Neun Jahrhunderte an der Lutter — belegt, geordnet, ehrlich.
Der Name Isselhorst taucht zum ersten Mal als „Gislahurst” im ältesten Heberegister des Klosters Freckenhorst auf. Dieses Register wird auf die Mitte des 11. Jahrhunderts datiert.
Damit ist Isselhorst der älteste Ortsteil Güterslohs — nachweislich älter als die Stadt selbst. Der Name deutet auf einen Siedlungsplatz an einem bewaldeten Höhenzug („Horst") hin, wie ihn die Landschaft an der Lutter bis heute erkennen lässt.
So steht es im ältesten Heberegister des Klosters Freckenhorst. Das Register gilt als eines der frühesten Schriftzeugnisse der Region — Isselhorst gehört zu den ältesten urkundlich fassbaren Orten im Kreis Gütersloh.
Tippen Sie auf ein Jahr, um mehr zu erfahren. Nur belegte Eckpunkte — die Lücken dazwischen füllt die Forschung nach und nach.
Im ältesten Heberegister des Klosters Freckenhorst wird der Ort erstmals genannt. Isselhorst ist damit der älteste Ortsteil des heutigen Gütersloh.
Historiker nehmen um 1150 den Vorgängerbau der heutigen Kirche an. Er war der Heiligen Margareta geweiht. Ein Bischof von Münster bestätigte später, dass sein Vorgänger diese Kirche dem 1185 gegründeten Kloster Marienfeld geschenkt habe.
Isselhorst bildet mit Niehorst, Ebbesloh, Hollen und Holtkamp ein Kirchspiel. Für diese fünf Ortschaften stehen die fünf Wappensteine, die noch heute den Kopf der Dorfzeitung zieren.
Wie das übrige Ravensberger Land fällt Isselhorst 1346 an die Grafschaft Berg, ab 1423 an Jülich-Berg. 1609 und – als Folge des Dreißigjährigen Krieges – endgültig 1666 kommt das Gebiet an Brandenburg-Preußen. Quelle: Westfälische Höfe.
Das Kirchspiel Isselhorst wird evangelisch und schließt sich den ravensbergischen Gemeinden unter der Superintendentur Ravensberg mit Sitz in Bielefeld an. Die Kirche ist bis heute evangelisch.
Nach der Franzosenzeit fällt das Ravensberger Land an Preußen zurück; 1816 entsteht im Regierungsbezirk Minden der Kreis Bielefeld, zu dem auch Isselhorst gehört. Quelle: Westfälische Höfe.
Mit der Westfälischen Landgemeindeordnung wird die Gemeinde im Dezember 1843 zum Amt Isselhorst — 2.678 Einwohner in fünf Orten (Ebbesloh, Hollen, Holtkamp, Isselhorst, Niehorst). Schon 1847 wird es mit Brackwede zusammengelegt. Quelle: Westfälische Höfe.
Die neugotische evangelische Hallenkirche wird 1879–1881 errichtet und am 1. Juni 1881 eingeweiht (Architekt Heinrich Hutze). Der Turm ist im Kern älter — dendrochronologisch auf 1545 datiert. Quelle: Wikipedia.
Der Isselhorster Versicherungsverein a. G. wird 1883 gegründet und besteht bis heute an der Haller Straße. Quelle: Wikipedia.
Mit dem Ausbau der Eisenbahn im 19. Jahrhundert erhält die Region Anschluss an das überörtliche Verkehrsnetz. Der Bahnhof (später „Isselhorst-Avenwedde") verbindet das Dorf mit Gütersloh und Bielefeld und bringt Bewegung in das bäuerlich geprägte Kirchspiel.
Die kommunale Neuordnung beendet 1970 die gemeindliche Selbständigkeit. Die aufstrebende Industriestadt Gütersloh übernimmt das Kirchspiel als Stadtteil. In der ersten Ausgabe der Dorfzeitung heißt es später rückblickend, das „eigentliche Isselhorst" liege im Herzen der Menschen, die sich hier zu Hause fühlen — unabhängig von der politischen Grenze.
Durch das Bielefeld-Gesetz kommt Isselhorst 1973 zum neu gebildeten Kreis Gütersloh. Der frühere Ortsteil Holtkamp wird dagegen mit Brackwede nach Bielefeld eingemeindet. Quelle: Wikipedia; Westfälische Höfe.
Im Mai 1977 erscheint die erste Ausgabe der Dorfzeitung „Lebendiges Isselhorst” (später „Der Isselhorster”). Seither dokumentiert sie das Dorfleben — ein einzigartiges, über Jahrzehnte gewachsenes Archiv. Zum Zeitungsarchiv →
2025 feierte Isselhorst das 975-jährige Bestehen seines Kirchspiels — gerechnet ab der ersten Erwähnung um 1050. Schon 1950 war die 900-Jahr-Feier begangen worden; zum Jubiläum legte der Dorf- und Heimatverein eine neue Chronik in Wort und Bild vor.
Isselhorst zählt heute rund 7.000 Einwohner. Trotz Eingemeindung hat sich der Ort ein eigenes Gesicht bewahrt: aktives Vereinsleben, ein wacher Heimatverein, eigene Feste — und mit dem Esel ein augenzwinkerndes Ortssymbol, das auf die alte Namenssage zurückgeht.
Über die Jahrhunderte haben viele Menschen Isselhorst geprägt — ein Minister, ein Posaunengeneral, Erfinder, Künstler, Ärzte und die Originale des Dorfes. Fast 40 belegte Porträts, 15 davon mit echtem Foto, stehen auf einer eigenen Seite.
Quelle: Wikimedia Commons
1951 – 2020 · geboren in Isselhorst
Der bekannteste Sohn des Ortes: Gewerkschafter und SPD-Politiker, von 2010 bis 2015 Arbeitsminister des Landes NRW.
Quelle: Lebendiges Isselhorst, Nov. 1987
geb. 1907 · Posaunenchor
Über 55 Jahre Leiter des Isselhorster Posaunenchors, 1987 mit dem Bundesverdienstkreuz geehrt.