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Isselhorst – Das Dorf

Menschen aus neun Jahrhunderten

Persönlichkeiten

Ein Minister, ein Posaunengeneral, Erfinder, Künstler, Ärzte — und die Originale, die kein anderer Ort hatte.

Über den Ort hinaus

Bekannt weit über Isselhorst

Wenige, deren Wirken über das Kirchspiel hinausreichte — einige mit erhaltenem Foto.

Guntram Schneider

Quelle: Wikimedia Commons

Guntram Schneider

1951 – 2020 · geboren in Isselhorst

Gewerkschafter und Politiker (SPD). Als jüngstes von vier Kindern wuchs er in einfachen Verhältnissen auf und wurde gelernter Werkzeugmacher. Von 2006 bis 2010 Vorsitzender des DGB-Bezirks NRW, von 2010 bis 2015 Arbeitsminister des Landes Nordrhein-Westfalen.

Peter Heinrich Brincker

Quelle: Wikimedia Commons, gemeinfrei

Peter Heinrich Brincker

1836 – 1904 · geboren in Isselhorst

Missionar und Sprachforscher. Er wirkte als Missionar der Rheinischen Mission in Südwestafrika (heute Namibia) und erforschte die dortigen Bantu-Sprachen. Seine sprach- und volkskundlichen Arbeiten zählen zu den frühen Dokumentationen der Region. Quelle: Wikipedia

Gustav Schürmann

Quelle: Wikimedia Commons, gemeinfrei

Gustav Schürmann

1872 – 1962 · geboren in Isselhorst

Er war Automobilkonstrukteur der Pionierzeit und an der Entwicklung früher Kraftfahrzeuge beteiligt (u. a. im Umfeld der Dux-Werke). Bereits 1889/1892 fuhr in Isselhorst eines der ersten Automobile der Region — ein Thema, das der Heimatverein aufgearbeitet hat. Quelle: Wikipedia; NWBib (Schürmann/Knufinke, 2014)

S

Für diese Person liegt derzeit kein freigegebenes Porträt vor.

Malte Schröder

geb. 1987 · TV Isselhorst

Er ist Handballspieler, geboren in Bielefeld. Seine ersten Vereinsjahre verbrachte er beim TV Isselhorst, bevor er über die Bundesliga-Stationen TBV Lemgo, TuS N-Lübbecke und MT Melsungen Profi wurde. Quelle: Wikipedia

Vivien Sczesny

Quelle: bereitgestelltes Foto · Foto: Tobias Schäfer

Vivien Sczesny

geb. 2000 · geboren in Isselhorst

Schauspielerin. Sie wurde in Isselhorst geboren und ist im deutschsprachigen Film und Fernsehen tätig. Quelle: Wikipedia

Lena Strothmann

Quelle: Foto-AG Gymnasium Melle, CC BY-SA 4.0 (Wikimedia Commons)

Lena Strothmann

geb. 1952 · wohnhaft in Isselhorst

Handwerksunternehmerin und Politikerin (CDU). Sie war Mitglied des Deutschen Bundestages und setzte sich besonders für die Belange des Handwerks ein. Mit ihrem Mann Heinz Kleegräfe führte sie die Isselhorster Maßschneiderei Kleegräfe & Strothmann. Quelle: Wikipedia

O

Für diese Person liegt derzeit kein freigegebenes Porträt vor.

Hartmut Ostrowski

geb. 1958 · früher wohnhaft in Isselhorst

Manager. Er war von 2008 bis 2011 Vorstandsvorsitzender der Bertelsmann AG in Gütersloh und wohnte zeitweise in Isselhorst. Quelle: Wikipedia

Johannes Kuhlo

Quelle: Wikimedia Commons

Johannes Kuhlo

1856 – 1941 · der „Posaunengeneral”

Begründer der evangelischen Posaunenchor-Bewegung, weit über Westfalen hinaus verehrt. Sein Schüler Ernst Imkamp prägte den Isselhorster Posaunenchor; eine Postkarte Kuhlos vom Chorjubiläum 1936 hütete Imkamp „wie einen wertvollen Schatz".

Fürstin zu Bentheim-Tecklenburg

Quelle: Lebendiges Isselhorst, Sept. 1981

Fürstin Sissi zu Bentheim-Tecklenburg

geb. 1932 · Schloss Rheda · Umweltschützerin

Sie wuchs als Diplomatentochter in Südafrika und Jugoslawien auf. Ihre erste große Aktion 1973 war der Protest gegen eine Ems-Begradigung mit 11.000 Unterschriften; sie rettete Baudenkmäler und holte Interpreten wie Harnoncourt in den „Weißen Saal". Leitwort: „Das System wieder menschlicher machen."

G

Für diese Person liegt derzeit kein freigegebenes Porträt vor.

Lene Geschke, geb. Berwinkel

gebürtige Isselhorsterin

Sie war Mitbegründerin des Vogelparks Walsrode, geboren auf dem Hof Westersötebier an der Stöwwestraße. Aus einem privaten Hobby wurde „der größte und wohl schönste Vogelpark der Welt", der 1977 bereits über 1,5 Millionen Besucher zählte.

Bernd Hartmann-Lintel & Ima Rochelle

Quelle: Lebendiges Isselhorst, Dez. 1980

Bernd Hartmann-Lintel & Ima Rochelle

1905 – 1972 · Bildhauer-Ehepaar

Sie gestalteten 1971 Portal und Totengedenkstätte der Isselhorster Kirche — die bronzene Tür im Wachsschmelzguss. Bernd war Meisterschüler in München, seine Werke gingen nach München, New York und Berlin; Ima schuf Arbeiten für die „Weltkirche aller Völker" in Nazareth.

Karl Niedergassel

Quelle: Lebendiges Isselhorst, Juni 1980

Karl Niedergassel

1900 – 1980 · geboren in Isselhorst

Er war akademischer Maler, „letzter großer Uniformmaler der Kavallerie". Aufgewachsen auf Hof Isselhorst Nr. 6, malte er Pferde und Reiter mit „bis zur Pedanterie gesteigerter Liebe zum Detail". Seine Werke hängen im Kavallerie-Museum Vornholz.

Kunst, Musik & Kirche

Töne, Farben, Glauben

Ein bemerkenswert dichtes künstlerisches Leben für ein Dorf dieser Größe.

Ernst Imkamp

Quelle: Lebendiges Isselhorst, Nov. 1987

Ernst Imkamp

1907 – 2005 · „Posaunengeneral” des Dorfes

Übernahm Silvester 1927 den Posaunenchor, als ihm ein „Ernst, du moß do vo!" zugerufen wurde — und leitete ihn über 55 Jahre. Er widersetzte sich im Dritten Reich der Vereinnahmung durch die NSBO. 1987 erhielt er das Bundesverdienstkreuz.

W

Für diese Person liegt derzeit kein freigegebenes Porträt vor.

El Shalom Wieberneit

1924 – 2015 · Maler

Nach drei Jahren Kriegsgefangenschaft und einem überlebten Beduinen-Überfall im Sinai malte er einen 14-teiligen Passionszyklus, den er im Altarraum der Isselhorster Kirche zeigte. „Wäre Isselhorst nicht gewesen, wären diese Bilder vielleicht nicht entstanden."

Heinz Krull

Quelle: Lebendiges Isselhorst

Heinz Krull

1917 – 1973 · Kunstmaler

Bauernsohn von der Steinhagener Straße, wurde gegen den Willen des Vaters Künstler. In fünf Jahren russischer Gefangenschaft porträtierte er seine Bewacher gegen Brot; später Dozent und stellvertretender Direktor der Werkkunstschule Wuppertal. Er illustrierte die Festschrift zur 900-Jahrfeier 1950.

B

Für diese Person liegt derzeit kein freigegebenes Porträt vor.

Ingeborg Born

geb. 1921 · Malerin

Frühere Solotänzerin und Schauspielerin, die mit Johannes Heesters und Heinz Erhardt auf der Bühne stand. In Isselhorst malte sie die Kirche und fertigte jährlich rund 4.000 Weihnachtskarten von Hand.

K

Für diese Person liegt derzeit kein freigegebenes Porträt vor.

Maria Krümpelmann

Ikonenmalerin in Niehorst

In aufwendiger altrussischer Technik — Polimentvergoldung mit Blattgold von 1/24 mm Stärke — schuf sie eine Galerie von über zwanzig Ikonen. Jede braucht mehr als 100 Malstunden; verkauft hat sie keine.

Nirgül Kantar-Dreesbeimdieke

Quelle: nirguel.de

Nirgül Kantar-Dreesbeimdieke

Skulpturenkünstlerin & Malerin aus Isselhorst

Arbeitet in ihrem Atelier am Kirchplatz ohne Vorzeichnung mit Polymer-Industriekleber, Schicht für Schicht, oft mit Gold- oder Silberpartikeln. Mit Ausstellungen, Dorfprojekten und dem „Europäischen Künstlerweg“ trägt sie Isselhorster Kunst weit über den Ort hinaus.

Dorothee & Thomas Meyer-Bauer

Quelle: Lebendiges Isselhorst, März 1989

Dorothee & Thomas Meyer-Bauer

Kirchenmusiker-Ehepaar

Sie übernahm 1989 Chor und Orgel und rief einen Kinderchor ins Leben, zu dem statt einer gleich drei Gruppen kamen. Gemeinsam machten sie Isselhorst zum „Musikdorf" mit vier Chorgruppen.

Diakon Karl Krieger

Quelle: Lebendiges Isselhorst, Juli 1986

Diakon Karl Krieger

kam 1936 · Gemeindediakon

Übernahm 1936 zugleich Orgeldienst und die Leitung von Kirchen- und Posaunenchor und hielt den Chor durch den ganzen Krieg am Leben, indem er „im Eiltempo“ Jungbläser ausbildete. Rund 50 Jahre blieb er der Gemeinde verbunden.

Handwerk, Erfinder & Unternehmer

Gemacht, erfunden, verkauft

Vom Jauchepumpen-Patent bis zum Pumpernickel für Amerika.

Karl König

Quelle: Lebendiges Isselhorst

Karl König, der „Pumpen-König"

gelernter Schneider, dann Erfinder

MG-Schütze vor Verdun, erfand er in der Weltwirtschaftskrise die Jauchepumpe „Adler". 1934 verlegte er das ganze Wassernetz der neuen Genossenschaft — die Leitungen „hatte er alle im Kopf". Er arbeitete bis zum Alter von 89 Jahren.

Friedrich Dreesbeimdieke

Quelle: Lebendiges Isselhorst

Friedrich Dreesbeimdieke

1852 – 1938 · Brennerei-Gründer

Geboren in der „Berwinkelei" an der Lutter, gründete er 1878 in Bielefeld eine Korn- und Wacholderbrennerei und 1902 den Betrieb in Hollen. Sein Traditionsprodukt war das „westfälische Heimatwasser".

Friedrich Elmendorf

Quelle: Lebendiges Isselhorst, Mai 1989 (Friedrich Elmendorf)

Die Familie Elmendorf

Kornbrennerei seit 1689

Die Brennerei-Dynastie prägte den Ort wie keine zweite Familie. Friedrich Elmendorf sorgte für den Telefonanschluss des Dorfes (er selbst Nummer 1) und hatte 1904 das erste Auto. Sein Nachfahre Knut Elmendorf († 2018) führte den Betrieb zuletzt und war Präsident des Bundesverbandes der deutschen Kornbrenner; die Isselhorster Produktion endete 2001, die Marke wird seither von seinem Sohn Kai Elmendorf in Hamburg fortgeführt. Auf dem alten Brennereigelände sitzt heute die Brillenmanufaktur Markus T. Quelle: guetersloh.de, Denkmäler & Museen

Theodor Elmendorf

Quelle: Lebendiges Isselhorst, Mai 1989

Theodor Elmendorf

Kornbrenner · Kreistag Bielefeld

Führte mit seinem Bruder Friedrich die Kornbrennerei „zu großer Blüte“ und saß im Bielefelder Kreistag, wo er die Interessen der ländlichen Gemeinden vertrat.

J

Für diese Person liegt derzeit kein freigegebenes Porträt vor.

Heinrich Jacke

Pumpernickelfabrik seit 1886

Machte sich 1886 selbständig und füllte den 300-Brote-Ofen anfangs mit Ziegelsteinen, wodurch das Brot besonders gut geriet. Zum Kraftbeweis lief er mit je einem Zentnersack unter jedem Arm um den Hof; sein Pumpernickel ging bis nach Amerika und Südafrika.

Fritz Landwehr

Quelle: „Flaco – Portrait einer Firma", Januar 1980, S. 4

Fritz Landwehr

1907 – 1981 · Ingenieur

Gründete 1933 die Firma Flaco in der ehemaligen Fleischwarenfabrik. Aus Handhebelpressen wurde ein Betrieb, dessen Melkmaschinen und Stahlarmaturen bis nach Rumänien, Russland, Südafrika und Indien geliefert wurden. 1975 wurde er „Stadtältester".

K

Für diese Person liegt derzeit kein freigegebenes Porträt vor.

Heinz Kleegräfe

geb. 1946 · Maßschneider

Übernahm 1977 die bundesweit bekannte Maßschneiderei Schröder und führte sie mit seiner Frau Lena Strothmann als Kleegräfe & Strothmann weiter. Auf dem 18. Weltkongress der Maßschneider in München gewann er eine Goldmedaille für einen weißen Seiden-Smoking.

Felix Krull

Quelle: krull-pflanzen.de

Felix Krull

2. Vorsitzender der Werbegemeinschaft · Unternehmer

In der Isselhorster Werbegemeinschaft ist er offiziell der zweite Vorsitzende, praktisch aber einer der zentralen Antreiber. Mit seinem Betrieb Krull – Wohnen & Leben mit Pflanzen steht er zugleich für das grüne, einladende Gesicht des Orts und packt dort an, wo aus Ideen sichtbare Dorfprojekte werden. Quellen: gt-isselhorst.de, isselhorster-nacht.de, krull-pflanzen.de

Ärzte, Hebammen & Helfer

Die, die sich kümmerten

Dr. Rudolf Correll

Quelle: Lebendiges Isselhorst

Dr. Rudolf Correll

Landarzt ab 1937

Weit über das Kirchspiel bekannt, nannte er die meisten Patienten beim Vornamen und duzte sie. Ein NS-Funktionär habe ihm die Bielefeld-Zulassung verweigert: „Was, Sie sind nicht in der Partei, und Sie haben das Haus dem Juden reell bezahlt?!" Am Sterbebett legte er die Hand auf die der Toten: „Auf Wiedersehn da oben."

R

Für diese Person liegt derzeit kein freigegebenes Porträt vor.

Sofie Riegert, die „Storchentante"

Hebamme 1905 – 1945

Auf Drängen der Gemeindeväter ging sie zur Ausbildung nach Paderborn und fuhr fortan mit dem Fahrrad, „im Dienst in ein blaugraues Waschkleid gekleidet". Die Mehrzahl der in vier Jahrzehnten geborenen Kirchspielsbewohner hat sie „geholt".

Elsbeth Holste

Quelle: Lebendiges Isselhorst, Januar 1988

Elsbeth Holste

gest. 1987 · Rotes Kreuz

Sie war erstes Isselhorster DRK-Ehrenmitglied, Leiterin des Flüchtlingslagers 1953/54 und Gründerin des Sozialen Arbeitskreises. „In mehr als 50 Jahren hast Du die Ideen des Roten Kreuzes vorgelebt."

Originale & Zugezogene

Unvergessene Gestalten

Menschen, an die sich das Dorf noch Jahrzehnte später erinnerte.

Otto Gehner

Quelle: Lebendiges Isselhorst

Otto Gehner

1903 – 1986 · Kirmes-Schausteller

„Ein Vollblutschausteller, ein Mann von rechtem Schrot und Korn." Er hielt die Karussells bis drei Uhr früh in Gang und band einem Jungen, der nicht genug bekam, „die Beine unter dem Bauch des Karussellpferdes zusammen".

S

Für diese Person liegt derzeit kein freigegebenes Porträt vor.

Kuhdoktor Heinrich Schröder

Tierheilkundiger unter der Brede

Er bereitete Medikamente aus Kräutern und half auch Menschen. Für 25 Pfennig zog er Zähne — einem gequälten Jungen erließ er die Zahlung: „Du hess soffel Peine hat, du bruks nich betahlen."

Wilhelm Buschkamp

Quelle: Lebendiges Isselhorst, April 1981

Wilhelm Buschkamp

der „Dorf-Photograph"

Gelernter Weber, baute er sich 1912 mit 18 Jahren nach einem Anleitungsbuch aus Zigarrenkisten eine Plattenkamera. Per Fahrrad fotografierte er Hochzeiten; in den Kriegsjahren drängten sich Zwangsarbeiter in seinem Hof: „bitte Papa eine Bild."

B

Für diese Person liegt derzeit kein freigegebenes Porträt vor.

Karl Bernhardt

gest. 1942 · Apotheker · „de aule Bernhardt"

Er war ein „Öllerweltskärl", der ab 1908 die Apotheke führte. Er riet den Leuten auf Platt, erst den Apotheker zu fragen, „weil de Dokter butz Cheld koste", und fragte stets genau nach, wozu ein Mittel gebraucht werde. Quelle: Isselhorster Apotheke, Chronik

Wilhelm Stodieck

Quelle: Lebendiges Isselhorst

Wilhelm Stodieck

1892 – 1987 · Pferde-Fuhrmann

Einer der letzten Gespannführer auf dem Meyerhof, kam 1916 nach einem Lungensteckschuss. Seine Pferde waren zugleich die „Dienstpferde" der Feuerwehr — beim Hornsignal ließ er alles stehen.

Georg Moczygemba

Quelle: Lebendiges Isselhorst, Juni 1981

Georg Moczygemba

Drechsler aus Schlesien

Kam im Januar 1937 mit dem Fahrrad nach Isselhorst — „Liebe auf den ersten Blick" an der Lutterbrücke. Aus „14 Tagen auf Probe" wurden zwölf Jahre; ein „Neubürger aus Liebe zu Isselhorst".

Pierre Prevost

Quelle: Lebendiges Isselhorst

Pierre Prevost

geb. 1920 · später Priester

Der 1943 dienstverpflichtete französische Theologiestudent kam auf den Hof Meinert in Holtkamp und schloss mit Otto Meinert eine lebenslange Freundschaft. Als Pfarrer bei Lourdes blieb „Holtkamp für ihn ein Stück Heimat".

H

Für diese Person liegt derzeit kein freigegebenes Porträt vor.

Philip & Otto Heck

Mineralbrunnen „Philipsprudel"

Der Sattler Philip Heck bohrte 1914 nach dem Rat eines Wünschelrutengängers und wurde in 55 m Tiefe fündig. Sohn Otto lieferte das Wasser mit elf Lkw bis zur Nordseeküste — bis zu 80.000 Flaschen täglich.

Franz Heckewerth

Quelle: Lebendiges Isselhorst, Juli 1983

Franz Heckewerth

Kutscher & Fahrsportler

Er war ein ortsbekanntes Original, das den Leichenwagen und die Hochzeitskutschen fuhr — „der Fahrer in Freud und Leid“. Als Mitbegründer des Holler Reitervereins wurde er berühmt für „seinen“ Zwölferzug beim Holler Turnier der 1950er Jahre.

Ludwig Niedergassel

Quelle: Lebendiges Isselhorst, Juni 1983

Ludwig Niedergassel

Bauer & Mundart-Bewahrer

Er war das „Urbild eines westfälischen Bauern“ — Verwalter, Pächter und geschätzter Pferdekenner. Er setzte sich leidenschaftlich für das Plattdeutsche ein: „Mumpro, wi mott wat daun!“ Sein Wahlspruch: „Und schlägt dir eine Hoffnung fehl, nie fehle dir das Hoffen.“

Ludwig Kramme

Quelle: Lebendiges Isselhorst, Dez. 1985

Ludwig Kramme

Friseurmeister in Hollen

Übte über 53 Jahre sein Handwerk in „Hollen Nr. 23“ aus. Als Marinesoldat auf der Insel Texel entging er 1945 nur durch den Rasierwunsch des Kommandanten dem verlustreichen Einsatz; sein Salon war Klönstube, in der „fast ausschließlich Platt geküert“ wurde.

Gemeinde & Chronik

Bürgermeister und Bewahrer

Fritz Holste

Quelle: Lebendiges Isselhorst

Fritz Holste

gest. wohl 1981 · Bürgermeister von 1933 bis 1945

Er war Landwirt an der Niehorster Straße, vor Verdun verwundet. Zum NSDAP-Eintritt sagte er, er habe geglaubt, „daß nur diese Partei Herr über das … Chaos werden könne"; seine Maxime: „Man muß immer das tun, was man verantworten kann."

Friedrich Baumann

Quelle: Lebendiges Isselhorst, Nov. 1997

Friedrich Baumann

1903 – 1977 · Bürgermeister von Holtkamp

Er war Gastwirt, der seinen Bereich „Mein Königreich Holtkamp" nannte. 1946 aus russischer Gefangenschaft zurück, war er bis zur Eingemeindung Bürgermeister — „einer der großen Dönken-Erzähler".

August Kornfeld

Quelle: Lebendiges Isselhorst

August Kornfeld

1906 – 1989 · Bürgermeister Ebbesloh

Er war 17 Jahre bis zur kommunalen Neugliederung 1970 im Amt — „immer der maßgebende Ansprechpartner", ein Mann „des versöhnenden Ausgleichs".

Renate Plöger

Renate Plöger

1944 – 2003 · Heimatforscherin

Die Zeitung würdigte sie als „Ein-Frau-Unternehmen" der Ortsgeschichtsschreibung. Sie verfasste zahllose Beiträge und rekonstruierte aus Urkunden die Höfe, Familien und das Kriegsende — die Grundlage für vieles auf dieser Website.

Hans Poggenpohl

Quelle: Der Isselhorster, September 2007

Hans Poggenpohl

1911 – 2007 · Ehrenvorsitzender TV Isselhorst

Zweiter Vorsitzender und später Ehrenvorsitzender des Turnvereins Isselhorst (1.255 Mitglieder). Er organisierte 1979 das Gauturnfest in Isselhorst und gründete die Geschäftsstelle des Vereins. In sechs Ausgaben der Dorfzeitung (1977–1985) gewürdigt — auf Platt hieß es: „Dat is vondage we de Poggenpohls Hans fo den Verein."

Hans-Walter Schomann

Quelle: heimatverein-isselhorst.de

Hans-Walter Schomann

Vorsitzender des Dorf- und Heimatvereins

Seit der Jahreshauptversammlung im März 2026 führt er den Dorf- und Heimatverein Isselhorst. Damit steht er an der Spitze genau jenes Vereins, der Archiv, Erinnerungskultur und viele sichtbare Dorfaktivitäten zusammenhält und die Geschichte Isselhorsts bis heute mitträgt. Quelle: heimatverein-isselhorst.de