Beinaheunfall an einem Baum wurde das wilde Fahren im Wald von den Eltern streng verboten.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 119 · März 2013
  • März 2013Der KarfreitagsfischIn einer Erinnerung von vor fast 60 Jahren aß man am Karfreitag Fisch statt Fleisch; die Mutter hatte teures Rotbarschfilet bei Frau Ortmeyer bestellt, deren kleiner Laden sich in den Räumen des heutigen Feuerwehrmuseums befand. Als sie den Fisch aus dem Keller holte, hatte Lütkemeyers Katze (Bäckerei, heute Glasenapp) ihn durch das Kellerfenster gefressen. Der Vater bekam den Restfisch, für die übrige Familie gab es gekochte Eier mit Senfsoße.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 119 · März 2013
  • März 2013Aus der Kinderzeit (1915)Ein Foto von etwa 1915 zeigt die 1912 am Isselhorster Haverkamp (heute WoTex-Lädchen) geborenen Zwillinge Heinrich und Wilhelm Torwiehe in gestreiften Matrosenanzügen. Matrosenkleidung war damals bei Kindern beliebt, weil die von Kaiser Wilhelm II. geförderte Flotte zu Beginn des 1. Weltkriegs bewundert wurde. Für den Fotografenbesuch reiste die Familie eigens in die Stadt; Heinrich wurde später Soldat im 2. Weltkrieg und gilt als vermisst.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 119 · März 2013
  • März 201314. April 1940 - ein früher Kriegstoter aus IsselhorstAm 14. April 1940 sank vor Skagen im Übergang vom Kattegat ins Skagerrak das Schiff 35 der Kriegsmarine; an Bord war einer der ersten Isselhorster Gefallenen des 2. Weltkriegs. Das Schiff war ursprünglich der 1936 in Hamburg gebaute Frachter "Oldenburg", der bei Kriegsbeginn 1939 beschlagnahmt und zu einer U-Boot-Falle umgebaut wurde. Solche als harmlose Handelsschiffe getarnten Fallen gingen taktisch auf die britische Marine des 1. Weltkriegs zurück.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 119 · März 2013
  • März 201320 Jahre Isselhorster LandhausDie Familie Roscher übernahm 1992 das traditionsreiche "Isselhorster Landhaus", das im 19. Jahrhundert unter wechselnden Besitzern Kolonialwarenladen, Bäckerei, Kaffeewirtschaft und Gasthof war. Sie renovierte Gasträume und Zimmer von Grund auf, schuf elf Apartments und errichtete anstelle der alten Nebengebäude einen Hotelneubau mit 14 Zimmern. Zum 20-jährigen Jubiläum verlieh der Deutsche Hotel- und Gaststättenverband dem Haus die Kategorie 3 Sterne.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 119 · März 2013
  • März 2013Aus dem Nachlass von Heinz ZöllnerHeinz Zöllner, 1922 in Isselhorst geboren und 2010 in Gütersloh gestorben, war ein Isselhorster Original, das 44 überwiegend plattdeutsche handschriftliche Beiträge hinterließ. Mit Einverständnis der Angehörigen veröffentlicht der Isselhorster nun in unregelmäßigen Abständen einen davon. Sein vermutlich letzter Text "Nou is de schönste Jauertiet!" schildert eine Vogelwanderung am 1. Mai in Niehorst und erinnert an Pfingstradtouren mit den Kindern zum Kloster Marienfeld 1968.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 119 · März 2013
  • Mai 2013Isselhorst wie es früher war: Meine Jugend auf dem Brinkhof (1934-1959)Wilfried Rehage erinnert sich an seine Kindheit auf dem Brinkhof am Postdamm, wo die Familie mit Ochse, Kühen, Schweinen und Hühnern in einer Wohnung ohne fließend Wasser lebte; das eisenhaltige Pumpenwasser taugte nicht zum Waschen oder Kaffeekochen. Im Krieg klauten die Jungen Kohle von langsam fahrenden Zügen, und ein Tiefflieger schoss einmal knapp an ihnen vorbei in den Lutterwald. Am 29. September 1945 plünderte ein freigekommenes Gefangenenlager den Hof und schlachtete ein Schwein in der Küche. 1982 wurde der Brinkhof abgebrochen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 120 · Mai 2013

Wilfried Rehage mit Schwester und Hund vor der Seitentür des Brinkhofes; der Brinkhof 1950

Wilfried Rehage mit Schwester und Hund vor der Seitentür des Brinkhofes; der Brinkhof 1950
Quelle: Der Isselhorster

  • Mai 2013Archäologische Funde auf der Trasse Holler StraßeBeim Ausbau der Holler Straße untersuchten Archäologen die Trasse, weil dort zwischen 1870 und 1880 Scherben einer Besiedlung aus vorrömischer Eisenzeit (vor rund 2.500 Jahren) gefunden worden waren; neue Siedlungsspuren fanden sich diesmal jedoch nicht. Die "Arbeitsgruppe für Archäologie" des Stadtmuseums Gütersloh barg dennoch Kleinfunde: den grün glasierten Fuß eines spätmittelalterlichen Grapen, Tonpfeifenstiele des 18. Jahrhunderts, Musketen- und Pistolenkugeln des 17./18. Jahrhunderts sowie eine Patronenhülse amerikanischer MG-Munition aus dem 2. Weltkrieg.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 120 · Mai 2013
  • Mai 2013Das Feuerwehrmuseumscafe bei OrtmeyerEin wiedergefundener Film dokumentiert die Eröffnung des Feuerwehrmuseumscafes Ortmeyer im Mai 1999 in den Räumen des letzten "Tante-Emma-Ladens" von Isselhorst, den Frau Ortmeyer sen. betrieben hatte. Rolf Ortmeyer sammelt Helme, Mützen, Spritzen und Uniformen aus über 150 Jahren; 2010 erweiterte er das Museum um einen zweiten Raum in den alten Schweineställen. Inzwischen umfasst die Sammlung über 40.000 Exponate aus aller Welt.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 120 · Mai 2013
  • Mai 201370 Jahre Karl Lütgert im Posaunenchor IsselhorstKarl Lütgert wurde für 70-jährige Mitgliedschaft im Posaunenchor Isselhorst geehrt. Pfingsten 1943 durfte der damals 14-Jährige nach seiner Ausbildung unter Karl Krieger erstmals in einem Gottesdienst mitblasen; sein Leben lang spielte er Flügelhorn in der zweiten Stimme. In dieser Zeit sah er sechs Pfarrer kommen und einige wieder gehen und begleitete unzählige Konfirmationen, Jubiläen und früher auch Beerdigungen musikalisch.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 120 · Mai 2013

Karl Lütgert bei einer Freizeit der Kirchengemeinde auf Baltrum

Karl Lütgert bei einer Freizeit der Kirchengemeinde auf Baltrum
Quelle: Der Isselhorster

  • Mai 2013Die WaschkücheIn einer heiteren Erinnerung von vor fast 60 Jahren zeigte der Vater seinem ersten Besuch, Onkel Ewald und Tante Milchen, stolz die Kellerräume und zuletzt die Waschküche - den "Multifunktionsraum", in dem gewaschen, gebadet und das Hausschwein geschlachtet wurde. Als er die Tür weit aufstieß und von der westfälischen Hausmacherwurst schwärmte, stand dort splitternackt die 17-jährige Nachbarstochter in der Zinkbadewanne, denn es war Samstagnachmittag, der Badetag der Woche. Alle brachen in schallendes Gelächter aus.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 120 · Mai 2013
  • Mai 2013Reit- und Fahrverein Hollen fusioniertDer 1934 gegründete und nach dem Krieg 1947 wiedergegründete Zucht-, Reit- und Fahrverein Hollen fusionierte 2013 mit dem Steinhagen-Brockhagener Verein zum "Pferdesportverein Steinhagen, Hollen, Brockhagen". Die 1967 erbaute Reithalle am Reithallenweg erwarb die benachbarte Familie Hornberg, die die 14 Pferdeboxen und die Halle zu moderaten Preisen weiter vermieten und schrittweise sanieren will. Der Reitbetrieb am Ort geht damit weiter; die Fahrgruppe nutzt weiter ihren Platz an der Münsterlandstraße.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 120 · Mai 2013
  • Juli 201360 Jahre Autohaus BreschFirmengründer Gotthold Bresch, 1911 in Recklinghausen geboren, hatte 1953 in Räumen neben der Gastwirtschaft Ortmeyer einen KFZ-Reparaturbetrieb gegründet und reparierte zunächst alles vom Goggomobil bis zum Lanz-Bulldog. Die Familie war 1946 aus Schlesien vertrieben worden und in Isselhorst gelandet. Bresch entschied sich für die Marke Renault und baute an der Steinhagener Straße einen neuen Standort. Nach seinem Tod 1982 führten die Kinder den Betrieb weiter, seit einigen Jahren ist Jürgen Bresch Alleininhaber, der als früherer Zugführer der Freiwilligen Feuerwehr auch Feuerwehrfahrzeuge und Oldtimer repariert. Zum 60-jährigen Jubiläum gab es am 17. August 2013 einen Tag der offenen Tür.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 121 · Juli 2013

Firmengründer Gotthold Bresch; historische Aufnahmen aus der alten Werkstatt neben Ortmeyer, darunter eine Ise

Firmengründer Gotthold Bresch; historische Aufnahmen aus der alten Werkstatt neben Ortmeyer, darunter eine Ise
Quelle: Der Isselhorster

  • Juli 2013Das Große Elmendörfer Fass bleibt in IsselhorstDas riesige, kunstvoll geschnitzte Kornbranntweinfass musste von seinem Standort in der Brennerei Elmendorf entfernt werden und sollte zunächst ins Industriemuseum Hagen. Ein Arbeitskreis unter Federführung des Heimatvereins fand ein Nebengebäude der Gastwirtschaft Ortmeyer als besten neuen Standort; Eigentümer Kai Elmendorf überlässt das Fass als Dauerleihgabe. Das 20.000 Liter fassende Eichenholzfass wurde 1902 für die Industrieausstellung in Düsseldorf von den Brüdern Friedrich und Theodor Elmendorf projektiert, gebaut von der Braunschweiger Fassfabrik Adolf Dammeyer, die geschnitzte Fassade entwarf der Berliner Künstler Emil Döppler. Anlass war die Goldene Hochzeit 1898 der Eltern Johann-Friedrich und Henriette Elmendorf.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 121 · Juli 2013
  • Juli 201380 Jahre DEUTZ MTZ aus NiehorstDer Deutz MTZ 320 wurde 1933 vom damals 18-jährigen Lohnunternehmer Heinrich Kamann aus Niehorst erworben, der gleich drei dieser Schlepper kaufte und damit die Dreschmaschinen der Niehorster Dreschgenossenschaft antrieb. Die vollgummibereiften Maschinen durften nur 12 Stundenkilometer fahren; die Überführung aus Köln auf eigenen Rädern dauerte etwa 18 Stunden. Über die Jahrzehnte diente der MTZ auch dem Antrieb einer fahrbaren Kartoffeldämpfanlage und dem Ziehen einer Wiesenwalze. Der Isselhorster PS-Club erwarb ihn 2004 und restaurierte ihn originalgetreu; sein Bild ziert heute das Vereinslogo. Paul-Hermann Huxohl recherchierte die Geschichte des Schleppers ausführlich.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 121 · Juli 2013

Historisches Bild von 1938 mit Heinrich Kamann; sowie der 2010 restaurierte 80-jährige Deutz MTZ mit Wiesenwal

Historisches Bild von 1938 mit Heinrich Kamann; sowie der 2010 restaurierte 80-jährige Deutz MTZ mit Wiesenwal
Quelle: Der Isselhorster

  • Juli 2013Auf der Suche nach dem Guten Heinrich - Dorfpflanzen bei BethlehemMehr als 25 Radlerinnen und Radler machten sich am 16. Juni auf zum Garten von Rainer und Renate Bethlehem am Außenheideweg, den die Familie nur Unser Acker nennt. Dort wächst noch der Gute Heinrich, ein Wildspinat aus der Familie der Gänsefußgewächse, der früher in jedem Dorfgarten zu finden war. Rainer Bethlehem zeigte typische alte Dorfpflanzen wie Herzgespann, Süßdolde, Rote Zaunrübe und Schwarznessel und erläuterte an einem selbstgebauten Bienenhotel die Lebensweise solitär lebender Wildbienen. Seine Gemüsebeete schützt er ohne synthetische Mittel, etwa mit alten porösen Dachziegeln gegen Schnecken. Von vielen der Dorfpflanzen kann man bei ihm auch Saatgut erwerben.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 121 · Juli 2013
  • Juli 2013Volksbank wechselt die Leitung der Geschäftsstellen Isselhorst und UmmelnNorbert Bole, seit 16 Jahren in Isselhorst und mit 40-jährigem Dienstjubiläum, übergibt die Leitung der Geschäftsstellen Isselhorst und Ummeln an Anne Kristin Kirwald, die seit vielen Jahren dort als Kundenbetreuerin arbeitet und diplomierte Bankbetriebswirtin ist. Bole selbst leitet künftig von Avenwedde aus die Geschäftsstellen Avenwedde und Friedrichsdorf. Vorstandssprecher Thomas Sterthoff erläuterte, dass die Volksbank Gütersloh unabhängig von der Fusion mit Bielefeld ihre Marktbereiche verkleinert. Bole bezeichnete die Isselhorster Zeit als die schönste seiner 40 Jahre bei der Bank.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 121 · Juli 2013
  • Juli 2013Isselhorst wie es früher war: Die MilchkanneVor fast sechzig Jahren wurde Milch noch lose verkauft und die Milchkanne musste mitgebracht werden. Der Erzähler wurde von seiner Mutter mit einigen Groschen zum Milchgeschäft Welpmann an der Steinhagener Straße neben dem Gemeindehaus geschickt. Er warf die Geldstücke in die leere Kanne, um damit unterwegs Krach zu machen, und vergaß, sie vor dem Bezahlen wieder herauszunehmen. Erst zu Hause, als die Mutter die Milch umschüttete, kamen die Groschen zum Vorschein, und er musste noch einmal zum Milchgeschäft, um die Schulden zu begleichen. Sein Fazit: Geldwäsche bedeutete früher das Säubern von Groschen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 121 · Juli 2013
  • September 2013150 Jahre Kaufhaus DreesbeimdiekeIm Oktober 1863 eröffnete der noch nicht volljährige Wilhelm Dreesbeimdieke neben der Isselhorster Kirche einen Gemischtwarenladen in einem neuen Wohn- und Geschäftshaus, das sein Vater 1862/63 errichten ließ. Die günstige Lage an der Kirche und gute Geschäftsverbindungen ließen den Laden bis zur Jahrhundertwende zu einem Kaufhaus wachsen, in dem es beinahe alles gab. Der Laden beherbergte zeitweise auch die Postagentur, bevor das Kaiserliche Postamt gebaut wurde. Später entstand an der Haller Straße der heutige Supermarkt. Inzwischen führt mit Stephan Dreesbeimdieke die vierte Kaufmannsgeneration das Geschäft; das Jubiläum wurde im Oktober mit Konzerten, Tortenwettbewerb und Familientag gefeiert.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 122 · September 2013
  • September 2013Der Heimatverein auf den Spuren Martin LuthersVom 12. bis 15. Juli führte eine Fahrt des Heimatvereins nach Eisenach, Leipzig, Torgau, Halle und Erfurt. In Eisenach standen das Lutherhaus und die Wartburg auf dem Programm, in Leipzig die Thomaskirche, in der die Gruppe ein Thomaskonzert hörte und in der Martin Luther predigte. In Torgau erinnert in der Stadtkirche St. Marien eine Grabplatte an Katharina Luther, die dort sechs Jahre nach ihrem Mann verstarb. In Erfurt wurde das Augustinerkloster besucht, in dem Luther von 1505 bis 1511 als Mönch lebte. Auch das für die Völkerschlacht 1813 restaurierte Völkerschlachtdenkmal in Leipzig wurde besichtigt.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 122 · September 2013
  • September 2013100 Jahre Gemeindepflegestation IsselhorstAm 1. Oktober 1913 begann in Isselhorst die Arbeit der Gemeindepflegestation, Vorgängerin der heutigen Diakoniestation. Den Anstoß gab der Vaterländische Frauenverein zum Roten Kreuz unter Leitung von Frau Charlotte Elmendorf, da damals noch kein Arzt im Ort ansässig war. Pfarrer Gustav Münter verhandelte mit dem Diakonissenmutterhaus Sarepta in Bethel; die Vereinbarung unterschrieb Pfarrer Wilhelm von Bodelschwingh. Die erste Diakonisse, Schwester Charlotte, bezog im Herbst 1913 ihr Domizil an der Steinhagener Straße und versorgte zu Fuß, später per Fahrrad, alte und kranke Menschen. Die letzte Diakonisse, Schwester Irma Meyer-Bobbenkamp, verließ die Gemeinde 1973 nach 26 Jahren.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 122 · September 2013
  • September 2013175 Jahre im Autohaus BrinkerFünf Mitarbeiter des Autohauses Brinker bringen zusammen 175 Dienstjahre zusammen und wurden am 1. August 2013 in einer Feierstunde geehrt. Service-Berater Rainer Heitmann und Teiledienst-Leiter Udo Reiner begannen beide 1973 im Alter von 15 Jahren ihre Ausbildung an der Haller Straße 79 und sind nach 40 Jahren immer noch da. Das Autohaus wurde 1970 von Walter Brinker gegründet, aus einer VW-Vertragswerkstatt mit Esso-Tankstelle. Geehrt wurden außerdem Hans-Jürgen Schmidt, Wolfgang Tautorus und Holger Voss. Die geplante Grillfeier musste wegen zahlreicher Hagelschäden an Fahrzeugen verschoben werden.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 122 · September 2013

Ingo und Thorsten Brinker mit den Jubilaren Wolfgang Tautorus, Hans-Jürgen Schmidt, Rainer Heitmann, Udo Reine

Ingo und Thorsten Brinker mit den Jubilaren Wolfgang Tautorus, Hans-Jürgen Schmidt, Rainer Heitmann, Udo Reine
Quelle: Der Isselhorster

  • September 2013Biohof Kampmann - 150 Jahre im FamilienbesitzDer Bioland-Hof von Siegfried und Marlies Kampmann in der Hambrinker Heide ist seit 1862 in Familienbesitz. Damals kaufte Urgroßvater Johann Hermann Kampmann, der aus Steinhagen stammte, den Hof Beiderbeck, dessen Ursprünge als landesherrlicher Neuwöhner über 20 Jahre zurückreichten. Die Existenzgründung erleichterte die Mitgift seiner Frau Hanna Wilhelmine Kottmann. Durch alle Generationen blieb die Familie der Landwirtschaft treu; heute wird der Hof in vierter Generation nach biologisch-ökologischen Kriterien bewirtschaftet und die Produkte werden freitags auf dem Isselhorster Wochenmarkt verkauft.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 122 · September 2013

Hof Kampmann um 1920 und um 1950

Hof Kampmann um 1920 und um 1950
Quelle: Der Isselhorster

  • September 2013Isselhorst wie es früher war: Die PingeljagdVor fast sechzig Jahren waren Isselhorster Kinder in ihrer Freizeit noch unverplant und nutzten die frühe Winterdunkelheit für Streiche wie die Pingeljagd - an Haustüren klingeln und weglaufen. Endziel war meist das älteste Haus im Dorf, die Holtkämperei gegenüber der Kirche neben der Bäckerei Glasenapp, wo es statt Klingel einen alten gusseisernen Türklopfer gab. Der stets wütende Herr Riedel drohte den Kindern Schläge an. Als Schulkamerad Fritz dazukam, ermunterten ihn die Übrigen scheinheilig zum Klopfen und brachten sich selbst in Sicherheit. Kaum hatte Fritz angefasst, wurde er vom Hausbewohner furchtbar verdroschen; zwei Wochen mied man den Kontakt, bis seine blauen Striemen abgeklungen waren.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 122 · September 2013
  • November 2013Ein Hundeschlitten im HeimatmuseumIm Heimatmuseum Holtkamp steht ein klobiger Schlitten mit einem großen Holzkasten und einer so kleinen Scherdeichsel, dass kein Pferd hineingepasst hätte - ein Hundeschlitten von 1892, Leihgabe der Hofstelle Drews in Hollen. Der jetzige Eigentümer und Heimatverein-Archivar Ingbert Drews erklärte, dass sein Vorfahre Heinrich Kamp damit ein Gewerbe betrieb: Er transportierte Hefe (plattdeutsch Gest) von Elmendorfs Brennerei mit einem Gespann aus zwei bis vier großen Hunden hinaus bis nach Verl. Erhalten sind Wandergewerbescheine von 1903 bis 1911. Einmal stürzte Kamp mit dem Schlitten kopfüber in einen Graben, wobei sich sein Mitfahrer Sunderfrittken ein paar Rippen brach.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 123 · November 2013
  • November 2013Isselhorst wie es früher war: Das Martin-Luther-SingenIm protestantisch geprägten Isselhorst zogen die Kinder nicht am Martinstag, sondern einen Tag früher, am 10. November - dem Geburtstag Martin Luthers - singend durchs Dorf. Bei Pastor Wiehage wurden dafür Luther-Lieder wie Ein feste Burg ist unser Gott und Nun freut euch, lieben Christen gmein eingeübt. Kurz nach 17 Uhr zogen über hundert Kinder in kleinen Gruppen los, um möglichst viele Süßigkeiten zu sammeln. Beim Pastor gab es meist nur Äpfel, dafür mussten alle Strophen gesungen werden. Vor verschlossenen Türen stimmten die Kinder ihren Singreim an. Der Autor erinnert sich, dass seine kleine Schwester ebenfalls am 10. November Geburtstag hatte und glaubte, alle Kinder kämen nur ihretwegen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 123 · November 2013
  • November 2013Rückblick auf den Heimatabend - Der Vorhang ist zuDer Heimatabend 2013 des Posaunenchores Isselhorst unter dem Motto Grand Hotel ist Geschichte; die zwei Aufführungen in der Festhalle waren ein großer Erfolg. Chorleiter Heiner Breitenströter holte aus den Bläsern das Äußerste heraus. Wolfgang Redecker hebt in seinem Rückblick besonders die Jungbläser hervor sowie Solosänger Jürgen Niedergassel, der eine Performance mit Wackelknie hinlegte. Auch die Moderatoren Henner Schröder und Andreas Bussmann glänzten mit Spontanität und Wortwitz. Der größte Dank galt dem zahlreich erschienenen und fantastisch mitmachenden Publikum.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 123 · November 2013
  • November 2013Konzert Petite Messe solennelle - Abschied von Kantorin Olga MinkinaAm 2. Weihnachtstag nahm die Kantorin in Elternzeitvertretung Olga Minkina musikalisch Abschied von der Evangelischen Kirchengemeinde Isselhorst. Zusammen mit Anja David am Klavier, David Boos am Harmonium, vier Gesangssolisten und der Isselhorster Kantorei führte sie die Petite Messe solennelle von Gioachino Rossini auf. Das etwa 70 Minuten lange Werk in der ungewöhnlichen Originalfassung für Klavier, Harmonium, Chor und Solisten entstand 34 Jahre nach Rossinis letzter Oper. In einer ironischen Widmung an Gott bezeichnete Rossini es als arme kleine Messe. Eintrittskarten gab es in der Buchhandlung Exlibris.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 123 · November 2013
  • November 2013Erinnerungen an längst vergessene Zeiten - HolskenanprobeBeim Blättern in alten Alben stieß der Autor auf ein Bild von 1986 mit dem Titel Holskenanprobe bei Günter Kamann, wobei Willi Schwerter ein Schild mit der Aufschrift Heute Holskenausverkauf im Schaufenster angebracht hatte. Damit werden Erinnerungen an die alte Ebbesloher Zeit und das Tragen von Holzschuhen (Holsken) im Dorf wach.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 123 · November 2013
  • Februar 201420 Jahre Seniorenhof des DRK an der LutterIm Jubiläumsjahr des Roten Kreuzes (150 Jahre) feierte auch der Seniorenhof der Isselhorster DRK-Ortsgruppe ein Jubiläum. Vor 20 Jahren, im November 1993, öffnete Ulrieke Elmendorf zum ersten Mal die Deelentür des kleinen Fachwerkhauses an der Lutter, um zunächst an zwei Nachmittagen pflegebedürftige alte Menschen zu betreuen. Anfangs bedurfte es großer Überzeugungskraft im Ortsverein, das Konzept der Tagespflege durchzusetzen. Heute betreuen neun Helferinnen und sechs Fahrer 10 bis 11 Besucher an fünf Nachmittagen. Frau Elmendorf wurde für ihren Einsatz mit dem Bundesverdienstkreuz und der Verdienstmedaille des DRK geehrt.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 124 · Februar 2014
  • Februar 2014Vorbildliche Sanierung eines ehemaligen BauernhausesDie Familien Reckmann, Inhaber der Zimmerei Jan Reckmann und der Tischlerei Lasse Reckmann in Steinhagen, kauften im Januar 2012 ein völlig verfallenes Bauernhaus von 1920 an der Weidenstraße in Steinhagen-Ströhen. Ganze Sparren waren aus dem Dachstuhl gebrochen und bis in den Keller durchgeschlagen; der marode Dachstuhl musste komplett abgebaut werden. Nach Entkernung, neuen Maurerarbeiten und Betonsohle konnte im April 2013 Richtfest gefeiert werden, bis Ende 2013 war der Innenausbau abgeschlossen. Das Gebäude wurde nach neuester Wärmeschutzverordnung mit dreifach verglasten Fenstern und einer 24 cm dicken inneren Holzständerschale saniert; Fenster und Türen wurden nach alten Vorlagen neu gefertigt. Es entstanden zwei Wohneinheiten.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 124 · Februar 2014
  • Februar 2014Dank an die Diakoniesammler und Verteiler des GemeindebriefesEnde Januar kamen die Sammlerinnen und Sammler der Diakoniesammlung im Gemeindehaus zu einem Dankeschön-Kaffeetrinken zusammen. Pfarrer Kölsch überbrachte den Dank des Presbyteriums. In der Vorweihnachtszeit wurden 53 Bezirke mit Gemeindebriefen versorgt (Auflage 2400 Stück), in 38 Bezirken wurde zugleich für die Diakonie gesammelt. In 15 Bezirken lagen Überweisungsträger bei, über die mehr als 1200 Euro zusammenkamen. Zusammen mit den Haussammlungen wurde die stolze Summe von 7416 Euro erreicht.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 124 · Februar 2014
  • Februar 2014Floristik Kerker sucht einen NachfolgerGisela Kerker möchte ihr Blumengeschäft Kerker an der Steinhagener Straße 3 aus gesundheitlichen Gründen abgeben. Schon beim Umzug in die neuen Geschäftsräume drei Jahre zuvor hatte sie in Absprache mit einer Nachfolgerin investiert, doch diese sagte zum Jahreswechsel aus familiären Gründen ab. Obwohl der Laden bei Schnittblumen, Hochzeits- und Trauerfloristik eine Monopolstellung im Ort und eine treue Kundschaft hat, findet sich bislang kein Interessent. Kerker betont, dass man im Floristikberuf mit Leib und Seele dabei sein müsse - vom frühen Großmarkt bis zu abendlichen Hausbesuchen im Trauerfall - und hofft, bis Ende Juni jemanden zu finden.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 124 · Februar 2014
  • Februar 2014'ne lütke Cheschichte - Meerschweinchen auf dem MarktIn plattdeutscher Mundart erzählt Wilfried Hanneforth von 1974, als seine sechsjährige Tochter zwei Meerschweinchen namens Judi und Hansi bekam. Bald waren es sieben, dann - trotz eines zweiten Stalls mit Trennwand, durch die der Bock ein Loch nagte - insgesamt 22 Tiere. Mit einem Schild I A Meerschweinchen preiswert zu verkaufen fuhr er mit vier Kindern zum großen Markt nach Kaunitz. Das Geschäft lief schlecht, während die Kinder Sinalco, Bratwurst und schließlich für die Mutter Blumen für 10,50 Mark forderten. Am Ende wurden alle Meerschweinchen verschenkt, und es war ein teurer Vormittag, den er nicht vergaß.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 124 · Februar 2014
  • Februar 2014Familienausflug zu den Fossilien am PiesbergAls Ausflugstipp beschreibt Imke Kuck einen Familienbesuch am Piesberg bei Osnabrück, wo jahrhundertelang Bergbau betrieben wurde. Vom Museum für Industriekultur mit seinen Dampfmaschinen und einem 280 m langen Bergwerksstollen führt der Weg zum Gesellschaftshaus, wo man Rucksäcke mit Schutzbrille und Hammer für die Fossiliensuche ausleihen kann. Über 200 Stufen (eine je Million Jahre) geht es hinauf zu einem Steinschutthaufen am 200 Millionen Jahre alten Gestein, wo vor allem pflanzliche Fossilienabdrücke zu finden sind. Erklärt wird auch, dass der Berg durch den Steinbruch abgetragen wird, während auf einer früheren Mülldeponie ein neuer Gipfel gewachsen ist.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 124 · Februar 2014
  • April 2014Das Gelände Elmendorf wird zur ManufakturAuf einer Pressekonferenz am 21. Januar 2014 wurde das Konzept für das ehemalige Brennereigelände Elmendorf vorgestellt, das künftig Die Manufaktur heißen soll. Die Volksbank Gütersloh verlegt ihre Isselhorster Geschäftsstelle in die Räume der ehemaligen Brennerei und wird mit 580 von 5.400 Quadratmetern wichtigster Ankermieter; die neue Zweigstelle bekommt zwei Eingänge und zehn Beratungszimmer. Die Brillenmanufaktur der Firma Markus T., die etwa sechzig Menschen beschäftigt, nutzt künftig 1.900 Quadratmeter. Zur Nordwestseite werden bisherige Gebäude abgerissen und der Hof zum Brenzelpatt hin geöffnet; insgesamt entstehen 13 bis 14 Wohneinheiten. Baubeginn ist für Sommer 2014, Fertigstellung für 2016 geplant.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 125 · April 2014
  • April 2014Grenzstreitigkeiten früher - die Höfe Schröder und KaupmannÜberliefert sind Prozessakten der Höfe Schröder (Isselhorst Nr. 5) und Kaupmann (Nr. 8) aus den Jahren 1776 bis 1797, als Friedrich II. und später Friedrich Wilhelm II. als preußische Landesherren auch Grundherren vieler Isselhorster Höfe waren. Der Hof Schröder am heutigen Tuxhornweg zählte zu den ältesten und größten Höfen, wurde ab 1850 nach und nach verkauft und schließlich abgerissen. Der Hof Kaupmann, heute als Hof Hammer für Spargel und Erdbeeren bekannt, entstand erst am Ende des Mittelalters; um 1770 führte der Besitzer Peter Henrich Kaupmann eine Kerzenmanufaktur und vertrieb seine Waren selbst. 1778 erwarb er einen Freibrief und konnte sich aus der königlichen Eigenbehörigkeit freikaufen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 125 · April 2014
  • April 2014Matthias Niedergassel eröffnet Praxis für PhysiotherapieSeit dem 1. März 2014 haben die Praxisräume am Uranweg 1 neben Krull - Wohnen und Leben mit Pflanzen einen neuen Inhaber. Der Physiotherapeut Matthias Niedergassel bezog nach umfassenden Umbaumaßnahmen seine neue Praxis mit einem speziellen Angebot für Selbstzahler und privat versicherte Patienten. Schwerpunkte sind Physio- und Schmerztherapie sowie die klassische Massage; ergänzt wird das Spektrum durch die Möglichkeit der Schmerzlasertherapie, die eine punktgenaue Behandlung mit großer Tiefenwirkung ermöglicht.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 125 · April 2014
  • April 2014Projekt RiesenkürbisDer Geflügelzucht- und Gartenbauverein Isselhorst (GuG) veranstaltet 2014 einen Kürbis-Wettbewerb. Am 17. April werden auf dem Wochenmarkt 50 Tütchen mit je drei Kernen der Sorte Atlantic Giant Competition Strain für je 1,50 Euro angeboten; teilnehmen kann jeder mit mindestens 10 Quadratmetern Beetfläche. Diese Sorte kann bei optimalen Bedingungen Früchte bis 400 Kilogramm hervorbringen - der Europarekord 2013 von Reiner Hanschmann lag bei 793,5 Kilogramm. Gewogen wird kurz vor der GuG-Ausstellung im Oktober 2014, die drei schwersten Früchte erhalten einen Ehrenplatz in der Festhalle, der kleinste Kürbis einen Trostpreis.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 125 · April 2014
  • April 201420. Friesischer FrühschoppenAm 29. Mai 2014 (Christi Himmelfahrt) findet zum 20. Mal der Friesische Frühschoppen auf den Parkplätzen an der Sporthalle Isselhorst statt, beginnend um 10.30 Uhr mit einem Open-Air-Gottesdienst von Pastor R. Kölsch. Zum Jubiläum wurden neun weitere Shanty-Chöre eingeladen, darunter die Isselhorster Luttermöwen; jeder Chor singt nur einmal, sodass die Besucher rund 70 verschiedene Lieder hören. Der Modellbauclub Nautilus Gütersloh ist mit einem Wasserbecken vertreten, und die jetzt in Isselhorst ansässige DLRG Gütersloh stellt ihre Arbeit vor. Der Eintritt ist frei.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 125 · April 2014
  • April 2014Dat was äinmol - der Henkelmann des MalermeistersIn plattdeutscher Mundart erzählt Wilfried Hanneforth zu einem Bild von 1927, das seinen Vater, den Malermeister August Hanneforth, mit Gesellen, einem Lehrjungen und dem Bauherrn beim Mittagessen im Garten der Besitzung Auf der Benkert in Gütersloh zeigt. Er erinnert daran, dass die Handwerker früher ihr Frühstück und ihren Henkelmann mit auf die Arbeitsstelle nahmen; der Lehrjunge musste auf größeren Baustellen heißes Wasser machen und die Mittagsspeisen einwärmen. Aus dem Henkelmann schmeckten Eintopf, Blindhuhn, Schnippelbohnen oder Sauerkraut am besten. Heute holten sich viele belegte Brötchen und Pommes vom Imbiss - nach seiner Ansicht gäben die Leute so zu viel Geld aus.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 125 · April 2014
  • Juni 2014Besuch aus Namibia bei Familie Buschfranz und dem PferdestärkenclubReinhard Buschfranz, Mitglied des PS-Clubs Isselhorst, hat 15 Deutz-Schlepper gesammelt und präsentierte sie am 3. Mai anlässlich eines Besuches aus Namibia. Der Farmer Rolf Heiser und sein Sohn Björn aus Hartebeestteich-Süd, etwa 200 km von Windhuk, bewirtschaften in vierter Generation eine 4000 Hektar große Farm mit Mastrinderzucht, Ackerbau und - als Pioniere in Namibia - rund 6000 Olivenbäumen. Auf einen Bericht in einer Deutz-Kundenzeitung von 2012 hin hatten sie Kontakt zum PS-Club aufgenommen. Björn Heiser will in Deutschland eine Ausbildung bei einer Landhandelsgenossenschaft in Baden-Württemberg absolvieren.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 126 · Juni 2014

13 der 15 Deutz-Schlepper von Reinhard Buschfranz um den Vereins-Deutz des PS-Clubs auf einer Wiese nahe der H

13 der 15 Deutz-Schlepper von Reinhard Buschfranz um den Vereins-Deutz des PS-Clubs auf einer Wiese nahe der H
Quelle: Der Isselhorster

  • Juni 2014Fracking hier bei uns?Durch eine Anfrage der Grünen-Fraktion im Hauptausschuss wurde bekannt, dass die Stadt Gütersloh und damit auch das Kirchspiel Isselhorst von drei Erdgas-Aufsuchungsfeldern (NW-Nord, Falke und Herford) betroffen ist. Beim Hydraulic Fracturing wird unter hohem Druck Wasser mit Zuschlagstoffen in tiefes Gestein gepresst, um es für Erdgas durchlässiger zu machen - eine höchst umstrittene Methode, weil Stoffe im Boden verbleiben und ins Trinkwasser gelangen könnten. Zuständig für Genehmigungen ist die Bezirksregierung Arnsberg. Die Stadt Gütersloh sprach sich in ihrer Ratssitzung am 16. Mai 2014 einstimmig gegen eine Verlängerung der Aufsuchungsgenehmigung um weitere fünf Jahre aus.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 126 · Juni 2014

Karte des Untersuchungsfeldes Herford und der beantragten Bergbauberechtigungen (Stand: 20. Dezember 2013)

Karte des Untersuchungsfeldes Herford und der beantragten Bergbauberechtigungen (Stand: 20. Dezember 2013)
Quelle: Der Isselhorster

  • Juni 2014Bäckerei Glasenapp bekommt ein neues GesichtDer 11. Juni 2014 wird in die Geschichte der Isselhorster Familienbäckerei Glasenapp eingehen: Die Filiale am Isselhorster Kirchplatz schließt, während die modernisierte und umgebaute Filiale an der Haller Straße neu eröffnet. Bäckermeister Axel Glasenapp führt die Bäckerei in vierter Generation; sein Sohn Mario ist bereits Bäckermeister, Sohn Nico in Ausbildung. Durch die Bündelung an einem Standort - ohne Kündigung von Mitarbeiterinnen - und die frei werdenden Räume am Kirchplatz wird dringend benötigte Betriebsfläche geschaffen. Die neue Filiale bietet ein Cafe mit mehr Sitzplätzen, barrierefreiem Eingang, Glasfront und Terrasse auf einem Holzdeck sowie erweiterte Öffnungszeiten.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 126 · Juni 2014

Vater Axel und Sohn Mario Glasenapp bei Präzisionsarbeit und liebevoller Handarbeit (Fotos: Sara Buse-Niemann)

Vater Axel und Sohn Mario Glasenapp bei Präzisionsarbeit und liebevoller Handarbeit (Fotos: Sara Buse-Niemann)
Quelle: Der Isselhorster

  • Juni 2014Das Dorf macht sauber - Müllsammelaktion22 Kinder und 20 Erwachsene beteiligten sich am 29. März an der Dorfreinigung, die am Kirchplatz vor dem Gasthaus zur Linde startete. In Gruppen mit Greifzangen und Müllbeuteln wurden Sammelgebiete abgegangen; im Lutterwald fanden sich viele Getränkedosen und Plastikmüll. Insgesamt kamen 160 Kilogramm zusammen, ein ganzer Anhänger voll. Heimatverein-Vorsitzender Siegfried Kornfeld berichtete im Interview mit dem Schüler Moritz Böger, dass der frühere Rektor Struckmeier die Aktion in den 1980er Jahren begann; seit Anfang der 2000er Jahre organisiert sie der 1982 gegründete Heimatverein jährlich vor Ostern. Kleinste Funde waren Knopfbatterien, größte Autoreifen und eine Blechtafel.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 126 · Juni 2014
  • Juni 2014Auf zum 2. HoltkamptagAm 21. und 22. Juni 2014 findet der 2. Holtkamptag statt, nachdem der erste am 20. Juni 2010 in guter Erinnerung geblieben war. Eröffnet wird am Samstag um 19 Uhr mit einem Galaabend, an dem sich die beteiligten Betriebe, Einrichtungen und Vereine vorstellen; anschließend wird das WM-Spiel Deutschland gegen Ghana auf Großleinwand gezeigt. Der Sonntag beginnt um 10 Uhr mit einem Plattdeutschen Gottesdienst am Heimatmuseum (Hof Kornfeld/Iborg). Danach öffnen zahlreiche Stationen: der Reiterhof Hollmann-Raabe mit Dressursport und Westfälischer Gourmetmeile, der Bauernhof Welpmann, der Hof Niedergassel, der Geflügelzucht- und Gartenbauverein sowie der PS-Club mit Oldtimern und Shuttle-Dienst. Das Gelände wird am 22. Juni für den Autoverkehr gesperrt.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 126 · Juni 2014
  • Juni 2014Die Natur in Acryl - Ausstellung von Daniela TomanVon Juli bis September 2014 zeigt Daniela Toman einen Teil ihrer Acrylbilder im Bauernhofcafe Unnern Äiken; das Thema sind Landschaften und Pflanzen. Die Bilder spiegeln ihre zahlreichen bereisten Länder wider, aber auch einzelne Blüten und Pflanzen. Toman, 1970 in Gütersloh geboren, absolvierte eine Ausbildung als Gärtnerin und studierte Landschaftsarchitektur in Erfurt mit Abschluss als Diplom-Ingenieurin. Als passionierte Gartenfotografin und Gartendesignerin sowie Geschäftsführerin bei der Firma Lütkemeyer in Isselhorst muss sie nicht lange nach Anregungen suchen; 2010 hat sie das aktive Malen wieder aufgenommen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 126 · Juni 2014

Farbenfrohe Acrylbilder von Landschaften und Pflanzen im Bauernhofcafe Unnern Äiken

Farbenfrohe Acrylbilder von Landschaften und Pflanzen im Bauernhofcafe Unnern Äiken
Quelle: Der Isselhorster

  • Juli 201490 Jahre Ev. Kirchenchor IsselhorstDer evangelische Kirchenchor Isselhorst feierte 2014 sein 90-jähriges Bestehen. Gegründet wurde er 1924 vom Junglehrer Albert Eickholz, der Sängerinnen mit einer Anekdote gewann: Fände er die Haustür bei seiner Rückkehr offen, so kämen die Töchter zum Chor. Ernst Imkamp, mit 17 Jahren Mitgründer und von 1949 bis 1988 Vorsitzender, erhielt 1987 das Bundesverdienstkreuz am Bande. Über Jahrzehnte pflegte der Chor enge Verbindungen zur Ost-Berliner Patengemeinde Baumschulenweg, wohin die Liederbücher heimlich über die Grenze geschmuggelt wurden.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 127 · Juli 2014

Historische Gruppenaufnahme des Kirchenchors bei der 40-Jahr-Feier 1964

Historische Gruppenaufnahme des Kirchenchors bei der 40-Jahr-Feier 1964
Quelle: Der Isselhorster

  • Juli 2014Faba-Naturprojekt erhält UN-AuszeichnungRainer und Renate Bethlehem erhielten am 14. Mai 2014 für ihr Faba-Naturprojekt "Familien in Balance" die Auszeichnung als Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt. Das Projekt in Trägerschaft des Deutschen Kinderschutzbundes Gütersloh arbeitet mit belasteten Familien auf einer Obstwiese, auf der Kinder Artenvielfalt und den Umgang mit Tieren erleben. Seit dem Start vor sieben Jahren wurden über 50 Gütersloher Familien erreicht. Zur Auszeichnung gehörten eine Urkunde, ein Schild und ein symbolischer "Vielfalt-Baum".
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 127 · Juli 2014
  • Juli 2014Böckstiegel-Projekt im Kindergarten HoltkampDie Schulkinder des Kindergartens Holtkamp beschäftigten sich mit dem heimischen Maler Peter August Böckstiegel aus Werther-Arrode. Sie malten zu Musik von Vivaldi, fertigten mit Spiegeln Selbstporträts an und besuchten Ende April das Böckstiegel-Haus in Arrode, wo eine Museumspädagogin sie führte und sie im Atelier Druckplatten gestalteten. Wie der Maler stellten sie sich anschließend mit acht Staffeleien in die Natur Holtkamps. Die entstandenen Bilder wurden im Kindergarten und danach in der Volksbank Isselhorst ausgestellt.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 127 · Juli 2014

Museumspädagogin und Kinder betrachten konzentriert die Gemälde im Böckstiegel-Haus

Museumspädagogin und Kinder betrachten konzentriert die Gemälde im Böckstiegel-Haus
Quelle: Der Isselhorster

  • Juli 2014Der Handwebstuhl von 1749 im HeimatmuseumÄltestes Exponat der Handwerksgeschichte im Heimatmuseum Holtkamp ist ein Handwebstuhl aus schweren, verzierten Eichenhölzern, an dessen Seite die Jahreszahl 1749 eingeschnitzt ist. Er soll vom Hof Osthus an der Isselhorster Straße stammen und musste wegen seiner Größe erst in der Webstube zusammengebaut werden. Der frühere Weber Herr Alvermann hatte einen Fehler in den Kettfäden entdeckt, der jedoch vor seinem Tod nicht mehr behoben wurde. Die Handweberei diente im Kirchspiel überwiegend dem Eigenbedarf; wichtiger waren Flachsanbau und Garnherstellung.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 127 · Juli 2014

Detailaufnahme der eingeschnitzten Jahreszahl an der Seite des Webstuhls

Detailaufnahme der eingeschnitzten Jahreszahl an der Seite des Webstuhls
Quelle: Der Isselhorster

  • Juli 2014Von Adel — die Familie ElmendorffRenate Plöger ging der Familienüberlieferung nach, wonach ein Vorfahre der Brennereifamilie Elmendorf wegen eines Verbrechens seinen Adelstitel verloren habe. Tatsächlich wurde Johann Otto von Elmendorff 1696 aus der münsterischen Ritterschaft ausgeschlossen — nicht wegen eines Verbrechens, sondern wegen einer nicht standesgemäßen Heirat. Mit dem Ausschluss verlor die Familie Privilegien wie Steuerfreiheit und Lehnsfähigkeit und nannte sich fortan "Meyer". 1814 heiratete der Kaufmann Ernst Friedrich Elmendorff aus Brockhagen nach Isselhorst ein und übernahm Brennerei und Handel.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 127 · Juli 2014
  • Juli 2014Der Förster war am nächsten dran — Wette beim Holz- und SolartagBeim Holz- und Solartag der Firma Henrich Schröder in Isselhorst wurde eine Wette zum Energiegehalt geernteter Weidenstämme ausgetragen. Fünf Jahre zuvor hatte man 106 je 15 cm lange Weidenzweige auf 30 Quadratmeter in die Erde gedrückt; daraus waren bis zu fünf Meter hohe Stämme gewachsen. Die abgeerntete Menge wurde geschreddert, gewogen und ergab umgerechnet etwa 50 Liter Heizöl. Mit seiner Schätzung am nächsten dran lag Forstwirtschaftsmeister Markus Rübsamen vom Landesbetrieb Wald und Holz NRW.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 127 · Juli 2014

Der kleine Tjark auf einem mit der Motorsäge geformten Krokodil

Der kleine Tjark auf einem mit der Motorsäge geformten Krokodil
Quelle: Der Isselhorster

  • September 2014Isselhorst macht ein Fass aufDas historische Elmendörfer Fass, ein zerlegbares 20.000-Liter-Kornfass der Brennerei Elmendorf, erhielt einen neuen Standort in einem Nebengebäude der Gaststätte Ortmeyer. Um das 4,50 Meter hohe Fass aufstellen zu können, mussten die Zwischendecke entfernt, Dachsparren statisch abgefangen und die Bodenplatte erneuert werden. Die Familie Ortmeier stellte die Räume kostenlos zur Verfügung, die Familie Elmendorf gab das Fass als Dauerleihgabe. Am 14. September 2014, zum Tag des offenen Denkmals, wurde der Umzug mit einem Fest "Anno 1900" auf dem Kirchplatz gefeiert.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 128 · September 2014
  • September 2014Das Elmendörfer MädchenbildAuf vielen alten Werbeträgern der Brennerei Elmendorf ist eine Frau in Tracht abgebildet, die Elmendörfer und Schinken serviert. Vorlage war ein signiertes Ölgemälde "Die Serviererin" von Ludwig Kohrl aus dem Jahr 1901, das sich noch heute im Besitz der Familie Elmendorf befindet. Für die Reklame wurde der Fisch auf dem Teller durch ein Schinkenbrot und die Karaffe durch eine Flasche "Elmendörfer Korn" ersetzt. Das Motiv wurde als Emailleschild, Steindruck, Streichholzschachtel-Verstärker und Postkarte vielfach eingesetzt.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 128 · September 2014

Oben das Original "Die Serviererin" von Ludwig Kohrl, unten die daraus entwickelte Werbung

Oben das Original "Die Serviererin" von Ludwig Kohrl, unten die daraus entwickelte Werbung
Quelle: Der Isselhorster

  • September 2014Wandern mit dem WDR vom Hof BirkenhakeAm 17. Juli war der Hof Birkenhake in Niehorst Ausgangs- und Zielpunkt einer Etappe der Reihe "Wandern mit dem WDR". Rund 400 Besucher wanderten abends durch die Parklandschaft von Niehorst und Marienfeld, vorbei am Hühnermoor, und erhielten bei einbrechender Dämmerung Fackeln. Der landwirtschaftliche Betrieb Birkenhake hält auf etwa 100 Hektar 136 Kühe mit Nachzucht und betreibt ein Heuhotel; zum Hof gehört auch eine Bisonherde. Die Familie stemmte die Veranstaltung mitten in einer der größten Arbeitsspitzen des Erntejahres.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 128 · September 2014

Der schmucke Hof Birkenhake als Ausgangs- und Zielpunkt der Nachtwanderung

Der schmucke Hof Birkenhake als Ausgangs- und Zielpunkt der Nachtwanderung
Quelle: Der Isselhorster

  • September 2014Überschwemmungspläne — eine "Zeitbombe" ticktKarl Piepenbrock warnte vor den "Überschwemmungsgebieten", die die Bezirksregierung Detmold auf Basis von Modellrechnungen festlegt und die auch Isselhorst betreffen. Als "Unterlieger" bekomme Isselhorst bei Starkregen die Wassermassen aus dem höher gelegenen Bielefeld regelrecht vor die Füße gespült. Die Werbegemeinschaft überprüfte die Pläne stichprobenartig und stieß auf gravierende Fehler, etwa an der Haller Straße nahe dem "Eis-Haus". Sie richtete daraufhin eine Petition an den Landtag und einen Bürgerantrag an die Bürgermeisterin.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 128 · September 2014
  • September 2014Neue Gottesdienstzeiten in Maria KöniginDie katholische Kirche Maria Königin feierte am 23. August 2014 ihr Patronatsfest unter dem Thema "Maria, die Knotenlöserin". Der Familiengottesdienst war zugleich der vorerst letzte in der Kirche Auf dem Felde, da wegen rückläufiger Kinderzahlen künftig auf die Gemeinden Heilige Familie und Christ-König konzentriert wird. Die Wochenendmesse findet nicht mehr sonntags um 8.30 Uhr statt, sondern samstags um 17.15 Uhr als Vorabendmesse — als einzige des Pastoralverbunds Gütersloh-Nord. Der Isselhorster Posaunenchor ließ sich beim Fest auch von Regengüssen nicht vom Musizieren abhalten.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 128 · September 2014
  • September 2014Sponsoren sichern die Eltern-AG der GrundschuleAn der Grundschule Isselhorst wird seit fast zehn Jahren das Konzept der "Eltern-AGs" zur Gewaltprävention gepflegt. Mit ausgebildeten Deeskalationstrainern üben je vier bis sechs Mütter oder Väter einmal wöchentlich mit den zweiten Klassen Spiele zu Kooperation und Gemeinschaft. Das Honorar von 2.400 Euro für zwei Klassen und zwei Halbjahre finanzieren die Isselhorster Apotheke, die Volksbank Bielefeld-Gütersloh, das Gesundheitsunternehmen QUIRIS Healthcare und die Firma Pflüger. Der Schulverein sucht weiterhin Sponsoren für die kommenden Jahre.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 128 · September 2014

Sponsorenvertreter und Klassenlehrerinnen mit Kindern der künftigen Klassen 2a und 2b

Sponsorenvertreter und Klassenlehrerinnen mit Kindern der künftigen Klassen 2a und 2b
Quelle: Der Isselhorster

  • November 2014Der 9. November — 25 Jahre MauerfallZum 25. Jahrestag des Mauerfalls erinnerte Wilfried Hanneforth an die Verbindung der evangelischen Kirchengemeinde Isselhorst zur Ost-Berliner Patengemeinde Baumschulenweg. Schon vom 19. bis 21. Januar 1990 reiste eine kleine Gruppe aus Isselhorst dorthin; Hanneforth kam bei Familie Mögelin unter. Am 20. Januar 1990 stand die Gruppe leibhaftig an der offenen Mauer und klopfte als "Mauerspechte" mit Hammer und Meißel Betonstücke als Andenken heraus. Die Freundschaft mit Familie Mögelin hielt über Jahre.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 129 · November 2014

Reisegruppe als "Mauerspechte" mit Hammer und Meißel an der geöffneten Berliner Mauer

Reisegruppe als "Mauerspechte" mit Hammer und Meißel an der geöffneten Berliner Mauer
Quelle: Der Isselhorster

  • November 2014Stille Helden — das Leben der Hanna KochbeckRenate Plöger porträtierte Hanna Kochbeck, die zurückgezogen auf einem kleinen landwirtschaftlichen Anwesen lebte und mit ihrem Dreirad durchs Dorf fuhr. Als jüngstes von vielen Kindern früh Halbwaise, arbeitete sie in Bielefeld im Haushalt der Familie von Möller und kehrte nach dem Krieg zurück, um ihre unverheirateten Schwestern zu unterstützen und über Jahrzehnte zu pflegen. Bescheiden, zäh und ohne Klagen bewirtschaftete sie ihren Garten und lebte fern jeder Wegwerfgesellschaft. Sie starb mit 94 Jahren im Heim; der Posaunenchor hatte ihr bis zuletzt zum Geburtstag ein Ständchen gebracht.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 129 · November 2014
  • November 2014Elisabeth Kruse wurde 100 Jahre altAm 16. Oktober 2014 wurde Elisabeth Kruse, das älteste Mitglied des Isselhorster Heimatvereins, 100 Jahre alt. Fast ihr ganzes Leben verbrachte sie auf ihrem Hof Niederröhrmann (Isselhorst Nr. 1), lebte zuletzt aber im "Haus Eggeblick" in Halle und äußerte täglich Heimweh nach Isselhorst. Ihr erster Mann fiel im Krieg, sodass sie den großen Hof allein verantworten musste. Eine Kriegserinnerung — sie wurde in der Bahnunterführung angeschossen, blieb aber unverletzt — deutete sie als göttliche Bewahrung.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 129 · November 2014
  • November 2014Heimatverein besucht Wasserwerk und KlärwerkDer Heimatverein besuchte am 25. Oktober das Wasserwerk und das Klärwerk Obere Lutter. 1933 hatten die Isselhorster wegen unbrauchbaren Wassers gehandelt: Der Wünschelrutengänger Beiderbeck fand am Haverkamp eine ergiebige Quelle. 1934 gründeten Julius Dreesbeimdieke, Richard Lütkemeyer und Heinrich Krull den "Wasserbeschaffungsverband Isselhorst" und bürgten dafür mit ihrem gesamten Vermögen. Bis heute liefert der Verband hochwertiges Trinkwasser zu einem Preis deutlich unter dem vergleichbarer Anbieter.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 129 · November 2014

Wasserwerksleiter Herr Wierum erläutert den Aufbereitungsprozess am Computer

Wasserwerksleiter Herr Wierum erläutert den Aufbereitungsprozess am Computer
Quelle: Der Isselhorster

  • November 2014Woher kommt die Milch — Hof Strothlüke öffnetAn der B61 auf Höhe Isselhorst weist ein Schild auf frische Milch ab Hof Strothlüke hin. Der Hof mit seinem 2012 entstandenen Melkhaus öffnet bei geeignetem Wetter ein großes Rolltor und gibt Einblick in das Melken der 130 Kühe, das zweimal täglich stattfindet. Andrea Strothlüke richtete einen kleinen Hofladen ein, der neben Milch auch Eier, Kartoffeln und selbst gemachte Pestos und Chutneys anbietet. Die Eröffnung fiel mit dem Weihnachtsbaumverkauf am zweiten Adventswochenende zusammen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 129 · November 2014
  • November 2014Spannung an der Holler Mühle — Widerstand gegen HöchstspannungstrasseGegen eine geplante 380-kV-Höchstspannungsleitung der Firma Amprion mit bis zu 85 Meter hohen Masten formierte sich Widerstand im Kirchspiel. Nach einer Info-Veranstaltung an der Holler Mühle und einer überparteilichen Versammlung im Isselhorster Landhaus am 23. Oktober gründeten die Teilnehmer eine Bürgerinitiative, die eine Erdverkabelung statt einer Freileitung nahe der Wohnbebauung fordert. Dem Arbeitskreis gehören unter anderem Siegfried Bethlehem, Otto Clüsener, Henner Schröder und Maria Vornholt an. Eine Meldung, Amprion verzichte auf die Trasse, erwies sich als Ente — verzichtet werde nur auf die 110-kV-Ebene.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 129 · November 2014

Vergleichsanimation zum Größenverhältnis der geplanten Masten

Vergleichsanimation zum Größenverhältnis der geplanten Masten
Quelle: Der Isselhorster

2015 – 2016

Stelen, Feste und neue Wege

  • Februar 2015KISS — ein moderner Gottesdienst in IsselhorstSeit September 2014 gibt es in der evangelischen Kirche Isselhorst einen modernen Gottesdienst namens KISS ("Kirche ISSelhorst"), bei dem eine Band auch neuere Lieder spielt. Nach vier Gottesdiensten war die Kirche zunehmend besser besucht; im Januar 2015 kamen über 100 Menschen zum Thema "Mach dich auf, werde Licht". KISS findet nun regelmäßig am dritten Sonntag im Monat um 10 Uhr statt, parallel dazu ein Kindergottesdienst in der Alten Schule. Viele Mitarbeiter engagieren sich ehrenamtlich; die Reihe ist auch auf Facebook vertreten.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 130 · Februar 2015
  • Februar 2015110 Jahre Tischlerei Mesken und 10. Energie-SpartagDie Tischlerei Gerhard Mesken GmbH feierte 2015 ihr 110-jähriges Bestehen, geführt in dritter Generation von Hermann und Annette Mesken. In den Kriegszeiten gehörten sogar Schlitten und Schaukelpferde zum Sortiment; heute liegt der Schwerpunkt auf einbruchhemmenden und wärmedämmenden Fenstern und Türen. In einem Film für den "Kriminalreport" führte Hermann Mesken vor, wie leicht schlecht gebaute Fenster mit einer Scheckkarte zu öffnen sind. Am 8. März 2015 richtete die Firma an der Friedrichsdorfer Straße den 10. Energie-Spartag mit Fachvorträgen aus.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 130 · Februar 2015
  • Februar 2015Die weite Reise einer Isselhorster Familienbibel von 1640Friedhelm Varnholt verfolgte einen Hinweis auf ein Digitalisat und identifizierte eine Familienbibel des Meierhofs Isselhorst, die heute in der Universitätsbibliothek Kiew steht. Die 1640 bei Johann und Heinrich Stern in Lüneburg gedruckte Lutherbibel ist vermutlich die älteste erhaltene Bibel des Kirchspiels und enthält auf 13 Leerseiten handschriftliche Familiennotizen von 1698 bis 1759. Besitzer war Arnold Christoph Astrot, dessen Eltern das heutige Gasthaus "Zur Linde" (Ortmeyer) 1677 bauen ließen. Wie die Bibel nach Kiew gelangte, blieb offen — vermutlich als Beutegut der Roten Armee, die Inventarnummer stammt von 1948.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 130 · Februar 2015
  • Februar 2015Der Hof Kranzmann unter französischer HerrschaftRenate Plöger schilderte die Geschichte des Hofes Kranzmann (früher Rehage) in der Hambrinker Heide unter französischer Herrschaft von 1807 bis 1814. Isselhorst gehörte damals zum Königreich Westphalen unter Napoleons Bruder Jérôme; ab 1810 war Heinrich Mumperow, Meyer zu Isselhorst, als "Maire" eingesetzt. Johann Henrich Rehage kaufte 1807 den verschuldeten Hof für 425 Taler und bemühte sich jahrelang um die Verlängerung eines Kredits der Isselhorster Armenkasse. Den erneuerten Hypothekenschein hielt er erst 1822 in Händen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 130 · Februar 2015
  • Februar 2015Bericht aus dem Nordirak von Simon BethlehemSimon Bethlehem berichtete aus dem Dallal-Camp in der nordirakischen Stadt Zakho, wo etwa 4.500 jesidische Flüchtlinge vor dem IS Zuflucht suchten. Nach der Vertreibung aus dem Singal-Gebirge — einem tagelangen Marsch bei über 40 Grad ohne ausreichend Wasser — bauten sich die Menschen langsam wieder ein Stück Alltag auf. Bethlehem errichtete unter widrigen Bedingungen und oft als Einzelkämpfer Dutzende Toiletten, um die katastrophale hygienische Lage zu verbessern. Er schilderte auch, wie die Stadtverwaltung Bauarbeiten blockierte, weil ihr am Verdienen mit Hilfsgeldern gelegen war.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 130 · Februar 2015
  • Februar 2015Der Lutterhirsch Carl-Conrad gestohlen — und zurückWenige Tage nach der Aufstellung im Lutterwald wurde die Skulptur "Carl-Conrad, der Lutterhirsch" gestohlen — ein Werk von Schülern der Mamre-Patmos-Förderschule Bethel unter Lehrer Norbert Grüneberg, gedacht als Geburtstagsgeschenk für Karl-Theodor Mumperow. Nach einem Bericht in der Zeitung "Die Glocke" tauchte die 1,80 Meter große Figur wenige Tage später fast unversehrt in einem angrenzenden Garten wieder auf. Anwohner hatten zudem Jugendliche beim Zerstören einer weiteren Figur vertrieben. Grüneberg und seine Schüler luden die reumütigen "Kunsträuber" sogar zur Feier des Wiederauftauchens ein.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 130 · Februar 2015
  • März 2015Isselhorster Kinder auf Schatzsuche im TheaterKinder der Klasse 3b aus Isselhorst und der städtischen Kita Niehorster Straße erarbeiteten sieben Monate lang gemeinsam mit weiteren Gruppen das Musiktheaterstück "Ein Schatz für alle Fälle". Am 12. und 13. März standen sie im Theater Gütersloh auf der Bühne — die Isselhorster Kinder traten als Hexen und Zaubermeister mit selbst eingeübten Zaubertänzen auf. In drei Vorstellungen sahen rund 1.300 Zuschauer das Stück, an dem insgesamt 130 Kinder mitwirkten. Ermöglicht wurde es durch das NRW-Landesprogramm "Kultur und Schule" und die Liz Mohn Kultur- und Musikstiftung.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 131 · März 2015
  • März 2015Geschäftsübergabe Hillenkötter an Familie MinuthZum 7. April 2015 übergab Karin Hillenkötter ihr Schreibwaren-, Zeitschriften- und Postgeschäft an der Haller Straße an die Familie Minuth. Werner Hillenkötter hatte den Laden 1965 gegründet, nachdem er in Bielefeld aus kleinsten Anfängen — zunächst mit einem Bollerwagen Zeitungen verkaufend — eine Existenz aufgebaut hatte. Nach dem Tod des Vaters 1969 führte die Mutter das Geschäft weiter; Karin Hillenkötter übernahm es 1988 und integrierte 2003 die Poststelle. Damit endet eine 50-jährige Geschäftsgeschichte im Dorf.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 131 · März 2015
  • März 2015Beerdigungsblasen — eine alte Tradition des PosaunenchorsEin Beitrag von Helmut Koch und Imke Kuck beleuchtete das "Beerdigungsblasen" des 1886 gegründeten Posaunenchors Isselhorst, das rund 70 Jahre lang die Trauerfeiern prägte. Mit meist sieben bis acht Bläsern zog man zu Fuß zu den Trauerhäusern und führte den Leichenzug im langsamen Gleichschritt an, wobei den Bläsern oft "die Pferde im Nacken saßen". Feste Choräle begleiteten jede Station bis zum Grab. 1971 fand das letzte Beerdigungsblasen statt, weil der Strukturwandel in der Landwirtschaft die tagsüber verfügbaren Bläser verschwinden ließ.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 131 · März 2015
  • März 2015Eiersegen — als der Pfarrer 400 Eier bekamRenate Plöger erklärte alte österliche Eierbräuche und die frühere Bedeutung der Eier als Zahlungsmittel. Bis ins 19. Jahrhundert erhielt der Isselhorster Pfarrer eine "Osterpachtabgabe" in Form von Eiern; eine Liste des 18. Jahrhunderts nennt Höfe mit 20 bis 24 Eiern, der Meyer zu Hollen schuldete 30 Stück. Insgesamt kamen so rund 400 Eier zusammen — ein Teil des Pfarrerlohns, da dieser kein Gehalt, sondern Nutzungsrechte und verbriefte Abgaben bezog. Auf den Höfen standen dafür "Eierborde" aus Eichenholz für 60 und mehr Eier.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 131 · März 2015
  • März 2015Die Geschichte einer Zeichnung zur 900-Jahrfeier 1950Zur 900-Jahrfeier 1950 erschien eine Festschrift mit einer detailgetreuen Federzeichnung Isselhorsts aus der Vogelperspektive, signiert "Bodag". 65 Jahre später meldete sich der Sohn des Künstlers, Manfred Bodag jr., der als achtjähriger Junge einige Male mit dem Motorrad nach Isselhorst mitfuhr, wenn sein Vater dort Gebäude skizzierte. Beim Schreiben der eigenen Familiengeschichte stieß er zufällig auf der Homepage des Gasthofs "Zur Linde" auf eine Zeichnung seines Vaters. Herr Ortmeier übergab ihm daraufhin ein Exemplar der alten Festschrift.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 131 · März 2015
  • März 2015Alexander Kellner zum neuen Pfarrer gewähltAm 5. März 2015 wählten die Presbyterien der evangelischen Kirchengemeinden Friedrichsdorf und Isselhorst in einem Wahlgottesdienst einstimmig den 41-jährigen Theologen Alexander Kellner zum neuen Pfarrer. Kellner stammt aus Wipperfürth im Bergischen Land, ist verheiratet und hat drei Kinder; die Seelsorge bezeichnet er als wichtigsten Teil seiner Arbeit. Wegen sinkender Gemeindegliederzahlen gingen beide Gemeinden eine "pfarramtliche Verbindung" ein: Kellner ist zu 75 Prozent in Friedrichsdorf und zu 25 Prozent in Isselhorst tätig. Seinen Dienst sollte er voraussichtlich nach den Sommerferien antreten.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 131 · März 2015
  • Mai 2015Der offene Bücherschrank am DorfplatzAm 30. April 2015 richtete der CDU-Ortsverband Isselhorst im Buswartehäuschen am Dorfplatz einen offenen Bücherschrank ein — eine kostenlose, rund um die Uhr zugängliche Bibliothek für alle Bürger. Man kann ein Buch mitnehmen, es später zurückbringen oder selbst eines hinzustellen. Die Idee ging auf einen Vorschlag von Frau Dr. Pantenburg im Rahmen einer Bürgerbefragung zurück. Etwa 30 Besucher kamen zur Übergabe und brachten Bücher mit oder liehen bereits welche aus.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 132 · Mai 2015
  • Mai 201520 Jahre Isselhorster WochenmarktAm 19. Mai 1995 wurde der Isselhorster Wochenmarkt eröffnet — 2015 feierte er sein 20-jähriges Bestehen. Im Vorfeld hatte das Vorhaben im Planungsausschuss der Stadt kaum Chancen, da es in Gütersloh zunächst nur einen einzigen Wochenmarkt gab; erst Fragebogenaktionen der Werbegemeinschaft und der Jungen Union drehten die Stimmung. 15 Marktbeschicker kamen zum ersten Markttag; die Werbegemeinschaft übernahm die Organisation. Einige Beschicker der ersten Stunde, etwa "Bauer Siegfried" Kampmann und Elke Könighaus, sind bis heute freitags auf dem Kirchplatz vertreten.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 132 · Mai 2015

Eröffnung des Isselhorster Wochenmarktes 1995 mit Bürgermeisterin Maria Unger

Eröffnung des Isselhorster Wochenmarktes 1995 mit Bürgermeisterin Maria Unger
Quelle: Der Isselhorster

  • Mai 2015Der erste Isselhorster Cuvee abgefülltErstmals wurde ein Isselhorster Dorf-Wein produziert. Die Weinlese fand am 13. September 2014 statt; zahlreiche Isselhorster brachten ihre eigenen Trauben zum Getränkehandel Feldmann, wo Kinder sie mit gewaschenen Füßen zu Maische verarbeiteten. Rund 30 Liter Most reiften bis Februar, ehe der biologische Säureabbau eingeleitet wurde. Am 12. April 2015 wurde der Wein von den Neu-Winzern selbst etikettiert und abgefüllt — als Cuvee in den Varianten "fast-weiß" und "ziemlich-rosé".
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 132 · Mai 2015
  • Mai 2015Die Manufaktur — Baufortschritte auf dem Brennereihof ElmendorfAuf dem Gelände der ehemaligen Brennerei Elmendorf an der Haller Straße, künftig "Manufaktur" genannt, machte der Umbau sichtbare Fortschritte. Die Volksbank Bielefeld-Gütersloh zieht als erste Ankermieterin 2016 dorthin um und richtet in historischem Ambiente eine Geschäftsstelle mit gläsernem Innenhof und zehn Beratungszimmern ein. Investor Temming berichtete von großer Nachfrage nach gewerblichen Flächen und Wohnraum. Geplant sind zudem ein Car- und Bikesharing-Angebot sowie eine eigene Photovoltaikanlage.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 132 · Mai 2015

Ende des "Dornröschenschlafs" — 2016 soll der Umbau fertig sein

Ende des "Dornröschenschlafs" — 2016 soll der Umbau fertig sein
Quelle: Der Isselhorster

  • Mai 2015April 1945 — Einmarsch der Amerikaner in IsselhorstWilfried Hanneforth erinnerte an den Einmarsch der Amerikaner in Isselhorst. Nachdem Gütersloh am Ostermontag, dem 2. April 1945, kampflos übergeben worden war, rückte die Militärkolonne am 3. April gegen 10 Uhr über die Niehorster Straße ins Dorf. Hanneforths Vater kommandierte eine Panzersperre des Volkssturms an der Brede; als die Parteispitze sich für nicht zuständig erklärte, wurden alle Wachen abgesagt. Isselhorst wurde ohne einen einzigen Schuss eingenommen, die Kommandantur bezog die Villa Elmendorf.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 132 · Mai 2015

Historische Aufnahme: US-Militärfahrzeuge fahren 1945 Richtung Gütersloh (Stadtarchiv Gütersloh)

Historische Aufnahme: US-Militärfahrzeuge fahren 1945 Richtung Gütersloh (Stadtarchiv Gütersloh)
Quelle: Der Isselhorster

  • Mai 2015Nachruf auf Friedhelm VarnholtAm 31. März 2015 verstarb Friedhelm Varnholt, der maßgeblich das Heimatarchiv des Vereins aufbaute. Als gelernter Elektriker und langjähriger Mitarbeiter im Physiklabor der Firma Miele war er Autodidakt, verfügte aber über ein detailliertes Wissen der Kirchspielgeschichte. Akribisch und kritisch arbeitete er ortsgeschichtliche Themen auf — unter anderem entschlüsselte er aus einem Papierfragment die Isselhorster Familienbibel von 1640, die heute in Kiew steht. Seit 2008 hatte er aus ungeordneten Fragmenten ein "Lexikon der Geschichte" des Kirchspiels geschaffen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 132 · Mai 2015
  • Juni 2015Mary Poppins in der FesthalleDie 20-köpfige Isselhorster Jugendkantorei brachte am Samstag, 13. Juni 2015, in der Festhalle das Disney-Musical "Mary Poppins" zur Premiere. Nachdem Initiatorin Birke Schreiber in Elternzeit gegangen war, übernahm Kirchenmusiker Heiner Breitenströter die musikalische Leitung. In der Titelrolle glänzte die 18-jährige Lisanne Ebert, den Schornsteinfeger Bert spielte Maricke Bastian in einer Hosenrolle. Dank einer Spende der Bürgerstiftung holten sich die jungen Sänger professionelle Hilfe bei Regisseurin Daniela Weinert und Maskenbildnerin Angelika Unkrüer.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 133 · Juni 2015
  • Juni 2015Nachruf auf Hilde ReichardtHilde Reichardt, geboren am 30. Mai 1910 in Regenwalde in Pommern, starb am 19. Mai 2015. Die Familie floh im Winter 1945 vor den russischen Truppen und kam bettelarm in Isselhorst an; 1965 baute sie ein Zweifamilienhaus am Usedomweg. Frau Reichardt war von 1952 bis 1970 im Isselhorster Gemeinderat und von 1963 bis 1989 im Vertriebenenrat Gütersloh tätig; 2002 erhielt sie das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse. Noch mit 95 Jahren bestieg sie 2005 auf einer Heimatvereinsfahrt zu Fuß die Treppen zur Wartburg.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 133 · Juni 2015
  • Juni 201520 Jahre Isselhorster WochenmarktDer Isselhorster Wochenmarkt feierte im Mai 2015 sein 20-jähriges Bestehen, allerdings ohne großen Festakt. Marktmeister Wolfgang Steinbeck begrüßte die Besucher mit Sekt oder Orangensaft, und Siegfried Kampmann bot in seinem Marktcafe den Kaffee zum Preis von vor 20 Jahren an, für 1 DM oder 50 Cent. Festgesetzt worden war der Markt per Gewerbeordnung der Stadt Gütersloh am 17. Oktober 1995 auf Antrag der Werbegemeinschaft. Er findet bis heute freitags von 14 bis 18 Uhr auf dem Kirchplatz statt.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 133 · Juni 2015
  • Juni 201530 Jahre Naturwaren MaasDas Familienunternehmen Maas Natur feierte am 22. und 23. August 2015 auf dem Firmengelände in der Werner-von-Siemens-Straße in Gütersloh sein 30-jähriges Bestehen mit Ökomarkt, Modenschau und verkaufsoffenem Sonntag. Begonnen hatte 1985 alles mit der Suche nach alternativen Wickelmethoden, der sogenannten Wickelkiste. Der erste Laden wurde 1989 in Gütersloh eröffnet, weitere folgten in Bielefeld, Berlin, Hamburg, Münster und ab August 2015 auch in Hannover. Maas entwirft und vertreibt ökologische und fair produzierte Mode für die ganze Familie.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 133 · Juni 2015
  • Juni 2015Hof Martenvormfelde seit 1556Die heutige Schlossermeister-Werkstatt Martenvormfelde geht auf eine Hofstelle zurück, die erstmals 1556 im ravensbergischen Urbar als "Martin im Diergarden, Markkötter" erwähnt wird. Der Diergarden war ein eingefriedigtes Wald- und Heidegebiet der Allgemeinen Mark, in dem Vieh gehütet wurde; Martin übte den Beruf des Hirten aus und erhielt erst um 1555 Land zugeteilt. Der Zusatz "vor dem Felde" bedeutet, dass die Hofstelle vor der großen Allgemeinen Mark lag. Bis 1989 wurde dort noch Nebenerwerbslandwirtschaft betrieben, danach wurde das Haus grundsaniert.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 133 · Juni 2015

Historische Aufnahmen des Bauernhauses Martenvormfelde, Nord- und Südseite, um 1990

Historische Aufnahmen des Bauernhauses Martenvormfelde, Nord- und Südseite, um 1990
Quelle: Der Isselhorster

  • Juni 2015Friseursalon Kitzig unter neuer RegieFriseurmeisterin Daniela Kaule übernahm zum 1. Juli 2015 den traditionsreichen Salon Kitzig an der Isselhorster Straße 415 und feierte die Betriebsübergabe am 5. Juli mit einem Sommerfest. Sie hatte 2002 dort ihre Ausbildung absolviert und sich zur Kosmetikerin und später zur Friseurmeisterin qualifiziert. Das Ehepaar Kitzig hatte den Salon 45 Jahre lang geführt; er ist seit Jahren Mitglied der Elitevereinigung Intercoiffure. Gerhard Kitzig stand seinen Kunden weiterhin stundenweise zur Verfügung.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 133 · Juni 2015
  • September 201544 Störche in und über IsselhorstAnfang August 2015 rasteten 44 Störche in und über Isselhorst, was es in dieser Zahl wohl noch nie gegeben hatte. Sechs übernachteten auf dem Dach der alten Schule, weitere auf Dach und Schornstein der ehemaligen Brennerei Elmendorf sowie auf dem Funkmast an der Niehorster Straße. Am 5. August ließen sie sich auf einer von Landwirt Birkenhake mit Gülle gedüngten Wiese nieder, während sie die mit Stallmist gedüngte Nachbarwiese verschmähten. Um sieben Uhr früh zogen alle Störche in Richtung Westen weiter.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 134 · September 2015
  • September 2015Zur Erinnerung an Gisela KerkerDie langjährige Isselhorster Floristin Gisela Kerker, geborene Höcker, starb im Sommer 2015. Sie lernte bei der Isselhorster Gärtnerei Lütkemeyer, bildete sich zur Floristin weiter und führte unter anderem den Blumenladen im Bielefelder Hauptbahnhof. Später übernahm sie den Isselhorster Blumenladen Lütkemeyer und bildete gern junge Frauen zur Floristin aus. Neun Jahre lang lebte sie mit einer schweren Krankheit weiter und übergab das an die Steinhagener Straße vergrößerte Geschäft etwa ein Jahr vor ihrem Tod an einen Nachfolger.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 134 · September 2015
  • September 2015Betriebsjubiläen bei der Tischlerei MeibrinkBei der Bau- und Möbeltischlerei Meibrink in Isselhorst wurden drei Mitarbeiter für zusammen 60 Jahre Betriebszugehörigkeit geehrt. Joachim Gregor (46) gehört seit 30 Jahren dazu und ist voll in den Bereich Bestattungen integriert, Markus Brinkmann (36) ist seit 20 Jahren Montageleiter, und Benjamin Westerhelweg (29) kam vor 10 Jahren zum Betrieb. Firmenchef Thomas Schweinhirt dankte den drei Handwerkern für ihre langjährige Treue.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 134 · September 2015
  • September 2015Streit um die HöchstspannungsleitungDie von Amprion geplante Höchstspannungsleitung Gütersloh-Lüstringen soll über Hollen, Holtkamp und Steinhagen auf bis zu 85 Meter hohen Masten geführt werden. Die Isselhorster Bürgerinitiative BISS erreichte, dass eine Erdverkabelung auf etwa acht Kilometern möglich wurde. Die betroffenen Landwirte lehnen die Erdverkabelung jedoch strikt ab, weil die bis zu 50 Grad warmen Erdkabel Boden und Grundwasser schädigen und eine 42 Meter breite Trasse die Felder diagonal zerschneidet. Hauptbetroffene sind Wolfgang Hornberg, der einen Milchviehbetrieb mit 140 Kühen führt, und Hermann Dreesbeimdieke.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 134 · September 2015
  • September 2015Autohaus Brinker im Skoda Club 25Das Autohaus Brinker aus Gütersloh-Isselhorst wurde 2015 als eines von nur zwei Autohäusern in Ostwestfalen-Lippe zum zweiten Mal nach 2009 in den Skoda "Club 25" aufgenommen. In den Elite-Club schaffen es jährlich die 25 besten Skoda-Händler Deutschlands, gemessen an Service, Vertrieb und Kundenzufriedenheit. Die Brüder Ingo (42), Thorsten (51) und Lars (46) Brinker nahmen Urkunde und die Skulptur "Mission" entgegen. Der Skulpturen-Titel steht für ihr Ziel der Titelverteidigung im Folgejahr.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 134 · September 2015
  • September 2015Isselhorster Geflügelzüchter helfen den GuterslohernDer Geflügelzucht- und Gartenbauverein Isselhorst präsentierte seine Jahresausstellung am 10. und 11. Oktober 2015 in der Festhalle, diesmal gemeinsam mit dem Verein der Rassegeflügelzüchter Gütersloh von 1881. Deren Vorsitzender Wilfried Hunke hatte um Hilfe gebeten, weil der Gütersloher Bauhof renoviert wurde und die dortige Ausstellung nicht gesichert war. Am Sonntag konnten Isselhorster ihre größten Sonnenblumen-Teller vermessen lassen. Zuvor hatte der Verein unter anderem eine Alpakazucht in Marienfeld und die Gärtnerei Busche besucht.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 134 · September 2015
  • November 2015Weihnachtsoratorium in der Bach-KonzertreiheAm 19. Dezember 2015 führten rund 100 Sängerinnen und Sänger in der Evangelischen Kirche Isselhorst als vierte Veranstaltung der Isselhorster Bach-Konzertreihe das Weihnachtsoratorium (BWV 248) in seinen Kantaten I bis III auf. Das Ereignis war ein Kooperationsprojekt der Evangelischen Kirchengemeinden Isselhorst und Ummeln. Begleitet wurde der Chor von einem Orchester mit Pauken, Trompeten, Flöten, Oboen und Streichern sowie vier Gesangssolisten. Die musikalische Leitung lag bei den Kantoren Adrian Büttemeier (Isselhorst) und Johannes Vetter (Ummeln).
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 135 · November 2015
  • November 2015Führungswechsel bei Linie 2Judith Wulf (38) übernahm zum 1. Oktober 2015 die Geschäftsleitung des Modegeschäfts Linie 2 an der Haller Straße 137 von ihrer Schwester Astrid Wulf-Wiedemann. Das Geschäft besteht seit 20 Jahren und war von Heidi Wulf aufgebaut worden. Astrid Wulf-Wiedemann, gelernte Diplom-Grafikdesignerin, widmet sich künftig ganz ihrer Arbeit als Kunsttherapeutin und bereitete sich auf die Prüfung zur Heilpraktikerin für Psychotherapie vor. Judith Wulf, gelernte Industriekauffrau, wollte sich mit dem bestehenden Team wieder der Mode widmen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 135 · November 2015
  • November 2015Bernhard Grunebaum verabschiedetBernhard Grunebaum, langjähriger Pressesprecher der Volksbank Bielefeld-Gütersloh, ging nach 38 Dienstjahren mit 65 in den Ruhestand. 1977 war er als Bankkaufmann eingetreten, 1984 wurde er Leiter Marketing, Werbung und Öffentlichkeitsarbeit; seine Durchwahl -252 behielt er über die gesamte Dienstzeit. Er prägte den genossenschaftlichen Gedanken und organisierte bekannte Veranstaltungen wie den Gütersloher Sommer im Mohnspark und den Schinkenmarkt. Vorstandsvorsitzender Thomas Sterthoff dankte ihm für Kreativität, Teamgeist und Loyalität.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 135 · November 2015
  • November 2015Wassermühle Strothmann stellt Mahlbetrieb einDie Wassermühle Strothmann an der Erikenstraße, eine der kleinsten Wassermühlen im Einzugsgebiet der Oberen Ems, stellte ihren Mahlbetrieb ein. Seit 1804 wurde dort Getreide gemahlen, zuletzt ausschließlich Roggen als Brotmehl für regionale Bäckereien. Angetrieben wird die Mühle von einer Francis-Turbine mit 6,8 bis 8,8 kW (9 bis 12 PS); die Wasserkraft wird weiterhin zur Stromerzeugung genutzt und versorgt rechnerisch etwa sieben Haushalte. Müller Strothmann nannte als Gründe den sinkenden Roggenmehlanteil beim Brotbacken und den Konkurrenzdruck der Großmühlen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 135 · November 2015
  • November 2015Gedenken an die Heinrichsflut vor 50 JahrenMit einer 3,50 Meter hohen Stele wurde am 16. Juli 2015 in Etteln im Kreis Paderborn an die Hochwasserkatastrophe vor genau 50 Jahren erinnert. Nach schweren Unwettern am 15. und 16. Juli 1965 verwandelten wolkenbruchartige Regenfälle die sonst friedliche Altenau in einen reißenden Fluss; in Etteln starben sieben Menschen, im gesamten Altenau-Tal neun. Rudolf Knufinke war damals als junger Außendienstmitarbeiter der WCG mit dem Opel-Kadett im Katastrophengebiet unterwegs und schildert seine Erlebnisse. Von den Folgen einer Klimaveränderung sprach damals noch niemand.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 135 · November 2015
  • November 201570 Jahre Mitglied im TurnvereinBeim TV Isselhorst wurde Günter Jakob für seine sagenhafte 70-jährige Mitgliedschaft geehrt, eine Seltenheit im Verein. Der 78-Jährige kam 1945 nach Isselhorst, suchte Anschluss und trat dem Turnverein bei; sein erstes Turnhemd kaufte er bei Dreesbeimdieke. Erste Vorsitzende Gabi Neumann zog angesichts des Beitrittsjahres eine Parallele zu den Flüchtlingen der Gegenwart und rief zu Menschlichkeit auf. Auf 65 Jahre Vereinszugehörigkeit bringt es Lieselotte Dreesbeimdieke.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 135 · November 2015
  • Februar 2016Erster Isselhorster Ehrenamtspreis für Helmut KochDer SPD-Ortsverein Isselhorst verlieh erstmals den Jacobsen-Ehrenamtspreis, und zwar an den 82-jährigen Helmut Koch. Koch blickt an Pfingsten 2016 auf eine 70-jährige aktive Mitgliedschaft im Posaunenchor Isselhorst zurück und begründete das Traditionskonzert am 23.12. Mit seiner Trompete spielt er zu freudigen wie traurigen Anlässen und erweist auch Verstorbenen auf dem Friedhof die letzte Ehre. Namensgeber des Preises ist das verstorbene Ehepaar Gudrun und Eckard Jacobsen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 136 · Februar 2016
  • Februar 2016Schuhhaus Karmann geht an neuen BetreiberDas seit 1960 bestehende Schuhhaus Karmann in Isselhorst wurde Anfang Februar 2016 an die Lemax shoe-fashion GmbH (P.S. Schuhe) aus Osnabrück übergeben; die gesamte Belegschaft wurde übernommen und der Name behalten. Ein ausführliches Porträt würdigt Schuhmachermeister Günter Karmann, dessen Werkstatt im ehemaligen Postamt jahrzehntelang das inoffizielle Besprechungszimmer von Isselhorst war, wo Vereins- und Dorfangelegenheiten unter vier Augen besprochen wurden. Karmann leitete die von ihm mitgegründete Werbegemeinschaft.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 136 · Februar 2016
  • Februar 2016Erster Spatenstich in der KrullsbachaueAm 15. Januar 2016 lud die GENO Immobilien zum symbolischen ersten Spatenstich im Neubaugebiet Krullsbachaue (Bebauungsplan 179). Bemerkenswert war, dass die Ausgleichsflächen mit Wegesystem, Flutmulden und Spielplatz bereits fertig waren, bevor die ersten Häuser errichtet wurden, und von der Öffentlichkeit intensiv angenommen wurden. Auf rund 33.000 Quadratmetern entstehen unter anderem 21 freistehende Einfamilienhäuser, 25 Grundstücke für Hausgruppen und zwei Häuser mit insgesamt 10 Eigentumswohnungen. Ab März sollten die ersten Gebäude gebaut werden.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 136 · Februar 2016
  • Februar 2016Christina Kampmann - Ministerin aus dem KirchspielChristina Kampmann aus Bielefeld-Ummeln wurde zum 1. Oktober 2015 nordrhein-westfälische Ministerin für Familie, Kinder, Jugend, Kultur und Sport. Der Bereich Hambrinker Heide, aus dem sie stammt, gehört traditionell zum Kirchspiel Isselhorst. Sie ist gelernte Diplom-Verwaltungswirtin (FH) mit anschließendem Politikstudium und Master und zog 2013 als Newcomerin über die Erststimmen in den Bundestag ein, bevor sie das Mandat für das Ministeramt niederlegte. Im Gespräch im Elternhaus an der Erpestraße beschrieb sie sich als selbstbewusst, aber mit Demut vor dem Amt.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 136 · Februar 2016
  • Februar 2016Das neue Milchhäuschen bei BirkenhakeAuf dem Hof Birkenhake an der Münsterlandstraße 474 in Niehorst steht seit kurzem ein Milchhäuschen, an dem jeder rund um die Uhr frische Rohmilch zapfen kann, ins eigene Gefäß oder in eine vor Ort gekaufte Flasche. Den landwirtschaftlichen Betrieb gibt es bereits seit über 500 Jahren; gehalten werden rund 200 Milchkühe und seit 2001 eine Bisonherde, deren Fleisch aus der Gaststätte Zur Linde bekannt ist. Der Betrieb liefert seine Milch künftig zur Babymilchproduktion an eine Molkerei in Herford. Auch Kartoffeln und Bisonwurst sind erhältlich.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 136 · Februar 2016
  • Februar 2016Löschzug Isselhorst 50-mal im EinsatzDer Löschzug Isselhorst mit 43 Kameraden, davon zwei Frauen, rückte 2015 insgesamt 50-mal aus. 36-mal pumpten die Feuerwehrleute vollgelaufene Keller aus oder beseitigten umgefallene Bäume, fünfmal ging es zu Verkehrsunfällen. Im Juni 2015 löschte man gemeinsam mit den städtischen Löschzügen den Großbrand der Tischlerei Lütgert an der Osnabrücker Landstraße. Zweimal war die Wehr im Rahmen der Flüchtlingshilfe in den Unterkünften in Friedrichsdorf und Spexard aktiv.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 136 · Februar 2016
  • März 2016Schatzfund in den Mauern der BrennereiBei der Entkernung der historischen Brennereigebäude Elmendorf, in denen Markus Temming eine Brillenmanufaktur und künftig auch Räume der Volksbank einrichtet, stieß Tim Schwabedissen mit dem Boschhammer auf einen Hohlraum in einer gemauerten Konsole. Darin lagen zwei Flaschen "Elmendörfer Litera C" (38-prozentiger Korn) und eine Urkunde, die am 22. August 1940 auf Anregung des Maurers Wilhelm Landwehr eingemauert worden war. Der Korn war über die Jahrzehnte bis auf einen Rest verdunstet. Knut Elmendorf holte das in der Urkunde erbetene Gedenken an die genannten Personen mit einer erhaltenen Flasche im Kreise der Helfer nach.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 137 · März 2016
  • März 2016Nachruf auf Andreas RehmAndreas Rehm, gerade Anfang Januar 2016 58 Jahre alt geworden, starb am 27. Februar 2016 nach langer Krankheit. Er eröffnete im Februar 1992 das erste Reisebüro in Isselhorst, zunächst im Anbau am Borgsen Haus, und zog 1993 an die Haller Straße 122. Seit 1994 war er im Vorstand der Werbegemeinschaft Isselhorst, ab 1995 deren Vorsitzender; in seine Amtszeit fallen der Wochenmarkt und die 1. Isselhorster Nacht 1999, von der er seine Mitstreiter überzeugte. 2012 übergab er das Reisebüro an seine langjährige Mitarbeiterin Christine Panitz.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 137 · März 2016
  • März 2016Bürgerversammlung der Initiative BISSAuf einer öffentlichen Bürgerversammlung der Initiative BISS im gut gefüllten Saal der Gaststätte Ortmeyer wurde über die geplante Höchstspannungsleitung informiert. Laut einer Studie des Gütersloher Immobiliengutachters Ludger Kaup kann der Bau mit Masten bis zu 85 Metern (380 kV plus 110 kV) zu Wertverlusten von bis zu 50 Prozent führen; für die Häuser an der Holler Mühle wurde ein Verlust von rund einer Million Euro geschätzt. Joachim Poggenklass referierte über die gesundheitlichen Risiken, insbesondere ein erhöhtes Leukämierisiko. Die Erdverkabelung ist inzwischen gesetzlich verankert; zuständig ist der Netzbetreiber Amprion.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 137 · März 2016
  • März 2016Das Brakenhaus und seine BesitzerEin ausführlicher Beitrag zeichnet die Geschichte des Brakenhauses an der Straße In den Braken nach, dessen Bewohner Brackemann genannt wurden. Das Gelände gehörte seit mindestens 1500 zum Isselhorster Meierhof, die Familie war Erbpächter einer kleinen Grundfläche. Um 1802 gab es Streit mit dem Meyer Mumperow um die Zahlung des Pachtgeldes, weil Brackemann in neuer, silberärmerer Münze zahlte; ein Gericht entschied auf Zahlung in alter Münze. Über mehrere Besitzerwechsel, geprägt von Schwindsucht und dem Niedergang des Leinengewerbes, kam der Hof an den Nagelschmied Heitmann, in dessen Familie das erhaltene Fachwerk-Heuerlingshaus bis heute ist.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 137 · März 2016

Historische Aufnahmen des Brakenhauses (um 1960) und des Brakenschmieds mit Kuh (vor 1917)

Historische Aufnahmen des Brakenhauses (um 1960) und des Brakenschmieds mit Kuh (vor 1917)
Quelle: Der Isselhorster

  • März 2016Hofstelle Kniepkamp-Schweitzer abgebrochenIn der ersten Februarwoche 2016 wurde die alte Hofstelle Kniepkamp-Schweitzer an der Haller Straße komplett abgebrochen; auf dem Gelände entstehen drei neue Häuser. Die alte Isselhorster Hofanlage mit der früheren Hausnummer 27 wurde 1894 von Heinrich Kniepkamp und Luise geborene Höcker errichtet und über vier Generationen bewohnt. Wilfried Hanneforth erinnert an Anekdoten, etwa den Viehhändler Kniepkamp, der nebenbei mit Maulwurfsfellen handelte, und die beiden Hilfen Maria und Helmut. Insgesamt verschwanden in kurzer Zeit vier Häuser an der Haller Straße.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 137 · März 2016
  • März 2016Der Scherenschleifer aus SolingenNeu auf dem Isselhorster Wochenmarkt ist einmal im Monat Guido Morsbach, ein Messer- und Scherenschleifer aus einer alten Solinger Schleiferdynastie, der in Augustdorf wohnt. Er warnt davor, hochwertige Messer selbst mit einer Flex zu schleifen, weil dabei der Stahl verbrennt und die Härte der Schneide verloren geht. Die Redewendung vom Affen auf dem Schleifstein stammt aus der Zeit, als wandernde Scherenschleifer zur Aufmerksamkeit ein Äffchen mitführten. Seine Qualitätsprüfung: ein senkrecht gehaltenes Blatt Papier sauber durchschneiden, ohne dass es reißt.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 137 · März 2016

Der Messer- und Scherenschleifer aus Solingen an seinem Stand sowie ein historischer Messerschleifer um 1568 (

Der Messer- und Scherenschleifer aus Solingen an seinem Stand sowie ein historischer Messerschleifer um 1568 (
Quelle: Der Isselhorster

  • Mai 201640 Jahre TrödelmarktDer überregional bekannte Isselhorster Antik- und Trödelmarkt feierte am 26. Mai 2016 (Fronleichnam) sein 40-jähriges Jubiläum. Ursprünglich fand er auf dem Gelände der Brennerei Elmendorf statt, zog aber vor fünf Jahren wegen der dortigen Umbaumaßnahmen auf den Meierhof Mumperow hinter der Kirche um, dessen urkundliche Erwähnung 1200 Jahre zurückreicht. Auf dem Meierhof stehen drei Gebäude unter Denkmalschutz, darunter eine noch funktionsfähige Wassermühle, die heute Ökostrom erzeugt. Die Kirmes rund um den Kirchturm begann bereits am Mittwoch, 25. Mai.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 138 · Mai 2016
  • Mai 2016130 Jahre Posaunenchor IsselhorstDer Posaunenchor Isselhorst feierte sein 130-jähriges Bestehen mit einem Jubiläumskonzert am Sonntag, 5. Juni 2016, um 18 Uhr in der Evangelischen Kirche Isselhorst. Der Chor gehört seit vielen Jahrzehnten zum kirchlichen und dorflichen Leben und wirkt bei zahlreichen Veranstaltungen mit, darunter das Traditionskonzert am 23.12.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 138 · Mai 2016
  • Mai 2016150 Jahre Diakonische Stiftung UmmelnZum 150-jährigen Bestehen der Diakonischen Stiftung Ummeln erschien ein 424 Seiten starkes Buch der Historiker Hans-Walter Schmuhl und Ulrike Winkler. Die 1866 gegründete Stiftung ist einer der ältesten diakonischen Träger in Nordrhein-Westfalen; sie entwickelte sich von der Fürsorge für entlassene Strafgefangene über die Fürsorgeerziehung zur Behinderten- und Jugendhilfe und beschäftigt heute rund 700 Mitarbeitende. Das Buch spart auch dunkle Kapitel wie die Zwangssterilisierungen im Nationalsozialismus und fragwürdige Erziehungsmethoden der 1950er- und 60er-Jahre nicht aus. Es ist im Buchhandel für 29 Euro erhältlich.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 138 · Mai 2016
  • Mai 2016Bürgermeister besucht den WasserbeschaffungsverbandBürgermeister Henning Schulz besuchte Anfang April 2016 den Isselhorster Wasserbeschaffungsverband (WBI) und ließ sich Förderung und Aufbereitung des Trinkwassers erklären. Der 1934 gegründete WBI versorgte anfangs mit einem Brunnen 34 Hausanschlüsse; heute fördert er aus zehn Brunnen Trinkwasser für rund 1.395 Hausanschlüsse. Der Verband organisiert sich als Genossenschaft weitgehend ehrenamtlich, was den niedrigen Wasserpreis erklärt; einziger Vollzeitbeschäftigter ist Jochen Wierum. Schulz regte an, dass der WBI die Läufer der Isselhorster Nacht mit heimischem Trinkwasser versorgt.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 138 · Mai 2016
  • Mai 2016Autohaus Brinker wiedereröffnetAm 9. April 2016 feierte das Autohaus Brinker mit einem großen Fest die Wiedereröffnung nach Abschluss der Umbauarbeiten. Rund 1.000 Besucher nahmen die Gelegenheit wahr, die neu gestalteten Geschäftsräume zu besichtigen. Firmenchef Ingo Brinker berichtete, die helle, freundliche und großzügige Gestaltung sei bei den Besuchern durchweg gut angekommen. Kinderschminken, Bratwurststand und eine Carrerabahn sorgten für Betrieb.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 138 · Mai 2016
  • Mai 2016Zu Besuch in Hoberge - eine Erinnerung von 1950Heinrich Niedergassel erinnert sich an eine Fahrradtour im Sommer 1950 zum Kaffeebesuch bei Onkel Karl und Tante Frieda in Hoberge, am Peter auf'm Berge. Wegen eines nächtlichen Gewitters mit viel Regen übernachtete die Familie und fuhr am nächsten Morgen mit dem Bulldog samt Anhänger zurück, um in Steinhagen Schlempe zu holen. Der nach oben gerichtete Auspuff des Bulldogs pustete kräftig in das vom Regen nasse Laubdach der Lindenbäume, sodass das Wasser genau auf die Mitfahrer herabprasselte. So kamen sie bei strahlendem Sonnenschein klatschnass in Steinhagen an.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 138 · Mai 2016
  • Juli 2016120 Jahre Isselhorster ApothekeDie Isselhorster Apotheke feierte 2016 ihr 120-jähriges Bestehen. 1896 war sie als Zweigstelle der Verler Apotheke 'Maus' ins Leben gerufen worden, spätere Besitzer tauften sie auf 'Löwen-Apotheke', ehe der Name 'Isselhorster Apotheke' entstand. Inhaber Sven Buttler feierte das Jubiläum am 10. September 2016 mit einem bunten Programm für Groß und Klein, unter anderem mit Ballonkünstler Siggi Socke und einer Sparkassen-Hüpfburg.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 139 · Juli 2016
  • Juli 2016Erinnerungsstele der Konfirmanden 2016 aufgestelltAm 3. Juni 2016 wurde zum 21. Mal eine Erinnerungsstele mit dem Namensschild der Konfirmandinnen und Konfirmanden aufgestellt. Karl Piepenbrock, früherer Vorsitzender des Heimatvereins, hatte 1996 die Idee zu dieser Aktion. Die Stelen stehen in Reih und Glied entlang des uralten, 'Pingelströtken' genannten Kirchweges. Auf vielen älteren Namensschildern sind einzelne Namen inzwischen unkenntlich gemacht worden.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 139 · Juli 2016
  • Juli 2016Isselhorst wie es früher war: Der Opel P4Der Beitrag erinnert an den Opel P4, den der Bäckermeister Wilhelm Brinkmann in Hollen um 1950 besaß und den sich Familien sonntags für Ausflüge ausliehen. Erzählt wird die Anekdote, wie Brinkmann seinen Wagen aus der Deele auf die Münsterlandstraße rückwärts herausfuhr, ohne sich ein zweites Mal zu vergewissern, und dabei einen Barkey-Linienbus rammte, den er trotz roter Farbe 'nicht gesehen' habe. Der eigene Opel P4 der erzählenden Familie wurde 1957 abgemeldet und später für 100 DM an einen Autohändler in der Senne verkauft.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 139 · Juli 2016
  • Juli 2016Rocker im Dorf - Motorradgottesdienst in der KircheAn einem Samstag im Juni parkten rund 200 schwere Maschinen vor der Isselhorster Kirche und auf dem alten Schulhof. Es handelte sich um den 1. Motorrad Club des Sanitär-, Heizungs- und Klimahandwerks (1. MCSHK), dessen Ostwestfalen-Treffen von der Steinhagener Jung Pumpen GmbH ausgerichtet wurde. Organisatoren waren Frank Erdt, Andreas Kämpf und Rüdiger Rokohl, die als Kirche für den traditionellen Motorradgottesdienst selbstverständlich 'unsere' Isselhorster Kirche wählten. Pfarrer Kölsch und der Posaunenchor PCI gestalteten den Gottesdienst, der mit dem Stück 'Friends for Life' und Applaus von 200 Bikern endete.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 139 · Juli 2016
  • Juli 2016Neuer Friseursalon auf dem Brennerei-Gelände eröffnetGemeinsam mit mehr als 250 Gästen feierte das Team von Daniele Dragotta Friseure die Saloneröffnung auf dem ehemaligen Gelände der Brennerei Elmendorf in Isselhorst. Daniele Dragotta, Teamchef der Friseur-Nationalmannschaft und Weltmeister der Friseure, zeigte sich erfreut über den großen Zuspruch und die moderne Salongestaltung über zwei Etagen. Der Salon liegt an der Manufaktur 5.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 139 · Juli 2016
  • Juli 2016Dieter Schröder liest Hans-Christian AndersenBei der Literaturveranstaltung 'Dieter Schröder liest...' widmete sich der Vortragende in diesem Jahr dem dänischen Schriftsteller Hans-Christian Andersen. Nach Autoren wie Droste-Hülshoff, Heine, Storm und Ringelnatz stand nun der Märchendichter im Mittelpunkt; Schröder machte auch auf Andersens Lyrik, Dramen und seine Scherenschnitte aufmerksam. Die alte Wassermühle des Meierhofes war wieder voll besetzt und von Herrn Mumperow eindrucksvoll illuminiert.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 139 · Juli 2016
  • September 2016Bürgerradweg in Niehorst eingeweihtAm 3. Juli 2016 wurde der neue Bürgerradweg an der Münsterlandstraße zwischen Isselhorst und Marienfeld eingeweiht; über 150 Radfahrer nahmen teil. Auslöser war ein tödlicher Verkehrsunfall vom 11. November 2012, bei dem ein Isselhorster Radfahrer auf dem Weg zur Arbeit ums Leben kam. Die CDU Isselhorst baute den Radweg als Bürgerradweg mit Landesförderung, Sponsoren (u.a. Bertelsmann-Mitarbeiter mit 10.000 Euro, Sparkasse Gütersloh mit 6.700 Euro) und rund 80.000 Euro Eigenleistung. Die Gesamtkosten von 430.000 Euro wurden dank der Bürgerbeteiligung unterschritten.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 140 · September 2016
  • September 201640 Jahre Werbegemeinschaft IsselhorstAm 3. September 2016 feierte die Werbegemeinschaft Isselhorst ihr 40-jähriges Jubiläum in der Ausstellungshalle des Autohauses Koop, wo knapp 100 Gäste zusammenkamen. In vier Jahrzehnten organisierte sie Osterfeuer, Fahrradrallyes, Weihnachtsmärkte, den Antik- und Trödelmarkt, den Wochenmarkt sowie Gewerbe- und Modenschauen. Schustermeister Günter Karmann, Gründungsmitglied von 1976, hatte alte Zeitungsberichte ausgestellt.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 140 · September 2016
  • September 201640 Jahre Firma Henrich Schröder - Spezialist für Wasser & WärmeDie Firma Henrich Schröder GmbH feierte ihr 40-jähriges Bestehen; Henrich Schröder hatte sich 1976 mitten zwischen den beiden Ölkrisen selbstständig gemacht, damals als Einmann-Betrieb mit einem PKW und Anhänger. Heute zählt der Betrieb rund 20 Fahrzeuge und 38 Mitarbeiter; 2009 übergab Schröder die Geschäftsführung an seine Söhne Cord und Thorsten. Zum Jubiläum wurde die Ausstellung mit antiken Branchenstücken bestückt, darunter eine vernickelte Badewanne von 1883 und ein Gasbadeofen von 1902.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 140 · September 2016
  • September 2016Nachruf Rudolf StrüwerDer Heimatverein und der Turnverein Isselhorst trauern um Rudolf Strüwer, der am 15. Juni 2016 nach kurzer, schwerer Erkrankung starb. 1968 dem Turnverein beigetreten, saß er schon nach zwei Jahren 17 Jahre lang im Vereinsvorstand und war stets mit Vereinsfahne beim Volkstrauertag präsent. Er galt als einer der letzten Sprecher des 'wahren Isselhorster Platt' und übersetzte und gestaltete die Plattdeutschen Gottesdienste auf seinem Hof am Haverkamp. Als ehrenamtlicher Sargträger und im Friedhofsausschuss war ihm die Würde des letzten Weges ein besonderes Anliegen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 140 · September 2016
  • September 2016Plattdeutsches Wörterbuch erschienenRudolf Knufinke und Siegfried Kornfeld gaben gemeinsam das Buch 'Plattdeutsch - so klingt die Melodie unserer Heimat Isselhorst' heraus, eine Sammlung plattdeutscher Begriffe und ihrer Bedeutung. Rudolf Knufinke leistete die Hauptarbeit und trug auf 145 Seiten Begriffe in typischen Redewendungen und Sätzen zusammen, teils mit erläuternden Bildern. Siegfried Kornfeld bearbeitete das Werk redaktionell und achtete auf eine einheitliche Schreibweise. Das Buch kostet 24,20 Euro; ein Überschuss kommt dem Heimatverein zugute.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 140 · September 2016
  • September 2016Der gute alte DKW kehrt ins Kirchspiel zurückEin DKW F8 Meisterklasse, gebaut bis 1942, kehrt nach über 50 Jahren ins Kirchspiel Isselhorst zurück. 1939 hatte August Kornfeld, Bauer in Holtkamp Nr. 6 (heute Museumsstandort des Heimatvereins), das Fahrzeug als sein erstes Auto gekauft und 25 Jahre behalten. Nun konnte es Karl-Heinz Kleinebecker, ein Schwiegersohn des ehemaligen Besitzers, erwerben. Wenn es wieder zugelassen wird, gehört es vermutlich zu den ältesten hier laufenden und ursprünglich im Kirchspiel zugelassenen Fahrzeugen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 140 · September 2016
  • November 2016Nachruf Gerhard 'Frenser' DreesbeimdiekeIm Alter von fast 95 Jahren starb am 4. Oktober 2016 Gerhard Dreesbeimdieke, Seniorchef des Edeka-Kaufhauses an der Haller Straße und im Dorf nur 'Frenser' genannt. Anstelle seines im Krieg gefallenen Bruders Wilhelm führte er das elterliche Geschäft weiter und wandelte den einstigen Gemischt- und Kolonialwarenladen in ein modernes SB-Kaufhaus um. Dem Turnverein Isselhorst hielt er 80 Jahre die Treue und spielte noch mit über siebzig bei den Alten Herren Handball. Bekannt war er für seine Süßigkeiten in der Jackentasche, die er jedem Kind zusteckte.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 141 · November 2016

Gerd Dreesbeimdieke in jungen Jahren und beim 150-jährigen Firmenjubiläum mit seiner Familie.

Gerd Dreesbeimdieke in jungen Jahren und beim 150-jährigen Firmenjubiläum mit seiner Familie.
Quelle: Der Isselhorster

  • November 2016Historischer Grenzstein am Postdamm von 1772Ein Grenzstein von 1772 wurde nahe seiner früheren Position am Postdamm neu aufgestellt. Das 53 cm hohe Sandsteinfragment trägt auf einer Seite das Wappen der Herrschaft Rheda, auf der anderen den preußischen Adler; es markierte die Grenze zwischen der Herrschaft Rheda und dem zur Grafschaft Ravensberg gehörenden Amt Sparrenberg. 1936 war das abgebrochene Oberteil ins Gütersloher Heimatmuseum verbracht worden und geriet danach in Vergessenheit, bis es 2008 zufällig wiederentdeckt wurde. Nach 80 Jahren steht der Stein nun wieder an seinem vormaligen Standort.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 141 · November 2016

Der restaurierte, bogenförmige Grenzstein von 1772 mit dem verwitterten Wappen der Herrschaft Rheda.

Der restaurierte, bogenförmige Grenzstein von 1772 mit dem verwitterten Wappen der Herrschaft Rheda.
Quelle: Der Isselhorster

  • November 2016Das Russengrab auf dem Isselhorster FriedhofDer Beitrag erinnert an ein einst versteckt in einem Tannenwäldchen gelegenes Grab auf dem Isselhorster Friedhof, das Kinder 'Russengrab' nannten. Es war die Grabstelle eines sowjetischen Kriegsgefangenen aus dem Raum Kursk, von Beruf Bauer, der auf einem Hof in Hollen arbeitete und 1944 starb. Trotz der NS-Zeit erhielt er ein christliches Begräbnis - abends nach Einbruch der Dunkelheit und an einem verschwiegenen Platz, um kein Aufsehen zu erregen. 1960 wurde er nach Stukenbrock auf den sowjetischen Ehrenfriedhof umgebettet.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 141 · November 2016
  • November 2016Beste Auszubildende 2016 in NRW kommt aus IsselhorstAm 10. November 2016 erhielt Tanja Lieder in Düsseldorf eine Auszeichnung als beste Auszubildende 2016 in NRW. Sie hatte im Sommer ihre Ausbildung als Pharmazeutisch-kaufmännische Angestellte in der Stern-Apotheke in Isselhorst als Jahrgangsbeste abgeschlossen. Nun verstärkt sie das Team der Apotheke als Vollzeitkraft.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 141 · November 2016
  • November 2016Nachruf Jörg DüningAm 20. Oktober 2016 starb im Alter von nur 59 Jahren Jörg Düning, langjähriger Mitorganisator und treibende Kraft der Isselhorster Nacht. Er zählte bei dem weit über Gütersloh hinaus bekannten Nachtlauf zu den Organisatoren der ersten Stunde und half mit akribischer Arbeit, die Veranstaltung reibungslos durchzuführen. Fast alle Planungstreffen fanden bei ihm im Wohnzimmer statt. Seine letzte Botschaft an das Team lautete: 'Ihr müsst die nächste Nacht ohne mich machen.'
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 141 · November 2016
  • November 2016Landfrauen stricken Mützen für TansaniaIsselhorster Landfrauen strickten blaue Wollmützen, deren Erlös nach Tansania geht. Anlass war das Konzept 'Blaue Wärme' der Firma Henrich Schröder, bei dem eine blaue Mütze zum Markenzeichen wurde. Drei Landfrauen strickten zunächst 100 Mützen - für eine Mütze waren rund sieben Stunden nötig. Der Betrag wurde auf 2.000 Euro aufgerundet und mit weiteren Geldern auf insgesamt 5.000 Euro für Bildungsaufgaben in Tansania erhöht; den Grundstein für das Hilfsprojekt hatte vor über 30 Jahren Gisela Niedergassel gelegt.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 141 · November 2016

2017 – 2018

Reformationsjubiläum und Dorfleben

  • Februar 201725 Jahre Luttermöwen - der Isselhorster Shantychor feiertAm 21. Januar 2017 feierte der Shantychor 'Die Luttermöwen' sein 25-jähriges Bestehen vor 160 Gästen in der seemännisch geschmückten Festhalle. Der Chor entstand 1991 aus einer Laune heraus, als beim CVJM-Herbstfest das Motto 'Nordseeküste' ausgerufen wurde und die Gymnastikfrauen kurzerhand ihre Ehemänner zu einem Shantychor aktivierten. Inzwischen zählt der gemischte Chor 48 Mitglieder und bestreitet zwei Großveranstaltungen im Jahr, den Friesischen Frühschoppen und das Weihnachtskonzert. Bürgermeister Henning Schulz ehrte sieben Chormitglieder der ersten Stunde.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 142 · Februar 2017
  • Februar 2017Nachruf Horst Wiezorek - 'der Schroedersche in München'Der Nachruf erzählt eine Anekdote des in Isselhorst verwurzelten Bankers Horst Wiezorek, der fünf Tage vor seinem 90. Geburtstag am 6. September 2016 starb. In den 1970er Jahren hatte er einem Münchener Geschäftsfreund versichert, jeder bessere Gasthof biete den westfälischen Schroederschen Magenbitter an. Um nicht als Großsprecher dazustehen, hatte er heimlich vorab eine Flasche Schroeders Magenbitter samt zehn Mark im Bayerischen Hof hinterlegt, sodass der Kellner die Bestellung mit größter Selbstverständlichkeit aufnahm. Wiezorek bezog 1978 als erster Bauherr sein Haus im damaligen Pioniergebiet Elmendorfs Kamp.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 142 · Februar 2017
  • Februar 2017Isselhorster Landhaus erhält '3-Sterne-Superior'-PrädikatIm Herbst 2016 erhielt das Hotel Isselhorster Landhaus von der DeHoGa die Auszeichnung '3 Sterne Superior', was einem Punktwert auf 4-Sterne-Niveau entspricht. Damit ist es laut Geschäftsführer Andre Roscher das drittbeste Hotel in Gütersloh hinter Parkhotel und Hotel Appelbaum. Familie Roscher hatte 1992 das ehemalige Restaurant Niermann gekauft, 1998 den ersten Hoteltrakt eingeweiht und 2008 einen modernen Neubau errichtet. Heute verfügt das Haus über 11 Appartements und 14 Hotelzimmer; Gäste kommen aus aller Welt, etwa aus Hongkong, Chile, Kanada oder Australien.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 142 · Februar 2017
  • Februar 2017Erste Heideernte auf rekultivierter Fläche in NiehorstUnter der 110-Kilovolt-Freileitung in Niehorst wurde erstmals eine rund 5.000 Quadratmeter große, rekultivierte Heidefläche gemäht. Im Herbst 2008 war dort eine durchgewachsene Weihnachtsbaumkultur entfernt und Heide ausgesät worden, die seither von Naturschützern, Imkern, Jägern und Heimatvereinsmitgliedern gepflegt wird. Frank Ahnfeldt von der Biologischen Station Paderborn-Senne schnitt die Fläche in gut anderthalb Stunden mit einem Balkenmäher ab. Die gewonnenen Heidesamen sollen auf einer Deponie-Rekultivierungsfläche in Niehorst ausgesät werden.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 142 · Februar 2017
  • Februar 2017Isselhorst wie es früher war: Das Heuerlingswesen (1)Die erste Folge einer Serie stellt das in den 1960er Jahren binnen weniger Jahre verschwundene Heuerlingswesen vor, eine bäuerliche Sozial- und Wirtschaftsstruktur. Heuerlingsfamilien wohnten in den 'Hüssenhüsern' der Höfe und bewirtschafteten kleine, ihnen nur zur Nutzung überlassene Flächen, wofür sie 'Heuer' in Form von Arbeitsleistung entrichteten. Im Kirchspiel Isselhorst stehen noch ehemalige Heuerlingshäuser, etwa auf den Höfen Eckhardt Hammer an der Hambrinker Heide, Verleger in Niehorst und Buschfranz an der Pivitsheide, heute meist zu schmucken Wohnhäusern umgebaut. Siegfried Kornfeld illustriert den Beitrag mit alten Bildern vom Hof Osthus in Sundern.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 142 · Februar 2017

Handkolorierte Postkarte von 1910: ein Heuerlingshaus auf dem Hof Osthus mit 'Hüssen'-Kindern und zwei Heuerli

Handkolorierte Postkarte von 1910: ein Heuerlingshaus auf dem Hof Osthus mit 'Hüssen'-Kindern und zwei Heuerli
Quelle: Der Isselhorster

  • Februar 2017Neues Steinbildhauer-Atelier an der MünsterlandstraßeDie Bildhauerin Marion Plaßmann bezog Ende Dezember ein neues Atelier in den renovierten Stallungen auf dem Hof Dreesbeimdieke an der Münsterlandstraße 36 in Hollen. Die gelernte Holzbildhauerin aus Gütersloh war länger auf der Suche nach mehr Platz gewesen; im neuen Atelier arbeitet sie selbst und bietet Bildhauer-Kurse für kleine Gruppen an, in denen mit Gips, Stein und Ton gearbeitet wird. Für Steinarbeiten verwendet sie hauptsächlich Baumberger Sandstein. Neben Kursen fertigt sie auch Auftragsarbeiten wie das Nacharbeiten alter Torbogen-Inschriften an.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 142 · Februar 2017
  • April 2017Heimatverein sichert die 'Holtkämperei' - ältestes Haus von 1623Auf der Jahreshauptversammlung des Heimatvereins am 16. Februar 2017 beschlossen rund 85 Mitglieder die Eckpunkte eines Erbbaurechtsvertrages für die 'Holtkämperei', das älteste Wohn- und Geschäftsgebäude des Dorfes von 1623. Das Dreiständer-Fachwerkhaus, in dessen Sicherung Ortwin Schwengelbeck seit 20 Jahren seine gesamte Freizeit einbringt, soll dem Verein künftig als Heimathaus für Archiv, Veranstaltungen und Ausstellungen dienen. Im Vorstand gab es einen Wechsel: Ute Schallenberg gab die stellvertretende Vorsitzende ab, Henner Schröder wurde neu gewählt. Der Verein zählt 258 Mitglieder.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 143 · April 2017

Bis zum letzten Platz gefüllter Saal im Gasthof 'Zur Linde' bei der Jahreshauptversammlung.

Bis zum letzten Platz gefüllter Saal im Gasthof 'Zur Linde' bei der Jahreshauptversammlung.
Quelle: Der Isselhorster

  • April 2017Nachruf Heinz HöckerIm Alter von 93 Jahren starb Heinrich 'Heinz' Höcker, der lange Jahre den Posaunenchor und die evangelische Kirchengemeinde Isselhorst prägte. 1955 wurde er zum ersten Vorsitzenden des Posaunenchores gewählt und blieb dem Chor über Jahrzehnte treu. Als Presbyter und Vorsitzender des Bauausschusses plante er 1960 federführend den Kindergarten an der Steinhagener Straße, aus dem das heutige Familienzentrum 'Unterm Regenbogen' hervorging. Aus gesundheitlichen Gründen musste er seinen Fleischerberuf aufgeben und startete mit 49 Jahren als Altenpfleger neu.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 143 · April 2017
  • April 201710 Jahre 'Offene Kirche'Seit Mai 2006 ist die Isselhorster Kirche im Sommerhalbjahr freitags zur Marktzeit geöffnet; eine Gruppe Ehrenamtlicher steht dabei für Auskünfte bereit. Die Besucherzahlen stiegen deutlich: von etwa 116 Personen im Jahr 2006 auf 171 Einzelpersonen und rund 160 Personen in Gruppen im Jahr 2015. Seit zwei Jahren machen auch Jakobspilger auf ihrer Wanderung von Bielefeld nach Wiedenbrück Station. Das Team besteht aus neun Personen; ein neues Angebot ist die Andacht '12 Minuten mit Gott' am Freitagnachmittag.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 143 · April 2017
  • April 2017Nachruf Elisabeth Kruse - mit 102 Jahren gestorbenEnde Februar 2017 starb im Alter von 102 Jahren Elisabeth Kruse, das älteste Mitglied des Heimatvereins Isselhorst. Aufgewachsen auf dem elterlichen Hof Niederröhrmann Isselhorst Nr. 1, musste sie als einziges Kind nach dem frühen Unfalltod des Vaters mit knapp 18 Jahren die Verantwortung für den Hof übernehmen. Ihr erster Ehemann Heinz Röhlinghaus starb 1946 in sowjetischer Gefangenschaft; 1948 heiratete sie den Landwirt August Kruse. Sie erlebte in bemerkenswert wacher geistiger Beweglichkeit noch Schwiegerkinder, Enkel und Urenkel.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 143 · April 2017
  • April 2017Drum prüfe, wer sich ewig bindet - ein Skandal von 1873Aus einer Isselhorster Familienchronik wird ein Ereignis von 1873 erzählt. Der Gastwirt und Bäcker Carl Heinrich Ortmeyer, 1872 als Witwer mit sechs minderjährigen Kindern zurückgeblieben, wollte rasch wieder heiraten und fand in seiner Dienstmagd Johanne Marie Schulze eine geeignete Person. Doch das Aufgebot wurde am 5. Juni 1873 nach der zweiten Verkündigung vom Bräutigam persönlich zurückgezogen - ein Skandal für die Dorfgemeinschaft. Wenige Wochen später bestellte Ortmeyer erneut das Aufgebot, diesmal mit Catherine Henriette Plassmann aus Ummeln, mit der die Ehe Bestand hatte.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 143 · April 2017
  • April 2017Unser Heimatmuseum: Der DreschflegelDer Beitrag stellt den Dreschflegel vor, mit dem bis Anfang des 20. Jahrhunderts das Getreide gedroschen wurde. Um 1800 benötigte man für Mähen, Einfahren und Dreschen von einem Hektar rund 360 Arbeitsstunden bei einem Ertrag von nur etwa einer Tonne. Der Flegel besteht aus einem Eschenstiel und einem Buchenschlegel; um mit mehreren Personen gleichzeitig zu dreschen, musste in einem festen Takt geschwungen werden, wozu Sprüche wie 'klipp klapp' oder 'Kat-zen-kopf' halfen. Der Vater des Verfassers Siegfried Kornfeld nutzte den Dreschflegel noch bis in die 1960er Jahre.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 143 · April 2017
  • Juni 2017Tag der Vereine ein toller ErfolgAm 21. Mai 2017 stellten sich beim 'Tag der Vereine' auf dem Kirchplatz Isselhorst 23 der insgesamt 27 Vereine des Kirchspiels an einem 'Vereinsdorf' aus 23 Ständen vor. Unter dem Motto 'Leben in Isselhorst' präsentierten sich Chöre, Sportvereine, der Geflügelzucht- und Gartenbauverein, der Pferdestärkenverein mit historischen Traktoren und viele mehr; auch die Landfrauen versorgten die Gäste in der Festhalle. Bürgermeister Henning Schulz eröffnete den Tag und packte selbst mit an. Der Tag erwies sich als große Stehparty und Stätte der Begegnung; organisiert hatte ihn Henner Schröder.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 144 · Juni 2017

Bürgermeister Henning Schulz und Henner Schröder packen mit an; die belebten Stände der Vereine locken viele B

Bürgermeister Henning Schulz und Henner Schröder packen mit an; die belebten Stände der Vereine locken viele B
Quelle: Der Isselhorster

  • Juni 2017Nachruf Siegfried Schäfer - Tapetenhandel in dritter GenerationAm 1. März 2017 starb im Alter von 94 Jahren Siegfried Schäfer, sein ganzes Leben mit Isselhorst verbunden. Sein Vater Walther Schäfer hatte im April 1932 den Tapetengroßhandel Schäfer gegründet, zunächst in der Villa Schürmann mitten im Dorf. Siegfried Schäfer verbrachte 1940 bis 1949 im Arbeitsdienst, bei der Wehrmacht und in vier Jahren russischer Kriegsgefangenschaft, ehe er mit seinem Vater das Wohn- und Geschäftshaus Am Röhrbach aufbaute und die Firma in zweiter Generation leitete. Heute wird das Unternehmen in dritter Generation an der Isselhorster Straße geführt.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 144 · Juni 2017

Familie Walther Schäfer um 1930 und das Büro Walther Schäfer um 1950.

Familie Walther Schäfer um 1930 und das Büro Walther Schäfer um 1950.
Quelle: Der Isselhorster

  • Juni 201750 Jahre Jugendfeuerwehr - Gründungsmitglied Rolf Ortmeier verabschiedetNach 63 Lebensjahren und rund 50 Jahren Feuerwehr wechselte Rolf 'Rolli' Ortmeier an seinem 63. Geburtstag von der aktiven Wehr in die Ehrenabteilung des Löschzuges Isselhorst. Als 1967 die Jugendfeuerwehr Isselhorst gegründet wurde, gehörte er neben zwölf weiteren Jugendlichen zu den ersten Mitgliedern. Am 24. April 2017 hatte er seinen letzten aktiven Dienst und wurde von den Kameraden mit dem Feuerwehrfahrzeug abgeholt. Die älteste Jugendfeuerwehr im Kreis Gütersloh feiert 2017 ihr 50-jähriges Jubiläum; Ortmeier betreibt zudem das einzige Feuerwehrmuseum im Kreis.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 144 · Juni 2017
  • Juni 2017Isselhorst wie es früher war: Das Heuerlingswesen (3)Die dritte Folge behandelt die wirtschaftliche und soziale Abhängigkeit der Heuerleute am Beispiel des kleinen Altenteiler- oder Heuerlingshauses des Hofes Holste, das 1830 aus dem Holz eines noch älteren, um 1600 erbauten Hauses errichtet wurde. Ein seltener schriftlicher Heuervertrag von um 1900 zählt penibel die zu leistenden Dienste auf; bei einer Jahresmiete von 183 Mark und einem Tageslohn von 50 Pfennig hätte eine Person an fast allen 365 Tagen des Jahres auf dem Hof arbeiten müssen. Der Buchtitel 'Wenn der Bauer pfeift, dann müssen die Heuerlinge kommen' bringt das Verhältnis auf den Punkt; die Bauern gaben den Druck weiter, den sie selbst über Jahrhunderte erfahren hatten.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 144 · Juni 2017

Das verfallene Altenteiler- oder Heuerlingshaus des Hofes Holste in trostlosem Zustand (Foto Thomas Redeker 19

Das verfallene Altenteiler- oder Heuerlingshaus des Hofes Holste in trostlosem Zustand (Foto Thomas Redeker 19
Quelle: Der Isselhorster

  • Juni 201750 Jahre Klärwerk 'Obere Lutter'Das Klärwerk des Abwasserverbandes 'Obere Lutter' an der Niehorster Straße feiert 2017 sein 50-jähriges Bestehen; die Kläranlage war am 18. November 1967 in Betrieb genommen worden. Mehrere Erweiterungen verbesserten die Abwasserreinigung, zuletzt 2012, sodass nun auch Mikroverunreinigungen mit Aktivkohle entfernt werden können. Am 2. Juli 2017 öffnet die Anlage mit einem Tag der offenen Tür ihre Tore mit Führungen, unter anderem mit dem Bielefelder Kabarettisten Heinz Flottmann. Für die Veranstaltung baut das THW Gütersloh eigens eine Brücke über die Lutter.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 144 · Juni 2017
  • Juni 2017Ist ein Leben ohne Smartphone vorstellbar?Siegfried Kornfeld schildert humorvoll den Verlust seines Smartphones am Karsamstag. Bei der Internetsuche nach 'Handy orten in nur 30 Sekunden' gab er entgegen seiner Grundsätze seine IBAN preis, woraufhin die Seite abstürzte und er einen Betrug befürchtete - der sich als unbegründet erwies. Er kaufte sich eine neue Karte für ein altes Handy und pflegte mühsam alle Kontakte wieder ein. Am Ende rutschte das verloren geglaubte Smartphone unbeschädigt aus einem Aktenordner heraus, nur der Akku war leer.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 144 · Juni 2017
  • Juli 2017Hubsteiger-Aktion: BISS demonstriert gegen die HöchstspannungsfreileitungDie Bürgerinitiative BISS lud am 8. Juli 2017 zur Brennerei Clüsener an der oberen Haller Straße ein, um im Maßstab 1:1 zu zeigen, wie hoch die von AMPRION geplanten Masten der neuen Höchstspannungsfreileitung würden. Ein gewaltiger Hubsteiger wurde direkt an einem geplanten Maststandort aufgebaut und auf über 70 Meter ausgefahren, rund 25 Meter höher als der Isselhorster Kirchturm. Obwohl der Gesetzgeber die Trasse EnLAG #16 Wehrendorf-Gütersloh zur Teil-Erdverkabelung freigegeben hatte, wollte der Netzbetreiber weiterhin eine Freileitung bauen. Sprecherin Maria Vornholt kündigte an, die Initiative werde weiterkämpfen; per Verlosung durften 20 Gewinner von der Plattform des Steigers auf das Kirchspiel hinabblicken.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 145 · Juli 2017
  • Juli 2017Isselhorst wie es früher war: Das Heuerlingswesen und die FrauenSiegfried Kornfeld schildert in seiner Serie die harte soziale Lage der Heuerlingsfamilien, der untersten bäuerlichen Schicht, und besonders die der Frauen. Sie mussten Haushalt, Kinder, Vieh und Feldarbeit stemmen und dazu noch auf dem Hof des Bauern mithelfen; ein überlieferter Spruch lautete zynisch: "Frauensterben bringt kein Verderben, aber Pferdeverrecken, das bringt Schrecken." Kinderarbeit galt als selbstverständlich, und die Männer suchten sich Zuverdienste, etwa die "Hollandgängerei" zum Grasmähen. Mit der Industrialisierung und dem Bau der Köln-Mindener Eisenbahn um 1847 sowie dem Wirtschaftswunder verschwand das Heuerlingswesen nach rund 300 Jahren innerhalb weniger Jahrzehnte.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 145 · Juli 2017

s von R. Knufinke aus dem Kirchspiel: Kaffeepause bei der Getreideernte, Futterrüben- und Kartoffelernte mit m

s von R. Knufinke aus dem Kirchspiel: Kaffeepause bei der Getreideernte, Futterrüben- und Kartoffelernte mit m
Quelle: Der Isselhorster

  • Juli 201750 Jahre Jugendfeuerwehr IsselhorstAm 8. September 1967 wurde die Jugendfeuerwehr Isselhorst durch Mitglieder des Löschzuges und eine erste Truppe interessierter Jugendlicher gegründet; unter Leitung von Brandmeister Hans Buschkamp fand der erste Dienstabend mit elf Jugendfeuerwehrmännern statt. Schon ein Jahr später konnten die ersten beiden in den aktiven Dienst übernommen werden. In den Jahrzehnten folgten Kreisjugendfeuerwehrtreffen, Leistungsspangen-Abnahmen und Theaterstücke; ein eigenes Ausbildungsfahrzeug kam vom Löschzug Gütersloh. Zum 50-jährigen Bestehen lud die Wehr am 9. September 2017 zur Feuerwehrolympiade ins Gerätehaus an der Niehorster Straße 7 ein.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 145 · Juli 2017
  • Juli 201720 Jahre Förderverein Kirchenmusik - 20 Konzerte1989 wurde in der Evangelischen Kirchengemeinde erstmals eine hauptamtliche Kirchenmusikerstelle eingerichtet, besetzt mit dem Kantorenpaar Meyer-Bauer, das der Kirchenmusik großen Aufschwung gab. Weil die Gemeinde die finanzielle Last großer Chorwerke allein nicht mehr tragen konnte, wurde 1997 der Förderverein Kirchenmusik gegründet, der seither jährlich mindestens ein großes Chorwerk mit Orchester ermöglichte. Zum 20-jährigen Jubiläum plante Interimskantor Adrian Büttemeier 20 Konzerte an ungewöhnlichen Orten und zu ungewohnten Zeiten. Den Auftakt bildete am 9. September 2017 ein Open-Air-Orgelkonzert mit der weltweit einzigen fahrbaren Open-Air-Orgel auf dem Kirchplatz.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 145 · Juli 2017

des Fördervereins-Vorstands im Jubiläumsjahr mit Pfr. Reinhard Kölsch, Adrian Büttemeier, Ute Schallenberg u.a

des Fördervereins-Vorstands im Jubiläumsjahr mit Pfr. Reinhard Kölsch, Adrian Büttemeier, Ute Schallenberg u.a
Quelle: Der Isselhorster

  • Juli 2017Jana Döring eröffnet Studio für ErnährungsberatungDie gebürtige Isselhorsterin Jana Döring, 27 Jahre und Bachelor der Oecotrophologie, eröffnete Anfang Juli 2017 an der Niehorster Straße 72, schräg gegenüber der Grundschule, ihr Studio für Ernährungsberatung. Sie berät bei Unter- und Übergewicht, Diabetes Typ 2, erhöhten Blut- und Cholesterinwerten sowie bei Allergien und Unverträglichkeiten und arbeitet mit dem Baukastensystem nach der Methode Dr. Ambrosius. Ihr Ansatz ist individuell: aus einem Fleischliebhaber wolle sie keinen Vegetarier machen, feste Verbote seien zum Scheitern verurteilt. Studiert hatte sie in Münster, mit Praktika unter anderem bei Dr. Oetker; vielen Isselhorstern ist sie durch ihre Tätigkeit im Bauernhofcafe Unnern Äiken bekannt.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 145 · Juli 2017
  • Juli 2017Frau Thomas verlässt die Grundschule und geht in den RuhestandZum Schuljahresende 2017 verabschiedete sich Frau Thomas, die seit 1989 an der Grundschule Isselhorst tätig war, in den Ruhestand. Lediglich zwei Jahre als abgeordnete Lehrerin an der Grundschule Sundern unterbrachen diese lange Zeit; als Klassenlehrerin der Bärenklasse begleitete sie viele Isselhorster Kinder. Besonders das Fach Deutsch lag ihr am Herzen, doch soziales Lernen und der Umgang miteinander waren ihr ebenso wichtig wie schulische Inhalte. Nach Studium in Münster und Bielefeld sowie Referendariat in Rheine hatte es sie zurück in die Heimat gezogen; langweilig werde ihr im Ruhestand mit zwei Enkelinnen nicht.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 145 · Juli 2017
  • September 2017500 Jahre Kirchturm IsselhorstIm Reformationsjahr feierte die Kirchengemeinde auch 500 Jahre Kirchturm: Zur Erinnerung an das Jahr 1517 war die Jahreszahl einst in römischen Mönchsziffern über der Turmeingangstür eingekerbt. Drei Augenzeugen - die Pfarrer Ernst Heinrich Alemann (1734) und Christian Ludwig Brand (1818) sowie Freiherr Leopold von Ledebur (1825) - bezeugten diese Inschrift, die durch Abriss der alten Kirche 1878 verschwand. Eine dendrochronologische Untersuchung des Turmhelm-Gerüsts ergab eine Datierung auf 1564. Fest steht, dass der Turm mindestens 500 Jahre alt ist und Kriege wie den Siebenjährigen und beide Weltkriege nahezu unbeschadet überstand.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 146 · September 2017
  • September 2017Church Night - die lange Nacht der ReformationZum 500. Reformationsjubiläum lud die Evangelische Kirchengemeinde für Montag, den 30. Oktober 2017, zur Church Night ein, einer langen Nacht der Reformation von 18 bis nach Mitternacht. Das Familienprogramm startete auf dem Kirchplatz mit Lagerfeuer und Feuershow, dazu Mitmachaktionen wie Lutherrose-Malen, Thesen anschlagen und das Pflanzen eines Apfelbaums. In der Kirche führte die Jugendkantorei das Hör-Singspiel "Wer ist Luther" auf; später spielten die Bands "MessAround" und "Fetter Segen 415" Sacro-Pop. Ein Fotowettbewerb "Luther in Isselhorst an der Lutter" begleitete die Aktion auch in den sozialen Medien.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 146 · September 2017
  • September 201720 Jahre im Einsatz für ein gesundes Lächeln - Zahnarzt Herbert DohmenSeit September 1997 füllt der Zahnarzt Herbert Dohmen in Isselhorst "Lücken" - ein Mediziner, den seine Mitarbeiter und Patienten als engagiert, qualitätsbewusst und zukunftsorientiert beschreiben. Bei der Neugründung der Praxis 2003 meldete der naturbewusste Ehemann und Vater direkt Ökostrom an und installierte eine Ladestation für Elektroautos vor der Tür. Fachlich setzt er auf modernstes Mikroskop, Dentalscanner, DVT-Röntgen und ein hauseigenes Praxislabor. Sein Leitwort ist "Bewahren": der Gesundheit der Patienten, einer langlebigen Zusammenarbeit mit dem Team und der Natur durch nachhaltiges Denken.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 146 · September 2017
  • September 2017Vom Germanisten zum Raumausstatter: Gesellenstück von Christoph ReichDer 29-jährige Christoph Reich aus Brockhagen entschied sich nach einem abgeschlossenen Germanistik- und Soziologie-Studium für eine Ausbildung als Raumausstatter im väterlichen Betrieb, weil ihm reine Kopfarbeit nicht genügte. Im Sommer 2017 schloss er seine Gesellenprüfung im Handwerksbildungszentrum Lübbecke als Jahrgangsbester aus ganz OWL ab. Für die Prüfung gestaltete er in 34 Arbeitsstunden ein Arbeitszimmer für einen fiktiven Schriftsteller mit Wandbespannung, Teppich-Intarsie, gepolstertem Stuhl und Dekoration in warmen Toskana-Tönen. Sein Vater freut sich, dass mit dem Einstieg des Sohnes das Fortbestehen des Betriebes gesichert ist.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 146 · September 2017
  • September 2017Abschied von der Volksbank: Norbert Bole nach 44 JahrenDer langjährige Geschäftsstellenleiter Norbert Bole, 62 Jahre, ging in die passive Altersteilzeitphase und wurde von Vorstandsvorsitzendem Thomas Sterthoff verabschiedet. Er konnte auf einen heute seltenen Werdegang zurückblicken: 44 Jahre im selben Unternehmen, gestartet 1973 mit der Ausbildung zum Bankkaufmann bei der Spar- und Darlehnskasse Gütersloh. 1998 erhielt er die Verantwortung für das Marktgebiet Isselhorst, 2001 Gesamtprokura, 2004 zusätzlich die Leitung des Marktgebietes Avenwedde. Nun wolle der Gütersloher mehr Zeit für die Familie nehmen und plane sogar eine Pilgerreise auf dem Jakobsweg.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 146 · September 2017

Thomas Sterthoff bedankt sich bei Norbert Bole für seinen jahrzehntelangen Einsatz

Thomas Sterthoff bedankt sich bei Norbert Bole für seinen jahrzehntelangen Einsatz
Quelle: Der Isselhorster

  • September 2017Kunst im Klärwerk - 50 Jahre Klärwerk Obere LutterAm 14. November 1967 wurde der Betrieb des Klärwerks "Obere Lutter" aufgenommen, das seither Abwässer aus den südlichen Stadtteilen Bielefelds zusammen mit denen aus dem nördlichen Gütersloh reinigt. In 50 Jahren gab es fünf große Erweiterungen; seit 2014 kann die Anlage durch Aktivkohle auch Mikroschadstoffe wie Medikamentenrückstände entfernen. Zum Jubiläum wurde am 18. November 2017 zum zweiten Mal "Kunst im Klärwerk" veranstaltet, bei der Bielefelder und Gütersloher Künstler ihre Werke zwischen Pumpen und Rohrleitungen ausstellten. Ein Höhenfeuerwerk über dem Schönungsteich sollte die Veranstaltung beenden.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 146 · September 2017
  • November 2017Volksbank eröffnet Kompetenzzentrum in der ehemaligen Brennerei ElmendorfDie Volksbank Bielefeld-Gütersloh bezog rund sechs Wochen vor Redaktionsschluss ihr neues "Kompetenzzentrum in Isselhorst" in den Räumen des ehemaligen Kesselhauses und der Mälzerei der früheren Brennerei Elmendorf, dem Gebäudekomplex "An der Manufaktur". Die Vorläuferorganisation war 1891 als Spar- und Darlehnskassenverein zu Hollen gegründet und zeitweise nebenamtlich von Lehrer Stoppenhagen und Müllermeister Dreesbeimdieke geführt worden. In den zehn Beratungsräumen ist altes Backsteinmauerwerk aus der ehemaligen Ziegelei Ruwisch als Sichtmauerwerk erhalten, ergänzt durch großformatige historische Bilder. Der Autor nennt die Kombination alter Bausubstanz mit neuer Architektur ein Kleinod für das ganze Kirchspiel.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 147 · November 2017

s: Vorstandsvorsitzender Thomas Sterthoff und Geschäftsstellenleiterin Anne-Kristin Kirwald durchschneiden zur

s: Vorstandsvorsitzender Thomas Sterthoff und Geschäftsstellenleiterin Anne-Kristin Kirwald durchschneiden zur
Quelle: Der Isselhorster

  • November 2017Leinen los - die Luttermöwen feiern ihr 25-jähriges JubiläumIm Oktober 1991 ließ die Gymnastikabteilung des CVJM beim Herbstfest passend zum Motto "Nordseeküste" einen Seemannschor auftreten - 16 Männer und Frauen, begleitet von Hans Enger am Akkordeon, unter dem Namen "Luttermöwen". Nach dem begeisterten Publikum wurde der Shantychor im Januar 1992 offiziell gegründet, mit Lothar Kache als "Obermöwe" und Chorleiter. Zu den Fixpunkten wurden der Friesische Frühschoppen (seit 1995, ab 2000 im Hof der Brennerei Elmendorf) und das maritime Weihnachtskonzert (seit 1997). Im Jubiläumsjahr zählte der Chor 44 Sänger unter Leitung von Jutta Westkämper; der Friesische Frühschoppen gehört mit zu den größten Shanty-Festivals in Nordrhein-Westfalen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 147 · November 2017
  • November 2017Alte Holzwasserleitung nahe der Holler Mühle entdecktAm 2. November hatte der Landschaftsgärtner Alex Kochjohann (32) von der Firma Schröder & Setter bei Ausschachtungsarbeiten im Garten des Lindernhofes plötzlich einen unerwarteten Fund in der Baggerschaufel. In etwa 1,20 Meter Tiefe lag eine Holz-Wasserleitung aus aneinandergereihten Baumstämmen mit eisernen Verbindungsstücken und einem Innendurchmesser von rund 50 mm, bemerkenswert gut erhalten. An dieser Stelle fließt Wasser mit natürlichem Druck, das von 1873 bis 1936 auch die Brennerei Elmendorf nutzte. Ob es Verbindungsleitungen zu den gesuchten Brunnen waren, muss nun in den Archiven von Gütersloh, Münster und Detmold erforscht werden.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 147 · November 2017
  • November 2017Bauernhochzeit um 1950 - Erinnerungen an Pferd "Freya"Heinrich Niedergassel erinnert sich an die Hochzeit seiner Cousine Grete, die um 1950 auf einen Hof in der Hülsbrockstraße heiratete; die Familie fuhr mit der Kutsche und der braven Schimmelstute "Freya" hin. Die Nachbarn hatten die Deele in einen Birkenwald verwandelt und eine lange Kaffeetafel gedeckt; getanzt wurde bis in die frühen Morgenstunden. Zum Mitternachtsschmaus gehörten Bräuche wie der in einem Nachttopf servierte Schmaus und eine mit Pferdehaar gestopfte Pfeife für den Bräutigam. Auf der Heimfahrt schliefen alle ein, und als sie erwachten, stand "Freya" mitten im Haferfeld - laut Zeitungsausriss war es die Hochzeit von Hermann Teismann und Grete geb. Kottmann am 1.9.1950.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 147 · November 2017
  • November 2017Nach fast 50 Jahren verstummt die Glocke des Fischmanns aus CuxhavenPünktlich um 8.20 Uhr drückte Volker Schnackenberg (61) jeden Dienstag in Isselhorst auf seinen Klingelknopf; zum Jahresende 2017 gab er seinen fahrenden Fischhandel auf, weil größere Investitionen am Vorbereitungsgebäude anstanden. Er hatte den Handel mit 29 Jahren von seinem Onkel Wilkens übernommen, der Isselhorst schon 16 Jahre lang anfuhr, sodass eine fast 50-jährige Tradition endete. Vorbereitet wurde die Tour montags, losgefahren nachts um 1 Uhr, geschlafen in der ehemaligen Gaststätte Baumann. Auch der Name Schnackenberg hatte historischen Bezug: ein Onkel Heinz hatte in den 60er Jahren eine Schnapsvertretung für die Brennerei Elmendorf.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 147 · November 2017
  • November 2017Isselhorst wie es früher war: Auswandern im 16. JahrhundertRenate Plöger schildert am Beispiel des Ehepaares Johann und Anna Holtkamp die Auswanderung im 16. Jahrhundert. Weil Johann nicht Hoferbe war, entschloss sich das Paar um 1580, aus dem "Sparrenbergischen" nach Spexard auszuwandern - für die Ravensberger damals Ausland, gehörte es doch zum Bistum Osnabrück und Amt Reckenberg. Als "eigenbehörige" Leibeigene mussten sie sich mit einer Gebühr freikaufen und zusätzlich "Wechselgeld" für das Verlassen der Grafschaft Ravensberg zahlen. In Spexard siedelten sie als kleine, aber persönlich freie Bauern; noch im 17. Jahrhundert hielten die Osnabrückischen Akten ihre Herkunft "aus dem Sparrenbergischen" fest.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 147 · November 2017
  • Februar 2018Der verlässlichste Weg in die Zukunft ist die VergangenheitDer Heimatverein Isselhorst wirbt in eigener Sache und stellt sein vielfältiges Wirken vor: von der Herausgabe des sechsmal jährlich erscheinenden "Isselhorster" über Kunstausstellungen, Reisen und Straßenfeste bis zur Denkmalpflege und Dorfgeschichte. Das Dorf sei nun schon 968 Jahre alt und habe in den letzten fünf Jahren enorme bauliche Veränderungen erlebt. Derzeit habe der Verein 257 Mitglieder bei rund 6.000 Einwohnern im Kirchspiel; das Ziel für die Zukunft solle bei rund 1.000 Mitgliedern liegen. Der Jahresbeitrag beträgt 28 Euro, der Familienbeitrag 35 Euro; demnächst werde das älteste Haus Isselhorsts, die "Holtkämperei", eingeweiht.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 148 · Februar 2018
  • Februar 2018Kim Nadine Ortmeier: erste Brandinspektorin im Kreis GüterslohAuf der Jahreshauptversammlung des Löschzuges Isselhorst wurde für 2017 Bilanz gezogen: 39 Feuerwehrmänner und 2 Feuerwehrfrauen rückten zu 41 Einsätzen aus, darunter 22 technische Hilfeleistungen und 18 Brandeinsätze. Zahlreiche Kameraden wurden geehrt und befördert; Rolf Imkamp, Fritz Steinhoff und Rolf Ortmeier für 50-jährige Mitgliedschaft. Besonders hervorgehoben wurde Kim Nadine Ortmeier, die zur Zugführerin ausgebildet und zur Brandinspektorin befördert wurde. Sie ist damit die erste Brandinspektorin im Kreis Gütersloh und eine von nur 30 Brandinspektorinnen in ganz Nordrhein-Westfalen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 148 · Februar 2018
  • Februar 2018Besondere Meisterbriefe: goldener und diamantener MeisterSiegfried Kornfeld, Vorsitzender des Heimatvereins, legte am 28. September 1968 als 25-Jähriger seine Landwirtschafts-Meisterprüfung ab und erhielt nun - eher selten in diesem Berufszweig - einen goldenen Meisterbrief. Nach Jahren beim Milchkontrollverband und einer Begabten-Sonderprüfung wurde er Lehrer und war 31 Jahre an einer Förderschule in Bethel tätig, zuletzt als stellvertretender Schulleiter; als Ratsmitglied Güterslohs von 1984 bis 2009 war er zeitweise stellvertretender Bürgermeister. Auch der Ehrenvorsitzende Wilfried Hanneforth ist Meister, und zwar mit diamantenem Meisterbrief nach 60 Jahren als selbstständiger Malermeister. 1998 übergab Hanneforth den Betrieb an seinen Sohn Eckhard.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 148 · Februar 2018
  • Februar 2018Nachrufe: Hans-Jürgen König und Frank LohmannIm Abstand weniger Wochen schieden zwei bekannte Isselhorster Geschäftsleute durch Freitod aus dem Leben: Hans-Jürgen König (Gartentechnik und Fahrradmechanik) und Frank Lohmann (Floristik und Blumenbindekunst). Menschen aus dem Dorf stellten Grablichter und Blumen vor die Türen ihrer Geschäfte - Ausdruck tiefer Betroffenheit. Frank Lohmann hatte erst wenige Jahre zuvor das Floristikgeschäft von Frau Kerker übernommen und mit seinen Gebinden vielen Freude und Trost gegeben. Hans-Jürgen König wird für sein soziales Engagement und seine Hilfsbereitschaft in Erinnerung bleiben; er reparierte oft ohne viel Aufhebens und stellte Reparatur stets vor Neukauf.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 148 · Februar 2018
  • Februar 2018Extremsportler Joey Kelly kommt zur 20. Isselhorster NachtDas Organisationsteam der Isselhorster Nacht holte für das 20-jährige Jubiläum den aus vielen Fernsehformaten bekannten Extremsportler Joey Kelly ins Dorf. Am 5. März 2018 sollte er in der evangelischen Kirche ab 20 Uhr bei freiem Eintritt seinen Vortrag "NO LIMITS - Wie erreiche ich mein Ziel" halten. Der Auftritt bettete sich in das Vorbereitungsprogramm "In 100 Tagen fit" ein, dessen Infoabend am 21. Februar startete und dessen Lauftraining am 24. März begann. Die Organisatoren verstanden die Veranstaltung als Dankeschön an alle Unterstützer des Laufevents über 20 Jahre.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 148 · Februar 2018
  • Februar 2018Betriebsübergabe: Schröder & Setter geht an Jürgen SchreiberUwe Schröder übergab seinen Garten- und Landschaftsbaubetrieb Schröder & Setter an der Haller Straße zum 1. April an die Firma Jürgen Schreiber Gartenbau. Gemeinsam mit Heiner Setter hatte er den Betrieb am 1. Februar 1982 gegründet; nach dem frühen Tod des Geschäftspartners 1992 war Uwe Schröder Alleininhaber. Der 1986 als Ausbildungsbetrieb anerkannte Betrieb beschäftigte stets acht bis zehn Fachkräfte und deckte das ganze Spektrum von Gartenanlage und -pflege ab - "nur Schwimmteiche haben wir nicht gebaut", schmunzelt Schröder. Kundschaft und Mitarbeiter werden von Jürgen Schreiber übernommen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 148 · Februar 2018
  • März 2018100 Jahre Bahnhof Isselhorst-AvenweddeDas Bahnhofsgebäude Isselhorst-Avenwedde feierte 2018 seinen 100. Geburtstag, denn am 1. Juli 1918 wurde es eröffnet. Die Geschichte der Station ist älter: 1883 wurde der Antrag der Gemeinde noch abgelehnt, doch 1891 erhielt Avenwedde/Isselhorst nach Verhandlungen des Gemeindevorstehers Mumperow den ersten Bahnhof, der den Namen "Isselhorst" trug. Im Zuge des viergleisigen Ausbaus wich das alte Gebäude, und der 1918 eröffnete Neubau auf der Südseite wurde 1923 in "Isselhorst-Avenwedde" umbenannt. Seit 2006 dient das denkmalgeschützte Haus als Bürger- und Jugendhaus; heute halten noch Nahverkehrszüge für rund 300 Fahrgäste täglich.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 149 · März 2018

(S. Kornfeld) des Bahnhofs Avenwedde 2003 aus dem Heißluftballon; historische Skizzen des Stationsgebäudes um

(S. Kornfeld) des Bahnhofs Avenwedde 2003 aus dem Heißluftballon; historische Skizzen des Stationsgebäudes um
Quelle: Der Isselhorster

  • März 2018Fotografie ist meine Sprache - Ausstellung von H.T. Manfred ZimmermannVom 15. April bis 6. Mai stellte der Isselhorster Fotodesigner H.T. Manfred Zimmermann im Forum Osthushof aus, mit den Themen "Die letzten sieben Tage", "Stillife" und "Quo Vadis". Der 1970 verfasste Text "Die letzten sieben Tage" des 2016 verstorbenen Theologen Jörg Zink dreht die Schöpfungsgeschichte um: Der Mensch nimmt seine Zukunft selbst in die Hand und zerstört die Erde in sieben Tagen. Drei Jahre benötigte Zimmermann, um diesem dichten Text mit Fotocollagen gerecht zu werden, etwa mit da Vincis Vitruv-Mann, einer Waage aus Herz und Goldmünzen und einem Atomlager. Zimmermann hatte sein Studio zuvor an wechselnden Standorten, unter anderem im Bahnhof Avenwedde.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 149 · März 2018
  • März 2018Joey Kelly begeisterte in IsselhorstAm 5. März betrat der Extremsportler Joey Kelly pünktlich um 20 Uhr die evangelische Kirche im Ortskern, wo ihn mehr als 600 Zuhörer erwarteten. Pastor Reinhard Kölsch eröffnete, Felix Krull informierte über die 20. Isselhorster Nacht, und Thomas Krell zeigte fünf DinA4-Seiten mit Kellys sportlichen Teilnahmen, darunter der 400 km lange Wettlauf zum Südpol und die 857 km lange Durchquerung Deutschlands. Über 90 Minuten berichtete Kelly mitreißend und humorvoll von den Anfängen der Kelly Family bis zu seinen aktuellen Projekten, mit Weisheiten wie "Gib mehr als du nimmst". Am Ende gab es stehende Ovationen; anschließend fuhr er noch in der Nacht weiter nach Potsdam.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 149 · März 2018
  • März 2018Einbruch bei der Tischlerei MeibrinkThomas Schweinhirt staunte am frühen Morgen des 12. Februar, als das schwere Stahltor zum Betriebsgelände der Tischlerei Meibrink bereits geöffnet war und ein Firmenfahrzeug fehlte; aufgebrochene Fenster und Türen bestätigten den Einbruch. Die Täter hielten sich vermutlich zwei bis drei Stunden im Gebäude auf und entwendeten schlichtweg alles an Tischlerei-Ausstattung - vom Aufsatz für Akkuschrauber bis zu Kabeltrommeln, dazu die Kaffeemaschine und Heißwürstchen aus dem Kühlschrank. Die Computer ließen sie zurück. Trotz des Schocks stellte das 16-köpfige Team mit ausgeliehenen Werkzeugen alle laufenden Projekte pünktlich fertig; die Tischlerei ist inzwischen durch eine Hightech-Alarmanlage geschützt.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 149 · März 2018
  • März 2018Milchviehbetrieb Strothlüke - Käse und HofmolkereiDer Milchviehbetrieb Strothlüke, seit über 300 Jahren in Familienbesitz, vermarktet einen Teil seiner Produktion neu auf dem Isselhorster Wochenmarkt sowie im eigenen Hofladen. 140 Kühe geben im Jahr rund 1,1 Millionen Kilogramm Milch; ein Großteil geht an die Molkerei, doch alle sechs Wochen kommt eine mobile Lohnkäserei auf den Hof und verkäst die Milch zu drei Schnittkäselinien. Juniorchefin Andrea Strothlüke, gelernte Lebensmitteltechnikerin, richtet gerade eine eigene Hofmolkerei ein und plant Joghurt in vielen Varianten. Über "Milchtankstelle", "Regiomat" und die Organisation "Marktschwärmer" wird die Angebotspalette rund um die Uhr vermarktet.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 149 · März 2018
  • März 2018Einer der ältesten Erbpächter des Meyerhofes: Sundermann/ZöllnerRenate Plöger beschreibt einen der ältesten Erbpächter des Isselhorster Meyerhofes: den Hof Sundermann, heute Zöllner an der Haller Straße. Um 1500 begann der Meyer, Grundstücke seines Sundern-Gebiets zu verpachten; 1567 wird "Ludeke in der Sunderen" genannt, der vom Meyer Bartold Mumperogge einen Bauplatz erhielt und jährliche Pacht zahlte. Der begradigte Bach um sein Grundstück markierte zugleich die Orts- und Landesgrenze zur Herrschaft Rheda und zum osnabrückischen Amt Reckenberg. Die Erbpachtstätte bestand von etwa 1540/49 ununterbrochen bis zur Ablösung im 19. Jahrhundert; erst dann heiratete ein Zöllner ein und machte seinen Namen zum Familiennamen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 149 · März 2018
  • Mai 2018Die 150. Ausgabe des IsselhorsterZur Jubiläumsausgabe blickt die Redaktion auf die Geschichte des Ortsteilblattes zurück: Die erste Ausgabe erschien im Juni 1993, nachdem von 1977 bis 1991 das von Karl-Theodor Mumperow herausgegebene "Lebendiges Isselhorst" bestanden hatte und eine publizistische Lücke hinterließ. Der Wandel des Dorfes spiegelt sich im Umfang: Ausgabe 1 hatte 24 Seiten, Ausgabe 50 schon 40, seit Ausgabe 100 in der Regel 64 Seiten. Finanziert wird das Blatt über Werbeanzeigen Isselhorster Geschäftsleute, verteilt von einem ehrenamtlichen Dienst; das Leibniz-Institut für Länderkunde in Leipzig archiviert alle Ausgaben. Rolf Ortmeier ist seit dem Weihnachtsheft 1998 für die redaktionelle Arbeit verantwortlich.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 150 · Mai 2018
  • Mai 201820 Jahre Isselhorster NachtAm Samstag, den 30. Juni 2018, um 17.30 Uhr startete die Isselhorster Nacht zu ihrem 20-jährigen Jubiläum, mit über achtzig Teilnehmern im Vorbereitungstraining "In 100 Tagen fit". In 20 Jahren wurde eine Teilnehmerzahl von 26.905 Finishern erreicht, die zusammen 162.569 km liefen - mehr als das Vierfache des Erdumfangs. Seit 2003 unterstützt die Veranstaltung die Schlaganfall-Stiftung in Gütersloh; über 30.000 Euro kamen durch Spenden zusammen. Zum Jubiläum gab es eine After-Race-Party am Gartencenter Krull mit der Band "Rockkantine" und ein großes Jubiläumsfeuerwerk um 23 Uhr; alle Finisher erhielten das traditionelle "Isselhorster Handtuch".
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 150 · Mai 2018
  • Mai 2018Landfrauen besichtigen die gläserne Brillenmanufaktur MARKUSTAls erste offizielle Besuchergruppe überhaupt besichtigten die Isselhorster Landfrauen Anfang April die gläserne Manufaktur MARKUST in der ehemaligen Brennerei Elmendorf; wegen des Andrangs mussten 100 Interessenten in vier Gruppen geführt werden. Firmenchef Markus Temming berichtete über die dreieinhalbjährige Bauzeit; im Herbst soll in der ehemaligen Mälzerei ein Hotel mit zwölf Studios eröffnen. Die Besucher erlebten, wie Brillenfassungen aus einem einzigen Stück Titandraht geformt und mit einem Schneidlaser aus Titanblech gelasert werden, mit Toleranzen unter 0,01 mm. Das Unternehmen beschäftigt knapp 100 Mitarbeiter und stellt jährlich rund 55.000 Fassungen her, 60 Prozent davon für den internationalen Markt.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 150 · Mai 2018
  • Mai 2018Einbruch bei der Firma Buse - Spezialist für Garten und ForstNur wenige Wochen nach dem Einbruch bei der Tischlerei Meibrink wurde auch die Firma Buse an der Haller Straße von Dieben heimgesucht. "Alles, was gestohlen wurde, lässt sich ersetzen", betonten die Firmeninhaber Roger und Burkhardt Buse; die Täter nahmen sämtliche Handgeräte wie Trennschleifer, Motorsägen und Heckenscheren mit, ließen aber große Geräte stehen. Am ärgerlichsten war der Verlust dreier Laptops mit spezieller Diagnosesoftware, die aufwendig neu konfiguriert werden musste. Die Firma, seit 130 Jahren bestehend und im Bereich Roboter-Rasenmäher im weiten Umfeld führend, ließ sich vom Einbruch nicht aus der Ruhe bringen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 150 · Mai 2018

Roger Buse zeigt einen Teil der umfangreichen Ausstellung

Roger Buse zeigt einen Teil der umfangreichen Ausstellung
Quelle: Der Isselhorster

  • Mai 2018Gefundene Prozessakte: Klage Upmann gegen den Eisenbahnfiskus von 1916Beim Betreten der ehemaligen Gaststätte Upmann vor dem Umbau fand Henrich Schröder, stellvertretender Vorsitzender des Heimatvereins, hinter einem Balken des Dachstuhls eine etwa fünf Zentimeter dicke Mappe: die Handakten des Justizrats Ohly in Sachen Upmann gegen den Eisenbahnfiskus. In der Akte geht es um Entschädigungsforderungen der Erben der Witwe des Wirtes August Upmann gegen den Enteignungsbeschluss der Königlichen Eisenbahndirektion Hannover beim vierspurigen Ausbau der Cöln-Mindener Eisenbahn, der 1918 mit der Eröffnung des neuen Bahnhofs endete. Gegenstand war eine Gastwirtschaft mit Ziergarten und Kohlen- und Kunstdüngerhandel nahe der heutigen Felix-Wankel-Straße - nicht die spätere Gaststätte an der B 61.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 150 · Mai 2018

s vom Fundort der Akte im Dachstuhl und von der ungefähren Lage der ehemaligen Besitzung Upmann

s vom Fundort der Akte im Dachstuhl und von der ungefähren Lage der ehemaligen Besitzung Upmann
Quelle: Der Isselhorster

  • Mai 2018Darf ein Nutztier eines natürlichen Todes sterben?Siegfried Kornfeld, seit 1980 Schafhalter, reflektiert über Bürokratie und Sterben in der Nutztierhaltung. 2007 reduzierte die durch Mücken übertragene Blauzungenkrankheit seinen Bestand innerhalb weniger Wochen um mehr als die Hälfte. Weil der bürokratische Aufwand - Meldungen in Tierseuchenkasse, HIT-Datenbank und Berufsgenossenschaft, Ohrmarken, ein 23-seitiges Kennzeichnungspapier - in keinem Verhältnis mehr zum Ertrag steht, ließ er die Schafhaltung auslaufen und gewährt den Tieren das "Gnadenbrot". Als eines seiner beiden letzten, altersschwachen Schafe am Sonntagabend natürlich starb, brachte ihm eine Bekannte umgehend ein neues Tier, damit das zurückbleibende Herdentier nicht allein blieb; das verstorbene Schaf musste vorschriftsgemäß von einer Tierkörperverwertung abgeholt werden.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 150 · Mai 2018

s (Hellweg): Schafe mit gut sichtbarer Ohrmarke

s (Hellweg): Schafe mit gut sichtbarer Ohrmarke
Quelle: Der Isselhorster

  • Juli 2018Standesamt in der HoltkämpereiNach 50 Jahren gibt es in Isselhorst wieder ein Standesamt: Von 1874 bis 1969 wurde im Ort geheiratet, zuletzt in einem Gebäude neben der Kirche, das die Standesbeamtin Margarete Dreesbeimdieke führte. Der Heimatverein sucht das letzte 1969 in Isselhorst getraute „Jubelpaar“, um es zur Erinnerung noch einmal einzuladen. Ab dem 26. April des Folgejahres können in der ältesten Isselhorster Hausstelle, der 395 Jahre alten Holtkämperei, im Rahmen von „Standesamt on tour“ bis zu sechs Trauungen im Jahr stattfinden. Der Heimatverein bereitet dafür den Deelenbereich her; Raumkosten werden nicht berechnet, Spenden sind willkommen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 151 · Juli 2018
  • Juli 2018Fahrt zur Wassermühle Meier OsthoffDie aktiven Plattdeutschen des Heimatvereins radelten zur Sägemühle Meier Osthoff in Harsewinkel, die im letzten Viertel des 19. Jahrhunderts von Joseph Meier Osthoff erbaut wurde und über eine Turbine eine Gattersäge antrieb. Ab 1907 erzeugte die Anlage zusätzlich Strom für Sägewerk und Hof, gespeichert in Bleiakkumulatoren – der Hof war damit früher elektrifiziert als die Gemeinde Harsewinkel selbst. Bis etwa 1990 wurde die Wasserkraft genutzt, 2004 stellte man die Mühle unter Denkmalschutz, seit 2009 pflegt ein Förderverein die Technik und hat 2015 zusätzlich eine Papiermanufaktur eingerichtet. Ein Vereinsmitglied zeigte den Radlern auch einen humorvollen, auf Büttenpapier gedruckten „Ablassbrief“ für nachlässige Schüler.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 151 · Juli 2018

Ein Mitglied des Fördervereins mit selbstgezeichneten Skizzen der Mühle und ihres Innenlebens; weitere Fotos z

Ein Mitglied des Fördervereins mit selbstgezeichneten Skizzen der Mühle und ihres Innenlebens; weitere Fotos z
Quelle: Der Isselhorster

  • Juli 2018Ein Hauch von Afrika in IsselhorstDie tansanische Musiklehrerin Bridget Ngeiyamu leitete im evangelischen Gemeindehaus ein Chorprojekt mit rund 40 Laiensängern, die afrikanische Rasseln (Manyangas) und aus Baumstämmen gefertigte Haya-Trommeln spielten. Sie erklärte, eine Trommel sei für Afrikaner ein „lebendes Instrument“ mit einem verborgenen Herzstück, und das Kisuaheli-Wort für Trommel, Ngoma, bedeute zugleich Tanz. Am folgenden Sonntag zog der Chor trommelnd und „Amen“ singend aus dem Gottesdienst aus; anschließend berichtete der Tansania-Arbeitskreis über die seit 1980 bestehende Partnerschaft mit den Gemeinden Kyerwa und Murongo. Bridget Ngeiyamu unterrichtet an der Ruhija-School of Music in Bukoba/Tansania, die auch gebrauchte Instrumente aus Europa sucht.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 151 · Juli 2018
  • Juli 2018Nachruf Siegfried KampmannSiegfried Kampmann, seit 1995 mit seinem „Marktcafé“ fester Bestandteil des Isselhorster Wochenmarkts, starb am 23. Juni 2018 – am Vortag hatte er noch wie gewohnt Kaffee und Kuchen ausgegeben. Der gelernte Kfz-Schlosser übernahm den elterlichen Hof im Nebenerwerb und stellte ihn früh auf Bioland-Landwirtschaft mit Direktvermarktung um, während viele konventionell wirtschaftende Nachbarbetriebe längst aufgegeben wurden. Über 50 Jahre spielte er im Posaunenchor Isselhorst, den er mehr als 15 Jahre als Vorsitzender leitete, und war Mitglied des Heimatvereins. Er wollte sein Marktcafé im August 1978 turnusgemäß an die AWO übergeben, verstarb aber kurz zuvor.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 151 · Juli 2018

von Siegfried Kampmann und Leo Sell beim 20-jährigen Jubiläum des Isselhorster Wochenmarktes 2015.

von Siegfried Kampmann und Leo Sell beim 20-jährigen Jubiläum des Isselhorster Wochenmarktes 2015.
Quelle: Der Isselhorster

  • Juli 2018Hof Knufinke: Schweinezucht seit 1895Auf dem Hof Knufinke an der Lutter wird seit vier Generationen (seit 1895) Schweinezucht betrieben; Vater Wolfgang und Sohn Alexander Knufinke, der eine landwirtschaftliche Ausbildung in Kanada und an der Landbauschule Herford absolvierte, führen den Betrieb als gleichberechtigte Partner. Das Mastfutter wird fermentiert, wodurch der Hof ganz auf gentechnisch verändertes Sojafutter verzichten kann und selbst Rapsschrot bekömmlicher wird; die Kreuzung dreier Rassen ergibt das „Niehorster Landschwein“. Die Schlachtung erfolgt kurz und stressarm bei der Schlachterei Münch in Ummeln, verkauft wird die Hausmacher-Wurst unter anderem bei Dreesbeimdieke und im REWE-Markt Avenwedde. Seit rund einem Jahr vermarktet der Hof seine Produkte selbst, um Kunden sichere und hochwertige Erzeugnisse „vom Korn bis zur Wurst“ aus einer Hand anzubieten.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 151 · Juli 2018
  • Juli 2018Der Sturm am 29. Mai hat große Schäden angerichtetEin Sturm am 29. Mai 2018 warf im Kirchspiel mehrere hundertjährige, teils fast zweihundertjährige Eichen um; drei davon standen dicht beieinander, während vier direkt daneben stehende Bäume unversehrt blieben. Der Autor beschreibt die gefallenen Riesen fast personifiziert – sie hätten die Kaiserzeit, zwei Weltkriege und die Wiedervereinigung „miterlebt“, darunter Bäume, unter denen einst Bürgermeister Fritz Holste mit seinen Ochsen gepflügt und Anna Baumann einen silbernen Löffel verloren habe. Einer der Bäume drehte sich beim Fallen so, dass er nicht auf einen Schafstall stürzte, unter dem Tiere Schutz gesucht hatten – den Schafen geschah nichts. Der Beitrag verweist auf Peter Wohlebens Buch über das Leben der Bäume und erscheint zusätzlich vollständig auf Plattdeutsch.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 151 · Juli 2018

s zeigen die umgestürzten dicken Eichen sowie die bis zu zwei Meter hohen Wurzelteller, die die Aufarbeitung w

s zeigen die umgestürzten dicken Eichen sowie die bis zu zwei Meter hohen Wurzelteller, die die Aufarbeitung w
Quelle: Der Isselhorster

  • September 2018Einweihung der HoltkämpereiNach über 20-jähriger Sanierung durch Ortwin Schwengelbeck (83) wurde die 395 Jahre alte Holtkämperei, das älteste Haus Isselhorsts, am 9. September 2018, dem Tag des offenen Denkmals, feierlich als Heimathaus eingeweiht. Der Heimatverein plant dort dauerhafte beleuchtete Schautafeln zur Kirchspielgeschichte, einen künftigen digitalen Touchscreen sowie das Redaktionsbüro des „Isselhorster“; zudem wurde das Gebäude zum „Standesamt on tour“ bestimmt. Am Vormittag ehrte ein Festakt in der Festhalle den Sanierer, am Nachmittag wurde vor dem Haus ein grünes Band durchschnitten, begleitet vom Posaunenchor. Limitierte Blechmodelle der Holtkämperei wurden weiterhin für 28 Euro Spende angeboten, der Erlös soll weitere Anschaffungen im Gebäude finanzieren.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 152 · September 2018

zeigt Ortwin Schwengelbeck, der während der Sanierung stets den Überblick behielt.

zeigt Ortwin Schwengelbeck, der während der Sanierung stets den Überblick behielt.
Quelle: Der Isselhorster

  • September 201865 Jahre AWO IsselhorstDie Isselhorster AWO geht auf Helene Wiedey zurück, die schon 1932 Mitglied der überregionalen Arbeiterwohlfahrt war und nach deren NS-Verbot zusammen mit ihrem Mann Willy und Gesinnungsfreunden ab 1945 wieder Flüchtlinge und Vertriebene unterstützte, unter anderem mit einer gemeinsamen Weihnachtsfeier für über 100 Gäste. 1952 gründete sich daraus der AWO-Ortsverein Isselhorst mit Emil Lütkemeier als erstem Vorsitzenden; 1977 bezog die Vereinigung mit der „Tagesstätte“ in der alten Volksschule ein eigenes Domizil. Unter späteren Vorsitzenden wie Gudrun Jacobsen (1990–2007) erweiterte die AWO ihr Angebot um Kreativkurse und Vorträge und kümmerte sich zugleich um neue Isselhorster, etwa Spätaussiedler aus der Sowjetunion. Zum 65-jährigen Bestehen und 40 Jahre Tagesstätte lud die AWO am 15. September 2018 zum Tag der offenen Tür ein.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 152 · September 2018

von 1977 zeigt Helene Wiedey (vorne rechts) bei der Ehrung langjähriger AWO-Mitglieder.

von 1977 zeigt Helene Wiedey (vorne rechts) bei der Ehrung langjähriger AWO-Mitglieder.
Quelle: Der Isselhorster

  • September 2018Isselhorster Kriegerdenkmal wird 120 Jahre altAm 4. September 1898 wurde das Isselhorster Kriegerdenkmal eingeweiht, ursprünglich den Gefallenen des Deutsch-Dänischen Krieges, des Krieges gegen Österreich und des Deutsch-Französischen Krieges gewidmet; die Enthüllungstafel nannte elf Namen. 1922 kam nach dem Ersten Weltkrieg eine Tafel mit 72 weiteren Namen hinzu, und 1962 mussten für die 210 im Zweiten Weltkrieg gefallenen Soldaten zwei Bronzetafeln der Kyffhäuser Kameradschaft angebracht werden, weil eine Tafel nicht mehr ausreichte. 1969 beschloss der Isselhorster Gemeinderat den Abriss des Denkmals, wozu es jedoch nicht kam; auch eine 1987 diskutierte Umsetzung im Zuge des Umbaus der Haller Straße wurde nicht weiterverfolgt. Der Autor deutet die vier mit Namen bedeckten Seiten des Obelisken als Mahnung, dass keine weiteren Tafeln mehr nötig werden sollten.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 152 · September 2018
  • September 2018Neue Stelen als Erinnerung an verschwundene GebäudeDer Heimatverein plant, an historisch bedeutsamen, heute verschwundenen Standorten im Dorf Info-Stelen aus Stahlblech mit eingemauerten Isselhorster Backsteinen aufzustellen, die per Infotafel und QR-Code über die jeweilige Geschichte informieren sollen. Die erste geplante Stele soll in der Nähe des heutigen Autohauses Brinker an die dort bis 1967 betriebene, 1970 abgerissene Weberei Elmendorf erinnern. Ebenso unbekannt ist vielen, dass am Lutterwald hinter der Firma Brinker einst eine große Weberei stand oder dass an der Festhalle früher ein Schlauchturm der Feuerwehr stand. Für das für 2019 geplante Vorhaben sucht der Heimatverein weitere Ideen und Anregungen aus der Bevölkerung.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 152 · September 2018

Historisches Archivfoto zeigt die ehemalige Weberei Elmendorf, die bis 1967 in Betrieb war und 1970 abgerissen

Historisches Archivfoto zeigt die ehemalige Weberei Elmendorf, die bis 1967 in Betrieb war und 1970 abgerissen
Quelle: Der Isselhorster

  • September 2018Brautpaare von 1969 gesucht und gefundenNach dem Aufruf im vorigen Heft, Paare zu finden, die 1969 im letzten Jahr des alten Isselhorster Standesamtes getraut wurden, meldete sich mit Anita und Günter Müller bereits das 20. von insgesamt 30 gesuchten Isselhorster Brautpaaren; sie hatten sich am 22. August 1969 das Jawort gegeben. Dabei stellte sich heraus, dass das Standesamt zuletzt nicht wie vermutet, sondern in einem Gebäude direkt neben der Kirche untergebracht war. Ein Zufall will es, dass der von der Stadt Gütersloh für 2019 als festen Heiratstag in der Holtkämperei vorgesehene 26. April genau auf die Goldene Hochzeit von Heidi und Herbert Wulf fällt. Der Heimatverein sucht weiterhin nach den verbliebenen Jubelpaaren.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 152 · September 2018
  • September 2018Goethes Faust als Puppenspiel in HollenIm Atelier der Bildhauerin Marion Plaßmann in Hollen begeisterte der Puppenspieler Ralf Kiekhöfer mit seinem Theater „Töfte“ und großen Klappmaulfiguren rund 20 Zuschauer mit einer Inszenierung von Goethes „Faust“, ergänzt um einen plattdeutschen Auszug aus dem „Urfaust“. Kiekhöfer spielte dabei mehrere Figuren gleichzeitig, etwa den Schwertkampf zwischen Faust und Gretchens Bruder, und ließ in einer Szene sogar einen achtköpfigen Chor auftreten, während er selbst an der Seite seiner Puppen sichtbar blieb. Die Vorstellung mischte klassische und aktuelle Musik mit Witz und band das Publikum aktiv ein. Wer mehr sehen möchte, findet vom 11. bis 18. November beim Figurentheaterfest in Halle weitere Gastauftritte, unter anderem mit einem „Eingebildeten Kranken“ nach Molière.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 152 · September 2018
  • Dezember 2018Holtkämperei eingeweihtAm 9. September 2018 wurde die Holtkämperei mit einem Festakt für rund 150 geladene Gäste in der Festhalle und anschließender Besichtigung feierlich eingeweiht; geehrt wurde vor allem Sanierer Ortwin Schwengelbeck, der das Gebäude über 20 Jahre restauriert hatte. Landfrauen sorgten für die Verpflegung, die Bäckerei Glasenapp spendete Kuchen, und Posaunenchor sowie die Shantygruppe „Luttermöwen“ begleiteten musikalisch. Unter den Gästen waren die frühere Landesministerin Christina Kampmann und Ex-Bürgermeisterin Maria Unger; das nächste große Jubiläum, 400 Jahre Holtkämperei, ist erst 2023 zu erwarten. Modelle des Gebäudes wurden weiterhin für 28 Euro Spende angeboten.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 153 · Dezember 2018
  • Dezember 2018Trauung vor 50 Jahren und heuteReinhard und Renate Gläser schildern, wie 1968 ihre standesamtliche Trauung bei Standesbeamtin Margarete Dreesbeimdieke in einem nüchtern möblierten Amtszimmer ablief – ganz ohne Fotos oder Gäste, da tags zuvor der Polterabend und tags danach die große kirchliche Hochzeit gefeiert wurden. Fünfzig Jahre später konnte in Isselhorst nach der Auflösung des alten Standesamts 1969 erstmals wieder geheiratet werden: Maria Vornholt-Schröder und Henner Schröder gaben sich als erstes Paar in der neu eingeweihten Holtkämperei das Jawort, womit das Standesamt Gütersloh dort künftig als „Standesamt on Tour“ fungiert. Für das folgende Frühjahr waren bereits zwei weitere Trautermine gebucht, und der 26. April 2019 wurde als fester jährlicher Trautermin in der Holtkämperei festgelegt.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 153 · Dezember 2018
  • Dezember 2018Altehrwürdige Medaille überreichtIn einer kleinen Feierstunde in der Holtkämperei überreichte Knut Elmendorf dem Heimatverein eine 1898 verliehene Goldene Verdienstmedaille, die der Kornbrenner Ludwig Schrewe für 50-jährige Tätigkeit bei der Firma Elmendorf erhalten hatte – Schrewe arbeitete von 1848 bis 1898, fast bis zu seinem Tod, in der Brennerei und stiftete zudem ein Kirchenfenster mit seinem Namen. Der Isselhorster Heimatforscher Otto Wiehage überlieferte die Legende, wonach Schrewes Verlobte, Tochter eines wegen Diebstahls kirchlicher Abendmahlsgeräte verurteilten „Schmugglerhäuptlings Anton“, nach Amerika ausgewandert war und dort einen anderen heiratete, worauf der enttäuschte Schrewe zurückkehrte und nie mehr heiratete. Die Medaille erinnert daran, dass in der Holtkämperei 1689 erstmals in Isselhorst Korn gebrannt wurde; sie wird an einem sicheren Ort aufbewahrt, nicht in der Holtkämperei selbst.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 153 · Dezember 2018

der Medaille mit kurzem historischem Begleittext von Baumeister.

der Medaille mit kurzem historischem Begleittext von Baumeister.
Quelle: Der Isselhorster

  • Dezember 2018Der Schenkenhof - ehemalige Gaststätte UpmannAuf dem Gelände der 1835 erstmals als Schankwirtschaft genehmigten, seit 2002 dem Verfall preisgegebenen Gaststätte Upmann eröffnete die Familie Schenke nach denkmalgerechtem Wiederaufbau durch die Unternehmensgruppe Hagedorn den „Schenkenhof“ mit Restaurant, Biergarten und Bäckerei. Der Name spielt mit dem althochdeutschen „skenken“ (einschenken) und dem Familiennamen Schenke; der 1921 eingebaute Steinbackofen nach Königswinterer Prinzip bleibt als Schmuckstück erhalten, darf aber aus Immissionsschutzgründen nicht mehr befeuert werden. Der historische Garten soll in seiner alten Struktur als Biergarten wiederhergestellt werden, das freigelegte alte Bienenhaus bleibt erhalten, während halb verfallene Nebengebäude abgerissen wurden. Der Betrieb sollte am 26. November 2018 eröffnen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 153 · Dezember 2018

von 1918 zeigt den Gasthof Upmann mit einem Ehrenbogen für heimkehrende Soldaten des Ersten Weltkriegs.

von 1918 zeigt den Gasthof Upmann mit einem Ehrenbogen für heimkehrende Soldaten des Ersten Weltkriegs.
Quelle: Der Isselhorster

  • Dezember 201825 Jahre Seniorenhof an der LutterAm 3. November 2018 feierte der Seniorenhof des DRK an der Lutter sein 25-jähriges Bestehen; die Idee dazu hatte Ulrike Elmendorf, die als Helferin der Gemeindeschwester bemerkte, dass ältere Patienten zwar morgens und abends versorgt wurden, den Nachmittag aber oft ungenutzt verbrachten. Sie ließ sich zur Altenpflegerin ausbilden und leitete den Seniorenhof über 20 Jahre als „kostengünstige Alternative zur Ganztagsbetreuung, in dieser Konzeption einzigartig in Deutschland“. Ein knappes Dutzend älterer Menschen trifft sich an fünf Nachmittagen wöchentlich in der historischen Fachwerkdeele zu Kaffee, Musik, Gedächtnis- und Bewegungsübungen; heute leitet die Gerontofachkraft Elke Engelsmeier-Leschke den demenzzertifizierten Seniorenhof. Zum Jubiläum überreichte Ursula Brinker, die anlässlich ihres eigenen 80. Geburtstags Spenden statt Geschenke gesammelt hatte, einen Scheck über 1.000 Euro.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 153 · Dezember 2018

zeigt die gut gefüllte Deele des Seniorenhofes beim Festakt zum 25-jährigen Jubiläum.

zeigt die gut gefüllte Deele des Seniorenhofes beim Festakt zum 25-jährigen Jubiläum.
Quelle: Der Isselhorster

  • Dezember 2018Der Holzmann - Rückkehr eines KunstwerksEine Isselhorsterin fand vor Jahren im Lutterwald eine treibende Holzfigur mit Gesicht, die sich später als der 2009 aus einem toten Eichenstamm geschnitzte „Nöck“ entpuppte – ein Wassergeist, der ursprünglich als Kunstwerk der Initiative „Kultur trifft Natur“ im Mühlenkolk angekettet war und um den Jahreswechsel 2010 spurlos verschwand. Acht Jahre später tauchte er, inzwischen zum Baumgeist im heimischen Garten geworden, wieder auf; Norbert Grüneberg erkannte darin sein einst verlorenes Werk und beschreibt die Wiederbegegnung mit der Finderfamilie und ihrem dreibeinigen Hund Strupp. Statt die Wasserfigur zurückzuholen, ließ man den „Nöck“ bei seiner neuen Familie, wo er sich sichtlich wohlfühlt. Die Initiative „Kultur trifft Natur“ sucht weiterhin Kunst- und Naturbegeisterte jeden Alters für Aktionen im Lutterwald.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 153 · Dezember 2018

2019 – 2020

Zwischen Tradition und Gegenwart

  • Februar 2019Nachruf Knut ElmendorfAm 11. November 2018 starb Knut Elmendorf, letzter Inhaber der 330 Jahre alten Isselhorster Kornbrennerei; er übernahm den Betrieb 1964 als Betriebsingenieur, modernisierte ihn eigenhändig („Schweißen war Chefsache“) und brachte ihn unter die drei größten Alkoholproduzenten Deutschlands. Als Präsident der Deutschen Kornbrenner erlebte er in Bonn, Berlin und Brüssel die Aufhebung des Branntweinmonopols und damit das Ende auch seiner eigenen Brennerei mit, was er nüchtern als „Sterbebegleitung“ statt als eigenes Verdienst bezeichnete. Dank des Denkmalschutzes blieb das Gebäude als Baudenkmal erhalten und wird heute als Brillenmanufaktur genutzt; das riesige 20.000-Liter-Schnapsfass fand bei Ortmeyer eine neue Bleibe statt im Industriemuseum Hagen. Elmendorf gehörte zu den Gründungsvätern des Heimatvereins und unterstützte ihn ideell wie materiell.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 154 · Februar 2019
  • Februar 2019Kulinarischer Dorfgang durch IsselhorstBeim ersten „kulinarischen Dorfgang“ durch Isselhorst am 12. Dezember 2018 führte Heimatvereinsvorsitzender Siegfried Kornfeld 15 Teilnehmer fünf Jahrhunderte Dorfgeschichte entlang, von Tanzfesten in der namensgebenden Linde über verlegte Friedhöfe bis zur Geschichte der Meyer-Höfe. Die fünfstündige Tour startete an der Holtkämperei und führte mit kulinarischen Stationen durchs Isselhorster Landhaus, das Restaurant „Zur Linde“ mit Bison-Spezialitäten und die Beeferia. Teilnehmerin Bettina Kämpf zeigte sich begeistert, sowohl vom guten Essen als auch davon, neue Nachbarn aus der unmittelbaren Umgebung kennengelernt zu haben. Wegen des positiven Echos soll das Format mit neuen Gastronomien wie dem Schenkenhof fortgesetzt werden.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 154 · Februar 2019
  • Februar 2019Zu Besuch im Atelier NirgülRund 20 Damen der CDU-Frauenunion besuchten das Atelier der Skulpturenkünstlerin und Malerin Nirgül Kantar-Dreesbeimdieke am Isselhorster Kirchplatz. Die Autodidaktin arbeitet an ihren Skulpturen mit einem Polymer-Industriekleber, den sie per Spritzpistole in unzähligen Punkten und Schichten aufträgt, ohne vorherige Skizzen anzufertigen, und mischt gelegentlich Gold- oder Silberpartikel ein, die im Licht glitzern. In ihren Bildern kombiniert sie Acryl- mit Ölfarbe, wodurch die Werke Tiefe und mit entsprechender Beleuchtung einen 3-D-Effekt erhalten. Mit Ausstellungen und Aktionen im In- und Ausland sorgt sie regelmäßig für Aufmerksamkeit.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 154 · Februar 2019
  • Februar 2019Renate Groß und ihr ValmieraSeit den frühen 1990er-Jahren organisiert Renate Groß aus Isselhorst Hilfstransporte nach Valmiera in Lettland – anfangs rund 300, zeitweise bis zu 1.500 Pakete jährlich, heute weniger, dafür größere. Jedes Paket adressiert sie persönlich gezielt an Krankenhäuser, Jugendhilfen, Altenheime oder Frauenhäuser und erhält stets eine Bestätigung über den Erhalt vor Ort; der Kreis Gütersloh übernimmt die Transportlogistik im Rahmen der seit 1994 bestehenden Kreispartnerschaft. Ausgelöst wurde ihr Engagement durch eine Wanderreise entlang der Hanse-Route Anfang der 1990er, bei der eine Mitreisende von „nach wie vor unsäglichen Zuständen“ in einem Altenheim in Valmiera berichtete. 2012 wurde Renate Groß mit der Bundesverdienstmedaille ausgezeichnet; sie unterstützt zudem Projekte im russischen Rschew.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 154 · Februar 2019
  • Februar 2019Viviana Schulz berichtet aus PeruDie Isselhorsterin Viviana Schulz absolviert ihren entwicklungspolitischen Freiwilligendienst des Welthauses Bielefeld statt im ursprünglich geplanten Nicaragua wegen der dortigen politischen Unruhen nun in Peru, wo sie in Anden-Gemeinden bei Projekten für sauberes Wasser, Hygiene und Bildung mitarbeitet. Zu Weihnachten organisierte sie mit gespendetem Geld aus ihrer Heimat eine Bescherung für Kinder zweier armer Andengemeinden, wobei die Verteilung der Geschenke wegen des großen Andrangs und drängender Eltern zunehmend außer Kontrolle geriet. Rückblickend meint sie, die Geschenke besser in den Schulen statt öffentlich zu verteilen, wo mehr Ruhe geherrscht hätte. Der „Isselhorster“ berichtet in gekürzter Form von ihren sieben- bis elfseitigen Originalberichten, die auf Wunsch beim Heimatverein angefragt werden können.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 154 · Februar 2019
  • Februar 2019Klassentreffen nach 60 JahrenWilfried Hanneforth berichtet von einer seit 1983 alle paar Jahre stattfindenden Tradition der Klassentreffen seines 1958er Diplomjahrgangs der Höheren Fach- und Meisterschule Stuttgart, die im Oktober 2018 nach 60 Jahren in Vaihingen an der Enz erneut zusammenkamen. Programmpunkte waren unter anderem eine Weinbergswanderung bei Roßwag, ein Bonbonmuseum in Kleinglattbach, eine Weinprobe im Weingut Sonnenhof sowie der Besuch des fast 1000 Jahre alten Klosters Maulbronn. Bereits beim ersten Treffen 1983 war sogar der ehemalige Schuldirektor Paul Raichert angereist, um zu erfahren, was aus seinen früheren Studenten geworden war. Ob es ein weiteres Treffen geben wird, blieb diesmal offen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 154 · Februar 2019
  • April 201990. Geburtstag Helmut LütkemeyerZum 90. Geburtstag würdigte die CDU Kirchspiel Isselhorst ihren Ehrenvorsitzenden Helmut Lütkemeyer, der 1964 zunächst parteilos in den Isselhorster Gemeinderat gewählt wurde, 1969 die CDU Kirchspiel Isselhorst mitgründete und bis 2000 leitete sowie von 1970 bis 1999 im Rat der Stadt Gütersloh saß, davon ab 1985 als Fraktionsvorsitzender. Er setzte sich maßgeblich für die 1969 beschlossene Eingemeindung des Kirchspiels nach Gütersloh ein und erhielt dafür 1988 von Bundespräsident von Weizsäcker das Bundesverdienstkreuz sowie 2000 den Ehrentitel „Stadtältester“. Wegbegleiter charakterisierten ihn als „sparsam im Wort, dynamisch in der Tat und vorbildlich in der Leistung“; von Beruf war er Landschaftsarchitekt und führte den elterlichen Gartenbaubetrieb bis zur Rente.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 155 · April 2019
  • April 2019Nachruf Hans FeldmannIm Alter von 86 Jahren starb Hans Feldmann, Seniorchef der über hundertjährigen Isselhorster Getränkefirma Feldmann, die neben Mineralwasser („Feldquell“) auch lange ein eigenes Eiswerk betrieb, als Kühlschränke noch selten waren. Er trat früh in den elterlichen Familienbetrieb ein, arbeitete gemeinsam mit Vater und Bruder in Produktion und Verkauf und erlebte mit seinen Söhnen Detlef und Olaf die Weiterentwicklung der Firma, deren arbeitsreichste Zeit alljährlich mit der herbstlichen Apfelmosterei begann. Als Chorsänger und späterer Laienschauspieler beim Isselhorster Kulturkreis unter Prof. Erich Bacher zeigte er großes komödiantisches Talent und liebte westfälisch-plattdeutsche Anekdoten sowie Balladen von Loriot. Ein engagierter, aber wortkarger Westfale, der sich unter anderem im Wasserbeschaffungsverband und in der Spar- und Darlehnskasse ehrenamtlich einbrachte.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 155 · April 2019
  • April 2019Klotz und Kulturschatz - die MälzereiDer Artikel würdigt die 1888 erbaute Mälzerei der ehemaligen Kornbrennerei Elmendorf, einen backsteinernen Zweckbau, der lange als unpassend im Ortsbild galt, nach der Sanierung aber als Industriedenkmal des 19. Jahrhunderts geschätzt wird. Ursprünglich diente sie der Malzherstellung aus gekeimter Gerste für die Schnapsbrennerei, wurde jedoch schon vor dem Ersten Weltkrieg unrentabel und danach unter anderem als Getreide-, Schuh- und Zigarettenlager sowie als Bombenschutzraum für Schulkinder und später als Matratzenlager und Archiv des Heimatvereins genutzt. Heute verwandeln Innenausbauer die Malzböden zu Hotelsuiten; die kleinen schmiedeeisernen Sprossenfenster blieben aus Denkmalschutzgründen erhalten. Der Beitrag beschreibt ausführlich die traditionelle Ziegelbauweise mit Steinen der Ziegelei Ruwisch aus Ummeln im Kontrast zur modernen Betonfertigbauweise der benachbarten Neubauten.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 155 · April 2019
  • April 2019Wie der Torbogen meines Elternhauses zurückfandSiegfried Kornfeld schildert, wie der 1893 gefertigte Torbogen-Spruchbalken seines Elternhauses am Surenhofsweg in Gütersloh-Blankenhagen, den seine Mutter wegen eines Schreibfehlers im eingeschnitzten Familiennamen „Korfeld“ statt „Kornfeld“ stets beanstandete, nach dem Hausabriss 1967 von einem Vetter gerettet und in dessen Neubau angebracht wurde. Nach dem Tod des Vetters und später seiner Witwe boten deren in Berlin und Heidelberg lebende Kinder den Balken der Familie erneut an, woraufhin Kornfeld und sein Bruder ihn selbst ausbauten. Über 65 Jahre nach dem ursprünglichen Umzug hängt der Torbogen nun in Kornfelds heutigem Haus, dem ehemaligen „Holsten Hof“ in Isselhorst. Er will die Geschichte des Balkens aufschreiben und dahinter kleben, damit spätere Bewohner sie kennen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 155 · April 2019

zeigt den alten Torbogen an seinem neuen Platz sowie ein historisches Foto von etwa 1950 mit dem Spruchbalken

zeigt den alten Torbogen an seinem neuen Platz sowie ein historisches Foto von etwa 1950 mit dem Spruchbalken
Quelle: Der Isselhorster

  • April 2019Wettkrähen der Bergischen KräherErstmals fand das traditionsreiche Wettkrähen der Bergischen Kräher, ursprünglich auf Schloss Burg im Bergischen Land beheimatet, am 30. Mai 2019 in Ostwestfalen statt, ausgerichtet vom Geflügelzucht- und Gartenbauverein Isselhorst e.V. gemeinsam mit der Vereinigung der Züchter Bergischer Hühnerrassen. Die Bergischen Kräher gelten als eine der ältesten deutschen Hühnerrassen und als einzige heimische Langkräherrasse; bewertet wird beim Wettkrähen nicht die Anzahl, sondern die Dauer des Krährufs, ergänzt um Sonderpunkte für Melodie und den charakteristischen „Schnork“ am Ende. Zusätzlich zum Wettkrähen der Bergischen Rassen und ihrer Zwerg-Variante gab es ein Wettkrähen der heimischen Rassegeflügelzüchter sowie eine Stammschau. Die Veranstaltung fand am Vereinshaus in Bielefeld-Holtkamp statt.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 155 · April 2019
  • April 2019Damit die Kirche im Dorf bleibtMit Einführung des Neuen Kirchlichen Finanzmanagements zum 1. Januar 2019 und sinkenden prognostizierten Kirchensteuereinnahmen sieht sich die evangelische Kirchengemeinde Isselhorst gezwungen, ihre Gebäudestruktur zu überdenken: Diskutiert wird die Aufgabe des heutigen Gemeindezentrums samt zweier Gebäude zugunsten eines Neubaus direkt an der Kirche. Kirchmeisterin Annette Haase erläuterte den Plan auf der Gemeindeversammlung vom 13. März 2019 vor über 100 Teilnehmenden; die Stadt Gütersloh hätte zudem Interesse, im neuen Gebäude eine weitere Kita-Gruppe unterzubringen und so die Bauunterhaltung mitzufinanzieren. In Leserbriefen mahnten unter anderem Dr. Siegfried Bethlehem und Renate Plöger eine breite, ergebnisoffene Diskussion an, bevor über den Verlust des von starkem Ehrenamt getragenen Gemeindehauses entschieden wird. Eine außerordentliche Gemeindeversammlung noch vor den Sommerferien sollte folgen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 155 · April 2019
  • Juni 2019Die Isselhorster Kirmes - eine lange GeschichteLaut Rudolf Knufinkes Buch „Isselhorster Märkte einst und jetzt“ ist eine Art Kirmes in Isselhorst bereits um 1561 urkundlich erwähnt; bis 1950 fand sie stets auf dem Hof und im Garten der Gaststätte „Zur Linde“ statt, wo Bierbuden, ein Zelt, ein Karussell und eine Tanzfläche aufgebaut waren. Das historische Karussell, eine „Bodenmühle“ der Familie Ottensmann, drehte bis weit in die 1950er-Jahre seine Runden; 1819 musste der damalige Kram- und Viehmarkt laut einem Amtsblatt der Königlich Preußischen Regierung zu Minden einmal ausfallen, ohne dass der Grund bekannt ist. Zur Kirmes gaben Bäcker, Metzger, Schuhmacher und Schmiede des Dorfes traditionell besondere Waren wie schokoladenüberzogene „Schweineohren“ oder grüne Lodenkleidung für Bauern zum Kauf; jahrelang spielte die Kapelle Baule aus Lemgo bei Ortmeyer zum Tanz auf, bis in den nächsten Morgen hinein. Die Isselhorster Kirmes 2019 fand am 19. und 20. Juni statt.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 156 · Juni 2019
  • Juni 2019Bürgerklön - Streit um das GesprächsformatDer seit 25 Jahren zur Kirmeseröffnung stattfindende „Isselhorster Bürgerklön“ geht auf den früheren „Bürgermeisterklön“ der einst selbstständigen Gemeinden Isselhorst, Hollen, Niehorst, Holtkamp und Ebbesloh zurück und dient bis heute als offenes, ungezwungenes Gesprächsformat ohne Tagesordnung, das laut Bürgermeister Schulz als „positives Beispiel gelebter Demokratie“ gilt. 2019 boykottierte der Dorf- und Heimatverein erstmals die Teilnahme am Moderatorentisch, weil sich Ortsheimatpfleger Dietmar Schneider trotz wiederholter Kritik an dem intransparenten Format – zu lange Eingangsmonologe, fehlende Struktur – nicht auf einen Kompromiss mit Mikrofon, Ko-Moderation und Leinwand einlassen wollte. Der Vereinsvorstand betonte dennoch, den Aufruf zum Besuch der Veranstaltung zu unterstützen und am Erhalt des Formats interessiert zu sein. Der Konflikt zeigt die Spannungen zwischen dem lebenslang bestellten Ortsheimatpfleger und dem neu strukturierten Verein.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 156 · Juni 2019
  • Juni 2019Nachruf Reinhard KottmannReinhard Kottmann, geboren 1926 als Hoferbe des Markkötterhofs Cothmann in Holtkamp (urkundlich seit 1556), starb am 25. März 2019 im Alter von 92 Jahren; wegen zu geringer Körpergröße bei der Musterung 1942 und ausgebombter Wehrunterlagen blieb er vom Kriegsdienst verschont, fuhr aber als junger Mann Leichenwagen und begleitete hochschwangere Frauen mit der Kutsche zur Entbindung. Er entwickelte eine besondere Liebe zum Fahrsport und lenkte beim legendären „Holler Zwölferzug“ eine Kutsche mit zwölf Pferden, mit dem Höhepunkt eines Auftritts 1949 beim Provinzialturnier in Dortmund gegen unter anderem Prinz Philip von England. Er gründete 1947 den Ländlichen Zucht-, Reit- und Fahrverein Hollen mit und war von 1978 bis 1993 dessen Vorsitzender, daneben zehn Jahre Presbyter und langjähriges Vorstandsmitglied der Spar- und Darlehnskasse Isselhorst; er starb im Kreise seiner Familie auf dem elterlichen Hof.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 156 · Juni 2019

zeigt Reinhard Kottmann bei seinem 90. Geburtstag im November 2016 sowie ein historisches Foto vom Holler Zwöl

zeigt Reinhard Kottmann bei seinem 90. Geburtstag im November 2016 sowie ein historisches Foto vom Holler Zwöl
Quelle: Der Isselhorster

  • Juni 2019100 Jahre AWO bundesweitDie bundesweite Arbeiterwohlfahrt feiert 2019 ihr 100-jähriges Bestehen (mit Unterbrechung durch das NS-Verbot 1933–1945) und zählt heute über 200.000 Hauptamtliche sowie 66.000 Ehrenamtliche in rund 3.500 Ortsvereinen und über 13.000 Einrichtungen, darunter 2.100 Heime und 250 Kindergärten. Die Isselhorster AWO mit rund 15 ehrenamtlichen Helferinnen und Helfern bietet unter anderem Lesekreis, Krabbelgruppe, Erzählcafé, Nähkurse und das seit einem Jahr bestehende Marktcafé jeden Freitag an. Am 20. Juni 2019 präsentierte sich die Isselhorster AWO mit einem Info-Stand beim Flohmarkt vor dem Kaufhaus Dreesbeimdieke. Am 6. Juli 2019 feierte der AWO-Stadtverband Gütersloh das Jubiläum auf dem Kolbeplatz, wo auch der Shantychor „Luttermöwen“ ein Konzert gab.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 156 · Juni 2019
  • Juni 2019Auflösung des Heimatmuseums in HoltkampDas Heimatmuseum im Bielefelder Ortsteil Holtkamp, das zum Isselhorster Kirchspiel gehört, wird nach langjähriger Ankündigung endgültig aufgelöst; viele Exponate wurden bereits an Leihgeber zurückgegeben, defekte Teile entsorgt und einiges, etwa Teile der Schusterwerkstatt, an andere Museen weitergegeben oder in der Holtkämperei untergebracht. Die verbleibenden Stücke werden in der Deele des Museums aufgebaut und am 20. Juli sowie 3. August 2019 jeweils von 10 bis 13 Uhr zur Besichtigung, zum Kauf oder gegen Spende angeboten. Der Dorf- und Heimatverein Isselhorst e.V. lädt zur Besichtigung ein und freut sich am Ende auf „leere Regale“. Das Museumsgebäude liegt am Emsweg in Holtkamp.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 156 · Juni 2019
  • Juni 2019Nachruf Rudolf HülscherRudolf Hülscher, geboren 1924 im bessarabischen Leipzig (heute Sennewoy/Ukraine), musste 1940 im Zuge der von Hitler und Stalin vereinbarten „Heim ins Reich“-Umsiedlung mit seiner Familie die Heimat verlassen, kämpfte als Soldat bis zum Kaukasus und in Stalingrad, geriet in Gefangenschaft und floh 1945 mit seiner Familie schließlich nach Isselhorst. Er heiratete 1951 seine Frau Berta, baute mit ihr am Norderneyweg in der Brinkhofsiedlung ein Haus und arbeitete zeitlebens bei der Firma Lütgert in Avenwedde; auch im Ruhestand blieb er als Helfer aktiv, unter anderem jahrelang als treuester Mitstreiter Ortwin Schwengelbecks beim Wiederaufbau der Holtkämperei. Bekannt war er zuletzt vor allem für sein Elektromobil, mit dem er trotz Gehbeschwerden selbstbestimmt durchs Dorf fuhr, um Baufortschritte zu inspizieren und das Marktcafé zu besuchen; er starb, wie gewünscht, zu Hause in der Pflege seiner Kinder.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 156 · Juni 2019
  • September 2019Stelenfest in IsselhorstAm 8. September 2019 feierte Isselhorst im Rahmen des „Tags des offenen Denkmals“ die Enthüllung von 23 Geschichts-Stelen im Dorf. Ab 13:30 Uhr gab es auf dem Kirchplatz Eröffnungsreden, unter anderem von Bürgermeister Henning Schulz, bevor gegen 14 Uhr die Stelen enthüllt wurden. Bei einer anschließenden Stelen-Rallye konnten Besucher ihr Wissen über die Isselhorster Geschichte testen und ein Lösungswort mit Dorfbezug ermitteln. Musikalisch sorgten der Posaunenchor, die Kreismusikschule und die „Saxy Ladies“ für Unterhaltung, während kostenlose Sonderbusse zwischen Gütersloh und Isselhorst pendelten.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 157 · September 2019

der Brennerei Elmendorf als Beispiel für die historischen Motive der Stelen.

der Brennerei Elmendorf als Beispiel für die historischen Motive der Stelen.
Quelle: Der Isselhorster

  • September 2019Isselhorst demonstriert Solidarität – StammzelltypisierungsaktionAm 9. Februar 2019 fand in der Sporthalle Isselhorst eine Stammzelltypisierungsaktion statt, ausgelöst durch die Diagnose einer aggressiven Blutkrebserkrankung beim gebürtigen Isselhorster Lars Penke. Sein ehemaliger Handballverein TV Isselhorst verlegte eigens alle Sportaktivitäten, um die Sporthalle für die Aktion freizugeben. Über 100 Helfer registrierten bis in den Nachmittag hinein 1.207 neue potentielle Stammzellspender, unterstützt von Geld- und Sachspenden lokaler Betriebe in Höhe von knapp 40.000 Euro für die DKMS. Penkes eigene Spender kamen letztlich aus Polen und England; er befand sich zum Zeitpunkt des Berichts auf einem guten Weg der Genesung.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 157 · September 2019
  • September 2019Sparkasse Gütersloh-Rietberg renoviert Geschäftsstelle IsselhorstDie Sparkasse Gütersloh-Rietberg kündigte im September 2019 eine Großinvestition von rund vier Millionen Euro in Isselhorst an: die Kernsanierung ihrer Geschäftsstelle an der Haller Straße sowie den Neubau eines Mehrfamilienhauses mit acht Wohneinheiten auf dem bisherigen Parkplatz. Während der einjährigen Bauphase arbeitete das Team übergangsweise in der Geschäftsstelle Avenwedde-Bahnhof, die anschließend zur SB-Geschäftsstelle umgewandelt wurde. Vorstandsvorsitzender Kay Klingsieck betonte, man wolle bei den Bauarbeiten bevorzugt lokale Handwerksunternehmen einbeziehen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 157 · September 2019
  • September 2019Spende für die HoltkämpereiDer Bürgerverein Sundern besuchte im Juni 2019 die restaurierte „Holtkämperei“ in Isselhorst, das älteste noch am Ursprungsort stehende Wohnhaus des Dorfes, erbaut 1623 während des Dreißigjährigen Kriegs. Postagent Adolf Holtkamp richtete dort 1865 die erste Poststelle Isselhorsts ein, wonach das Gebäude benannt wurde; bis 1978 durchgehend bewohnt, verfiel es danach zwei Jahrzehnte, bevor 1998 ein Arbeitskreis zur Rettung gegründet wurde. Nach zwanzigjähriger Restaurierung konnte das Haus 2018 als Heimathaus des Dorf- und Heimatvereins eröffnet werden. Der Bürgerverein Sundern übergab bei seinem Besuch einen Scheck über 500 Euro zur Würdigung der ehrenamtlichen Leistung.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 157 · September 2019
  • September 2019Wie machte man das eigentlich früher? – KörperhygieneSiegfried Kornfeld beschreibt, wie die Körperhygiene in Isselhorst vor rund 90 Jahren organisiert war: Bis in die 1930er Jahre gab es in vielen Häusern kein fließendes Wasser, weshalb die Firma Elmendorf ein öffentliches Badehaus für Mitarbeiterfamilien einrichtete – inklusive Streit darüber, wem die dort anfallenden Fäkalien als Dünger gehörten. Davor und bis in die 1950er Jahre dominierte die 1890 erfundene „Volksbadewanne“ aus verzinktem Blech, deren Wasser mangels Komforts oft von der ganzen Familie nacheinander benutzt wurde („Familiensuhle“). Vor Toiletten mit Wasserspülung waren Plumpsklos mit Jauchegrube Standard; erst 1967 wurde Isselhorst mit dem Klärwerk „Obere Lutter“ ans zentrale Abwassernetz angeschlossen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 157 · September 2019
  • September 2019Klassentreffen sechzig Jahre nach Einschulung28 ehemalige Isselhorster Schüler und Schülerinnen des Einschulungsjahrgangs 1953 (eingeschult am 9. April 1959) trafen sich im Gasthaus Zur Linde zu ihrem 60-jährigen Wiedersehen, nachdem es zuvor nur ein einziges Treffen 1987 gegeben hatte. Ihre Lehrer waren unter anderem Herr Turowski, Fräulein Dreesbeimdieke und Herr Struckmeier; durch zwei Kurzschuljahre wurde die neunjährige Schulzeit in acht Kalenderjahren absolviert. Anfangs erkannten sich viele Teilnehmer kaum wieder, doch bald entwickelten sich angeregte Gespräche mit Anekdoten aus der gemeinsamen Schulzeit. Organisatorin I. Skarupke kündigte an, künftig dank E-Mail-Verteiler häufiger Treffen zu organisieren.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 157 · September 2019
  • Oktober 2019Aufruf zum Protest kommt an!Am 21. September 2019 blockierten rund 2.000 Menschen die Kreuzung B61/Isselhorster Straße, um gegen den geplanten vierspurigen Ausbau der B61 zu protestieren. Initiiert von Anette und Ingold Klee in Kooperation mit dem Bielefelder Radentscheid, richtete sich die Demonstration gegen den drohenden Verlust alter Bäume und die veranschlagten 40 Millionen Euro Baukosten, die die Initiatoren lieber in alternative Verkehrskonzepte investiert sähen. Die Polizei zeigte sich laut den Organisatoren kooperativ bei der Kreuzungssperrung. Die Initiatoren kündigten an, trotz fehlender direkter Reaktion aus der Politik am Thema dranzubleiben und für eine echte Verkehrswende zu werben.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 158 · Oktober 2019
  • Oktober 2019Einweihung der Isselhorster Stelen am Tag des offenen DenkmalsAm 8. September 2019 wurden 21 der insgesamt 23 geplanten Isselhorster Geschichts-Stelen im Rahmen eines Festakts auf dem Kirchplatz eingeweiht; zwei weitere folgten später wegen Bauarbeiten. In den Stelen sind 776 historische Backsteine im „Reichsformat“ verbaut, die einst in der Nachbarschaft, etwa in der Ziegelei Ruwisch in Ummeln, hergestellt wurden – ein bewusster Bezug zur lokalen Ziegel- und Eisenerz-Geschichte. Vorsitzender Siegfried Kornfeld dankte den „Stelenbuddlern“ und den Textautoren, während Henner Schröder als Initiator rund 70 Einzelverträge mit Grundstückseigentümern für die Aufstellung ausgehandelt hatte. Bürgermeister Henning Schulz und Vertreter der Unteren Denkmalbehörde nahmen an der Feier teil.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 158 · Oktober 2019
  • Oktober 2019Wie machte man das eigentlich früher? – Wäsche waschenVor der Erfindung elektrischer Waschmaschinen wurde in Isselhorst alle vier Wochen mit einer handbetriebenen Holzbottichwaschmaschine gewaschen, nachdem stark verschmutzte Wäsche zuvor tagelang in einer Blechwanne eingeweicht worden war. Am Waschtag wurde ein Waschkessel mit rund hundert Litern Wasser über offenem Feuer erhitzt, bevor die Wäsche in der Maschine mit einem Waschkreuz bewegt und anschließend von Hand gespült und ausgewrungen wurde. Als Waschmittel diente „Seifenpulver“, das ein wandernder Hausierer, der „Sepenkerl“, alle vier Wochen ins Haus brachte; Regen- oder Lutterwasser wurde wegen geringerer Härte bevorzugt genutzt. Erst mit dem 1907 erfundenen Persil und späteren Waschvollautomaten in den 1960er Jahren wandelte sich die Wäschepflege radikal – wobei die damaligen Tenside 1967 am Klärwerk „Obere Lutter“ noch für meterhohe Schaumberge auf der Lutter sorgten.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 158 · Oktober 2019
  • Oktober 2019Hausbau in Hollen – Kaum zu glauben, aber wahrIm September 2019 entstand im Neubaugebiet Eichengrund in Hollen innerhalb weniger Tage ein komplettes Einfamilienhaus im Holzrahmenbau, gefertigt von der Zimmerei Tobias Jäger aus 720 Einzelteilen mit rund 2.090 Quadratmeter Holz und 630 Quadratmeter OSB-Platten. Bauherrin Katrin Schröder, gelernte Betriebswirtin ohne Bau-Vorkenntnisse, packte gemeinsam mit ihrem Partner Matthias „Matze“ Höll selbst mit an und baute an einem Abend nach Feierabend der Kollegen sogar noch sieben Wände alleine fertig. Innerhalb von drei Tagen stand das komplette 1,5-geschossige Haus samt Dachstuhl, wenige Tage später wurde bereits Richtfest gefeiert. Der Einzug war für Anfang des folgenden Jahres geplant.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 158 · Oktober 2019
  • Oktober 2019Mauerspecht!Wilfried Hanneforth erinnert sich an die Deutsche Wiedervereinigung vor 30 Jahren: Im Frühjahr 1989 unternahm er eine Studienreise nach Ungarn, wo er in Budapest noch ein Stalindenkmal sah, das wenige Wochen später von den Ungarn entfernt wurde. Im Januar 1990 besuchte er mit einer Isselhorster Gruppe die Ostberliner Partnergemeinde Baumschulenweg und schlug am Brandenburger Tor mit Hammer und Meißel selbst Stücke aus der Berliner Mauer heraus. Ein großes Mauerstück befindet sich noch heute in der Steinsammlung eines seiner Enkel, und ein Besuch in Berlin im September 2019 mit einer Enkeltochter weckte die Erinnerungen erneut.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 158 · Oktober 2019
  • Oktober 2019Das Holtkämper QualitätsrindLandwirt Thomas Hark hält im Nebenerwerb rund 40 Rinder einer Fleischnutzungsrasse auf Weideflächen in Holtkamp, die von April bis Oktober ausschließlich Gras und im Winter Heulage sowie Mineralstoffe, aber kein Kraftfutter erhalten. Die Tiere werden dadurch erst mit 26 bis 28 Monaten geschlachtet statt wie in der konventionellen Mast mit 16 bis 18 Monaten, was laut Hark verhindert, dass die überwiegend weiblichen Tiere verfetten. Fleischermeister Lennart Hermstein von der früheren Fleischerei Münch in Ummeln übernimmt als einziger die Schlachtung und Vermarktung und begleitet interessierte Kunden auch persönlich zur Weide nach Holtkamp, um die Herkunft des Fleisches transparent zu zeigen. Beide Partner setzen bewusst auf aufgeklärte Kunden, die einen Bezug zur Herkunft ihres Fleisches suchen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 158 · Oktober 2019
  • November 2019Alle wollen Stollen – Bäckerei Glasenapp produziert „Glück am Stück“Die Bäckerei Glasenapp in Isselhorst fertigt ihren Weihnachtsstollen bis heute nach dem rund 100 Jahre alten Originalrezept von Firmengründer Walter Glasenapp aus Köslin in Pommern – ohne Farbstoffe, Backpulver oder Geschmacksverstärker. Seit der Saison 2019 trägt das Gebäck den neuen Markennamen „Glück am Stück – Glasenapps Winterstollen“ und wird in eigens gestalteter Verpackung mit Schleife verkauft. Junior-Chef Nico Glasenapp, Urenkel des Gründers, verrät, dass Rosinen, Zitronat und Orangeat eine Woche lang in italienischem Weißwein und Rum ziehen, bevor sie mit Nüssen, Mandeln, Butter, Zucker, Hefe, Milch und Mehl zum Teig verarbeitet werden. Vater Axel und die Söhne Nico und Mario führen den Familienbetrieb gemeinsam.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 159 · November 2019
  • November 2019Seilermeister Josef Brügge aus MarienfeldDer Seilermeister Josef Brügge aus Marienfeld führte sein traditionelles Handwerk mehrfach bei Isselhorster Heimatvereins-Veranstaltungen vor, unter anderem 2010 und 2014 auf dem Hof des ehemaligen Heimatmuseums in Holtkamp, wo er auf seiner mobilen Seilerbahn aus dicken Hanffäden Seile drehte – vom einfachen Kälberstrick bis zum 20 Meter langen Tau für den Heuwagen. Noch im Alter von fast 90 Jahren führte er 2014 den Kindern selbst die Herstellung von Springseilen vor und beantwortete stets geduldig alle Fragen der Zuschauer. Im Oktober 2019 ist Josef Brügge im Alter von 96 Jahren verstorben; das Westfalen-Blatt würdigte ihn als selbstlosen, kreativen Menschen. Der Dorf- und Heimatverein Isselhorst hebt hervor, dass er zahlreiche Veranstaltungen mit seinem alten Handwerk bereichert hat.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 159 · November 2019
  • November 2019Ästiger Stachelbart in IsselhorstIm feuchten Oktober 2019 entdeckte ein Meierhof-Mitarbeiter namens Franz im Isselhorster Lutterwäldchen den extrem seltenen und stark gefährdeten Ästigen Stachelbart (Hericium coralloides), einen weiß-elfenbeinfarbenen, korallenartigen Pilz, der 2006 von der Deutschen Gesellschaft für Mykologie zum „Pilz des Jahres“ gewählt wurde. Der Pilz ernährt sich ausschließlich von totem Holz und ist wegen aufgeräumter Wälder fast nur noch in Naturschutzgebieten zu finden, weshalb sein Auftreten im Lutterwäldchen als gutes Zeichen für dessen naturnahen Zustand gilt. Bereits 2012 hatte ein Kollege von Franz an gleicher Stelle einen seltenen Tintenfischpilz gefunden, der vermutlich im Ersten Weltkrieg durch australische und neuseeländische Soldaten aus Übersee eingeschleppt wurde. Der genaue Fundort des Stachelbarts wird bewusst geheim gehalten, damit sich der Pilz ungestört ausbreiten kann.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 159 · November 2019
  • November 2019Lettische Feuerwehrmänner zu BesuchSeit mehr als 25 Jahren besteht eine Partnerschaft zwischen der Region Valmiera in Lettland und dem Kreis Gütersloh, die auch die Feuerwehren umfasst. Im November 2019 besuchten 19 lettische Feuerwehrmänner für vier Tage den Kreis Gütersloh zu einer erstmaligen zweitägigen Maschinisten-Ausbildung an der Kreisfeuerwehrschule St. Vit, organisiert von Kreisbrandmeister Dietmar Holtkemper. Beim Besuch des Feuerwehrmuseums in Isselhorst überreichten die Gäste Museumsleiter Rolf Ortmeier ein altes russisches Atemschutzgerät aus ihren Beständen als Geschenk. Für die Zukunft ist ein Jugendfeuerwehraustausch zwischen der lettischen und deutschen Delegation geplant.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 159 · November 2019
  • November 2019Wie machte man das eigentlich früher? (3) – Wäschepflege: bügeln, stärken, mangeln, flickenSiegfried Kornfeld beschreibt, wie vor der Elektrifizierung in den 1920er Jahren schwere gusseiserne Bügeleisen auf der Herdplatte erhitzt oder mit glühenden Kohlebolzen befüllt wurden, während in vermögenderen Haushalten Kaltmangeln mit bis zu 1.000 Kilogramm Gewicht die Wäsche glätteten. Wäschestärke aus Kartoffeln musste im Haushalt selbst hergestellt werden, indem eine unverheiratete Verwandte („Tante“) einen Eimer Kartoffeln rieb und das Presswasser trocknen ließ. Zum Flicken kam die „Weißnäherin“ ins Haus, etwa die Kriegswitwe „Tante Matta“, die tagelang mitversorgt wurde und der der Autor als Kind einmal ein zweites Ei neidete. Kornfeld zieht den Vergleich zur heutigen globalisierten Textilproduktion und resümiert, dass die frühere häusliche Fertigung menschlicher und sozialer eingebettet war.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 159 · November 2019
  • November 2019Unnützes Wissen oder: Gütersloh und die SeefahrtDer in Gütersloh geborene Adolph Bermpohl war Mitbegründer der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger; 1851 schlug zudem ein Meteorit in Gütersloh-Kattenstroth ein, dessen größtes Bruchstück heute im Museum für Naturkunde Berlin liegt. Am 26. November 1985 stellte der ICE-Vorläufer InterCityExperimental zwischen Gütersloh und Hamm mit 317 km/h einen kurzzeitigen Weltrekord für Drehstrom-Schienenfahrzeuge auf. Vorgestellt wird außerdem Isselhorsts bekanntester dreibeiniger Hund „Strup“, dem vor Jahren ein Vorderbein amputiert werden musste und der seither unbeschwert durch sein Leben und die Lutter rennt. Der Beitrag listet zudem skurrile Gütersloh-Bezüge auf, etwa Schlager- und Fernsehnennungen der Stadt sowie eine Sage über die Hexe Görken Ginken aus Sundern.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 159 · November 2019
  • Februar 2020Große Pflanzaktion für Groß und Klein / Tatort mit EichenNachdem am 29. Mai 2018 ein Orkan vier rund 150 Jahre alte Eichen am Rand von Kornfelds Acker gefällt hatte, pflanzte am 28. Dezember 2019 eine rund 22-köpfige, generationsübergreifende Gruppe zehn junge, aus Niedersachsen beschaffte Eichensetzlinge an gleicher Stelle. Ein Förster erläuterte dabei auch historische Bedeutungen: Eichen galten als Blitzableiter, weshalb westfälische Feuerversicherungen einst deren Umpflanzung zur Vertragsbedingung machten, und der Große Kurfürst Friedrich Wilhelm von Brandenburg erließ 1686 eine „Eichenkranz- und Bräutigamsverordnung“, die bei Eheschließungen die Pflanzung von sechs Eichen vorschrieb. Am 4. Januar 2020 folgte eine zweite, größere Pflanzaktion auf dem Gelände von Herrn Mumperow mit rund 900 Eichen-, Maronen- und Haselnussbäumchen. Ziel des Dorf- und Heimatvereins ist es, künftig jedes Jahr 365 Bäume in Isselhorst zu pflanzen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 160 · Februar 2020
  • Februar 2020Nachruf Guntram SchneiderDer gebürtige Isselhorster Guntram Schneider, ehemaliger nordrhein-westfälischer Minister für Arbeit, Integration und Soziales und langjähriger DGB-Landesvorsitzender, ist am 3. Januar 2020 im Alter von 68 Jahren in Dortmund gestorben. Als Sohn vertriebener Eltern 1958 in Isselhorst eingeschult, wurde er von Rektor Struckmeier gefördert, fand früh den Weg zur SPD und IG Metall und wurde 1976 Jugendsekretär der IG Metall, bevor ihn 2010 Ministerpräsidentin Hannelore Kraft ins NRW-Kabinett holte. Bei der Trauerfeier in der Dortmunder Stadtkirche St. Reinoldi mit über 500 Gästen würdigten unter anderem der frühere Außenminister Sigmar Gabriel und NRW-Gesundheitsminister Josef Laumann seine geradlinige, streitbare Art. Schneider fand seine letzte Ruhe im Familiengrab in Isselhorst, seiner eigentlichen Heimat.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 160 · Februar 2020
  • Februar 2020Der letzte SchlagbaumEin Foto von 1904 zeigt die letzte Erhebung des Isselhorster Schlagbaums vor der Gastwirtschaft Baumeister (heute Sparkasse), auf dem unter anderem die Postkutsche mit dem jungen Heinrich Oppermann, ein frühes Auto mit Kettenantrieb der Familie Elmendorf sowie der damalige Gemeindevorsteher Carl Mumperow zu Pferd abgebildet sind. Bereits 1556 wird ein „Baumhüter“ namens Jost urkundlich erwähnt, der als Beamter des Grafen von Ravensberg an dieser Dorfgrenze Chausseegeld kassierte – zwei Pfennig für Pferd, Ochse oder Kuh, zehn Pfennig für einen gefederten Wagen. Findige Dorfbewohner sparten das Wegegeld, indem sie ihre Pferde im Gasthaus Kramer unterstellten und den Schlagbaum zu Fuß passierten. Mit dem Aufkommen des Automobils und der neuen Kraftfahrzeugsteuer wurde die jahrhundertealte Straßensperre 1904 endgültig überflüssig.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 160 · Februar 2020

von 1904 mit der Postkutsche, dem frühen Auto und zahlreichen Dorfbewohnern am letzten Schlagbaum.

von 1904 mit der Postkutsche, dem frühen Auto und zahlreichen Dorfbewohnern am letzten Schlagbaum.
Quelle: Der Isselhorster

  • Februar 2020Ein Gütersloher und die SeenotrettungDer am 17. Januar 1833 in Gütersloh geborene Adolph Bermpohl wurde nach einer Karriere in der Handelsschifffahrt und als Steuermann-Lehrer zum Wegbereiter der deutschen Seenotrettung: Nach einem Schiffsunglück vor Borkum 1860, bei dem die Inselbevölkerung nur an Strandgut statt an Rettung interessiert war, setzte er sich publizistisch für organisierte Seenotrettung ein und trug maßgeblich zur Gründung der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) 1865 bei. Zur 100-Jahr-Feier 1965 wurde ein Seenotrettungskreuzer auf seinen Namen getauft, der 1967 in einem schweren, seither „Adolph-Bermpohl-Orkan“ genannten Sturm havarierte, wobei die gesamte Besatzung und die zuvor geretteten Seeleute ums Leben kamen. 1978 übernahm seine Geburtsstadt Gütersloh die Patenschaft für das reparierte und wieder eingesetzte Schiff, das erst 2001 verschrottet wurde.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 160 · Februar 2020
  • Februar 2020Wie machte man das eigentlich früher? (4) – Sich mit Wasser versorgenSiegfried Kornfeld schildert, wie ein zwölfminütiger Wasserausfall ihn daran erinnerte, welch aufwändige Handarbeit früher die Wasserversorgung eines Hofes mit sieben Menschen und rund 30 Tieren bedeutete – täglich 400 bis 500 Liter Trinkwasser für die Tiere und 100 Liter für die Familie mussten aus einem Hausbrunnen geschöpft werden. Er entdeckte beim Roden seines verwilderten Gartens 1989/90 den alten Backstein-Hausbrunnen von 1829 wieder, dessen Wasser wie fast überall in Isselhorst stark eisenhaltig war. Erst mit der Elektrifizierung ab 1920 kamen elektrische Pumpen und Wasserboiler auf; zuvor mussten Schwengelpumpen im Winter oft mühsam wieder angesaugt werden – einmal versuchte es die Tante des Autors mit einer brennenden Kerze und verbrannte sich dabei die Haare. Seit 1934 versorgt der genossenschaftlich gegründete Wasserbeschaffungsverband Isselhorst (WBI) heute 1.395 Hausanschlüsse mit rund 240.000 Kubikmetern Trinkwasser jährlich.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 160 · Februar 2020

(um 1920) von Kornfelds Mutter beim Schöpfen von Trinkwasser auf Spiekeroog; Foto einer handgefertigten Schwen

(um 1920) von Kornfelds Mutter beim Schöpfen von Trinkwasser auf Spiekeroog; Foto einer handgefertigten Schwen
Quelle: Der Isselhorster

  • Februar 2020Isselhorst verändert sichRudolf Knufinke dokumentierte, wie im Herbst 2019 innerhalb weniger Tage drei Massa-Doppelhaus-Fertighäuser an der Niehorster Straße/Ecke Am Jostkamp entstanden: Nach vorbereiteten Betonfundamenten lieferte die Deutsche Fertighaus Holding AG aus Simmern im Hunsrück vorgefertigte Holzrahmenbauteile an, die per Autokran innerhalb eines Tages aufgestellt und verschraubt wurden. Schon am zweiten Tag waren Zwischendecken und Dachkonstruktionen montiert, kurz darauf brachte die Firma Dachland GmbH aus Mainz die Dachpfannen auf. Mitarbeiter reisten dafür teils 340 bis 355 Kilometer an; regionale Firmen wie Elektrotechnik Kutschke aus Stemwede-Levern übernahmen die Elektroinstallation. Knufinke sieht darin einen sichtbaren Wandel des Dorfbildes durch moderne, schnelle Bauweisen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 160 · Februar 2020
  • April 2020Zusammen-, Durch- und Aushalten – Corona macht vor keiner Grenze HaltDer Dorf- und Heimatverein dokumentierte im April 2020 die ersten Wochen der Corona-Pandemie in Isselhorst: Schulen und Kindergärten schlossen ab 16. März, die Grundschule stellte auf Arbeitsmaterial fürs Homeschooling um, und Ostern fand erstmals ohne das traditionelle Osterfeuer der Freiwilligen Feuerwehr statt. Isselhorster Geschäfte wie Apotheken, die Fleischerei Rau und das Eishaus bauten Liefer- und Onlinedienste aus, und die Stadt richtete eine Bürgerhotline für Nachbarschaftshilfe ein. Der Verein rief zugleich zu einer persönlichen Dokumentation der Krisenerfahrungen im Vereinsarchiv auf und würdigte den Einsatz von Pflegekräften, Feuerwehr und Einzelhandelsmitarbeitern.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 161 · April 2020
  • April 2020Helmut Lütkemeyer, ein Isselhorster Original – NachrufDer Garten- und Landschaftsbauer Helmut Lütkemeyer starb am 11. März 2020 im Alter von fast 91 Jahren; er war jahrzehntelang CDU-Fraktionschef im Gütersloher Stadtrat, Ortsvorsteher und Ehrenvorsitzender der CDU Kirchspiel Isselhorst. 1964 zunächst als Parteiloser in den Isselhorster Gemeinderat gewählt, setzte er sich maßgeblich für den Anschluss Isselhorsts an Gütersloh bei der kommunalen Neugliederung 1970 ein und gründete 1969 die CDU Kirchspiel Isselhorst. 1988 erhielt er das Bundesverdienstkreuz; nach seinem Ausscheiden aus dem Stadtrat 1999 setzte er sich als „Strippenzieher“ erfolgreich für den Bau des neuen Gütersloher Theaters ein. Sein Leitspruch „Ich pflüge 'ne gerade Furche“ stand für Werte wie Toleranz und Aufrichtigkeit, die ihm auch parteiübergreifend Anerkennung einbrachten.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 161 · April 2020
  • April 2020Grünhelme in AktionAm Wochenende des 9./10. November 2019 fand auf dem Hof Bethlehem in Isselhorst ein Interessiertentreffen der 2003 von Rupert Neudeck gegründeten Hilfsorganisation Grünhelme statt, die an Krisenherden der Welt Schulen und Krankenhäuser baut. Isselhorster Simon Bethlehem, seit acht Jahren für die Grünhelme aktiv, begleitete dabei Bewerber – zwei Tischlerinnen, eine Architektin, einen Spengler, eine Raumausstatterin und einen Zimmerer – beim Bau eines Wildbienenhauses und Eingangstors auf dem Acker des Projekts „Faba – Familien in Balance“. Ein Kamerateam des Kultursenders Arte filmte parallel für eine Dokumentation über die Arbeit der Grünhelme, für die Bethlehem im März 2020 auch nach Sierra Leone begleitet wurde. Von den in Isselhorst kennengelernten Interessierten kamen schließlich fast alle für Auslandseinsätze in Mosambik, Sierra Leone und dem Libanon zum Einsatz.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 161 · April 2020
  • April 2020Heinrich Krümpelmann feierte seinen 95. GeburtstagAm 15. Februar 2020 feierte Heinrich Krümpelmann, dienstältestes Mitglied des Dorf- und Heimatvereins, im Vereinsheim der Niehorster Schützen seinen 95. Geburtstag. Mit 17 Jahren im Zweiten Weltkrieg eingezogen, war er mit 19 Jahren bereits dreimal verwundet worden; nach dem Krieg arbeitete er 46 Jahre bei der Firma Wilhelm Ruhenstroth, davon 30 Jahre als Betriebsrat, und saß von 1979 bis 1994 im Kreistag Gütersloh. Er gehörte zu den Gründern der deutsch-russischen Versöhnungsarbeit, die 1995 zur Städtepartnerschaft zwischen Gütersloh und Rshew führte, und schrieb eine 250-seitige Biografie für seine Kinder. 1983 wurde ihm das Bundesverdienstkreuz verliehen; bis zu seinem 90. Geburtstag nahm er noch an Plattdeutsch-Lehrgängen des Heimatvereins teil.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 161 · April 2020
  • April 2020Von der Schule des Pfarrers zur Grundschule für alle – Etappen der Schulgeschichte in IsselhorstDie Isselhorster Schulgeschichte begann im 18. Jahrhundert damit, dass zunächst die Pfarrer und später die Küster in Personalunion als Lehrer die Kinder unterrichteten, wobei laut Schulordnung von 1717 wöchentlich 9 Pfennige Schulgeld zu zahlen waren (ab 1888 war der Unterricht unentgeltlich). Wegen wachsender Schülerzahlen entstand 1892 ein neues Schulhaus, das 1904 erweitert wurde, während Außenbezirke wie Hollen (ab 1734) und Holtkamp (ab 1900) eigene Nebenschulen erhielten. Die kommunale Gebietsreform von 1970 und die Schulreform von 1968 lösten die alten Zwergschulen auf; die heutige Grundschule Isselhorst entstand 1978 durch Versetzung eines 1969 in Gütersloh errichteten Gebäudes. Eine Tabelle zeigt den Wandel der Schülerzahlen von 148 Kindern mit einer Lehrkraft im 19. Jahrhundert zu 250 Kindern mit 12 Lehrkräften im Jahr 2000.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 161 · April 2020

s zeigen die Dorfmitte um 1900 mit dem Fachwerk-Schulhaus von 1804 sowie Lehrer Fritz Struckmeier und die lang

s zeigen die Dorfmitte um 1900 mit dem Fachwerk-Schulhaus von 1804 sowie Lehrer Fritz Struckmeier und die lang
Quelle: Der Isselhorster

  • April 2020Sie ist wieder da! – Die DorfplatzuhrAm 15. Februar 2020 wurde die traditionsreiche Dorfplatzuhr Isselhorsts, die seit Mai/Juni 1984 an wechselnden Standorten stand, an ihrem neu gestalteten Platz wieder aufgebaut und erhielt neue LED-Beleuchtung sowie eine funkgesteuerte Zeitanzeige aus Braunschweig. Ursprünglich schwarz gestrichen, wurde die Uhr um 1996/97 postgelb, 2010 metallic-silber und ist nun anthrazit lackiert; Udo Plaßmann, der die Uhr seit ihrer Errichtung begleitet, strich sie jeweils passend zum Zeitgeist um. Die Werbegemeinschaft ergänzte die Uhr um neue Informationstafeln zum Stelenpfad, Eselsweg und Carsharing-Angebot, nachdem sie in ursprünglichen Neugestaltungsplänen des Dorfplatzes eigentlich hatte entfallen sollen. Für die technische Wiederinbetriebnahme konnte auf den ehemaligen Uhrmachermeister Eckhard Nagel zurückgegriffen werden, der die Anlage einst installiert hatte.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 161 · April 2020
  • Juni 2020343 Jahre Isselhorster Geschichte – Von der „Brüggenschenke“ zum historischen Gasthaus „Zur Linde“Das Gasthaus „Zur Linde“ geht auf ein 1677 von dem freien Kaufmann Hinrich Astrot und seiner Frau Ilsabein Auf der Brügen errichtetes Handelshaus zurück, dessen Hofstelle bereits 1556 urkundlich erwähnt wird; der Name „Brüggenschenke“ entstand im 18. Jahrhundert, als das Haus zur Postkutschenstation wurde. Die Standuhr im Schankraum soll der Überlieferung nach von flüchtenden Salzschmugglern zurückgelassen worden sein, die die Grenzlage Isselhorsts zwischen Herrschaft Rheda, Amt Reckenberg und Bistum Münster nutzten. Seit den 1870er Jahren trägt der Gasthof den Namen Ortmeier; Rolf Ortmeier senior übernahm ihn 1949 nach sechsjähriger sowjetischer Kriegsgefangenschaft, sein Sohn Rolf junior baute ab 1978 das Thekengasthaus zur Erlebnisgastronomie um. Seit 1999 beherbergt das Haus zusätzlich ein Feuerwehrmuseum, und die Nachfolge übernehmen inzwischen Tochter Ellen und ihr Mann Ralf Hentschel.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 162 · Juni 2020

des Ladens mit Gottfried Reincke um 1950 sowie ein Foto der alten Linde vor dem Haus um 1938, die dem Gasthaus

des Ladens mit Gottfried Reincke um 1950 sowie ein Foto der alten Linde vor dem Haus um 1938, die dem Gasthaus
Quelle: Der Isselhorster

  • Juni 202040 Jahre Partnerschaft im Zeichen von Corona – Kirchenkreise Gütersloh und Kyerwa/Murongo in TansaniaSeit 40 Jahren besteht eine von Pfarrer Dr. Rainer Albrecht und Superintendent Apollo Ntimba gegründete Partnerschaft zwischen dem Kirchenkreis Gütersloh und den tansanischen Kirchenkreisen Kyerwa und Murongo in der abgelegenen Karagwe-Region am Victoriasee. Die Isselhorster Landfrauen halfen einst mit, das Jugendausbildungszentrum Nkwenda (YFTC) mitzugründen und finanzieren es über ihren jährlichen Basar; dort nähen Schülerinnen nun Schutzmasken, von denen dank gesammelter Spenden bereits 5.000 an das Nyakahanga-Krankenhaus gespendet werden konnten. Da Gottesdienste in Tansania während Corona ausfallen, fehlt vielen Pastoren und Evangelisten, die sonst von Kollekten leben, jegliches Einkommen, während es zugleich keine staatlichen Hilfen gibt. Der Tansania-Ausschuss des Kirchenkreises Gütersloh ruft zu Spenden und neuen Mitstreitern für die Partnerschaftsarbeit auf.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 162 · Juni 2020

s zeigen unter anderem die Übergabe genähter Schutzmasken an das Nyakahanga Hospital sowie eine Frauengruppe i

s zeigen unter anderem die Übergabe genähter Schutzmasken an das Nyakahanga Hospital sowie eine Frauengruppe i
Quelle: Der Isselhorster

  • Juni 2020Nachruf Marga HanekeDie am 26. Februar 1928 in Tecklenburg geborene Lehrerin Marga Haneke, geborene Prigge, starb am 1. April 2020 in einem Pflegeheim in Lengerich. Sie unterrichtete ab 1953 zunächst in Holtkamp, ab 1961 in Hollen und schließlich ab 1977 in Isselhorst, bis sie 1979 heiratete und 1980 mit einer würdigen Abschiedsfeier aus dem Schuldienst verabschiedet wurde. Wilfried Hanneforth, der sie über seine Cousine Sigrid Lütkemeyer kennengelernt hatte, besuchte sie mehrfach in ihrem neuen Zuhause in Tecklenburg, unter anderem zu gemeinsamen Wanderungen zu den Dörenther Klippen, und zuletzt 2016 im Pflegeheim, wo sie über ihre Einsamkeit klagte. Frau Haneke hinterließ eine umfangreiche Fotodokumentation zum Um- und Anbau der Holtkämper Schule, die im Archiv des Dorf- und Heimatvereins liegt.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 162 · Juni 2020

Marga Haneke sowie ein Gruppenfoto einer gemeinsamen Wanderung mit Wilfried Hanneforth, Herrn Haneke, den Schw

Marga Haneke sowie ein Gruppenfoto einer gemeinsamen Wanderung mit Wilfried Hanneforth, Herrn Haneke, den Schw
Quelle: Der Isselhorster

  • Juni 2020AMPRION: Fundamente im Kirchspiel sind vorbereitetObwohl die Bürgerinitiative BISS seit 2014 gegen die geplante 380-kV-Höchstspannungsfreileitung klagt und Klage beim Bundesverwaltungsgericht Leipzig eingereicht hat, begann der Netzbetreiber Amprion im Frühjahr 2020 mit Bauarbeiten: 50 Zentimeter hoch stehendes Korn wurde für Baustraßen und Fundamentaushub für die über 80 Meter hohen Masten plattgewalzt. Dies geschah trotz einer früheren Ankündigung in Zeitungen, nicht vor einer Gerichtsentscheidung zu bauen – ein Vorgehen, das die BISS als Vertrauensbruch wertet, da vergleichbare Vorhabenträger wie Straßen.NRW beim Ausbau des Ostwestfalendamms auf die Gerichtsentscheidung warten. Über ihren Rechtsanwalt Dr. Rose bat die BISS das Bundesverwaltungsgericht um eine Beschleunigung des Verfahrens; eine Entscheidung stand zum Redaktionsschluss noch aus.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 162 · Juni 2020

s zeigen die Ausschachtung für Mast Nr. 13 vor der Brennerei Clüsener sowie Demontagearbeiten an der Holler Mü

s zeigen die Ausschachtung für Mast Nr. 13 vor der Brennerei Clüsener sowie Demontagearbeiten an der Holler Mü
Quelle: Der Isselhorster

  • Juni 2020Kaffeerösterei „necado“ mit Ausschank – eine weitere Manufaktur für IsselhorstAuf dem Gelände der früheren Elmendorfer Brennerei eröffnet David Brinkmann, der nach seinem BWL-Studium in München mit der Marke „necado“ (aus nero, caldo, dolce) Kaffeeerfahrung sammelte und dort einen der größten Händler für ökologisch verpackte E.S.E.-Kaffeepads aufbaute, Isselhorsts erste Kaffeerösterei mit Ausschank. Nach einjähriger Bauphase im früheren Lagerhaus der Kornbrennerei entsteht dort eine kleine Kaffeeinsel mit individuell gefertigtem Röstofen, dessen Rohkaffee von einem Bremer Lieferanten stammt, der die Anbauer persönlich kennt. Zunächst soll der Ausschank werktags zwischen 7 und 9 Uhr mit Croissants und italienischen Süßwaren stattfinden; künftig plant Brinkmann auch den Verkauf auf dem Wochenmarkt und mobile Kaffeeausschank-Angebote. Der gebürtige Sennestädter ist bereits Mitglied der Isselhorster Werbegemeinschaft.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 162 · Juni 2020
  • Juni 2020Corona-Zeit in IsselhorstDer Dorf- und Heimatverein blickt im Juni 2020 auf die ersten Corona-Monate zurück und dokumentiert ungewöhnliche neue Aktivitäten: Landfrauen, Schneidermeister und der AWO-Nähkurs nähten bunte Mundschutzmasken, während Kinder mangels Kita und Schule unerlaubt Baumhäuser, Buden und Hühnerställe in Isselhorster Gärten bauten. Die Firmen Bethlehem und Schröder spendeten der Grundschule eine mobile Waschanlage mit acht Handwaschbecken, deren Video auf Facebook 50.000-mal geteilt wurde, während Caritas und AWO eine Telefonkette für isolierte Menschen organisierten. Auch runde Geburtstage wurden anders gefeiert, etwa mit einem hupenden Autokorso für ein TVI-Mitglied, und die vier für Mai geplanten Hochzeiten in der Holtkämperei mussten auf das städtische Standesamt ausweichen oder wurden verschoben.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 162 · Juni 2020
  • August 2020Auftaktveranstaltung zum DorfentwicklungskonzeptAm 4. September 2020 startete in der Isselhorster Sporthalle die öffentliche Auftaktveranstaltung zum Dorfentwicklungskonzept, nachdem der Prozess bereits mit einem Dorfrundgang am 19. Juni begonnen hatte. Alle Bürgerinnen und Bürger waren eingeladen, ihre Ideen zur künftigen Entwicklung Isselhorsts einzubringen, begleitet von einem eigens erstellten Hygienekonzept wegen Corona. Organisiert wurde der Abend vom Planungsbüro ARGE Dorfentwicklung mit Herrn Lüdeling, Herrn Jung und Frau Cron. Ergänzend konnten die Bürger ab dem 14. August auch online an einer Befragung teilnehmen oder einen Papierfragebogen ausfüllen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 163 · August 2020
  • August 2020Erste Gütersloher Schokofahrt: Mit dem Rad von Amsterdam nach IsselhorstAm 17. Juli 2020 trafen Daphne und Bastian Seehaus aus Avenwedde sowie die Isselhorster Anette und Ingold Klee erschöpft, aber glücklich mit ihren Fahrrädern am Weltladen in Gütersloh ein. Die vier hatten zuvor 60 Kilogramm fair gehandelte Schokolade, hergestellt aus per Segelschiff aus der Karibik verschifften Kakaobohnen, in Amsterdam abgeholt und emissionsfrei nach Gütersloh transportiert. Ohne das Lastenrad GUSTAF des ADFC wäre der Transport der schweren Kartons mit nur drei eigenen Rädern nicht möglich gewesen. Die 670 Kilometer lange Tour dauerte 6,5 Tage und war trotz Gegenwind und Regen ein voller Erfolg; die Schokolade war im Weltladen innerhalb weniger Tage ausverkauft.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 163 · August 2020
  • August 2020Autokorso statt Abschlussfeier: Verabschiedung der Viertklässler in CoronazeitenWeil wegen des Lockdowns weder die traditionelle Dümmerfahrt noch die üblichen Abschlussfeste stattfinden konnten, ließen sich die Lehrerinnen und Erzieherinnen der Grundschule Isselhorst am 26. Juni 2020 einen Autokorso über den mit Girlanden der jüngeren Klassen geschmückten Schulhof einfallen. Nacheinander fuhren die Kinder der drei vierten Klassen mit ihren Eltern vor, nahmen mit Mundschutz ihre Zeugnisse und Präsente entgegen und verabschiedeten sich von ihren Lehrerinnen. Mit Gesang, Musik und lautem Hupen wurden die Klassen 4a, 4b und 4c so nacheinander in die Sommerferien verabschiedet. Die Lehrerinnen Salisa Finhold, Uschi Sürig und Alexandra Blattner betreuten die Kinder bei diesem ungewöhnlichen, aber einmaligen Abschied.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 163 · August 2020

s der Grundschule Isselhorst: geschmückte Autos auf dem Schulhof sowie Porträt der Lehrerinnen der vierten Kla

s der Grundschule Isselhorst: geschmückte Autos auf dem Schulhof sowie Porträt der Lehrerinnen der vierten Kla
Quelle: Der Isselhorster

  • August 2020Sparkassengeschäftsstelle Isselhorst nach Umbau wiedereröffnetNach rund zehnmonatiger Bauzeit wurde die Geschäftsstelle der Sparkasse Gütersloh-Rietberg in Isselhorst Ende Juli 2020 fertiggestellt und wiedereröffnet, während das Team zuvor in der Geschäftsstelle Avenwedde-Bahnhof ausgeholfen hatte. Die Baumaßnahme umfasste neben der Kernsanierung der Geschäftsstelle an der Haller Straße auch den Bau eines Mehrfamilienhauses mit acht Wohneinheiten. Vorstandsvorsitzender Kay Klingsieck bezifferte die Investition der Sparkasse in Isselhorst auf rund 4 Millionen Euro und kündigte an, als Nächstes die Sanierung der Geschäftsstelle Harsewinkel anzugehen. Wegen Corona und der gleichzeitigen Bauarbeiten an der Haller Straße wurde auf eine große Eröffnungsfeier verzichtet.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 163 · August 2020
  • August 2020Das Kriegerdenkmal – zwischen Trauer, Heldengedenken und Opfermythos (Teil 1)Dr. Siegfried Bethlehem schildert die Entstehung des Isselhorster Kriegerdenkmals im Zuge des Denkmalsbooms nach der Reichsgründung 1871: Der Obelisk mit Kaiserrelief und Reichsadler wurde 1898 auf dem eigens benannten Denkmalplatz errichtet und ersetzte ein schlichteres Denkmal auf dem Friedhof. Die erste Gedenktafel nannte elf Gefallene der Einigungskriege gegen Dänemark, Österreich und Frankreich; die feierliche Einweihung am 4. September 1898 mit Umzug der Vereine und anschließendem Volksfest wurde von der Neuen Gütersloher Zeitung als „großartige patriotische Feier“ gefeiert. Nach dem Ersten Weltkrieg kam 1922 eine weitere Tafel mit 72 Namen hinzu, deren Inschrift weiterhin heroisch von „verbliebenen Helden“ statt von Leid und Niederlage sprach.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 163 · August 2020

der Gedenktafel mit den Namen der Gefallenen von 1870/71

der Gedenktafel mit den Namen der Gefallenen von 1870/71
Quelle: Der Isselhorster

  • Oktober 2020Der gerettete Isselhorster Y-MeilensteinEin alter, an der B61 hinter der Upmann-Kreuzung fast vergessener und von Pflanzen überwucherter Meilenstein wurde von Hans-Georg Baumeister zusammen mit Karl-Theodor Mumperow gerettet: Mit maschineller Hilfe gruben sie den rund 1000 Kilogramm schweren Stein aus, restaurierten und bemalten ihn neu. Am 9. September 2020 wurde der „Isselhorster Y-Meilenstein“ an seinem neuen Standort zwischen Schenkenhof und Siekmann-Kreuzung feierlich eingeweiht, ergänzt um eine Info-Stele zur Geschichte. Da der Stein einst die Grenze zwischen den Landkreisen Wiedenbrück und Bielefeld markierte, nahmen Gäste aus beiden Kommunen sowie der Gütersloher Denkmalpfleger Herr Paschke an der Einweihung teil.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 164 · Oktober 2020
  • Oktober 2020Lutter-Klavier von Kindern der Buntspecht-Werkstattgruppe neu gestaltetDas Lutter- oder Brückenklavier, Teil des Isselhorster Skulpturenpfads im Wäldchen an der Isselhorster Straße gegenüber dem Friedhof, wurde von jungen Mitgliedern der Buntspecht-Werkstattgruppe aufwendig erneuert. Nachdem Anwohner die morschen Bohlen des Holzstegs ersetzt hatten, war der Gesamteindruck der „Klaviertasten“ verloren gegangen, sodass die alte aufgesprühte Klaviatur mit Drahtbürsten entfernt und durch einen eigens angefertigten Tastensatz aus Holz ersetzt wurde. Auch der Klangboden beziehungsweise Steg wurde gereinigt und aufgefrischt. Viele Spaziergänger lobten die Kinder für ihre Aktion, mit der die Projektgruppe „Natur trifft Kultur“ den Isselhorster Skulpturenpfad weiter pflegt.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 164 · Oktober 2020
  • Oktober 2020Skateranlage Isselhorst nach jahrelangem Kampf eröffnetSeit 2017 hatten Kinder, Jugendliche und Eltern für eine 20 mal 10 Meter große Skateranlage gekämpft, unter anderem durch Waffel- und Rucksackverkäufe; im Mai 2020 wurde die Anlage schließlich in Betrieb genommen. Aus dem Erlös der Verkäufe und privaten Spenden waren 500 Euro zusammengekommen, die ursprünglich für einen Sprayer-Workshop gedacht waren, der jedoch coronabedingt ausfiel. Stattdessen gestaltete ein Graffitikünstler im Auftrag des städtischen Grünflächenamts die Lärmschutzwand professionell, wobei auch der Isselhorster Esel als Motiv eingebunden wurde. Initiatorin Pamela Scheppeit freute sich, dass die kleine, aber feine Anlage im Sommer sehr gut angenommen wurde.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 164 · Oktober 2020
  • Oktober 2020On-Demand-Minibusse: Neues Mobilitätsangebot der Stadtwerke GüterslohMitte November 2020 startete das dreijährige, mit 3,2 Millionen Euro geförderte On-Demand-Angebot der Stadtwerke Gütersloh, das per App flexible Minibus-Fahrten ohne festen Fahrplan ermöglicht. Tagsüber soll der Dienst zunächst die Ortsteile Isselhorst, Avenwedde und Friedrichsdorf mit dem Bahnhof Isselhorst-Avenwedde verbinden, abends und an Sonn- und Feiertagen das gesamte Kerngebiet der Stadt abdecken. Zum Einsatz kommen drei Minibusse mit mindestens Hybridantrieb, sogenannte London-Cabs, von denen eines rollstuhltauglich ist; die Preise orientieren sich am Stadtbustarif zuzüglich eines kleinen Service-Zuschlags. Zuvor hatten die Stadtwerke bereits ein E-Sharing-Auto und einen E-Motorroller in Isselhorst eingeführt.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 164 · Oktober 2020
  • Oktober 2020Über 1000 Verbesserungsvorschläge: Fakten zum DorfentwicklungskonzeptNach der Auftaktveranstaltung zog der Dorf- und Heimatverein eine erste Bilanz: Über 300 Fragebögen waren abgegeben oder online ausgefüllt worden, eine für die Rücklaufquote überdurchschnittliche Beteiligung von rund 10 Prozent. 120 Teilnehmende hatten trotz coronabedingt eingeschränkter Kapazität an der Auftaktveranstaltung in der Sporthalle teilgenommen und dabei über 1000 Post-its mit Stärken, Schwächen und Lösungsvorschlägen für Isselhorst verfasst. Anschließend diskutierten die Anwesenden an Themen-Arbeitstischen zu Wirtschaft, Soziales und Umwelt weiter, ehe das Büro ARGE Dorfentwicklung alle Post-its systematisch sortierte. Der nächste Isselhorster sollte am 27. November über die weitere Arbeitsstruktur berichten.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 164 · Oktober 2020
  • November 2020Haller Straße nach monatelanger Sperrung wieder befahrbarAm Freitag, den 6. November 2020, brachten LKW im Kolonnenverkehr dampfenden Asphalt zur Fertigstellung der Haller Straße, sodass die Arbeiter der Firma Asphalt-Kleemann bei nur fünf Grad Außentemperatur die Fahrbahndecke zügig aufbringen konnten. Damit war die lange gesperrte Hauptstraße Isselhorsts wieder durchgehend befahrbar, wenn auch Restarbeiten an Bürgersteigen, Ampelanlage und Markierungen noch ausstanden. Der Isselhorster kommentierte, dass es terminlich hervorragend geklappt habe, obwohl viele Einschränkungen ertragen werden mussten. Für die Anlieger am Haverkamp und am Goldweg, die während der Bauzeit als Umleitung dienten, bedeutete das Bauende eine spürbare Erleichterung.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 165 · November 2020
  • November 2020Stadtälteste aus dem Kirchspiel: Über 100 Jahre Ratserfahrung verabschiedetSeit der kommunalen Gebietsreform 1970 stellte Isselhorst durchgehend ehrenamtliche Ratsmitglieder; anlässlich der 50-jährigen Wiederkehr der Eingemeindung wurden nun mehrere langjährige Ratsmitglieder verabschiedet. Am längsten saß Dr. Siegfried Bethlehem (SPD) mit 31 Jahren im Rat, zuletzt als Vorsitzender des Umweltausschusses; auch Hans-Peter Rosenthal und Thomas Ostermann gehörten über 20 Jahre dem Rat an und dürfen sich künftig „Stadtälteste“ nennen. Zuvor hatte nur der 2020 verstorbene Helmut Lütkemeyer mit 29 Jahren im Rat und zusätzlichen sechs Jahren im Gemeinderat sowie als Ortsvorsteher von 1970 bis 1984 eine ähnlich lange Amtszeit vorzuweisen. Der Dorf- und Heimatverein profitiert nun davon, dass die Stadtältesten mehr Zeit für die Vereinsarbeit haben.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 165 · November 2020
  • November 202043. Weihnachtsmarkt fällt Corona zum OpferNach der bereits abgesagten Isselhorster Nacht, der Dorfkirmes und dem Antik- und Trödlermarkt musste auch der Isselhorster Weihnachtsmarkt 2020 als letzte große Veranstaltung der Werbegemeinschaft ausfallen, obwohl im Sommer noch über alternative Platzierungskonzepte für Stände und Hütten nachgedacht worden war. Als Ersatz unterstützte die Werbegemeinschaft die Initiative einiger Kunsthandwerker und Aussteller, die einen Weihnachtsladen in Mumperows alter Mühle einrichteten, teils mit Ständen, die sonst auf dem Weihnachtsmarkt in der Festhalle vertreten gewesen wären. Auch Nirgüls beliebter Adventskalender konnte aus Infektionsschutzgründen nicht stattfinden. Felix Krull von der Werbegemeinschaft wünschte den Isselhorsterinnen und Isselhorstern trotzdem eine schöne und vor allem gesunde Adventszeit.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 165 · November 2020
  • November 2020Öko-Werk im Dorf- und Heimatverein gegründetIm Rahmen der Erarbeitung des Dorfentwicklungskonzeptes gründete sich der offene Arbeitskreis „Öko-Werk“, der vereins- und organisationsübergreifend Projektideen aus den Themenfeldern Natur, Landschaft, Artenschutz und Klimafolgen bündeln und in konkreten Maßnahmen umsetzen will. Geplant sind unter anderem Baum- und Heckenpflanzungen, Pflegemaßnahmen in Biotopen, Pflanzentauschbörsen und Dorfsäuberungsaktionen. Als erstes konkretes Projekt im Bereich Artenschutz soll „Rettet den Spatz“ möglichst viele Menschen im Kirchspiel einbeziehen, wobei der genaue Start wegen Corona zunächst auf das Frühjahr 2021 verschoben werden musste. Interessierte konnten sich bei Henner Schröder oder Hans-Heinrich Hölscher melden.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 165 · November 2020
  • November 2020Weihnachten vor 70 Jahren: Krippenbau im Schweinestall und die Bescherung am ersten FeiertagSiegfried Kornfeld erinnert sich an die Adventszeit seiner Kindheit in einer streng evangelischen Gütersloher Familie, in der am vierten Advent mit dem Fahrrad Moos für die Weihnachtskrippe in der Niehorster Heide gesammelt wurde, während der Vater heimlich einen Wacholderzweig schnitt. Damit die Krippe, die von den Kindern jedes Jahr um- und ausgebaut wurde, den Eltern eine Überraschung blieb, arbeiteten die Kinder heimlich im Schweinestall daran, unter anderem an einer elektrischen Beleuchtung für Hirtenfeuer und Laternen. Die Bescherung fand nicht am Heiligabend, sondern erst am ersten Weihnachtstag morgens um acht Uhr statt und wurde vom Vater streng nach der Ordnung eines Gottesdienstes mit Liedern, Bibellesung und Ansprache zelebriert. Erst danach durften die Kinder ihre Geschenke auspacken, mussten aber zuvor auswendig eine mindestens dreistrophige Choralstrophe vortragen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 165 · November 2020

2021 – 2022

Ein Dorf in bewegten Zeiten

  • Februar 2021Nirgül startet 2022 „Europas Künstlerweg“ von Isselhorst aus zu FußDie Isselhorster Künstlerin Nirgül Kantar-Dreesbeimdieke plant ab April 2022 ein europaweites Kunstprojekt: Innerhalb von 84 Tagen will sie jeden zweiten Tag eine Strecke von 42 Kilometern zurücklegen, beginnend mit dem Ziel Châteauroux in Frankreich, gefolgt von Etappen in den Folgejahren nach Falun (Schweden), Broxtowe (England) und Grudziądz (Polen) über insgesamt 1764 Kilometer. Für jede Etappe können sich fünf Künstlerinnen oder Künstler bewerben, die an Anlaufpunkten ihre Kunst präsentieren; ihr Mann Stephan begleitet sie auf dem Fahrrad. Das Projekt ist mit dem „C-City“-Kulturnetzwerk Güterslohs und seiner Partnerstädte verknüpft, das der Gütersloher Kulturausschuss unterstützt, und soll ab 2025 in feste Kunst- und Konzertformate münden.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 166 · Februar 2021
  • Februar 2021Feuerschutzraum für das Vereinsarchiv in der HoltkämpereiWeil das Archiv des Dorf- und Heimatvereins mit seinen historischen Dokumenten aus allen Nähten platzte und der ungedämmte, staubige Dachboden der Holtkämperei keinen sicheren Lagerort bot, ließ der Verein dort ein feuerhemmendes Raum-in-Raum-System der Firma Knauf einbauen. Nach statischer Prüfung des rund drei Tonnen schweren Systems und Baugenehmigung transportierten Helfer im November 2020 das Material mit einem Hubsteiger auf den Dachboden; die Firma Bethlehem errichtete den Raum, die Firma Plaßmann strich ihn anschließend. Das rund 2,20 mal 4,80 Meter große Projekt wurde durch das Land NRW gefördert und bietet nun sicheren Platz für Ordner, Bilder und weitere Archivalien.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 166 · Februar 2021
  • Februar 2021Baumpflanzaktion in der Hambrinker Heide zum Tag des BaumesAm 28. Dezember 2020 pflanzte eine kleine Gruppe des neuen Öko-Werks um Rainer Bethlehem und den ausgebildeten Förster Markus Rübsamen 275 Setzlinge – darunter Eichen, Haselnuss, Faulbaum, Kornelkirsche und Holunder – auf einer zuvor identifizierten Brachfläche in der Hambrinker Heide. Das geschnittene Strauchwerk wurde nicht abgefahren, sondern zu einer Totholzhecke aufgeschichtet, die künftig kleinen Lebewesen Unterschlupf bieten soll. Nach gut 3,5 Stunden hatten die acht Helferinnen und Helfer ihr Tagewerk erschöpft, aber glücklich vollbracht; ein Kollege von Markus Rübsamen aus dem Naturschutz stellte die Baumsetzlinge kostenlos zur Verfügung. Zusätzlich pflanzte die Firma Schreiber am Spielplatz Krullsbachaue eine Eiche und zwei Silberlinden als neue Schattenspender.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 166 · Februar 2021
  • Februar 2021Wat ist'm doch mangsen 'n Stoffel: Der vertauschte AutoschlüsselSiegfried Kornfeld erzählt auf Platt und Hochdeutsch eine Anekdote aus dem eigenen Alltag: Nachdem sein älteres Auto nach einer Elektronikreparatur bei Milsmann in Niehorst wieder in Ordnung war, blieb der Wagen auf dem Parkplatz bei Edeka-Frenser plötzlich verschlossen, weil er versehentlich den Schlüssel des falschen, baugleichen Zweitautos benutzte. Weder der Notschlüssel noch der Zweitschlüssel des Schwiegersohns halfen, sodass Milsmann für den nächsten Morgen ein Abschleppen ankündigte; erst zu Hause bemerkte Kornfeld beschämt seinen Irrtum und öffnete die Tür mit dem richtigen Schlüssel. Wenige Tage später fand er bei der Volksbank einen 10-Euro-Schein auf dem Boden und gab ihn als Fundsache ab – am nächsten Tag musste ihm die Bank anhand der Überwachungskamera mitteilen, dass er das Geld selbst verloren hatte. Kornfeld gesteht, sich gleich zweimal hintereinander tüchtig geschämt zu haben.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 166 · Februar 2021
  • Februar 2021Dorf- und Heimatverein erhält ersten Gütersloher HeimatpreisDie Stadt Gütersloh vergab 2020 erstmals einen Heimatpreis, für den Bürgerinnen und Bürger Vereine vorschlagen konnten; Vereinsmitglied und Brennereibesitzer Otto Clüsener schlug dafür den Dorf- und Heimatverein Isselhorst vor. Eine Jury lobte besonders, dass sich der Verein trotz seines Namens nicht als reiner „Museumsverein“ verstehe, sondern zukunftsorientiert arbeite, etwa mit dem Stelen-Projekt und dem laufenden Dorfentwicklungskonzept. Von den 5000 Euro Preisgeld entschied die Jury, 3000 Euro an den Dorf- und Heimatverein zu vergeben, der das Geld voraussichtlich in das Sonnensegel am Krullsbachaue-Spielplatz und das Artenschutzprojekt „Rettet den Spatz“ investieren wird. Die eigentliche Preisverleihung musste coronabedingt verschoben werden.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 166 · Februar 2021
  • März 2021Schwerpunkt: Alt werden und alt sein in IsselhorstDer Isselhorster widmete seine Ausgabe dem Älterwerden im Kirchspiel und zog dafür den Familienbericht der Stadt Gütersloh heran: Rund 6200 Menschen leben im Sozialraum Isselhorst, davon etwa 1300 oder 21 Prozent sind 65 Jahre und älter, ein im Stadtvergleich überdurchschnittlicher Anteil. Der Anteil der Seniorenhaushalte liegt mit knapp 27 Prozent ebenfalls über dem Durchschnitt, wobei in Isselhorst mehr Seniorinnen und Senioren in Paarhaushalten als in Einzelhaushalten leben, was Vereinsamung vorbeugt. Wirtschaftlich stehen die Isselhorster Senioren mit 2,1 Prozent Grundsicherungsempfängern besser da als der städtische Durchschnitt von 3,5 Prozent, wenngleich dieser Anteil hier stärker zunimmt. Der Beitrag beleuchtet zudem, wie sich Gelassenheit im Alter lernen lässt und welche Ehrenamts- und Freizeitangebote es vor Ort gibt.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 167 · März 2021
  • März 2021Rettet den Spatz: Großes Artenschutzprojekt startet in IsselhorstUnter Federführung des Dorf- und Heimatvereins soll in den kommenden dreieinhalb Jahren im Projekt „Rettet den Spatz – jeder Spatz zählt“ der Schutz von Haus- und Feldsperling wissenschaftlich begleitet werden; Haussperlinge stehen auf der Vorwarnliste, Feldsperlinge gelten bereits als gefährdet. Während der Haussperling vor allem unter moderner, dichter Gebäudedämmung ohne Schlupfwinkel leidet, fehlen dem Feldsperling große Obst- und Nutzgärten sowie ausreichend Insektennahrung – die sogenannte „Krefeldstudie“ hatte einen Insektenschwund von fast 80 Prozent in Naturschutzgebieten belegt. Geplant sind Schulungen für Kitas und Grundschule, der Bau von Nisthilfen in Familien sowie eine von der Biologischen Station geschulte Gruppe von 30 ehrenamtlichen Spatzenzählern. Die Finanzierung über die Umweltstiftung Gütersloh war zu Redaktionsschluss noch nicht gesichert, für den Bielefelder Ortsteil Holtkamp wird zusätzlich um Spenden gebeten.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 167 · März 2021

eines Doppelnistkastens für Haussperling und Nest des Feldsperlings aus „Lebendiges Isselhorst“, Mai 1988

eines Doppelnistkastens für Haussperling und Nest des Feldsperlings aus „Lebendiges Isselhorst“, Mai 1988
Quelle: Der Isselhorster

  • März 2021Höchstspannungstrasse: Bundesverwaltungsgericht weist BISS-Klage abAm 16. März 2021 wies das Bundesverwaltungsgericht in Leipzig die Klage der Bürgerinitiative BISS gegen die Höchstspannungsfreileitung von Halle nach Gütersloh ab, da der Antrag des Vorhabenträgers AMPRION formal der geltenden Rechtslage entspreche. Die Initiative hatte unter anderem die Gesundheitsgefährdung durch elektromagnetische Felder moniert, da der in Deutschland zulässige Vorsorgewert der WHO um das 300-Fache überschritten werden dürfe, und kritisierte, dass eine Erdverkabelung nie ernsthaft geprüft worden sei. Nach sieben Jahren Kampf, unzähligen Eingaben und einer coronabedingt maskenpflichtigen Verhandlungsreise nach Leipzig zeigte sich BISS „unendlich traurig“, den Bau der auf 80 bis 100 Jahre angelegten Masten nicht verhindert zu haben. Die Bürgerinitiative dankte allen Unterstützern, die die Klage mitfinanziert hatten.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 167 · März 2021
  • März 2021Historische Schuhmacherwerkstatt zieht von Holtkamp nach Shanghai umDie von Schuhmachermeister Günter Karmann über Jahrzehnte zusammengetragene museale Schusterwerkstatt, zuletzt im Heimatmuseum Holtkamp untergebracht, musste nach dessen Auflösung 2018 einen neuen Standort finden, nachdem Anfragen bei mehreren Heimatmuseen erfolglos blieben. Karmann, der 1960 als 24-jähriger Meister sein Schuhgeschäft an der Haller Straße eröffnet hatte, gab immerhin einen Teil der Sammlung an den Heimatverein Brackwede ab, ehe sich über einen Presseartikel eine in Deutschland lebende Chinesin meldete, die für eine Firma in Shanghai arbeitet. Ein LKW verlud schließlich die komplette historische Schusterwerkstatt für den Transport nach Shanghai, wo sie Teil des Konzepts einer großen Shopping Mall wird, die deutsche Handwerkstraditionen zeigt. Ebenso trat die von Karmann mitbetreute Schneiderwerkstatt von Fritz Schröder die Reise nach China an.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 167 · März 2021

s von Günter Karmann in seiner historischen Schusterwerkstatt sowie mit der chinesischen Käuferin (Fotos: G. K

s von Günter Karmann in seiner historischen Schusterwerkstatt sowie mit der chinesischen Käuferin (Fotos: G. K
Quelle: Der Isselhorster

  • März 2021Petroleum im Osterfeuer: Eine gefährliche Kinderidee der NachkriegszeitSiegfried Kornfeld erinnert sich, wie er als Kind um 1950 mit der Nachbarschaft wochenlang mit Bollerwagen Zweige für das Osterfeuer sammelte, um es größer als das der rivalisierenden Kinder vom nahen „Knufinken Hof“ zu machen. Um das eigene Feuer noch spektakulärer brennen zu lassen, verabredeten die Kinder heimlich, mehrere volle Ein-Liter-Petroleumflaschen im Holzhaufen zu verstecken und am Ostersonntag mit anzuzünden. Ein aufmerksamer Nachbar bemerkte jedoch rechtzeitig die versteckten Flaschen und ließ das Feuer erst entzünden, nachdem alle geborgen waren, sodass am Ende nichts passierte. Kornfeld erzählt die Geschichte sowohl auf Hochdeutsch als auch auf Plattdeutsch als Beispiel für kindlichen Übermut in der Nachkriegszeit.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 167 · März 2021
  • Mai 2021Neue Serie: Der restaurierte Opel Blitz von Otto ClüsenerMit dieser Ausgabe startet der Isselhorster eine neue Serie über Oldtimer im Kirchspiel, den Auftakt macht der von Otto Clüsener zweijährig restaurierte Opel-Blitz-1,75-Tonner-Schnelllastwagen, Baujahr 1949, den er von einem Sammler aus Düsseldorf erwarb. Bei der Restaurierung mit Unterstützung seines Freundes Paul-Hermann Huxohl legte Clüsener größten Wert auf Detailtreue, etwa historisch korrekte Schlitzschrauben statt moderner Torx-Schrauben und eine originale Anhängerkupplung, die bereits 1967 im Kfz-Brief eingetragen war. Die Fahrzeugbeschriftung orientiert sich an einer erhaltenen Rechnung der Firma Gebr. Clüsener, dem Betrieb von Otto Clüseners Urgroßvater und dessen Bruder. Die Redaktion kündigte an, in den kommenden Ausgaben weitere Oldtimer und ihre Besitzer im Kirchspiel vorzustellen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 168 · Mai 2021

s des restaurierten Opel Blitz auf dem Hof der Brennerei Clüsener in Hollen (Fotos: Stephan & Susanne Sandkühl

s des restaurierten Opel Blitz auf dem Hof der Brennerei Clüsener in Hollen (Fotos: Stephan & Susanne Sandkühl
Quelle: Der Isselhorster

  • Mai 2021Heimatpreis-Übergabe: Dorf- und Heimatverein und Spexarder Schützen geehrtAm 28. April 2021 wurden der Dorf- und Heimatverein Isselhorst als erster Preisträger mit 3000 Euro und die Schützenbruderschaft St. Hubertus Spexard als zweiter Preisträger mit 2000 Euro des neuen Gütersloher Heimatpreises im Rathaus persönlich geehrt, nachdem die ursprünglich für Dezember 2020 geplante Verleihung coronabedingt verschoben worden war. Vorgeschlagen worden war der Dorf- und Heimatverein von seinem Mitglied Otto Clüsener; Rat, Kulturausschuss und Jury hatten dem einstimmig zugestimmt. Im Anschluss an die Urkundenübergabe erkundigten sich Bürgermeister Norbert Morkes und die Fachbereichsleitung Kultur in entspannter Atmosphäre nach der Vereinsarbeit vor Ort in Isselhorst und Spexard. Morkes betonte zum Abschluss, die Türen der Stadt stünden für Anliegen der Vereine offen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 168 · Mai 2021
  • Mai 2021Naturkleinod in Gefahr: Der Lutterweg braucht SchutzDer beliebte Wanderweg entlang der Lutter zwischen Haller Straße und Holler Straße wird durch Corona-bedingtes „Waldbaden“ so stark frequentiert wie nie, während gleichzeitig Sommerdürren der Jahre 2018 und 2019 den Boden ausgetrocknet haben und mit jedem umstürzenden Baum die Ufer weiter erodieren. Die Redaktion sprach dazu mit Dirk Buddenberg, Leiter des Fachbereichs Grünflächen der Stadt Gütersloh, der klarstellte, dass der Lutterweg rechtlich nur als „Wanderweg“ und nicht als öffentliche Grünfläche gilt, weshalb Nutzer mit waldtypischen Gefahren wie Baumwurzeln rechnen müssten. Für das zweite Halbjahr 2021 ist immerhin eine Wegsanierung mit Ausbesserung der Senken geplant, zudem soll am Wanderparkplatz an der Holler Straße ein weiterer, regelmäßig geleerter Abfallbehälter aufgestellt werden. Buddenberg zeigte sich offen für einen konstruktiven Dialog mit den privaten Anliegern, denen die Wegepflicht laut einem Schreiben von 1975 obliegt.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 168 · Mai 2021
  • Mai 2021Uraltes Ackerland entdeckt: Plaggenesch-Boden bei der Bebauung KrullsbachaueBei den Vorarbeiten zum dritten Bauabschnitt des Baugebiets Krullsbachaue, der laut Ratsbeschluss erst fünf Jahre nach Beginn der ersten beiden Abschnitte begonnen werden durfte, stießen die Bagger auf eine mehr als 50 Zentimeter mächtige schwarze Ackerkrume. Ortshistorikerin Renate Plöger bestätigte, dass auf der einstigen Fläche des kleinen Hofes Jaspers seit etwa 1500 Ackerbau betrieben wurde; die ungewöhnliche Bodenmächtigkeit und die uhrglasförmige Wölbung der Fläche deuten auf einen sogenannten „Plaggenesch“ hin, der durch jahrhundertelanges Aufbringen von mit Tierkot vermischten Heideplaggen entstand. Da man von etwa einem Millimeter Bodenauflage pro Jahr ausgeht, belegt die 50 Zentimeter dicke Schicht über 500 Jahre Plaggenwirtschaft. Der Archäologiebeauftragte der Stadt Gütersloh, Johannes B. Glaw, bestätigte die Vermutung und kündigte weitere Untersuchungen an, da Plaggenesch-Böden mancherorts als Bodendenkmal geschützt werden.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 168 · Mai 2021
  • Mai 2021Nachruf: Anneliese Ortmeier, 95 Jahre, Wirtin des Gasthofs Zur LindeIm hohen Alter von 95 Jahren verstarb die bekannte Isselhorster Gastwirtin Anneliese Ortmeier, die im November 1945 aus Oesterweg als Hilfe für die Familie ihres späteren Schwiegervaters nach Isselhorst gekommen war und ihn erst nach dessen Rückkehr aus russischer Kriegsgefangenschaft heiraten konnte. Gemeinsam mit ihrem Mann baute sie den Gasthof samt angeschlossener Bäckerei und Lebensmittelladen, der ab 1958 im heutigen Feuerwehrmuseum untergebracht war, in den Wirtschaftswunderjahren zu einem florierenden Betrieb aus, während sie sich vor allem um Haushalt und Laden kümmerte. 1978 stieg Sohn Rolf junior als Küchenmeister in den Familienbetrieb ein, und nach dem Tod ihres Mannes 2010 fiel es Anneliese Ortmeier schwer, sich ganz aus dem Alltag der Gastwirtschaft zurückzuziehen. Zu ihrem 90. Geburtstag konnte sie sich noch einmal über ein volles Haus und zahlreiche Kontakte zu Familie und Freunden freuen, ehe Alter, Krankheit und die Pandemie ihr Leben zunehmend einschränkten.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 168 · Mai 2021
  • August 2021Landes-Heimat-Preis NRW für den Dorf- und HeimatvereinNach dem Heimatpreis der Stadt Gütersloh im Vorjahr wurde der Dorf- und Heimatverein Isselhorst 2021 mit dem Landes-Heimat-Preis NRW als „beispielhafter Verein“ ausgezeichnet, verbunden mit einem Preisgeld von 4000 Euro. Die Jury lobte das ganzheitliche Engagement des Vereins mit seinen sechs Abteilungen, etwa beim Dorfentwicklungskonzept 2030 und bei der Aufarbeitung der lokalen Geschichte. Die geplante feierliche Verleihung durch NRW-Heimatministerin Ina Scharrenbach in der Isselhorster Festhalle musste kurzfristig ausfallen, weil die Ministerin wegen der Flutkatastrophe in den Hochwassergebieten verhindert war. Die 40 geladenen Gäste trafen sich stattdessen zu einem informellen Themenaustausch mit Bürgermeister Morkes und Vertretern aus Bund, Land und Kommune.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 169 · August 2021
  • August 2021Patenprojekt Kiliyanur in der zweiten Corona-WelleDer Dorf- und Heimatverein unterstützt seit Jahren ein Patenprojekt im südindischen Dorf Kiliyanur, dessen Kindertagesstätte während des zweiten großen Corona-Lockdowns in Indien bis zum 10. Juni geschlossen war. Den Kindern des angrenzenden Hüttendorfes fehlte dadurch das regelmäßige Mittagessen, da ihre Eltern als Tagelöhner bei fehlender Arbeit nichts verdienen. Die Mitarbeiterinnen der Einrichtung nutzten die Zeit, um Kokosnüsse zu verkaufen, Besen herzustellen und Handarbeiten wie Tischdecken und Körbe anzufertigen, und besuchten die Familien mit Ratschlägen zum Corona-Schutz. Zusätzlich wurden Tüten mit Lebensmitteln, Masken und Desinfektionsmitteln verteilt.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 169 · August 2021
  • August 2021Die Grünhelme bauen Hochbeete für Flüchtlingsfamilien in NiehorstSimon Bethlehem, aktives Mitglied der Hilfsorganisation Grünhelme (2003 von Rupert Neudeck und Aiman Mazyek gegründet), organisierte mit jungen Bauhandwerkern ein Wochenende in Rainer Bethlehems Garten. Gemeinsam wurden vier Hochbeete gezimmert, zwei davon aus alten, mit Holz verkleideten Badewannen auf Rollen, die später besonderen Kinderspaß bereiteten. Rainer Bethlehem brachte die Hochbeete anschließend zu den Flüchtlingsfamilien im Lütgertweg in Niehorst, wo Eltern und Kinder mit Feuereifer beim Bepflanzen halfen. Ermöglicht wurde die Aktion durch eine großzügige Spende der Caritas Blankenhagen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 169 · August 2021
  • August 2021Ein Schutzgatter für die kranken Linden am KirchplatzDie Hitzejahre 2018/2019 verursachten an den Südwestseiten der jungen Lindenbäume auf dem Isselhorster Kirchplatz schwere Sonnenbrandschäden, weil die Pflasterung während der Sommermonate zusätzliche Hitze abstrahlt. Bei einem Auswahlwochenende der Grünhelme entstand daher ein testweise aufgestelltes Schutzgatter aus halbierter Baustahlmatte mit Lärchenholzbrettern, das die Stämme beschattet und die Pflasterung um den Baum herum öffnet. Ziel ist zusätzlich der Schutz vor Bodenverdichtung, eine Bepflanzung der Baumscheibe mit dorftypischen Blühstauden und die Verbesserung der Wasserspeicherfähigkeit des Bodens. Die Akzeptanz in der Bevölkerung liegt derzeit bei geschätzt 50 Prozent dafür und 50 Prozent dagegen, ohne Maßnahme drohen aber weitere Schäden bis zum Absterben der Linden.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 169 · August 2021
  • August 2021Schuhmachermeister Günter Karmann und sein Karmann-Ghia-CabrioletDer 85-jährige Günter Karmann betrieb 56 Jahre lang das gleichnamige Schuhhaus an der Haller Straße und engagierte sich zugleich in Werbegemeinschaft und Heimatverein. Sein ganzer Stolz ist ein rotes VW Karmann-Ghia Cabriolet (Typ 14, Baujahr 1968) mit 1,5-Liter-Motor, das größtenteils bei der Firma Karmann in Osnabrück gebaut wurde. Seine Liebe zu Oldtimern entstand schon in der Jugend, als er mit einem Nachbarn aus zwei alten Motorrädern ein eigenes Fahrzeug baute, mit dem die beiden sogar eine Verfolgungsjagd mit der Polizei durch die Steinhäger Heide lieferten. Mit seinem Cabriolet nahm er an zahlreichen Oldtimertreffen teil und gewann einen Pokal für die schönste Innenausstattung.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 169 · August 2021
  • August 2021Das Lutterhochwasser von 1946 vor 75 JahrenVor 75 Jahren, am 8. und 9. Februar 1946, ließ ein neuntägiger Dauerregen mit 125 Millimeter Niederschlag an zwei Tagen die Lutter über die Ufer treten. Das Überflutungsgebiet reichte von Ummeln bis in den tiefer gelegenen Ortskern von Isselhorst und betraf eine Fläche von bis zu einem Quadratkilometer; Ortmeyers Gasthaus stand bis zu 60 Zentimeter unter Wasser. Eine Zeitzeugin berichtet, wie das Wasser zwischen Mühle Sundermann und Gärtnerei Kollhörster über den Meierhof durch die Deele des Mühlenhauses strömte und dort rund 40 Zentimeter hoch stand; es dauerte fast ein halbes Jahr, bis die Wohnung wieder trocken war. Angesichts der Flutkatastrophen des Sommers 2021 warnt der Artikel vor einer „Katastrophendemenz“ und mahnt zu neuen Hochwasserschutzkonzepten.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 169 · August 2021

Historische Aufnahme der überfluteten Haller Straße Richtung Steinhagener Straße

Historische Aufnahme der überfluteten Haller Straße Richtung Steinhagener Straße
Quelle: Der Isselhorster

  • Oktober 2021Bundesverdienstkreuz für Siegfried KornfeldSiegfried Kornfeld, Ehrenvorsitzender des Dorf- und Heimatvereins, erhielt am 23. September das Verdienstkreuz am Bande des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland für über ein halbes Jahrhundert ehrenamtliches Engagement. Landrat Sven-Georg Adenauer würdigte in seiner Laudatio die Vielschichtigkeit seines Wirkens als Landwirtschaftsmeister, Pädagoge, Kommunalpolitiker, Presbyter und Mitbegründer der Naturschule sowie seinen jahrzehntelangen Einsatz für die plattdeutsche Sprache. Bürgermeister Morkes erinnerte an persönliche Hilfe, die ihm Kornfeld vor 20 Jahren als Neuling im Stadtrat gegeben hatte. In seiner Dankesrede zeigte sich Kornfeld bescheiden und verwies auf den Psalm „Wir bringen unsere Jahre zu wie ein Geschwätz“ als seine Lebensmaxime.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 170 · Oktober 2021

Landrat Sven-Georg Adenauer und Bürgermeister Morkes gratulieren dem Ehepaar Kornfeld

Landrat Sven-Georg Adenauer und Bürgermeister Morkes gratulieren dem Ehepaar Kornfeld
Quelle: Der Isselhorster

  • Oktober 2021Isselhorst alive: Wiederbelebung des Dorfes nach 18 Monaten PauseAm 18. September 2021 feierten schätzungsweise mehr als 2000 Bürgerinnen und Bürger auf dem Kirchplatz das Bürgerfest „Isselhorst alive“ nach 18 Monaten kultureller und sozialer Einschränkungen. Organisiert von einem kleinen Team um Tina Kämpf mit Unterstützung von Bürgermeister Morkes, Volksbank, Sparkasse, Stadtmarketing und der Firma Hagedorn boten Posaunenchor, Shantychor, ein Rock-Orchester und der Turnverein ein buntes Bühnenprogramm, während ein riesiger Sandbereich für Kinder und eine Cocktailbar für Erwachsene sorgten. Im Nachgang wurden während der Veranstaltung gesammelte Spenden sowie 40 Tonnen des Sandes an die Flutopfer im Ahrtal beziehungsweise die Bevölkerung weitergegeben. Die Veranstaltung musste in nur zwei Monaten organisiert werden und wurde von den Beteiligten als voller Erfolg gewertet.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 170 · Oktober 2021
  • Oktober 202150 Jahre Mahnmal im Turm der Evangelischen KircheAm 14. November 1971 wurde im Turm der Evangelischen Kirche Isselhorst ein neues Mahnmal eingeweiht, nachdem der Ausbau der Haller Straße die Verlegung des alten Kriegerdenkmals nötig gemacht hatte. Das vom Künstlerehepaar Hartmann aus Rheda-Wiedenbrück gestaltete Ensemble aus neuer Bronzetür, transparenter Innentür und Kreuzfeldern für die Kriegsjahre 1914 bis 1945 kostete rund 76.000 DM, wovon die politische Gemeinde 65.000 DM trug. Anders als beim alten „Heldengedenken“ verzichtete man bewusst auf die Ehrentafeln des Kriegerdenkmals; die Kreuze sollten laut einem Zeitungsbericht von 1971 „nicht nur der Verstorbenen und Gefallenen gedenken, sondern zum Frieden mahnen“. Die Autoren merken kritisch an, dass die Gleichsetzung von Erstem und Zweitem Weltkrieg die unterschiedliche Schuldfrage damals nicht thematisierte.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 170 · Oktober 2021

Historische Aufnahme einer Kranzniederlegung im Kirchturm

Historische Aufnahme einer Kranzniederlegung im Kirchturm
Quelle: Der Isselhorster

  • Oktober 2021150 Jahre Friedhof IsselhorstDa der alte Kirchhof rund um die Kirche ab etwa 1800 wegen steigender Einwohnerzahl aus allen Nähten platzte, kaufte die Gemeinde 1871 unter Pfarrer Ringsdorff vom Meierhof Mumperow für 600 Reichstaler ein neues Gelände am Lutterwald, das am 11. Juni 1871 eingeweiht wurde. Die erste Bestattung war die einer 43-jährigen, an Tuberkulose verstorbenen Mutter von drei Kindern am 21. Juni 1871; die Belegung folgte zunächst der alten Hofgrößen-Hierarchie der Bauernschaften. Bis in die 1950er-Jahre wurden Verstorbene traditionell zu Hause aufgebahrt, ein Leichenbitter im Zylinder lud von Hof zu Hof zur Beerdigung ein, und der Sarg wurde per Pferdewagen zum Friedhof gebracht. Seit der Eröffnung der neuen Friedhofskapelle im November 1973 werden Verstorbene bis zur Bestattung in Kühlkammern aufgebahrt und die musikalisch begleiteten Fußmärsche zum Grab entfielen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 170 · Oktober 2021

Historischer Leichenwagen um 1950

Historischer Leichenwagen um 1950
Quelle: Der Isselhorster

  • Oktober 2021Vom hässlichen Entlein zum Pick-up-Unikat: der umgebaute Citroën 2CV1989 kauften Rainer Döring und Detlef Koschinski aus einer gemeinsamen Wohngemeinschaft einen jadegrünen Citroën 2CV, die in Frankreich als „Ente“ kultverehrte Limousine mit luftgekühltem Zweizylindermotor. Noch im selben Jahr bauten sie den Wagen zu einem Pick-up mit offener Ladefläche um und lackierten ihn himbeerrot, weil von einem zuvor lackierten Wohnmobil noch Farbe übrig war. 1993 übernahm Rainer Dörings Bruder Achim, längst von der 2CV-Leidenschaft infiziert, das Fahrzeug, das seither mehrfach den Besitzer wechselte und 2009 komplett restauriert wurde. Achim fährt seinen Pick-up bis heute auch im Winter, dann mit Fellmütze und Decke über den Knien, und lehnt mittlerweile jedes Verkaufsangebot ab.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 170 · Oktober 2021
  • Dezember 2021Zeitzeuge Heinrich Niedergassel: Kindheit 1945 mit Zwangsarbeitern und FliegeralarmDer 1936 geborene Heinrich Niedergassel erinnert sich im ersten Teil einer neuen Isselhorster Zeitzeugenreihe an seine Kindheit auf dem Hof seines Onkels Gustav am Haverkamp. Als Schulkind musste er sich bei Tieffliegeralarm hinter einer Hecke flach auf den Boden werfen, und er sah einmal ein brennendes amerikanisches Flugzeug über Brockhagen abstürzen, dessen gefangene Piloten vom NSDAP-Ortsgruppenleiter so misshandelt wurden, dass einer auf dem Weg ins Krankenhaus starb. Auf dem Hof arbeiteten ein polnischer und eine polnische Zwangsarbeiterin, die laut Niedergassel „menschlich einigermaßen gut“ behandelt wurden; andernorts kam es aber zu Misshandlungen, die sich nach Kriegsende bitter rächten, bis hin zum Totschlag eines Bauern. Nach Kriegsende herrschte großer Hunger, Stadtbewohner buddelten auf abgeernteten Feldern nach übriggebliebenen Kartoffeln, während amerikanische Soldaten den Kindern gelegentlich Schokolade zusteckten.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 171 · Dezember 2021
  • Dezember 2021Isselhorster Spenden bringen Heizung und Geld ins AhrtalWährend des Dorffestes „Isselhorst alive“ sammelte Tina Kämpf über den Verkauf limitierter Anstecknadeln 1030 Euro, die komplett an den Bürgerverein Ahrbrück überwiesen wurden. Über ihren Arbeitgeber, die Unternehmensgruppe Hagedorn, organisierte sie zusätzlich den Transport einer von Christian Westerhelweg gespendeten, nahezu neuwertigen Heizungsanlage im Wert von über 5000 Euro zum durch die Flut schwer getroffenen Bernd Brings in Ahrbrück. Die Firma Kronemeyer aus Uelsen installierte die Heizung unentgeltlich vor Ort; Tina Kämpf beschreibt den Moment der Übergabe, als Brings mit Tränen in den Augen das Helferteam empfing, als unvergesslich. Ergänzend spendete die SKW Haus & Grund Immobilien GmbH 8000 Euro, indem sie 500 Euro pro Immobilienvermittlung zurücklegte, zugunsten von „Lichtblicke e.V.“ und der Aktion „Gütersloh hilft“.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 171 · Dezember 2021
  • Dezember 2021Kontroverse um die Hagedorn-Ranch im LandschaftsschutzgebietMehrere Vereinsmitglieder fragten beim Dorf- und Heimatverein an, ob dieser sich zur geplanten „Hagedorn-Ranch“ für Westernreiten positionieren solle; der Vorstand wollte dies offiziell nicht tun, die Frage wurde daher an die Redaktion delegiert. Für das Projekt wurden trotz vorliegender, vor dem Verwaltungsgericht Minden beklagter Baugenehmigung rund drei Hektar Dauergrünland im Landschaftsschutzgebiet zerstört, auf dem zuvor der Landwirt Hark Rinder der Marke „Holtkämper Qualitätsrind“ weidete. Kolumnist Siegfried Kornfeld kritisiert scharf, dass Unternehmen und Behörden hier „den Schuss nicht gehört“ hätten, den ein bedrohtes Ökosystem erfordere, und hinterfragt öffentliche Aussagen von Frau B. Hagedorn zu ihrer angeblichen Unabhängigkeit von der Thomas Hagedorn Holding GmbH. Bis zum Abschluss eines möglichen Gerichtsverfahrens würden auf der Baustelle bereits vollendete Tatsachen geschaffen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 171 · Dezember 2021
  • Dezember 2021Die letzten Gedenk-Stelen des Kirchspiels sind aufgestelltMit den letzten beiden Stelen im Lutterwald an der Holzbrücke und an der Kreuzung Martinsklause in Niehorst ist das rund 40.000 Euro teure, von der Bezirksregierung Detmold mitgeförderte Stelen-Projekt des Dorf- und Heimatvereins nach drei Jahren abgeschlossen. Insgesamt wurden 28 Informationstafeln, darunter auch drei Wandtafeln an den beiden Kirchen und am Gebäude „Zum großen Fass“, im gesamten Kirchspiel verbaut. Mehr als 70 Beteiligte, allen voran die Textautoren und die „Stelenbuddler“, trugen zu dem Projekt bei, dessen Gestaltung mittlerweile beim Deutschen Patentamt designgeschützt ist. Die Inhalte aller Tafeln sind zusätzlich dauerhaft und ergänzbar auf der Vereinswebsite www.dhvi.de dokumentiert.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 171 · Dezember 2021
  • Dezember 2021Der restaurierte Mercedes-Benz 280 SE des ehemaligen DorfarztesDer ehemalige Isselhorster Dorfarzt Jörg Flöthmann erfüllte sich mit dem Kauf eines gebrauchten Mercedes-Benz 280 SE (Baujahr 1971, Erstzulassung Februar 1971) einen lang gehegten Traum aus seiner Zeit als junger Schuhhausbesitzer-Nachbar, der die Oberklasse-Limousine schon in den Sechzigerjahren bewunderte. Gemeinsam mit dem frisch diplomierten Maschinenbauer Sebastian restaurierte er den Wagen in einer Scheune auf dem Hof von Siegfried Kampmann: Der Unterboden wurde mit Trockeneis vom alten Bitumen befreit und war fast makellos, die Karosserie erhielt schließlich einen Papyrusweiß-Lack durch den Oberflächenveredler Stefan Ottensmeier. Für seine Enkelkinder ließ der fürsorgliche Großvater sogar nachträglich Automatikgurte auf der Rückbank einbauen, damit sie sicher mitfahren können.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 171 · Dezember 2021
  • Februar 202275 Jahre Adventsblasen: Abschied von Helmut KochSeit 1946 spielte der heute 88-jährige Helmut Koch ohne eine einzige Unterbrechung beim traditionellen sonntäglichen Adventsblasen des Isselhorster Posaunenchors mit, was hochgerechnet rund 7500 gespielte Strophen an allen vier Adventssonntagen ergibt. Zum 75. Jubiläum erhielt er dafür 2021 eine private Urkunde, möchte aber altersbedingt nicht mehr um 4:59 Uhr mit dem Fahrrad zum sonntäglichen Dienst antreten. Seine Trompete will der 88-Jährige jedoch keineswegs an den Nagel hängen, nur die frühen Adventstouren mit dem Rad lässt er künftig ausfallen. Der Posaunenchor bedankte sich mit einer Urkunde und einem Foto für seine 75-jährigen unermüdlichen Dienste.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 172 · Februar 2022
  • Februar 2022Abriss des Hotels „Zum Postillon“ am PostdammIn der zweiten Januarwoche 2022 wurde das schon 2015 aus Altersgründen geschlossene Hotel „Zum Postillon“ am Ortseingang abgerissen, dessen Name sich von der Lage an der alten Poststraße von Köln nach Berlin ableitet. Inhaber und Gründer Rolf Breitenströter hatte 1965 mit seiner Frau Elisabeth das elterliche Lebensmittelgeschäft übernommen und wenige Jahre später zunächst ein Gasthaus, dann ein Hotel mit rund 40 Betten eröffnet. Ein betagter Isselhorster mit Rollator konnte laut Bericht den Blick vom Abrissbagger kaum abwenden und murmelte „Muss denn alles abgerissen werden?“. An der Stelle entsteht nun ein Mehrfamilienhaus mit neun Mietwohnungen; die Redaktion bat Leserinnen und Leser um persönliche Erinnerungen an das Gasthaus.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 172 · Februar 2022
  • Februar 2022850 Unterschriften für den Erhalt von Gemeindehaus und KindergartenNach einer digitalen Informationsveranstaltung im November 2021, bei der das Presbyterium den geplanten Abriss des gesamten evangelischen Gemeindezentrums an der Steinhagener Straße vorstellte, sammelte die Initiative „Demokratische Gemeinde“ bis Anfang Februar 2022 bereits 850 Unterschriften für den Erhalt der Gebäude. Die Initiative argumentiert mit dem Bedarf an Räumen für ehrenamtliches Engagement, dem Gebot der Nachhaltigkeit angesichts erst rund 20 Jahre alter Bausubstanz und einer hohen emotionalen Bindung der Gemeinde an die historischen Gebäude. In einem separaten Beitrag rechnet Kritiker K.-Th. Mumperow vor, dass allein der Abriss rund 150.000 Euro kosten werde, während zwei seit Jahren leerstehende Pfarrhäuser bei Vermietung jährlich rund 24.000 Euro einbringen könnten, und wirft dem Presbyterium mangelnde Transparenz bei den Finanzzahlen vor. Die Initiative kündigte an, die Unterschriften an Presbyterium, Kreiskirchenamt und Stadtverwaltung zu übergeben.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 172 · Februar 2022
  • Februar 2022Taschenaschenbecher gegen ZigarettenmüllAnette Klee aus Hollen, die seit Jahren mit der Müllsammelgruppe „Trash Hunters“ Isselhorst von achtlos weggeworfenem Abfall befreit, verschenkte am 25. Februar 2022 auf dem Wochenmarkt kostenlos Taschenaschenbecher. Sie verweist darauf, dass weltweit täglich rund 18 Milliarden Zigaretten verkauft werden und etwa 12 Milliarden Kippen im Freien landen, deren Kunststofffilter zu Mikroplastik zerfallen und bis zu 7000 Giftstoffe wie Arsen, Blei, Chrom und Nikotin enthalten. Mit den kleinen Metalldosen zum Mitnehmen will sie sowohl praktisch helfen als auch auf das Problem der Wegwerfmentalität aufmerksam machen. Für ihren Sohn Luca produzierte sie zudem einen kleinen Aufklärungsfilm auf YouTube zum Thema.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 172 · Februar 2022
  • Februar 2022Isselhorst auf großer Bühne: Talkshow der Konrad-Adenauer-StiftungAm 24. Januar 2022 diskutierte Hans-Heinrich Hölscher, Abteilungsleiter Dorfentwicklung im Dorf- und Heimatverein, in einer live aufgezeichneten Studio-Diskussion der Konrad-Adenauer-Stiftung in Düsseldorf gemeinsam mit NRW-Heimatministerin Ina Scharrenbach und Bauphysik-Professorin Lamia Messari-Becker über Dorfentwicklung, Energieeffizienz und Zusammenarbeit. Die eineinhalbstündige Sendung unter dem Motto „Stärken, was uns verbindet“ wurde von Moderator Alfred Schier geleitet. Hölscher beschrieb dabei das Kirchspiel Isselhorst und seinen Zusammenhalt rund um das Dorfentwicklungskonzept in hervorragender Weise. Die Redaktion würdigt den Mut, das Dorf auf einer solchen Bühne zu vertreten, und verweist auf die online abrufbare Aufzeichnung.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 172 · Februar 2022
  • April 202220 Jahre Pferde-Stärken-Club: Verein für alte LandtechnikDer Pferde-Stärken-Club (PS-Club) entstand aus gemeinsamen Adventssänger-Treffen von Ralf Vornholt und Friedrich-Wilhelm Helling, die sich über ihr Hobby alte Traktoren austauschten; am 27. Februar 2002 gründeten 22 Freunde historischer Landmaschinen im Gasthaus Mühlenstroth den Verein. Bereits das erste Alttraktoren-, Nutzfahrzeug- und Unimog-Treffen im Juni 2002 lockte trotz Starkregen über 100 Traktorbesitzer an und ließ die Mitgliederzahl rasch auf 60 wachsen. Höhepunkt der Vereinsgeschichte war 2004 der Kauf des historischen Deutz MTZ 320 von der Witwe des Niehorster Lohnunternehmers Heinrich Kamann, den Mitglieder anschließend restaurierten; 2022 feiert der Traktor sein 89. Jahr im Ort. Am 9. März 2022 wurde ein neuer Vorstand für die kommenden Jahre gewählt.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 173 · April 2022
  • April 2022Zeitzeuge Ortwin Schwengelbeck über den Krieg in Hambrinker HeideDer als Vierjähriger vom Kriegsbeginn 1939 überraschte Ortwin Schwengelbeck erinnert sich im zweiten Teil der Isselhorster Zeitzeugenreihe an seine Kindheit im Ortsteil Hambrinker Heide, wo er den Krieg vergleichsweise glimpflich erlebte. Er betont vorab, dass es ihm eigentlich nicht zustehe, über die wirklich schrecklichen Kriegsereignisse zu berichten, da noch lebende Frontsoldaten oder Vertriebene das viel eindringlicher könnten. Mit dem Nachbarsjungen Schöning besichtigte er als Kind einen Bombentrichter im heutigen Göwertweg und die Absturzstelle eines Flugzeugs an der Ravensberger Bleiche. Der Zeitpunkt des Interviews fiel bewusst mit dem Ausbruch des Ukraine-Kriegs zusammen, der laut Redaktion das Bewusstsein für die Kostbarkeit des seither erlebten zivilen Miteinanders schärft.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 173 · April 2022
  • April 2022Nachruf: Dieter Neumann, Urgestein des TurnvereinsDer im März 2022 im Alter von 87 Jahren verstorbene Dieter Neumann war 68 Jahre lang, seit 1954, Mitglied des Turnvereins Isselhorst und prägte gemeinsam mit seiner turn- und ballettbegeisterten Frau Margret die Turnabteilung des Vereins entscheidend mit. Als studierter Schiffsbauingenieur organisierte er als „Turnwart“ auch überregional beachtete Großveranstaltungen wie das 100-jährige Vereinsjubiläum 1994 und das rheinisch-westfälische Landesturnfest 2008 in Gütersloh. Ein besonderer Höhepunkt seines Wirkens war die bengalische Turner-Pyramide beim Straßenfest „Isselhorster Feuer“ 2006; bei der 950-Jahrfeier im Jahr 2000 trat er als „Zugführer“ verkleidet als Germane auf. Auch nach seinem Rückzug aus dem Vorstand Ende der Neunzigerjahre blieb er als erfahrener Ratgeber für das Vereinsleben aktiv.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 173 · April 2022
  • April 2022Andrea Kornfeld: Heilpraktikerin und Meisterschülerin der Wudang-KampfkunstDie in Gütersloh und Isselhorst verwurzelte Heilpraktikerin Andrea Kornfeld kam vor rund 20 Jahren erstmals mit asiatischen Bewegungslehren in Berührung und ist heute als Meisterschülerin von Tian Liyang lizenzierte Trainerin für die innere Kampfkunst der Wudang-Tradition mit Qigong, Taijiquan und Baguazhang. Anders als bei sichtbarer Leistungssteigerung stehen bei ihrem Unterricht Natürlichkeit und Einfachheit im Vordergrund, etwa mit der Übungsvorgabe, Bewegungen so sanft auszuführen, dass ein imaginäres Seidenpapier auf dem Boden nicht zerreißt. Als Heilpraktikerin mit Schwerpunkt Traditioneller Chinesischer Medizin nimmt sie sich bewusst Zeit für empathisches Zuhören und begleitet Patientinnen und Patienten, ohne sie an sich binden zu wollen. Ihre Praxis befindet sich in der Niehorster Straße 6.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 173 · April 2022
  • April 2022Volkstrauertag im Schatten des Ukraine-KriegsEin Vierteljahr vor Ausbruch des Ukraine-Kriegs wurde zum Volkstrauertag 2021 erstmals ein Kranz mit der Schleifenaufschrift „Verantwortung für den Frieden - Gedenken und Mahnung“ am Mahnmal in der Kirche aufgehängt, wobei bewusst der militärische Charakter der Veranstaltung zurückgenommen und statt eines Präsentiermarsches die Europahymne gespielt wurde. Im Editorial der folgenden Ausgabe reflektiert der Vorsitzende Henner Schröder, dass nach 77 Jahren wieder Krieg in Europa herrsche und Themen wie Corona, Flüchtlinge, Klimaschutz und Energieversorgung die Menschen im Kirchspiel noch lange beschäftigen dürften. Zugleich betont er, dass trotz aller Sorgen das dörfliche Leben weitergehe, unter anderem mit neuer Bewegung in der Diskussion um den Erhalt des Gemeindezentrums.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 173 · April 2022
  • Juni 2022Ukrainerinnen-Treff der AWO und ein herzerwärmendes MissverständnisNachdem geflüchtete Frauen und Kinder aus der Ukraine auch in Isselhorst aufgenommen wurden, initiierte die AWO einen zweiwöchentlichen Ukrainerinnen-Treff in der alten Schule, bei dem sich rund 30 Frauen und Kinder mit Hilfe isselhorster Übersetzerinnen austauschen können; eine Teilnehmerin plant sogar eine Gemäldeausstellung zugunsten der Menschen in der Heimat. Der fast 90-jährige Wilfried Hanneforth, der seit dem 17. März eine ukrainische Großmutter mit zwei Enkeln beherbergt, schildert auf Plattdeutsch ein komisches Missverständnis: Als die Gastfamilie ihm den ukrainischen Eintopf Borschtsch kalt servierte, erklärte die Köchin Olena, man habe ihr doch gesagt, abends esse man in Deutschland „kalt“. Die Verständigung zwischen den Familien gelingt über ein elektronisches Übersetzungsgerät, mit dem sich der fast 90-Jährige unerschrocken angefreundet hat.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 174 · Juni 2022
  • Juni 202225 Jahre Förderverein Kirchenmusik IsselhorstDer Förderverein Kirchenmusik Isselhorst, 1997 von zehn Gründungsmitgliedern um die bis heute amtierende Vorsitzende Ute Schallenberg gegründet, entstand aus einem 1993 gestarteten Förderkreis, der zunächst eine Truhenorgel per Spendenaktion finanzierte. Der Verein unterstützt seither Konzerte der eigenen Chöre wie auch externer Künstler von Barock bis Jazz, finanziert Noten, Instrumente und die beliebten Chorfreizeiten nach Wemlinghausen und zählt inzwischen 56 Mitglieder. Kantorin Birke Schreiber betont, dass die Vorfinanzierung von Konzert-Honoraren durch den Verein gerade während der Coronapandemie für viele Künstler existenziell wichtig war. Am 14. August 2022 wird das 25-jährige Jubiläum mit einem Festgottesdienst und einem Konzert des Blattwerk Saxophonquartetts gefeiert.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 174 · Juni 2022

Ute Schallenberg begrüßt Gäste vor der Open-Air-Orgel beim 20-jährigen Jubiläum

Ute Schallenberg begrüßt Gäste vor der Open-Air-Orgel beim 20-jährigen Jubiläum
Quelle: Der Isselhorster

  • Juni 2022Endlich wieder Kirmes: Rückkehr nach zwei Jahren PauseNach zwei coronabedingt ausgefallenen Jahren kehrt die Isselhorster Dorfkirmes mit ihrem gesamten Rahmenprogramm zurück; einzige Ausnahme ist die beliebte Feldmann-Raupe, die wegen ihres Alters nicht mehr den aktuellen Sicherheitsbestimmungen entspricht und durch eine Attraktion von Kirmeskoordinator Ralf Blasik ersetzt wird. Am Mittwoch laden Dorf- und Heimatverein sowie Werbegemeinschaft zum traditionellen Bürgerklön mit anschließender Kirmeseröffnung ein, am Donnerstag folgt ab 8 Uhr ein Kindertrödelmarkt an der Haller Straße sowie ab 10 Uhr der bei Sammlern beliebte Antik- und Trödelmarkt auf dem Gelände des Meyerhofs Mumperow. Die Werbegemeinschaft rechnet mit starkem Verkehrsaufkommen und empfiehlt eine Anreise zu Fuß oder mit dem Rad.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 174 · Juni 2022
  • Juni 2022Presbyterium tritt zurück: Bevollmächtigtenausschuss übernimmt KirchengemeindeNach dem geschlossenen Rücktritt der Presbyterinnen und Presbyter im Streit um das umstrittene Raumkonzept der Evangelischen Kirchengemeinde wird diese bis zur Neuwahl im Februar 2024 durch einen vom Kreissynodalvorstand berufenen Bevollmächtigtenausschuss geleitet. Diesem gehören unter anderem Dr. Siegfried Bethlehem, Dennis Drewel, Verwaltungsleiterin Susanne Janson sowie die Pfarrer Alexander Kellner und Reinhard Kölsch an; er soll am 11. September offiziell im Gottesdienst vorgestellt werden. Ein beratender Gemeindebeirat mit Vertretern aller gemeindlichen Arbeitsfelder und kirchlichen Vereine soll dem Ausschuss zur Seite stehen. Zuvor waren am 29. April die zurückgetretenen Presbyter Siegfried Goldbeck, Annette Haase, Eckhard Hanneforth, Michael Kremer, Dr. Dieter Krug und Sandra Wildeboer im Rahmen einer Marktandacht mit Dank für ihr Engagement entpflichtet worden.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 174 · Juni 2022
  • Juni 2022Zeitzeuge Helmut Koch: Das Kriegsende 1945 in IsselhorstDer Zeitzeugenbericht von Helmut Koch, überschrieben mit dem Zitat „Der farbige Soldat hatte so weiße Zähne, ich war total erschrocken“, schildert seine Erinnerungen an das Kriegsende am 8. Mai 1945, als amerikanische Truppen in Isselhorst einmarschierten. Der Bericht reiht sich in die vom ISSELHORSTER begonnene Serie von Zeitzeugengesprächen zur Kindheit im Zweiten Weltkrieg ein, die bereits mit Heinrich Niedergassel und Ortwin Schwengelbeck fortgesetzt wurde. Koch ist zugleich der langjährige Posaunenbläser, der 75 Jahre lang ohne Unterbrechung beim traditionellen Adventsblasen mitwirkte. Sein persönlicher Bericht über die erste Begegnung mit amerikanischen Soldaten steht beispielhaft für den Umbruch, den das Kriegsende für die Dorfbevölkerung bedeutete.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 174 · Juni 2022

Historischer Schülerausweis von Helmut Koch

Historischer Schülerausweis von Helmut Koch
Quelle: Der Isselhorster

  • Juni 2022Tagesfahrt des Heimatvereins ins RuhrgebietAm 17. Mai 2022 konnte die zweifach coronabedingt verschobene Tagesfahrt des Dorf- und Heimatvereins ins Ruhrgebiet endlich stattfinden. Die Reisegruppe besichtigte das großzügig renovierte Deutsche Bergbaumuseum Bochum mit simulierter Seilfahrt in die Tiefe und einer Führung durch die Stollen, die einen bleibenden Eindruck von der schweren Arbeit unter Tage hinterließ. Nach dem Mittagessen im Parkschlösschen ging es weiter zur geschichtsträchtigen Hohensyburg über Ruhr, Lenne und Ardey, wo Vereinsmitglied Thomas Ostermann die Geschichte des Kaiser-Wilhelm-Denkmals vermittelte. Den Abschluss bildete das Kaffeetrinken auf der Terrasse des Luxushotels Arrivee, dem Teamhotel von Borussia Dortmund.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 174 · Juni 2022
  • September 202240 Jahre Dorf- und Heimatverein: Jubiläum am Tag des offenen DenkmalsAm 17. Mai 1982 gründeten acht Männer in der Gaststätte „Zur Linde – Ortmeyer“ die „Heimatstube Isselhorst e.V.“, den Vorläufer des heutigen Dorf- und Heimatvereins. Aus der kleinen Sammlung von Geschichtsquellen ist ein Verein mit rund 350 Mitgliedern und sechs Abteilungen geworden, der seit 2018 mit der Holtkämperei ein festes Domizil hat. Zum 40-jährigen Jubiläum am 11. September gab es in der Festhalle eine Fotostrecke durch vier Jahrzehnte Vereinsgeschichte, dazu ein Oldtimertreffen auf dem Hof von Markus Temming, bei dem Fahrzeuge aus dem Kirchspiel Vorrang hatten. Auch die 1623 erbaute und damals bald 400 Jahre alte Holtkämperei sowie das AWO-Marktcafé öffneten an diesem Tag ihre Türen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 175 · September 2022

Der erste Vorstand der Heimatstube von 1982, davor ein Klassenraum der alten Volksschule als erstes Heimatmuse

Der erste Vorstand der Heimatstube von 1982, davor ein Klassenraum der alten Volksschule als erstes Heimatmuse
Quelle: Der Isselhorster

  • September 2022Aufgewachsen im Nationalsozialismus: Wilfried Hanneforth erinnert sichDer 1932 in Isselhorst geborene Wilfried Hanneforth schildert in einem Zeitzeugenbericht seine Kindheit im Nationalsozialismus, vom Eintritt ins Jungvolk mit brauner Uniform bis zu Geländespielen und einer Bestrafung, weil er einem Hitlerjugend-Zug nicht mit erhobenem Arm gegrüßt hatte. Er beschreibt die zunehmende Kriegsnot, den Volltreffer auf seine Brackweder Schule und den Volkssturm-Einsatz seines Vaters kurz vor Kriegsende, als amerikanische Truppen kampflos in Isselhorst einrückten. Bei der Reichstagswahl 1933 hatte die NSDAP im Kirchspiel Isselhorst mit 71,0 Prozent deutlich höhere Zustimmung als im Reichsdurchschnitt von 43,9 Prozent. Nach der bedingungslosen Kapitulation habe er als Kind zunächst Scham über die bekannt gewordenen Gräueltaten empfunden, sagt Hanneforth rückblickend.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 175 · September 2022
  • September 2022„Das Kunstwerk meines Mannes“: Wilfried Hannefoths Sgraffito-WandbildBeim Hausbau 1959 im Hollerfeldweg ließ sich Malermeister Wilfried Hanneforth eine kleine Wand für eine dekorative Gestaltung in Glättetechnik frei, die er während der Meisterschule in Stuttgart gelernt hatte. Wegen des Baubooms der Nachkriegsjahre blieb die Wand jahrelang nur grau grundiert, bis seine Frau Ise ihm eines Tages mit Schultafelkreide „Das ist das Kunstwerk meines Mannes!“ an die Wand schrieb. Daraufhin gestaltete er ein Sgraffito mit markanten Gebäuden und Ereignissen aus Isselhorst, Hollen, Ebbesloh, Holtkamp und Niehorst, unter anderem den Dorfesel, die Mühle Mumperow und das Kloster Marienfeld. Die Arbeit ist heute über 60 Jahre alt und noch intakt; Besucher bleiben oft davor stehen, sodass Hanneforth ihnen die einzelnen Motive erklärt.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 175 · September 2022
  • September 2022Zeitungs-AG besichtigt die Druckerei hanodruckKinder der Zeitungs-AG der Grundschule Isselhorst besuchten vor ihrem Wechsel auf weiterführende Schulen die Druckerei hanodruck in Schloß Holte, in der „ihr“ Isselhorster gedruckt wird. Inhaber Marcus und Thorsten Hano zeigten den Weg vom Probedruck über die Belichtung der Druckplatten bis zur Heidelberg-Vierfarb-Offsetmaschine, an der die Druckbögen per Computeranalyse und mit der Lupe kontrolliert werden. Dabei erfuhren die Kinder auch, dass der Krieg in der Ukraine die Produktion unmittelbar betrifft: Die für den Offsetdruck nötigen Aluminium-Druckplatten sind seither knapp und teilweise gar nicht mehr zu bekommen. Am Ende durften die Reporter die druckfrischen Hefte der Ausgabe 174 selbst in Empfang nehmen, nachdem sie miterlebt hatten, wie die 64 Seiten zusammengetragen, gefalzt und geheftet werden.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 175 · September 2022
  • September 2022„Dieter Schröder liest...“ – nach 19 Jahren ist Schluss19 Jahre lang hat Dieter Schröder in der alten Wassermühle Mumperow einmal jährlich aus dem Leben und Werk deutscher Schriftsteller vorgelesen, von Hans Christian Andersen bis Augustin Wibbelt. Für seine akribisch vorbereiteten, oft über 80 Seiten langen Manuskripte recherchierte er unter anderem in der Lippischen Landesbibliothek Detmold und reiste sogar ins mecklenburgische Stavenhagen zum Fritz-Reuter-Museum. Die letzte Lesung am 8. Juli 2022 war der Dichterin Mascha Kaleko gewidmet, nachdem ihm eine CD seines Sohnes die Autorin nahegebracht hatte. Gastgeber Karl-Theodor Mumperow versorgte die oft gut besuchten Abende stets mit Getränken und dem regionaltypischen Gebäck „Beschüten“.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 175 · September 2022

Dieter Schröder bei seiner letzten Lesung in der Mühle Mumperow, im Hintergrund das historische Ambiente der W

Dieter Schröder bei seiner letzten Lesung in der Mühle Mumperow, im Hintergrund das historische Ambiente der W
Quelle: Der Isselhorster

  • September 2022Schützenfest Niehorst: Markus Brinkmann neuer KaiserNach zweijähriger Corona-Pause feierte der Schützenverein Niehorst wieder sein Schützenfest, bei dem traditionell der Festumzug zum Denkmal in Niehorst führte und vom Bundestagsabgeordneten Ralf Brinkhaus begleitet wurde. Beim Adlerschießen fiel der Adler nach dem 258. Schuss und krönte Markus Brinkmann zum neuen Kaiser, während Tim Hamann gleichzeitig Schüler- und Jugendkönig wurde. Neu regierten Kaiser Markus Brinkmann und seine Königin Manuela Baumann das Niehorster Schützenvolk. Während der zurückliegenden zwei Jahre war der Schießstand des Vereins von Grund auf modernisiert worden; die offizielle Eröffnung war für Ende Oktober 2022 geplant.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 175 · September 2022
  • Oktober 2022Wilfried Hanneforth zum 90. GeburtstagWilfried Hanneforth, von 1996 bis 2008 Vorsitzender und seit 2012 Ehrenvorsitzender des Dorf- und Heimatvereins Isselhorst, feierte am 2. Oktober seinen 90. Geburtstag. Noch nach seinem 80. Geburtstag radelte er ohne Elektrounterstützung bis nach Münster, um seinen Sohn zu besuchen, und für nahezu jede der 176 Ausgaben des „Isselhorster“ hat er in fast 30 Jahren eine plattdeutsche Geschichte geschrieben. Als Vorsitzender prägte er besonders die Pflege der plattdeutschen Sprache und organisierte zahlreiche Vereinsfahrten sowie den Umzug des Heimatmuseums 2006 nach Holtkamp. Seine Frau Ilse floh nach dem Zweiten Weltkrieg aus Bessarabien, weshalb ihm die Unterstützung Geflüchteter besonders am Herzen liegt; so nahm er zuletzt eine ukrainische Familie bei sich auf.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 176 · Oktober 2022
  • Oktober 2022Oldtimertreff: Nach zwölf Jahren wieder ein Flair von NostalgieAnlässlich des 40-jährigen Bestehens des Dorf- und Heimatvereins fand im Innenhof von Markus Temmings Manufaktur erstmals seit 2010 wieder ein Oldtimertreffen statt, damals noch im Hof der ehemaligen Brennerei Elmendorf ausgerichtet. Mit 60 bis 70 historischen Fahrzeugen war die Resonanz so groß, dass Organisator und Gastgeber gleichermaßen überrascht waren und viele spontan angereiste Oldtimer außerhalb des Geländes parken mussten. Die Band Mobbing Dick sorgte für Live-Musik, während eine rund 32 Kilometer lange Ausfahrt über Marienfeld, Brockhagen und Steinhagen die Veranstaltung ergänzte. Am Nachmittag gewährte Gastgeber Markus Temming zudem Einblicke in die Geschichte seiner Manufaktur.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 176 · Oktober 2022
  • Oktober 2022Stern-Apotheke zieht in die ehemalige VolksbankNach 31 Jahren am alten Standort ist die Stern-Apotheke in das frühere Gebäude der Volksbank Isselhorst an der Haller Straße 147 umgezogen, das zuvor die Spar- und Darlehnskasse beherbergte. Inhaberin Regina Riyazi erinnert sich, wie freundlich das Ehepaar 1991 im Dorf aufgenommen wurde, und ihre Tochter Dr. Anja Riyazi führt den Betrieb inzwischen als studierte Apothekerin mit neuen Leistungen wie Grippe- und Corona-Impfungen weiter. Bei einem Besuch der Zeitungs-AG der Grundschule zeigte Anja Riyazi den Kindern das Labor sowie einen Raum mit Schlafcouch, der bei Notdiensten etwa alle drei Wochen zum Übernachten dient. Die Kinder durften dabei auch eine leere Gelatine-Kapselhülle probieren und erfuhren, dass die Apotheke mehr als 50.000 verschiedene Arzneimittel kennt, von denen aber nie alle vorrätig sein können.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 176 · Oktober 2022
  • Oktober 2022Kein Kittchen mehr, aber ein neuer Polizeiposten in IsselhorstAn der Haller Straße, im ehemaligen Volksbankgebäude, betreiben die Beamten Jennifer Wegemann und Mark Poggengerd seit Juli den wiedereröffneten Polizeiposten Isselhorst, einen von vier Posten im Gütersloher Stadtgebiet. Hauptaufgabe ist die Bearbeitung von Verwaltungsvorgängen und die Vollstreckung von Straf- und Haftbefehlen, etwa wenn unbezahlte Bußgelder eine Zahlungsfrist mit Haftandrohung nach sich ziehen. Nur äußerst selten wird dafür eine der sieben Gefängniszellen an der Marienfelder Straße mit Kirchspielbewohnern belegt; ein eigenes Gefängnis gab es in Isselhorst bis etwa 1968, woran heute eine Stele erinnert. Die beiden Beamten planen, mindestens die nächsten zehn Jahre in Isselhorst zusammenzuarbeiten, und loben die Isselhorster als „angenehmes Völkchen“.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 176 · Oktober 2022
  • Oktober 2022Trinkwasser aus zehn Brunnen: Der Wasserbeschaffungsverband stellt sich vorDer Wasserbeschaffungsverband Isselhorst (WBI), seit seiner Gründung 1934 von ehrenamtlichen Vorständen geleitet, fördert das Trinkwasser des Ortes aus zehn Vertikalbrunnen in 12 bis 13 Metern Tiefe. In den letzten zwölf Monaten wurden mehr als 650.000 Euro in zwei zusätzliche Aufbereitungseinheiten investiert, wodurch sich die Aufbereitungsleistung von 60 auf 100 bis 120 Kubikmeter pro Stunde erhöhte. Eine seit 2019 betriebene Photovoltaik-Freiflächenanlage mit 74,4 Kilowatt Peak deckt inzwischen rund 30 Prozent des Energiebedarfs und sparte bislang 141 Tonnen CO2 ein. Bis auf zwei Häuser sind alle Isselhorster über ihren Verbandsanteil automatisch Miteigentümer des Wasserwerks, das laut WBI zu den modernsten in NRW zählt.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 176 · Oktober 2022
  • Oktober 2022Steinkauz gewinnt, Feldlerche fast verschwunden: Vortrag zur VogelweltBiologe Frank Püchel-Wieland von der Biologischen Station Bielefeld-Gütersloh zeigte beim Kulturkreis Isselhorst anhand langjähriger Zählungen, dass der Bestand des Großen Brachvogels im Kirchspiel in 20 Jahren um rund 35 Prozent zurückging und die Kiebitzgelege seit 2007 sogar um etwa 70 Prozent, wobei die Vögel ihre Brutplätze zunehmend von Wiesen auf Äcker verlagern. Die einst weitverbreitete Feldlerche gilt im Kreis Gütersloh inzwischen als beinahe ausgestorben: Von 340 bis 640 Brutpaaren 1988 blieben 2021 nur noch 15 bis 20. Zu den Gewinnern zählen dagegen der Steinkauz, dessen Brutpaare im Kirchspiel seit 2008 von sechs auf zehn stiegen, sowie der zunehmend häufig zu beobachtende Weißstorch, von dem 2015 einmal über 40 Jungtiere gleichzeitig im Dorf übernachteten. Der Dorf- und Heimatverein hat mit dem Öko-Werk-Projekt „Rettet den Sperling“ inzwischen eine eigene Schutzinitiative für den einst allgegenwärtigen, heute selten gewordenen Haussperling gestartet.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 176 · Oktober 2022
  • November 2022Nach über 300 Jahren: Historische Gaststätte „Zur Linde“ schließtSeit 1677 der Kaufmann Hinrich Astrot dort seine „Brüggenschänke“ errichtete, war das Fachwerkhaus am Isselhorster Kirchplatz stets Gaststätte, zwischenzeitlich aber auch Gemischtwarenladen, Herberge, Bank und Bäckerei; auf die Astrots folgten die Grimms, 1873 die Ortmeyers. Zum Jahresende gaben Rolf und Gerda Ortmeier die Gaststätte auf und gingen in den Ruhestand, nachdem am 30. Dezember mit einem „Abtrinken“ des letzten Flaschenbieres ein letztes Mal die Türen geöffnet wurden. Freitags fand danach zwischen 15 und 17 Uhr ein kleiner „Kneipentrödel“ statt, bei dem Flaschen, Gläser und historische Fundstücke aus dem Gaststätteninventar angeboten wurden. Der Spruch über der Eingangstür lautet: „Behüte unseren Ausgang und Eingang von nun an bis in Ewigkeit.“
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 177 · November 2022

Das Ehepaar Rolf und Gerda Ortmeier sowie ein historisches Foto der alten Linde mit ihren ausladenden Ästen.

Das Ehepaar Rolf und Gerda Ortmeier sowie ein historisches Foto der alten Linde mit ihren ausladenden Ästen.
Quelle: Der Isselhorster

  • November 2022Historische Kapitalverbrechen: Die Räuberbrüder Irmann aus IsselhorstDer Gütersloher Historiker Johannes W. Glaw beleuchtet in seinem Buch „Historische Kapitalverbrechen in Ostwestfalen-Lippe“ 30 Kriminalfälle aus fünf Jahrhunderten, darunter die um 1730 in Isselhorst geborenen Brüder Irmann. Nach einem wechselvollen Leben mit zahlreichen Straftaten und Haftstrafen wurden die beiden notorischen Räuber 1758 auf dem Galgenknapp in Rheda gehenkt. Ein weiterer Fall betrifft den in Isselhorst wohnhaften Oberlandjäger August Tiemann, der im Oktober 1932 in Ummeln erschossen wurde, als er eine dreiköpfige Diebesbande auf dem Fahrrad verfolgte. Der Haupttäter entzog sich der Festnahme durch Selbstmord, während die beiden anderen zunächst zum Tode durch das Fallbeil verurteilt wurden.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 177 · November 2022
  • November 2022Uli Certa geht: Der beliebte DHL-Bote verabschiedet sich nach 27 JahrenUli Certa, seit über 27 Jahren Paket- und Briefzusteller für Isselhorst und im Dorf mit vielen per Du, hatte am 24. Dezember seinen letzten Arbeitstag. Er zieht mit seiner Frau, deren gemeinsamer Wunsch nach Jahren des Campings im Norden gereift war, in ein neu erworbenes Haus in Grömitz an der Ostsee, wo ihm die DHL zum Jahresbeginn eine gleichwertige Stelle im Bezirk Heiligenhafen angeboten hat. „Ich habe meine Kunden sehr in mein Herz geschlossen“, sagt Certa, der den Isselhorstern eine lockere und zugewandte Art verdankt und im Dorf entsprechend vermisst werden wird. Der „Isselhorster“ nutzte die Gelegenheit, ihm auf diesem Weg ein Adieu vor Ort zu ermöglichen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 177 · November 2022
  • November 2022Volkstrauertag im Zeichen des Ukraine-KriegesBeim Volkstrauertag, den der Dorf- und Heimatverein im Namen der Isselhorster Vereine ausrichtete, spielte der Posaunenchor erstmals die ukrainische Hymne, während die ukrainische Fahne neben Europa- und Deutschlandfahne stand. Die aus der Ukraine geflüchteten Julia Herasymiak und Natalya Gafonova, die inzwischen in Isselhorst und Hollen wohnen, trugen auf Ukrainisch und Deutsch das Gedicht „Vor dem Morgengrauen“ von Oksana Stomina vor. Dr. Siegfried Bethlehem betonte in seiner Ansprache die Zerrissenheit zwischen dem christlichen Gebot der Feindesliebe und der Notwendigkeit, einem Aggressor Einhalt zu gebieten, und mahnte, dass eine friedliche Lösung mit aller Kraft angestrebt werden müsse. Die Feierstunde schloss mit der Europahymne als Symbol der Aussöhnung einstiger Feindstaaten.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 177 · November 2022
  • November 2022Kindheit in der Nachkriegszeit: Hans Jürgensmann erinnert sichDer 1939 in Gadderbaum geborene Hans Jürgensmann, später 25 Jahre Vorsitzender des Geflügelzucht- und Gartenbauvereins Isselhorst, schildert seine Kindheit in der Volksschule Hollen, wo acht Jahrgänge in zwei Klassenräumen unterrichtet wurden und der erste Schultag noch mit Schiefertafel, Schwamm und Griffel begann. Mittags brachte ein LKW Eintopf wie Erbsen- oder Bohnensuppe für bedürftige Kinder, während die Jungen mit einem umwickelten Lumpenknäuel Fußball spielten, weil ein richtiger Ball nicht immer zur Verfügung stand. Im Winter trafen sich die Kinder zum Schlittschuhlaufen und Eishockey mit einem Tennisball als Puck auf einem zugefrorenen Teich in Ebbesloh. Am 20. März 1954 wurde Jürgensmann aus der Schule entlassen; da sein Wunsch, Tierarzt zu werden, wegen der Mithilfe im elterlichen Betrieb nicht in Erfüllung ging, wurde er später Versicherungsfachwirt bei der Isselhorster Versicherung.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 177 · November 2022
  • November 2022Zum Tod von Kreisheimatpfleger Martin MaschkeMartin Maschke, seit 1994 Kreisheimatpfleger des Westfälischen Heimatbundes für den Kreis Gütersloh, ist im Alter von 89 Jahren gestorben. Er fehlte bei kaum einer wichtigen Isselhorster Veranstaltung, von der Einweihung des Eseldenkmals 2004 über das Heimatmuseum Holtkamp 2006 bis zur Eröffnung der Holtkämperei 2018. Als Mitglied im Beirat der Tjaden-Sundermann-Stiftung vermittelte er dem Dorf- und Heimatverein mehrfach finanzielle Förderung für die Holtkämperei, ohne dies je offen als sein eigenes Verdienst darzustellen. Der amtierende Vorsitzende erinnert sich zudem, wie Maschke ihn einst bewusst mit einer historischen Führung vor Fachpublikum herausforderte, um dessen Können zu testen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 177 · November 2022

2023 – 2024

Neue Betriebe, alte Werte

  • Februar 2023Vor 90 Jahren: Wie Isselhorst den 30. Januar 1933 feierteBei der Kommunalwahl am 12. März 1933 erhielt die NSDAP in Isselhorst 56,9 Prozent der Stimmen, bei der Reichstagswahl eine Woche zuvor sogar 68 Prozent, während sie im benachbarten Ummeln nur zweitstärkste Kraft hinter der SPD wurde. Dr. Siegfried Bethlehem zeichnet anhand von Zeitungsberichten nach, wie das Dorf 1933 den „Feiertag der Arbeit“, Hitlers Geburtstag und den „Ehrentag des deutschen Bauern“ mit Festzügen, Böllerschüssen und Kundgebungen am Kriegerdenkmal beging, wobei Redner zum Beitritt in SA und Frauenbund aufriefen. Die Ideologie der „Volksgemeinschaft“ ging von Anfang an mit der Ausgrenzung von Kommunisten, Sozialdemokraten und jüdischen Deutschen einher; bereits im Februar 1933 gab es Haussuchungen bei KPD-Mitgliedern in Isselhorst. Bei der Kirchenwahl im Juli 1933 erhielten die nationalsozialistisch geprägten „Deutschen Christen“ trotz geschlossenen SA-Aufmarsches in die Kirche nur 186 von 596 Stimmen – ein mögliches Zeichen stiller Verweigerung.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 178 · Februar 2023
  • Februar 2023Wie der Strom 1920 nach Isselhorst kamBis 1920 spendeten den Isselhorstern lediglich petroleumbetriebene Sturmlaternen Licht; erst Gemeindevorsteher Karl Baumeister gründete in jenem Jahr einen gemeindeeigenen Elektrizitätsbetrieb und haftete dafür angeblich mit seinem gesamten Vermögen. Isselhorster Männer gruben in Hand- und Spanndiensten vom Ummelner Knapp aus einen Kabelgraben zur Brennerei Elmendorf, wo eine Trafo-Station Isselhorst, Hollen und Holtkamp versorgte, während Niehorst und Ebbesloh erst später direkt von den Stadtwerken Bielefeld beliefert wurden. Anschlusswillige mussten Erdarbeiten und das Setzen der Masten selbst übernehmen und wurden nie Eigentümer der Anlage, da die Gemeinde sich das alleinige Recht auf Wartung und Erweiterung vorbehielt. Der Stromverbrauch stieg von 39.594 Kilowattstunden 1922 auf 26 Millionen Kilowattstunden 1996 – die 660-fache Menge; eine der beiden ursprünglichen Trafo-Stationen ist bis heute, wenn auch mehrfach modernisiert, in der Festhalle in Betrieb.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 178 · Februar 2023
  • Februar 2023Zwischen Schluss und Neustart: „Zur Linde“ bekommt griechische PächterNach dem endgültigen „Abtrinken“ des letzten Flaschenbieres Ende Dezember eröffnet die traditionsreiche Gaststätte „Zur Linde“ im April mit neuen Pächtern wieder: Joannis Ioannidis und Theodoros Mouratidis mit ihren Partnerinnen Anna und Eftimia, die zuvor bereits das Restaurant „Fachwerk“ am Postdamm geleitet hatten. Joannis Ioannidis wird zunächst gemeinsam mit dem bisherigen Wirt Rolf Ortmeier arbeiten und den bewährten Stil beibehalten, ergänzt um griechische Gerichte neben westfälischer Küche, Spargelgerichten und den herbstlichen Bison-Wochen. Straßen- und Gartenterrasse sollen im Sommer wieder Radfahrer und Stammgäste unter den Linden empfangen. Rolf Ortmeier zeigt sich erleichtert, dass das „Historische Wirtshaus Deutschlands“ als Dorftreffpunkt erhalten bleibt.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 178 · Februar 2023
  • Februar 2023Meine Rokal-Eisenbahn: Ein TT-Modellbahn-Stammtisch seit 1995 in der LindeSeit Weihnachten 1960, als er von seinem Vater eine Rokal-Modelleisenbahn im Maßstab 1:120 geschenkt bekam, ist Rolf Ortmeier begeisterter „Rokaler“; die 1948 im niederrheinischen Lobberich gegründete Firma Rokal brachte die ersten TT-Modelle in Deutschland auf den Markt, ehe sie 1974 Konkurs anmelden musste. Seit Januar 1995 trifft sich monatlich ein TT-Stammtisch von rund 15 Mitgliedern aus Ostwestfalen-Lippe in der Gaststätte „Zur Linde“, wo Rolf Ortmeier als Gastgeber fungiert; seit 1999 besitzt die Gruppe eine gemeinsame Modulanlage, die inzwischen auf rund 70 Meter Streckenlänge angewachsen ist. Nach der Wende übernahm die Firma Tillig aus Sachsen 1994 die Konkursmasse des ostdeutschen Herstellers BTTB und sorgte für einen neuen Aufschwung der Spurweite TT. Die Anlage war mehrfach bei Ausstellungen etwa in Osnabrück, Hannover und Remscheid zu sehen, wo der WDR sie einst für die „Rokalzeit“ filmte.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 178 · Februar 2023
  • Februar 2023August Hanneforth, mein Vadder: Erinnerungen in PlattdeutschWilfried Hanneforth erzählt in seiner plattdeutschen Kolumne vom Leben seines Vaters August Hanneforth, geboren 1895 in Ebbesloh, der als Malergeselle 1915 mit 20 Jahren Soldat wurde und schon 1916 an der Somme in französische Kriegsgefangenschaft geriet. Während der vierjährigen Gefangenschaft fertigte August aus Messingpatronenhülsen kunstvolle Blumenvasen, die er den französischen Wachposten gegen Lebensmittel für sich und seine Kameraden eintauschte; eine dieser Vasen brachte er 1920 mit nach Hause. Seine Mutter starb bereits 1916, während er noch in Gefangenschaft war, und er erfuhr davon erst anderthalb Jahre später per Post. 1923 machte er sich in Ebbesloh selbstständig, die Malerfirma Hanneforth besteht seither in mittlerweile dritter Generation.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 178 · Februar 2023
  • Februar 2023Das Leben einer Gans: Ein plattdeutsches WeihnachtsgedichtAngesichts der auf rund 20 Euro pro Kilo gestiegenen Weihnachtsgans erinnert Siegfried Kornfeld an frühere Zeiten, in denen manche Familien mit der ganzen Verwandtschaft drei bis vier Gänse zu Weihnachten verspeisten. Er übertrug dazu ein nordfriesisches Gedicht von Boy Lornsen über das kurze, von Menschenhand bestimmte Leben einer Gans zunächst ins Isselhorster Platt und dann ins Hochdeutsche. Das Gedicht schildert aus Sicht eines alten Ganters gegenüber einem neugierigen Gössel schonungslos den Weg vom Federnrupfen über das Mästen bis zum Schlachten und Verspeisen mit Rotkohl und Preiselbeeren. Kornfeld bittet die Leserschaft um Nachsicht, da Versmaß und Endreime bei der Übertragung nicht immer exakt eingehalten werden konnten.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 178 · Februar 2023
  • April 2023Vorbilder: Vor 80 Jahren wurden Hans und Sophie Scholl ermordetDie Geschwister Hans und Sophie Scholl, die zunächst selbst der Hitlerjugend und dem Bund Deutscher Mädel angehörten, vollzogen während ihres Studiums in München eine „Denkwende“ und verfassten mit Alexander Schmorell und weiteren Freunden ab Sommer 1942 die Flugblätter der „Weißen Rose“. Am 18. Februar 1943 wurden sie beim Verteilen des letzten Flugblatts von einem Hausmeister beobachtet und verhaftet; der eigens aus Berlin angereiste Roland Freisler verurteilte sie nach nur zweieinhalbstündiger Verhandlung des Volksgerichtshofs zum Tode, und noch am selben Tag, dem 22. Februar 1943, wurden die 21 und 24 Jahre alten Geschwister in München-Stadelheim hingerichtet. Keiner der Richter oder Staatsanwälte des Volksgerichtshofs wurde nach 1945 von einem westdeutschen Gericht rechtskräftig verurteilt, während der verratende Hausmeister lediglich zu fünf Jahren Arbeitslager kam. Die Vorsitzende der „Weiße Rose“-Stiftung mahnt, die Erinnerung stelle stets die Frage an einen selbst: „Zeige ich Menschen Mitmenschlichkeit genug?“
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 179 · April 2023

Das Mahnmal für die Weiße Rose vor dem Hauptgebäude der LMU München mit den verstreuten Flugblättern.

Das Mahnmal für die Weiße Rose vor dem Hauptgebäude der LMU München mit den verstreuten Flugblättern.
Quelle: Der Isselhorster

  • April 2023Der Kreis Gütersloh wird 50: Wie Isselhorst 1973 zur Stadt Gütersloh kamDer langjährige Ortsvorsteher Helmut Lütkemeyer war 1969 als Mitglied des Isselhorster Gemeinderates maßgeblich daran beteiligt, dass Isselhorst mit Niehorst, Hollen und Ebbesloh als Ortsteile der Stadt Gütersloh und damit dem neu gebildeten Kreis Gütersloh zugeschlagen wurde, statt wie zunächst geplant eine Großgemeinde im Kreis Wiedenbrück zu bilden. Die Gemeinde Holtkamp entschied sich anders und blieb bei Brackwede, wodurch sie später zur kreisfreien Stadt Bielefeld kam. Das „Bielefeld-Gesetz“ von 1972 bildete zum 1. Januar 1973 schließlich den Kreis Gütersloh aus den ehemaligen Kreisen Wiedenbrück und Halle, deren Gegensätze etwa in getrennten Lokalzeitungen und Kreissparkassen bis heute anhalten. Nach Einschätzung des Autors verstehen sich die Menschen im Kirchspiel vor allem als Isselhorster, Niehorster oder Ebbesloher, während der Kreis eher als funktionierende Verwaltungsinstitution wahrgenommen wird.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 179 · April 2023
  • April 2023Die Vögel des Glücks: Kraniche rasten in IsselhorstAn einem Freitag Anfang März hielten auf halber Strecke zwischen Isselhorst und Ummeln nahe der B 61 überraschend fünfzig bis hundert Kraniche Rast, ein Anblick, für den man sonst eher ins Moor oder an die Ostsee reisen müsste. Andrea Kornfeld hält das seltene Naturschauspiel mit dem Gedicht „Die Liebenden“ von Bertolt Brecht fest, in dem Kraniche und Wolken gemeinsam durch den Himmel ziehen. Der Zug der „Vögel des Glücks“ über Ostwestfalen im Frühling und Herbst ist zwar keine Seltenheit, ein größerer Rasttrupp direkt im Kirchspiel aber schon eher ein Ereignis für die Jubeljahre. Fotografin Sabine Wegener hielt den Moment im Bild fest.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 179 · April 2023
  • April 2023Eine Frau, drei Maurerkübel: Anja Fraedrich schafft eigenhändig Mülleimer fürs DorfGenervt vom Hundekot neben den Gehwegen und fehlenden Mülleimern entlang der Lutter-Wanderwege organisierte sich Anja Fraedrich auf eigene Faust drei Maurerkübel von Nirgül Kantar und stellte sie an vielbesuchten Wegen neben Bänken auf. Nachdem sie mit städtischen Müllsäcken ausgestattet war und sich durch verschiedene städtische Zuständigkeiten telefoniert hatte, zieht sie seither jeden Freitag mit einer eigens angeschafften Sackkarre los, um die vollen Tüten einzusammeln und zum Friedhof zu bringen, von wo sie das Grünflächenamt abholt. Spaziergänger begrüßen sie inzwischen scherzhaft mit „Da kommt wieder die Müllabfuhr“, während ein städtischer Mitarbeiter anmerkte, man hätte vorher auch mit der Stadt sprechen können. Der Isselhorster ruft dazu auf, ähnliche pragmatische Privatinitiativen zu melden, ganz nach dem Motto „Tue Gutes und lass andere darüber schreiben“.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 179 · April 2023
  • April 2023Wilfried Hannefoths Ägyptenreise: Auf den Spuren TutanchamunsIm Sommer 1980 flog Wilfried Hanneforth mit seinem Sohn Christian, wie es seine Tradition nach dem Schulabschluss der Kinder war, nach Kairo, wo sie am Flughafen von einem Fahrer mit einem Schild „Hanneforth“ erwartet wurden. Bei den Pyramiden von Gizeh, im Ägyptischen Museum und im Tal der Könige erfuhren sie viel über den 1923 vom Engländer Howard Carter nach 20-jähriger Suche entdeckten, ungeplünderten Grabschatz des mit zehn Jahren zum Pharao gekrönten Tutanchamun. Zu den eindrucksvollsten Funden zählten der Thronsessel, eine Schatztruhe, Sandalen und die berühmte Goldmaske des jungen Königs. Zurück in Deutschland besuchten Wilfried Hanneforth und seine Frau noch eine Tutanchamun-Ausstellung in Hannover, um die Eindrücke der Reise zu vertiefen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 179 · April 2023
  • April 2023Abschied vom bäuerlichen Leben: Zwei neue Bücher über die Höfe des KirchspielsRudolf Knufinke legt mit „Von Hof zu Hof“ bereits sein vierzehntes Buch vor, einen reinen Bildband mit 300 ganzseitigen Fotografien der Isselhorster Bauernhöfe, die dokumentieren, wie fast alle ehemaligen Hofstellen heute zwar gepflegt, aber nicht mehr landwirtschaftlich genutzt werden. Zeitgleich erschien „Ein Hof und elf Geschwister“ des Tübinger Historikers Ewald Frie, der anhand von Interviews mit all seinen Geschwistern eines münsterländischen Bauernhofs beschreibt, wie unterschiedlich die 25 Jahre auseinanderliegenden Geschwister ihre Kindheit zwischen bäuerlicher Pflicht und wachsender Bildungsfreiheit erlebten. Beide Bücher behandeln aus verschiedener Perspektive denselben „stillen Abschied vom bäuerlichen Leben“, den auch die Höfe im Kirchspiel Isselhorst durchlaufen haben. Rudolf Knufinkes Bildband ist bei Minuth in Isselhorst erhältlich, Ewald Fries Buch im C.H. Beck Verlag erschienen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 179 · April 2023
  • Juni 2023Erinnerung an Carl Baumeister, Bürgermeister von Isselhorst 1919 bis 1933Carl Baumeister, geboren 1879 auf der Mühle Baumeister an der Lutter, wollte gegen den Willen seines Stiefvaters eigentlich Jura studieren, wurde aber Landwirt und 1919 vom Gemeinderat zum Ortsvorsteher von Isselhorst gewählt. Während seine Frau Dorothea den Hof führte und sechs Kinder großzog, kümmerte er sich mit Hingabe um die Gemeindeentwicklung, insbesondere den Aufbau der Elektrizitätsversorgung, worüber im Dorf gescherzt wurde: „De is nu in’n Dourpe“. 1933 musste er das Amt nach 14 Jahren an den Parteigenossen Fritz Holste abgeben, konnte seinen Posten als Geschäftsführer des Elektrizitätsverbandes aber nach Einspruch beim Amtsbürgermeister zunächst behalten. Auf einer Fahrradfahrt zu seiner Tochter ins Lipperland erlitt Baumeister 1952 einen tödlichen Sturz vom Rad.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 180 · Juni 2023
  • Juni 2023800 Jahre Bauerschaft BlankenhagenAnlässlich der ältesten urkundlichen Erwähnung vor 800 Jahren haben der frühere stellvertretende Bürgermeister Gerd Piepenbrock und Pfarrer i.R. Fritz Stegen eine 126-seitige Chronik der ehemaligen Bauerschaft Blankenhagen vorgelegt, die eine 2016 in der „Neuen Westfälischen“ geäußerte Bezeichnung als „städteplanerischen Betriebsunfall“ mit Fakten kontert. Die Chronik beschreibt unter anderem das System der Erbpächter, die auf gepachtetem Land eigene Häuser bauen und vererben durften, aber dennoch von den großen Meierhöfen wie Gut Langert und Meier Rasfeldt abhängig blieben. Nach dem Zweiten Weltkrieg entwickelte sich Blankenhagen durch Vertriebene, Gastarbeiter, Spätaussiedler und zuletzt Geflüchtete aus Nahost und der Ukraine zu einem Schmelztiegel, was auch einen städtebaulich nicht immer gelungenen Bauboom auslöste. Am Postdamm markiert ein Fragment des Grenzsteins von 1722 zusammen mit der Stele Nr. 17 und einem neuen Ortsschild des Bürgervereins die einstige preußische Grenze zwischen der Grafschaft Ravensberg und der Herrschaft Rheda.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 180 · Juni 2023
  • Juni 2023100 Jahre Malermeister HanneforthAugust Hanneforth gründete 1923, kaum drei Jahre nach seiner Rückkehr aus französischer Kriegsgefangenschaft, in Ebbesloh seinen Malerbetrieb und qualifizierte sich berufsbegleitend zum Meister, während er bereits Lehrlinge ausbildete. Sein Sohn Wilfried, dessen Lehre 1952 mit der Gesellenprüfung endete, übernahm den Betrieb später und bildete ihn über die Höhere Fach- und Meisterschule Stuttgart fort, ehe er ihn 1998 zum 75-jährigen Jubiläum an seinen Sohn Eckhard Hanneforth weitergab. Eckhard Hanneforth führt den Betrieb nun ins hundertjährige Jubiläum, hat als einer der ersten in diesem männerdominierten Beruf auch weibliche Lehrlinge ausgebildet und legt heute besonderen Wert auf lösungsmittelarme Anstrichmittel und Naturmaterialien wie Lehm, Kalk und Leinölfarben. Wegen der wirtschaftlich angespannten Zeit verzichtet er bewusst auf eine große Jubiläumsfeier und möchte die entsprechenden Mittel stattdessen spenden.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 180 · Juni 2023

Der Ausbildungsbetrieb der Brüder August und Willi Hanneforth bei Familie Holtkamp im Jahr 1912; Mittagspause

Der Ausbildungsbetrieb der Brüder August und Willi Hanneforth bei Familie Holtkamp im Jahr 1912; Mittagspause
Quelle: Der Isselhorster

  • Juni 2023Die großen, schwarzen Vögel haben unseren Hof übernommenDen ganzen Winter über hatten Krähen, Dohlen und Elstern mit viel Lärm und Kot den Hof von Siegfried Kornfeld belagert, bis sie sich schließlich sogar im Eulenkasten breitmachten, in dem seit über 25 Jahren abwechselnd Falken und Schleiereulen nisten. Als die zurückkehrenden Falken die Krähen nicht vertreiben konnten, öffnete Kornfeld kurzerhand die hintere Klappe des Kastens zum Scheunenboden, worauf die Krähen, die noch keine Eier gelegt hatten, sofort verschwanden. Die Falken nahmen den Kasten daraufhin trotz der offenen, für Katzen erreichbaren Klappe umgehend wieder in Besitz und plusterten sich demonstrativ auf dem Ansitzbrett auf. Kornfeld schloss die Klappe nach ein paar Tagen wieder und hofft nun, dass die Falken ihre Eier erfolgreich ausbrüten, zumal es in diesem Jahr genug Mäuse als Nahrung für die Küken gibt.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 180 · Juni 2023
  • Juni 2023Schach-Familie: Helena Neumann wird NRW-Meisterin U16Die 14-jährige Helena Neumann aus Isselhorst wurde NRW-Meisterin der Mädchen unter 16 Jahren und qualifizierte sich damit für die Deutsche Meisterschaft Anfang Juni in Willingen. In der Familie Neumann spielen alle vier Geschwister – Anna, Theo, Konstantina und Helena – seit Jahren erfolgreich Schach, nachdem Vater Michael Neumann von seinem Bruder „infiziert“ wurde und die Kinder zunächst mit Memory, Backgammon und Kartenspielen an Gesellschaftsspiele herangeführt hatte. Trainiert wurden sie in der Grundschule vom inzwischen verstorbenen Dieter Neumann, der sie gleich zweimal zur Kreismeisterschaft der Grundschulen führte. Bei der NRW-Mannschaftsmeisterschaft U14w siegte zudem eine Mannschaft des Gütersloher Schachvereins mit Helena und ihrer Schwester Konstantina in der Aufstellung.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 180 · Juni 2023
  • August 2023400 Jahre Holtkämperei: großes Jubiläumsfest angekündigtAm 10. September 2023, dem Tag des offenen Denkmals, feierte der Dorf- und Heimatverein den 400. Geburtstag der Holtkämperei, des ältesten Gebäudes in Isselhorst. Geplant waren eine Feierstunde mit Bürgermeister Nobby Morkes, eine Ausstellung samt Jubiläumsbuch von Dr. Siegfried Bethlehem sowie ein historischer Markt mit Handwerk, Musik und einem Theaterstück über den Wanderchirurgen Hermann Heinrich Hünecke. Als Erinnerungsstücke gab es eine limitierte Auflage von 252 Tonkrügen mit dem Kornbrand „Dannenboomske“ sowie einen Bastelbogen für eine Stiftebox, unterstützt von der Sparkasse Gütersloh-Rietberg-Versmold. Auch Esel und Gänse sollten als Erinnerung an das dörfliche Leben vor 400 Jahren vor Ort sein.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 181 · August 2023

Ankündigungsgrafik „400 Jahre Holtkämperei 1623-2023“

Ankündigungsgrafik „400 Jahre Holtkämperei 1623-2023“
Quelle: Der Isselhorster

  • August 2023Starkregen setzt Isselhorst unter WasserNach sechs Tagen Dauerregen brachte ein Gewitter am Abend des 6. August die Wassermassen zum Überlaufen: Feuerwehr und THW rückten aus, weil vollgesogene Äcker und Wiesen kein Wasser mehr aufnehmen konnten. Der ländliche Teil des Haverkamps stand unter Wasser, am Außenheideweg reichte es bis Asphalthöhe, und Wasser drang in Keller an Titanweg und „In den Knüpen“ ein. Von rund 150 Feuerwehreinsätzen in Gütersloh entfielen etwa 100 auf Isselhorst und Avenwedde; am Ströhen wurden 75 Liter Niederschlag pro Quadratmeter gemessen. Noch am Folgetag musste die Feuerwehr an der Lutterbrücke beim Aldi Wasser abpumpen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 181 · August 2023
  • August 2023Der CVJM in Isselhorst: 130 Jahre Gemeinschaft und GlaubeDer CVJM Isselhorst wurde vor 130 Jahren vom damaligen Pastor Richter als „Jünglingsverein“ zur Betreuung der Nachkonfirmanden gegründet und ist heute nach den beiden reinen Sportvereinen der mitgliederstärkste Verein im Kirchspiel. Seit 1985 steht das „M“ im Namen nicht mehr nur für „Männer“, sondern für „Menschen“, seither können auch Mädchen und Frauen offiziell Mitglied werden. Über 40 Ehrenamtliche tragen die Vereinsarbeit, unter anderem finanziert durch Spenden und den traditionellen Bratwurststand mit den „Osthus’schen Würstchen“ auf dem Weihnachtsmarkt. Die Vereinslosung lautet „Gemeinschaft erleben – Jesus begegnen“.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 181 · August 2023
  • August 2023Nachruf: Dennis Drewel, langjähriger Zeltlagerleiter des CVJMDer CVJM Isselhorst trauert um Dennis Drewel, der über viele Jahre als Vorstandsmitglied, Zeltlagerleiter und „Pommesbräter“ das Vereinsleben prägte und kurz vor dem geplanten Zeltlager 2023 unerwartet starb. Er organisierte unter anderem mehrere „Krimi&Dinner“-Aufführungen und reiste sogar bis nach Dänemark, um passende Bühnendekoration zu besorgen. Als Zeltlagerleiter führte er über die Jahre mehr als 100 verschiedene Mitarbeitende zu neuen Teams zusammen und behielt auch von seiner Küchenecke aus stets den Überblick über das Lager, egal ob bei Sturm, Hochwasser oder Hitze. Sein Leitsatz „Uns kann nichts passieren, wir reisen mit Gott“ begleitete Generationen von Kindern und Mitarbeitenden.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 181 · August 2023

Dennis Drewel im Küchenzelt der Zeltlager 2008, 2016 und 2018, u.a. beim Wasserpistolenspiel

Dennis Drewel im Küchenzelt der Zeltlager 2008, 2016 und 2018, u.a. beim Wasserpistolenspiel
Quelle: Der Isselhorster

  • August 2023Nachruf: Wilfried Bartelniewöhner, Hüter der plattdeutschen SpracheDer Dorf- und Heimatverein nahm Abschied von Wilfried Bartelniewöhner, der im Alter von 82 Jahren starb und über Jahrzehnte die Plattdeutscharbeit des Vereins maßgeblich mitgestaltete. Plattdeutsch war seine selbstverständliche Alltagssprache; er verfasste unter anderem eine plattdeutsche Jahreschronik 2011 und hielt 2016 einen Lichtbildervortrag über die Lutter von der Quelle bis Isselhorst. Er wirkte zudem beim Wiederaufbau des Großen Fasses 2014 und bei der vorübergehenden Unterbringung des Vereinsarchivs 2016 mit. Bei Plattdeutschabenden begleitete er das gemeinsame Schlusslied „Der Mond ist aufgegangen“ traditionell auf der Mundharmonika.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 181 · August 2023
  • August 2023Feuerwehrmuseum in Eigenregie: Rolf Ortmeier erhält silberne EhrennadelRolf Ortmeier, seit 1972 Mitglied des Löschzugs Isselhorst, sammelt bereits seit 1960 Exponate rund um das Thema Feuerwehr und richtete 1999 im ehemaligen Lebensmittelladen „In der Linde“ ein privates Feuerwehrmuseum mit Museumscafé ein. Zu sehen sind dort Löscheimer und Lederschläuche, Helme, Ärmelabzeichen, Orden und Festschriften von 1784 bis heute aus aller Welt. Für sein Engagement wurde er auf dem Kreisfeuerwehrverbandstag mit der silbernen Ehrennadel des Deutschen Feuerwehrverbandes ausgezeichnet. Er führt bis heute regelmäßig Gruppen, etwa Kindergärten oder benachbarte Feuerwehren, durch seine Sammlung.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 181 · August 2023
  • Oktober 2023Rückblick: 400 Jahre Holtkämperei bei schönstem Sommerwetter gefeiertAm 10. September 2023 feierte Isselhorst bei schönstem Sommerwetter den 400. Geburtstag der Holtkämperei; Bürgermeister Nobby Morkes gratulierte, Ehrenvorsitzender Siegfried Kornfeld blickte auf die Geschichte des Hauses zurück und Baumeister Ortwin Schwengelbeck berichtete von der 20-jährigen Renovierungszeit. Auf der Feiermeile zeigte die Gruppe Bronkow aus Spenge mittelalterliches Alltagsleben, Dudelsackspieler sorgten für Stimmung, und die Theatergruppe führte ein Stück über Quacksalberei auf. Ukrainische Frauen aus dem Kirchspiel halfen tatkräftig am Kuchenstand der AWO mit. Als Sonderedition wurden 252 nummerierte Flaschen des Kornbrands „Dannenboomske“ vom Holzwagen verkauft.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 182 · Oktober 2023
  • Oktober 2023Starkregen im August und September: Flutmulden bewähren sichNach dem Starkregen vom 6. August sorgte ein weiteres Ereignis am 12. September mit rund 50 Litern pro Quadratmeter erneut für vollgelaufene Keller in Isselhorst. Siegfried Kornfeld ordnet die Ereignisse der seit 2011 umstrittenen Hochwasserkarte des Regierungsbezirks Detmold zu, die beim Bebauungsplan Krullsbachaue zu Verzögerungen geführt hatte. Die dort angelegten Flutmulden erfüllten bei beiden Ereignissen ihren Zweck und hielten das Wasser tagelang zurück, sodass das Baugebiet trocken blieb, während Gasthaus „Zur Linde“ und der Umflutgraben um den Meierhof erneut vollliefen. Die durchnässten Böden erschwerten zudem die Getreide-, Mais- und Kartoffelernte erheblich.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 182 · Oktober 2023
  • Oktober 2023DHVI-Ausflug: Über die Wupper im WuppertalAm 29. August 2023 besuchten 45 Teilnehmende des Dorf- und Heimatvereins bei einer Tagesfahrt das Engelshaus und den Engelsgarten in Wuppertal, mit der vier Meter hohen Friedrich-Engels-Statue, einem Geschenk der Volksrepublik China von 2014. Anschließend fuhr die Gruppe mit der Schwebebahn über 16 Stationen bis Vohwinkel, vorbei an der Stelle, an der 1950 der Elefant Tuffi in die Wupper sprang. Am Ende stand eine Besichtigung der 107 Meter hohen Müngstener Brücke, der höchsten Eisenbahnbrücke Deutschlands, sowie eine „Bergische Kaffeetafel“ im Haus Müngsten. Busfahrer Sergej brachte die Gruppe sicher zurück nach Isselhorst.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 182 · Oktober 2023
  • Oktober 2023Nachruf: Hans Jürgensmann, Ehrenvorsitzender der GeflügelzüchterDer Geflügelzucht- und Gartenbauverein Isselhorst trauert um seinen Ehrenvorsitzenden Hans Jürgensmann, der im Alter von 84 Jahren starb und fast 60 Jahre Vereinsmitglied war, davon von 1981 bis 2008 als 1. Vorsitzender. Er organisierte 1991 die bis heute größte Landesjugendschau mit über 250 Jungzüchtern und 1500 gemeldeten Tieren sowie 2007 das 100-jährige Vereinsjubiläum mit 555 ausgestellten Tieren. 2004 wurde er zum Meister des Landesverbands der Rassegeflügelzüchter geehrt und war zudem ein erfolgreicher Schütze im Vereinsschießen. Tochter Heidi, Schwiegersohn Thomas und Enkel Ole führen die Rassegeflügelzucht in seinem Sinne fort.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 182 · Oktober 2023
  • Oktober 2023Radeln ohne Alter: Rikscha bringt Senioren FahrtwindEhrenamtliche Pilotinnen und Piloten bieten mit Rikschas kostenlose Ausflüge für Menschen an, die nicht mehr selbst Fahrrad fahren können, organisiert über die Ehrenamtskoordination der Stadt Gütersloh und den Verein „Gütersloh tatkräftig e.V.“. Eine besonders bewegende Fahrt führte einen 90-jährigen Bewohner des Pastorengartens zurück nach Holtkamp, wo er 50 Jahre mit seiner verstorbenen Frau gelebt hatte und von früheren Nachbarn unter Freudentränen begrüßt wurde. Freitags fährt die Rikscha regelmäßig für die Wohngruppe der Diakonie am Pastorengarten und macht auf dem Wochenmarkt Station. Mittlerweile sind drei Rikschas in Gütersloh im Einsatz, eine davon vorrangig für Isselhorst, Avenwedde und Friedrichsdorf, ermöglicht auch durch eine Spende der Gesellschafter des Solarparks Hollen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 182 · Oktober 2023
  • November 2023Nach 37 Jahren: Pfarrer Reinhard Kölsch geht in den RuhestandNach 37 Dienstjahren wurde Pfarrer Reinhard Kölsch, der 1986 als Pfarrer im Probedienst nach Isselhorst kam, in einem Gottesdienst feierlich verabschiedet. In seine Amtszeit fielen die Kirchenrenovierung 1990-1993, die Umgestaltung des Gemeindehauses 2003 und die Einrichtung der hauptamtlichen Kantorenstelle Ende der 1980er Jahre. Die Mitarbeitenden und Ehrenamtlichen überreichten ihm eine Gartendekoration mit Kranich-Motiven als Symbol des Glücks. Kölsch bleibt als Pastor im Ruhestand in Isselhorst wohnen und behält das Recht, in Vertretung auf seiner vertrauten Kanzel zu predigen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 183 · November 2023

Reinhard Kölsch und Verena Ahnepohl vor einer als Kuchen gestalteten Kirche; Unterschriften am Eingang mit der

Reinhard Kölsch und Verena Ahnepohl vor einer als Kuchen gestalteten Kirche; Unterschriften am Eingang mit der
Quelle: Der Isselhorster

  • November 2023Nachruf: Paul-Hermann Huxohl, Sägewerksbesitzer und Oldtimer-Liebhaber aus NiehorstDer Dorf- und Heimatverein sowie der Pferde-Stärken-Club trauern um Paul-Hermann Huxohl, der am 28. Oktober plötzlich starb und in dritter Generation das 1927 gegründete Sägewerk Huxohl in Niehorst führte, seit er es 1971 übernahm. Er sägte und bearbeitete Edelhölzer, die unter anderem in Konzertflügeln und noblen Schiffskajüten weltweit verbaut wurden, und galt als Experte in Fachkreisen. Daneben restaurierte er in seiner Werkstatt Oldtimer, darunter den 90 Jahre alten DEUTZ-Trecker des Pferde-Stärken-Clubs, und war passionierter Kunstflieger. Er hinterlässt seine Frau Barbara, Kinder und Enkelkinder; Sohn Hermann und Bruder Rudolf führen die Firma fort.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 183 · November 2023
  • November 2023Ukrainische Frauen erleben zum zweiten Mal Weihnachten in IsselhorstZwei ukrainische Frauen, Julia Herasymiak und Natalya Gafonova, berichten, wie sie im März 2022 vor dem Krieg flohen und ursprünglich nur zwei Wochen in Isselhorst bleiben wollten, tatsächlich aber seit über anderthalb Jahren dort leben. Eine Isselhorster Familie nahm sie wie Verwandte auf; ihre Kinder nennen die Gastgeber „unsere deutsche Oma und Opa“ und haben inzwischen Freunde, Schule und Vereine im Dorf gefunden. Besonders die AWO half bei der Eingewöhnung, bei Behördengängen sowie bei der Wohnungs-, Fahrrad- und Möbelsuche. Die Autorinnen beschreiben Isselhorst als einen Ort, der ihnen nach dem Verlust der Heimat zu einem verlässlichen neuen Zuhause wurde.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 183 · November 2023
  • November 2023Von Isselhorst nach Kalavryta: Freiwilligendienst im griechischen MuseumJohannes Lücke aus dem Kirchspiel leistet seit 1. September 2023 einen Freiwilligendienst der Aktion Sühnezeichen Friedensdienste (ASF) im „Kommunalen Museum Holocaust von Kalavryta“, das seit 2005 an das Massaker der deutschen Wehrmacht im Dezember 1943 mit 668 Opfern erinnert. Seine Arbeit umfasst die Digitalisierung des über 70 Jahre alten Museumsarchivs, die Auswertung von Dokumenten der 117. Jägerdivision sowie eigene Museumsführungen. Griechenland ist das jüngste ASF-Partnerland und wird über die griechische Organisation FILOXENIA betreut, da es dort noch kein eigenes ASF-Landesbüro gibt. Lücke wirbt zugleich für Patenschaften, die junge Freiwillige finanziell und ideell unterstützen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 183 · November 2023
  • November 2023Odessa und die Bessarabiendeutschen: Erinnerungen von Wilfried HanneforthWilfried Hanneforths verstorbene Frau gehörte zu den Bessarabiendeutschen, deren Vorfahren ab etwa 1814 als deutschsprachige Minderheit in Bessarabien siedelten, bis die Bevölkerungsgruppe 1940 umgesiedelt wurde und nach dem Krieg auch eine Gruppe nach Isselhorst kam, die sich im „Bessarabiendeutschen Verein e.V.“ organisierte. Hanneforth bereiste die Region 1993, 1995, 1997 und 2008 und besuchte dabei mehrfach Odessa, das 1794 von Katharina der Großen gegründet wurde und heute als gefährdetes Weltkulturerbe gilt. Schon vor der Wende hatte er mit seiner Frau die damaligen Sowjetrepubliken Georgien, Armenien und Aserbaidschan bereist und dort den Unabhängigkeitswunsch der Menschen gespürt. Er schließt seinen Bericht mit der Sorge, Putin versuche mit seinem Angriffskrieg, das alte Großrussland wiederherzustellen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 183 · November 2023
  • Februar 2024Weihnachts-Hochwasser: Isselhorst wieder unter WasserÜber die Weihnachtsfeiertage 2023 verbrachten viele Isselhorster ihre Zeit im Keller, weil ein durch Dauerregen extrem hoher Grundwasserstand über poröse Hausanschlüsse und Risse in Wänden und Lichtschächten eindrang. Der Autor, seit 73 Jahren im Dorf, hatte einen solchen Grundwasserstand zuvor noch nie erlebt; vielerorts halfen Pumpen, Wassersauger und Eimer nur bedingt. Da das abgepumpte Wasser über Kanal, Lutter und später Ems abfloss, war die Lage für Anwohner an der oberen Ems streckenweise noch schlimmer als in Isselhorst selbst. Die Feuerwehr befüllte auf freiwilliger Basis Sandsäcke, auch an den Feiertagen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 184 · Februar 2024
  • Februar 2024Preis der Bürgerstiftung Gütersloh für Renate und Rainer BethlehemRenate und Rainer Bethlehem erhielten den Preis der Bürgerstiftung Gütersloh für ihr jahrzehntelanges Engagement, nachdem sie bereits 1994 einen der ersten städtischen Umweltpreise erhalten hatten. Aus dem geerbten Grundstück am Außenheideweg, das Renate Bethlehem „Acker“ nennt, entstand ein Naturparadies mit alten Obstbaumsorten, Hecken und Nistkästen, in dem seit 22 Jahren Kinder der Gütersloher Naturschule und seit 2007 das „Faba-Naturprojekt“ für Kinder psychisch- oder suchtkranker Eltern zu Gast sind. 2014 wurde das Projekt als offizielles Projekt der UN-Dekade Biologische Vielfalt ausgezeichnet, 2018 folgte der Sonderpreis des Carolinen-Umweltpreises. Bereits 1983 hatte Rainer Bethlehem als einer der ersten Grünen-Kandidaten in Gütersloh kostenlose Trinkwasseruntersuchungen angeboten, weil eine undichte Deponie in Niehorst viele Hausbrunnen gefährdete.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 184 · Februar 2024
  • Februar 2024Abschied von drei langjährigen FeuerwehrkameradenDer Löschzug Isselhorst nahm Abschied von drei langjährigen Kameraden: Unterbrandmeister Heinrich Krull (67, Dienst 1979-2015), der besonders bei landwirtschaftlichen Einsätzen als Fachmann half; Hauptbrandmeister Kuno Schaeffer (78, seit 1963 dabei, zuletzt fast 17 Jahre Leiter der Ehrenabteilung); und Erhard Feldkord (74), der 1967 der Gründungsgruppe der Jugendfeuerwehr beitrat und später als Berufsfeuerwehrmann bei der Stadt Gütersloh arbeitete. Zusammen brachten die drei es auf 118 Jahre Feuerwehrdienst für Isselhorst und Gütersloh. Der Löschzug erinnert zugleich daran, dass Angriffe auf Rettungskräfte mit Böllern oder verbalen Attacken jeglichen Respekt vermissen lassen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 184 · Februar 2024

Porträtfotos von Kuno Schaeffer, Heinrich Krull und Erhard Feldkord (in der Gründungsgruppe der Jugendfeuerweh

Porträtfotos von Kuno Schaeffer, Heinrich Krull und Erhard Feldkord (in der Gründungsgruppe der Jugendfeuerweh
Quelle: Der Isselhorster

  • Februar 2024Landwirtschaftlicher Ortsverband klärt auf dem Wochenmarkt über Bauernproteste aufAm 12. Januar 2024 besuchte der Landwirtschaftliche Ortsverband Isselhorst den Wochenmarkt, um über die Hintergründe der bundesweiten Bauernproteste aufzuklären und sich ausdrücklich von rechten Vereinnahmungen zu distanzieren. Auslöser war die gestrichene Rückerstattung der Agrardieselsteuer von 21,48 Cent je Liter, wodurch deutsche Landwirte trotz hoher Sozial- und Umweltstandards einem verschärften Wettbewerb etwa mit Frankreich, Dänemark oder Belgien ausgesetzt sind. Der Ortsverband verweist zudem auf gesunkene Mehrwertsteuersätze für die Landwirtschaft und die Auflösung der „Borchert-Kommission“ zum Umbau der Tierhaltung. Der Beitrag schließt mit dem Hinweis, dass der Weizenpreis inflationsbereinigt heute weit unter dem Niveau von 1950 liege.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 184 · Februar 2024
  • Februar 2024Winterfest des Bauernvereins: Die Büttkens spielen „Emmas Laden“Nach dreieinhalb Jahren Pause fand am 20. Januar wieder das Winterfest des örtlichen Bauernvereins in der vollbesetzten Festhalle statt. Die Theatergruppe „Die Büttkens“ führte das Stück „Emmas Laden“ auf, in dem zwei Schwestern gemeinsam mit ihrer tarotkartenlegenden Kundin Agathe einem mysteriösen Isselhorster Neubürger auf die Schliche kommen. Das Bühnenbild eines Tante-Emma-Ladens erinnerte ältere Zuschauer an die frühere Dreesbeimdieke-Filiale und Brinkmanns Lebensmittelgeschäft in Hollen. Im Anschluss sorgten DJ und Landjugend für Partystimmung; das Stück sollte am 10. März 2024 beim Isselhorster Theaterkaffee wiederholt werden.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 184 · Februar 2024
  • März 2024Esel Horst: Ein neues Maskottchen für den Dorf- und HeimatvereinZur Jahreshauptversammlung stellte der Dorf- und Heimatverein sein neues Maskottchen vor: den Esel „Horst“, der in der Holtkämperei wohnt und Kindern im Kirchspiel künftig Freude bereiten soll, seit diese seit 2024 kostenlos Vereinsmitglied werden können. Die Idee stammt von den drei Frauen Elke Clostermeyer, Astrid Schoon-Rohlfs und Petra Hilmer, die sich um Horst kümmern. Er soll ab sofort regelmäßig im „Isselhorster“ auftreten, etwa bei der Dorfreinigung im April, und ist unter der Adresse „Esel Horst, An der Lutter 1“ oder per E-Mail erreichbar. Der Name spielt auf die enge Verbindung Isselhorsts mit Eseln an, von der Sage über die Kirchengründung bis zum bronzenen Esel auf dem Kirchplatz.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 185 · März 2024
  • März 2024Freimaurerloge sapere aude bezieht Räume in der Alten SchuleDie Freimaurerloge „sapere aude“ ist im Februar 2024 in das erste Obergeschoss der Alten Schule in Isselhorst eingezogen und trifft sich seither freitags gegen 20 Uhr. Der Logenname bedeutet „Habe Mut, dich deines Verstandes zu bedienen“, ein Ausspruch, den Immanuel Kant 1784 als Leitspruch der Aufklärung prägte; die rund 20 Brüder gaben sich diesen Namen bereits 2013. Der Begriff „Freimaurer“ geht auf die mittelalterlichen „freestone-masons“, englische Steinmetzbruderschaften, zurück und verweist auf die Ideale von Brüderlichkeit, Toleranz und Humanität. An jedem vierten Freitag im Monat sind Gäste zu offenen Themenabenden willkommen, etwa am 19. April zum Thema „Wertewandel / Werteverschiebung“.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 185 · März 2024
  • März 2024HS-Antik: Henner Schröder zeigt 150 Jahre Wasser- und WärmegeschichteFirmengründer Henrich „Henner“ Schröder hat auf dem Betriebshof seines gleichnamigen Unternehmens eine kleine private Ausstellung namens „HS-Antik“ mit historischen Bädern, Heizungen, Gasgeräten und Werkzeugen aus rund 150 Jahren zusammengestellt. Zu sehen sind unter anderem ein Bad um 1900, ein über 100 Jahre alter Gaszähler aus London, der von 1907 bis nach der Wende in Betrieb war, sowie miniaturisierte Blech-Badgegenstände aus alten Puppenstuben. Viele der über fünf Jahrzehnte gesammelten Stücke stammen aus dem Kirchspiel Isselhorst selbst. Interessierte können sich telefonisch bei Henner Schröder für eine Führung anmelden.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 185 · März 2024
  • März 2024Geschichte der katholischen Kirche Maria Königin: Von der Flüchtlingskirche zur MinderheitBis 1945 lebten in Isselhorst fast ausschließlich evangelische Christen, doch mit den katholischen Flüchtlingen und Vertriebenen aus Schlesien und dem Sudetenland zählte man Ende der 1940er Jahre bereits rund 800 Katholiken im Dorf. Am 23. September 1956 wurde der Grundstein für die als „Flüchtlingskirche“ errichtete Kirche „Maria Königin“ gelegt, die am 26. Mai 1957 geweiht wurde und zunächst zur Pfarrei Brackwede, später zu Ummeln und schließlich 1980 zu „Heilige Familie“ Blankenhagen gehörte. Heute prägen Kirchenaustritte und Priestermangel das Gemeindeleben, doch es gibt weiterhin regelmäßige Vorabendmessen, eine „Wort-Gottes-Feier“ durch engagierte Laien sowie ein unregelmäßiges „Kirchen-Kino“. Eine neue Stelentafel am Gebäude erinnert nun an diese Geschichte.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 185 · März 2024
  • März 2024Klassentreffen: 60 Jahre nach der Einschulung zu Ostern 1963Fünf Jahre nach dem ersten Wiedersehen 2018 trafen sich am 21. Oktober 19 von 39 ehemaligen Mitschülerinnen und Mitschülern der Volksschulklasse von Ostern 1963 im Isselhorster Landhaus, initiiert von Eckhard Niermann. Einige reisten aus Bremen, Oldenburg, Berlin, Troisdorf, Groß Pankow, Porta Westfalica und Dortmund an. Höhepunkt des Abends war ein von Eckhard vorbereitetes Wissensquiz anhand einer Karte von „Isselhorst 1963“ mit den damaligen Geschäften, Ärzten und Handwerkern. Wegen des fortgeschrittenen Alters beschloss die Gruppe, das nächste Treffen bereits nach drei statt fünf Jahren zu veranstalten.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 185 · März 2024

der Ehemaligen beim Wiedersehen zum 60. Jubiläum der Einschulung

der Ehemaligen beim Wiedersehen zum 60. Jubiläum der Einschulung
Quelle: Der Isselhorster

  • Mai 2024Landfleischerei Rau wird Deutscher Meister der SchlachtereienDie von Uwe, Marita und Sohn Andre Rau geführte Landfleischerei Rau aus Isselhorst wurde bei der Europameisterschaft der Wurstproduzenten im niederländischen Heerlen mit neun Gold- und einer Silbermedaille für zehn eingereichte Produkte „Deutscher Meister“ unter den deutschen Betrieben. Im europaweiten Wettbewerb mit über 100 Teilnehmerbetrieben aus sieben Ländern erreichte der 1957 gegründete und seit 1977 in Isselhorst ansässige Familienbetrieb mit 497 von 500 möglichen Punkten zudem Platz vier, den Titel „Viertbester Wurstproduzent Europas“. Im Vorjahr hatte der Betrieb mit 498 Punkten noch Platz drei belegt. Uwe Rau zeigte sich angesichts der starken internationalen Konkurrenz als kleines Familienunternehmen „extrem glücklich“.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 186 · Mai 2024
  • Mai 2024Nachruf: Helmut R. Meyer und die Geschichte der „Pastoren-Micke“Der Unternehmer und Ballonfahrer Helmut R. Meyer starb im Alter von 88 Jahren; er kaufte 1955 als 19-Jähriger gemeinsam mit einem Freund für 280 Mark den BMW Dixi von 1928, das frühere Auto von Pastor Otto Wiehage, das die Isselhorster liebevoll „Pastoren-Micke“ nannten. Als die beiden jungen Männer eine Dreiklangfanfare montierten und mit Sirenengeheul durchs Dorf fuhren, dichtete Pastor Wiehage empört ins Kirchenblatt: „Dixi ade, scheiden tut weh.“ 1956 fuhr Meyer mit dem Wagen bis nach Gibraltar; bei dieser Gelegenheit lernte er auch seine spätere Frau Hilde kennen. Meyer beschrieb die Episode 2001 in seinem Buch „Vom Tabakpflücker zum Globalplayer“.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 186 · Mai 2024
  • Mai 2024Horstine und Horst: Was der Ortsname Isselhorst wirklich bedeutetAnlässlich des neuen Maskottchens Esel Horst untersuchte Prof. Dr. Werner Freitag den Ursprung des Ortsnamens: Laut der Sprachwissenschaftlerin Dr. Claudia Maria Korsmeier hat das Bestimmungswort „Issel“ entgegen einer verbreiteten Annahme nichts mit „Esel“ zu tun, sondern geht auf das altsächsische Gewässerwort „Isla“ für kaltes oder schnell fließendes Wasser zurück, vermutlich die Lutter. Das Grundwort „Horst“ bezeichnete im Mittelalter ein erhöhtes, gemeinschaftlich genutztes Areal mit Niederwaldwirtschaft, das auch als Weide diente, wie der Agrarhistoriker Gisbert Strotdrees darlegt. Auch die Nachbarorte Niehorst (Neuhorst), Patthorst und Bockhorst (Buchenhorst) tragen dieses Grundwort, das grammatisch weiblich war („die Horst“), weshalb der Autor scherzhaft anmerkt, Esel Horst bräuchte eigentlich eine „Horstine“ als Gefährtin.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 186 · Mai 2024
  • Mai 2024Erinnerungen an Pastor Otto Wiehage (1926-1961)Wilfried Hanneforth erinnert sich an Pastor Otto Wiehage, der von 1926 bis 1961 und damit 35 Jahre lang Pfarrer in Isselhorst war und ihn 1959 mit seiner Frau Ise traute. Wiehage verfasste die heimatkundlichen Schriften „Aus der Geschichte des Kirchspiels Isselhorst“ (1933) und „Beiträge zur Heimatkunde“ (1973) mit plattdeutschen Dorfanekdoten, obwohl er selbst kein Plattdeutsch sprach. Laut einem Nachtrag der Redaktion war Wiehage anfangs den „Deutschen Christen“ nicht abgeneigt, distanzierte sich aber bald von deren Verschmelzung von Protestantismus und NS-Ideologie; nach 1945 kümmerte er sich seelsorgerisch intensiv um vertriebene Ostdeutsche. Mit 35 Dienstjahren steht er hinter dem 2023 verabschiedeten Pfarrer Reinhard Kölsch, der 37 Jahre amtierte, an zweiter Stelle der längsten Amtszeiten in Isselhorst.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 186 · Mai 2024

Pastor Otto Wiehage

Pastor Otto Wiehage
Quelle: Der Isselhorster

  • Mai 2024Europäischer Künstlerweg startet nächste Etappe Richtung FinnlandDie nächste, 2200 Autokilometer lange Etappe des von Nirgül Kantar-Dreesbeimdieke initiierten Europäischen Künstlerweges führt ab 28. Juni von Dänemark durch Skandinavien bis nach Lappeenranta in Finnland. Zur Ausstellungseröffnung am 7. April in ihrem Atelier am Kirchplatz waren digital zugeschaltete Künstlerinnen aus Schweden sowie die dänische Künstlerin Tina Theilgard zu Gast; Siegfried Bethlehem erläuterte den Schwerpunkt der Etappe: Schöpfungsbewahrung und Inklusion, unter anderem mit Werken des Wertkreises der Flexi-Eingliederungshilfe. Auf dem Dach des Isselhorster Atelierhauses soll künftig eine Stele mit den Wappen des Kirchspiels und Lappeenrantas den Künstlerweg nachzeichnen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 186 · Mai 2024
  • Mai 2024Verkehrsversuch: Erste Schritte zur Neugestaltung des KirchplatzesSeit Ende April läuft ein zunächst auf sechs Monate befristeter Verkehrsversuch, den der Dorf- und Heimatverein mit der Stadt Gütersloh ausgehandelt hat, um den seit 1999 als faktischen Parkplatz genutzten Kirchplatz wieder zum Aufenthaltsort zu machen. Bislang wurden sieben mobile Hochbeete mit essbaren Pflanzen sowie drei Bankgarnituren aufgestellt, während Park- und Halteverbotsschilder der Stadt das Dreieck vor der Kirche autofrei halten sollen. Die Resonanz sei bisher überwiegend positiv gewesen; langfristig ist an dieser Stelle ein kleiner Park mit Bäumen und eventuell einem Eselsbrunnen angedacht. Der Verein betont, dass der Platz weiterhin als Multifunktionsfläche für Wochenmarkt, Kirmes und Weihnachtsmarkt dienen soll.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 186 · Mai 2024
  • August 2024100 Jahre Kantorei Isselhorst1924 gründete Lehrer Albert Eickholz einen Kirchenchor in der evangelischen Kirchengemeinde mit 52 Mitgliedern; der Posaunenchor bestand da schon seit 1886. Über die Chorleiter Ernst Imkamp, Karl Krieger und 32 Jahre lang Hugo Müller entwickelte sich der Chor weiter, bis 1989 mit Dorothee Bauer und Thomas Meyer-Bauer erstmals eine hauptamtliche Kantorenstelle eingerichtet wurde. Seit 2003 leitet Birke Schreiber die Kantorei, die unter ihr Werke wie Mozarts Krönungsmesse, Händels Messias und Bachs Weihnachtsoratorium aufführte. Zum Jubiläum würdigte ein Gottesdienst am 29. September 2024 mit dem Posaunenchor die Bedeutung der Kantorei für die Dorfgemeinschaft.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 187 · August 2024

Kantorin Birke Schreiber

Kantorin Birke Schreiber
Quelle: Der Isselhorster

  • August 2024Schützenverein Niehorst: 100 Jahre und neues KaiserpaarDer Schützenverein Niehorst beging 2024 sein 100-jähriges Bestehen und feierte zugleich das traditionelle Pfingst-Schützenfest. Nach dem 296. Schuss krönte sich Norbert Gläser zum neuen Kaiser und wählte seine Frau Bärbel zur Kaiserin, während der hölzerne Adler bei der Landung zerbrach und über Nacht von Vereinsmitgliedern wieder zusammengesetzt wurde. Bei der Jahreshauptversammlung übernahm zudem Markus Brinkmann den Vorsitz von Sven Fiedler. Die große Jubiläumsfeier war für den 7. September 2024 im Schützenhaus geplant.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 187 · August 2024
  • August 2024Nachruf Heinrich KrümpelmannHeinrich Krümpelmann starb im Mai 2024 im Alter von fast 100 Jahren; als 19-Jähriger hatte er in der Wehrmacht drei Schussverletzungen überlebt und geriet nach dem Krieg in französisch-belgische Gefangenschaft. Über vierzig Jahre sammelte er als Haussammler für den Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge und hielt von 1991 bis 2005 die Reden zum Volkstrauertag in Isselhorst. Als Kreisvorsitzender der CDA von 1973 bis 1986 verhinderte er in den 1990er Jahren maßgeblich den Bau einer Müllverbrennungsanlage in Gütersloh. 1983 erhielt er das Bundesverdienstkreuz; sein plattdeutsches Lebensmotto blieb bis zuletzt, dass er trotz allem nicht jammern wolle.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 187 · August 2024
  • August 2024KiTa Holtkamp feiert 50-jähriges BestehenDie Kindertagesstätte Holtkamp wurde am 14. Dezember 1973 als Zweigruppeneinrichtung für rund 50 Kinder in der ehemaligen, um 1900 erbauten Volksschule Holtkamp eröffnet und feierte im Mai 2024 ihr 50-jähriges Bestehen. Der Umbau kostete damals nur rund 63.000 DM, während ein vergleichbarer KiTa-Neubau in Brackwede-Südwestfeld zur selben Zeit 584.000 DM verschlang. Heute bietet die Einrichtung wegen gestiegener räumlicher Qualitätsanforderungen nur noch 22 statt ursprünglich 50 Kindern Platz. Zur Feier kamen der Bezirksbürgermeister von Brackwede und der Bielefelder Sozialdezernent.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 187 · August 2024

Historisches Einladungsschreiben zur Eröffnung am 14. Dezember 1973 sowie die KiTa Holtkamp heute mit Volkssch

Historisches Einladungsschreiben zur Eröffnung am 14. Dezember 1973 sowie die KiTa Holtkamp heute mit Volkssch
Quelle: Der Isselhorster

  • August 2024Halbzeit beim Verkehrsversuch am KirchplatzSeit April 2024 lief auf dem Isselhorster Kirchplatz ein von der Stadt Gütersloh begleiteter Verkehrsversuch mit Parkverbot auf einer rund 800 Quadratmeter großen Teilfläche vor der Kirche. Die Auswertung zeigte, dass dort im Schnitt nur 10 Autos parkten, während die Belegung auf dem Ersatzparkplatz vor der Festhalle von 16 auf 25 Fahrzeuge stieg, bei einer Kapazität von rund 30 Stellplätzen. Auf den öffentlichen Parkplätzen Dorfplatz und gegenüber der Turnhalle blieben tagsüber im Schnitt 15 beziehungsweise 20 Plätze frei. Historische Fotos zeigen den Wandel des Platzes vom funktionalen Dorfkern mit Drechslerei und Feuerwehr über die reine Rasenfläche der 1970er Jahre bis zum heutigen Konflikt zwischen Parkraum und Aufenthaltsqualität.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 187 · August 2024

Historische Ansichten des Kirchplatzes aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, den 1970er Jahren und währe

Historische Ansichten des Kirchplatzes aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, den 1970er Jahren und währe
Quelle: Der Isselhorster

  • August 2024Erzählcafé „Feuer und Flamme“ zur FeuerwehrgeschichteBeim Erzählcafé im Feuerwehrmuseum berichtete Museumsdirektor Rolf Ortmeier über die rund 175-jährige Geschichte der Feuerwehr, aus einer Zeit, als noch mit Eimern und pferdegezogenen Hand- und Druckspritzen gelöscht wurde. Hans-Joachim Koch, seit 1999 Leiter der Feuerwehr Gütersloh, schilderte den Aufbau hauptamtlicher Wachen, während Jeanette Theilmeier, Leiterin der Werkfeuerwehr Miele, von den ersten Feuerwehrfrauen im Krieg und ab den 1970er Jahren erzählte. Auch Firmen wie Miele, MohnMedia, Pfleiderer und Westag hatten eigene Werkfeuerwehren. Die rund 30 Gäste erfuhren zudem, dass es in Isselhorst schon 1890 eine Feuerwehr-Musikkapelle gab.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 187 · August 2024
  • Oktober 2024Neues Kinderbuch „Schau, so schön ist Isselhorst!“Zum Weihnachtsmarkt 2024 erschien das erste Kinderbuch des Dorf- und Heimatvereins, „Schau, so schön ist Isselhorst!“, mit Texten von Henrike Lippa und Illustrationen von Katrin Dageför, in dem Maskottchen Esel Horst Kinder auf einer Rundreise durchs Kirchspiel durch alle vier Jahreszeiten führt. Von den zunächst gedruckten 750 Exemplaren kostet jedes 17,80 Euro; ein QR-Code verlinkt zu weiteren Informationen über die gezeigten Sehenswürdigkeiten. Auch der WDR wurde auf das Projekt aufmerksam und begleitete die Vorstellung mit der Kamera.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 188 · Oktober 2024
  • Oktober 2024Erhard Baumeister – Einfach machenErhard Baumeister aus Isselhorst, mit 81 Jahren einer von nur zwei motorradfahrenden Landwirten im Kirchspiel, erwarb 1960 im Alter von 17 Jahren den „Alten Motorradführerschein“ Klasse 1, kam aber erst nach der Hofübergabe an seinen Sohn zum intensiven Motorradfahren. Seit 2009 bereiste er achtmal mit einer Harley-Davidson die Route 66 in Kalifornien; vor acht Jahren erfüllte er sich mit einer amerikanischen Indian Springfield seinen „Motorradtraum“. Mit dieser Maschine legte er bereits rund 120.000 Kilometer zurück, darunter Touren zu Verwandten in die Schweiz und zu Freunden bis nach Berlin und Kärnten, und kam allein 2024 auf weitere 16.000 Kilometer.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 188 · Oktober 2024
  • Oktober 2024Die alte Schule in HoltkampVor der 1900 eröffneten Volksschule Holtkamp gab es dort schon länger eine einfache Nebenschule in „Bollwegs Kotten“, die bis 1861 vom Weber und Lehrer Schniedermann betrieben wurde, ehe die Kinder nach Isselhorst oder Ströhen wechselten. Der erste Lehrer der neuen Volksschule, Julius Helling, bezog 1900 ein Diensteinkommen von 1.350 Mark, während ein Knecht zum Vergleich nur rund 115 Mark im Jahr plus Kost und Logis erhielt. Die Finanzierung sorgte immer wieder für Streit zwischen den Gemeinden Isselhorst und Holtkamp, etwa um Gastschulgeld für auswärtige Kinder. Nach der kommunalen Neuordnung wurde die Schule geschlossen und die Räume 1974 zur Kindertagesstätte Holtkamp umgebaut.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 188 · Oktober 2024
  • Oktober 2024Nach einem Jahr in GriechenlandDer Isselhorster Johannes Lücke berichtete zum Abschluss seines Freiwilligenjahres im Kommunalen Museum des Holocaust von Kalavryta in Griechenland, wo am 2. April 2024 der griechische Ministerpräsident Kyriakos Mitsotakis das Museum besuchte. Prägender war für ihn der regelmäßige Kontakt zu einem 1936 in Kalavryta geborenen Zeitzeugen, dessen Vater beim NS-Massaker im Ort ermordet worden war; 1955 vermittelte die SPD-Politikerin Ehrengard Schramm von Thadden ihm und 32 weiteren Söhnen ermordeter Väter eine Ausbildung bei deutschen Firmen wie AEG, Siemens und Bayer. Der Zeitzeuge lebte danach unter anderem in Krefeld und Reutlingen, kehrte in den 1960er Jahren nach Griechenland zurück und spricht bis heute fließend Deutsch. Lücke resümiert, durch das Jahr in Kalavryta sei Geschichte für ihn erstmals plastisch geworden.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 188 · Oktober 2024
  • Oktober 2024Neuer Krimi spielt in IsselhorstDer pensionierte Erste Polizeihauptkommissar und Ex-Leiter der Polizeiwache Halle/Westfalen, Jan Bobe, stellte im Oktober 2024 im Gütersloher Parkbad seinen zweiten, teils in Isselhorst spielenden Krimi „Was über is', muss wech“ vor. Darin flüchtet der gescheiterte Gütersloher Malte Diekmöller zu seiner Cousine Trude nach Isselhorst und rutscht dort in ein Doppelmordprojekt ab. Bobes Debütkrimi „Nur ein Schubs“ von 2018 wurde mit drei Auflagen ein regionaler Bestseller; der neue Roman (324 Seiten, 15 Euro) ist bei Schreibwaren Minuth erhältlich.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 188 · Oktober 2024
  • Oktober 2024Satire: „Wänn ick de Köening von Dütskland wöer“In einer plattdeutschen Satire fantasiert Siegfried Kornfeld, was er als „Ortsvorsteher von Isselhorst“ alles ändern würde – ein Amt, das 1989 durch eine Ratsmehrheit aus SPD, Grünen und FDP abgeschafft wurde, auch mit seiner eigenen damaligen Stimme bei den Grünen. Augenzwinkernd erwägt er, als „König von Isselhorst“ das 1970 bei der kommunalen Neuordnung abtrünnig gewordene Holtkamp zu erobern, hält das aber selbst für „baren Unsinn“. Die Glosse spielt mit Rio Reisers Lied „König von Deutschland“ und persifliert die Debatte um Parkplätze und Radverkehr am Kirchplatz, etwa mit der Forderung, Brautpaare sollten künftig mit dem Auto bis vor den Altar fahren dürfen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 188 · Oktober 2024
  • 22.11.2024Archivgruppe findet NSDAP-Kartei und alte GemeindechronikAnlässlich des 400-jährigen Jubiläums der Holtkämperei sichtete die Archivgruppe des Dorf- und Heimatvereins ihre Bestände und fand dabei eine handschriftliche Gemeindechronik Isselhorsts von 1800 bis 1848, die auf eine Verordnung der Königlichen Regierung zu Minden von 1817 zurückgeht. Eine detaillierte Flurkarte des Kirchspiels von vermutlich 1884 vom Hof Jürgensmann musste wegen ihrer Größe mit einem Übergrößenscanner des Stadtarchivs digitalisiert werden. Zudem tauchte im Vereinsarchiv eine fast vollständige Mitgliederkartei der NSDAP-Ortsgruppe Isselhorst auf, die als seltener Fund für kleinere Orte nun dem Stadtarchiv übergeben und dort für die Forschung erschlossen wird. Auch Dokumente über Rechtsgeschäfte mit dem Kloster Marienfeld bis ins 17. Jahrhundert wurden entdeckt, sind aber stark verschimmelt und müssen erst restauriert werden.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 189 · 22.11.2024
  • 22.11.2024Unser Dorf ohne Minuth?Das 1965 gegründete und seit 2015 von der Familie Minuth geführte Schreib- und Papierwarengeschäft an der Haller Straße – zugleich Isselhorsts einzige Poststelle und Lottoannahmestelle – kämpft nach dem Straßenausbau 2020, der Corona-Pandemie und dem Online-Handel um seine Existenz. Inhaber Uwe Minuth berichtet, dass allein von 2010 bis 2024 fünf der sechs Schreibwarengroßhändler in der Region geschlossen haben und der Schulbedarfs-Umsatz nahezu komplett weggebrochen ist. Ohne das Geschäft müssten Isselhorster für Briefe, Pakete und Lottoscheine nach Gütersloh fahren. Autor Siegfried Kornfeld warnt, das Dorf könnte sonst weitere Infrastruktur verlieren, wie es im benachbarten Hörste bereits fehlt, wo eine Genossenschaft nun mühsam eine Nahversorgung aufbaut.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 189 · 22.11.2024
  • 22.11.2024WDR dreht „Aktuelle Stunde“ in IsselhorstDer WDR drehte über mehrere Wochen und acht Drehtage in Isselhorst und strahlte vom 18. bis 22. November 2024 in der Lokalzeit „Aktuelle Stunde“ jeden Abend vierminütige Reportagen über Bürger, Vereine und Besonderheiten des Dorfes aus. Die Journalisten Christian Saftig und Jan-Ole Niermann orientierten sich dabei am neuen Kinderbuch „Schau, so schön ist Isselhorst“ des Dorf- und Heimatvereins. Bei Kaffee und Kuchen im AWO-Marktcafé bedauerten sie, dass die insgesamt nur 20 Minuten Sendezeit nicht für alle interessanten Geschichten reichten. Die Beiträge sind in der ARD-Mediathek unter „Lokalzeit OWL“ mit Datumsangabe noch rund zwei Jahre abrufbar.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 189 · 22.11.2024
  • 22.11.2024Firmenübergabe nach 89 Jahren: Aus Westerhelweg wird SHK SpeckmannNach 89 Jahren Firmengeschichte übergaben Anke und Christian Westerhelweg ihren 1936 von Heinrich Giljohann gegründeten Heizungs- und Sanitärbetrieb im Januar 2025 an den langjährig angestellten Meister Christopher Speckmann und dessen Frau Nadine. Das Unternehmen firmiert künftig als SHK Speckmann GmbH, bleibt aber am Firmensitz Tuxhornweg in Isselhorst. Christian Westerhelweg selbst arbeitet im neuen Unternehmen weiterhin als angestellter Meister mit.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 189 · 22.11.2024
  • 22.11.2024Ostseeurlaub mit „den Flotten“ vom PastorengartenSechs Bewohnerinnen der Diakonie-Wohngemeinschaft „Am Pastorengarten“ reisten im September 2024 nach dreimonatiger Planung eine Woche lang mit vier Betreuerinnen nach Sierksdorf an die Ostsee, unter anderem mit Stationen in Timmendorfer Strand, „Karls Erlebnisdorf“, einer Schifffahrt über fünf Seen bei Plön und einer Sandskulpturenausstellung in Travemünde. Die 96-jährige Hilde erklomm dabei mühelos die steile Wendeltreppe zur Meeresblick-Terrasse des Ferienhauses, und Helga erfüllte sich mit dem Besuch am Timmendorfer Strand einen langgehegten Wunsch. Das Team resümiert, die Reise mit sechs Bewohnerinnen und vier Mitarbeiterinnen sei „nicht nur machbar, sondern auch jeder einzelnen Anstrengung wert“ gewesen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 189 · 22.11.2024
  • 22.11.202440 Jahre Weihnachtskonzert der „Weihnachtsfreunde“Am 23.12.1984 gab das Blechbläserensemble um den Isselhorster Michael Koch erstmals sein Weihnachtskonzert in der evangelischen Kirche Isselhorst; 2024 feierten die zehn auf verschiedene Orchester der Republik verteilten Musiker ihr 40-jähriges Jubiläum. Weil ein Konzert bald nicht mehr genug Publikum fasste, gibt es seit einigen Jahren zwei Aufführungen am selben Abend um 16:30 und 20:00 Uhr sowie ein Zusatzkonzert am 22.12. in Eckardtsheim.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 189 · 22.11.2024

2025 – 2026

975 Jahre Kirchspiel und darüber hinaus

  • 07.02.2025Doppeljubiläum bei der Firma WoestmannDie Landmaschinenfirma Manfred Woestmann in Ummeln feierte im Oktober 2024 ihr 40-jähriges Betriebsjubiläum, das zugleich ein 255-jähriges Doppeljubiläum markiert, da die zugrunde liegende Schmiede Diekmann bereits seit 1769 besteht. Ingrid und Manfred Woestmann übernahmen den Betrieb 1984 von Ingrids Vater, dem Schmiedemeister Helmut Diekmann. Neben Neumaschinen der Marke Massey Ferguson werden bei Woestmann bis heute auch 40 bis 50 Jahre alte Schlepper anderer Hersteller sowie klassische Schlosser- und Schmiedearbeiten an einem alten Amboss ausgeführt.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 190 · 07.02.2025
  • 07.02.202515 Menschen aus dem Kirchspiel tragen das BundesverdienstkreuzSeit Stiftung des Bundesverdienstkreuzes 1951 durch Bundespräsident Theodor Heuss wurden bisher 15 Personen aus dem Kirchspiel Isselhorst mit dieser höchsten allgemeinen Auszeichnung der Bundesrepublik geehrt, darunter Heinrich Krümpelmann (1983), Helmut Lütkemeyer (1988) und der Isselhorster-Redakteur Siegfried Kornfeld selbst (2021). Vorschläge müssen von Dritten eingereicht und über die Staatskanzlei NRW an den Bundespräsidenten weitergeleitet werden; eine Selbstnominierung oder posthume Verleihung ist ausgeschlossen. Die Liste mit Verleihungsdaten und Fundstellen in „Der Isselhorster“ und „Lebendiges Isselhorst“ reicht zurück bis in die 1980er Jahre.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 190 · 07.02.2025
  • 07.02.2025Minuth macht weiter! Ist die Kuh damit vom Eis?Nach der zuvor geschilderten Existenzgefährdung entschied sich Schreibwaren Minuth im Januar 2025 doch weiterzumachen und arbeitet seither intensiv daran, das Warenangebot zu verändern und zu erweitern. Im Schaufenster hängt seit Jahresanfang ein selbstverfasster Reim-Aushang, der Kunden auffordert, vor Ort statt im Internet einzukaufen. Ob sich die Bemühungen mittel- oder langfristig auszahlen, bleibt nach Aussage von Uwe Minuth offen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 190 · 07.02.2025
  • 07.02.2025Vox Rindvieh probt in Isselhorst zum 200. StadtjubiläumMehr als 20 Jahre nach ihrem Bühnenprogramm „Gütersloh! Gütersloh! Gütersloh!“ und ihrer Bürgerfunksendung bei Radio Gütersloh in den 1990er Jahren fanden die drei Gütersloher Comedians Matthias Borner, Jan Furtwängler und Andreas Neuhaus als „Vox Rindvieh“ wieder zusammen. Zwei von ihnen wohnen mittlerweile mit ihren Familien in Isselhorst, wo auch die Proben zur neuen, multimedialen Bühnenshow „200 Jahre Gütersloh – und wie lange müssen wir noch?“ stattfinden. Die Show feiert im September 2025 im Theater Gütersloh Premiere, anlässlich des 200-jährigen Jubiläums der Gütersloher Stadtrechte von 1825.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 190 · 07.02.2025
  • 07.02.2025Jan-Bobe-Lesung: 6.721 Aderlässe in der HoltkämpereiBei einer ausverkauften Autorenlesung mit Krimiautor Jan Bobe in der Holtkämperei verwies Vereinsvorsitzender Henner Schröder auf die „blutige“ Geschichte des Hauses: Ab 1733 ließ der Chirurgus Lütgert seine Patienten dort insgesamt 6.721 Mal zur Ader, was rund 1.500 Liter Blut entsprach. Bobe verwob humorvoll Anekdoten aus seiner Polizeikarriere mit Ausschnitten aus seinem Isselhorst-Krimi „Was über is', muss wech“ und ließ das Publikum rätseln, ob Forke oder Kälberstrick die bessere Mordwaffe wären.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 190 · 07.02.2025
  • 07.02.2025Schule früher – aus einem Bericht von Heinrich StolteDer 1858 in Ströhen geborene Taubstummenlehrer Heinrich Stolte beschrieb in seinem plattdeutschen Buch „Der Bauernhof um 1870“ den harten Schulalltag jener Zeit: Der überlastete Lehrer Siewert unterrichtete vormittags in einer anderen Schule und schlief nachmittags in Ströhen manchmal während des Unterrichts über dem Pult ein. Rechnen brachte sich der junge Stolte größtenteils selbst mit den Fingern bei, während Schreibtafeln auf dem Knie balanciert werden mussten, da die Bänke keine Tische hatten. Der Bericht ergänzt den zuvor veröffentlichten Artikel über die alte Schule Holtkamp und zeigt den damaligen Unterricht in der benachbarten Schule Ströhen und in Brockhagen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 190 · 07.02.2025
  • 11.04.2025Nachruf Rudi SchröderRudi Schröder, geboren 1931 in Gütersloh-Niehorst, starb im Februar 2025 im Alter von 93 Jahren; er war seit 1945 Mitglied im Posaunenchor Isselhorst und prägte 25 Jahre als Vorsitzender und danach als Ehrenvorsitzender den Schützenverein Niehorst, in dem er 1968 König und 1986 Kaiser war. In den 1990er Jahren sicherte er dem Verein mit dem heutigen Schützenhaus ein neues Domizil und pflegte mit launigen Proklamationsreden die plattdeutsche Sprache. Seine Paraderolle als Alleinunterhalter im Sketch „Dinner for One“ führte er 2000 zur 950-Jahrfeier auf.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 191 · 11.04.2025
  • 11.04.2025Ein altes Fachwerkhaus in Niehorst verlässt seinen StandortEin 1697 errichtetes, unscheinbares Fachwerkhaus auf dem Hof Sprickmann/Berning/Buschfranz in Niehorst überstand unbeschadet sogar den Brand des benachbarten Bauernhauses 1959 und diente später der Schmiedefamilie Klas sowie 1973/74 während einer zweijährigen Bauphase als Notunterkunft. Weil an seiner Stelle nun eine Maschinenhalle entstehen soll, wird es seit Januar 2025 sorgsam abgetragen, nachdem ein Interessent aus Minden-Lübbecke wegen abweichender Balkenmaße abgesagt hatte. Ein Nachbar mit eigener Hofstelle in Niehorst übernahm schließlich Steine und Holz, um das Haus später neu aufzubauen; die präzise, genagelte Handwerksarbeit ohne elektrische Werkzeuge beeindruckt bis heute.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 191 · 11.04.2025
  • 11.04.2025Die Ausweisung der Kartoffel?Bei einer Heimatvereinsfahrt 2010 nach Sanssouci fiel auf, dass Besucher bis heute Kartoffeln auf das Grab Friedrichs des Großen legen, der den Kartoffelanbau 1746 per „Kartoffelbefehl“ gegen anfänglichen Widerstand der Bauern durchsetzte, unter anderem mit einer List: bewachte Felder, deren Ernte angeblich für die königliche Tafel bestimmt war, sollten zum Diebstahl des Pflanzguts verleiten. Die aus den Anden stammende, erst um 1570 nach Europa gebrachte Kartoffel hatte damit einen „Migrationshintergrund“, wie Autor Siegfried Kornfeld anmerkt, und wurde erst nach anfänglicher Ablehnung durch Kirche und Bevölkerung zum Grundnahrungsmittel. Als die Knollen 1847/48 großflächig von der Krautfäule befallen wurden, wanderten in der folgenden Hungersnot auch viele Menschen aus dem Kirchspiel Isselhorst nach Amerika aus.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 191 · 11.04.2025
  • 11.04.2025Die Kiebitze kehren zurückDie Population des Kiebitzes ging in den Feuchtwiesen an der Lutter und in Niehorst von rund 140 Brutpaaren in den 1990er Jahren auf nur noch 34 im Jahr 2024 zurück, da intensiv bewirtschaftete Äcker mit Mais und Getreide die früheren Weideflächen ersetzt haben. Laut Stadt Gütersloh hat sich der Bestand dank gezielter Fördermaßnahmen für Landwirte – etwa Elektrozäune und Wildtierkameras zum Schutz der Gelege – in den letzten drei Jahren aber stabilisiert. Autorin Christiane Piepenbrock hatte 1985 selbst eine Reise ins spanische Guadalquivir-Delta unternommen, um die Überwinterungsgebiete der Kiebitze zu erkunden.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 191 · 11.04.2025
  • 11.04.2025Sportpark „Herr Hark“Am 2022 eingeweihten Mehrgenerationenspielplatz in der Krullsbachaue trainiert regelmäßig der frühere Viehkaufmann und Nebenerwerbslandwirt Herr Hark aus Isselhorst, der den zunächst kaum genutzten Bewegungsparcours zu seiner festen Fahrradroute machte. Seine auffällige Treue zu den Fitnessgeräten blieb anderen Isselhorstern nicht verborgen: Inzwischen weist ein informell aufgestelltes Schild die Anlage als „Sportpark Herr Hark“ aus. Der Dorf- und Heimatverein freut sich, dass dieses Projekt des Dorfentwicklungsprogramms so gut angenommen wird.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 191 · 11.04.2025
  • 11.04.2025Es ist mir ein Rätsel: Ein DachbodenfundSeit fast 35 Jahren lebt Siegfried Kornfeld auf dem ehemaligen Hof Holste in Isselhorst und fand dort einst unter dem Dach eines alten Fachwerkschuppens einen rätselhaften, etwa 30 mal 50 Zentimeter großen Holzkasten mit einem Boden aus Weidenrutengeflecht. Weder als Aufbewahrungsbehälter noch als Sieb erschien ihm das Gerät plausibel; die dunkle, wurmfreie Unterseite deutet für ihn eher auf eine kleine, selbstgebaute Obstdarre zum Trocknen von Apfel- oder Pflaumenscheiben über dem Herd hin. Da im Internet keine vergleichbare Abbildung zu finden war, bittet er ältere Leserinnen und Leser um Hilfe bei der Bestimmung des Fundstücks.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 191 · 11.04.2025
  • 13.06.202525 Jahre Isselhorster NachtDie Isselhorster Nacht startete 1999 auf Initiative von Jürgen Dahlke und Eckhard Pawlowski und feiert 2025, coronabedingt zeitversetzt, ihr 25-jähriges statt eigentlich 27-jähriges Jubiläum. Die Laufstrecke wuchs 2003 durch eine Richtungsänderung von 8,5 auf 9,2 Kilometer, und bis heute haben mehr als 33.600 Finisher zusammen fast 200.000 Kilometer zurückgelegt. Seit 2003 kommen Spenden der Veranstaltung der Stiftung Deutsche Schlaganfall-Hilfe zugute; zum Jubiläum am 28. Juni 2025 ist erstmals ein großes Höhenfeuerwerk um 23 Uhr geplant.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 192 · 13.06.2025
  • 13.06.2025Vom 3,5-Tonner zum Logistikdienstleister – Spedition Höcker1935 gründete Heinrich Höcker mit einem gebrauchten 3,5-Tonnen-Dürkopp-Lkw ein kleines Fuhrunternehmen für Milchtransporte zur Molkerei; heute beschäftigt die in dritter Generation von Astrid und Hans-Joachim Höcker geführte Spedition rund 80 Mitarbeitende mit 28 Zugmaschinen, 35 Sattelaufliegern und über 30.000 Quadratmetern Lagerfläche. Seit der Übernahme eines Teils des Werkverkehrs 2007 organisiert Höcker große Teile der Transport- und Lagerlogistik für Miele zwischen den Werken Gütersloh, Bielefeld, Warendorf, Euskirchen und Oelde. Der 85-jährige Hans-Joachim Höcker, der 2000 den Umzug an den heutigen Standort im Industriegebiet Nord mitentschied, hofft augenzwinkernd als „Rentner-Unruhe-Unternehmer“ das 100-jährige Firmenjubiläum 2035 noch zu erleben.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 192 · 13.06.2025
  • 13.06.2025Esel Horst aktiv: Maren Bethlehem als Einlaufkind beim DFB-PokalfinaleDie achtjährige Isselhorsterin Maren Bethlehem lief am 24. Mai 2025 beim DFB-Pokalfinale im Berliner Olympiastadion als Einlaufkind an der Hand von Arminia-Bielefeld-Kapitän Mael Corboz ins Stadion ein, nachdem ihre Familie einen Zeitungsaufruf für Einlaufkinder beantwortet hatte. Sie durfte ihren Opa Siegfried, einen langjährigen Arminia-Fan, der selbst keine Eintrittskarte bekommen hatte, mit nach Berlin nehmen. Arminia verlor das Finale zwar 2:4 gegen den VfB Stuttgart, doch für Maren blieb das Wochenende mit Fanfest, komplettem Trikot-Dress und Begegnungen mit den Profis unvergesslich.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 192 · 13.06.2025
  • 13.06.2025Fleischerei Rau wird drittbeste Deutsche FleischereiDie 1977 gegründete Isselhorster Landfleischerei Rau wurde bei der Europameisterschaft der Fleischereien im niederländischen Heerlen mit 400 Mitbewerbern aus sechs Ländern zur „Drittbesten Deutschen Fleischerei“ gekürt, nachdem sie im Vorjahr noch „Beste Deutsche Schlachterei“ gewesen war. Von 15 eingereichten Produkten in fünf Kategorien erreichten elf die Höchstpunktzahl 50 von 50, darunter alle sieben eingereichten Bratwurstsorten; lediglich eine „Feine Braunschweiger“ senkte mit 46 Punkten den Schnitt auf 49,47 gegenüber 49,60 des Gesamtsiegers. Geführt wird der Familienbetrieb heute von Uwe (66), Marita (61) und Sohn André Rau (33), der bereits die Titelverteidigung für 2026 ankündigt.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 192 · 13.06.2025
  • 13.06.2025975 Jahre Isselhorst ist eine Feier wert2025 feiert Isselhorst sein 975-jähriges Bestehen als Zwischenstation zur großen 1000-Jahrfeier 2050, nachdem die 950-Jahrfeier im Jahr 2000 vierzehn Tage lang gefeiert worden war. Am 6. September 2025 findet unter dem Motto „In Isselhorst geht's rund“ ein Fahrrad-Dorffest mit Radball, Rikschafahrten und Livekonzert statt, am 14. September folgen ein Film- und Fototag mit dem originalen Festumzugsfilm von 2000 sowie die Veröffentlichung einer 132 Seiten starken, interaktiven Jubiläumschronik mit QR-Codes zu den letzten 25 Jahren Kirchspielgeschichte.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 192 · 13.06.2025
  • 13.06.2025Landjugend Hollen packt an: neue Bank für die KrullsbachaueIm Rahmen der bundesweiten 48-Stunden-Aktion der Westfälisch-Lippischen Landjugend baute die Landjugend Hollen am 11. und 13. April 2025 in freundschaftlichem Wettbewerb mit anderen Ortsgruppen eine neue, dauerhafte Sitzbank für die Krullsbachaue, wo bislang neben dem Spielplatz eine Sitzgelegenheit fehlte. Vom Zuschneiden des Holzes bis zum Streichen packten die jungen Mitglieder gemeinsam an und feierten die Fertigstellung mit kühlen Getränken und Snacks. Die Bank soll künftig als Treffpunkt für Jung und Alt zum Verweilen und Klönen dienen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 192 · 13.06.2025
  • August 2025975 Jahre Isselhorst: Und tschüss bis zur 1000-JahrfeierIsselhorst feierte im September 2025 sein 975-jähriges Bestehen als Kirchspiel. 1950 wurde offenbar nicht groß gefeiert, doch nach dem Zweiten Weltkrieg beging man das 900-jährige Jubiläum mit großem Festumzug und Jubiläumsball. 1975 gab es zum 925-jährigen Jubiläum einen Umzug zum Heimatfest, bei dem sich die Teilnehmer auf dem Sportplatz zu einem riesigen Schriftzug „Isselhorst 1975“ formierten, aus einem Flugzeug fotografiert von Hans Dünhölter. Im Jahr 2000 wurde das 950-jährige Jubiläum vierzehn Tage lang mit einem großen Festumzug von über 50 Gruppen gefeiert; zur 975-Jahrfeier 2025 gab es unter anderem eine Jubiläums-Fahrradklingel für 975 Cent und eine neue Chronik „Isselhorst 2000-2025“ auf 132 Seiten.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 193 · August 2025

Historisches Luftbild von 1975 mit dem Schriftzug 'Isselhorst 1975', aus einem Flugzeug fotografiert von Hans

Historisches Luftbild von 1975 mit dem Schriftzug 'Isselhorst 1975', aus einem Flugzeug fotografiert von Hans
Quelle: Der Isselhorster

  • August 2025Märchenhafter Abschied: Claudia Damian verlässt nach 30 Jahren die GrundschuleNach 30 Jahren als Schulleiterin der Grundschule Isselhorst wurde Claudia Damian im Sommer 2025 in einer feierlichen Verabschiedung in der Festhalle verabschiedet, zu der 180 Stühle aufgestellt waren und jeder einzelne besetzt war. Das Kollegium schrieb ihr zu Ehren ein eigenes Märchen, in dem sie selbst die Hauptrolle spielte, und die Schule präsentierte zur Feier ein eigens komponiertes Schullied als Uraufführung. Anschließend wurde Claudia Damian in einer Kutsche, begleitet von Polizei und Feuerwehr, durchs Dorf zur Schule gefahren; sie hatte vor 16 Jahren zudem den OGS Isselhorst e.V. mitgegründet. Ihre Nachfolgerin als Schulleiterin ist Nicole Lassek.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 193 · August 2025
  • August 2025Helmut Koch nach 80 Jahren im Posaunenchor verabschiedetHelmut Koch wurde nach 80 Jahren aktiver Mitgliedschaft im Posaunenchor Isselhorst im Alter von 91 Jahren zu Pfingsten 2025 in den Ruhestand verabschiedet. Er begann 1945 als Elfjähriger mit dem Blasen, nachdem Diakon Karl Krieger die während des Krieges in der Kirche versteckten Instrumente nach Kriegsende wieder hervorgeholt hatte. 1955 wurde Koch zum zweiten Chorleiter gewählt und leitete unter anderem die Reisen zur Partnerstadt Broxtowe bei Nottingham 1979 und 1983. Zum Abschied spielte er noch einmal sein Lieblingslied „Bleib bei mir, Herr! Der Abend bricht herein“ vor dem Altar.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 193 · August 2025

des Posaunenchors Isselhorst während einer Reise nach Broxtowe (England).

des Posaunenchors Isselhorst während einer Reise nach Broxtowe (England).
Quelle: Der Isselhorster

  • August 2025Der Isselhorster Altar und die Frömmigkeit des SpätmittelaltersIm LWL-Museum für Kunst und Kultur in Münster befindet sich der um 1420/30 entstandene „Isselhorster Altar“, ein spätmittelalterlicher Flügelaltar, der bis 1908 in der Isselhorster Pfarrkirche stand. Die Mitteltafel zeigt eine Kreuzigungsszene, umgeben von vier Kreuzwegstationen; die Innenseite des linken Flügels zeigt die Marien- und Annenverehrung, darunter die Geburt Marias in einem spätmittelalterlichen Bürgerhaus. Der namentlich unbekannte Maler wird in der Kunstgeschichte „Meister von Münster“ genannt und schuf auch die Altäre in Warendorf und Darup. Nur der rechte, stark übermalte Seitenflügel ist bis heute in der Isselhorster Kirche geblieben.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 193 · August 2025
  • August 2025Abschied von Dieter HülsmannDieter Hülsmann verstarb am 3. Juli 2025 im Alter von 88 Jahren. Er trat 1951 in den Turnverein Isselhorst ein und war damit 74 Jahre lang eines der treuesten Mitglieder des Vereins. Als aktiver Handballer, Trainer, Schiedsrichter, Vorstandsmitglied und Organisator zahlreicher Turnerfeste prägte er über Jahrzehnte das Vereinsleben, ohne dabei je im Rampenlicht stehen zu wollen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 193 · August 2025
  • August 2025Besichtigung einer Biogasanlage in BrockhagenDie Seniorenunion Gütersloh besichtigte mit knapp 30 Teilnehmern die Biogasanlage von Jörg Düfelsieck in Brockhagen, die er 1996 von seinem Vater Friedhelm übernommen hatte. Die Anlage unterscheidet sich von vielen geförderten Anlagen dadurch, dass ihre Blockheizkraftwerke mit vierfacher Motorleistung (1800 kW) gezielt nur zu Zeiten hoher Börsenstrompreise laufen, wenn wenig Wind- und Sonnenstrom verfügbar ist. Über einen 200 Kubikmeter großen Wasserspeicher werden rund 30 Wohnungen im Umkreis von 500 Metern mit Wärme versorgt, überschüssiges Gas wird über eine 800 Meter lange Leitung zur Firma Hörrmann geleitet und dort verstromt. Der Fermenter der Anlage produziert täglich aus 30 Tonnen Mais und Gülle rund 80 Prozent des Gases.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 193 · August 2025
  • Oktober 2025975 Jahre Isselhorst: Ein Dorf feiert sich selbstAm 6. September 2025 feierte Isselhorst sein 975-jähriges Bestehen mit einem großen Dorffest unter dem Motto „In Isselhorst geht's rund“, zu dem schätzungsweise 3.000 Menschen kamen. Über 300 Ehrenamtliche aus mehr als 15 Vereinen organisierten Fahrrad-Rallye, Musik, Kunstaktionen und Kulinarisches; bei der Fahrradrallye wurden statt der erwarteten 100 über 180 Teilnehmer gezählt. Uwe Schürmann brachte das wohl älteste Rad des Dorfes mit, ein Holzfahrrad ohne Pedale aus dem Jahr 1817, das schon bei der 900- und 950-Jahrfeier dabei gewesen war. Der Künstler Jörn Peter Lorenz schuf aus Fahrradteilen ein vergängliches Kunstwerk mit dem Jubiläumslogo, und am Abend heizte das GTown Rockorchester der Menge bis 22.30 Uhr ein.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 194 · Oktober 2025
  • Oktober 2025Ein Tag der Erinnerung: Erste urkundliche Erwähnung 1050Beim Festakt zum 975-jährigen Jubiläum am 14. September 2025 in der Festhalle erinnerte Siegfried Bethlehem daran, dass Isselhorst als „Gislahurst“ erstmals 1050 im Abgabenverzeichnis des Klosters Freckenhorst schriftlich erwähnt wurde. Er zeichnete die Geschichte der bisherigen Jubiläen nach: 1950 wurde nach Kriegsende das erste große Fest mit Festumzug gefeiert, 1975 nur mit einem Umzug zum Heimatfest, und die 950-Jahrfeier im Jahr 2000 dauerte 14 Tage. Bürgermeister Matthias Trepper würdigte in seiner Rede den Zusammenhalt der Kirchspielgemeinschaft, anschließend wurde der Film vom Festumzug der 950-Jahrfeier in voller Länge gezeigt.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 194 · Oktober 2025

Henner Schröder und Siegfried Bethlehem überreichen Bürgermeister Matthias Trepper die neue Chronik 'Isselhors

Henner Schröder und Siegfried Bethlehem überreichen Bürgermeister Matthias Trepper die neue Chronik 'Isselhors
Quelle: Der Isselhorster

  • Oktober 2025Ute Schallenberg mit Bundesverdienstkreuz ausgezeichnetAm 22. September 2025 wurde Ute Schallenberg im Gütersloher „Haus der Begegnung“ von Landrat Sven-Georg Adenauer das Bundesverdienstkreuz am Bande verliehen, für rund 40 Jahre ehrenamtliches Engagement in Kirchenmusik, Heimatverein und Flüchtlingshilfe. Sie war Mitinitiatorin der 1993 gegründeten hauptamtlichen Kantorenstelle und des 1997 gegründeten Fördervereins Kirchenmusik, der seither über 85 Konzerte finanziert hat. Ute Schallenberg ist die 16. Person aus dem Kirchspiel Isselhorst, die seit 1983 mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet wurde.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 194 · Oktober 2025

Ute Schallenberg erhält von Landrat Sven-Georg Adenauer das Bundesverdienstkreuz am Bande, im Beisein von Dr.

Ute Schallenberg erhält von Landrat Sven-Georg Adenauer das Bundesverdienstkreuz am Bande, im Beisein von Dr.
Quelle: Der Isselhorster

  • Oktober 2025Der Trecker, der eine Ehe stifteteSiegfried Kornfeld erzählt, wie sich bei einer Hochzeit 2019 in der 1623 erbauten Holtkämperei herausstellte, dass sein früherer Trecker, ein 2004 verkaufter Massey Ferguson 353, den Bräutigam über dessen Vater mit der Landwirtschaft in Kontakt gebracht hatte. Der Bräutigam war daraufhin nach Brandenburg gezogen, wo er auf einem Gestüt seine spätere Frau, eine Tierärztin, kennenlernte. Die Holtkämperei selbst wurde 1623 von Johann Pohlmann aus Niederummeln erbaut, der dort eine Backstube betrieb und den ersten Branntwein Isselhorsts brannte; seit 2018 finden dort auch Trauungen statt.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 194 · Oktober 2025
  • Oktober 2025Stromhäuschen-Graffiti binnen eines Tages verunstaltetDas bislang unscheinbare Stromhäuschen am Usedomweg wurde im Auftrag der Netzgesellschaft (Stadtwerke) vom Künstlerduo Meradookie aus Münster (Nils Neumeyer und Lukas Kröger) künstlerisch gestaltet. Bereits am Tag darauf wurde das frisch fertiggestellte Kunstwerk wieder mit Schmierereien verunstaltet. Die Redaktion kommentiert dies unter der Überschrift „Ohne Worte“ als Bruch des eigentlich unter Sprayern geltenden Ehrenkodex, das Werk anderer nicht zu beschädigen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 194 · Oktober 2025
  • Oktober 2025GT-Connection: 65 Jahre FreundschaftRüdiger Rokohl schildert seine seit 1961 in Isselhorst gewachsene Freundschaft mit vier Schulkameraden, die inzwischen über ganz Deutschland und die Niederlande verstreut leben. Seit zehn Jahren treffen sich die Freunde jährlich zu einem Wochenende bei einem von ihnen in der Eifel, unter anderem mit Besuchen des Oldtimer Grand Prix auf dem Nürburgring, dazu jeden Dienstagabend eine gemeinsame Videokonferenz. Trotz der räumlichen Entfernung von der alten Heimat besteht die Freundschaft der „GT-Connection“ nun seit rund 65 Jahren.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 194 · Oktober 2025
  • November 2025100 Jahre Schützenverein NiehorstDer Schützenverein Niehorst feierte 2025 sein 100-jähriges Bestehen mit einem großen Jubiläumsschützenfest am Pfingstwochenende. Beim Adlerschießen erzielte Manuela Brinkmann mit dem 271. Schuss nicht nur den entscheidenden Treffer, sondern krönte sich damit auch selbst zur Königin; die weiteren Insignien gingen an Nicole Hermann, Udo Vogelsang, Daniela Klaus-Klebukowski, Patrick Joecks und Lars Schröder. Bereits zuvor hatte der Verein beim traditionellen Familientag nach längerer Pause wieder ein Kinderkönigsschießen ausgerichtet, das Vincent Strüwer und Marie Schrewe gewannen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 195 · November 2025
  • November 202575 Jahre Janstein: Gedenken an die Neusiedler von 1535Am 12. Juli 2025 jährte sich zum 75. Mal die Aufstellung des Jansteins in Niehorst, der an den bis 1921 dort stehenden Hof Dopheide erinnert. Um das Jahr 1535 hatte Graf Johann III. von Ravensberg, „der Friedfertige“ genannt, Glaubensflüchtlinge unter anderem aus Frankreich als Neusiedler auf sogenannten „Nye Kotters“ angesiedelt, eine frühe Form staatlicher Peuplierungspolitik zur Stärkung dünn besiedelter Gebiete. Der 1928 in Bielefeld gegründete Familienverband Dopheide, auf dessen Initiative der Janstein 1950 errichtet wurde, traf sich zur Gedenkfeier und pflanzte zwei Eichen als Zeichen der fortdauernden Verbundenheit mit dem Kirchspiel.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 195 · November 2025
  • November 2025Kirchplatz-Umgestaltung verzögert sichNach dreijähriger Planung mit Anwohnern und der Stadt Gütersloh steht das Konzept für die Umgestaltung des Isselhorster Kirchplatzes: weniger Parkplätze direkt vor der Kirche, eine zentrale Grünfläche für Veranstaltungen und mehr Aufenthaltsqualität bei Gesamtkosten von rund 167.000 Euro. Ein erster Förderantrag aus dem Programm Struktur- und Dorfentwicklung scheiterte jedoch aus rein formalen Gründen, weil die städtische Zustimmung erst nach Fristablauf im Juni 2025 vorlag. Der Dorf- und Heimatverein beantragt nun Fördermittel über das EU-Programm LEADER bei der Lokalen Aktionsgruppe GT8; eine Entscheidung wird bis Ende März 2026 erwartet, ein Baubeginn frühestens ab April 2026 mit Fertigstellung 2028.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 195 · November 2025
  • November 2025Von der Ruine zum TraumhausJosef Kunter baut mit seiner Familie an der Steinhagener Straße in Isselhorst eine fast 100 Jahre alte Scheune zu zwei Wohnungen für die eigene Familie und die Schwiegereltern um. Die Scheune gehört zu einem geschützten „erhaltenswerten Ensemble“, weshalb original- und stilgetreu von innen nach außen gebaut werden muss. Am Ende soll ein KfW-40-Haus mit staatlichem Nachhaltigkeitssiegel (QNG) entstehen; das Bauprojekt wird von einem befreundeten Fotografen mit Kamera und Drohne dokumentiert und ist auf YouTube zu verfolgen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 195 · November 2025
  • November 2025Die Kirchenmaus hatte GeburtstagRund 130 Kinder und Erwachsene feierten in der Isselhorster Kirche den Geburtstag der Kirchenmaus Micky, einer jährlichen Tradition von Kantorin Birke Schreiber. Andreas Neuhaus erweckte die Maus mit wechselnden Stimmen zum Leben, während Birke Schreiber die Erzählung an der Orgel musikalisch begleitete; die Jungbläser unter Heiner Breitenströter überraschten mit einem Geburtstagsständchen. Anschließend durften die Kinder unter Aufsicht in das Innere des Orgelgehäuses krabbeln, bevor der Förderverein Kirchenmusik zu Saft, Kaffee und Kuchen einlud.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 195 · November 2025
  • November 2025FC Isselhorst zwischen Vandalismus und BauarbeitenDer seit April 2025 amtierende neue Vorstand des FC Isselhorst um den 1. Vorsitzenden Uwe Fraedrich muss mit gleich mehreren Belastungen umgehen: dem kompletten Wegfall des Naturrasenplatzes durch die Erneuerung der Bewässerungsanlage, jahrelangen Einschränkungen durch die Umlegung einer Gasleitung An der Lutter sowie wiederholtem Vandalismus mit zerstörten Bänken, zerschnittenen Tornetzen, einem eingeschlagenen Fenster und gestohlenen Mülltonnen, was zu einer Anzeige und einer neuen Überwachungsanlage führte. Trotz eines dezimierten, aktuell ohne 2. Vorsitzenden und Fußballobmann arbeitenden Vorstandsteams zeigt sich Fraedrich zuversichtlich, dass der Verein die Herausforderungen meistert.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 195 · November 2025
  • Februar 2026K.-Th. Mumperow feierte 90. Geburtstag in der WassermühleAm 2. November 2025 wurde K.-Th. Mumperow 90 Jahre alt und feierte dies am 8. November mit rund 90 Gästen in seiner eigenen historischen Wassermühle. Er organisierte das Fest selbst bis ins Detail, begrüßte jeden Gast persönlich und trug einen selbst verfassten, lyrischen Rückblick auf die fast tausendjährige Geschichte des Meierhofs und die mehr als 500-jährige Geschichte der Familie Meyer Mumperow vor. Als Hauptgericht gab es Möppkenbrot, ein traditionelles Gericht aus Blutwurstmasse und Roggenschrot, das früher nach dem ersten herbstlichen Schlachtefest zubereitet wurde und damit thematisch zum Novemberdatum passte.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 196 · Februar 2026
  • Februar 2026Vandalismus am Kirchplatz: Picknicktische zerstört, Gullydeckel ausgehebeltIn der Nacht zwischen den Jahren wurden die vom Dorf- und Heimatverein aufgestellten Picknicktische auf dem Kirchplatz umgestoßen und teilweise zertreten, ein Straßenschild an der Kirchenmauer wurde umgeknickt. Zusätzlich wurde ein rund 35 Kilogramm schwerer Gullyrost für Regenwasser direkt an der Straße ausgehebelt, was bei Dunkelheit für Passanten oder Bewohner der nahegelegenen Diakoniestation gefährlich hätte werden können. Bäckermeister Axel Glasenapp entdeckte den offenen Schacht und setzte den Rost wieder ein; der Heimatverein erstattete Anzeige, die Polizei nahm die Schäden noch am selben Morgen auf.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 196 · Februar 2026
  • Februar 2026Neue Taufschale zum 875-jährigen KirchenjubiläumAm Altjahrsabend 2025 wurde in der Evangelischen Kirche Isselhorst in einem feierlichen Gottesdienst mit dem Posaunenchor eine neue Taufschale aus Messing eingeweiht, die ein jahrelanges Provisorium ersetzt. Die Schale wurde im Kloster Königswinter in Meschede in Zusammenarbeit mit der Gemeinde entworfen und passt sich farblich dem Kronleuchter, dem Altar und dem Taufwasserkrug an. Damit konnte die Gemeinde dieses Herzensprojekt noch im Jubiläumsjahr „875 Jahre Kirche in Isselhorst“ umsetzen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 196 · Februar 2026
  • Februar 2026Der Weihnachtsbaum von Hovestrang leuchtet wiederNachdem die Lichterkette des 10,5 Meter hohen Weihnachtsbaums am Hovestrang in Niehorst zwei Jahre lang defekt war, sammelte die 43 Personen starke Nachbarschaft „Niehorst Ost“ bei einer Punsch- und Glühwein-Aktion mit Musik von ABBA insgesamt 605 Euro Spenden. Baumbesitzer Heiner Wesselmann stockte den Rest auf, sodass noch am selben Abend 24 neue Lichterketten mit je 10 Metern Länge bestellt wurden. Mit Hubsteiger und Teleskoplader brachte eine eigens gegründete Arbeitsgruppe „Mission Weihnachtsbaum“ rund 2.400 Lämpchen an, die den Baum weithin sichtbar von der Haller Straße aus erstrahlen ließen.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 196 · Februar 2026
  • Februar 202640 Jahre Maas Natur: Vom Windel-Versand zum UmweltpreisReinhard Maas und seine Frau Gisela Kaufmann-Maas suchten vor über 40 Jahren zunächst nur für ihre eigenen Kinder nach umweltfreundlichen Windelalternativen und lieferten anfangs aus dem eigenen Kellerraum; heute beschäftigt das Unternehmen 165 Mitarbeiter in 11 Filialen. Aus diesem Anlass schreibt Maas Natur den mit 15.000 Euro dotierten Umweltpreis „natürlich leben“ für ehrenamtliche Umweltprojekte in OWL aus, wobei sich die ersten drei Plätze 10.000 Euro und die Plätze vier bis zehn 5.000 Euro teilen. Bewerbungen mit kurzer Projektbeschreibung können bis zum 31. März 2026 über maas-natur.de/umweltpreis eingereicht werden.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 196 · Februar 2026
  • Februar 2026Neue Tartanbahn an der Grundschule eingeweihtAm 10. Dezember 2025 wurde die neue Tartanbahn auf dem Gelände der Grundschule Isselhorst mit einem Laufwettbewerb aller Klassen eingeweiht, begleitet von AWO Isselhorst und den Lions Gütersloh mit Frühstück und neuen Schulbeuteln. Die Schulgemeinde eröffnete den Tag mit ihrem eigens komponierten Schullied, anschließend liefen alle Klassen unter Jubel und Glockengeläut die neue Bahn, im Ziel empfangen von Schulleiterin Nicole Lassek. Jedes Kind erhielt zum Abschluss ein Milchzöpfchen, ein Getränk und einen Beutel mit dem neuen Schullogo.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 196 · Februar 2026
  • März 2026Führungswechsel im Dorf- und Heimatverein: Hans-Walter Schomann neuer VorsitzenderNach sechs Jahren als 1. Vorsitzender und insgesamt 15 Jahren im Vorstand trat Henner Schröder bei der Jahreshauptversammlung nicht mehr an; sein Nachfolger wurde der bisherige Stellvertreter Hans-Walter Schomann. Unter Schröders Führung war der Verein vom Heimatverein zum Dorf- und Heimatverein umbenannt und in sechs Abteilungen gegliedert worden, zudem wurden große Projekte wie das Dorfentwicklungskonzept und die 975-Jahrfeier realisiert. Schröder wurde einstimmig zum Ehrenvorsitzenden ernannt; er bleibt der Redaktion des Isselhorster sowie der Geschichts- und Archivgruppe verbunden. Insgesamt wurden sechs Vorstandspositionen neu besetzt.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 197 · März 2026
  • März 2026Umgestaltung des Kirchplatzes endlich gestartetNach gut dreieinhalb Jahren Vorbereitung mit Bürgerversammlungen, Verhandlungen mit der Stadt Gütersloh und Fördermittelanträgen hat die Umgestaltung des Isselhorster Kirchplatzes begonnen. Die Lokale Aktionsgruppe erkannte das Konzept im Oktober 2025 als förderwürdig im Rahmen des EU-LEADER-Programms an, und am 26. Februar 2026 wurden die vom Fällverbot betroffenen kranken Linden gefällt, nachdem ein vorzeitiger Maßnahmenbeginn genehmigt worden war. Die eigentlichen Bauarbeiten des ersten von drei Bauabschnitten beginnen Mitte März 2026, der zweite Abschnitt startet Anfang 2027; über die endgültige Förderbewilligung entscheidet die Bezirksregierung Detmold voraussichtlich bis Mitte März 2026.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 197 · März 2026
  • März 202650 Jahre Feuerwehrdienst: Gerd Gerecht geehrtGerhard „Gerd“ Gerecht wurde am 15. Januar 1976 in den Löschzug Isselhorst aufgenommen und konnte bei der Jahreshauptversammlung 2026 sein 50-jähriges Dienstjubiläum feiern. Sprecher Rüdiger Rokohl erinnerte unter anderem an einen Einsatz, bei dem sich Gerechts unsicherer Fahrstil als mehlverschmierte Brille herausstellte, ein Ergebnis seiner Arbeit in der Brotfabrik Schütten, worauf ein Fahrerwechsel für Abhilfe sorgte. Gerecht bekleidete nie ein Führungsamt, war aber stets zuverlässig zur Stelle, wenn Not am Mann war, wie es in der Würdigung hieß.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 197 · März 2026
  • März 2026Die Gemälde im Partykeller: Abschied von der Hofstelle KrullAnfang Januar 2026 besuchte der gebürtige Isselhorster Jörg Viemann kurz vor dem Abriss ein letztes Mal das Wohnhaus der seit 1535 urkundlich erwähnten und seit über 500 Jahren im Familienbesitz befindlichen Hofstelle Krull am Krullsweg, auf der er einen Teil seiner Kindheit verbracht hatte. Im Partykeller entdeckte er vier großformatige Gemälde, die der Kunstmaler Heinz Krull, Bruder des 2006 verstorbenen Landwirts Friedel Krull, einst an die Wände gemalt hatte, und hielt sie mit seinem Handy fotografisch fest, bevor das Gebäude dem Abriss zum Opfer fiel. Viemann erinnerte sich an 14 Milchkühe mit Namen und daran, wie die Nachbarskinder bei der Heuernte auf dem Traktor mitfahren durften.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 197 · März 2026

Eines der Wandgemälde im Partykeller der ehemaligen Hofstelle Krull, kurz vor dem Abriss des Gebäudes fotograf

Eines der Wandgemälde im Partykeller der ehemaligen Hofstelle Krull, kurz vor dem Abriss des Gebäudes fotograf
Quelle: Der Isselhorster

  • März 2026Vor 40 Jahren: Die Tschernobyl-Wolke über GüterslohNach der Reaktorexplosion in Tschernobyl am 26. April 1986 dauerte es rund eine Woche, bis die Gefahr auch in Gütersloh und Isselhorst im Bewusstsein der Menschen ankam, obwohl die radioaktive Wolke die Region bereits am Dienstag nach dem Unglück erreicht hatte. Ein Physiker des Gütersloher Klinikums maß im Auftrag der Stadt mit einem Kontaminationsgerät zunächst 4.000 Becquerel pro Quadratmeter in Sandkästen und Bädern, das Zehnfache des Normalwerts. Familien schaufelten Sandkastensand aus, H-Milch von vor dem Unglück war ausverkauft und eine Ärztin mahnte bei einer Informationsveranstaltung in der Weberei, es sei „nicht die Zeit, Kinder zu zeugen“; 1991 gründete sich als Folge die Initiative Gütersloher Kinderhilfe Tschernobyl, die bis heute jährlich 40 bis 50 Kindern einen Erholungsaufenthalt in der Region ermöglicht.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 197 · März 2026

einer Bodenmessung mit dem Kontaminationsmonitor in Gütersloh 1986.

einer Bodenmessung mit dem Kontaminationsmonitor in Gütersloh 1986.
Quelle: Der Isselhorster

  • März 2026Dänische Protestschweine ziehen nach NiehorstDaniel und Kirsten Bethlehem holten sich vier Ferkel der vom Aussterben bedrohten Rasse „Rotbuntes Husumer Schwein“ von Züchtern aus der Gegend Osnabrück und dem Sauerland nach Niehorst. Die rot-weiß gestreifte Schweinerasse, seit 1954 anerkannt und nach 1968 zeitweise als ausgestorben gegolten, geht auf dänische Bauern in Nordfriesland zurück, die um 1900 aus Protest gegen das preußische Verbot, die dänische Flagge zu hissen, Schweine in den Farben des Dannebrog züchteten, weshalb die Rasse auch „Dänisches Protestschwein“ genannt wird. Der 1996 gegründete Förderverein Rotbuntes Husumer Schwein e.V. in Todendorf bei Bad Oldesloe kümmert sich seither um Zucht und Bestandserfassung der Tiere.
    „Der Isselhorster” · Ausgabe 197 · März 2026

Und das ist noch nicht alles

Diese 137 Funde stammen aus „Lebendiges Isselhorst” (1977–1991); die 1119 Funde darüber aus „Der Isselhorster” (Ausgaben 1–197, 1993–2026). Zwei Ausgaben (47, 94) fehlen, weil die Original-PDFs defekt sind. Dorf- und Heimatverein Isselhorst.

Welches dieser Fundstücke möchten Sie genauer wissen? Zu vielen gibt es im Archiv ganze Artikel mit Bildern.